Due to solidarity…

…binde ich einfach mal den Live-Stream aus dem besetzten Hörsaal in Düsseldorf ein. Ich kann leider nur alle paar Tage mal da drüben reinschauen, aber den Stream verteil ich doch gerne weiter:

Es dräut zwar die Räumung, bis jetzt ist die aber offensichtlich noch nicht passiert. Mal sehen, wie’s morgen aussieht…
Wer mehr Zeit hat als ich, dem sei nur gesagt: Hörsaal 3D, Gebäude 23.11 (gegenüber der Phil-Fak-Caféte).


Die 50 bis 400

Die Uni Düsseldorf bietet heute ein interessantes Bild: Etwa 30 Studenten halten in den (nach studentischer Zeitrechnung) frühen Morgenstunden (okay, nach studentischer Zeitrechnung sind 9-10 morgens eher die späten Nachtstunden) besetzt, 50 haben hier übernachtet. Gestern waren es laut Presse und Organisatoren gut 400, es dürften also etwa 300 gewesen sein.
Solidaritätsbekundungen gibt es inzwischen von der Linken und nochmal separat von Sahra Wagenknecht sowie – pflichtgemäß – vom AStA. Die haben zwar alle ein Gschmäckle (wahlweise linker Opportunismus oder Imagepflege) und die Liste könnte ruhig länger sein (wo bleiben die Grünen und die SPD?), aber immerhin.
Überrascht hat mich die Solidaritätsbekundung des Studentenwerks zuzüglich Verpflegung, ist mir dieses sonst nicht grade als studentenfreundlich bekannt.

Interessant ist das Bild aber aufgrund des weithin ungestörten Verlaufs des Unialltags: Gleich nebenan laufen noch Seminare. Wer aus der unteren Hörsaaltür kommt, trifft auf einen großen Plakatverkauf und den roten Teppich bzw. die rote Beleuchtung des Kurzfilmfests.
Damit sollte klar sein: Die Proteste sind keine wirkliche Behinderung, sie sind tatsächlich genau das: Proteste. Und damit sind auch alle Versuche, dem Streik seine Legitimität abzusprechen (RCDS/CDU: „Bildung statt Streik“) hinfällig.
Erstaunlich daran auch, dass ich mal mit Patrick Mebus übereinstimme: „Bei dieser darf jedoch die Auseinandersetzung mit den bildungspolitischen Inhalten nicht von radikalen Revolutionsphantasien konterkariert oder in den Hintergrund gedrängt werden.“ Vielleicht sogar erschreckend. Oder aber Mebus, zu Zeiten der letzten Bildungsstreikdemo noch erbitterter Gegner der Forderungen des Bildungsstreiks hat begonnen, sich zu bessern – sowas soll passieren, wenn Neoliberale plötzlich der Realität dessen ausgesetzt sind, über das sie reden.

Interessant ist aber auch die politische Atmosphäre: Es driftet definitiv nach links. Das hat diverse Auswirkungen: Auf der Demo am Dienstag gab es die üblich themenverfehlten Transparente, die gleich zum Rundumschlag gegen den Kapitalismus aufriefen, die natürlich dazu führen, dass das wenig sozialistische „Publikum“ befremdet und ein Teil der politisch eben nicht in dieser Richtung orientierten Studierendenschaft ausgeschlossen wird, selbst wenn sie den Bildungsstreik sonst unterstützen würden.
Andererseits habe ich endlich mal wieder eine Terz an der Uni gefunden. Die linke düsseldorfer Monatszeitung lag früher im AStA aus, seit der März-Ausgabe habe ich sie dort allerdings nicht mehr gesehen und mich schon gefragt, ob sie noch existiert. Unterdessen nimmt, wo wir schon bei der Lokalpresse sind, die AStA-Wochenzeitung Campus Delicti lieber die vorletzte Woche zensierte Rammstein-Platte aufs Cover als die gestern statt gefundene Hörsaalbesetzung (dafür hätte man die mE ruhig auch mal erst am Freitag erscheinen lassen können). Und dann ist der Artikel noch nicht mal sonderlich gut – er konzentriert sich ausschließlich auf das Rammstein-Album, die restlichen Zensurprobleme etwa um die Veranstaltung in Berlin zur Ausländerpolitik letzte Woche bleiben aussen vor. Aber ich schweife ab.

Der Eindruck vom aktuellen AStA alles in allem ist gespalten: Man fühlt sich offenbar zur Solidarität verpflichtet, aber das mehr oder weniger durch die Realität der Streiks. Immerhin bedeutet das, die Leute da haben verstanden, was eine repräsentative Aufgabe überhaupt ist – nämlich sich auch entgegen der eigenen Überzeugung für die Belange derer einsetzen, die man repräsentiert.
Man sieht aber auch: Die Studierendenproteste sind legitim und bewegen sich in einem Rahmen, der groß genug ist, Aufmerksamkeit einzufordern, aber nicht wirklich problematisch wird – ein beachtlicher Balanceakt. Und angesichts der zunehmenden Etablierung des Bachelor/Master-Systems einerseits und einer marktwirtschaftlich geprägten Bildungsidee andererseits eine angenehme Überraschung.


AStA der Uni Düsseldorf begrüßt Pflaster, ignoriert Wunden

Der neue AStA der düsseldorfer Uni ist schon interessant: Gemeinsam mit den Studiengebührenbefürwortern von LHG, PARTEI (aka Markenpiraten) und RCDS will der aktuelle Vorsitzende Andreas Jentsch gegen Studiengebühren vorgehen.
Nun bot sich eine Steilvorlage angesichts des neuen Stipendienprogramms des Landes NRW – und was macht der AStA? Lässt Gebührenbefürworter Patrick Mebus (1. stellvertretender Vorsitzender) auf das Thema los, der dann auch prompt konstatiert:

Wir freuen uns, dass endlich ein erster Schritt zu einem Stipendiensystem angegangen wurde. Wir Studierende fordern seit vielen Jahren, dass es endlich eine Grundversorgung mit Stipendien gibt. Insbesondere damit nicht so viele Abiturientinnen und Abiturienten aus finanziellen Gründen von einem Studium abgehalten werden. Und für die Uni Düsseldorf gibt es nun neues Instrument, Studierende für ein Studium in der Landeshauptstadt zu begeistern.

Das ist jetzt zunächst einmal gar nicht so schlecht, an sich ist gegen ein Stipendiensystem nichts zu sagen, im Gegenteil.

Und mebus hat sogar Kritik am System, oder was er dafür hält:

Neben Lob gibt es aber auch Kritik von der Düsseldorfer Studierendenschaft. Mebus: “Dies kann noch nicht das Ende sein, die Anstrengungen müssen weitergehen. Wir fordern, dass in den kommenden 5 Jahren mindestens 10 % aller Studierenden ein Stipendium erhalten.”

Und hier wäre die Steilvorlage gewesen: Kritik hätte hier an einem ganz anderen Punkt ansetzen müssen: Stipendien sind nichts weiter als das Pflaster, das gar nicht nötig gewesen wäre, hätte niemand die Wunde Studiengebühren geschlagen.

Die Logik hinter der Belobung des Stipendiensystems ist ebenso erschreckend wie ausgeklügelt und findte in mehrere Schritten statt:

1. Einführung von Studiengebühren und zeitlich restriktiven Studienstrukturen
2. Erzeugung von Finanzierungsnot bei den Studierenden durch Verunmöglichung von Teilzeitstudium
3. Einführung von „Lösungen“ für die zuvor gar nicht vorhandenen Probleme
4. Sich für diese „Lösungen“ feiern lassen

Jetzt setzt man den ersten Schritt noch an den Anfang und den letzten ans Ende der Legislaturperiode, fertig ist die Illusion guter Arbeit durch Herrn Pinkwart samt Trittbrettfahrerbonus für die Hochschulgruppen.
Im übertragenen Sinne: Ich schlag jemanden Grün udn Blau, schenk ihm ien paar Pflaster und lasse mich für die Pflaster als Held feiern. Und perverserweise funktioniert das auch noch.


CD, WZ und die Sache mit der freien Presse

Ich wollte eigentlich nichts über den neuen düsseldorfer AStA-Vorstand schreiben. Hauptsächlich, weil mir nix positives einfällt und weil ich die Jungs auch nicht so früh schlecht machen wollte. Das erschien mir einfach unfair (unfehr ;-) ).
Doch es gibt da ein Thema, welches durchaus Aufmerksamkeit verdient und auch den alten AStA, zu dem ich gehörte, betrifft. Die Sache mit der freien Presse.

Doch ganz an den Anfang:
Es begab sich kurz vor dem Uni-Wahlkampf 2008 in der philosophischen Fakultät, irgendwo im Bereich des psychologischen Instituts.
Ein Treffen war anberaumt, auf dem sich die linken Oppositionslisten (Grüne, Fachschaftenliste, Marxistischer Studentenbund, Piraten) auf Einladung der Fachschaftenliste auf gemeinsame Ziele einigten: Der Sturz des als korrupt und undemokratisch wahrgenommenen sozialliberalen AStA, der damals regierte war der wichtigste Punkt – gleich an zweiter Stelle folgte die Einrichtung einer unabhängigen Studierendenpresse.
Die Presse der Studierenden, das war und ist die Campus Delicti. Diese hatte sich über die Jahre einen Ruf als Propagandablättchen des AStA „erarbeitet“ und eben das wollten wir beenden. Wie, darüber gab es eine lange Diskussion; am Ende kamen wir doch nur überein, irgendwie eine freie Presse herzustellen und dies durch eine Reform in der CD zu erreichen.
Es kam die Wahl, es kam der Sieg und die neue orange-grüne Koalition nahm die CD in ihre übliche Referentenpolitik auf: Referentenstellen wurden nicht mehr von den Listen mit ihren Leuten besetzt, sondern ausgeschrieben und an die kompetentesten Bewerber vergeben. So kamen zahlreiche Leute ohne Listenbindung in die Redaktion, eine Unabhängigkeit bei gleichzeitig engem Kontakt zum AStA war gegeben.
Unabhängig genug, um uns auch einmal unangenehm zu werden, so als die Kürzung der Babybeihilfe (lange Geschichte von vor meiner eigenen Zeit) es zum Titelthema brachte. Aber das war auch ein klares Signal: Die Campus Delicti war unabhängig und immer wieder auch unparteiisch und gar unangenehm. Nach den Maßstäben einer Demokratie ein (leider nur selten realisierter) Traum – eine Presse, die als Kontrollgremium der Politik fungiert.

Etwa mit der Ablösung von Stefan Finger, Burçak Atsu und Sabine Fischer (aus unterschiedlichen Gründen, die hier keine Rolle spielen) durch Hannah Schade, André Moser, Abdelilah el Hamdani und mich selbst geschah dann etwas seltsames.
Unsere Darstellung in der Westdeutschen Zeitung wurde zunehmend schlechter bis feindlich. Da wurde ein Zitat so lange entstellt, bis André als arrogantes, studentenfeindliches Arschloch rüberkam und bei Dennis Heckendorf wurde süffisant die niedrige Zahl der Direktwahlstimmen angegeben. Noch am Tage der Wahl des neuen AStA-Vorstandes wurde diesem ebendies vorgeworfen – ohne auch nur einen Hauch von journalistischer Neutralität zu versuchen mit der aufmerksamkeitsheischenden Überschrift „Der Asta kümmert sich nur um sich selbst„.
Immer wieder dabei als Verfasserin: Sema Kouschkerian.

Ich muss zugeben, ich dachte zuerst, Andrés Pressearbeit wäre tatsächlich so schlecht, denn während die WZ, die ihn als Kontakt hatte, so negativ berichtete standen wir in der von Hannah Schade und mir kontaktierten Rheinischen Post hervorragend da.
Doch dann fiel auf: Es war immer der Name Sema Kouschkerian unter den Artikeln. Und noch etwas fiel auf: Bei ernsthaften Fragen über die Studierenden und ihre Situation kamen nicht etwa Vertreter des aktuellen AStA zu Wort – sondern der ehemalige Vorsitzende Phillip Tracer von der Juso-Hochschulgruppe. Der durfte sich gar in einem Streitgespräch mit dem zuständigen Minister Andeas Pinkwart präsentieren (ausnahmsweise mal nicht unter Kouschkerians Namen) – den damals aktuellen AStA hatte man gar nicht erst gefragt.
Und als Sahnehäubchen-Abschluss gab es sofort nach der Wahl von Andreas Jentsch (Juso HSG) ein ausführliches Interview mit diesem in der WZ – mit folgender erster Frage:

Herr Jentsch, vom Asta hat man im vergangenen Jahr nur wenig gehört. Sind Studentenvertreter überflüssig geworden?

Für die Leser der WZ stimmt das sogar. Eine interessante Strategie – totschweigen und dann konstatieren, man höre nicht viel vom Totgeschwiegenen.
Eine persönliche Einschätzung: Wenn es einen gibt, der die Präsenz des AStA nicht erhöhen wird, dann ist es die profillose Schlaftablette Jentsch. Ich bitte die, die von mir neutralen Journalismus erwarten, um Entschuldigung – das musste einfach raus.

Leser der RP unterdessen erhielten ein weniger tendenziöses Bild vom AStA – und hier wurde auch der AStA zu öffentlichen Veranstaltungen eingeladen – und zwar der aktuelle.
Die Präsenz dort war etwa genauso hoch wie in der WZ – aber weitaus positiver ohne tendenziös zu werden.
Die WZ gegen einen, die RP für einen – für einen AStA, vor allem einen linken, verkehrte Welt.

Nun endete die Geschichte mit einem Zirkelschluss: Der neue AStA hatte es enorm eilig, die alte Campus-Delicti-Redaktion rauszuschmeissen und mit neuen Leuten aus den eigenen Reihen zu besetzen. Es wäre vor Semesterende nur noch eine Ausgabe erschienen – aber schon vor dieser war die alte Redaktion entlassen – und gleich auch noch als tendenzjournalisten diskreditiert (Lacher des Semesters).
Eine Stelle wurde sogar per Ausschreibung gesucht, wobei das das erste Mal gewesen sein dürfte, dass ich einen dermaßen politisch eingefärbten, slebstbeweihräuchernden Text in einer öffentlichen Ausschreibung gesehen habe.

Ich bin gespannt, wie’s in Düsseldorf weitergeht, erwarte aber nichts gutes.


Farewell II

So, letzte Sprechstunde und letzter Tag im AStA-Vorstand.
Das danach abgeschaltete eMail-Postfach leeren, nachher den Schreibtisch aufgeräumt hinterlassen und innerlich auf die Studierendenparalamentssitzung vorbereiten, die heute abend folgt und auf der wahrscheinlich der neue AStA gewählt wird.

Das halbe Jahr hier war eine kurze Zeit und vieles läuft jetzt erst richtig an: Der Raum der Stille ist in der Planung und wenn, gibt es den erst im Herbst oder Winter. Der Raum für Angehörige aller Konfessionen ist ein komplexes Unterfangen angesichts der Bedürfnisse der unterschiedlichen Religionen und Glaubensrichtungen (sowie der Säkularen) an einer Uni und erfordert noch einiges an Arbeit.
Die Verlängerung der U-Bahn U79 vom Hauptbahnhof direkt zur Uni Düsseldorf hat inzwischen vier AStA-Vorstände gesehen – und sieht wohl ihren fünften, wenn übermorgen der erste Spatenstich für die Gleis- und Bahnhofsbauarbeiten getätigt wird.
Der Übergang von der EKI (Eltern-Kinder-Initiative) zur Vollversorgung mit KiTas der Universität läuft, wird aber erst im Herbst abgeschlossen sein – und dabei gibt es dann noch einmal Arbeit für den dannigen AStA.
Der Bildungsstreik hatte eine große Woche im Sommer, aber er kann und darf nicht das Ende der Bemühungen um ein besseres Studium und ein Einlenken gegen die blinde Reformwut von Unkundigen, Lobbyisten und Gutmeinenden sein. Es gibt einen Rückhaltetopf, um Bildung zu einem zentralen Wahlkampfthema des Landtagswahlkampfes 2010 zu machen – hoffen wir, dass der künftige AStA diesen Plan auch umsetzt und die Gelder nicht umwidmet oder zurückhält.
Das Oeconomicum ist im Bau – was daraus schlussendlich wird und wie es sich auf die Campuskultur, die Hochschule und die Lehre und Forschung auswirkt werden wir in 2 Jahren erst absehen können.

Und auch sonst kommt viel auf den AStA zu: Die Modernisierung am Campus gilt es ebenso zu begleiten wie den weiteren Verlauf der Studienreformen und den absehbaren Wegzug der FH in einen eigenen Campus nahe der Innenstadt.
Themen wie die Integration der Uni in die Stadt, der Erhalt und Ausbau einer Campuskultur und die Förderung von Studium und Lehre auch aus Reihen der Studierendenschaft stehen weiter an; neue Themen wie die Frage nach der Zukunft des politischen Engagements an Hochschulen und die neue Rolle der Hochschulen in der Zukunft nach der Wirtschaftskrise (wie auch immer die aussieht) kommen neu hinzu. Die Ökonomisierung der Lehre wird ein Thema sein, welches uns über Jahre nicht loslässt, damit verbunden elementare Fragen wie jene, was „Lehre“ überhaupt ist und wozu sie letztendlich dient („Humboldtianer gegen Bologneser“).

Es ist eine spannende Zeit, um sich an der Hochschule politisch zu betätigen. Ich wünsche den Nachfolgern viel Elan, Erfolg und nicht zuviel Stress – denn Stress macht man, den hat man nicht ;-) .

Für mich persönlich war der AStA auch eine Erfahrung, wie es sich in einer Exekutive eines politischen Gremiums so arbeitet: Wie viel Zeit für Verwaltung und Organisation draufgeht und wie wenig für inhaltlich-politische Arbeit übrigbleibt. Wie viele Probleme, die an einen angetragen werden völlig unerwartet sind. Und auch, wieviel Zeit man ausserhalb des Amtes noch für ebenjenes opfert – und sei es ein kompletter Sonntagnachmittag für eine unkonstruktive Vorstandssitzung.
Aber auch ein wenig mehr Erfahrung im Umgang mit Menschen gewinnt man hier, mit öffentlichem Auftreten und Wirkung, Arbeit mit der Presse und die Wichtigkeit von Diplomatie.

Insofern: Lebewohl, AStA. Bei der nächsten Wahl werde ich (hoffentlich) vor dem Abschluss meines Studiums und anderswo in der Arbeit stehen.
Es war eine wertvolle, aber viel zu kurze Zeit.


Nachgetragen: SP-Wahl 2009

Und hier seien noch nachgetragen die Ergebnisse der letzten Wahl zum Studierendenparlament an der Heinrich-Heine-Universität.
Campus:Grün war diesmal nicht angetreten, aber bei der Multi-Kulti-Liste handelt es sich um die ehemalige IUL, mit der wir bei der letzten Wahl eine Listenverbindung eingegangen waren.

629 Stimmen 29,73% 5 Sitze Fachschaftenliste
419 Stimmen 19,80% 3 Sitze Juso-HSG (zur SPD)
419 Stimmen 19,80% 3 Sitze LHG (FDP)
193 Stimmen 9,12% 2 Sitze Multi-Kulti
132 Stimmen 6,24% 1 Sitz RCDS (CDU)
121 Stimmen 5,72%1 Sitz Kritik & Aktion: Linke Gruppe
105 Stimmen 4,96% 1 Sitz Die Piraten
97 Stimmen 4,58% 1 Sitz Die Partei HSG

Insgesamt kann man sagen, es hat sich nicht viel verändert hat. Die Partei (die nichts mit Die Partei zu tun hat) ist neu drin, dafür verliert die Fachschaftenliste einen Sitz – das war’s auch schon.
Dennoch werden die Koalitionsverhandlungen spannend: Waren letztes Jahr wir Grüne die Liste, ohne welche keine mögliche Koalition die Mehrheit erreichen konnte, übernimmt diese Rolle nun Multi-Kulti (für die wir eine Empfehlung ausgesprochen hatten und die nun so viele Sitze haben wie zuvor die Listenverbindung mit uns) – und die sind leider nicht so stark bestrebt wie wir damals, eine Koalitionsbeteiligung der Liberalen zu verhindern.
Somit ergeben sich folgende mögliche zukünftige ASten:

FSL/K&A/Piraten/MK: 9 Sitze
Juso/LHG/RCDS/Partei/MK: 10 Sitze

Da zeichnen sich erneut lange Gespräche ab. Die letzte Koalitionsbildung hatte 4 Wochen in Anspruch genommen, dieses Jahr könnte uns ein ähnlicher Verhandlungsmarathon bevorstehen – und der AStA-Vorstand (einschließlich mir) entsprechend lange nach der Wahl im Amt bleiben.
Soviel zum Thema Freizeit… ;-)

Kuriositäten bei der Auszählung wie Marc André Rosemas hochdramatisierte Bissmarke (die es bis nach Explosiv auf RTL geschafft hat) durch eine angeheiterte Marxistin und die Internationale singende Liberale gab es diesmal leider nicht.


Wat macht der eijentlich IIII

Sitzung des Studierendenparlaments (AStA HHU)
Die wahrscheinlich letzte vorm Wahlkampf, von der heutigen Fortsetzung mal abgesehen. Der anstehende Hochschulwahlkampf macht die Sitzungen bunter, aber die Arbeit lahmer.
Entsprechend gab es bei den Berichten aus dem Vorstand Buntheit: Nachdem ein Referent darauf hingewiesen wurde, seine StudiVZ-Gruppe gegen den (von SP und Studierenden-Vollversammlung beschlossenen und somit für den AStA verpflichtenden) bundesweiten Bildungsstreik so zu verändern, dass er nicht mehr als Gründer auftritt bereitet sich die Opposition natürlich darauf vor, das zum Wahlkampfthema zu machen – obwohl diese den Referenten in einem solchen Fall während ihrer Vorstandszeiten wahrscheinlich hochkant rausgeschmissen hätte. Ich stellte klar, dass der öffentliche Auftritt des Referenten von uns nur insofern kritisiert wird, wie er durch Aufruf zu Aktionen die Arbeit des AStA (zu dem er auch gehört) in dieser Sache potenziell behindert. Die Sache wurde durch eine Änderung der Gruppenbeschreibung geklärt.
Auch wurde kritisiert, dass der AStA seit kurzem zu gemeinnütziger Arbeit Verurteilte zugeteilt bekommen kann (das wurde als Ausbeutung bezeichnet) und dass dies nicht mit den referenten abgesprochen wurde. Letztere Kritik ist berechtigt, zu ersterer ist zu sagen, dass der Mensch, der die Frage bei uns überhaupt einbrachte von sich aus zu uns gekommen war, um seine Sozialstunden beim AStA abzuleisten.

Planungs- und Bauausschuss (Stadt MG)
Nein, keine Angst, ich bin nicht plötzlich im Ausschuss gelandet.
Ich hab nur noch zwei Fragen zum Masterplan Niers an unsere (grünen) dortigen Mitglieder gemailt, die mir recht kurzfristig einfielen und darauf hinausliefen, inwieweit man sich beim Entwicklungsplan des Flusses mit RWE Energy abgesprochen hat, die die (künstliche) Quelle der Niers aus Abpumpwasser des Tagebaus Garzweiler betreiben, seit die natürliche Quelle durch ebendiese Abpumparbeiten versiegt ist.
Das ist deshalb wichtig, weil der Plan 2027 endet – die Braunkohlegrube aber ab 2025 langsam wieder verfüllt wird.
Ob meine Fragen die beiden noch rechtzeitig erreicht und sie sie stellten, weiss ich (noch) nicht, die Antwort auf die Fragen interessiert mich jedenfalls sehr.

3M (Stadt MG)
Ich habe angefangen, am 3M-Konzept zu arbeiten, welches den Rahmen meiner politischen Vorhaben für Mönchengladbach darstellen soll.
Sobald es fertig ist, werde ich es hier selbstverständlich vorstellen.


Wat macht der eijentlich II

Bologna-Diskussion im Grünen-Landesverband (Land NRW)
Wie erwähnt war ich bei der von Ruth Seidl organisierten Runde der nordrheinwestfälischen Grünen zu Gast.
ich selber konnte dort meine Argumentation gegen die Verschulung der Studiengänge anbringen, nachdem diese zuvor zweimal positiv erwähnt wurde: Ich halte die Verschulung für das größte Problem der Reform.
Sinn und Zweck eines Studiums ist die Förderung der selbstständigen wissenschaftlichen Arbeit und Organisation. Ein schulartiger Unterricht mag zwar angenehmer sein, aber im Endeffekt lernen die Studierenden daraus nichts, was sie nicht ebensogut in Büchern nachlesen könnten. Dadurch verliert das Studium seinen wissenschaftlichen Anspruch.
Der ebenfalls anwesende Bochumer AStA-Vorstand samt SP-Präsident (auch Campusgrüne) brachte zudem vor, dass mit den neuen Abschlüssen zunehmend Akademiker in klassische Ausbildungsberufe drängten – und dabei Nichtakademiker aus diesen verdrängten.
Vor einigen Wochen merkte ich ähnlich an, dass diese Abwertung akademischer Abschlüsse sie in Konkurrenz zum klassischen Berufsausbildungssystem stellen und „normale“ Schulabschlüsse zunehmend entwerten würde.

Umweltausschuss (Stadt MG)
Ich hab mir gestern abend mal die Sitzung des Umweltausschusses als Gast angeschaut. Gott, war das langweilig…
Da lernt man das studentische Chaos auf einer Sitzung des Studierendenparlaments richtig schätzen.
Immerhin hab ich jetzt einen ausreichenden Übersicht über die geplante Renaturierung der Niers und Nebenbäche.

Studierendenparlament (AStA HHU)
Da hab ich dagesessen und mir den Spass angeschaut. Leider hat der sonst so amüsante linke Rand gefehlt.
Das am längsten diskustierte Thema war der Antrag einer gruppe, bei der der erste Redebeitrag aus dem SP bereits klarstelte, dass sie gar keine Anträge stellen konnten (der Gruppe gehörten keine Studierenden der HHU an) – dennoch ging die Diskussion eine gute Stunde, bei der Frage, ob es sich um eine Sekte handelte begann es, bizzar zu werden. Als Beispiel etwa für die Unbedenklichkeit von Führerkult wurde der rassistische Esoteriker Rudolf Steiner genannt. Na herzlichen Glückwunsch.
Ganz davon abgesehen, dass es ohnehin niedlich ist, wenn Christen und Guru-Anhänger sich darüber streiten, was eine Sekte sei.


Wie grün studierst du

Die Jungs und Mädels von Utopia machen ein bundesweites Hochschulranking – ausnahmsweise mal nicht für Lehrqualität oder beste Mensa, sondern darüber, welche Hochschule die grünste in Deutschland ist – Bioessen, Isolation, Energiebezug, alles spielt da grundsätzlich mit rein.
Das Rankingformular für Studenten (und wohl später auch die Ergebnisse) gibt es bei utopia.de, mein Lieblingswerbemotiv gibt es als Anreiz hier.

Bio-Mensa oder nicht

Wat macht der eijentlich I

So, eine neue Rubrik in meinem Blog. In wat macht der eijentlich liefer ich einen Überblick, was ich die jeweilige vorherige Woche in etwaigen Gremien so gemacht habe. Ich halte Transparenz für wichtig, daher diese Rubrik.
Natürlich kann man nicht alles erzählen – es gibt unglaublich viel uninteressantes und auch Zeug, über das man erst später oder gar nicht reden darf/sollte – privatpersonenbezogene Angelegenheiten etwa.
Den Freitag habe ich gewählt, weil das der Tag ist, an dem ich normalerweise frei habe – jedenfalls öfter als am Sonntag.

Semsterticket (AStA Uni Düsseldorf – HHU)
In den Vetrag fürs NRW-Ticket gelugt und rausgefunden, dass die Rheinbahn uns bis zum 1. April einen neuen Preis hätte mitteilen müssen. Da der Vertrag keine Regelung enthält, was passiert, wenn sie dies nicht tut, hatten wir ein Problem – sie hatte nämlich nicht.
Kurzes Nachfragen bei der Rheinbahn ergab: Doch, hatte sie, das Einschreiben wurde auch angenommen – aber offenbar nicht von der Uni-Poststelle an den damaligen (3. Februar 2009) AStA-Vorstand weitergeleitet.
Was schlecht ist, da wir so zwar noch eine Kopie des Schreibens anfragen (die auch prompt kam), aber natürlich nicht mehr verhandeln konnten.
Nächstes Ziel: Einen Absatz in den Vertrag bringen, der regelt, was bei ausbleibender Mitteilung eines Preisvorschlag passiert. Es ist zwar jetzt doch nicht vorgekommen, kann aber ja immer sein und es gilt zu verhindern, dass in – sagen wir mal – 6 Jahren die Studis ohne Ticket dastehen, nur weil die Rheinbahn uns vergessen hat.

Deutschlehrer (AStA HHU)
Die Deutschlehrer des AStA sind definitiv unterbezahlt, soviel ist aus ihrer Ausrechnung klar.
Max (RCDS/CDU) schlägt eine Förderung durch das Bundesamt für Migration vor, was ich für eine gute Lösung halte. Ich hoffe sehr, dass keine Preiserhöhung der Kurse nötig sein wird, auch wenn die Lehrerschaft das für klar zumutbar hält – immerhin sind die Deutschkurse für Migranten an der Uni wirklich extrem günstig.

Ökoreferat (AStA HHU)
Nach ein paar gemeinsamen Überlegungen mit unserem Ökoreferenten Henning bietet dieser seit vorletzten Donnerstag die wöchentlichen Ökotüten getrennt als Gemüse- oder Obsttüte an. Diese ist diese Woche das erste Mal abholbar gewesen. Wer also wie ich eher Obst als Gemüse will erhält eine günstige Option, Bioobst im Quasiabo zu kriegen – 5 € kostet die Tüte, Gemüse weiterhin 10 €. AStA, Ökoreferat und Henning verdienen daran nix, das Geld ist unser Selbstkostenpreis für die von der Ökoma zusammengestellten Tüten.
Per Vorkasse eine Woche vorher donnerstags in der Mittagspause bestellbar bei Henning in 25.23.U1.52 (AStA-Gebäude).