New Orleans zwischen Untergang und Blütezeit

Die Geschichte der Menschheit ist voller Wndepunkte. Manche sieht man, wiel sie unter den Augen der Presse von großen Köpfen der jeweiligen Zeit abgehalten werden. manche sieht man nicht, weil das Ereignis selbst so alltäglich und mundän erscheint. Und manch andere sieht man nicht, weil sie diffus zwischen den Entscheidungen schweben, weil sie mehr einen Zeitraum als einen Zeitpunkt einnehmen, mehr Potenzial denn Ereignis sind.
Eine solche Art von Wendepunkt findet genau jetzt statt und wo er hingeht, werden wir erst in einigen Jahren sehen können: New Orleans.

New Orleans gehört zu den jüngsten, aber auch den leidvollsten großstädten der westlichen Welt. Direkt am Golf von Mexiko gelegen, liegt sie in einer Region, die imemr wieder von einer auffällig konzentrierten Anzahl an katastrophen heimgesucht wird. Sie ist nicht die einzige Stadt in einer solchen Lage, aber die einzige in der westlichen „Ersten“ Welt.
Auffällig oft wird New Orleans auch von Katastrophen getroffen, die mit den Auswirkungen menschlicher Umweltzerstörung zu tun haben. Am besten im Gedächtnis dürfte hier noch der Hurricane Katrina sein, der die Stadt 2005 praktisch komplett unter Wasser setzte, in kurzem Abstand gefolgt vom glimpflicher verlaufenen Hurricane Rita. 3 Jahre später führte mit Gustav ein weiterer Wirbelsturm zu einer kompletten Evakuierung der Stadt.
Große Teile der Stadt liegen bis zu 3 Meter unter dem Meeresspiegel, was sie zu einem der ersten potenziellen Opfer steigender Meeresspiegel durch den Klimawandel macht.
Und jetzt spült eine Ölpest an die Küste von Louisiana, wie die Welt sie noch nicht gesehen hat. Für New Orleans, einen der wichtigsten Häfen der Südküste und einen wichtigen Fischereiort womöglich ein weiterer schwerer Schlag.

Leben in New Orleans muss einem die letzten Jahre vorgekommen sein, als befände man sich in einer dieser Horror-Visionen einer ökologisch zerstörten Zukunft, wie sie zuletzt in den 90ern populär waren.
Die Stadt steht nun auf einem Scheideweg: Untergang oder Aufbruch? Die Entscheidung fällt damit, wie die Einwohner auf die neue Katastrophe reagieren.

Kommt es erneut zu einer Ausreisewelle, bedeutet dies einen schweren Schlag für New Orleans. Sie könnte die erste westliche Stadt werden, die aufgrund der zunehmenden Umweltzerstörung aufgegeben wird. Eine Geisterstadt als Mahnmal, als Warnung, dass wir näher am Abgrund stehen als wir wahr haben wollen. Die Stadt schrumpft etwa seit dem Auftreffen von Hurricane Betsy und es ist nicht mehr auszuschließen, dass sie in wenigen Jahrzehnten bestenfalls als Kleinstadt erhalten bleibt. Die großen Wolkenkratzer des Finanzdistricts stehen dann leer.
Oder New Orleans nimmt die Katastrophen als Anlass, aktiv zu werden und wird zu einer neuen Hauptstadt der grünen Bewegung: Die beständige Nähe zu den Auswirkungen der Umweltzerstörung motiviert die Bürger, etwas gegen diese Zerstörung zu tun, vorbildliche Projekte zu starten und Persönlichkeiten der internationalen Politik hervorzubringen, die ihre Stadt vor dem Untergang unter den Fluten retten wollen.

New Orleans gehört womglich zu den ersten Städten, in denen man endlich kapieren wird, dass keine Zeit ist, sich über Privilegien und Verantwortlichkeiten zu streiten, während wir weiter auf den Abgrund zulaufen und uns weigern, die Augen zu öffnen.


Die märtyrische Mauer

Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer, Symbol der Trennung der Welt in Ost- und Westblock.
Der Kalte Krieg, die vermutlich friedlichste Zeit auf diesem Planeten seit Anbeginn der Geschichtsschreibung, war eine gewaltige Bürde für die Deutschen, die nicht breit waren, ihre einmal konstruierte Nationalität, aus der sie zuvor schon die Österreicher entlassen hatten, noch weiter zu verkleinern. Das gilt für den Westen besonders, aber auch für den Osten, wenn hier auch der beginn einer eigenen Nationalität langsam zu keimen begann. Doch das sollte man erst nach dem Mauerfal merken, als das Land plötzlich in Ossis und Wessis geteilt war, obwohl (oder weil?) die Mauer doch nun weg war. Das nannte man dann „Mauer in den Köpfen“.
Die Deutschen waren so lange sie stand Märtyrer für einen Frieden, den man so nicht gesehen hatte: Die ständige Bedrohung des Atomkrieges und die schiere Macht von USA und UdSSR hatte vermocht, jahrzehntelang brodelnde Konflikte klein zu halten – zum Preis der deutschen Teilung.

Doch mit dem Abriss der Mauer, wechselte die Märtyrerrolle auf diese über. Und das sogar noch wesentlich stärker als sie zuvor die Deutschen trugen.
„Die Mauer“ sollte ein Symbol werden für das Ende des Kalten Krieges und ein propagiertes Zeitalter des Friedens. Dass mit dem Ende des Kalten Krieges all die alten Wunden auf- und sich in desaströsen Konflikten bahn brechen würden, das war damals noch nicht klar. Diese Erkenntnis kam erst langsam auf, als Jugoslawien zerbrach und die USA über zwei Jahrzehnte eine Invasion praktisch des gesamten Nahen Ostens starteten.

Die Mauer sollte ein Symbol werden für ein Unrechtsregime, das dann auch gleich ins übernatürliche dämonisiert wurde, damit man mit dem Finger draufzeigen konnte – bald darauf würde der alte Westen beginnen, sich im Rahmen einer allumfassenden Sicherheitsrhetorik zunehmend dem DDR-geprägten Überwachungsstaat anzunähern.
Doch da man mit dem Finger auf die DDR zeigen konnte, hielt auch hier die Mauer als Märtyrer ihren Kopf hin. Schutzheilige des Überwachungsstaates wurde sie nun, ein märtyrisches Ablenkungsmanöver.

Auch erhielt „die Mauer“ über den bestimmten Artikel eine Einmaligkeit, die sie nicht hatte. Das immerhin hatte sie mit dem NS-Staat gemeinsam, der als singuläres Phänomen dasteht statt als immer noch brodelnde Gefahr, die sich jederzeit wiederholen kann.
das hängt einerseits mit den Sicherheitsbestrebungen Großdeutschlands und des Westens zusammen, aber auch mit dem Willen, ähnliche Phänomene zu verdrängen.
Dass Israel etwa eine Mauer – Verzeihung, einen Schutzwall – quer durchs Land baut, das blendet man gerne aus, schließlich haben wir die historische Pflicht, jede Scheisse, die da unten passiert gutzuheissen Israel zu unterstützen. Und vor allem ist es ja ein großer Unterschied, ob eine Mauer (plus Todesstreifen mit allem drum und dran) nun ein antifaschistischer (DDR) oder ein antiterroristischer (Israel) Schutzwall ist.

Der Fall der Mauer sollte auch eine neue Identität der Deutschen stiften – die datumsgleiche Reichspogromnacht verlor an Bedeutung für die Erinnerung der Deutschen, ebenso die Ausrufung der Weimarer Republik 1918, Hitlers Putschversuch 1923 und viele weitere. Der Begriff „Schicksalstag der Deutschen“ wurde ein bloßes Echo oder gleich komplett auf die Mauer bezogen.
An diesem Tag verloren die Deutschen ihre Geschichte, plötzlich waren historische Ereignisse kein Teil des Gegenwartsverständnisses mehr.

Nicht, dass wir uns missverstehen: Ich freue mich über den Fall der Mauer.
Was mich nicht erfreut ist der Umgang damit – wir dürfen die Mauer nicht als Phänomen der Vergangenheit betrachten. Alles, was je passiert ist liegt im Bereich dessen, zu was Menschen fähig sind – im Guten wie im Schlechten. Wolen wir die mauer wirklich erinnern, müssen wir ihre Wirkungen, ihre Nachahmer in der Gegenwart sehen. Wir dürfen uns nicht ablenken lassen von der Historisierung und immer im Kopf behalten: Die Geschichte ist immer ein Teil unserer Gegenwart, ja sie ist ein Produkt unserer Gegenwart (denn was wie in unseren Geschichtsbüchern steht, dass entscheiden die Menschen der Gegenwart). Wir dürfen nie den Fehler machen zu glauben, sie sei vorbei.
Geschichte ist nicht einfach nur Vergangenheit, sie ist ein Ergebnis menschlichen Handelns. Und wir sind immer noch die selbe Menschheit wie vor 20, 60, 100 Jahren. Vergesst nie: Alles, was bereits geschehen ist, kann jederzeit irgendwo wieder geschehen.
Genau deshalb ist Geschichte auch nicht nur Selbstzweck – sie zeigt uns, wozu Menschen fähig sind. Im Guten wie im Schlechten. Geschichte ist immer ein Abbild der Gegenwart, der menschlichen Psyche. Mögen wir das nie vergessen: Geschichte ist nie Vergangenheit.
Und sie hat besseres verdient als die Behandlung als Ablenkungsmanöver.


Alte deutsche Traditionen

Etwas Medienaufmerksamkeit hat es ja bekommen, als gestern in Stuttgart eine Gruppe uninformierter besorgter Eltern so genannte „Killerspiele“ einsammelte. Oder genauer, „nur solche Spiele, die vom amerikanischen Militär entwickelt wurden, um die Gewaltschwelle zu senken“ – solche Spiele aber gibt es gar nicht, es sollte also gar nichts eingesammelt werden?
Nun, die besorgten Eltern hatten das natürlich nicht überprüft und offenbar alles genommen, was nicht unter 18 freigegeben war. Jedenfalls wäre es leicht sbstrus geworden, hätte man die Killerspielegegner erst überzeugen müssen, dass man da wirklich ein Killerspiel mithat. Klar eine leere Positivliste mit Spielen, die vom amerikanischen Militär zur Senkung der Gewaltschwelle entwickelt wurden, wäre etwas peinlich gewesen (lustigerweise hat man aber Schach explizit ausgeschlossen).

Pikant ist dabei die Platzwahl: Ein Opernplatz war es. Denn der Amokläufer von Winnenden war bekennender Opernfan.
Was ironischerweise auffällig ist (anders als Konsum so genannter Killerspiele) und deshalb eigentlich ein viel verdächtigerer Kandidat für den Auslöser oder zumindest ein Warnhinweis wäre – denn bei solch extremen Phänomenen sollte man ja eher nach ungewöhnlichem Verhalten suchen als nach Normalität. Und ein Operngang ist für einen Jugendlichen um Längen ungewöhnlicher als ein Kilerspiel.
Alerdings haben die Plätze vor Opern ja auch ansonsten schöne deutsche Tradition, Unter den Linden in Berlin fält mir hier spontan ein:

Bücherverbrennung Unter den Linden in Berlin

Wer das jetzt für übertrieben hält, dem sei gesagt: Auch die eingesammelten Spiele sollten verbrannt bzw. einer Müllverbrennungsanlage zugeführt werden.
Und jeder, der jetzt anfängt mit: „Es sind doch nur Spiele!“, dem rufe ich ein schallendes „Aber es waren doch nur Buchstaben auf Papier“ entgegen. Kulturträger ist Kulturträger, ob man ihn mag oder nicht, von der hohen Literatur bis zum letzten Bastei-FickLiebesromanschund.

Ich finde es übrigens erstaunlich, dass diese Aktion überhaupt durchgeführt werden konnte: 2006 ging ich bei Schriftstellern und Internetaktivisten mit dem Vorhaben hausieren, aus Protest gegen die zunehmende Zensur in Deutschland, auch damals im Kontext der Killerspieledebatte, eine symbolische Bücherverbrennung zu machen. Bei dieser würden eigens für die Verbrennung gedruckte Bücher mit Texten über oder gegen Zensur sowie dem Zensurparagrafen des Grundgesetzes verbrannt werden, um darauf aufmerksam zu machen, dass das problem auch heute noch besteht.
Das war vor Zensursula und Winnenden, vor dem Beschluss der Innenministerkonferenz, ein Killerspieleverbot zu erlassen. Aber bereits nachdem das Verbot im Koalitionsvertrag der scharz-roten Bundesregierung stand.
Jedenfalls traf das Vorhaben zwar auf Verständnis, aber dennoch durchgehend Ablehnung ob der Erinnerungen, die man damit grade in Deutschland ins Gedächtnis rufen würde. Was aber genau mien Ziel war, aber ein etwaiges Missverständnis war natürlich unausweichlich. Was mich letztlich auch davon abbrachte, wiel das Vorhaben mächtig nach hinten hätte losgehen können.
Und jetzt, drei jahre später, läuft so eine Aktion ab und es gibt kaum einen Aufschrei – keiner ausserhalb der Blogosphäre spricht auch nur von der Tradition, in der das ganze steht. Für mich ist das besorgniserregend. Den größten Aufschrei gab es noch wegen des Logos der Aktion, welches nach Meinung der einflussreichen amerikanischen Seite GamePolitics Killerspieler in die Nähe von nazis rückte, aber das war nur ein (überaus ironisches) Missverständnis.
Ich meine gut, sonderlich erfolgreich war die Aktion wohl ohnehin nicht.

Interessant auhc mal wieder die Meinungen der „Experten“ – das ZDF hat mal ausnahmsweise jemanden gefunden, der ausgewogen urteilt – und dann auf die falsche Pressedarstellung reinfällt. Denn im Gegensatz zu seiner Aussage spielen „Amokläufer“ keineswegs durchgehend „Killerspiele“ – tatsächlich ist dies nur für 20% aller Amokläufer der letzten 10 Jahre bekannt, der Rest ist eher durch Nichtspielen solcher Spiele aufgefallen. Die normale Rate liegt je nach Umfrage zwischen 60 und 80% – „Amokläufer“ sind also statistisch hochsignifikant Nichtspieler!

Mal sehen, worüber ich dann in 5 Jahren berichte. Sollte die Geschichte sich weiter wiederholen… nunja:

Reichskristallnacht

Und so werden aus undeutschem Schrifttum Kilerspiele und statt der Synagogen brennen nächstes mal die Moscheen. Herzlichen Glückwunsch, Deutschland.
Und keiner merkt, was da grade passiert. Genau wie beim letzten Mal.

PS: Dass der Kontext der historischen Wiederholung größer ist als nur dieses eine Ereignis, darauf werde ich in diesem Blog in Zukunft noch zurückkommen. Es ist teils erschreckend, was sich da alles zusammenbraut.


Ein Gespenst geht um…

…in Europa, das Gespenst – ach, lassen wir das.

Jedenfalls hat die CDU, beziehungsweise ihr komischer Fanboy-Kult JU, offenbar ein echtes Problem mit der Linkspartei.
Besonders tut sich dabei Martin Heinen hervor, dessen Person ich nicht weiter zu erläutern vermag, ohne beleidigend zu werden. Sprach’s:

Wenn im Herbst 2009 eine Ampelkoalition in Mönchengladbach mit Hilfe der Linkspartei in den Bezirken die Bezirksvorsteher wählen würde, spüren wir auch vor Ort, wie sich die umlackierte SED unter neuem Namen den Weg zurück in die Zentren der Macht gebahnt hat.

Hier geht es darum, dass die Linke in den Bezirken MG-Ost und -West für die dortigen Bezirksbürgermeister stimmen könnte und dadurch eine gewisse Macht erringen könnte.
Wie auch immer das aussehen soll. Vermutlich sitzt man im zentrum der Macht, wenn man für jemanden stimmt und im Austausch (beispielsweise) ein neues Einbahnstraßenschild aufstellen darf.

Es ist ja durchaus angebracht, die DDR/SED zu kritisieren und deren Wirkung in PDS/WASG/Linke thematisch anzugehen. Hierzu aber einfach mal eine Partei mit einer anderen vor 20 Jahren gleichzusetzen, ist unredlich und dumm (und wäre es selbst dann, wenn sie heute noch als SED firmieren würde).
Immerhin scheint die Paranoia der Linkspartei (zu der in MG meines Wissens kein einziges ehemaliges SED-Mitglied zählt) inzwischen auch auf die CDU selbst überzugreifen, hat man doch Günter Krings zu der besorgten Feststellung bringen können, „dass die Linkspartei als direkte Nachfolgepartei der SED wie selbstverständlich mittlerweile als etablierte Partei akzeptiert wird.“
Ja, das Gefühl kenne ich, das wundert mich bei der Stasi-2.0-Partei CDU auch immer wieder. Könnte in beiden Fällen daran liegen, dass es etablierte Parteien sind.

Dazu hat man sich Dr. Hubertus Knabe herbeigeholt, der seine Bücher dankbarerweise gar nicht erst als objektive Darstellung der Geschichtsforschung camouflagieren will: Honeckers Erben: Die Wahrheit über DIE LINKE zum Beispiel, wo er den Bogen von der KPD über die SED und PDS zur Linken spannt – also mal locker die Position einer Partei aus der Kaiserzeit, einer Partei des Kalten Krieges und der derzeitigen Linkspartei, zwei Jahrzehnte nach dem Ende der DDR, als gleich gültig zusammenwürfelt – nach dieser Logik müsste sich die CDU auch vorwerfen lassen, 1933 in Form ihrer (noch existenten, aber bedeutungslosen) Vorgängerorganisation Zentrumspartei für das Reichsermächtigungsgesetz gestimmt zu haben.

Und dann ist da noch dieser seltsame Verein von Berufsvertriebenen, der OMV, der einen halbwegs vernünftigen Vorschlag bringt:

Der neu entstehende Platz vor dem Sonnenhaus und dem Einzelhandelszentrum mitten im Herzen von Mönchengladbach eignet sich ideal zur Namenstaufe ‚Platz der Deutschen Einheit‘

Was natürlich erstmal voraussetzt, dass es diesen Platz überhaupt geben wird, aber gut, Details halt.
Die begründung abe,r die liest sich in der BZMG so:

In seiner kurzen Ansprache zu Beginn der Veranstaltung hatte er darauf hingewiesen, dass junge Erwachsene heute die Teilung des Vaterlandes nur noch aus Geschichtsbüchern und nicht mehr aus dem eigenen Erleben kennen. „Eine Benennung eines zentralen Platzes in diese Richtung ist daher überfällig.[…]“

Was genau hat das Alter eines Ereignisses mit seinem Anspruch zu tun, einen Platz nach ihm benannt zu bekommen?
Und was heisst hier immer „deutsche Einheit“ – Österreich ist der BRD doch nie beigetreten?

Natürlich steht das ganze in einer „hehren“ Tradition – die CDU konnte nie verwinden, dass Deutschland nach 1945 neue Grenzen hatte. Dazu zum Abschluss noch ein Wahlplakat der CDU von 1953 – und dran denken: Nach der Logik von Dr. Knabe ist das immer noch aktuell.

CDU-Plakat 1953

PS: Vertriebenenverbände der dritten Generation sind ja schon an sich albern. Vertriebenenverbände, deren gemeintes Land in einem EU-Land liegt, zu dem inzwischen Reise- und Niederlassungsfreiheit herrscht, ist dagegen einfach nur noch lächerlich.
PPS: Das einzige ehemalige SED-Mitglied in einer Bundesregierung war bisher übrigens Angela Merkel. Der eifrigste Fortführer der SED-Politik indes dürfte Wolfgang Schäuble sein, dicht gefolgt von Ursula von der Leyen.


Stirnklatscher des Monats: März 2009

Auch mal eine schöne Kategorie, der Stirnklatscher des Monats. Das ist eine wirklich dumme Aussage, die im Laufe des Monats wahrscheinlich nicht mehr übertroffen werden kann.

Den Anfang macht Julian Luxford.
Der hat rausgefunden, dass Robin Hood (der bekanntlich von den Reichen stahl und den Armen gab) bei den Reichen (hier: die Kirche) nicht sonderlich beliebt war.
Mal davon abgesehen, dass Kirchenkritik ein fester Bestandteil in der Robin-Hood-Legende ist, verwundert das sowieso nicht mehr.
Um sich den Stirnklatscher des Monats zu verdienen braucht es natürlich mehr. Aber Luxford war mühsam und hat seine sensationelle Entdeckung gleich groß an die Presse weitergegeben – mit der Betonung, Akademiker zu sein. Wo offenbar noch mehr Leute sitzen, die so ihre Probleme mit dem Phänomen der Logik haben.

Für eine Totalblamage des Akademikertums und die Bloßstellung einer Presse, in der niemand nachdenkt, was er da für einen Quark schreibt geht der Stirnklatscher des Monats März 2009 an:
Die sensationelle Entdeckung, dass ein kirchenkritischer Rebell bei der Kirche unbeliebt war.