Sieben am Sonntag 05.03.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Leo Moracchioli, trotz des Namens Schwede, macht auf Videos Metal-Versionen bekannter Songs. Einige verändern sich dabei kaum. Zwischen Grunge oder 80er-Rock und Metal ist halt nicht so viel Abstand. Andere Ttel nimmt die Umwandlung stärker in Beschlag und ich habe einfach mal die Variante mit dem größten Abstand rausgesucht: Es ist eine Metal-Version von „Scatman“ John Larkins Scatman

eBook der Woche

Guy Riessens Fruiting Bodies ist ein weiterer Eintrag in der bald unendlichen Liste von Zombie-Büchern. Dieser hier gehört zur Variante „mutierte Pilzinfektion“ und spielt Ende der 70er in den tropischen Wäldern der südlichen USA.
Besonders an diesem Titel ist neben dem Sprung in die Zeit vor dem Ausbruch der Seuche vor allem das Titelbild. Der Schädel mit den aus ihm sprießenden Pilzen in einem unnatürlich grünlich-blauen Farbton sieht schon ziemlich großartig aus und macht sofort klar, worum es hier geht.

Batterien der Woche

Immer noch entwickelt sich die Technik im Bereich der Energiespeicher mit unglaublicher Geschwindigkeit. Nun hat der Erfinder der Lithium-Ionen-Akkus nochmal zugeschlagen und mit Hilfe gläserner statt flüssiger Elektroden den Weg zu einem günstigeren und haltbareren Akku geebnet, dem Natrium-Ionen-Akku.
Im Bodensee wurde inzwischen erfolgreich die Speicherung von Energie in Form hohler Kugeln getestet. Im Grunde handelt es sich dabei um Pumpspeicherkraftwerke ohne Berge und daher mit deutlich weniger Platzbedarf.

Geschichtsstunde der Woche

LInkedIn erzählt die erfolgreichste Content-Marketing-Geschichte des 20. Jahrhunderts: Wieso das Guiness-Buch so heisst und was es mit dem tiefschwarzen irischen Bier zu tun hat.
Kurzgefasst wurde aus dem Beleg für die Antwort auf eine Wette ein Werbegeschenk und schließlich eine der erfolgreichsten Sachbuchreihen aller Zeiten, übertroffen nur noch von einigen Wörterbüchern und Pfadfinderhandbüchern. Womit es das Guinness-Buch leider knapp verpasst, sich selber einen Rekord zuweisen zu dürfen. Es ist allerdings zweifellos die erfolgreichste Trivia-Sammlung aller Zeiten.

Zeitenwende der Woche

Gibt es wirklich ein Anthropozän, also ein eigenes erdgeschichtliches Zeitalter des Menschen?
Die wichtigste Grundlage für die Definition eines Erdzeitalters sind Veränderungen in der Chemie der Gesteine. Zwar fallen diese häufig mit Massensterben zusammen, da so große Veränderungen der Welt alteingesessenen Lebensformen das Leben schwer machen, aber diese alleine reichen eben nicht für die Ausrufung eines neuen Erdzeitalters – so betraten beispielsweise die Fische mitten in einem großen Massensterben der Ozeane das Land, dennoch begann damit kein neues Erdzeitalter.
Nun hat eine Untersuchugn ergeben, dass sich tatsächlich etwas über 200 Mineralien erst durch den Einfluss des Menschen auf der Erde auszubreiten beginnen.
Solche Ergebnisse machen erneut deutlich, wie weitreichend die Wirkung menschlichen Tuns auf die Erde ist.

Film der Woche

Am Donnerstag lief bei der Volkshochschule Mönchengladbach der japanisch Spielfilm The House of Rising Sun (nicht zu verwechseln mit dem amerikanischen Actionfilm House of the Rising Sun von 2011), der eine Familie zeigt, wie sie ein Fukushima-artiges Ereignis nahe des japanischen Atomkraftwerks Hamaoka erlebt. Die Geschichte basiert auf den realen Erlebnissen um Fukushima.
Ein sehr eindrucksvoller Film, der ohne große Effekte auskommt und die Mundänität der Katastrophe ebenso einfängt wie ihren Schrecken. Kernschmelzen sind absolut unspektakuläre Katastrophen, die in der Realität eher bedrückend als aufregend sind. Regisseur Takafumi Ota schafft daraus einen beeindruckenden Film.
Ich wünschte nur, er bekäme größere Verbreitung. Momentan taucht er noch nicht einmal auf der IMDb-Seite des Regisseurs auf. Und die Seite sammelt immerhin sogar erfolgreichere Youtube-Reihen.

Päckchen der Woche

Aus der Reihe Meisterwerke des 21. Jahrhunderts, das Kronstück

Aus der Reihe Meisterwerke des 21. Jahrhunderts, das Kronstück

Endlich habe ich meine Exemplare meiner ersten beiden Papierbücher. Es hatte wegen ein paar Komplikationen ein paar Tage länger gedauert, aber nun sind sie da. Glorios.
Die Tinte war noch frisch (ein bisschen sehr frisch, das Schwarz neigte trotz mattem Finish noch zu Fingerabdrücken), als die Bücher am Samstag mittag aus der polnischen Druckerei bei mir ankamen. Das Innere, gesetzt mit der Schriftart Garamond No8 in 11 Punkt sieht sehr gut aus, allerdings hätte ich mit den Inhalten ruhig weiter an den Rand der Seiten vorrücken können. Die Bücher sind etwas dicker, als ich erwartet hatte, das kann man mit dem Lineal halt nicht so gut einschätzen wie wenn man es in den Händen hält. Entsprechend kann die Beschriftung des Buchrückens beim nächsten Buch ruhig etwas größer ausfallen. Das umlaufende gelbe Band hat super geklappt und ergibt eine unverwechselbare Optik im Regal.
Da die Bücher in Englisch verfasst sind, habe ich Amazon für den Druck genutzt, deutsche Titel würde ich bei Bod vertreiben, die auch an den Buchhandel ausliefern.
Die Bücher sind natürlich How to Sing Butterflies in der Standard- und der erweiterten DX-Ausgabe, eine Sammlung von Kurz- und Kürzestgeschichten aus den Jahren 2012-2016. Die DX-Ausgabe ergänzt das um Informationen zur Entstehungsgeschichte der einzelnen Geschichten.
Wieso ich jeweils vier Stück habe? Nun, je eins ist für mich zum Anschauen und Rumzeigen, die übrigen sind gesetzliche Pflichtexemplare, die an die Bibliotheken abgegeben werden müssen, je eines an die ULB Düsseldorf und je zwei an die Bundesbibliothek Leipzig. Mit anderen Worten: Nein, ich habe leider keine abzugeben. Diesmal nicht. Vielleicht später.
Die nächste Sammlung ist bereits unter dem Titel How the Rain Gets In in Arbeit und dazwischen wird es noch mindestens einen deutschsprachigen Titel (Unter Wittgensteins Löwen) in Papierform geben. Letzteren überarbeite ich für die Papierausgabe grade ein wenig, er soll von 112 auf 150 Seiten wachsen, um auch nach was auszusehen.


Sieben am Sonntag 19.02.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Für diese Woche geht es zurück zu den Videospielesoundtracks. Dragonborn; das Thema zu Skyrim, mit Untertiteln, damit ihr auch mitsingen könnt.

Egozentrik der Woche

How to Sing Butterflies DXIn Wochen, in denen von mir etwas neues erschienen ist, gibt es natürlich einen Eintrag in den Sieben am Sonntag. Auch, weil die Bücher auf Englisch sind und somit keinen eigenen Beitrag im deutschen Blog bekommen. Denn seit gestern früh gibt es bei Amazon Papierausgaben von How to Sing Butterflies (104 Seiten für 5,00 €) und der erweiterten Ausgabe How to Sing Butterflies DX (168 Seiten für 7,01 €). Der deutsche Preis des dickeren Buches ist ein wenig Opfer der Währungsumrechnung und Mehrwertsteuer geworden.
Warum Amazon? Nun, es ist der einzige Anbieter für Druck und Vertrieb selbstverlegter Papierbücher im englischen Sprachraum zu brauchbaren Konditionen. Ingram Spark kostet mal eben 10 Dollar pro Titel und alle anderen Anbieter erreichen in der Herstellung Preise, die niemand für so Bücher von weniger als 600 Seiten zu zahlen bereit wäre. Der deutschsprachige Markt ist da mit BoD deutlich besser dran, weshalb ich diesen Anbieter in (sehr naher) Zukunft für deutsche Werke nutzen werden.

Drohne der Woche

Wem dieser Punkt bekannt vorkommt, der hat letzte Woche ebenfalls hier im Blog gelesen. Nur geht es diesmal größenmäßig in die andere Richtung: Automatisierte fliegende Autos.
Während das israelische Militärprojekt in dieser Richtung 2020 einsatzbereit sein soll, schmeisst Dubai im zivilen Sektor wie üblich einfach ein paar Milliarden mehr auf das Vorhaben und kündigt an, dass die chinesische Passagierdrohne eHang 184 bereits ab Juli 2017 die Himmel über der ohnehin schon einem Sciencefiction-Roman entsprungenen Stadt erschließt.


eBook der Woche

Jeder kann ein Kochbuch für Hühnchen herausgeben. Jeder kann ein Kochbuch für Hähne herausgeben. Aber nur Chad Filler traut sich, dem einen Titel zu verpassen, der mir gar keine andere Wahl lässt, als es zu erwähnen.
Und ja, es ist allein wegen dem Titel hier. Ich tu gar nicht erst so, als wäre es anders.


Malbuch der Woche

Ich dachtet nicht wirklich, hier rauszukommen, ohne dass es euch Donald Trump mal wieder vor die Nase knallt, oder?
In perfekter Synthese der beiden seltsamsten Trends des Jahres 2016 — Malbücher für Erwachsene und Donald Trump — gibt es nun also das Insane Clown President Coloring Book. Für alle, die die Pointe der amerikanischen Geschichtsschreibung schon immer mit grünen Haaren sehen wollten. Aber passt auf, dass euch für die Haut nicht zu schnell das Orange ausgeht. Natürlich das perfekte Mittel, mir die Zeit totzuschlagen, bis ich endlich Neuigkeiten von dem Trump-Parodie-Projekt höre, an dem ich teilgenommen habe.

Energiewende der Woche

Island ist für energieintensive Industrien ein Traumstandort. Nicht nur ist der Strom dort billig, er ist auch noch nahezu CO2-neutral, da die Insel sich vollständig über Wasserkraft und die geothermische Energie des Atlantischen Rückens versorgt.
Aus diesem Grund wird dort viel Aluminium gewonnen und aus diesem Grund habe ich immer dafür argumentiert, dass es im Sinne der Energiewende das Beste wäre, wenn Deutschland sein Aluminium aus Island bezieht. Nun geht nach Aluminium also auch Silizium stark auf die Insel.

Propaganda der Woche

Manchmal ist Die Zeit so unterirdisch, man mag kaum glauben, dass der Name nicht zwischenzeitlich an eine andere Zeitung verkauft wurde. Ja, wahrscheinlich sind russische Meldungen im Vorfeld der BUndestagswahl etwas, dessen man gewahr sein muss. Was da aber gar nicht hilft, ist einseitige Panikmache, die ihrerseits nicht nur unverkennbar antirussische Propaganda ist, sondern auch noch mit frei erfundenen Glaskugeleien aufwartet. Die Schlüsselwörter zu den drei vorgestellen Bedrohungsszenarien: „möglicherweise“, „vermutlich“ und „[es] steht zu erwarten“.
Propaganda ist kein Wettbewerb, bei dem gewinnt, wer immer sich die größeren Blödheiten aus den Fingern saugen kann. Und wenn, würden wir diesen gegen die Russen sowieso verlieren, dafür sind unsere Medien ganz offensichtlich zu plump.