eBook-Land Woche 35

Bücher im Verkauf: 5 | Eigene: 2 | Einkünfte: 201,39 € | Händler: 6

Freundliche Hinweise

Nach dem Start von Createspace in Deutschland will jeder ein Printbuch und die entsprechenden Beiträge sprießen aus dem Boden. Ich verlinke mal stellvertretend auf die detailierte Anleitung von Emily Bold, den Erfahrtungsbericht von Eileen Janket und jenen von Phantanews. Die Liste könnte noch um einiges länger sein, aber ganz ehrlich: Ich hab die Übersicht verloren. Es gab einen regelrechten Sturm auf Createspace, auf den andere Print-on-Demand-Anbieter wie Lulu.com nur neidisch sein können.
Es macht halt einen Unterschied, wenn man bereits der größte Buchhändler des Planeten ist.

Aus der Szene
Fangen wir mit dem großen Nachrichtenthema an: Google startet auch in Deutschland den Verkauf von eBooks. Ich persönlich finde das eher uninteressant. Google ist keine zum Produkt eBook passende Marke und wird es schwer haben, Marktanteil zu erlangen. Deren einzig hervorgehobene Besonderheit sind die 7 Tage Rückgaberecht – die allerdings bietet beispielsweise amazon auch.
Einen Extremfall von hohen eBook-Preisen bieten deGruyter, die es bei einem juristischen Lehrbuch schaffen, mal eben den zehnfachen Preis der Print-Ausgabe zu verlangen. Und das definitiv mit Absicht. Das ist besonders deshalb erstaunlich, weil der Preis der Taschenbuchvariante für ein juristisches Lehrbuch durchaus angenehm ist.
Insgesamt kommt die eBook-Revolution langsam bei den deutschen Verlagshäusern an. Weniger aus Deutschland selbst, als international. Die großen deutschen Verlagsgruppen gehören zu den größten Verlagshäusern der Welt und so müssen sie auf internationale Trends entsprechend reagieren. So beginnt Holtzbrinck nun damit, sich vom veralteten Modell der geografisch basierten Strukturen zu lösen und die bis dato unsägliche deutsche eBook-Verhinderungsplattform Libreka schließt sich den Branchenriesen an und wundert sich, dass sie plötzlich Absätze vorweisen kann. Dazu passt dann auch, dass eBooks in den USA inzwischen den gesamten Hardcover-Markt überholt haben. Gleichzeitig bricht das Taschenbuch ein und es scheint immer weniger unrealistisch davon auszugehen, dass das Taschenbuch in spätestens 20 Jahren als Format verschwunden sein wird – ausser als Druck auf Abruf wie bei Lulu. BOD und Createspace.
Der Cicero war es, der sich – sehr zu meiner Überraschung – diese Woche gegen den Duktus von Gestrigkeit=Kultur gestellt hat. Das bestätigt ein wenig meine Lieblingspointe zu dem Bereich: Es gibt Menschen, die Bücher mögen und solche, die Literatur mögen.
Und zuletzt noch eine kleinere, etwas lästige Nachricht: Apple schraubt für iBooks die Mindestmaße für eBook-Cover nach oben.


eBook-Land: Woche 14

Bücher im Verkauf: 3 | Eigene: 1 | Einkünfte bisher: 30,91 € | Händler: 6

Viel gibt es diese Woche nicht zu berichten. Zumindest nicht zu mir selbst. Aber in der Szene hat sich viel getan, auf da sich lohnt einzugehen. Daher die neue Kategorie Aus der Szene. Das gibt mir die Gelegenheit, dieses regelmäßige Feature umzustrukturieren. Alles in eigener Sache kommt demnächst unter die Überschrift In eigener Sache, dann gibt es einen Teil Neuigkeiten von empfehlenswerten Indies in Freundliche Hinweise, dann folgt Aus der Szene und schließlich nochmal eine persönliche Kategorie mit Kindle gegen Bücherregal. Gibt es in einer Kategorie mal nichts zu berichten, fällt sie halt aus, so wie diese Woche Kindle gegen Bücherregal.
Mein bisheriges Modell, meine Bücher in Phasen zu telen und dann jede Phase als eigenes Vorhaben zu behandeln hat nicht funktioniert, dafür laufen die Sachen einfach zu sehr nebeneinander. Und spätestens wenn ich meine auch angedachten FanFictions ins Netz setze sowie meine fremdsprachigen Projekte mit in die Betrachtung kommen fällt das eh in sich zusammen. Ein Fazit zu den verschiedenen Ansätzen zu erhalten scheint nach meinen bisherigen Erfahrungen nicht von Anfang an möglich zu sein, dafür sollte man wohl mindestens ein Jahr am Markt sein.

In eigener Sache
Die einzige wirklich interessante Neuigkeit ist, dass ich jetzt eine Autorenseite bei Amazon habe, die ich aber noch füllen muss (Twitter ist drin, Foto & Biografie folgen noch). Immerhin erhöht sowas den seriösen Eindruck und hilft, die Angebote zu verbinden. Ausserdem gibt es damit jetzt ein eigenes kleines Forum über mich. Das, muss ich zugeben, hat was.
Gut, ZDF Hyperland hat mich so beiläufig verlinkt als es um die Mehrwertsteuerumstellung in Luxemburg ging. Hier beweist sich allerdings J.A. Konraths Aussage – Publicity ist nahezu wertlos. 20 Klicks brachte der Link laut meiner Besucherstatistik. Das ist für meine Verhältnisse spürbar, aber wenn man bedenkt, dass hinter dem Link das ZDF steht lachhaft. Naja, es dürfte gesund fürs Google Ranking sein.

Freundliche Hinweise
Eileen Janket hat ihre Kurzgeschichtensammlung (siehe links) zwei Tage kostenlos angeboten und berichtet schonmal von ihren Zwischenerfahrungen.
Und da ich dafür jetzt nichts bezahlt habe sage ich reuig: Eileen, wenn ich mal wieder in Berlin bin, geht eine Runde auf mich ;-) . Leider ist ihr anderes Buch Thrill my Soul wohl eher nix für mich, aber das war ja hoffentlich nicht der letzte Roman, den Eileen rausbringt.
J.A. Konrath knöpft sich mit dem Bestseller einen weiteren publizistischen Mythos vor, der sich seiner Ansicht nach allein aus dem Bewahren alter Denkweisen aus dem Print-Verlagswesen ergibt.

Aus der Szene

„Amazon, Google oder Apple wollen selbst zu Verlegern werden und erwerben direkt von den Autoren die Rechte an ihren Werken. Natürlich zu anderen Konditionen und ohne das Recht einer produktiven Mitsprache des Autors oder seines früheren Verlegers“

Und damit willkommen bei Rangas Märchenstunde, einem Format, das uns sicher weiter begleiten wird. Tatsächlich ist es bei Amazon & Co. je genau umgekehrt: Niemand ausser dem Autoren hat ein Mitspracherecht an den Inhalten der von Indies veröffentlichten Bücher. Schlimmstenfalls kann ein Händler sich weigern, es ins Sortiment zu nehmen. Aber da ist ja genau das, was die Verlage zuvor – und zwar nach Gutdünken im wahrsten Wortsinne – getan haben. Man verkauft dann halt anderswo. Wo da die Gefahr liegen soll weiss Yogeshwar allein.
Ich könnte jetzt auf seine 10 Forderungen im Landtag NRW eingehen, aber das habe ich ja bereits getan – und andere auch. Aus irgendeinem mir unbekannten Grund gilt Yogeshwar als Experte für eBooks – vermutlich, weil Yogeshwar ja als Experte für alles gilt, sich im Bereich der Alleswisserei aber einen heftigen Konkurrenzkampf mit Harald Lesch, Stephen Hawking und Michio Kaku liefert. Muss irgendwas im Wasser sein bei den Astrophysikern.
Wesentlich interessanter ist da schon der Rummel um eine Rezension eines allen Indizien nach tatsächlich unterirdisch schlechten Buches eines Rechtaussen-No-Names aus Erlangen. Die üblen Schimpftiraden von Autor und Verlegerin verlinke ich nicht, nicht einmal mit nofollow. Ein paar davon kann man im Kommentarbereich unter der Rezension nachlesen und weitere Lnks finden sich dort auch, das sollte reichen. Ich treib meinerseits sicherlich nicht das Google Ranking dieser… Type… hoch. Es sei einfach empfohlen, Bücher von John Asht und des ihn verlegenden Roder Verlages zu meiden.
iBooks Author – dazu kann ich mangels Mac nichts sagen. Okay, ich hab einen Apple Macintosh 3G in der Ecke stehen, aber ich bezweifle, dass der die aktuellen Betriebssysteme gestemmt kriegt. Und mein iPod Shuffle hat ein für solche Aufgaben… unterkomplexes Interface. Allerdings fürchte ich, dass das Ergebnis eine Art Geocities der eBooks wird. Erinnert sich noch wer an Geocities‘ Klickibunti-Welt?
Nicht? Naja, vielleicht besser so.
Jedenfalls haben die Lizenzbedingungen für ordentlich Diskussionsstoff gesorgt – interessant wird, ob das ein Ausrutscher war oder sich zeigt, dass Apple ohne Steve Jobs seinen Zenit überschritten hat.