Sieben am Sonntag 26.02.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Ich habe die Woche mal ein wenig alte Sampler verwurstet, sprich die CDs abgespielt, Songs, die ich mochte zu MP3s konvertiert und dann die CDs ins CD-Recycling gegeben. Nicht wichtiges, alles so Kram wie Bravo Hits und Chartbreaker.
Aus diesem Fundus gibt es diese Woche einen dabei gefundenen Titel, der mir besonders gefallen hat. Vor allem in dieser Version mit Inga Humpe und Udo Lindenberg, die sehr technoige Version der Humpe-Schwestern unter sich ist nicht so mein Fall.

Revolution der Woche

Was passiert eigentlich, wenn bei einer Handelskammer eine Liste antritt, die nicht dem üblichen neoliberalen Einheitsbrei und den alteingesessenen Kammerstrukturen entspricht? Immerhin ist die Wählerbeteiligung bei Wahlen der Handelskammern ja allgemein katastrophal, wiel da nie was wählbares antritt,
Nun, in Hamburg hat eine solche Gruppe mal eben 95% geholt. Ich weiss zu wenig über diese Gruppe oder die Hamburger Wirtschaftspolitik, um das detailliert für diesen Fall politisch einschätzen zu können, aber dass so etwas möglich ist und so stark wirkt, ist schon allein eine Meldung wert.

System der Woche

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Moderne Spielekonsolen, die alte Systeme nachbilden, gibt es bereits einige.
Die RetroEngine Sigma unterstützt zwar keine Original-Module, kommt dafür aber in Form eines kleinen Computers zu einem sehr niedrigen Preis mit einer langen Liste unterstützter Systeme daher: *tiefluftol* Amstrad, Ataris 2600/7800/ST, GameBoy Original/Color/Advance, Game Gear, Atari Lynx, Mama Arcade, MSX, Nintendo 64, NES, Super Nintendo, Neo-Geo, Neo-Geo Pocket, Neo-Geo Pocket Color, PC-Engine, C64, PlayStation 1, Sega SG-1000, Sega MegaDrive einschließlich 32X-Aufsatz und SegaCD-Erweiterung, Sega Master System, Vectrex Arcade und Sinclair Home Computer. Wahrscheinlich lässt sich das aufgrund der Architektur des Systems noch ausbauen.
Nur das Design scheint sich nicht ganz entscheiden zu können, ob es ein MegaDrive oder ein Atari 2600 sein will. Naja.

Fundstück der Woche

Ihc hoffe, auf Trapist-1e hat niemand geblinzelt. Die Bewohner von Trappist-1f haben zum Glück eh keine Augenlider - Bild: NASA

Ich hoffe, auf Trappist-1e hat jetzt niemand geblinzelt. Die Bewohner von Trappist-1f haben zum Glück eh keine Augenlider – Bild: NASA

Ganze sieben neue Planeten hat die NASA jetzt um den Zwergstern Trappist-1 bestätigt. Der Stern ist nicht einmal annähernd so warm wie unsere Sonne, aber im Gegenzug sind die Planeten alle sehr nah an ihrem Stern – das ganze Trappist-System würde mehrfach innerhalb der Umlaufbahn des sonnennächsten Planeten Merkur Platz finden.
Diese Nähe führt dazu, dass sich ganze drei der Planeten innerhalb jener Zone befinden, in der Planeten unter normalen Bedingungen die Fähigkeit erlangen können, Leben zu tragen. Das ist in etwa das selbe Verhältnis wie im Sonnensystem auch (hier sind es drei von acht).
Allerdings sind die Planeten wahrscheinlich auch alle so stark an ihren Stern gebunden, dass sie ihm immer die selbe Seite zuwenden. Gibt es dort tatsächlich eine Atmosphäre, würde das Wetter völlig anders funktionieren als hier, mit starken Winden zwischen der warmen Sonnenseite und der eiskalten Schattenseite. Zudem sind die Planeten wahrscheinlich sehr jung, irgendwo zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Jahre alt. Ein Alter, in dem die Erde noch kein mehrzelliges Leben trug. Aliens werden wir also dort wohl selbst dann nicht all zu bald finden, wenn einer der Planeten Leben tragen sollte.
Schade, denn sie hätten einen spektakulären Ausblick mit allen anderen Planeten des Systems groß in ihrem Himmel, wie wir es auf der Erde nur mit unserem eigenen Mond haben.

Quell der Woche

Wo wir schon im Weltall sind: Während alle Bilder der NASA als staatliches Material automatisch gemeinfrei sind, gibt es solche Regelungen in Europa nicht. Entsprechend hat es die Europäische Raumfahrtagentur ESA etwas mehr Überwindung gekostet, seine Werke unter eine offene Lizenz zu stellen. Doch nun endlich kommt auch der Großteil des ESA-Materials wenigstens unter eine freie CC-Lizenz.

Schiff der Woche

Dass ein Schiff voller Abtreibungsärzte in Guatemala festgesetzt wurde, ist natürlich keine gute Nachricht.
Dass ein solches Schiff existiert, hingegen schon. Dass offenbar namenlose Segelboot der niederländischen Organisation Women on Waves fährt in Länder, in denen Abtreibung illegal ist und bietet unter anderem Frauen in Notlagen die Möglichkeit, Abtreibungen von darauf spezialisierten Ärzten in internationalen Gewässern durchführen zu lassen. Dazu kommt natürlich politische Tätigkeit in Form von Protesten und Aufklärung.

Helden der Woche

Autofahrer gibt es in zwei Versionen: Sich über andere Autofahrer aufregend, wenn diese rasen und sich über Geschwindigkeitskontrollen und Bußgelder aufregend, wenn sie selbst rasen (ist ja eh alles Schikane). Entsprechend schwierig ist es, Geschwindigkeitsbegrenzungen durchzusetzen.
Im schottischen Moray haben Einwohner dagegen ein probates Mittel gefunden: In Schutzwesten stellen sie sich an den Straßenrand und zielen mit Fönen auf die ankommenden Raser. Nicht, um Gegenwind zu erzeugen, sondern Radarkontrollen simulierend.


Wer will was in MG 1

Die IHK berichtet in ihrem letzten Heft über die Erfolge ihrer Lobbyarbeit die Ergebnisse einer Umfrage, was den Bürgern in Mönchengladbach wichtig sei.

Demnach befürworten 62% der Gladbacher den Ausbau des (überflüssigen) Flughafens und sorgen sich um die Verkehrssituation in der Innenstadt (welche die Kommunalregierung beständig verschlechtert, indem sie auf Ausbau des Altbewährten setzt).
Interessant an der Mitteilung ist, dass behauptet wird, den Bürgern sei der Bau des hiesigen Großeinkaufszentrums wichtig, was aber nur 41% und damit nicht die Mehrheit, angegeben hat.

Fairerweise muss man sagen: Die angegebene Fragestellung lässt keinen Schluss zu, ob die genannten Themen den Leuten wichtig sind, weil sie dafür sind, oder weil sie dagegen sind. Immerhin ist Gentechnik für die Grünen ein wichtiges Thema, sie sind aber definitiv nicht dafür.
Das aber versuchen IHK und Wirtschaftsjunioren (welche die Umfrage gemacht haben), so darzustellen.