Die pawlowschen Journalisten

Das große Problem mit dem Journalismus ist, dass hunderte Journalisten kurzerhand von einer oder zwei Quellen abschreiben. Ich könnte mich jetzt auch darauf beziehen, dass einige sich gleich komplett neuen Quatsch aus Halbwissen zusammenbasteln, aber bei der Geschichte stimmt wenigstens die Bedrohung fĂŒr die Panoramafreiheit, auch wenn der Kölner Dom zu alt ist, alsdass noch irgendwer ein Urheberrecht darauf haben könnte und daher nicht als Beispiel taugt. Nein, es steht mal wieder ein Klassiker an: Amazon.
Im Grunde ist die Sache fĂŒr die hiesige Presse ja ganz einfach: Amazon ist der Scheitan und alles, was die machen, ist böse. Zum Beispiel, dass Mitarbeiter im Versandlager die Arbeit von Mitarbeitern im Versandlager machen mĂŒssen. Und dafĂŒr bezahlt werden, als wĂ€ren sie nicht etwa ausgebildete BuchhĂ€ndler mit zahlreichen anderen Aufgaben und Kompetenzen, sondern Mitarbeiter im Versandlager. Ja, ich weiss, Skandal!

Die Tage wurde dann erneut Stille Post gespielt und heraus kam das: „Skandal! Amazon bezahlt Autoren nach gelesenen Seiten und nicht mehr pro Verkauf!“ Das ist fast so schlimm, als wĂŒrden dĂŒnne BĂŒcher weniger kosten als dicke.

Was ist passiert?

Vergangene Woche schickte Amazon den direkt dort verlegenden Autoren eine Mail, die ankĂŒndigte, dass Ausleihen aus dem Programm Kindle Unlimited kĂŒnftig nicht mehr pro Ausleihe bezahlt werden, sodern pro gelesener Seite. Die Seiten werden dazu, wie ĂŒbrigens schon seit Jahren fĂŒr die Angabe der Seitenzahl in den Verkaufsplattformen, ĂŒber ein Standardisierungsverfahren ermittelt und mit bestimmten Positionen im Text gleichgesetzt.
Bisher wurde fĂŒr Ausleihen immer der selbe Betrag gezahlt, sobald ein ausgeliehenes Buch zu mindestens 10% gelesen wurde. Der Betrag ergab sich aus einem vorher festgelegten Fond, der auf alle ausgeliehenen BĂŒcher des Monats verteilt wurde. In Zukunft wird der Fond nicht mehr nach ausgeliehenen Titeln aufgeteilt, sondern nach gelesenen seiten, also kleinteiliger. Auf Amazons Seite Ă€ndert sich dadurch ĂŒbrigens nichts, auch wenn praktisch alle Journalisten den Unsinn wiederholen, Amazon bekĂ€me dadurch mehr Inhalt fĂŒr weniger Geld; der Fond wird ja nicht kleiner, er wird nur nach einem genaueren SchlĂŒssel verteilt.
Die meisten Autoren sind sehr froh um diese Änderung und haben lange etwas in dieser Art erhofft. Grund dafĂŒr sind die so genannten Scamphlets. Ein Scamphlet ist wertloser Schrott in eBook-Form, der so kurz ist, dass die zur Auszahlung nötigen 10% bereits beim Aufschlagen des „Werkes“ erreicht werden. Um die 1,30 € fĂŒr drei Seiten nutzlosen Mist zu erhalten ist schon angenehm fĂŒr die Macher dieser Masche.
Nun gefiel das den richtigen Autoren natĂŒrlich gar nicht, senkten die BetrĂŒger doch so die Einnahmen fĂŒr alle legitimen Verfasser aus dem selben Topf. Ebenso waren viele nicht grade begeistert, dass fĂŒr die Ausleihe eines 1000-Seiten-Epos genau so viel gezahlt wurde wie fĂŒr jene einer Kurzgeschichte. Entsprechend wurde Amazons neue Zahlungsweise allgemein positiv aufgenommen, da sie fĂŒr alle deutlich gerechter ausfĂ€llt und eine sehr schĂ€dliche Betrugsmasche unattraktiv wird. Nicht wirklich schön ist, dass man jetzt vor der nĂ€chsten Monatsabrechnung nicht mal mehr schĂ€tzen kann, was einem eine Ausleihe einbringt, aber das ist schlimmstenfalls lĂ€stig.
Einige, etwa John Scalzi haben grundsĂ€tzliche Bedenken gegen das Konzept von Kindle Unlimited (KU) und das ist auch völlig legitim, hat aber nichts mit den aktuellen Änderungen zu tun.
Hinweis an dieser Stelle: Ich selbst nutze KU bei zwei BĂŒchern. Gezielt bei Dinosaurs of Jurassic Park and Jurassic World und nebenbei bei Dieses Cover ist MĂŒll, da bei letzterem andere Plattformen neben Amazon gerne die ErwĂ€hnung von Konkurrenz-Produkten untersagen (vor allem Apple und neuerdings Tolino) und die fĂŒr KU nötige Amazon-ExklusivitĂ€t somit ohnehin gegeben ist. Grade das Jurassic-Park-Buch war gezielt auf KU ausgerichtet. Ich glaube aber nicht, hier Ergebnisse untersuchen zu können – das Buch ĂŒber Coverdesign geht alle paar Monate als Ausleihe weg (die VerkĂ€ufe sind leicht besser) und das Jurassic-Park-Buch wird trotz erheblichen Erfolges ziemlich sicher nur ein paar Wochen leben, solange der Film noch frisch ist und Hype erzeugt. Das bedeutet, dass sich meine eventuellen Einbußen oder Gewinne aus dieser Änderung extrem in Grenzen halten.
Normalerweise dienen solche Hinweise ja dem Bekenntnis von Eigeninteressen, aber in diesem Fall weist es meines Erachtens vor allem aus, dass ich weiss, wovon ich rede, wenn ich von KU rede.

Was wurde daraus?

Diverse Zeitungen erzĂ€hlen was von einer VerĂ€nderung der Bezahlung von Kindle-Autoren, ĂŒbersehen dabei aber komplett zu erklĂ€ren, was genau KU eigentlich ist und dass es eben nicht um VerkĂ€ufe geht, sondern um Ausleihen. Dazu kommt etwa bei der FAZ die völlig unnachvollziehbare Behauptung, Amazon wĂŒrde Geld sparen. Dass KU-Ausleihen aus einem Fond bezahlt werden dessen Höhe von der Anzahl der Ausleihen unabhĂ€ngig ist, weiss man dort entweder nicht oder unterschlĂ€gt es, damit man Amazon etwas vorwerfen kann.
Nachvollziehbar ist die BefĂŒrchtung, dass Kindle-BĂŒcher nun im Durchschnitt wieder lĂ€nger und spannender werden. Was genau daran schlimm sein soll, wissen aber nur Leute, die das Wort „Hochkultur“ völlig ohne Ironie in den Mund zu nehmen vermögen.
Die Taz schießt den Vogel ab, indem sie zu erkennen gibt, den Unterschied zwischen KU und VerkĂ€ufen zu kennen, dies aber mit folgender hanebĂŒchener Schlussfolgerung ignoriert:

Schaut man aber, wie Amazon in anderen GeschĂ€ftsfeldern operiert – seine TV-Serien auf Nutzergeschmack zuschneidet, seinen Mitarbeitern in Logistikzentren genau vorschreibt, wie viele Artikel sie pro Stunde zu versenden haben – dann scheint es nur logisch, wenn Amazon das Bezahlen-pro-Seite-Prinzip kĂŒnftig massiv ausweiten wĂŒrde.

Warum?

Zum einen ist Tagesjournalismus ein EilgeschÀft. Da muss man halt abschreiben und Halbverdautes möglichst schnell wiedergeben.
Zum anderen wirkt da wohl Pawlow: Amazon ist böse, da darf man dann immer das Schlimmste vermuten und dieses schlimmste dann mit Halbwahrheiten und mangelnder Recherche bestĂ€tigen. Wodurch man wiederum noch stĂ€rker dazu neigt, das Schlimmste zu vermuten. Und am Ende hat man einen Teufelskreis erschaffen, in dem sich die Vorurteile nur noch gegenseitig bestĂ€tigen. Und dank der Abschreiberei von Halbwahrheiten dreht dieser Teufelskreis ĂŒberall in die selbe Richtung — das ist es dann, was viele mit „Gleichschaltung“ betiteln.
Und da ist das Problem mit dieser speziellen Form von Gleichschaltung: Sie ist im Gegensatz zu der historischen Gleichschaltung keine Absicht, sie ist ein unbewusstes Ergebnis von Stress. Der Beruf von Tagesjournalisten ist es, sich innerhalb von fĂŒnf Minuten zu jedem beliebigen Thema eine Meinung zu bilden. Und das geht ganz einfach nicht gut, denn diese Aufgabe ist nur zu erfĂŒllen, wenn man sich dem Herdentrieb hingibt und nicht mehr nachdenkt oder gar Fakten recherchiert.
Das ist Instinkt, das ist prÀgung, das ist Pawlow. Pawlow aber konnte seinem Hund nur beibringen, zum Essen zu kommen. Sprechen oder Nachdenken hat er auf diese Weise nie gelernt.







Neues eBook „Unter Wittgensteins Löwen“ – und ein Fisch

Und dabei bin ich doch Steinbock

Unter Wittgensteins Löwen ist fertig, das Buch ĂŒber mein VerhĂ€ltnis zur Religion als NichtglĂ€ubiger. Es enthĂ€lt den wichtigsten Fisch meines Lebens (siehe links), einen frechener Vogel in der eickener FußgĂ€ngerzone und natĂŒrlich Löwen. Ausserdem Anita Sarkeesian, Immanuel Kant und ein bisschen auch Ludwig Wittgenstein. Karlheinz Deschner in einem Nebensatz. Das nenn ich mal ein Crossover!
Daneben war es auch mein erster Gehversuch mit Neobooks und sagen wir mal so: Ich werde in Zukunft noch andere Optionen ausprobieren, eBooks bei den Tolino-HĂ€ndlern ins Programm zu bringen.
Doch eins nach dem anderen.

Buchlinks
Beginnen wir mit dem Kommerz fĂŒr alle, die diesen aller Voraussicht nach ziemlich langen Beitrag nicht komplett durchlesen wollen. Unter Wittgensteins Löwen ist ab sofort erhĂ€ltlich bei Amazon (Kindle) und Neobooks (ePub, PDF), weitere HĂ€ndler folgen in den nĂ€chsten Tagen ĂŒber Neobooks‘ Netzwerk, darunter auch die Tolino-HĂ€ndler. Preis: 2,99 €. Eine Papierversion folgt im Oktober.

Von Facebook zum eBook
Dieses Buch geht auf Diskussionen um das Thema Religion und Glauben zurĂŒck, die im Juni/Juli dieses Jahres an mehreren Stellen und angeregt durch verschiedene BeitrĂ€ge auf Facebook statt fanden. Es ist schwierig, alte Facebook-EintrĂ€ge wiederzufinden, deshalb versuche ich es erst gar nicht; das ist einer der GrĂŒnde, warum ich Facebook nicht als Blog-Plattform nutze. Den damaligen Mitdiskutanten von der „Gegenseite“ habe ich im Buch eine Danksagung zukommen lassen: Wilbert Schiffeler, Martin PĂŒschel, Peter Beckers.
Manch einer mag sich an meinen damaligen Blogbeitrag zum Thema erinnern, in dem erstmals der Bezug zu Wittgensteins Zitat aufschien, das mir damals schon fĂŒr meine Verwirrung der Religion gegenĂŒber so perfekt erschien: Leben mit Wittgensteins Löwen oder: Religion und ich

Wenn der Löwe sprechen könnte, wir könnten ihn nicht verstehen
– Ludwig Wittgenstein

Vieles blieb damals offen, weil es nicht zum Kernthema des Beitrages gehörte oder weil ich einige Dinge nicht kannte – etwa eine reihe von nicht-personellen Gottesvorstellungen oder auch den christlichen Atheismus. Das Buch fĂŒllt viele dieser LĂŒcken und geht in deutlich fundamentalere Kritik der PrĂ€missen hinter religiösen Vorstellungen und Argumenten gegen den Unglauben oder Atheismus. Das hat natĂŒrlich auch zu neuer BeschĂ€ftigung mit dem Thema gefĂŒhrt. Und damit nicht eben zu einer BesĂ€nftigung meiner Empfindungen der Religion gegenĂŒber.
Meine Grundauffassung ist, dass jeder Mensch jede Freiheit genießen soll, die nicht die Freiheit anderer Menschen ĂŒbermĂ€ĂŸig einschrĂ€nkt. Die unmittelbare Folgerung daraus wĂ€re Ignostizismus oder Apatheismus, Positionen, die daraus bestehen, die Religionen einfach zu ignorieren und sich nicht weiter mit ihnen zu beschĂ€ftigen. Sollen die GlĂ€ubigen doch glauben, was sie wollen, was geht das mich an. Doch diese Position ist zum Ende durchdacht nicht haltbar, wenn sie nicht auf Gegenseitigkeit beruht. Der damalige Schluss, dass NeutralitĂ€t in der Frage der Religion kein gangbarer Weg sei, so lange sich die Religiösen stĂ€ndig in die Belange der Gesamtbevölkerung einschließlich ihrer anders- und nichtreligiösen Mitglieder einmischen, hat sich in der Zwischenzeit nur noch bestĂ€rkt.
In anderen Kontexten bringt man das auf die Formel „Keine Toleranz der Intoleranz“.
Es gibt dabei ein paar KollateralschÀden, die sich erst in lÀngerer Form herausarbeiten lassen. Die Idee von den Lehren der Geschichte erhÀlt in einem Kapitel zu den Verdiensten (und Untaten) im Namen des Christentums Schlagseite. Dem Begriff der Seele ergeht es noch deutlich schlechter. Und die Unterteilung in gute GlÀubige und böse Extremisten wird auch gut durchgegrillt.
Dabei ist es eigentlich ein relativ dĂŒnnes Buch, problemlos an einem Nachmittag durchlesbar. Ich mag es halt nicht, Themen ohne triftigen Grund ewig in die LĂ€nge zu ziehen. Einige Themen erschienen mir auch nicht wichtig genug, ihnen ein Kapitel zu widmen, etwa das Argument, am Christentum mĂŒsse doch etwas dran sein, wenn es so viele AnhĂ€nger hat. Ja klar, und Justin Bieber muss einer der grĂ¶ĂŸten Musiker der Welt sein, seht nur seine Follower-Zahlen! Wenn die Fragen oft genug kommen, gibt es vielleicht eine Fortsetzung oder erweiterte Neuauflage.

Der wichtigste Fisch meines Lebens
Das Buch enthĂ€lt — abgesehen vom Titelbild — genau eine Abbildung, den ganz oben in diesem Beitrag gezeigten Quastenflosser. Ich habe ihn in den letzten Tagen und auch im Buch als den wichtigsten Fisch meines Lebens bezeichnet. Und nun zur Geschichte hinter diesem Fisch, die sich natĂŒrlich auch im Buch findet, gleich im ersten Kapitel nach dem Vorwort.
Es begab sich einst, dass ich ein Kindergartenkind war. Das war Ende der 80er, wenn mich nicht alles tĂ€uscht 1986–1988. Dort fand ich neben vielen anderen Dingen eine Art von Spielzeug, die etwas mir völlig fremdes und faszinierendes zeigte: Eine Serie von Stempeln mit Tieren der Urzeit. Sie beruhte auf den immer wieder aufgelegten Bildern von Zdeněk Burian und hatte bei der Umsetzung in die einfarbige Welt der Kinderstempel wenig von deren eindrucksvoller Wirkung verloren.
Der Eusthenopteron war es, der mir davon am stĂ€rksten in Erinnerung geblieben ist und so wurde er der Quell meiner lebenslangen Faszination fĂŒr das Leben der Urzeit, fĂŒr die sich stĂ€ndig verĂ€ndernde Welt und fĂŒr die unerforschte Umwelt ausserhalb des Lebensbereichs der Menschheit. Es weitete sich bald aus zu einer Faszination fĂŒr exotische Tiere an sich und bald auch zurĂŒck auf heimische Tiere — mein Weg zum Interesse am damals aufblĂŒhenden Thema Umweltschutz war geebnet.
Und eben ĂŒber die Evolution auch jener in den Atheismus. Der Fisch passte nicht zu dem, was die Lehrer mir spĂ€ter in Reli erzĂ€hlen wollten. Eusthenopteron sowie meine zu diesem Zeitpunkt bereits vorhandenes Wissen, dass MĂ€rchen und Fernsehsendungen nur erfundene Geschichten waren, ließen mich die Geschichten der Christen sofort in die selbe Welt der MĂ€rchen und Legenden einordnen. Ich kannte Eusthenopteron, ich hatte von einigen anderen Wesen der Urzeit wie dem Neandertaler sogar Knochen gesehen (damals noch im wunderbar provinziellen Fuhlrott-Museum in einem Fachwerkhaus im Wald). Vom Christentum dagegen war ich bis zu meiner Schulzeit weitgehend unbeleckt.

Mein erstes eBook ĂŒber die Evolution hatte selbstverstĂ€ndlich Quastenflosser

Auch wenn der Fisch meinen Atheismus sicher nicht allein verursacht hat, er markiert doch einen wichtigen Punkt in dieser Entwicklung. Es war eine nicht so abwegige Entwicklung, die Welt als stĂ€ndigem Wandel unterworfen und eben nicht fertig geschaffen zu betrachten, wenn die Welt sich doch in genau dieser Zeit völlig verĂ€nderte. Erst verschwand die DDR, dann die Schallplatte, dann die Schreibmaschine und viele Kleinigkeiten. 1993 kam Jurassic Park auf einer nie dagewesenen Welle popkultureller PrĂ€senz fĂŒr die Dinosaurier, die sich bereits Ende der 80er aufzubauen begonnen hatte und die mich mit voller Breitseite traf. Eine Welle mit Fischbestand.
Und ich habe ihn noch. Ich weiss nicht mehr, ob mein Fisch der aus dem Kindergarten war oder ob ich ihn spÀter kaufte. Einige dieser Stempel hatte ich gekauft, bei Spielwaren Gerads am Harmonieplatz in Rheydt, ich glaube, sie hatten damals eine DMark gekostet. Auf jeden Fall wusste ich beim Schreiben des Buches noch, dass ich ihn in irgendeine Kiste voller Spielzeugdinosaurier gepackt hatte.
Also habe ich fĂŒr dieses Buch die alten Spielzeugkisten hervorgekramt, mich durch Schichten von Dinosauriern (und gelegentlich mal einem Matchbox-Auto und jeder Menge Lego) gegraben und mir dabei nur deshalb keine Staublunge eingefangen, weil der Staub so dick war, dass er sich nicht mehr ohne Absicht aufwirbeln ließ. In der vorletzten Kiste fand ich sie dann, fĂŒnf Stempel: Brontosaurus, Pteranodon, Eryops, Irischer Elch und eben Eusthenopteron.
Dieses Buch war in meinen Augen nicht komplett ohne meinen Fisch. Und so borgte ich mir im GrĂŒnen BĂŒro ein Stempelkissen (mein eigenes war knochentrocken), stempelte Eusthenopterons auf ein Blatt Papier, kĂ€mpfte mit einem vor Jahren aus dem Schrott gezogenen halb defekten Scanner, den ich noch nie installiert geschweige denn verwendet hatte (sonst hĂ€tte ich gewusst, dass er halb defekt war).
Ich schnitt den besten Abdruck aus, konvertierte das ursprĂŒnglich blaue Bild in schwarz-weiss, um es auch in der Papierausgabe ohne zusĂ€tzliche Kosten nutzen zu können und setzte ihn als finales StĂŒckchen in den Code der Buchdatei ein.

Neobooks
Und nun zu etwas völlig anderem: Erneut habe ich mit einem eBook ein Experiment gewagt, dieses Mal war es der Versuch, das eBook auf dem deutschen Markt auch als ePub herauszubringen. ePub ist das Format, das die meisten eBook-Reader lesen können, auf denen nicht „Kindle“ steht. DafĂŒr entschied ich mich wegen der guten Konditionen und des großen Vertriebsnetzes fĂŒr Neobooks.
Ich muss sagen, ich bin nicht begeistert. Neobooks nimmt keine fertigen ePub-Dateien, sondern verlangt explizit eine DOC- oder DOCX-Datei, also Word. Das allein wĂ€re nur leicht lĂ€stig, leider akzeptiert Neobooks aber allem Anschein nach auch keine Word-Dateien, die von LibreOffice erzeugt wurden, wenigstens keine halbwegs komplexen. Ärger, den man sich hĂ€tte sparen, wenn man eben einfach fertige ePubs einschicken könnte.
Also musste der Online-Editor die Arbeit ĂŒbernehmen. GlĂŒcklicherweise war das Buch schon geschrieben, doch was war das — ich kann bei Neobooks nur in Kapiteln schreiben? Alles, was vor dem Inhaltsverzeichnis kommt, ließ sich nicht eigenstĂ€ndig erstellen? Und auch nur mit eingeschrĂ€nkten Layout-FĂ€higkeiten, zum Beispiel ohne die Möglichkeit eines Seitenumbruchs innerhalb eines Kapitels, wie er in meinen Meilensteinen der Evolution stĂ€ndig und in Unter Wittgensteins Löwen immerhin noch ein Mal vorkommt?
Hrmph.
Am Ende bastelte ich eine gut lesbare ePub-Version zusammen, die ich guten Gewissens so verkaufen kann, aber dennoch muss ich sagen: Die Kindle-Version ist in der Gestaltung deutlich besser und wer die Wahl, dem empfehle ich diese, der Preis ist ja mit 2,99 € identisch.
Neobooks nehme ich nicht wieder und werde statt dessen fĂŒr die ePub-Ausgaben der Meilensteine der Evolution Xinxii ausprobieren.

Und was kommt jetzt?
Ich habe noch mein eBooks fĂŒr die 8-Hour-Fiction-Challenge September 2014 fertigzustellen und werde somit ĂŒbers Wochenende ins Englische wechseln, wo die Kurzgeschichte Khamel in einem Fantasy-GegenstĂŒck zu Mönchengladbach namens Calmrill/Kalmrill wartet. Die Geschichte werde ich spĂ€ter mit Sicherheit auch noch ins Deutsche ĂŒbersetzen.
Danach folgt Zackigen Zahnes und nach dessen Fertigstellung Anfang Oktober werde ich mich um die ePub-Versionen der bisherigen BĂ€nde der Meilensteine sowie um die Papierversion von Wittgensteins Löwen kĂŒmmern. Ob die Meilensteine dann auch Papierversionen erhalten, ĂŒberlege ich noch, Versionen mit farbigen Illustrationen sind aber im Moment im Selbstverlag auf jeden Fall noch zu teuer.


eBook-Land Woche 34

BĂŒcher im Verkauf: 5 | Eigene: 2 | EinkĂŒnfte: 199,94 € | HĂ€ndler: 6

In eigener Sache
Die Arbeit an Meilensteine der Evolution geht gut voran. Teilweise ist es nicht einfach, frei verwendbares Bildmaterial von brauchbarer QualitÀt zu finden, aber das wird schon.
Parallel dazu habe ich ein weiteres Projekt begonnen. Ein vergleichsweise einfaches Projekt, das sich nebenbei machen lĂ€sst, wenn ich beim Schreiben auf eine Blockade treffe aber trotzdem weiterarbeiten will. Noch sage ich da nicht viel zu, nur so viel: Ja, es ist fĂŒr alle eBook-Reader. Mit einem Buch aber hat es so gut wie nichts mehr zu tun. Ein praktisches kleines Buch, das so auf Papier nie möglich wĂ€re.
Noch etwas anderes: Einige neue Entwicklungen haben inzwischen die Entwicklung einer Version 4.0 von Dieses Cover ist MĂŒll – Lernen Sie warum angestoßen. Diese wird dann wahrscheinlich im Laufe des Juni fertig. Da ich fĂŒr Meilensteine der Evolution allerdings einen festen Zeitplan habe, ist diese Aktualisierung/Erweiterung aber eher etwas, was als Nebenprojekt lĂ€uft.

Aus der Szene
Kobo steigt nun auch ins Selbstverlags-GeschĂ€ft ein und kĂŒndigt eine entsprechende Plattform an. Die Konditionen sind sehr gut und ich bin gespannt, wie sich das entwickeln wird.
Amazon festigt seine Position im Markt, indem es einen weiteren Verlag kauft. Ich finde die Union von Verkaufsplattform und Verlag ja eher beunruhigend – auf keinen Fall dĂŒrfen wie etwa bei Videospielen bereits ĂŒblich einzelne Titel vertraglich festgeschrieben exklusiv fĂŒr nur ein GerĂ€t werden. Was leider bereits passiert. Die Vorteile einer solchen Entwicklung zeigt Amazon aber auch gleich auf und bringt ein Software-Update aufs Kindle, das neue Funktionen wie Pop-Ups als Alternative zu FUßnoten und Bildunterschriften erlaubt – ein deutlicher Fortschritt gegenĂŒber den meisten aktuell erhĂ€ltlichen eBooks (und gegenĂŒber PapierbĂŒchern).
In Deutschland versucht die bröckelnde Buchhandelskette Thalia erneut, etwas vom Kuchen abzubekommen und ersetzt ihr LesegerÀt Oyo durch das Bokeen Cybook. Ob sich das besser verkauft, wird sich zeigen.
Buchreport verkĂŒndete diese Woche, mit Tina Folsom gebe es nun die erste deutsche eBok-MillionĂ€rin, was ziemlich irrefĂŒhrend ist, da sie seit 10 Jahren in dne USA lebt und fĂŒr den dortigen Markt schreibt. Netterweise analysiert Thomas Knip die Sache recht gut, das spart mir Arbeit, die sich somit auf einen Link beschrĂ€nkt. Apropos Analyse: Die letztwöchige Studie des Börsenvereins analysiert Steffen Meier ganz ausgezeichnet.


eBook-Land Woche 33

BĂŒcher im Verkauf: 5 | Eigene: 2 | EinkĂŒnfte: 172,20 € | HĂ€ndler: 6

In eigener Sache
Ich hatte ja bereits angekĂŒndigt, die ĂŒbrigen BĂ€nde von Meilensteine der Evolution nĂ€her beieinander zu veröffentlichen. Ich habe nun entschieden, daraus eine kleine Aktion zu machen: Die restlichen BĂ€nde und die Aktualisierung von Feuchten Fußes werden alle gleichzeitig Anfang Juli erscheinen. Okay, logistisch keine kleine Aktion, wir sprechen hier immerhin von 10 eBooks (11 mit dem Sammelband), aber ich will genau diese Aktion auch offensiv als kleinen Event nutzen.
Ausschlag gaben hierfĂŒr zwei UmstĂ€nde: Zum einen will ich möglichst bald den Weg frei haben fĂŒr andere Projekte um eventuell spĂ€ter mit einer zweiten Staffel zu der Serie zurĂŒckzukehren (das sieht ĂŒbrigens inzwischen sehr wahrscheinlich aus). Zum anderen will ich nicht, dass Leser am Ende enttĂ€uscht sind, wenn sie die ganze Serie einzeln kaufen und dann sehen, dass es noch einen Sammelband gibt. Da der Sammelband die Leser weniger kostet als alle BĂ€nde zusammen (9,99 € statt 13,41 €) und mir zugleich mehr bringt (6,79 € statt 4,59 €) macht es fĂŒr alle beteiligten Sinn, den Sammelband zugleich anzubieten. Wer nur einen einzelnen Band der Reihe will oder einen als Kostprobe kauft (ein Einzelband plus Sammelband ist immer noch etwas billiger als die ganze Reihe), kann dies auch weiterhin tun. Ich bin gespannt, wie das ausgeht.
Die beiden bisher namenlosen BĂ€nde erhalten ĂŒbrigens die Titel Geschwinden Gleitens (Fliegende Reptilien des Perm) und Kraftlosen Keuchens (Massensterben am Ende des Perm). Nicht meine schönsten, aber ich werde nicht fĂŒr diese zwei BĂ€nde das schöne Muster der ĂŒbrigen Serie aufbrechen.

Danach gehe ich erstmal an meine beiden Kurzgeschichtensammlungen – eine in Deutsch, eine in Englisch, jeweils mit eigenen Geschichten (und Gedichten), die in der jeweiligen Sprache entstanden sind. Die Texte fallen ohnehin grade an, wĂ€hrend ich meine ganzen alten Blogs aus den letzten 14 Jahren auf thomasdiehl.eu zusammenfĂŒhre und dabei sichte.

Aus der Szene
Kommen wir zur großen Nachricht der Woche fĂŒr den deutschen Markt: Die gestern veröffentlichte zweite eBook-Studie des Börsenvereins des deutschen Buchhandels. Hier die kurze PrĂ€sentation der Ergebnisse, denn wozu paraphrasieren, wenn ich einfach einbinden kann?:

Was mich etwas erschreckt ist die große Zahl an Artikeln, welche dieDaten einfach missverstehen, verkĂŒrzen, falsch zitieren oder einfach den entscheidenen Punkt auslassen. QualitĂ€tsjournalismus halt. Tatsache ist: Der eBook-Markt entwickelt sich mit einer Verdoppelung von 2010 auf 2011 erwartungsgemĂ€ĂŸ und der Optimismus der Verlage zum zukĂŒnftigen Marktanteil verbessert sich sogar (Seite 26 in der PrĂ€sentation). Nur die BuchhĂ€ndler erwarten weniger Wachstum in ihrem GeschĂ€ft – das aber macht Sinn, denn eBooks werden ganz einfach nicht im Buchhandel gekauft, wozu auch?
Komplett gelsen haben die Studie unter den großen Medien offenbar nur die FAZ und Heise.
Erstere wagt denn auch den Schritt ins eBook-Land und bringt Zusammenstellungen von Artikeln zu wichtigen Themen als eBooks raus, ein Modell, das in den USA schon lĂ€nger erfolgreich lĂ€uft. Und möglicherweise ein erster Hinweis, dass der deutsche Markt stellenweise einfach die andernorts bereits erfolgten Innovationen ĂŒbernimmt und damit potenziell schneller wachsen könnte als dort, da er relativ frĂŒh einen höheren Nutzen bietet als die Ă€lteren MĂ€rkte.

Eine andere Studie, die ich sehr interessant finde belegt unterdessen, dass reine eBooks den mit Multimedia angereicherten „enhanced e-books“ ĂŒberlegen sind, was die Aufmerksamkeitsbindung angeht. Wie ich immer sage: eBooks brauchen keine Gimmicks.
Anders sieht das natĂŒrlich aus, wenn man BĂŒcher zu Videospielen macht, so wie Sony. Mit Lesen hat das natĂŒrlich wenig zu tun, aber es ist eine schöne Idee. Ich gehe nicht davon aus, dass es da mehr als, sagen wir mal, fĂŒnf Titel fĂŒr gibt. Was typisch wĂ€re fĂŒr solche Sony-Innovationen in der PlayStation-Reihe.

Noch eine andere Studie prĂ€sentierte Mark Coker vom eBook-HĂ€ndler Smashwords in der HUffington Post. Demnach ziehen eBook-Leser (oder zumindest die Kunden bei Smashwords) lange BĂŒcher vor, insbesondere solche, die lĂ€nger sind, als es im Printbereich ĂŒberhaupt wirtschaftlich wĂ€re. Es wird sich zeigen mĂŒssen, ob das ein statistischer Ausreisser ist oder sich als Trend erweist. Ich muss ehrlich sagen: Als Trend gefiele es mir nicht einfach weil ich relativ kurz schreibe. Es passt aber zu dem PhĂ€nomen, dass sich Serien grundsĂ€tzlich besser verkaufen als Einzeltitel.

Bleiben noch die kleineren Nachrichten: Kristine Kathryn Rusch hat sich mal dezidierter der letzte Woche schon von mir kritisierten Taleist-Studie angenommen und weist vor allem auf Unstimmigkeiten in der Erhebung hin, aber auch in der Art und Weise, wie die Leute bei Taleist aus ihren Zahlen Erkenntnisse ziehen.
Als sehr nĂŒtzlich könnte sich eine geplante Plattform erweisen, auf der Autoren und Buchdienstleister (Lektoren, Coverdesigner, Marketing-Leute, Übersetzer etc.) Dienste anbieten und suchen können.
Und zum Schluss noch was zu lachen: Eine Ausgabe von Tolstois Krieg und Frieden fĂŒr Nook, in der alle ErwĂ€hnungen von „to kindle“ (engl.: entzĂŒnden) durch „Nook“ ersetzt wurden.


eBook-Land Woche 29

BĂŒcher im Verkauf: 5 | Eigene: 2 | EinkĂŒnfte: 130,85 € | HĂ€ndler: 6

Heute einmal recht kurz, weil einerseits wenig passiert ist, andererseits ich selbst diese Woche allgemein wenig Zeit ĂŒbrig hatte.

In eigener Sache
Die VerkĂ€ufe von Feuchten Fußes sind inzwischen auf dem Niveau angekommen, das ich fĂŒr langfristig normal halte: Ein Verkauf am Tag. Das bedeutet, dass in den letzten sieben Tagen auch sieben Exemplare des Buches verkauft wurden, zuzĂŒglich einem Verkauf auf amazon.com. Insgesamt also acht und damit genau die HĂ€lfte der VerkĂ€ufe der beiden vorherigen Wochen.
Zugleich fand ich zu meiner Begeisterung erstmals eine Mail zum Buch vor. Leser Richard B. schrieb mir mit ein paar ThemenvorschlĂ€gen fĂŒr weitere BĂ€nde und einem Vorschlag fĂŒr einen zusĂ€tzlichen Abschnitt in den BĂŒchern. Einer der ThemenvorschlĂ€ge (Die „kambrische Explosion“) war ohnehin geplant, den anderen (Massensterben) habe ich jetzt in der Planung ergĂ€nzt. Was den zusĂ€tzlichen Abschnitt, eine Übersicht der Erdzeitalter, angeht, werde ich diesen ebenfalls umsetzen – wahrscheinlich einmal kurz in jedem Band und einmal umfangreicher als eigenen Band ausserhalb der Reihe (diesen könnte ich dann auch grundsĂ€tzlich kostenlos anbieten, als ErgĂ€nzung und Werbung fĂŒr die anderen). Ich mache das, nachdem der zweite Band ĂŒbernĂ€chste Woche fertig und veröffentlicht ist, die beiden dann schon erschienenen BĂ€nde erhalten entsprechende Aktualisierungen.

Aus der Szene
Der Buchreport stellt fest, dass fĂŒr multimediale eBooks kein Markt zu existieren scheint. Ob das daran liegt, dass die Editionen von Rowohlt Mist sind (weiss ich nicht, ich kenn die nicht) oder, was ich eher vermute, Leute BĂŒcher einfach ohne irgendwelche Gimmicks (Yps ausgenommen) lesen wollen, ĂŒberlass ich erstmal jedem selber. Ich persönlich verstehe nicht, dass Verleger, die sich sonst doch mit BĂŒchern auskennen, auf derlei Unfug stĂŒrzen. Das ist irgendwie wie das Internet in den 90ern – sinnloser Klickibuntikram aus unreflektierter Begeisterung, was alles möglich ist.
Auch ohne einen Erfolg des Multimedia-Unfugs gerĂ€t die Papierbranche offenbar weiter ins Trudeln. In China gibt es inzwischen erste Experimente mit Werbeanzeigen auf BĂŒchern, in England fĂ€ngt der elektronische Markt den weiter schrumpfenden Papierbuchmarkt auf.
Innerhalb des eBook-Marktes scheint Barnes & Noble mit seinem Nook massiv Amazon anzugreifen. Diese Anzeige ist da der offensichtlichste Hinweis, subtiler aber interessanter ist, dass die Nook-App auf iOS inzwischen die Kindle-App ĂŒberholt. Ein Hebel dafĂŒr scheint die zukĂŒnftig mögliche Nutzung des Nook in Buchhandlungen zu sein.


eBook-Land Woche 23

BĂŒcher im Verkauf: 4 | Eigene: 1 | EinkĂŒnfte bisher: 71,52 € | HĂ€ndler: 6

In eigener Sache
Mit der dritten Auflage von Dieses Cover ist MĂŒll! Lernen Sie warum hat dieses Buch endlich die Form erreicht, die ich von Anfang an als Ziel vor Augen hatte. Mit dieser Ausgabe bin ich nun also vollends zufrieden, nach meinem bisherigen Urteil fehlt nichts wichtiges mehr. Womit ich natĂŒrlich nicht ausschließen will, dass es irgendwann noch eine vierte Auflage geben wird. Aber vorerst gibt es wohl nur noch kleinere ErgĂ€nzungen und Aktualisierungen zu erledigen.
Neu hinzugekommen sind in dieser Auflage zwei Kapitel. Eines davon beschĂ€ftigt sich mit den Besonderheiten von Covern im Querformat, das andere geht gezielt darauf ein, wofĂŒr man sein Cover eigentlich verwenden kann, wenn es einmal fertig ist. Vor allem dieses letzte Kapitel wird in Zukunft wohl noch wachsen, wenn ich neue Möglichkeiten ausprobiere (von denen ich dann natĂŒrlich auch hier im Blog berichte). Ein drittes neues Kapitel ist aus einem Absatz im Kapitel „Bildbeschaffung“ entstanden, der dort rausgenommen und ausgebaut wurde. Dort geht es um die verschiedenen Formate von eBook-Covern (Hochkant, Quer, Quadratisch).
Im Kapitel zu den Quellen fĂŒr Coverbilder wird jetzt auch die Möglichkeit besprochen, AuftrĂ€ge auf speziellen Plattformen fĂŒr KĂŒnstler und Designer auszuschreiben. Der Test zur ÜberprĂŒfung ob ein Cover gelungen ist wurde um einen neuen Punkt (Erkennbarkeit des Buchinhalts ĂŒber das Cover) ergĂ€nzt. Bei der Titelfindung gehe ich jetzt etwas ausfĂŒhrlicher auf die Titel von fiktiven Geschichten ein, bisher ging es dort fast ausschließlich um SachbĂŒcher.
Alles in allem bin ich mit dieser dritten Auflage wie oben schon gesagt sehr zufrieden. Jetzt geht es endgĂŒltig an andere Projekte, von denen Feuchten Fußes das wichtigste ist, gefolgt von den thematisch Ă€hnlichen Titeln Schwarzer Schwinge und Klirrender KĂ€lte. Diese drei BĂ€nde der Serie Meilensteine der Evolution sind komplett unabhĂ€ngig voneinander in völlig beliebiger Reihenfolge lesbar, die Reihe ist durch ein gemeinsames Thema, aber nicht durch einen gemeinsamen Handlungsstrang verbunden. Es sollte einer jeden Monat erscheinen, weitere BĂ€nde nach dem Juni nicht ausgeschlossen. Zwischendurch kommen einige kleinere Projekte dazu, die ich nebenbei schreibe.
So kann das weitergehen.

Freundliche Hinweise
Eileen Janket hat Thrill my Soul ein kleines Facelifting verpasst: Neues Cover und neue Genre-Bezeichnung (Liebes-Thriller statt Heartcore) schmĂŒcken das Buch nun.

Aus der Szene
Fangen wir mit dem obligatorischen Hinweis an, dass seit heute die englischsprachigen Ausgaben von Harry Potter als eBook verfĂŒgbar sind. Keine Ahnung, warum das bedeutend ist, halt eine weitere Bestseller-Reihe als eBook – wobei ich hervorheben muss, der Preis fĂŒr die BĂŒcher ist sehr gut gewĂ€hlt, das Bestellverfahren ĂŒber eine eigene Seite finde ich allerdings befremdlich. Interessanter finde ich persönlich da schon die Erstveröffentlichung von Kurt Vonneguts Basic Traning als eBook. Das unveröffentlichte Kurzwerk des Autors (mE einer der besten des 20. Jahrhunderts) bot sich aufgrund seiner LĂ€nge gradezu als eBook an, als Papierbuch wĂ€ren seine Chancen auf Veröffentlichung eben wegen des geringen Umfangs gering gewesen.
In Deutschland reiht sich Sven Regener in die Reihe derer, die fĂ€lschlicherweise glauben, Urheberrechtsgegner wollten das Urheberrecht komplett abschaffen und erzĂ€hlt gleich noch Mythen wie jene Legende, Youtube wolle nix fĂŒr die Videos bezahlen (doch, wollen sie, aber die GEMA will noch mehr). Das wĂ€re nicht weiter bemerkenswert, hĂ€tte sein wĂŒtender Redebeitrag nicht jede Menge Aufsehen erregt.
Auch ziemlich falsch, aber in diesem Fall leider, waren die GerĂŒchte um ein neues Kindle mit farbigem eInk-Display. DafĂŒr werden wir uns wohl doch noch ein paar Jahre gedulden mĂŒssen. Die Technik existiert, aber ist noch nicht ausgereift und vor allem deutlich zu teuer. Da kommt die Nachricht, dass eReader und Tablet-Computer doch nicht konkurrieren grade recht.
Die GfK kommt in einer Untersuchung der deutschen eLeserschaft zu hochinteressanten Ergebnissen. Demnach ist der Markt in Deutschland demografisch komplett anders besetzt als in den USA – sind drĂŒben Frauen in ihren 50ern die grĂ¶ĂŸte Nutzerschicht herrschen hierzulande mĂ€nnliche Nutzer zwischen 40-49 als Durchschnittsleser vor. Zwar ist in beiden MĂ€rkten der hohe Altersschnitt auffĂ€llig, aber ansonsten könnten die Gruppen unterschiedlicher kaum sein. Das dĂŒrfte entsprechende Implikationen fĂŒr die Vergleichbarkeit der MĂ€rkte haben, insbesondere was die Beliebtheit einzelner Genres und dort mögliche Absatzzahlen angeht.
Bleibt mir noch, auf ein interessantes Experiment zu verweisen: Jellybooks, ein Online-BuchhĂ€ndler, der im ersten Augenblick nur die Cover der angebotenen BĂŒcher prĂ€sentiert.


eBook-Land: Woche 10

BĂŒcher im Verkauf: 3 | Eigene: 1 | EinkĂŒnfte bisher: 24,81 € | VerkĂ€ufer: 6

Was eine Weihnachtszeit, aber ich hab’s wieder ĂŒberlebt. Wie mach ich das bloß jedes Jahr? Naja, nĂ€chstes Jahr ist 3 Tage vor Heiligabend Weltuntergang (Moment, ist das nicht immer so?), dann hat sich das auch erledigt.
Kleine Layout-Änderung: Die Kopfzeile ist in Zukunft etwas weniger hoch. Das sieht dezenter aus und erlaubt zugleich, fĂŒnf statt drei BĂŒche rzu zeigen, was nĂ€chste Woche wichtig werden dĂŒrfte.

Twitter: eBooks fĂŒr lau
Ein kleines Seitenprojekt, dass ich schon ein paar Tage als rein theoretische Überlegung hatte, habe ich jetzt endlich bei Twitter unter eBooksfuerlau in die Tat umgesetzt. Dort erfĂ€hrt der geneigte Leser regelmĂ€ĂŸig von aktuell kostenlosen eBooks in allen deutschen Shops. Jedes Format, vorzugsweise deutschsprachige Titel, keine Leseproben und keine eBooks, fĂŒr die man auf zweifelhaften Werbeseiten seine Adressdaten rausgeben muss.
NatĂŒrlich sind die Links, soweit möglich, Werbelinks. Das bedeutet, kauft der Besucher zusĂ€tzlich zu dem verlinkten Titel noch einen bezahlten, bekomme ich dafĂŒr ein paar Prozente vom Verkaufspreis. Mir ist in der Vergangenheit aufgefallen, dass das ohnehin eher passiert als das Leute das beworbene Produkt selber kaufen. Bisher ist das noch nicht passiert, aber die Leserzahl des Twitter-Kontos steigt ganz ansehnlich und 99 Klicks in nur zwei Tagen nur bei Amazon ist schonmal was. Momentan als Werbepartner eingebunden bin ich bei Amazon, iTunes und Smashwords. Ich verlinke aber auch kostenlose Titel bei allen anderen Shops, da ich glaube, dass Service sich ĂŒber Umwege auszahlt.
Ich bin gespannt, wie sich das weiter entwickelt.

Phase 2
Die Überarbeitung von Dieses Cover ist MĂŒll! entwickelt sich zu einem ernsthaften Zeitfresser. Das liegt daran, dass ich die ursprĂŒngliche Zielrichtung der Überarbeitung deutlich ausgeweitet habe. UrsprĂŒnglich ging es darum, den Text um fehlende Aspekte zu ergĂ€nzen. Inzwischen bin ich allerdings zu dem Schluss gekommen, dass das Buch insgesamt zu kurz ist und der Text in der Vorschau (besonders die Produktbeschreibung und das Vorwort) deutlich besser sein könnte. Also hab ich mir das Ziel gesetzt, den gesamten Text zu ĂŒberarbeiten und das Buch auch deutlich zu verlĂ€ngern. Ziel ist die Verdoppelung der DateigrĂ¶ĂŸe. Der bisherige Umfang scheint fĂŒr die Preisklasse zu gering.
Womit gelernt sei: Ein eBook in einer Woche zu schreiben ist zwar möglich, aber ein gutes braucht eher einen Monat. Allein schon um in der Nachbearbeitung alles dreimal zu durchleuchten. Mindestens

Kindle gegen BĂŒcherregal
Da Tabellen bei WordPress-basierten Plattformen so schlecht funktionieren und ich gerne mehr Platz zum ErlÀutern hÀtte gibt es diesen Abschnitt jetzt mal in einer neuen Form. Altes Buch links oben, eBook rechts unten und im Text. Mal sehen, wie das funktioniert.
Unser dieswöchiger Kandidat hat schonmal keinen eBook-Link, weil es keinen gibt. Hmm.

Diverse: Die Bibel
Ersetzt durch: Das Internet
Im Internet kann ich tausende Versionen der Bibel in hunderten Sprachen frei einsehen und mit Software wie dem Sword-Projekt sogar direkt vergleichen. Mal ganz davon abgesehen, dass es dort andere MĂ€rchenbĂŒcher und Fantasyromane deutlich höherer QualitĂ€t gibt. Dieses Buch ist schlichtweg ĂŒberflĂŒssig. Und so weit verbreitet, dass ich einen Weiterverkauf vergessen kann. Jeder hat schon ein Exemplar und wer eins will, hat zwei. Das Kroppzeug hat sich weiter ausgebreitet als die billigste Schundliteratur. Endstation Altpapiercontainer.
Es verbleibt allerdings eine koptische Bibel auf arabisch, einfach weil es ein sehr schönes Exemplar ist, die auf einer Drupa (2008, glaube ich) als Demonstrationsobjekt an Fachbesucher verschenkt wurde. Mehr zum Schmuck als zum Lesen.


eBook-Land: Woche 5

BĂŒcher im Verkauf: 3 | Davon Eigene: 1 | EinkĂŒnfte bisher: 5,40 € | VerkĂ€ufer: 4

Okay, zunĂ€chst ein paar FormatĂ€nderungen hier: Die Kopfleiste gibt es ab jetzt immer, um die Statistiken gleich zusammengefasst zu haben. Sieht hĂŒbscher aus so und bietet einen einfachen Vergleich von Woche zu Woche, wie sich das GeschĂ€ft entwickelt.
Daneben werde ich das Blog etwas auffrischen: So, wie es sich aktuell darstellt ist es gut 5 Jahre alt, etliche Links und EintrĂ€ge in der Seitenleiste sind veraltet und die Blogbuttons sind inzwischen glaube ich auch eine aussterbende Spezies (und ebenfalls veraltet). Mal schauen, was die Woche ĂŒberlebt, was nicht und was neu dazukommt. Es wird nichts großes, aber ich dachte mir, ich kĂŒndige es schonmal an.

Phase 1
Armata und The Last American sind in das eBook-Format ePub konvertiert worden und werden, sobald ich meine Zugangsdaten von vor 8 Jahren wiederfinde, ĂŒber Lulu.com in weitere Shops (wichtig vor allem Barnes & Noble und iBookstore) eingestellt. Unterdessen sammel ich momentan Material fĂŒr einen Titel zusammen, der eine Art Hybrid aus Phase 1 und 2 wird. Grobes Thema: Wissenschaftsgeschichte.
Etwas unerwartet sind die Woche 4,50 € an Einnahmen reingekommen. Na dann, auf zur zweiten Vorkommastelle?

Phase 2
In der Nacht von Freitag auf Samstag ist mit Dieses Cover ist MÜLL! Lernen Sie warum mein erstes komplett eigenes eBook erschienen. Die Veröffentlichung ging ĂŒberraschend schnell, amazon hat bis jetzt bei jeder Veröffentlichung schneller gearbeitet als bei der jeweils vorherigen. Das ist wohl auch in deren besten eigenen Interesse, denn das WeihnachtsgeschĂ€ft rĂŒckt nĂ€her und es scheint wahrscheinlich, dass sich in Deutschland der plötzliche Boom wiederholen wird, zu dem es 2009 und 2010 in den USA kommt: Tausende neue eBook-Besitzer stĂŒrmen den Shop, um ihre GerĂ€te zu fĂŒllen und hunderte Autoren liefern im Vorfeld BĂŒcher ab, um sich das nicht entgehen zu lassen.
Das war die dritte Veröffentlichung in drei Wochen und ich denke, die vierte Woche sollte mit Feuchten Fußes ebenfalls hinhauen. Mein Sachbuch ĂŒber die ersten Amphibien wird also voraussichtlich dieses Wochenende erscheinen. Mittlerweile ĂŒberlege ich allein aufgrund der Geschwindigkeit, mit der ich im Sachbuchbereich arbeiten kann, mich schwerpunktmĂ€ĂŸig auf diesen zu konzentrieren.
FĂŒr Dieses Cover entstehen derzeit zwei zusĂ€tzliche Kapitel fĂŒr die zweite Ausgabe: Konversion von Printcovern und Optische Linien. Das wird im Endeffekt voraussichtlich dem Umfang von fĂŒnf zusĂ€tzlichen Seiten entsprechen. Wahrscheinlich werde ich im Zuge der Erweiterung auch die Zahl der Bildbeispiele erhöhen. Es geht hier immerhin um ein visuelles Thema. Die englische Version wird gleich von Anfang an in der 2. Ausgabe erscheinen.
Ich selbst habe bei der Bearbeitung einiges an Erfahrungen im Umgang mit AbsĂ€tzen und ZeilenumbrĂŒchen gewonnen und bin dazu ĂŒbergegangen, statt ZeilenumbrĂŒchen AbsĂ€tze mit Zeilenabstand 0cm einzusetzen. Das sieht deutlich besser aus als ein Absatz ohne voreingestellten Abstand oder ein einfacher rechts bĂŒndiger Zeilenumbruch.
Dieses Cover hat bis jetzt noch keine UmsĂ€tze hervorgebracht, aber das wird schon, denke ich. Momentan ist es ja noch eher schwierig, das Buch zu finden, wenn man es nicht gezielt ĂŒber den Titel sucht. Nach der ersten Aktualisierung werde ich anfangen, auf die Zielgruppe (eBook-Selbstverleger) gezielt die Werbetrommel zu rĂŒhren.

Phase 3
So wie es aktuell aussieht, wird es zwei Kurzgeschichtensammlungen geben, eine englische und eine deutsche. Beide enthalten jeweils komplett eigene Geschichten, es sind keine Übersetzungen der jeweils anderen Ausgabe. Ich habe ĂŒber Jahre in eiden Sprachen geschrieben und entsprechend Texte angesammelt. Wahrscheinlich werde ich dann spĂ€ter eine deutsche Übersetzung der englischen und eine englische Übersetzung der deutschen Sammlung ergĂ€nzen.
Sicher kein Grund zur Klage.

Phase 4
Es bahnt sich das selbe „Problem“ an wie in Phase 2: Zuviele Ideen, um beim alten Plan zu beiben. Ich werde wohl abwarten mĂŒssen, welche sich herauskristallisiert. Im Moment bin ich mehrere Wochen vor meinem Zeitplan, daher dĂŒrfte das kein großes Hindernis werden. Phase 4 sollte ja erst in einem Jahr fertig sein. Beim jetzigen Stand schĂ€tze ich allerdings, bis dahin statt der geplanten sechs so um die 20-30 eBooks im Verkauf zu haben. Dass sich ein kleines Sachbuch (naja, im Umfang eher Sachheft) zu einem Spezialthema innerhalb einer Woche schreiben und lektorieren lĂ€sst, hatte ich so nicht erwartet, ist aber im Nachhinein betrachtet logisch, denn sonst wĂŒrde das ganze Zeitschriftenwesen nicht funktionieren.

Erfahrungen als Kunde
Mal wieder ein Buch rausgeflogen, eine umfangreiche Kafka-Sammlung eingetauscht gegen eine Gesamtausgabe.
Gefreut hat mich, dass man bei amazon.de Àhnlich wie bei amazon.com jetzt direkt Online eine Vorschau der ersten 10% eines eBooks erhalten kann und sich dazu nicht erst eine Leseprobe schicken lassen muss.
Etwas erschrocken hat mich diese Woche diese Meldung. Im Gegensatz zur katholischen Kirche habe ich kein großes Problem mit Weltbild (bei Hugendubel war ich nie Kunde). Mit dem Weltbild eReader aber sehr wohl. Das Ding ist ein LCD-GerĂ€t, nutzt also kein elektronisches Papier zur Darstellung. Das bedeutet, der Bildschirm ist schlecht und anstrengend fĂŒr die Augen. Was nicht so schlimm wĂ€re, hĂ€tte Weltbild keine 150.000 eBook-Kunden gewonnen.
Diese starke Verbreitung eines technisch um gute 10 Jahre veralteten GerĂ€tes bestĂ€rkt Vorurteile gegen „Lesen am Bildschirm“ und schadet mE so dem eBook-Markt insgesamt. Weltbild und Hugendubel mögen so kurzfristig Profite ernten, bauen aber ein System auf, das mittelfristig aufgrund schlechter QualitĂ€t nicht funktionieren wird. Ich hoffe, dass ein Großteil dieser Kunden den brauchbaren (aber offenbar nicht wirklich guten) Tablet-PC als Einstieg erhalten haben, nicht den Billig-eReader.

Buch eBook Verbleib Grund
verschenkt Gesamtausgabe

eBook-Land: Woche 2

So, wieder eine Woche rum. Ich habe jede Information zum Thema Buchmarketing, die ich irgendwo kriegen konnte, aufgesogen und nebenbei das erste Buch der Phase 1 (Aufbereitung gemeinfreier Werke) weitestgehend fertiggestellt.
Zugleich hab ich mich dann gestern schonmal als Verleger bei amazon.de registriert und heute als Werbepartner fĂŒr die europĂ€ischen Ableger (co.uk, .es, .fr, .it)und die amerikanische Mutterseite. Somit stehe ich organisatorisch in den Startlöchern.

Phase 1: Nur noch einmal polieren
Der Text des ersten gemeinfreien Buches ist inzwischen komplett digitalisiert, korrigiert und formatiert. Die Erfahrung war interessant, weil ich das Buch zugleich das erste Mal gelesen habe. UrsprĂŒngliche Intention war es nĂ€mlich auch, dieses literaturhistorisch erwĂ€hnenswerte, aber weitgehend vergessene Buch ĂŒberhaupt erstmal zu bekommen und dann gĂŒnstig verfĂŒgbar zu machen. Ich werde ĂŒber diese Erfahrung schreiben, sobald das Buch erhĂ€ltlich ist.
Allerdings stelle ich es jetzt noch nicht ein, weil mir noch eine Reihe von Dingen eingefallen sind, die ich als Extras dem Text beifĂŒgen kann (neben den bereits fertigen Anmerkungen zum Text selber). Beispielsweise werden in dem Buch einige historische Persönlichkeiten erwĂ€hnt. Also bekommt das Buch eine kurze Übersicht, wer diese Personen waren als Anhang beigestellt.
Ich will hier keinen lieblosen Kram auf den Markt schmeissen, sondern ein in jeder Beziehung lohnendes Werk, dem man die hineingesteckte MĂŒhe ansieht. Offen gestanden verringert das auch das Risiko, von einem Mitbewerber verdrĂ€ngt zu werden, wenn er das selbe gemeinfreie Buch zu veröffentlichen versucht (amazon versucht inzwischen Doppelungen zu vermeiden, wobei in der Regel die Version mit dem höchsten Nutzen fĂŒr die Kunden „gewinnt“ und die andere aus dem Verkauf genommen).
Zuletzt war die Arbeitsgeschwindigkeit bei der Übertragung ĂŒbrigens bei 35 Seiten/Stunde. Das geht dann so: Links die Textverarbeitung, rechts das Buch. Ich habe immer bis zum jeweils nĂ€chsten Satzzeichen laut vorgelesen und dann das Ergebnis der Texterkennungssoftware damit verglichen. Besonders beliebt waren bei dieser ĂŒbrigens Verwechslungen von b und h, was auch die RechtschreibprĂŒfung oft nicht monierte (sowohl hut als auch but zum Beispiel sind korrekte englische Wörter).
Ich denke, die Extras werden heute abend fertig sein und ich kann das fertige Manuskript dann diese Nacht bei amazon einreichen. Dabei ist auch eine Kleinigkeit enthalten, von der ich nicht weiss, ob sie zulĂ€ssig ist. Es kann also durchaus sein, dass das Buch beim ersten Versuch mit ÄnderungswĂŒnschen der Seite zurĂŒckkommt. Auf das Ergebnis bin ich schon sehr gespannt.
Die Formatierung des zweiten Buches wird direkt danach beginnen – das ist zwar deutlich kĂŒrzer als die 418 Seiten des ersten, dafĂŒr aber reich illustriert.

Ein kleiner RĂŒckschlag fĂŒr meine PlĂ€ne ist hier, dass Smashwords keine gemeinfreien Werke veröffentlicht; ich bin in dieser Phase also vorerst auf das Kindle beschrĂ€nkt. VerkĂ€ufe auf anderen Readern (Diesel Store, Sony, iBooks, Barnes & Noble etc.) also erst ab Phase 2.
Ausserdem bin ich inzwischen etwas verwirrt, was die Impressumspflicht bei eBooks angeht. Da werde ich wohl sicherheitshalber eins einfĂŒgen.

Phase X: Es weihnachtet sehr
Kurzgesagt: ich hab eine Weihnachtsidee. Und die könnte groß werden. Sehr groß.
So groß, dass ich sie dieses Weihnachten nicht angehen werde, weil sie Vorbereitung und eine richtig gute Umsetzung braucht. DafĂŒr ist es zu spĂ€t, wenn ich noch an diesem WeihnachtsgeschĂ€ft teilnehmen will. Ausserdem wĂ€re es sehr von Vorteil, wenn erst der Kindle Fire erscheint, den die Idee braucht ein Farbdisplay und wĂŒrde somit auf einem reinen eReader nicht funktionieren.
Aber das ist auch mal interessant, ein Projekt so weit im Voraus planen zu können. Zumal, wenn ich so viel Spass daran habe wie in diesem Fall.
Und ich kann gemeinerweise nicht mehr sagen als: Es wird was Weihnachtliches. Aber wie das so ist bei Weihnachten: Die besten Geschenke sind Überraschungen ;-)

Doch, eines kann ich noch sagen: Es unterscheidet sich so stark von allem, was ich sonst zu veröffentlichen gedenke, dass ich es unter einem Pseudonym tun werde. Allerdings kein geheimes, es geht nur um die klare Trennung der Titel.
Das Pseudonym also kann ich schonmal verraten, auch wenn es niemandem etwas sagen wird: Hans Kötzsch.
Okay, ein bisschen mehr geht schon: Es handelt sich um ein Kinderbuch. Es wird voraussichtlich als PDF, Kindle-Fire-eBook und Printversion in deutsch und englisch zugleich erscheinen. Vordringlichste Aufgabe ist es jetzt, eine/n Illustrator/in zu finden, der/die meine Idee umsetzen kann. Ich selbst bin definitiv niemand, dem Malen besonders liegen wĂŒrde.
„Hans Kötzsch“, abgeleitet von meinem zweiten Vornamen (das Mittelinitial R. ist von meinem dritten) und dem MĂ€dchennamen meiner Mutter wird in Zukunft also fĂŒr KinderbĂŒcher aus meiner Feder verwendet. Das hatte ich schon lĂ€nger vor, allerdings hatte ich bisher nur Ideen fĂŒr Figuren, nie fĂŒr kinderbuchgeeignete Geschichten. Vielleicht bringt dieser Ansatz ja auch den Anstoß fĂŒr weitere Geschichten mit sich. Ich hab da noch ein Konzept von vor ein paar Jahren, das ich nie vergessen habe, zu dem ich aber keine passende Geschichte fand. Jetzt plötzlich hab ich eine ganz nette Idee. Manche Eier mĂŒssen eben etwas lĂ€nger bebrĂŒtet werden (okay, das ist eine grottige Metapher, ich erwĂ€hne sie nie wieder).

Erfahrungen als Kunde
Insgesamt sind die weiter gut, nur muss ich diesmal doch auf einen Umstand hinweisen, der mir etwas sauer aufgestoßen ist:
Dass amazon.de ungern Kindle-BĂŒcher kostenlos abgibt, die beispielsweise bei amazon.com kostenlos zu haben sind, hab ich ja schon gemerkt. Etwas absurd wird das jetzt bei einer neuen Star-Wars-Serie: Die BĂ€nde 1-6 von „Lost tribe of the Sith“ sind in Deutschland schlichtweg nicht erhĂ€ltlich, es geht hier mit Band 7: Pantheon los, was natĂŒrlich relativ nutzlos ist. Das ist offen gestanden ziemlich bizarr.

Auch diesmal wieder eine kleine Tabelle mit eBook-induzierten VerĂ€nderungen im BĂŒcherregal. Allerdings hat diesmal nicht der Kindle profitiert, sondern der Nintendo DS:

Buch eBook Verbleib Grund
verkauft InteraktivitÀt,
gesprochene Texte

eBook-Land: Woche 1

Eine Woche ist seit meiner ersten AnkĂŒndigung vergangen und jetzt schau’n wir mal, wo ich im Plan stehe.
Das Gemeine daran ist, dass Herbst ist, regelmĂ€ĂŸig meine kreative Phase im Jahr. Das ist eigentlich gut, aber es bedeutet auch, dass solch ein Plan bestĂ€ndig modifiziert wird. Insbesondere in Phase 2 werde ich meine Titelauswahl noch einmal ĂŒberdenken mĂŒssen. Aber dazu mehr im entsprechenden Abschnitt.
Zu Phasen 3 und 4 gibt es nichts Neues, daher nix im dieswöchigen Update.

Phase 1: Fortschritt und Ausbau
Das erste Buch ist zu 50% fertig und wird noch diese Woche zur Veröffentlichung abgeschickt.
Das scheint ein langer Zeitraum fĂŒr die Veröffentlichung eines gemeinfreien Werkes zu sein, aber ich lese halt das komplette Buch Korrektur und modernisiere den Satz. Englische Romane hatten im frĂŒhen 19. Jahrhundert eine Gestaltung, die fĂŒr heutige Leser teilweise schwierig zu lesen ist.
Ich werde das nicht komplett modernisieren, aber ein paar grundsĂ€tzliche Dinge werden angepasst, um den Lesefluss zu verbessern. Dazu kommen noch ein paar technische EinschrĂ€nkungen, die umgangen werden wollen (Fußnoten, gesperrter Druck…) und natĂŒrlich Korrektur des Ergebnisses, das die Texterkennung aus dem Scan der fast 200 Jahre alten Buchvorlage generiert hat (da wird aus einer kleinen UnregelmĂ€ĂŸigkeit im Papier schonmal ein Ausrufezeichen und kursive Abschnitte scheinen eine echte Herausforderung zu sein).
Zur Arbeitsgeschwindigkeit: 20 Seiten die Stunde, am Anfang waren es noch 10 Seiten.

Ich habe mich auch entschieden, die einzelnen Phasen ĂŒberlappen zu lassen: Nach den beiden bereits eingeplanten englischen BĂŒchern werde ich auch einen Roman aus der Kaiserzeit umsetzen. Das wird aber dauern: Das Original ist in Fraktur gesetzt, also werde ich abtippen mĂŒssen. Texterkennung, die Fraktur beherrscht ist mir zu teuer und dermaßen fehleranfĂ€llig, dass ich auch gleich abtippen kann.
Dies wir dim Hintergrund nebenbei passieren, wÀhrend die spÀteren Phasen laufen (Immer so 1-2 Seiten am Tag).

Phase 2: Optionen, Optionen
Beim Thema Ratgeber/SachbĂŒcher hab ich im Laufe der Woche etwa 10 Ideen angesammelt fĂŒr BĂŒcher, die meines Erachtens im derzeitigen Kindle-Angebot noch fehlen, obwohl ich sie von einem vernĂŒnftigen und umfassenden Angebot definitiv erwarte.
Dennoch soll diese Phase nicht mehr als 2 BĂŒcher umfassen (das ist die Regel: Eine Testphase = 2 BĂŒcher zum Testen). Welche es nun sein werden, entscheide ich am Ende von Phase 1.
Da die Phasen nun eine Überlappung erhalten, kommen die ĂŒbrigen dann auch noch dran, nur halt spĂ€ter.
Übrigens keine Angst: Die GeschĂ€ftsidee, BĂŒcher aus frei verfĂŒgbaren Internettexten zusammenzuwĂŒrfeln, werde ich mit Sicherheit nicht verfolgen. Das wĂ€re mir peinlich.

Phase X: Zu den Academica
Ich schrieb im letzten Beitrag bereits, dass im Bereich akademischer Schriften noch eine gemeinsame Norm vermisse. Mir wurde inzwischen klar, dass eine solche nicht von selbst entstehen wird, also werde ich einen Vorschlag erstellen und ebenfalls als eBook einstellen.
Da bei diesem das Ziel einer möglichst großen Verbreitung besteht, wird er fĂŒr 0,99 € eingestellt, sobald er fertig ist. Übrigens ein Preis, den ich mir fĂŒr akademische Texte grundsĂ€tzlich wĂŒnschen wĂŒrde, um einen möglichst breiten Zugriff auf die texte zu ermöglichen.
Wenn wissenschaftliche Arbeiten in Preislagen zwischen 100-200 € verkauft werden, bringt das vor allem eines mit sich: Behinderung der Forschung und des Fortschrittes der Wissenschaft, weil es sich niemand ohne Förderung/Sponsoring leisten kann, in diesem Bereich auf einem aktuellen Stand zu bleiben.

Eigene Erfahrungen als Kunde
Bei mir sind inzwischen – das war allerdings auch von Anfang an so gedacht – die ersten PapierbĂŒcher zu Gunsten ihrer elektronischen Äquivalente aus dem Buchregal verschwunden.
Bei mir ist das so, dass fĂŒr mich die Essenz des Buches der Text ist, nicht das Papier. Daher habe ich wenig SentimentalitĂ€t fĂŒrs Buch als Medium. Ich kaufe BĂŒcher zum Lesen, nicht zum Hinstellen.
Es gibt ein paar schöne gebundene Ausgaben, die ich nie rauswerfen werde. AntiquitĂ€ten und besonders schöne Ausgaben. Aber davon abgesehen hat die Schrumpfkur meiner BĂŒcherregale nun angefangen. Weitere werden folgen, insbesondere deutsche Übersetzungen, von denen ich nun gĂŒnstig die englische oder französische Originalausgabe bekommen kann dĂŒrften bei mir keinen langen Fortbestand mehr haben.
Hier die dieswöchige Liste, was weswegen rausgeflogen ist (und eine Erfahrung darin, wie unsagbar schlecht WordPress mit Tabellen umgeht):

Buch eBook Verbleib Grund
verschenkt Bessere Sammlung
Die
vergessene
Welt
verkauft engl. Originaltext, Kostenlos