Die Pseudonymfrage

Nachtrag, 07.02.2016:Nachdem ich die Reaktionen in den sozialen Netzwerken durchgelesen habe, habe ich mich entschieden, das Pseudonym nicht zu nutzen. Die Authentizität scheint ein höherer Wert zu sein als die Einheitlichkeit. Pseudonyme sind demnach nur aus rechtlichen oder vergleichbar hohen Gründen einzusetzen. Und nun weiter mit dem ursprünglichen Beitrag:

Ein Projekt, an dem ich derzeit arbeite, ist ein Kochbuch, genauer gesagt mehr ein Kochratgeber. Worum es genau geht, verrate ich noch nicht. Wer meine anderen Buchveröffentlichungen bisher anschaut wird schnell merken, wie weit dieses Projekt aus dem Rahmen fällt, eingebettet in Sachbüchern, Science-Fiction und Fantasy. Bislang bringt das zwei wichtige Erkenntnisse mit sich:

Symbolbild (Pixabay/Public Domain)

Symbolbild (Pixabay/Public Domain)

1. Kochbücher sind komplex

In der Theorie sind Kochbücher recht simpel zu schreiben: Man nehme ein paar Rezepte, die thematisch einigermaßen zusammenhängen, füge ein paar Formatierungen hinzu und fertig ist das Kochbuch. Nur entspricht das Ergebnis nicht meinen Erwartungen an ein von mir verfasstes eBook. Wenn ich ein Kochbuch mache, dann ein vernünftiges: Mit Bildern und einer Papierausgabe mit richtig schönem Layout speziell für die Präsentation von Rezepten. Die Fotos muss ich natürlich auch selbst machen, wofür ich auch die Gerichte vorher kochen muss, was wiederum erfordert, dass ich alle Zutaten kaufe.
Das ist durchaus mehr Aufwand als bei meinen bisherigen Titeln, sowohl zeitlich als auch finanziell. Aber wenigstens kann man das Arbeitsmaterial nachher verspeisen.
Ich bin dennoch sehr gespannt, ob sich der nicht unerhebliche Aufwand bei der Erstellung eines solchen Buches lohnt.

2. Möglicherweise brauche ich ein Pseudonym

Das ist die eine Frage in dieser Sache, auf die mir keine rechte Antwort einfallen will: Brauche ich ein Pseudonym? Denn immerhin wirkt das Buch unter meinen anderen wie ein Fremdkörper. Es könnte auf manchen befremdlich wirken, Bücher so wild unterschiedlicher Art in einer Liste zu finden. Es könnte den Eindruck mangelnden Profils entstehen lassen und auch zu einer gewissen Unübersichtlichkeit beitragen. Und wer nach dem Namen sucht, um weitere Kochbücher zu finden, stößt zunächst auf eine Liste völlig anders gelagerter Titel bevor er findet, was er sucht.
Andererseits bildet ein Name einen einheitlichen Auftritt für die Bücher und vor allem stellt er einen Einstieeg dazu da, die restlichen Bücher des jeweiligen Autors schnell zu finden, wenn man mehr wissen will oder das bereits Gelesene mag.

Ich hätte sogar schon ein Pseudonym im Ärmel, indem ich meinen zweiten und dritten Vornamen ins Spanische übertrage und dazu einen an einen meinem Nachnamen ähnelnden spanischen Namen stelle. Das Ergebnis: Juan Raul Diego! Kein besonderer Grund, ich mag einfach den Klang dieser Übersetzung meines Namens.

Also, was meinen die Leser: Wenn ich ein Kochbuch herausbringe, sollte ich dies unter meinem Passnamen tun oder unter dem (offenen) Pseudonym Juan Raul Diego?