Freitägliche Fünf 05.06.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diesmal eine Gremlinfahrradpolonäse im Weltraum über Kuba am Feiertag. Oder so.

1. Bei ebay ist dieses Selbstbau-Velomobil aufgetaucht. Das hat ein Tüftler in Heinsberg zusammengebaut, also quasi um die Ecke. Er hat dann festgestellt, dass Velomobile nichts für ihn sind.

Der Velomojeep (Bild: ebay-Nutzer Bovimame)

Der Velomojeep. Ignoriert die Lupe, die tut nix. Faules Ding! (Bild: ebay-Nutzer Bovimame)


Ich find das Teil klasse. Dürfte noch mehr Aufmerksamkeit erregen als es normale Velomobile ohnehin schon tun. Die kleine Ladefläche ist so ein nettes Detail. Gut, die Aerodynamik ist offensichtlich nicht so der Brüller – zu kantig und zu flexibles Hüllenmaterial (Zeltplane?) in dem sich der Wind fäängt, aber trotzdem: Seht euch das Ding einfach nur mal an!
In einem besseren Monat hätte ich trotz einiger vom Anbieter eingeräumter Fehlerchen zugeschlagen. Ich will schon ewig ein Velomobil und 550 € sind für die Dinger Wechselgeld.
Eines hat es auch so bewirkt: Es hat mich inspiriert, selber den Bau eines Velomobils angehen zu wollen. Dummerweise kann ich nicht schweissen, aber ich bin durchaus bereit, Zeit zu investieren und Dinge zu lernen. Jetzt nicht unbedingt Schweissen, aber ich habe angefangen, mich mit Fahrrädern aus Bambus zu beschäftigen. Und wo ich schon am Innovieren bin habe ich eine ganze Liste von Ideen die dafür sorgen, dass das Projekt sicherlich nie fertig wird. Als wäre es noch nicht schwierig genug, ein Velomobil aus einem prinzipiell unzureichend biegefesten Werkstoff wie Bambus zu bauen. Aber trotzdem wahnsinnig interessant. Mehr zu Projekt Rana morgen.
Mit Dank an den Prisac für den Link.

2. Mit SpaceX hat erstmals ein nicht-militärischer Anbieter in den USA eine Lizenz für Satellitenstarts erhalten.

3. Die USA haben die unsinnige Listung Kubas als Terrorstaat aufgehoben. Es wird sehr spannend zu beobachten, wie das über Jahrzehnte an Isolation gewöhnte Kuba in der sich entwickelnden offeneren Welt mit dem Rest Amerikas interagieren wird. Kuba hat das Potenzial, viele aus der Not der Isolation geborene Ideen in die Nachhaltigkeitsbewegungen der westlichen Welt zu tragen.

4. Donnerstag war der erste Tag ohne irgendwelche Termine seit Pfingstsonntag. Ja, einschließlich dem Wochenende. Yay, freier Tag!

5. Hier ist eine Gremlin-Polonäse. Ihr könnt mir später danken.


Politische KW 4/2014

Mittwoch 1: Wetscheweller Straße, Odenkirchen
Am Dienstag erreichte uns ein Anruf einer Anwohnerin aus Odenkirchen, dort würde eine alte Hecke abgesägt. Ich sprach mit der Frau und sah mir die Situation daraufhin mit eigenen Augen an.
In der Tat wurde dort eine dichte und breite Hecke teilweise völlig entfernt. Dabei fielen auch einige vermutlich recht große Kirschen. Ich sage vermutlich, weil ich nur noch die offensichtlich frischen Stümpfe der geschlagenen Bäume sah.
Auch wenn die Hecke an der Wetscheweller Straße als nichts besonderes erscheinen mag, hat sie doch eine wichtige Funktion. Sie liegt zwischen dem Gelände eines ehemaligen Güterbahnhofes und der niedriger liegenden Straße. Der Bahnhof ist schon lange abgerissen, doch führen hier Schienen mit dem entsprechenden Lärm durch. Ohne die Bahnhofsgebäude war die Hecke praktisch der einzige Schutz vor dem Lärm der Eisenbahn.
Warum hier überhaupt gefällt wurde, ist mir nicht ersichtlich: Angeblich wegen Überhanges, doch das rechtfertigt keinen Komplettrückschnitt. Der ist auch eher konterproduktiv, da er schnell in die Lücken wachsende Sträucher wie Brombeeren fördert. Schattenwurf kann es auch schlecht sein, da sich die Hecke nördlich der Häuser befindet.
Freuen wird das ganze wohl nur die (von den Anwohnern natürlich unerwünschten) Massen an Lkw, die hier täglich durchfahren, um zwei Ampeln entlang der Karlstraße auf dem Weg zur Autobahn zu umgehen. Nur dass das in einer Anliegerstraße wohl kaum zu den Dingen gehört, die man fördern sollte.
Für uns ist klar: Wir werden uns um eine Ersatzpflanzung bemühen. Und wo wir schon dabei sind suchen wir jetzt auch nach einer Lösung für die Vermeidung des unerwünschten Lkw-Verkehrs. Wir haben da schon was im Auge.

Mittwoch 2: Kuba olé!
Kein richtig politischer Termin, für mich eher als Recherche für ein Buchprojekt verbucht, war ich dann noch bei einer Filmvorführung im Büro der Linken. Aber ich will die Gelegenheit nutzen, in diesem Rahmen auf diesen Film hinzuweisen. Es ist ein Film, den man meines Erachtens gesehen haben sollte, wenn man sich mit dem Thema Peak Oil und der Zeit danach beschäftigt. Und als mit jetzt Anfang 30 bin ich recht sicher, mich noch in meiner Lebenszeit mit diesen Themen beschäftigen zu müssen. Hier isser:

Ich habe leider keine Ahnung, wie man für den Film bezahlen kann, vermute aber, dass er auf dieser DVDamazon dabei ist, was ein Ansatz ist. Die sieht eh interessant aus.
Es gab danach noch eine Gesprächsrunde, aber ich hatte aus dem, was vor dem Film gesagt wurde so ein Gefühl, da dürfte ich mir dann anhören, wie toll es in Kuba ist und das brauche ich nun auch nicht. Es ist so ein Problem vieler politischer Gruppen, auch der Linken, dass alles, was sich vom schlechten unterscheidet schnell als Gut verbucht wird. Also eben zum Beispiel die recht seltsame, gern unter dem Deckmäntelchen des Sozialismus agierenden Castro-Monarchie. Man kennt das ja auch bei uns Grünen in Bezug auf den ganzen Schwachsinn, der sich mit dem Label „Alternativmedizin“ vermarktet.

Freitag: Süchtelner und Klumpenstraße, Neuwerk
Mal eine neue Art von Veranstaltung: Am Freitag fuhr ich zu der Pressekonferenz zur Vorstellung des Gutachtens über Arsen, Antimon und Blei in der Süchtelner und Klumpenstraße. Dies weil ich es als sinnvoll erachtete, bei diesem brandheissen Thema nicht nur das Gutachten zu lesen, sondern auch dessen mündlicher Präsentation beizuwohnen.
Das Gutachten liest sich absolut beunruhigend, insbesondere für das Grundwasser, wenn das Zeug länger im Boden bleibt. Die Stadt hat zum Glück den einzig richtigen Schluss gezogen und wird noch im ersten Halbjahr für die Entfernung sorgen.
Interessant ist dabei die zeitliche Abfolge einiger Ereignisse. Es stellt sich mir angesichts der vorherigen Beschwichtigungen durchaus die Frage, ob die Stadt diese Entscheidung ohne Grünen Anschubser mit dem nötigen Zeitdruck getroffen hätte.

Daneben hatte ich auch einen Mailwechsel mit Karl Sasserath zur Durchsetzung des Lkw-Fahrverbotes an der Aachener Straße, der in dieser PE resultierte.

Termine, zu denen es nix zu erzählen gibt:
Montag Fraktionssitzung