eBook-Land Woche 21

Bücher im Verkauf: 4 | Eigene: 1 | Einkünfte bisher: 66,44 € | Händler: 6

In eigener Sache
Heute also ist mein Angebot klassischer SF-Romane um ein weiteres Buch gewachsen, denn Der Luftpirat und sein lenkbares Luftschiff 001: Der Beherrscher des Luftmeeres ist seit heute für 0,89 € bei Amazon erhältlich. Wie in dem letzten Blogbeitrag vor diesem erwähnt habe ich dabei auch mein Vorgehen bei der Konvertierung ins eBook-Format gewechselt: Statt meine Textverarbeitungssoftware eine html erzeugen zu lassen mache ich das jetzt von Hand und kopiere dabei den Text kurzerhand rüber, nachdem ich ihn in der Textverarbeitung aufgeschrieben habe. Das ist ein wenig aufwendiger, führt aber zu saubereren Ergebnissen im schlussendlich erzeugten Code.
Die Umstellung ist dabei relativ gering – all zu viel Raum nimmt der Code neben dem sichtbaren Text nicht ein und da ich schon die zweite und auch die kommende dritte Auflage von Dieses Cover ist Müll! direkt im Code bearbeite hab ich mich ohnehin dran gewöhnt.
Was mich dabei jetzt ein wenig annagt ist, dass von den vier Titeln, die ich bis jetzt rausgebracht habe nur einer von mir ist. Das gefällt mir ganz einfach nicht, also werde ich etwas dagegen tun: Ich widme mich diese Woche gezielt der Fertigstellung der dritten Auflage von Dieses Cover ist Müll und direkt danach von Feuchten Fußes. Feuchten Fußes, ebenso wie sein schon geplanter Nachfolger Schwarzer Schwinge, wird ein für mich persönlich interessantes Experiment, da es sowohl ein Sachbuch als auch eine Kurzgeschichte ist. Es gehört in das kleine Genre der Xenofiction, Geschichten mit nichtmenschlichen Hauptfiguren, ein Genre, das mich seit meiner Kindheit fasziniert hat. Die erste Hilfe bietet dabei eine Geschichte um die Lebewesen, die auf der Schwelle zum jeweiligen evolutionären Durchbruch (Schritt an Land, Entstehung der Vögel) stehen, die andere Hälfte liefert die wissenschaftlichen Fakten dazu. Ich bin gespannt, wie das Ergebnis, das hoffentlich nächste Woche endlich fertig ist, ankommen wird.
Gleichzeitig stelle ich meine Romanprojekte erstmal zurück. Ich werde etwas hinzufügen, wenn es mir spontan einfällt und lohnend erscheint, aber ich werde die Romane (Castor, Sünde, Neanderthalensis) vorerst warten lassen. Sie brauchen einfach zu lange und ich denke es ist momentan eine bessere Idee, einen Grundstock aufzubauen, um dann mit mehr Ruhe an diese Werke gehen zu können. Statt dessen konzentriere ich mich auf die Sachbücher und kurze Formate wie eben die Reihe Meilensteine der Evolution, da diese in kürzerer Zeit schreibbar sind. Vergessen werde ich die Romane aber mit Sicherheit nicht – sie sind immer noch das große Ziel meines Schreibens. Die Übung, die ich durch die vorgezogenen Projekte erhalte tut ihnen vielleicht sogar ganz gut. Insbesondere hinter Neanderthalensis steht eine Idee, die von einem erfahreneren Schreiber besonders profitiert.

Aus der Szene
Während in der Schweiz eine Volksabstimmung die Buchpreisbindung endgültig abschafft agiert auch die deutsche Bundesregierung in Sachen eBook-Preise – indem sie eine ermäßigte Mehrwertsteuer und somit Gleichstellung mit Printbüchern klar verneint. Mit einer Begründung, die sich herunterbrechen lässt auf „Woll’n wir halt nicht“. Wahrscheinlich soll sich das Hotelsteuer-Debakel nicht wiederholen.
Unterdessen hat die Welt Spass mit falschen Übersetzungen von juristischen Fachbegriffen und macht aus einer Beschwerde gegen Preisabsprachen der Verlage untereinander und mit Apple einen Angriff auf die Buchpreisbindung in Deutschland. Schön wär’s.
Apropos Welt. Die gehört ja zum Axel-Springer-Konzern, der sich erst letzte Woche in Begleitung einiger anderer Verlage das Leistungsschutzrecht erkämpft hat. Bereits am nächsten Tag wird ihnen plötzlich klar, dass das eine ziemlich schlechte Idee für einen Verlag sein könnte, der regelmäßig anderswo abschreibt und kommt für Twitterer kurzerhand zu der Lösung, diese per Dreifachraute ihre Leistungsschutzrechte abtreten zu lassen. Wer braucht bei sowas noch Satire?
Und nun zu etwas völlig anderem: Google verschmilzt seine Medienplattformen und somit haben wir inzwischen Google Play. Unterschiede zu bisher sind mir soweit keine aufgefallen, es gibt nur ein paar neue technische Probleme. So erscheint etwa beim Versuch, meine Sammlung zu sehen die Fehlermeldung „We’re sorry, the document you requested is not available in your country.“. Wohlgemerkt bei meiner Büchersammlung, nicht bei einzelnen Büchern in meiner Sammlung.


Der Beherrscher des Luftmeeres

Hui mal wieder ein kleines Buch-Making-Of. Diesmal wieder ein gemeinfreies Werk in eBook-Form: Der Beherrscher des Luftmeeres, der erste Band der Heftromanreihe Der Luftpirat und sein lenkbares Luftschiff. Nun denn:

Das Buch (naja, Heft)
Der Luftpirat, erschienen ab 1908, war die vermutlich erste Science-Fiction-Heftromanreihe. Sie dreht sich um die Figur des Kapitän Mors, ein rätselhafter Ingenieur und Menschenrechtsidealisten. Nachdem eine Gruppe von Aufrührern, denen er sich nicht anschließen will, sein Anwesen in Georgien zerstört und seine Familie ermordet flieht er und baut im verborgenen sein größtes Werk: Ein lenkbares Luftschiff von nie dagewesener Größe und Geschwindigkeit. Auf dem Erdboden fälschlich als Verbrecher verfolgt erklärt er sich zum Beherrscher der Lüfte und nimmt aus Rache den Kampf gegen all jene auf, die sich gegen Freiheit und Menschenrechte stellen.
Beim Lesen und übertragen des Texte kam mir sofort eine klare Assoziation in den Sinn: Steampunk-Batman!
Mors ist ein im verborgenen lebender, hochgebildeter Verbrecherjäger mit Geheimidentität, der vorzugsweise nachts aus der Luft auf seine Gegner herabstößt und dabei Angst und Schrecken verbreitet. Er verfügt über Technologie knapp jenseits dessen, was seine Zeitgenossen haben und trägt eine Maske. Gebt dem Mann Fledermausohren und rasiert ihm den Bart ab und ihr habt den Vater von Bruce Wayne. Das ist vermutlich reiner Zufall, aber dennoch amüsant.
Der Luftpirat markiert einen interessanten Moment in der Science-Fiction, nämlich den Endpunkt jener Zeit, die heute das Genre des Steampunk inspiriert. Flugzeuge konnten damals bestenfalls um die 100 Meter hüpfen. Luftschiffe waren die große Zukunftstechnologie, angetrieben von den Erfolgen des Grafen Zeppelin in Deutschland und des Erfinders Santos-Dumonts in Frankreich. Und hätte das Flugzeug im Ersten Weltkrieg nicht den gewaltigen Entwicklungsschub erhalten, den es dank des Militärs bekam, hätte unsere Gegenwart sehr anders aussehen können. Inzwischen hat sich ein eigenes Genre der Science-Fiction zu diesem längst vergangenen Zeitalter herausgebildet, der aktuell sehr erfolgreiche Steampunk.
Der Beherrscher des Luftmeeres ist der erste Band der Serie und führt den Hauptcharakter, einige seiner Crew und seine Feinde ein. Die Geschichte lässt sich, wie jeder Band der Serie, allein lesen und ist sehr kurz.

Beim Text habe ich ein neues Verfahren gewählt: Statt wie bisher den Text in LibreOffice zu verfassen und von diesem in HTML abzuspeichern habe ich ihn diesmal zwar in LibreOffice geschrieben (direkte Abschrift des Originals), dann aber per Kopieren/Einfügen in eine einfache Textdatei übertragen und den HTML-Code manuell hinzugefügt. Das Ergebnis ist ein deutlich sauberer HTML-Code, der sich besser und reibungsloser in das eBook-Format übertragen lässt. Das alte Verfahren hatte hin und wieder Fehlermeldungen produziert, die ich erst bearbeiten musste, jetzt klappt es reibungslos. Dieses Verfahren werde ich in Zukunft immer wählen. Die Rechtschreibung habe ich wie bei den beiden englischen Bänden zwecks Authentizität beibehalten, was insbesondere bei den ß auffällt. 1908 schrieb man bereits die deutsche Einheitsschreibung nach Duden, daher sind hier wenig Stolperfallen zu erwarten.

Das Cover
Anders als mein erstes veröffentlichtes gemeinfreies eBook, Armata hatte dieser Band zwar ein eigenes Cover, aber es war leider nicht in brauchbarer Auflösung zu haben und alles was ich hatte war eine modifizierte Schwarzweiss-Version aus einem modernen Sammelband. Also nahm ich, was ich hatte und puzzelte daraus ein neues Cover zusammen.
Dabei folgte ich einem Stil, den viele Volksausgaben größerer Bücher damals verfolgten: Ein schwarzes Titelbild mit einem verkleinerten Abbild des Originaltitelbildes in der Mitte. Das Logo hatte ich online von einem Bild von Band 45 und war anscheinend immer so schief. Das Titelbild von einem anderen online gefundenen Bild des Covers der ersten Ausgabe nahm ich dazu und vergrößerte soweit ich grade noch vertreten konnte. Das Ergebnis ist beim näheren Ansehen keine Schönheit, funktioniert aber und ist zumindest auch nicht wirklich schlecht. Es hat ein wenig vom Flair dieser Zeit.
Die Titelschriftzüge setzte ich in der dem Original nahen Schriftart Leipzig Fraktur, eine sehr gute freie Frakturschrift, die auch die wichtigsten Ligaturen und sowohl das lange als auch das runde s enthält. Das war hier wichtig, da ich beide S-Formen brauchte. Im Gegenzug merke ich grade, dass ich das „ch“ nicht als Ligatur gesetzt habe. Naja, es gibt schlimmeres und der Upload ist nunmal schon erfolgt. Trotzdem blöd.
Der Kontrast zwischen Antiqua-Logo und Fraktur-Titel war übrigens schon im Original enthalten.

Einstellen
Blieb noch, das ganze bei Amazon hochzuladen und auf die Freischaltung im Shop zu warten.
Eine Weile hatte ich überlegt, das Heft nach dem Preisschema für moderne Heftromane für 1,49 € zu verkaufen. Da es aber sehr kurz ist, bin ich letztendlich doch beim Amazon-Mindestpreis von 0,89 € geblieben.
Nun denn, Sonntag abend eingestellt und heute gegen 5 Uhr morgens (laut eMail-Benachrichtigung) online gegangen. Das war etwas länger als die letzten Werke, aber immer noch in Ordnung.

Schlussgedanken
Das Cover ist nicht ideal und sobald ich die Möglichkeit erhalte, einen Scan des Originals zu machen oder zu bekommen, tausche ich es aus. Immer noch unschlüssig bin ich, ob ich den Text nicht doch noch in die neue Rechtschreibung oder gar meine Hausorthografie übertragen soll. Grammatik und wortwahl unterscheiden sich nur äusserst geringfügig vom modernen Gebrauch, ein echtes Problem wäre das also nicht.
Aber dafür ist wenigstens bei den Anführungszeichen inzwischen alles klar: Die Leserschaft will offenbar die aus der Schule bekannte deutsche Setzung, also hat dieses Buch genau diese auch bekommen. Wenigstens eine Detailfrage abgehakt.
Wenn dieser Band funktioniert folgen die anderen irgendwann in bunt gewürfelter Reihenfolge (erstmal muss man an die Hefte rankommen, 9 Hefte scheinen überhaupt nicht mehr vollständig zu existieren). Und damit ran ans nächste Projekt.