Freitagsmarathon 3: Abschluss

Ach, ich lass das, es ist ermüdend. Ich denke, der Trend ist klar: Die CDU tritt arrogant und bürgerfeindlich auf, spricht aber von Vernunft und Bürgernähe.

Und genau deshalb noch einmal der Appell: Geht wählen! Um den antidemokratischen Kräften keine Chance zu geben.
Damit meine ich einmal natürlich die, die man immer mit den undemokratischen Parteien meint.
Aber ich gehe weiter: Ich zähle auch die Christdemokraten dazu. Ihre offen antidemokratische Gesinnung gepaart mit einer allgemeinen gesellschaftlichen Akzeptanz dieser Gruppe ist für mich ein erschreckender Trend – und das zieht sich von der Bundesebene bis hinunter in die Kommunen.
Beobachtet man das Gebahren dieser Gruppe in Gemeinden, wo sie traditionell Mehrheiten stellt, so wird klar: Je deutlicher die schwarze Mehrheit, desto klarer zeigen die Paramentarier, dass sie Demokratie im Grunde für eine lästige Störung in ihrer Regierungsarbeit erachten.

So etwas macht mir Sorgen: Es gibt vieles, was man in der Politik vertreten kann, aber Verachtung und Ignoranz der Demokratie, der Grundstütze dafür, dass Politiker überhaupt behaupten können, für die Bürger zu arbeiten, die von ihren Entscheidungen betroffen sind, sind ganz einfach inakzeptabel und haben in einem demokratisch gewählten Gremium keinen Platz.
Das geht von der klassischen Wahllüge über die Wählergegnerschaft („Meckerfritzen“) bis zu offen demokratiefeindlichen Bestrebungen (das allerdings eher auf Landes- und Bundesebene).
Das kann sein, dass man Bürgerinitiativen wahlweise ignoriert (wie bei Giesnekirchen 2015) oder einbindet (Hundelobby), nicht basierend au fihrer Größe, sondern darauf, ob sie den eigenen Zielen entspricht (ein Vorwurf von dem ich trotz Koalition mit der CDu die FDP auf kommunaler Ebene freisprechen kann). Oder auch, dass man Anträge im Stadtrat ablehnt und dann ein halbes Jahr später seinerseits einen identischen Antrag einbringt (geschehen mit dem grünen Antrag für Hundewiesen).

ich rufe daher alle auf, die Demokratie und Bürgerbeteiligung am leben in ihrer Stadt würdigen: Geht wählen.
Egal wen. Es stehen genug demokratische Parteien für alle zur Wahl: Grüne, Linke, SPD, Zentrum, FWG und FDP (zugegeben, die Reihenfolge ist meine eigene Präferenz) treten als Demokraten zu dieser Wahl an.
Geht eine davon wählen. Für mehr Demokratie in unserer Stadt.

Die Wahl ist übermorgen bis 18:00. Nehmt euch die Zeit.


WIR – Eine Detailkritik (Freitagsmarathon 1)

Die Nachrichtendichte ist heute, wohl angesichts des auslaufenden Kommunalwahlkampfes, unglaublich hoch.
Und wie üblich stechen unsere schwarzen Freunde besonders hervor.
Ja, heute gibt es viel zu lesen. fangen wir an mit der WIR in Form einer kurzen Detailkritik.

Die wir, bekanntlich die Gemeindezeitung der evangelischen Kirche in Mönchengladbach

Nee, nochmal.
De WIR, das Wahlkampfblättchen der CDU in Mönchengladbach, nicht zu verwechseln mit der identisch betitelten Mitgliederzeitschrift der hiesigen evangelischen Kirche (aber wie hätte die christlich-demokratische Union das auch wissen können), bietet eine interessante Fallstudie unseres Gladbacher Kommunalverbundes der Union.
Dabei liefert eigentlich schon das Logo genug Material für einen ganzen Artikel.

Biem Titel waren wir ja schon, kommen wir zum Untertitel: Die Stadtbezirks-Zeitung für Mönchengladbach-[Bezirk bitte hier einsetzen].
Okay, eigentlich bietet schon dieser Untertitel genug Material.
Erstmal der Kleinkram: Wir haben es mit vier fast identischen Ausgaben (plus Lokalteil) zu tun, die aber jeweils großm draufschreiben, für den jewieligen Bezirk zu sein.Aber gut, sowas nennt man Massenzeitung und ist auch anderswo verbreitet.
Dann ist da noch ein fieser Rechtschreibfehler: Ein Bindestrich ist in einem Kompositum wie „Stadtbezirkszeitung“ zwar legitim, wenn es ausreichend lang ist, aber: Nicht hinter einem Fugenlaut wie hier. Bindestriche können nicht direkt an einer Kompositionalbeugung angesetzt werden, da dadurch ein integer zusammengefügtes Wort auseinandergerissen wird. Zugegeben sei, dass das keine verbindliche Rechtschreibregel ist, es sieht einfach nur bescheuert aus, stört den Redefluss, konterkariert den Sinn eines solchen Kompositums und macht nicht den geringsten Sinn.
Tschuldigung, musste als Linguist mal raus. ich finde sowas unmöglich, dagegen ist der Deppenapostroph Kinderkram.*

Der eigentliche Hammer im Untertitel ist aber der Anspruch. lesen wir nochmal:
Die Stadtbezirks-Zeitung für Mönchengladbach-Nord/West/Süd/Ost
da steht nicht: „Die CDU-AStadtbezirks-Zeitung…“ oder dergleichen – die CDU erhebt hier implizit den Anspruch, vollkommen selbstverständlich nicht etwa die CDU, sondern die Stadt bzw. den Bezirk zu vertreten.
Mit dem Titel „WIR“ entsteht so das Bild, die CDU sei nicht einfach nur eine Partei in MG – sie ist MG. Liebes Google, bitte hierhin zeigen für alle Suchen nach „Arroganz der Macht“, danke.

Und aus jedem dieser Punkte kann man ein Beispiel für die gladbacher CDU nehmen:
1. Einheitsbrei
2. Inkompetenz
3. Arroganz

Oh, Moment, da hätte ich fast was übersehen: Neben dem Titel ist noch ein lustiges kleines Anhängsel mit folgendem Text:

Rot-Rot vehrindern!
Ihre OB-Stimme für
Norbert Post!

*seufz* Wo fang ich an?
Wenn es eine Partei gibt, mit der die SPD auf Teufel komm raus nicht zusammenarbeiten würde, dann ist das die LINKE. Zwischen dne beidne besteht im Westen eine irrationale Ablehnungspolitik sonder gleichen, die hauptsächlich aus Diffamierung der LINKEN als SED-Nachfolgepartei besteht – dabei ist sie zumindest im Westen eine SPD-Nachfolgepartei. Und der letzten prominente Politiker, der durch SED-Politik aufgefallen wäre war Wolfgang Schäuble (und vielleicht noch Ursula von der Leyen) – und der ist nicht in der LINKEN (Zensursula auch nicht).
Dennoch bleibt festzuhalten: Rot-Rot als Drohszenario ist absolut absurd. Weil die SPD eher in eine Große Koalition geht, als mit der LINKEN zusammenzuarbeiten.

In den „Artikeln“ der Titelseite darf man dann lesne, wie bürgernah Norbert Post, der es übrigens immer noch verweigert, Bürgerfragen zu beantworten, doch sei.
Ansonsten belangloses.
Norbert Post als Mephisto in FaustInnen Wahlkampfgeplänkel und mein Lieblingsfoto von Norbert Post, auf dem er aussieht, als würde er grade den Mephisto in einer Aufführung des Faust spielen (siehe links). Der Bart, das Grinsen, perfekt.

Dann gibt es noch etliche Kandidatenvorstellungen, was gar nicht mal schlecht ist – eine gelungene Vorstellung der meisten Kandidaten mit konkreten Zielen, Vorhaben und Ideen.
Hier mal ein Lob an die Konservativen.

Oh, und noch ein paar Sachthemen, die interessant sind:
Schulden

Mönchengladbach ist verschuldet und weit davon entfernt, einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren zu können.

Und jetzt ratet mal, welche Partei seit Mitte der 1950er Jahre die Ratsmehreiten stellt und somit dafür verantwortlich ist? Kleiner Tipp: Direkt unter dieser Aussage ist das Impressum der Zeitschrift, da steht die Antwort.

Flughafen

[…]die Faustformel gilt nach wie vor: Eine Million Passagiere schaffen 1.000 Arbeitspläze

Wer hat sich den Quark denn ausgedacht?

Der Rest der Punkte im Bereich Verkehr und Stadtentwicklung ist übrigens bei den GRÜNEN abgeschrieben: Renaturierte Niers, mehr Radwege, Erhalt des Theaters, Verkehrsberuhigung, S-Bahn-Haltepunkt Hermges-Hochschule… da kann man auch gleich das Original wählen ;-)

Und dann finden wir auf der letzten Seite noch einen Artikel, der offenbar komplett auf die Zielgruppe geht – deshalb ist er wohl auch so prominent eingesetzt worden. Und trotzdem Mist.
Es geht um das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit. Die Konservativen verbreiten schon seit einiger Zeit die Behauptung, es käme auf den Stufen des Theatervorplatzes an der Hindenburgstraße regelmäßig zu „Gelagen“.
Das ist, mit Verlaub, vollkommener Schwachsinn. Sicherlich sitzen da ab und an mal ein paar junge Leute (meist Punks) mit ein paar Bier beisammen. Aber das ist normal und wer aus Düsseldorf in unsere Stadt kommt, staunt in der Regel nicht schlecht, wie gesittet es dabei zugeht: Ich belaufe den Platz, der laut CDU ständig mit Glasscherben und leeren Flaschen „bedeckt“ ist (so sehr übertreibt sie in ihrer Wahlkampfzeitung nicht, aber anderswo) regelmäßig barfuß.
Die Punks in Gladbach arbeiten auch sehr positiv mit der Polizei zusammen und sorgen selbst für ihren guten Ruf – sie sind Gladbacher und sie haben ein ausgeprägteres Bewusstsein für diese Stadt als so mancher Kommunalpolitiker. Im Wahlkreis Hermges-Dahl-Ohler lädt man Anwohner unterdessen zu einer Veranstaltung ein – mit 300 Litern Freibier. Aber, so darf man der WIR entnehmen, der hier im Wahlkreis vorgeschlagene Schützenhof ist ja ein Raum, wo man sich (festhalten) „unter professionellen Bedingungen“ besaufen kann.
Davon ab: Das Alkoholverbot ist eh legal nicht durchsetzbar, wie Freiburg vor kurzem erfahren musste.

*Ja, bei mir wimmelt es auch von Tippfehlern und in einigen Punkten habe ich eine absichtlich von den Duden-Regeln unterschiedliche Rechtschreibung. Aber ich bin Blogger, ich darf das ;-)


Was ist eigentlich Realsatire?

Eine Lehrstunde mit Aktiv in MG e.V. und Norbert Post

Gestern abend, zu einem für mich leider ungünstigen Termin, hat sich der Verein Aktiv für Mönchengladbach e.V. gegründet.
Das Anliegen des Vereins ist ein urdemokratisches: Erhöhung der Wahlbeteiligung, welche in MG regelmäßig unter Landesdurchschnitt liegt.

Ich persönlich mache dafür ja die Dauerherrschaft der CDU verantwortlich, welche es seit Jahren schafft, demokratische Entscheidungen tatsächlich ungehört verpuffen und somit überflüssig erscheinen zu lassen.
Ein besonderer Kandidat hier ist der inzwischen notorische Antwortenverweigerer Norbert Post – oh, schaut mal, wer sich da unter die 17 Gründungsmitglieder gesellt hat:
Lothar Beine, Rolf Besten, Norbert Bude, Henner Dieck, Albrecht Driescher, Heidrun Esser, Bert Gerkens, Bernd Gothe, Ferdinand Hoeren, Hans Dieter Jakubowski, Anno Jansen-Winkeln, Ina Obst-Oellers, Norbert Post, Jutta Profijt, Hans-Hermann Tirre, Karl Sasserath und Hildegard Wester.

Da steht zwar mindestens noch ein CDUler drin (Rolf Besten), aber der verfügt nach meinem bisherigen Eindruck auch über wesentlich mehr Anstand als Post und nimmt zum Beispiel von sich aus nicht an Abstimungen teil, wo er befangen ist – dem lass ich eine ehrlich demokratische Gesinnung durchaus gelten.

Post hingegen hat vermutlich einfach nicht mitbekommen, dass es hier um Demokratie geht – Sie wissen schon, dieses Ding, wo man mit den Bürgern spricht, in ihrem Sinne handelt und vor allem ihre öffentlichen Fragen ebenso öffentlich beantwortet.


Die guten Vorsätze des Norbert Post

Immer wieder amüsant, die Darstellung des mönchengladbacher CDU-Bürgermeisterkandidaten Norbert Post zu beobachten.
Und weil das so amüsant ist, setze ich es gleich mal fort – mit einer sehr interessanten selbstdarstellung auf die Frage nach seinen Zielen als zukünftiger Verwaltungschef:

Ich werde ein Oberbürgermeister sein, der mit den menschen redet, ihnen zuhört, der ihnen hilft, aber auch reinen Wein einschenkt. Das wird sowohl für den Umgang mit den Bürgerinnen und Bürgern als auch für den mit dne Kolleginnen und Kolegen in der Verwaltung gelten. ich werde ein Bürgermeister sein, der hier vor Ort Verantwortung trägt, der den problemen nicht ausweicht und der – wenn es sein muss – auch dahin geht, wo es weh tut.[…]

Norbert Post weigert sich bis heute, über Portale wie Abgeordnetenwatch an ihn gerichtete Fragen zu beantworten, wenn sie nicht mit einer Postanschrift verbunden direkt an ihn gerichtet sind.
Offenbar hat er ein anderes Verständnis von „mit den Bürgern reden“ und „Problemen nicht ausweichen“ als der Rest der Menschheit. Und als wäre das nicht in einem demokratischen System problematisch genug, behauptet er in seiner Selbstdarstellung auch noch das genaue Gegenteil zu dem, was er dort tut.

Herr Post, beantworten Sie endlich öffentlich an Sie gerichtete Fragen in ebenso öffentlicher Form.
Alles andere ist undemokratisch und absolut unangebracht.

Ich will Ihnen persönlich nichts. Aber ich verlange für die Bürger der Stadt, um deren Bürgermeisterschaft Sie sich bewerben, dass Sie das Versprechen wahr machen, reinen Wein einzuschenken.
halten Sie sich doch bitte wenigstens an die Maßstäbe, die Sie selbst an sich anlegen.

In der selben Reihe bereits erschienen:
Hihihihihihahahahohohohee (20. Juli)
Demokratie ungenügend, Wahlkampf ausreichend (16. Juli)
Dilletanzkurs mit der CDU MG (11. Juli)


Hihihihihihahahahohohohee

Ich hatte ja per Abgeordnetenwatch eine Frage zum Verhalten der CDU bei öffentlichen Internetfragen an Oberbürgermeisterkandidat Norbert Post geschickt:

Herr Post,

mit Besorgnis nehme ich hier und an anderen Orten wahr, dass Sie nicht bereit sind, in einem öffentlichen Forum gestellte Fragen auch ebendort zu beantworten.
Was ist Ihre Motivation hierzu und finden Sie das Verhalten, in einem öffentlichen Raum auf Fragen nur mit dem Hinweis auf die Möglichkeit von Hinterzimmergesprächen zu antworten angebracht in einem demokratischen System, wie es in Deutschland nun einmal herrscht?

Und jetzt ratet mal, was er postwendend (haha, noch’n Schenkelklopfer) geantwortet hat…:

Sehr geehrter Herr Diehl,

gerne bin ich bereit, Ihre Frage direkt zu beantworten. Bitte senden Sie mir eine Mail, der ich auch Ihre Postanschrift entnehmen kann. Meine Mailanschrift finden Sie auf meiner Internetseite www.norbert-post.de .

Mit freundlichen Grüßen!

Ihr Norbert Post

Offenbar ist es Herr Post vollkommen unverständlich, dass eine Frage zur Politik oder dem Verhalten einer Person nicht persönlich ist, sondern auch andere ausser dem Fragenden selbst an einer Antwort interessiert sein könnten.
Wie man mit so einer Einstellung eine vernünftige Politik machen will, ist mir allerdings unbegreiflich. Denn Politik zeichnet sich dadurch aus, eben nicht Privatsache zu sein, sondern allgemeine Interessen zu betreffen.


Demokratie ungenügend, Wahlkampf ausreichend

Langsam wird es absurd: Jetzt schweigt die Gladbacher CDU sich schon auf einer zweiten Webseite aktiv aus: Bei Abgeordnetenwatch steht jetzt neben anderen auch Norbert Post zur Beantwortung von Fragen bereit – oder auch nicht.
denn auf alle Anfragen findet man die selbe Antwort:

Sehr geehrte/r Frau/Herr X ,

gerne bin ich bereit, Ihre Frage direkt zu beantworten. Bitte senden Sie mir eine Mail, der ich auch Ihre Postanschrift entnehmen kann. Meine Mailanschrift finden Sie auf meiner Internetseite www.norbert-post.de .

Mit freundlichen Grüßen!

Ihr Norbert Post

Vielleicht ist es einfach nur ein ausser Kontrolle geratenes Wortspiel, wenn Norbert Post um eine Postanschrift bittet, ich bezweifel es aber irgendwie.

Meine eigene Anfrage an Norbert Post per Abgeordnetenwatch wurde noch nicht veröffentlicht – vermutlich, weil ich selber Mitglied einer konkurrierenden Patei (Grüne) bin und bei der Kommunalwahl über die Listen zu Stadtrat und Bezirksvertretung Nord kandidiere.
ich denke Mal, Herr Post hat die Mail trotzdem bekommen – mal schauen, was da noch kommt. Mein text lautete wie folgt:

Herr Post,

mit Besorgnis nehme ich hier und an anderen Orten wahr, dass Sie nicht bereit sind, in einem öffentlichen Forum gestellte Fragen auch ebendort zu beantworten.
Was ist Ihre Motivation hierzu und finden Sie das Verhalten, in einem öffentlichen Raum auf Fragen nur mit dem Hinweis auf die Möglichkeit von Hinterzimmergesprächen zu antworten angebracht in einem demokratischen System, wie es in Deutschland nun einmal herrscht?

Und ich bin offenbar nicht der einzige. Auf BZMG schreibt ein gewisser Herbert Geist:

Sehr geehrter Herr Post,

am 30. August stellen Sie sich als Oberbürgermeister zur Wahl und Ihre Partei hat sich zum Ziel gesetzt, bei der Kommunalwahl die stärkste Partei zu werden.

Bei so hohen Zielansätzen ist es für mich unerklärlich, dass Sie Bürgeranfragen innerhalb des “Forums BZ” nicht öffentlich beantworten wollen.

Und das nicht irgendwo, sondern unter den Fragen anNorbert Post. Die Situation droht zum Fiasko zu werden.

Und Ben Muth berichtet anderswo bei der BZMG über Posts verhalten bei Abgeordnetenwatch:

Der Fragesteller Günter Schneider hatte von den Herren Post und Oberem die Antwort erhalten, dass sie kein Interesse „an einem solchen Bürgerbeteiligungsverfahren“ hätten.

Herr Schneider hatte in einer Mail die Mönchengladbacher OB-Kandidaten gefragt, ob sie sich hier an diesem Verfahren beteiligen würden und ob sie hier die Fragen von Bürger beantworten würden.

Ich glaube, damit ist das Thema geklärt: CDU-OB-Kandidat Norbert Post und auch FWG-OB-Kandidat Erich Oberem wollen einfach nicht.

Dass Herr Post auch noch die Postanschrift haben möchte, ist schon recht eigenartig.

Ein Schmankerl dazu noch aus dem Stadtteil Giesenkirchen, wo ein Interview mit Bezirksvorsteher Frank Boss doch gleich in der ersten Antwort mit diesen Worten beginnt:

Wir müssen die Bürger einbinden und transparente Politik betreiben […]

Ins Fettnäpfchen treten kann jeder. Das Fettnäpfchen selber hinzustellen und dann mit richtig Wums reinzutreten, das ist eine Kunst.

Zu gute halten kann man der CDU, dass sie wenigstens die potenzielle Selbstblamage vorhergesehen zu haben scheint. Das muss der FDPler Dr. Anno Jansen-Winkeln wohl noch lernen.
Der lässt sich auf Abgeordnetenwatch auf die Fragen der Bürger ein – und das sehr vorbildlich pflichtbewusst. Davon zunächst einmal können sich alle (ja, alle) anderen ein Scheibchen abschneiden.

Nun hapert es bei ihm aber an Inhalten, darf man da doch bei der Frage nach einer verbesserten Anbindung des vergößerten Franziskus-Krankenhauses folgendes vernehmen:

Warum sollten die Steuerzahler viele Millionen in die Hand nehmen um die Anbindung eines privaten (nicht städtischen) Krankenhauses zu verbessern[…]

Weil es ein gotverdammtes Krankenhaus ist? Ein Krankenhaus ist kein klassischer kapitalistischer Dienstleister sondern ein Grundbedürfnis jeder Stadt, dessen Existenz die Gesundheitsversorgung der Stadt verbessert.
Die schnelle Erreichbarkeit von Krankenhäusern ist ein wichtiger Faktor für die Sicherheit und Lebenswürdigkeit einer Stadt.
Wir haben es hier mit einem Thema zu tun, welches sogar die Grünen dazu bringt, sich für eine Autobahnabfahrt einzusetzen, so wichtig ist diese Auffahrt, nach der gefragt wurde.
Nochmal zum mitschreiben: Die Grünen! Wollen eine Autobahnauffahrt! Die! Grünen! Pro Autobahn! (einschließlich mir)
Irgendwelche Fragen?

Mich würde noch interessieren, ob Herr Jansen-Winkeln glaubt, eine Stadt sei für irgendetwasAlle ihre Fragen möchte ich gerne beantworten. Z.B. die Kapazität der Straße. Diese liegt tatsächlich nahe an 30.000 Fahrzeugen. Sie stimmen mir aber sicher zu, daß dies nicht das Forum ist. Gerne lade ich sie ein, daß wir uns gerne einmal zusammensetzen und persönlich besprechen. Rufen sie mich einfach an und machen einen Termin aus.

Nix da, beantworten Sie gefälligst die Frage.

Oh, Moment, die CDU blamiert sich trotzdem. Etwa auf ihren Plakaten.
Denn welchen Sinn ergibt eigentlich die Aussage „Mut zur Veränderung“, wenn sie von der Partei kommt, die seit 15 Jahren die Mehrheit im Rat stellt?
Auch hübsch ist „Mönchengladbach kann mehr“ – mehr als was? Dass einiges Schmierer Adbuster das fehlende „als“ schon druntergesetzt haben und nun „Mönchengladbach kann mehr als Norbert Post“ dort steht ist ein so offensichtlicher Streich gegen das Plakat, dass er bei der CDU eher peinliche Betroffenheit denn Ärger hervorrufen dürfte.
Achja, und im Wahlkreis Hermges-Dahl-Ohler tritt man wechselweise als CDU-HDO oder HDO-CDU auf. Da aber praktisch niemand weiss, dass die drei Stadtteile einen gemeinsamen Wahlkreis bilden stehen Leute nur davor und fragen sich, was „HDO“ denn bitte sein soll. Ein wahlkämpferisches Glanzstück – jetzt weiss die Zielgruppe nichtmal, dass/ob sie angesprochen ist, wenn sie die Plakate tatsächlich liest!

Die besten Glanzleistungen der bisherigen Wahlplakate einmal zusammengestellt:

Mut zur Veränderung (CDU)
Wie gesagt: Ihr seid die regierungspartei – wenn ihr wieder drankommt ist das keine veränderung. Und wenn doch, stellt sich die Frage, warum ihr erst nach 15 jahren im Rat etwas tut.
Unsere Stadt ist Ihre Stadt (Grüne)
Äh, ja. Beruhigend zu wissen, dass in Mönchengladbach nicht beispielsweise die bielefelder Grünen antreten.
Budewahl (SPD)
Das wäre sogar verdammt clever, wäre Norbert Bude nur bekannter, als er es nunmal ist.
Erich Oberem – Wen sonst wählen? (FWG)
Blöde Frage – einen der anderen sechs Kandidaten. Dürfte der größte Rohrkrepierer in der ganzen Reihe sein.

Das wird ein furchtbarer Wahlkampf.

Eins zum Abschluss: Als Grüner bin ich natürlich nicht neutral – aber ich bemühe mich dennoch um möglichst große Neutralität.
Mir geht es hier darum, dass die Parteien in dieser Zeit vernünftig auftreten und den Wahlkampf mit einem angemessenen Niveau und echten Inhalten bestreiten statt mit leeren Floskeln – alles andere wäre aktive und sträfliche Verdummung und Entpolitisierung. Und mir geht es darum, dass die Leute, die sich auf ein demokratisch gewähltes Amt bewerben sich auch entsprechend verhalten und die Demokratie angebracht würdigen, etwa indem sie Bürgerfragen beantworten – und zwar öffentlich.