Sieben am Sonntag 25.02.2018

Sieben Dinge der Woche, ausgewĂ€hlt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltĂ€glichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, MerkwĂŒrdigkeiten und sonstigen -keiten, der FundstĂŒcke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.
Oh, ab dieser Woche werde ich ein paar Richtungen ausprobieren, in die das Format sich weiterentwickeln kann. Ihr dĂŒrft gespannt sein. Ihr dĂŒrft auch nicht-gespannt sein. Ich meine, wir sind ein freies Land hier und das ist ein freies Blog.
Und, auch wenn es möglich gewesen wĂ€re, kein Drumpf der Woche. Die Sache mit dem Vorschlag, Lehrer zur Abwehr von Schulmassakern zu bewaffnen, ist zu bekannt und zu einfach. Trotzdem, Respekt, so bescheuert zu sein erfordert Talent. Wenn auch ein Talent, das keiner haben will — oder haben sollte.

Musik der Woche

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wĂ€re es mal wieder mit einer Coverversion? Einer möglichst seltsamen natĂŒrlich. Okay, hier ist der Titelsong des PokĂ©mon-Anime im Stil von 20 erfolgreichen Bands der 90er.

Wahrheit der Woche

horse-fastDie Natur hat doch immer noch die besten Erfindungen. Heute morgen in Facebook gesehen. Ein paar Minuten spÀter konnte ich langsam wieder atmen.

FĂŒtterung der Woche

PartyhĂ€ppchen fĂŒr Krebszellen - Bild: Jason Drees, Arizona State University

PartyhĂ€ppchen fĂŒr Krebszellen – Bild: Jason Drees, Arizona State University

Forscher aus Arizona haben eine neue Methode entwickelt, um das Krebsmedikament Thrombin direkt zu den Krebszellen zu bringen. Sie bauen eine winzige Kugel aus reiner DNA, in der sich Thrombin befindet. Die DNA ist so zusammengesetzt, dass sie auf ein Enzym auf der OberflÀche von Krebszellen reagiert und das Thrombin gezielt im Tumor freilÀsst.
Thrombin ist ein Gerinnungsmittel, das gezielt Adern verstopft und so den Tumor vom Blut abschneidet, durch das er mit Nahrung versorgt wird. Die Krebszellen verhungern. Als traditionelles Krebsmittel hat es schwere Nebenwirkungen, da es nicht nur Krebszellen angreift. Die neue Methode der Verabreichung in DNA-Nanorobotern kann das Àndern.

Verdachtsmoment der Woche

Bild: Amazon

Bild: Amazon

Das ist eine Tastaturabdeckung fĂŒr arabische Schriftzeichen. Damit kann man sehen, welche Taste welches Schriftzeichen erzeugt, wenn man am Computer die Tastatur auf eine andere Sprache umstellt. Das ist eine sehr nĂŒtzliche Sache, vor allem fĂŒr das Schreiben in Sprachen mit völlig anderen Schriftsystemen.
Arabisten zum Beispiel schreiben regelmĂ€ĂŸig in einer solchen Sprache mit völlig fremdem Schriftsystem.
Nun ist arabisch bekanntlich die Sprache des terrorismus, also fand die Kreditkartenfirma eines solchen Arabisten, Pieter van Ostaeyen, seine Bestellung eines solchen Teils verdÀchtig genug, ihm temporÀr die Karte zu sperren.
Und dann fragen sich die Leute, warum die Deutschen so am Bargeld hĂ€ngen…

Sportart der Woche

Plogging ist eine Sportart, die sich von Schweden aus in der Welt ausbreitet. Das Mischwort aus jogging und pluck (oder schwedisch: plocka) bezeichnet die TĂ€tigkeit, beim Joggen gezielt den herumliegenden MĂŒll aufzuheben und entweder mitzunehmen oder in einen MĂŒlleimer zu werfen.
Das klingt schon mal sehr toll und selbstlos, aber auch fĂŒr die Plogger selbst ist da was drin. Denn wer beim Joggen hĂ€ufig anhĂ€lt und MĂŒll aufhebt, hat eine deutlich abwechslungsreichere Bewegung und einen Effekt, der an das in den letzten Jahren zunehmend empfohlene Intervalllaufen erinnert, bei dem man durch eine Kombination aus langsamem Laufen und Sprint einen stĂ€rkeren Trainingseffekt erzielt.
Dieses Jahr hat sich dank dem britischen Autor David Sedaris die englischsprachige Welt der Idee angenommen und damit beginnt sie, ein Trend zu werden.

Entdeckung der Woche

Neue Untersuchungen konnten nachweisen, dass einige Höhlenmalerien in Europa Ă€lter sind als der Homo sapiens dort und somit vom Homo neanderthalensis stammen mĂŒssen. Das ist beachtlich, da es dem Neandertaler eine hoch entwickelte Kultur nachweist, die mit der des Menschen auf Augenhöhe war.
FĂŒr mich ist das noch aus einem anderen Grund interessant: Ich vermute, dass Höhlenmalereien im Zusammenhang mit der Erfindung von Schriftsystemen und somit mit Sprache stehen. Gezielten Untersuchungen dazu steht nur leider sehr viel im Wege — nicht zuletzt die schwierige Datierung der Malereien. Ich bin sehr gespannt, was bei den neuen, genaueren Datierungsmöglichkeiten noch rauskommt.

Fotos der Woche

Das ist der Teil, wo ich eine Neuerung ausprobieren will. Den Platz des siebten Beitrags nimmt von nun an eine Sammlung von Fotos ein, die ich ĂŒber die Woche gemacht habe.
Die Woche aufgeteilt in zwei Trilogien.
Die erste dokumentiert ein wenig hin und her am Samstag: Kiste in den offenen Garten bringen, leere Aktenordner aus dem nahen BĂŒro ins Lager bringen, Tritt (ich wusste nicht, welchen der beiden) aus dem Lager ins BĂŒro bringen. Falls mir nochmal irgendwer kommt, mit einem Fahrrad ginge sowas doch gar nicht. NatĂŒrlich geht das, man braucht nur das richtige Zubehör und fĂŒr die Fahrt auf den Gipfel des Abteibergs eine brauchbare Gangschaltung. Und nicht unbedingt ein mĂ€chtig Platz fressendes Lastenrad.
Fotografiert mit meiner leider nicht sehr guten Handykamera, die vorherige war um LĂ€ngen besser. Die neue kann ich noch nicht mal per Touchscreen auf ein Element im Bild fokussieren.

radransport-kiste

Das meine ich. Die Kamera im ZTE Blade L7 ist selbst eines Telefons unter 100 € unwĂŒrdig.


radtransport-ordner
Keine Sorge, alles vernĂŒnftig mit Spanngurten unten im HĂ€nger gesichert.

Keine Sorge, alles vernĂŒnftig mit Spanngurten unten im HĂ€nger gesichert.


Die zweite Trilogie besteht aus den dieswöchigen Aufnahmen der getanen Arbeit im entstehenden offenen Garten Dahler Oase. Diese erfolgten mit meiner wegen des fĂŒr Fotos und vor allem Video komplett unbrauchbaren Handys erworbenen Kamera, die damit ihren ersten Bildtest durchlaufen hat. Bestanden!
oase-kiste-versteck Da ist die Kiste aus der ersten Trilogie ja wieder! Es war leider nötig, auf dem GartengelĂ€nde eine abschließbare Kiste unterzubringen. Diese hier sollte entsorgt werden, jetzt steht sie hinter einem Busch und unter einer blickdichten Buche im Garten. Einen Regenschutz und einen nicht verbogenen Deckel bekommt sie noch.
Eine von Januarsturm Friederike umgestĂŒrzte Kiefer auf dem GelĂ€nde durfte in Form ihrer Äste als Quelle fĂŒr einen Sichtschutz in der jetzigen laubfreien Zeit dienen.

oase-schaukelstuhlÄh ja, weiss irgendjemand, wie man den reparieren kann? Dieser eigentlich sehr gemĂŒtlich aussehende Schaukelstuhl lag im GebĂŒsch rum. Er tat dies offenbar schon eine ganze Weile.

pflanze-nnHier noch ein Pflanzenfund auf dem GelÀnde. Ich habe keine Ahnung, was das ist. Zaunwinde vielleicht? Erkennt das jemand hier?


Dino-Dienstag 30

Nachrichten aus der Welt der PalÀontologie, (so gut wie) jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Diese Woche kÀmpfe ich zum Ende zunehmend mit den Namen einiger Kreaturen. Und das mir, der eigentlich ohne absetzen einen Satz mit Scansiopterygidae bilden kann.

Pferd mit Nachwuchs aus Messel

Hier mal ein spektakulÀrer Fund aus heimischen Gefilden, eine schwangere Stute von Eurohippus aus der Grube Messel bei Darmstadt.


SpektakulĂ€r an dem Fund ist auch, dass dank des isolierenden Schlammes des einst hier vorhandenen Sees Details der GebĂ€rmutter als fossiler „Schatten“ erhalten sind, was Einblick in die Evolution der Lebendgeburt gibt.
Deutschland scheint in der Urzeit fĂŒr schwangere recht gefĂ€hrlich gewesen zu sein – verschiedene Fundorte haben schwangere oder gebĂ€rende Muttertiere hervorgebracht, besonders berĂŒhmt die delfinartigen Ichthyosaurier aus Holzmaden bei Stuttgart.

Neues zur Farbe ausgestorbener Arten

Die Behauptung, man könne aus den AbdrĂŒcken von Pigmentzellen in den Federn einiger Dinosaurier auf deren Farben zu Lebzeiten schließen, galt immer als kontrovers, wird aber zunehmend akzeptiert.
Nun haben britische und amerikanische Forscher Fossilien der FledermĂ€use Palaeochiropteryx und Hassianycteris aus Deutschland untersucht, die AbdrĂŒcke des einstigen Fells zeigten. Damit haben erstmals Forscher versucht, die an Federn erprobte Technik auf Fell zu ĂŒbertragen.
Und sie waren erfolgreich: Nicht nur ist der Befund, dass diese FledermĂ€use ein braunes Fell hatten konsistent mit der Farbgebung heutiger FledermĂ€use, sie fanden in den Überresten der farbgebenden Zellen auch chemische Spuren von Melanin, dem hĂ€ufigsten Farbstoff in SĂ€ugetierfell und konnten ĂŒber dessen Verteilung bestĂ€tigen, dass die Form der Zellen die FĂ€rbung der Tiere zu Lebzeiten erkennen lĂ€sst.

Neue Spezies der Woche

Kimbetopsylis - Bild: Sarah Shelley

Kimbetopsalis – Bild: Sarah Shelley


Kimbetopsalis simmonsae war ein ĂŒberraschend großes SĂ€ugetier, dass mehr oder weniger direkt nach dem Ende der Dinosaurier lebte. Sowohl die GrĂ¶ĂŸe von einem Meter LĂ€nge als auch die Tatsache, dass es ein Pflanzenfresser war, sind ungewöhnlich, da beides zu Zeiten der Dinosaurier unter SĂ€ugetieren sehr selten war. Die Forscher vermuten, dass er ein Beispiel dafĂŒr ist, dass die SĂ€ugetiere sich nach dem Ende der Dinosaurier sehr schnell an die neue, nun dinosaurierfreie Welt anpassten und neue Formen hervorbrachten.
Die Presse hat beschlossen, das Tierchen als einen apokalyptischen Biber zu bezeichnen, weil es in einer wasserreichen Waldlandschaft lebte und entfernt einem Nagetier Àhnelte. Mit den heutigen Bibern teilt es allerdings keine nÀhere Verwandtschaft, es gehört zu einer ausgestorbenen Gruppe von SÀugetieren, die zwischen den Eier legenden und den lebend gebÀrenden SÀugetieren standen. AuffÀllig an ihnen waren die sehr komplexen ZÀhne und die jenen der Nagetiere Àhnelnden SchneidezÀhne.
Japan gibt uns die fluglose Ente Shiriyanetta hasegawai, die dort vor etwa 120.000 Jahren an den KĂŒsten herumlief.
Bei den Dinosauriern haben wir mit Ugrunaaluk kuukpikensis einen Vertreter, dessen Namen nicht nachschlagen zu mĂŒssen ein KunststĂŒck werden dĂŒrfte, das nur des Inuktikut MĂ€chtige schaffen dĂŒrften. Der Fund ist nicht ganz so spektakulĂ€r, wie die Presse gerne betitelt, aber immerhin: Die Forscher dachten bisher, dass die zum Ende des Dinosaurierzeitalters nördlich des Polarkreises in Alaska lebenden EntenschnĂ€bel zu der bekannten und sehr hĂ€ufigen Gattung Edmontosaurus (ĂŒber die Jahrzehnte auch bekannt als Trachodon, Anatosaurus, Anatotitan und weitere) gehörten. TatsĂ€chlich aber fanden neue Untersuchungen genug Unterschiede, um sie zu einem ganz neuen Dinosaurier aus der nahen Verwandtschaft von Edmontosaurus zu erklĂ€ren: Buchstabensuppe Ugrunaaluk eben.
Er versucht auch grade, es auswendig zu lernen, daher der Gesichtsausdruck: Ugrunaaluk - Bild: James Havens

Er versucht auch grade, es auswendig zu lernen, daher der Gesichtsausdruck: Ugrunaaluk – Bild: James Havens