MG, Stadt ohne Irgendwas

Ursprünglicher Titel dieses Beitrags: Projekt „Fuck You, Borussia“, weil es mir auf die Nerven geht, dass man von MG nur durch die Fußballmannscahft hört.

Dass Gladbach für Aussenstehende nichts bietet, darauf hatte ich ja schonmal gestern hingewiesen.
Aber wie schlimm ist es eigentlich?
Das Bild nach einer kurzen Internetsuche sieht etwa so aus:

Nach einem Fußballverein benannte Stadt im Westen ohne weitere Merkmale, aber mit schlampiger Justiz

Und den Halbsatz da drin gibt es auch nur, wiel das Thema grade aktuell ist.

Wer etwas intensiver sucht, der findet vor allem raus, dass Gladbach langweilig ist – sehr hübsch der exemplarische Bericht aus dem Tagesspiegel über den Berliner Platz. Und die Adressen von jeder Menge Bordelle und Begleitservices – Hure Diana im sexrelax soll zurückhaltend, aber nicht schlecht sein, lese ich dort.
An sonstiger Prominenz haben wir vor allem Weggezogene (Walter Moers, Charlotte Roche, Volker Pispers) und Sportler zu bieten – letztere immehrin auch ausserhalb der Reihen der Borussia (Nick Heidfeld, Heinz-Harald Frenzen, Ina Menzer). Oh, und einen Reichspropagandaminister (Joseph Goebbles). Heinz Sielmann und Hugo Junkers sind die löblichen Ausnahme in der Gladbacher Prominenz, den Rheydter Josef Pilates kennt man interessanterweise zwar in Japan und den USA – am Niederrhein ist der Mann hingegen ein Unbekannter. Kai Ebel ist bekannt, aber seine hiesige Hekrunft weiss nur die Wikipedia.
Ich möchte behaupten, dass hier irgendwas schief läuft.
Zum Glück vergessen sind übrigens Prollrapper Eko Fresh und Viva-Moderator Nils Bokelberg.
Mich deucht, wir nehmen einfach die falschen Leute als Vorzeigefiguren: Hans Jonas kennt ausserhalb der Stadt niemand, der nicht fünf Jahre Philosophie studiert hat – im Gegensatz zu einer großen Zahl an Gladbachern, die wir nie als solche erwähnen (Walter Moers, Volker Pispers, Josef Pilates).

Eine Bildersuche fördert immerhin neben dem Borussia-Park im Nordpark noch das Münster zu Tage.
Youtube hat neben Fußballspielen seltsam viele Videos über den islam in der Stadt zu bieten. Und diese geniale, zweiteilige, drei Jahre alte Satireperle:


Die Wellness-Oase Altes Zentralbad…

Gladbach hätte durchaus Potenzial, nur wird das von dne Verantwortlichen erstaunlich konsequent ignoriert oder gar abgebaut.
Und im Gegenzug beruft man sich auf unbekannte Altherrengrößen wie Hans Jonas und abrissbereite Schandflecken wie den versifften Hauptbahnhof. Das ist symptomatisch auch für andere bereiche – so nennt sich Gladbach immer noch eine Textilstadt, obwohl die Textilindustrie hier schon längst verschwunden ist. Im Versuch, diesen ehemaligen Ruf ausfrecht zu erhalten, verzettelt sie sich dann durch Ignoranz anderer, viel wichtiger und profitabler gewordener, Wirtschaftszweige. So ist das hier halt.

Und weil mir das auf die Nerven geht, will ich was dagegen tun – privat und mit/bei den Grünen. Mehr dazu in den kommenden Tagen und Wochen.
Gladbach könnte so viel mehr bieten – nur muss man das den Leuten auch klar machen und es fördern.