Sieben am Sonntag 11.03.2018

Sieben Dinge der Woche, ausgewĂ€hlt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltĂ€glichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, MerkwĂŒrdigkeiten und sonstigen -keiten, der FundstĂŒcke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

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Woche starten wir mal mit was niedlichem. Oder mit einem unbeabsichtigt beissenden Kommentar zur Schulpolitik. So oder so haben wir hier Kraftwerks Roboter, eingespielt von einer 1. Klasse der GTS Lemmchen in Mainz-Mombach.
GTS steht normalerweise fĂŒr Ganztagsschule, also lustigerweise genau die Schulform, die ich fĂŒr die Roboterisierung der Kinder hauptverantwortlich mache. Man merkt vielleicht, dass ich mit der Schulpolitik meiner Partei nicht ganz konform gehe.

Links der Woche

Obacht vor geschenktem Geld!

Obacht vor geschenktem Geld!

Deutschland ruft die Milliarden Fördergelder fĂŒr den Breitbandausbau nicht ab. Denn wer will schon Geld geschenkt haben? Das lĂ€sst uns die Tagesschau wissen. Die Grafik zeigt Fördertopf (blau) und tatsĂ€chlich abgerufene Gelder (orange).
Dass ein Privatsender die Initiative Notheidisgirls killt, ist zunĂ€chst keine so große Überraschung. Dass dies geschieht, indem RTL ein Youtube-Video der Gruppe bringt, die Sendung dann bei Youtube einstellt und Youtube wiederum das Originalvideo als nicht genehmigten Ausschnitt aus dem RTL-Video zu erkennen meint und sperrt, das ist dann doch etwas ungewöhnlich. Aber typisch fĂŒr deutsche Digitalkompetenz.
Dazu passt dann auch der recht seltsame Vorschlag der EU, soziale Netzwerke sollten demnĂ€chst in den Wohnorten ihrer Kunden Steuern fĂŒr die Datennutzung zahlen. Denn Steuern sollten da gezahlt werden, wo der Wert entsteht. Also zum Beispiel die Steuern fĂŒr die Bananen bei Aldi SĂŒd in der Dominikanischen Republik. Ach, wie, doch nicht? Komisch.
Das grĂ¶ĂŸte Drohnensystem der Welt geht denn auch nicht in Deutschland oder den USA an den Start — sondern in der High-Tech-Nation Tansania. Es liefert dort Medikamente und andere wichtige VersorgungsgĂŒter in abgelegene Regionen.
Aber auch Deutschland engagiert sich in Afrika und setzt sich fĂŒr den Schutz der Großkatzen ein. Dass die neue Bundesregierung gleichzeitig verspricht, daheim dem Wolf Einhalt zu gebieten, ist ein störendes Detail, dass man jetzt nicht unbedingt erwĂ€hnen muss, wenn man die Bundesregierung ist. Wenn man ich ist, schon.
Um das zu verstehen, fragt man am besten jemanden mit sowas wie einem „Einstein-Visum“. Melania Trump zum Beispiel.
Wie sich ihr Mann Donald dagegen eine intelligente Frau vorstellt, davon haben chinesische Spielzeughersteller eine ziemlich gute Illustration geschaffen.
Ja, ich weiss, dass Mickey mÀnnlich ist. Aber das ist nicht Mickey, das ist Lucky.

Ja, ich weiss, dass Mickey mÀnnlich ist. Aber das ist nicht Mickey, das ist Lucky.


Es gibt aber auch Gutes aus Deutschland zu berichten: Solingen hat seine Oberleitungsbusse durch einen BOB ergĂ€nzt. Der Batterieoberleitungsbus ist in der Lage, ohne Dieselmotor nicht elektrifizierte Streckenabschnitte zu bedienen, indem er Strom aus der Oberleitung in einem Akku einspeichert. Ältere MitbĂŒrger meiner Stadt werden sich an frĂŒhere Versuche zu elektrischen Bussen erinnern.
Die Buslinie (00)9 aus Mönchengladbach 1981 als Elektrobus mit Akku im AnhÀnger - Bild: Stadtarchiv MG

Die Buslinie (00)9 aus Mönchengladbach 1981 als Elektrobus mit Akku im AnhĂ€nger – Bild: Stadtarchiv MG


In Belgien kommt man unterdessen zu der Erkenntnis, dass Leben vielleicht doch wichtiger ist als ein paar ArbeitsplĂ€tze und so spricht sich die reaktornahe Stadt LĂŒttich inzwischen gegen Tihange aus.

Service-Mitteilung der Woche

Dinge, die man sagen muss, obwohl man sie eigentlich nicht sagen mĂŒsste.

Bild: Karl Sasserath

Bild: Karl Sasserath

Diesmal geht es um das aktuell große Thema der Obdachlosen. Die es ja angeblich nicht gibt.
WÀhrend andere StÀdte ihnen Unterkunft bieten, werden sie hier konsequent von öffentlichem GelÀnde vertrieben.
Ich fasse mich kurz: Das sind Menschen, kein Ungeziefer. Wenn ihr ihnen schon nicht helft, lasst sie doch wenigstens in Ruhe, wo sie keinen stören. So viel Kundschaft hat eine geschlossene Postfiliale ja nicht.

Politik der Woche

Auf den Umweltausschuss letzte Woche folgt traditionell der Bau- und Planungsausschuss. So auch diese Woche.
Dabei stand ein Klassiker der politischen Seite dieses Blogs an: Die BusfĂŒhrung in der zentralen FußgĂ€ngerzone von Mönchengladbach. Mein Beitrag zum Thema war im wesentlichen eine Kurzfassung meines letzten Blogbeitrags zum Thema.
Doch da die GroKo lieber mit dem Kopf durch die Wand wollte, wurde die Datengrundlage der Erhebung ohne ersichtlichen Grund in Zweifel gezogen und von Annette Bonin sogar fĂŒr wertlos erklĂ€rt. Thomas Fegers (SPD) fĂŒhrte aus, dass sich die Innenstadt als Einkaufsort ja sowieso bald erledigt habe — und prophezeite wohl eher versehentlich schonmal das Ende die grade erst gebaute und vor allem auch massiv von der SPD vorangetriebene Mall namens Minto. Ebenso ein Produkt des Zufalls dĂŒrfte sein, dass er mit diesem Beitrag perfekt einen anderen Beitrag von mir zusammenfasste. Was nicht das schlechteste ist, aber halt in dem Kontext Unsinn. Eine Innenstadt, die niemand erreicht, wird mit anderen Konzepten genausowenig blĂŒhen wie mit dem Handel. De Deutsche Post fĂŒhrt das grade vor, indem sie ihr Kundencenter so weit wie nur irgend möglich von ihrer Kundschaft entfernt oben auf den Abteiberg setzt.
Nun war der GroKo letztlich egal, wie widersprĂŒchlich ihre Argumente waren, es gab offenbar das Ziel, die Hindenburgstraße vom Busverkehr zu rĂ€umen, ob es nun sinnvoll ist oder nicht. Das hat sie dann halt durchgezogen.
Ansonsten war mir dort bei den zahlreichen Änderungen im Nordpark noch wichtig, dass davon der aktuell in der Planung befindliche Radschnellweg Rheindahlen-Nordpark nicht negativ betroffen ist, denn mit dem habe ich noch ein bisschen was vor.
Der Freitag brachte eine weitere Veranstaltung, den Bezirksrat der GrĂŒnen Niederrhein-Wupper zum Thema Verkehr. Konkret ging es wegen der aktuellen Entwicklungen um den Dieselskandal. Mir wird das Thema deutlich zu einseitig autofixiert diskutiert, auch innerhalb der GrĂŒnen. Diese ganze Debatte, die den Verkehr als solchen praktisch nicht angeht und nur darauf abzielt, die Motoren zu ersetzen, ist so unglaublich ambitionslos und Ă€ngstlich.
Aber ich bin froh, dass der Vorstand des partei-internen Bezirksverbands, dem ich seit der letzten Vorstandswahl angehöre, bei den Bestrebungen, stÀrker inhaltliche Themen anzusetzen, die alle Kommunen gemeinsam betreffen (statt Personalien in Vorbereitung auf die jeweils nÀchste Wahl), an einem Strang zieht.

Wortgeschmeide der Woche

BĂŒcher, Texte, Veröffentlichungen! Mal meine, mal nicht. Diese Woche zum Beispiel nicht, dafĂŒr schließe ich die LĂŒcke mit einer kleinen KuriositĂ€t. Ich zitiere einfach mal die Beschreibung von Benno Zeitmetz Kreuzmairs Alle Uhren gehen falsch! Tractatus neo-horologicus:

Wir Menschen empfinden die Zeit mal gar nicht, mal langsamer, mal schneller. Das kann man aber nicht mit einer normalen Uhr abbilden, denn die geht immer gleich schnell!
Daher prĂ€sentiert Benno Zeitmetz Kreuzmair ein ganz neues Konzept und plĂ€diert gleich fĂŒr drei ZiffernblĂ€tter: die Normalzeit, die FĂŒhlzeit und die Wunschzeit. In der Mitte der Uhr kreuzen sich zwei Zeiger, der Zeiger der Wunschzeit und der der FĂŒhlzeit. Im Idealfall treffen sie in der Mitte zusammen, dann sind gewĂŒnschte und gefĂŒhlte Zeit in Balance. Lassen Sie sich auf dieses faszinierende Abenteuer ein! Doch Vorsicht: Ihr bisheriges ZeitverstĂ€ndnis könnte sich komplett Ă€ndern …
Neben der deutschen Fassung beinhaltet dieses Buch den Text auch auf Mandarin.

Das ist so herrlich bescheuert. Ich fand es bei dem Versuch, den Novum-Verlag einzuordnen, nachdem mir eine sehr fragwĂŒrdige Schrift unter dessen Namen unterkam. Nun, es stellte sich heraus, dass der Novum-Verlag ĂŒberhaupt kein Verlag ist, sondern ein „Dienstleister“, der Autoren das Geld aus der Tasche zieht, indem er sich erst fĂŒr das Verlegen bezahlen lĂ€sst und den Autoren dann auch noch gegen Geld ihre eigenen BĂŒcher andreht.
Wer darauf hereinfĂ€llt, nun, der schreibt solche BĂŒcher.

Fotos der Woche

Fotografisch eine sparsame Woche. Schaun wir mal, was zusammengekommen ist:

Ja, ich habe im Dateinamen Tihange falsch geschrieben. Das war natĂŒrlich ein Test!

Ja, ich habe im Dateinamen Tihange falsch geschrieben. Das war natĂŒrlich ein Test!

Am Mittwoch wurde in Wickrath eine ProtestsĂ€ule gegen den bröckelnden Reaktor Tihange 2 aufgestellt. Da darf jetzt jeder einmal den Hebel ziehen und das wird dann gezĂ€hlt und nach Belgien gegeben. Zu diesem Anlass darf dann auch mal der OberbĂŒrgermeister aufs Bild, obwohl ich nicht sicher bin, ob ich den nicht doch hĂ€tten zensieren mĂŒssen. Achwas, tagespolitisch wichtiges Gruppenfoto.
Die SÀule wandert im Laufe der nÀchsten zwölf Monate durch die vier Stadtbezirke.
Nutria-Mutte rmit kleinem Schwarzen

Nutria-Mutter mit kleinem Schwarzen

Auf dem RĂŒckweg lief mir dann an der Niers diese Nutria-Familie ĂŒber die FĂŒĂŸe. Nutrias kenne ich zwar, aber so nah bin ich denen noch nie gekommen. Und das kleine schwarze Junge ist absolut niedlich. Dessen vermutlichen Vater, ein ebenso schwarzes ausgewachsenes Nutria, habe ich ĂŒbrigens etwa 150 Meter flussabwĂ€rts auch noch gesehen.
hummel-03-2018Noch ein Tierbild: Diese Hummelkönigin machte es sich neben mir gemĂŒtlich, als ich das Gartenwerkzeug auspackte. Bombus hypnorum, die Baumhummel, dĂŒrfte sich in den zahlreichen hohlen Stellen unserer ApfelbĂ€ume sehr wohl fĂŒhlen.
huegel-kahlDas Ergebnis des heutigen Tagewerks in der Dahler Oase, die Freilegung eines von Brombeeren ĂŒberwucherten HĂŒgels, sieht nicht ganz so spektakulĂ€r aus, wie erhofft und wie die Arbeit rechtfertigen wĂŒrde. Das ist nĂ€mlich die erste Aussaat 2018 in der Dahler Oase. Wir haben den HĂŒgel dazu genutzt, hier Schwarzwurzel auszusĂ€en, da dieses tief wurzelnde WurzelgemĂŒse sich an dieser Stelle hinterher besonders leicht ernten lĂ€sst. Und damit sind wir offiziell in der Gartensaison angekommen.

Video der Woche

Meine Youtube-PrĂ€senz ist noch nicht wieder im Laufen, weswegen es erneut ein anderes Video als Empfehlung gibt. Diesmal von Barrys Serie My Virgin Kitchen mit einem schönen Rezept fĂŒr einen Partygag: Durchsichtige Kartoffelchips! Das Rezept gibt es auch zum Abschreiben hier (englisch).

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