Sieben am Sonntag 02.04.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Ihc kann nicht glauben, dass ich in diesem Blog noch nie ein einziges Wort zu Kung Fury verloren habe. Kung Fury ist großartig! Etwa eine halbe Stunde 80er-Nostalgie der abgefahrensten Art. Der Film ist 80er als die 80er es je waren, mit Kampfsport, Nazis, Wikingern auf Dinosauriern, Hackern, dem Powerglove und allem, was die 80er an Abgefahrenheit gern zu bieten gehabt hätten. Und David Hasselhoff.

Überraschung der Woche

Und tschüss!

Und tschüss!

Sagt mal, dieses Brexit-Ding, das hätten die Briten uns schon ruhig früher sagen können. So im letzten Juni zum Beispiel. So um den Dreh rum.
Die Presse immerhin war überrascht genug, dass es von Eilmeldungen nur so gewimmelt hat. Ich weiss, die Altmedienmühlen mahlen langsam, aber das ist schon albern. Ja, wir haben erst ein paar Stunden zuvor hören können, wann der Anrag denn nun kommt, aber das war auch alles. Es ist ja nicht so, dass das nicht berichtenswert wäre, aber Eilmeldungen, wirklich?
Hat irgendwer ernsthaft erwartet, dass die britische Regierung jetzt noch einen Rückzieher macht? So wenig mir das gefällt, es war eine Volksabstimmung! Gut, mit Demokratie hat es die EU ja leider nicht so, die überlässt sie ihren Mitgliedsstaaten.
Ich wünschte wirklich wir hätten ein Nachfolgekonzept für die Europäische Union, denn in einem haben die Briten ja Recht: Das Projekt läuft mächtig schief. Von der Euphorie der Vereinigten Staaten von Europa, die sich in den 90ern abzeichnete, sind wir wieder weit entfernt. Was davon übrig ist, ist ein technokratisches Bürokratiegebilde, das dringend reformiert werden müsste. Was allerdings durchaus Angela Merkels gelebtem Staatsverständnis zu entsprechen scheint, welches sich zunehmend gesellschaftlich durchsetzt. Irgendwas ist da verdammt schiefgelaufen.


eBook der Woche

Tuning the Symphony kommt hier als Tipp für all jene herein, denen die Titelgeschichte von How to Sing Butterflies gefiel/gefällt. Die Ähnlichkeit scheint Zufall zu sein, dennoch haben wir in Grundzügen eine ähnlich aufgebaute Welt, in der Musik als Magie fungiert und die Grundlagen des Universums selbst verändern kann.
In William C. Tracys Fantasy-Welt dient die Kunst der Maji genannten Zaubersinger unter anderem dazu, Portale zu fremden Welten zu öffnen und so beginnt eine Jagd nach einem Vermissten und der Kampf gegen eine Verschwörung quer durch den bekannten Kosmos.
Das Buch ist zur Zeit für Kindle-Leser gratis zu haben.

Baggerei der Woche

Die Anträge um Erweiterung des Braunkohlenabbaus in Brandenburg sind vorerst auf Eis. Das ist jetzt noch nicht so ideal, aber im Moment sehe ich kein Szenario, unter dem die Braunkohle je wieder wirtschaftlich werden könne, auch wenn RWE hier immer noch auf den Atomausstieg als großes Argument hofft.
Leider laufen die Gespräche um die Eröffnung eines neuen Tagebaus in Sachsen mit Aussicht auf „Erfolg“ weiter.
Ich bin froh, dass es Rückschläge für die Zerstörer gibt. Diese Form von Ökoterrorismus (Terrorismus gegen die Umwelt) aus Profitgier muss unterbunden werden.

Fahrrad der Woche

Geht gleich baden: Der River Rider - Bild: Instructables

Geht gleich baden: Der River Rider – Bild: Instructables

Schwimmende Fahrräder gibt es hier immer mal wieder. In der regel sidn es recht wuchtig wirkende Geräte mit großen Styropor-Schwimmkörpern oder gar amphibische Tretboote.
Will, pardon, W1LL7 hat bei Instructables ein Projekt vorgestellt, das wesentlich eleganter wirkt. Wenigstens, solange es an Land ist. Die Styroporschwimmkörper seitlich der Räder werden für den Schwimmeinsatz heruntergeklappt und tragen in der Tat Rad samt Fahrer. Er sagt, er habe dieses Fahrzeug gebaut, um sich auf dem Rückweg von der Arbeit einfach den Fluss heruntertreiben zu lassen, der neben seinem Radweg läuft.
Ein Antrieb wird noch angebaut, bis jetzt hat das Rad erstmal seine erfolgreichen Auftriebstests hinter sich.

Sicherheitsnachweis der Woche

Japan fährt einen problematischen Atommeiler wieder hoch. Vermutlich ist die Sicherheit dieser Technologie ausreichend dadurch bewiesen, dass Fukushima weiterhin so stark verstrahlt ist, dass selbst Roboter im Inneren des Reaktorblocks nicht überleben. Roboter! Die Dinger, die wir überall dorthin schicken, wo es für Menschen viel zu tödlich ist. Die verrecken dort!
Und die japanische Regierung arbeitet fleissig daran, noch so ein paar potenzielle Höllenpfuhle bereitzuhalten.

Bildstörung der Woche

Selbst ohne ein klassisches Rundfunkgerät zu besitzen, habe ich es deutlich mitbekommen, dass das Fernsehen diese Woche offenbar Sepuku begangen hat. Wurde aber auch mal Zeit.
Oder kokret, das vor nicht soooo langer Zeit teuer eingeführte DVB-T hat in DVB-T2 seinen Nachfolger gefunden und ersteres wurde nun abgeschaltet. Ausser im nahezu komplett nicht abgedeckten Sachen und Thüringen, was so eine Art Tradition aus DDR-Zeiten ist, als es dort teils keinen Empfang des Staatsfernsehens gab.
Nun ist das Fernsehen bereits jetzt ein Medium im Überlebenskampf. In so einer Situation kurzerhand eine Umstellung durchzusetzen, die von den Zuschauern nicht nur ein merkliche Investition erfordert, sondern das Privatfernsehen auch (trotz weitehrin vorhandener Werbung) auf ein bezahltes Abomodell umstellt. Ich meine, die Privatsender sind ja als Kokshöllen verschrien, ich hätte nur nie gedacht, dass es so heftig ist.
Effekt dessen ist, dass sich nun auch die anderen etablierten Altmedien endgültig vom Fernsehen abzuwenden scheinen. Kabel und Satellit sind zwar noch nicht betroffen, aber wann diese folgen, scheitn nur noch eine Frage der Qualität des Kokains Zeit zu sein.


Werbung: Das ignorierte Comedy-Subgenre

Werbung ist ja sowieso eine Welt für sich und jene im Internet bietet oft besonders elaborate Beispiele für Absurdität. Die Anzeige, die den Test auf Rot-Grün-Blindheit für eine IQ-Frage hält, dürfte jeder schonmal gesehen haben und ist immer wieder ein großer Lacher für jeden, der das Wort „Medizin“ auch nur unfallfrei aussprechen kann.

Gut, das Fernsehen erzählt uns, dass unser Verdauungssystem auf Activia angewiesen ist, weil sonst die lustigen gelben Kügelchen in unserem Bauch den Darmausgang nicht finden. Aber im Bio-Unterricht haben sie uns ja auch einzureden versucht, Menstruation sei nicht blau.

Nur: In traditioneller Print- und TV-Werbung versucht man noch, uns Sachen einzureden. Etwa, indem man Jogurt, der Blähungen auslöst als „aktiviert den Darm“ verkauft und damit den Verkaufsschlager des frühen 21. Jahrhunderts schafft (kein Witz, was dachtet ihr, was Actimel ist?).

Internetwerbung ist dagegen viel lustiger, wenn sie eben nicht versucht, uns Bullshit zu verkaufen. Beispiel gefällig?:

Ich hätte es ja mit einer Burka vervollkommnet, aber im Grunde ist es schon in seiner Ursprungsform komisch genug.


Im Weltall hört dich die Musikeinlage nicht yee-hawen

Oh, Zeit für eine Musikeinlage.
Nehmen wir uns doch mal ein viel zu selten in Filmform gesehenes Genre vor: Den Weltraumwestern. Letztes Mal hatte ich ja schon das Videospiel Borderlands, dieses mal geh ich ins Fernsehen. Und kriege etwa 90% des gesamten Genres abgedeckt. Vielleicht mach ich die übrrigen 10% nächstes Mal.

Fangen wir an mit den Galaxy Rangers. Aus keinem besonderen Grunde ausser dem, dass sie verdammt nochmal rocken. Weltraumwestern haben ja fast schon grundsätzlich gute Soundtracks, aber der Intro-Song No Guts, No Glory ist ganz vorne. Hier in der Vollversion vom Soundtrack:

Direkt dahinter folgt musikalisch auch schon der härteste Konkurrent der Galaxy Rangers, Saber Rider and the Star Sheriffs. Zur Freude deutscher Kinder der 80er/90er lief das hier beides hintereinander auf Tele 5. ja, tele 5 – das waren noch gute Zeiten *schmacht*
Wobei in der Popularität trotzdem Saber Rider gewonnen hat – versucht mal, einen (westdeutschen) Mittzwanziger bis Mittdreissiger zu finden, der nicht sofort den Chorus „Sabeeeeeer Ridaaaaaa“ erkennt. Zum Glück nie in Saber Twix umbenannt.

Und weil das für Tele 5 alles so gut lief, haben sie gleich noch eine Serie aus dem Genre importiert: Nach He-Man und She-Ra wurde Filmation mit seiner letzten Serie vor dem Bankrott nochmal richtig kreativ und brachte mit Bravestar seine vielleicht intelligenteste und ausgereifteste Serie raus (naja, okay, das war gegenüber He-Man keine große Herausforderung).
Im Deutschen bekam Tele 5 sogar Country-Star Tom Astor als Sprecher des Intros. Der wird vielen nichts mehr sagen, aber zu der Zeit war das ein richtig großer Name.


Kommen wir zu einer etwas obskuren Serie: Xabungle hat vor allem die Besonderheit, dass sie gut ein Jahrzehnt älter ist als die übrigen Serien hier und ausserdem einen Titel hat, der den Sänger des (japanischen) Intros offenbar in den Wahnsinn treibt: Tsabunguru! Tsabunguru!
Ist aber auch gemein, sowas einem Japaner vorzusetzen. Mir fielen etliche Europäer ein, die „Xabungle“ nicht aussprechen könnten!

Der Vollständigkeit halber sei Firefly erwähnt. Hab ich nie gesehen, den Kinofilm Serenity fand ich eher durchschnittlich. Andererseits ist es von Joss Whedon, der bringt eigentlich immer gute Serien raus. Wiederum andererseits hat er das nach der verhunzten letzten Staffel von Buffy gemacht – hmm…
Todesstoß für die Serie: Es ist Weltraumwestern und es klingt nichtmal annähernd nach Rock! Sondenr nach… Western! So geht das doch nicht, Westernmusik in einem Western!

Okay, zurück zum Rock: Silverhawks ist noch so eine 80er-Jahre-Trickserie mit Cowboys im Weltraum. Und der Soundtrack rockt! Nimm das, Firefly-Titelsong!

Und zum Grande Finale nochmal die Galaxy Rangers. Because they’re awesome:


12. Türchen 2009

Es ist Dezember und weil ich von einem Pizza-Anbieter einen Adventskalender mit Schokolade als Werbegeschenk bekommen habe, werde ich für jedes Türchen einen Blogeintrag schreiben. den 1. Dezember habe ich verpasst, da war ein Flugzeug drin.
Was in den Beiträgen drin ist? Woher soll ich das vorher wissen?

12. Dezember: Weihnachtsmann
Blogkonversion: Santa Claus Conquers the Martians

Liebe Leser, einer der schlechtest-genialen Weihnachtsfilme aller Zeiten: Die Marsianer entführen den Weihnachtsmann um Weihnachten auf den Mars zu bringen, wo die Kinder vom bösen Erdenfernsehen verdorben werden.
Und da das Urheberrecht auf den Film in den USA 2007 abgelaufen ist, findet man ihn nun auch im Internet. Zum Beispiel hier:


3. Türchen 2009

Es ist Dezember und weil ich von einem Pizza-Anbieter einen Adventskalender mit Schokolade als Werbegeschenk bekommen habe, werde ich für jedes Türchen einen Blogeintrag schreiben. den 1. Dezember habe ich verpasst, da war ein Flugzeug drin.
Was in den Beiträgen drin ist? Woher soll ich das vorher wissen?

3. Dezember: Geschenkkarton
Blogkonversion: Jokey Schlumpf geht mal gar nicht

Jokey SchlumpfNa, kennt den noch wer?
Das ist Jokey Schlumpf. Jokey liebte es, den anderen Schlümpfe Streiche zu spielen – am liebsten verteilte er Geschenke, die explodierten, wenn jemand sie öffnete.
Und jetzt stellt euch mal vor, die Schlümpfe würden heute erfunden werden. Wäre Jokey noch dabei? Und wenn ja, wie lange würde er es bleiben?

Ihc frage mich, ob es einfach nur die Unschuld der Kindheit ist, die Jokey in den 80ern möglich machte oder ob heute einfach nur die ganze Terrorismus-Panik so viel größer ist, dass wir uns sowas nichtmal mehr trauen würden, im Kinderfernsehen zu sehen.
Bei den Schlümpfen ist es akzeptiert, weil die einfach so lange tradiert sind. Mehr oder weniger.

Jokey hatte, soweit ich das sehen kann, als einziger Schlumpf keinen deutschen Namen. Dabei wäre „Scherzi Schlumpf“ oder sowas einfach gewesen – aber das wäre wohl zu offensichtlich gewesen. Bomben als Spass – sowas ging in den 80ern grade noch (Terrorismus setzte sie damals noch eher selten ein), im Urpsungsjahrzehnt der Schlümpfe, den späten 50ern war derkulturelle Kontext eh ein anderer – aber heute?

Sicher, andere Schlümpfe sind bei genauerer Betrachtung ebenfalls kontrovers – der Patriarch Papa Schlumpf und die klischeeüberladene Schlumpfine fallen sofort auf. Von dne wohl eher versehentlichen weltanschaulichen Aussagen mal ganz abgesehen.
Aber Jokey ist der einzige Schlumpf, der heute auch ein Mainstreampublikum für in einer Kindersendung unmöglich halten würde.
Und das sagt viel über unsere Zeit aus. Vor allem über unsere seltsame Prioritätensetzung.

In diesem Sinne:


GEZ, GEMA und Co. machen weiter

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie GEZ und GEMA immer wieder schubweise zum Thema werden – praktisch gleichzeitig tauchen ale paar Wochen drei-vier neue meldungen zu den diversen Gebühreneinziehern und der Welt der Urheber- und Verwertungsrechte auf.
So auch diesmal. Dabei ist die am weitesten verbreitete Meldung, dass unter den Musikpiraten auch die besten Kunden der Plattenindustrie zu finden sind, eher nur interessant als wirklich bemerkenswert.

Nein, Bemerkungen haben sich mal wieder die GEZ und die GEMA verdient.

Fangen wir einfach mal mit der GEMA an, das ist schneller erledigt.
Die GEZ hat es offenbar immer noch nicht kapiert und konnte sich mit YouTube nicht einigen. Weswegen es von YouTube jetzt statt wenig halt gar kein geld gibt – dafür aber auch keine Musik für deutsche Nutzer.
Die GEMA kommt nach Jahrzehnten nicht mehr aus der Idee heraus, dass jede Verwendung von Musik zu bezahlen ist – und zwar zu einheitlichen Konditionen, unabhängig von der tatsächlich existierenden Einnahmeseite.
Diese Politik der Kundenreduzierung wäre verständlich, wären Einkünfte im direkten Sinne der von ihr vertreten Künstler. Für die Musik ist es aber wesentlich besser, weit verbreitet zu werden, wodurch dann der Absatz bezahlter Angebote (vor allem Konzerte) erhöht wird.
Aber das hatte ich, glaube ich, schonmal ausgeführt, also lass ich das jetzt.

Und dann ist da die GEZ. Das ist die Institution, die die GEZ-Gebühr einzieht, die aber nicht so genannt werden darf, weil es die Rundfunkempfangsgebühr ist, die von der GEZ eingezogen wird.
Nun ist es also so, dass die GEZ-Geb die Gebühr, die aber nicht so genannt werden darf, weil es die Rundfunkempfangsgebühr ist, die von der GEZ eingezogen wird (GdansgwdwedRidvdGew) mal wieder diskutiert wird.
Niemand wird dabei überrascht sien, dass die GdansgwdwedRidvdGew dabei natürlich wieder erhöht werden soll – jede andere Option wäre ja auch ein Bruch mit 60 Jahren Rundfunkgeschichte. Oh, und ganz nebenbei soll sie jetzt jeder zahlen müssen, ob er ein Empfangsgerät hat oder nicht. Das ist zwar de facto schon jetzt so, seit man die letzten Widerständler mit der Computer-GdansgwdwedRidvdGew einfängt, aber nunja.
Dabei fiel mir beim Lesen des verlinkten Artikels eine interessante Alternative auf: Die Grundversorgung.

Fraglos liefern die Öfentlich-Rechtlichen Sender heute große Mengen an Programm, die nicht zur Grundversorgung der Bevölkerung mit Informationen und Kultur gezählt werdne können – von der Lindenstraße (GZSZ für ein älteres Publikum) über Volksmusik (bzw. zuviel davon) bis zu unverschämten Kopien von (niveaulos-schlechten) Erfolgsformaten der Privaten.
Die GdansgwdwedRidvdGew aber dient der Grundversorgung – was also, wenn die Öffentlich-Rechtlichen in Zukunft nur den Anteil ihres Programms daraus finanzieren dürften, der der Grundversorgung dient (Nachrichten, Dokumentationen, Kunst u.ä.). Und damit die Sender nicht kurzerhand alles zur Grundversorgung erklären (unverschämt genug sind ARD/ZDF dafür) erlaubt man ihnen, für alle Sendungen ausserhalb der Grundversorgung auch die selben Bedingungen wie sie die Privaten für ihr gesamtes Programm haben – Werbeunterbrechungen, Splitscreen, alles was Kohle bringt.
In der Anfangsphase wären einige Auseinandersetzungen zu erwarten, bei denen Gerichte dann genauer definieren, was Grundversorgung ist und was nicht. Aber dann wäre ein Weg gefunden: Die Öffentlich-Rechtlichen könnten jenes Programm, welches sie wie Privatsender produzieren auch als solche vermarkten während sie einen Pflichtanteil an Grundversorgungsprogramm führen müssten.
Somit wäre die Grundversorgung gewährleistet, die Sender hätten eine gute Einkommensquelle (und dürften bei ihren Privatinhalten auch ihren für öffentlich finanzierte Anstalten seltsamen Einschaltquotenfetischismus ausleben) und die Gebühren könnten sinken (Grundversorgung ist wesentlich billiger als – sagen wir mal – Fernsehspielfilme à la Der Seewolf, die auch im Privatfernsehen problemlos möglich wären).

Die Werbegenehmigung à la Privatsender wäre zugleich die einzige Option, den ÖRs diesen Wechsel schmackhaft zu machen – denn die wollen offensichtlich so viel Geld haben, wie irgend möglich – und so wenig ausgeben wie irgend möglich.
Dafür aber bräuchten wir kein öffentlich-rechtliches Fernsehen. Das machen schon die RTL-Gruppe und ProSieben.Sat1 Media. Und Nachrichten haben die auch.


1 gegen 100 – Untelevised revolution

The revolution will not be televised – Gil Scott-Heron

ich habe die Xbox-Version von 1 gegen 100 schon einmal zu einer revolution erklärt und jetzt, nachdem die erste Staffel fast durch ist, tue ich das noch mal: 1 gegen 100, für Goldmitglieder kostenlos über Xbox Live spielbar, ist eine Revolution.
Das letzte fernsehexklusive Genre, die Quizshow, als Videospiel – und es passt perfekt.
Ein wichtiges Element beim Quizshowkucken ist das mitraten am Bildschirm – genau das lassen Endemol und Microsoft die Mitspieler im Online-Spiel auch aktiv und mit Ziel machen: Jede Runde wird ein Spieler als „Der Eine“ ausgewählt, 100 als „Gegner“ und alle anderen können als Publikum mitraten – und haben ebenfalls die Chance auf gewinne, denn auch hier erhalten die 3 schnellsten einen Preis (ein Arcade-Spiel).
Das funktioniert auch wirklich: Ich habe bereits im ersten Spiel mit Gewinnen Braid gewonnen, auch wenn ich das Spiel bereits hatte – naja, Pech, hab den Code für den Download dann über Twitter verschenkt (irgendwer hat ihn offenbar auch genutzt).

Und Erfolg hat MS damit offenbar auch: Grade vermeldete das Unternehmen 2,5 Millionen Donwloads des Spiels und eine Mitspielerzahl von bis zu 215.000 Leuten in Europa – kein Vergleich zum Fernsehen, aber angesichts der geringeren Verbreitung der Xbox doch beachtlich.
Ich denke, wenn das Xbox-Team die Primetime mit weiteren Showformaten ausbaut, könnte das eine ernsthafte Konkurrenz für die Fernsehgegenstücke werden.
Nicht heute oder morgen, aber in dennoch absehbarer Zeit.


Petitionnerstag XXI

Ich möchte noch einmal kurz darauf hinweisen, dass meine Petition gegen Kommentarspam noch läuft.
So, nun abe rzum Hauptteil. Zunächst eine Petition, die nicht über den Bundestag läuft, gefolgt von dne aktuellen Onlinepetitionen des Bundestages:

Gegen Synchronisation
Eine unabhängige Petition richtet sich gegen das ausschließliche Ausstrahlen synchronisierter Filme und fordert dafür mehr Filme im Zweikanalton (Wahlmöglichkeit zwischen deutschem und originalem Ton) oder mit Untertiteln.
Hintergrund ist die wachsende Zahl an Filmen und serien, die durch die deutsche Übersetzung ruiniert werden – zuletzt Brüno, aber auch Fernsehserien wie meine Libelinge Family Guy und Doctor Who.
Auch wenn bei Heise etwas übertrieben wird, wenn es heisst: „Mittlerweile verstehen auch deutsche Hauptschulabsolventen englische Filme und Serien“ – ja, der Autor glaubt das wirklich!

Einkommenssicherheit für Arbeitnehmer in der Insolvenz

Der Deutsche Bundestag möge das Insolvenzgesetz ändern, mit dem Ziel, dass der Insolvenzverwalter nicht die letzten drei Monatslöhne oder -Gehälter von den abhängig Beschäftigten zurückfordern kann.

Sinn einer Insolvenz ist es, ein Unternehmen zu stabilisieren, um den volkswirtschaftlichen Schaden durch einen Zusammenbruch zu mindern. da ist es kontraproduktiv, wenn von den Arbeitnehmern das Gehalt der letzten drei Monate zurückgefordert wird, denn die Forderung verursacht durch die Verschuldung der Arbeitnehmer teilweise höheren volkswirtschaftlichen Schaden als es der Zusammenbruch des Unternehmens tun würde.

Hausversteigerungen in Deutschland

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Haus-, Wohnungs- bzw. Grundstücksverlosungen unter bestimmten Voraussetzungen genehmigt werden. Eigentümer einer Immobilie wird so ein zusätzlicher Vertriebsweg eröffnet, die Immobilie an einen neuen Eigentümer zu übertragen.

Wer eine Immobilie hat und verkaufen will, möge das so tun, wie er will. Wie bei jedem anderen Verkaufsgeschäft auch.

Anpassung der Pfändungsfreigrenze

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, die Pfändungsfreigrenze nach §850c ZPO zum 01.07.2009 anzupassen.

es handelt sich hier nur um die Forderung, eine ohnehin fällige Anpasung endlich durchzuführen. Daher auf jeden Fall zu unterstützen.

Pflicht für eine Mitarbeitervertretung

Der Bundestag möge beschließen, dass jede Firma ab 5 Personen eine Mitarbeitervertretung haben muss.

Ein etwas sehr hoher bürokratischer Aufwand für 5 Leute, oder?

EDV-bereite Demokratiezahlen

Der Deutsche Bundestag möge eine API (Application Programming Interface) für sämtliche im Zusammenhang mit dem demokratischen Prozess erhobenen Daten bereitstellen, um so die Transparenz zu erhöhen.

Das halte ich ehrlich gesagt für zu hohen Aufwand für zu wenige Anwendungen.

Mindestlohn für ErzieherInnen

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, einen Mindestlohn von brutto 14.-€/Stunde bundeseinheitlich für alle staatlich geprüften Erzieher/innen in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz aufzunehmen und durch die Bereitstellung entsprechender Mittel auf dessen Einhaltung zu achten.

Ein hoch belasteter und auch hoch qualifizierter Beruf. 14 €/Stunde klingt erstmal nach viel, ist aber in dieser Branche nicht unüblich.

Neue Gebührenordnung für Ärzte und Zahnärzte

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, daß die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und die Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) innerhalb der nächsten Legislaturperiode den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen im Bezug auf die Behandlungsformen und Umfänge angepasst wird.

Die aktuellen Bestimmungen sind über 20 Jahre alt. Noch Fragen?
Volle Geschäftsfähigkeit ab 16

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Minderjährige mit Zustimmung des Vormundschaftsgerichtes und der Erziehungsberechtigten die volle Geschäftsfähigkeit erlangen zu können.

Das ist im Grunde eine Ergänzung zu den vorhandenen Rechten 16-jähriger im Geschäftsverkehr.

Eigenkapitalpflicht für Baukredite

Der Deutsche Bundestag möge beschließen das Banken Baukredite im
privaten Bereich nur gegen den Nachweis von mindestens 20 Prozent an
Eigenkapital vergeben dürfen.

Das solle man meines Erachtens einfach den Banken überlassen.

Vermittlungsgutschein für ALG-Bezieher

Der Bundestag möge beschließen, dass nicht nur Empfänger von Arbeitslosengeld I und II, die regelmäßig monatlich Leistungen erhalten, einen Anspruch auf Bewilligung eines Vermittlungsgutscheins haben.

Die Jobvermittlung gibt es nur für Leute, welche Leistungen vom Arbeitsamt beziehen. Wer kein ALG I oder II erhält, wird auch nicht vom Arbeitsamt vermittelt (ausser für Ferien- und Studentenjobs o.ä.).

Senkung der Tabaksteuer

Der Deutsche Bundestag möge beschließen die Tabaksteuer drastisch zu reduzieren. Gegenüber dem jetzigen Steueranteil von ca. 76,7 % (inkl. Mehrwertsteuer) auf den Kaufpreis, möge der Steueranteil auf max. 25 % begrenzt werden.

Die Begründung ist herrlich, läuft sie doch im Endeffekt darauf hinaus, dass Tabak für die Raucher zu teuer ist.
Ausserdme entlasten früh sterbende Raucher die Rentenkasse. Nein wirklich, das steht da als begründung bei, ich denk mir das nicht aus.
Spontan fällt mir da glatt unser Ströbele ein:

Abschaffung der Kaffeesteuer

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, die bestehende Kaffeesteuer (lt. Kaffeesteuergesetz) abzuschaffen.

Es gibt eine Kaffeesteuer? Wow.
Naja, Koffein zum frühstück ist vermutlich auch nicht sonderlich gesund. Begründung der Petition ist übrigens eine Benachteiligung der deutschen Kaffeeunternehmen. Kann mir einer hier ein bedeutendes deuitsches Kaffeeanbaugebiet nennen?

Einkommenssteuer an die Inflation anpassen

Der Deutsche Bundestag möge beschließen … die Einkommenssteuertabellen durch das Bundesfinanzministerium jährlich an die vom Statistischen Bundesamt ermittelte Inflationsrate (Verbraucherpreisindex) anpassen zu lassen.

Eine automatisierte Steuererhöhung – tolle Idee, wirklich.
Der Petent geht davon aus, dass die Steuer so langsamer steigen würde – davon bin ich (offensichtlich) nicht überzeugt.

Schuldenbremse für Bürger udn Firmen

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, eine Schuldenbremse auch für die Bundesbürger sowie Firmen zu einzuführen.
Wie der Presse zu entnehmen ist, wird in Zukunft eine Schuldenbremse für den Bund eingerichtet.
Um allerdings die Gesellschaft sowie Wirtschaft zu stabilisieren, ist es notwendig, auch eine Schuldenbremse für Bürger sowie für Firmen zu beschließen. Dies könnte durch die Erschwerung der Vergabe von Krediten erfolgen.

Die Schuldenbremse ist ohnehin schon ein Tiefpunkt deutscher Politikgeschichte. das jetzt auch noch für Privatpersonen und Firmen zu verankern ist eine bescheuerte Idee.
Ausserdem: Wozu bitte gibt es denn die Schufa?

Auszeichnung für Wehrdienstleistende

Der Deutsche Bundestag möge beschließen eine tragbare Auszeichnung für Wehrdienstleistende einzuführen. Diese soll als öffentlich sichtbares (!!) Zeichen des Dankes und der Anerkennung für die „geleisteten treuen Dienste“ an alle Wehrdienstleistende (sofern sie ihre Wehrpflicht gewissenhaft erfüllt bzw. sich nichts haben zu Schulden kommen lassen etc.) nach Ende ihres Wehrdienstes zusammen mit der Dankurkunde verliehen werden.

Tipp an den Petenten: Dass die Zahl der Wehrdienstleistenden sinkt liegt nicht an den potenziellen Wehrdienstleistenden. es werden ganz einfach weniger Leute eingezogen.

Anpassung des Zinsfußes

Der Deutsche Bundestag möge beschließen , dass der Zinsfuß für die Ermittlung der steuerlichen Pensionsrückstellung auf einen realitätsgerechten Zinsfuß angepasst wird.

Senkfuß, Plattfuß, Schweissfuß… – was zum Henker ist ein Zinsfuß und tut das weh?

Und jetzt nochmal zum Abschied:


Offenbar irrelevant: Vom Ende des Fernsehens, Episode 537

Endmeol gehört mit Quizsendungen und Formaten wie Big Brother zu den größten Zulieferern des europäischen Fernsehens. Und bald schon zu den Hauptakteuren beim Untergang dieses Mediums.
Das Fernsehen muss nun schon lange gegen die Konkurrenz des Internet, aber auch der DVD, kämpfen. Nachrichten haben mit ihren festen Programmzeiten keine Chance gegen das Netz, Filme haben die Leute lieber direkt abrufbar. Was bleibt, sind Serien und Shows.

Bei letzterem entwickelt Endmeol nun mit der Xbox-Version von Einer gegen Hundert ein Format, welches den geist der sendung aufnimmt und zu etwas macht, was über die Fernsehvariante hinausgeht: Der Zuschauer wird zum Mitspieler und zwar nicht nur sekundär über die Möglichkeit, mitzuraten, sondern als aktiver Teilnehmer. Über den Bildschirm.
Damit sind die Quizshows im Fernsehen obsolet geworden – nun kann jeder mitmachen und was gewinnen und dennoch vor dem Fernseher (statt einem lauten Computer mit unübersichtlichem Gewinnspiel-Interface) sitzen.

Das mag für viele Kleinkram sein, aber ich behaupte, dass sich die Fernsehlandschaft in Deutschland durch solche Entwicklungen nachhaltig verändern wird – spätestens wenn es eine Wii-Version gibt. Das Fernsehen als reine berieselungsmaschine passt einfach nicht mehr ins Internetzeitalter, es wird nach und nach abgelöst. Die Quizshow war die letzte große Domäne des Fernsehens.


Musikeinlage

Okay, mein Vorsatz, auf jeder Indexseite einmal Musik zu haben wird langsam schwerer, seit ich mehr schreibe.

Aber vorerst versuchen wir es und diesmal hab ich was Lokales im Angebot: Phil Fuldner aus Recklinghausen mit The Final, einem Remix des Soundtracks der vom ZDF verunstalteten japanischen Zeichentrickserie Captain Future.
Ihc würde ja die DVD empfehlen, aber meines Wissens gab es nie eine ungeschnittene, vernünftig (also nicht als Kinderserie) synchronisierte Fassung. Aber die Musik, die war gut: