Zweiwöchige Zehn 05.08.2016

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diesmal wieder für zwei Wochen, weil sich die Feriensaison für mich irgendwie zum genauen Gegenteil entwickelt und ich mal wieder einen Freitag verpasst habe. Unter anderem gab es heute ein neues Buch abzuschließen, aber dazu komme ich gleich

1. How to Sing Butterflies

How to Sng Butterflies DXEndlich mal wieder habe ich ein neues Buch fertiggestellt. Eigentlich sogar zwei, denn die Kurzgeschichtensammlung erscheint in einer Standardausgabe und einer DX Edition. Das allein wird schon ein interessantes Experiment.
Die Standardausgabe ist eine einfache Sammlung von 22 englischsprachigen Kurz- und Kürzestgeschichten, darunter drei erstmalig veröffentlichte Titel (Regulatory Measures -Science-Fiction-, Ghostly -Fantasy/Literarisch- und Curiosity -Western-) und vier aus dem Deutschen erstmalig ins Englische übersetzte Geschichten (Khamel, Feuchten Fußes, Schwarzer Schwinge und Staksigen Schrittes). Die Sammlung spannt durch alle Genres der Fantastik sowie Xenofiction und wie immer man genrelose Fiktion nennen mag. Insgesamt fast 13.000 Wörter (12.944) zum Preis von 1,99 € sind es geworden, verteilt auf Geschichten von wenigen Wörtern Länge bis zu solchen von um die zweitausend Wörtern.
Die DX Edition enthält alle Inhalte der Standardausgabe, ergänzt sie aber mit zusätzlichen Kommentaren zu jeder Geschichte. Darin erfahren interessierte Leser mehr zu Idee und Entstehung der Geschichten. Etwas über 21.000 Wörter fasst diese Ausgabe mit dem zusätzlichen Inhalt für 2,99 €.
Die beiden Editionen sind aktuell in der Prüfung und sollten die Nacht bei Amazon und dann nach und nach bei den anderen Shops auftauchen. Und diesmal nur zwei Tage später als geplant. Ich werde besser mit diesen Terminen.

2. #OffeneTuer

Was in der Rolle von Twitter zum Attentat von München bei vielen in den Köpfen bleiben wird, sind die Vorurteile der Rechten, die sich dort sofort ausbreiteten. Das hat mit unseren Gehirnen zu tun, die negative Erfahrungen wichtiger nehmen als positive (gut fürs berleben als Steinzeitmensch, schlecht für die Laune).
Was dabei ein wenig untergeht, ist eine deutlich größere Reaktion bei Twitter: Etliche, die unter dem Hashtag #OffeneTuer jenen Übernachtungsmöglichkeiten boten, die unterwegs von der Ausgangssperre der Polizei überrascht worden waren. Einschließlich vieler Moscheen und Kirchen.

Aktion Offene Tür

Bild: Facebook/Islamische Zeitung

3. Wüstengemüse

Die Gruppe Roots Up nutzt einen alten Pfadfindertrick zum Wassersammeln für eine variation des Gewächshaus-Prinzips, die es ermöglicht, im trockenen Äthiopien durstiges Gemüse wie Kohlpflanzen anzubauen.

4. Heimische Papaya

Im oberfränkischen Kleintattau gibt es jetzt Tropenfrüchte aus dem Gewächshaus. An sich noch nicht so erstaunlich, aber dieses Gewächshaus wird mit Abwärme aus der Umgebugn betrieben, hat also mit den wegen des Energieverbrauchs in Verruf stehenden üblichen Gewächshäusern wenig zu tun.

5. Silizium-Luft-Akku

Aus dem nahen Jülich kommt ein großer Schritt zu besseren Batterien für großtechnische Anwendungen. Die Silizium-Luft-Batterie ist ein extrem langlebiger Energieträger potenziell hoher Kapazität. Ob und wann sie alltagstauglich wird, bleibt abzuwarten, aber auf jeden Fall ist sie dem einen großen Schritt näher gekommen.

Schema einer Silizium-Luft-Batterie

Funktionsprinzip der SiOx-Batterie – BIld: ingenieur.de

6. Getty Images wird verklagt

Leider haben viele Stockphoto-Seiten die unangenehme Angewohnheit, sich gemeinfreie oder sonstwie frei lizenzierte Bilder abzugreifen und auf deren Veröffentlichungsrechte eine Gebühr zu verlangen. Getty Images ist da ein besonders auffälliger Kandidat, die gerne auch gegen Verwendungen eigentlic gemeinfreier Bilder aus ihrer Sammlung klagen. Nun, sie haben es jetzt geschafft, eine Fotografin wegen der Verwendung ihrer eigenen Bilder zu verklagen. Die fand das gar nicht lustig und verklagte im Gegenzug Getty Images wegen vorenthaltener Einnahmen in Höhe von einer Milliarde Dollar.
Upps.

7. Grafitti in leserlich

Das schlimmste an Grafitti ist ganz klar die Sauklaue, in der sie verfasst sind. Nun, der französische Künstler Mathieu Tremblin leistet dagegen Abhilfe.

Typografisch bereinigte Grafitti an einem Brückenfeiler

Stellt sich heraus, dass es dadurch auch nicht viel verständlicher wird – Bild: Mathieu Tremblin

8. Neuer Rekord für die Erneuerbaren

Portugal hat es geschafft, ganze vier Tage am Stück rechnerisch vollständig von Erneuerbaren Energien versorgt zu werden. Weiter so!

9. NX

Wahrscheinlich spekuliert Eurogamer nur, aber die Gerüchte um die kommende Nintendo-Konsole NX sind schon interessant: Eine Mischung aus tragbarem System und Fernsehkonsole mit Modulen statt optischen Disks als Speicher ist nicht so aussergewöhnlich, wie es scheint. Ich fände das durchaus interessant. Ich behaupte mal, das ist es, was die WiiU eigentlich immer werden wollte, bevor sie halbfertig auf den Markt geworfen wurde.

NX-Entwurf laut Eurogamer

NX-Entwurf laut Eurogamer

10. Major Tom Over

Mit diesem Beitrag verschwindet das letzte Musikvideo im Blog von der Startseite. Das geht natürlich überhaupt gar nicht, also ist hier zum Ausgleich der damalige ISS-Kommandant Chris Hadfield mit einer 2013er Coverversion von David Bowies Space Oddity


Freitägliche Fünf 08.05.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.

Ja, es sieht hier grade etwas anders aus. Leere Platzhalterseiten, viel Weiss, das Impressum ist in den Seitenfuß gewandert und dergleichen mehr. Der Grund ist einfach: Ich stelle übers Wochenende das Design der Seite um. Dabei verändert sich teils auch die Struktur einiger Inhalte, was ich aktuell vorbereite. Teilweise probiere ich auch einfach mal aus, was funktioniert, bevor ich es endgültig implementiere. Mal ganz abgesehen von der laufenden Beseitigung der Folgen dessen, dass dieses Blog die Archive von vier Vorgängern aufgenommen hat und das jetzt alles zu vereinheitlichen ist.

Nun aber zum eigentlichen Beitrag. Zusammenfassung in einem Absatz: Mehr Disruption wagen! Und feuchte Spinnen.

1. Mein neuer Lieblingsberuf: Spinnenbesprenkler.
Spinnenbesprenkler braucht man in Zukunft, um superstarke Materialien aus Carbon zu fertigen. Jedenfalls verstehe ich dieses Experiment so, bei dem daas bisher stärkste gefertigte Materila hergestellt wurde, indem man Spinnen mit Wasser besprühte, in dem Carbonflocken und -röhrchen enthalten waren. Die Spinnen bauten das dann in ihre Seide ein und das Ergebnis ist laut Artikel reissfester als alles, was die Menschheit bisher künstlich herstellen konnte.
Das ist alles großartig, aber ich komm nicht von der Vorstellung eines Menschen weg, dessen Beruf darin besteht, genervte Spinnen mit Wasser zu besprühen.

2. In Köln haben Radfahrer eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Pressestelle der Polizei durchbekommen. Wie so oft hat die Polizei Radfahrer grundlos als „Verkehrsrowdys“ bezeichnet. Diesmal gab’s dafür vom Vorgesetzten eine auf den Deckel.

3. Viele werden von Teslas Powerwall gehört haben.

Tesla Powerwall (Bild: Tesla Motors)


Kurz gesagt: In dem Ding steckt eine Revolution. Sollte es wirklich so gut und zuverlässig funktionieren wie versprochen, kann die Powerwall das Ende der großen Energiekonzerne einläuten. Natürlich gibt es Speichersysteme fürs Haus schon lange, vor allem Bleiakkus sind hier gut geeignet, aber es geht nicht um die Technik, es ist wie beim iPad: Die grundsätzliche Anwendung ist nichts wirklich neues, aber Tesla hat es (wie zuvor Apple beim Tablet-Computer) als Produkt sexy gemacht.
Und in Deutschland ist Lichtblick dabei, eine Firma, die schon länger versucht, die traditionellen Strukturen am Strommarkt aufzubrechen um eine eigene Nische für Klein- und Selbsterzeuger zu besetzen.

4. Das Mehrwertsteuersystem in der EU ist so eine Art Brut des Scheitan. Momentan ist es im Buchverkauf übers Internet so: Die Mehrwertsteuer berechnet sich nach dem Satz des Landes, in dem der Empfänger sitzt. Jedes Land hat andere Sätze. In den meisten Ländern gilt für Bücher ein niedrigerer Satz als für normale Waren, allerdings nur wenn sie auf Papier vorliegen. In Deutschland etwa gibt es auf Papierbücher 7%, auf eBooks 19% Zuschlag zum Nettopreis. Ein paar Länder haben diese Diskrepanz 2012 abschaffen wollen, das aber wurde durch die EU verboten.
Und hier kommt nun die gute Nachricht zu dem Thema: Wenigstens diese Regelung will die EU endlich aufheben.

5. eBooks für lau hat diese Woche endgültig die 10.000 Tweets überschritten. Das war so ungefähr meine geschätzte Lebenserwartung für das Projekt. Was noch lange kein Grund ist, jetzt aufzuhören.
Der stärkere Fokus auf weitere Händler neben Amazon hat hier grade noch ein Mal frischen Wind gebracht. Grundsätzlich reagieren die Tolino-Leser deutlich besser auf Gratisangebote, wahrscheinlich auch, weil diese dort noch nicht annähernd so häufig sind wie für Kindle.


Tod eines Handlungstwitternden (aktualisiert)

Oh, eine Miller-Referenz im Titel, das wird gut! Aber um ehrlich zu sein gefiel mir nur spontan der Titel. Nunja, und wenn überhaupt, dann leider nicht ob des Anlasses: Twitter hat allem Anschein nach kurzerhand eBooks für lau kastriert.
Und hier, was passiert ist:

Und der Weg dorthin:
Wie einige Leser wissen werden, ist eBooks für lau ein von mir betriebener Twitter-Account, der Links zu jeweils aktuell kostenlosen eBooks mit einer kurzen Beschreibung des betreffenden Buches bringt.
Dies tue ich dort in nicht im geringsten aggressiver Weise: Ich folge mit diesem Account niemandem nur um Gegen-Follows zu erhalten, ich schreibe keine anderen Twitter-Accounts ohne Grund an, ich habe nie eine Direktmitteilung an einen Follower geschickt, geschweige denn eine unverlangte.
Ich schicke täglich um ca. 18 Uhr einige Tweets zu kostenlosen Büchern. Seit 2½ Jahren fast jeden Tag an inzwischen deutlich über 500 Follower, die alle aus eigenem Antrieb und – so hoffe ich doch – in vollem Bewusstsein, dass der Account nichts anderes tut eBooks für lau gefolgt sind. Fast 6.400 Tweets.
Und dann plötzlich schlägt ein Spamfilter an, wenigstens ist es das, was ich aufgrund der automatisierten Natur der Meldungen annehme.

Die erste kleine Gewitterwolke erschien bereits vor etwa zwei Monaten am Horizont, als Twitter sich plötzlich weigerte, Links von adf.ly zu akzeptieren. Es handelt sich dabei um einen URL-Kürzungsdienst, der bei verlinkten Seiten über die Einblendung eines Werbebanners Einnahmen generiert. Ich nutze ihn immer dann, wenn ein Link auf eine Seite geht, bei der ich keine Werbeeinnahmen aus der eigentlichen Verlinkung erhalte (am häufigsten bei Beam).
Übrigens lustigerweise, wenige Wochen nachdem ich hingegangen bin und die Werbung dort von einer ganzseitigen Anzeige vor Zugriff auf den Link auf ein Banner umgestellt hatte, damit die Werbung weniger stört. Denn ich bin jemand der glaubt, dass Werbung durchaus als positives Informationsorgan dienen kann, wenn sie nur ethisch und moralisch korrekt gestaltet wird und wenn sie den Umworbenen nicht unbotmäßig belästigt.

Nun gut, ich wechselte auf eine andere Kürzungs-URL, die ebenfalls über adf.ly läuft (q.gs) und damit war das Problem erledigt. Vorerst.

Denn dann kam heute: Twitter weigerte sich nun auch, einen q.gs-Link anzunehmen mit dem Vermerk, es bestehe der Verdacht, dieser Link sei fragwürdigen Inhalts. Tatsächlich fand ich bei Überprüfung von Futuretweets für gestern, dass schon dort die zwei Tweets mit q.gs-Links nicht gesendet werden konnten.
Futuretweets ist ein Service, der es ermöglicht, Tweets vorab zu schreiben und die dann später versendet. Ich nutze ihn ab und an, wenn sich Termine oder ähnliches mit meinen Zeiten für Tweets beissen, gestern beispielsweise hatte ich Familienbesuch und wir haben den Abend draussen mit Grillen verbracht (nicht Heuschrecken, Barbecue!). Ich versuche, trotz gelegentlicher verpasster Tage, eine für die Leser verlässliche Zeit einzuhalten und gehe davon aus, dass sie diese Verlässlichkeit zu schätzen wissen. Möglich, dass auch dies dazu beigetragen hat, dass Twitter die Tweets für automatisiert hält, aber das ist das gesamte Ausmaß, in dem ich automatisierte Dienste nutze.
Nun, ich kürzte den gekürzten Tweet nochmal über bit.ly ab, um die Linksperre bei Twitter zu umgehen, was zwar dazu führte, dass ich den Beitrag absenden konnte, wer darauf klickte jedoch zunächst eine Warnung erhielt.

Leser haben wenigstens ganz unten rechts die Option, die Warnung zu ignorieren. Ich habe das beim Posten nicht


Das ist ja noch schlechtere Kommasetzung in der Systemmitteilung als in einem meiner Texte.

Nachdem dieses Problem vorerst überwunden war, mir aber klar war, dass ich später noch eine andere Lösung suchen werden müsste, begab ich mich an den Amazon-Teil der heutigen Liste von nach erstem Augenschein empfehlenswerten kostenlosen Büchern.
Der erste Amazon-Tweet: Es kam erstmalig die ganz oben in diesem Beitrag gezeigte Fehlermeldung, aber bei zweitem Absenden ging der Tweet raus. Ich vermutete zunächst, der kurze Zeitabstand von unter 60 Sekunden zwischen den Tweets habe das ausgelöst.
Nächster Tweet, nächste Fehlermeldung. Der Tweet funktionierte erst, als ich den Link an eine andere Stelle im Tweet setzte, nämlich an den Anfang.

Das ging eine Weile und dann zeigte sich die Fehlermeldung jedes Mal, wenn ich versuchte, einen Link in einen Tweet zu setzen. Egal, wo im Tweet der Link war und egal, was für ein Link es war: Amazon ging nicht (offensichtlich), obwohl dies wohl kaum im Verdacht steht, Malware zu verteilen.
Als ich einen Screenshot des Problems teilen wollte stellte sich heraus, das nicht einmal mehr Twitter-eigene Links für hochgeladene Medieninhalte funktionierten.

Im Moment kann ich noch Beiträge ohne Links schreiben. Ich habe dies genutzt, um die Leser über die Situation zu informieren und die restlichen kostenlosen Titel für den Tag (sowie das auf 0,99 € runtergesetzte Drachenschiffe über Kenlyn vom von mir immer gerne empfohlenen Dane Rahlmeyer) wenigstens mit Titel und Autor zu erwähnen, damit die Leser diese dann bei Amazon ins Suchfeld eingeben können.

Momentan weiss ich nicht, was passiert ist. Ich kann vermuten und momentan sieht alles danach aus, dass ein Twitter-interner Spamfilter auf meine Tweets angeschlagen ist. Ich habe keinerlei diesbezügliche Mitteilungen von Twitter bekommen, weder über die Twitter-Seite noch an die mit dem Account verbundene eMail-Adresse. Keine Warnung, keine Information, keine Belehrung irgendwelcher Klauseln in den Nutzungsbedingungen, nichts.
Der finanzielle Schaden hält sich in Grenzen, in seinen besten Monaten macht eBooks für lau mit den Affiliate-Links und Bannereinblendungen um die 100 €, normalerweise weniger. Aber mein Vertrauen in die Zuverlässigkeit von Twitter ist damit doch erheblich erschüttert – ohne Vorwarnung und Begründung einen Account zu kastrieren ist übler als das, wofür Youtube zuletzt mächtig Ärger bekommen hat. Die liefern wenigstens gleichzeitig mit Ergreifen der Maßnahme eine inhaltsleer-automatisierte Begründung, wenn sie einen Account sperren.
Ich habe einen Dienst betrieben, der per Twitter für Nutzer kostenlos einen echten Mehrwert erzeugt hat. Ich habe dabei niemandem geschadet, ich habe niemanden belästigt. Ich habe damit etwas Geld gemacht, was wohl kaum in irgendeiner Weise verwerflich ist, vor allem nicht bei diesen Beträgen. Ich verstehe nicht, was ich mit eBooks für lau falsch gemacht haben soll.

Ich werde mich nun mit Twitter in Verbindung setzen um herauszufinden, was passiert ist und den Dienst nach Möglichkeit fortsetzen zu können.

Nachtrag: Der Dienst funktioniert wieder. Es sieht so aus, als habe der q.gs-Link irgendwelche Sicherheitsroutinen im System ausgelöst. Ich finde den Umgang von Twitter mit solchen Diensten ziemlich unmöglich


Amazon gegen Kostenlos-Portale und die Zukunft von @eBooksfuerlau

Am gestrigen Freitag schickte Amazon.com eine Mail heraus, die recht kurzfristig eine Änderung der Konditionen für das Partnerprogramm zum 1. März ankündigte. Die Änderungen gelten vorerst nur für amazon.com, aber es steht zu erwarten, dass amazon.de und andere Lokalableger nachziehen.
Bedeutend ist dabei das Zudrehen des Geldhahns für Portale, die kostenlose Kindle eBooks bewerben. Genau gesagt wird der folgende Passus in die Konditionen für das Amazon-Partnerprogramm eingefügt:

In addition, notwithstanding the advertising fee rates described on this page or anything to the contrary contained in this Operating Agreement, if we determine you are primarily promoting free Kindle eBooks (i.e., eBooks for which the customer purchase price is $0.00), YOU WILL NOT BE ELIGIBLE TO EARN ANY ADVERTISING FEES DURING ANY MONTH IN WHICH YOU MEET THE FOLLOWING CONDITIONS:
(a) 20,000 or more free Kindle eBooks are ordered and downloaded during Sessions attributed to your Special Links; and
(b) At least 80% of all Kindle eBooks ordered and downloaded during Sessions attributed to your Special Links are free Kindle eBooks.

Dazu muss man wissen: Das Geschäftsmodell von Portalen für kostenlose eBooks funktioniert bei Kindle über Cookies, die einen Nutzer für 24 Stunden dem Werbenden zurechnen. Das bedeutet: Zwar erhalten die Werbenden für den Download eines kostenlosen eBooks kein Geld, wohl aber wenn der selbe Kunde am selben Tag einen weiteren, kostenpflichtigen Einkauf tätigt.
Auf diese Weise funktioniert auch ein Teil der Finanzierung meines Twitter-Kontos eBooks für lau, genauer die Links eben zu amazon.de. Links zu Smashwords und Apple laufen über die dortigen Partnerprogramme, die restlichen Links über eine Werbeeinblendung des kommerziellen URL-Kürzungsdienstes Adf.ly beim Aufruf jedes Links.

Sieht man nun diesen Schritt seitens Amazon wird klar, dass man dort die Geister, die man mit der Einführung der Gratistage als Werbemaßnahme für die Autoren rief, wieder loswerden will. Darauf deuten auch die klaren Hinweise, dass sich Gratisaktionen nicht mehr wie früher auf die Verkaufsränge auswirken. Die kostenlosen Titel nehmen offenbar aus Sicht des Händlers überhand. Es muss erhebliche Probleme geben, wenn er ein bei oberflächlicher Betrachtung so effizientes Werbemittel so heftig zerschießt.
Damit bricht ein über die Jahre recht umfangreich gewordenes Netz von Diensten, die kostenlose Links sammeln und verbreiten in den nächsten Monaten zu großen Teilen zusammen. Nicht nur werden damit die Betreiber dieser Seiten deutlich geschädigt, es wird in Zukunft auch für Autoren schwieriger werden, ihre Werbeaktionen über solche Portale bekannt zu machen. Das wird den Markt für Kindle eBooks, vor allem das Marketing bei selbstverlegten Titeln, grundlegend verändern.

Die Zukunft von eBooksfuerlau


eBooks für lau wird als Angebot fortbestehen. Was sich verändern wird, ist das Finanzierungsmodell. Und ja, ich werde in Zukunft aller Voraussicht deutlich weniger Geld mit Amazon-Links einnehmen. Aber nicht gar keins.
Die letzten Wochen haben gezeigt, dass die Kunden bereit sind, eine Werbeeinblendung vor dem Betreten der eigentlichen Webseite zu akzeptieren. Das hatte mir lange Sorgen bereitet. Daher werden, sobald die Regelung von amazon.com auch in Deutschland gültig wird, Amazon-Links im Twitter auf Adf.ly umgestellt, wie sie jetzt schon bei Links auf Ciando, Pageplace, BPB etc. Verwendung finden. Bis dahin läuft erstmal alles wie gehabt. Solange es nicht nötig wird, werden die Werbeeinblendungen nicht kommen.
Bis dahin ist der wichtigste Punkt: eBooks für lau ist gekommen um zu bleiben. Wenn die Bedingungen sich ändern, ändert das Angebot sich entsprechend. Aber es läuft weiter. Ich suche weiter kostenlose eBooks und stelle sie nach einer kurzen Vorauswahl (um einen gewissen Mindestanspruch an Qualität zu erfüllen) jeden Nachmittag dort ein.
Wenn Amazon mir daraus ein Verlustgeschäft macht, habe ich andere Optionen. Und letztlich ist Amazon zwar der größte, aber (anders als bei den meisten anderen ähnlichen Anbietern) bei weitem nicht der einzige Anbieter, auf den ich verlinke.


Bisken Neues im Blog

Ich hab dann mal auf 90er-Retrowelle geschaltet und daher diverse Neuheiten im Blog verbaut, die mich irgendwie in meine Geocities-Zeit zurückversetzt haben. Damals, als Bunt König war, das Netz noch aus reinem HTML bestand, Framesets als Meisterdisziplin des Webdesign galten, jeder jeden kannte, man ins ZDF als eingeladen wurde, weil man über ein Thema bloggte (wahre Geschichte) und Raubkopieren noch über irgendwelche Webseiten mit MP3-Listen ging.
Okay, vielleicht bring ich auch nur ein paar Neuerungen ins Blog, die eher zufällig Parallelen zu den 90ern ziehen lassen und ich brauchte grade einen Aufmacher für diesen Beitrag. Schließlich ist der Rest eher uninteressante Eigenbeschäftigung.

Buntes zum Draufklicken
Das offensichtlichste neue Element findet sich oben in der Seitenleiste: Das Blog ist jetzt mit meinen Profilen anderswo verlinkt. Vorerst sind das:

  • Abgeordnetenwatch (Profil für Ratstätigkeit)
  • Amazon.de (Autorenprofil)
  • Twitter

Vielleicht kommen noch weitere dazu, das hängt davon ab, ob ich sie nutze. Ich habe ein moribundes Facebook-Profil, denke über Google+ nach und hab noch ein-zwei aktive, nicht vernetzte Profile (Windows/Xbox Live). StudiVZ und MySpace erachte ich als tot.
Im Moment sind die Symbole alphabetisch angeordnet. Vielleicht ändere ich das noch so, dass es hübscher aussieht, aber erstmal bin ich recht zufrieden damit. Das Twitter-Widget unten in der Seitenleiste behalte ich erstmal bei, hab da aber auch noch nicht endgültig entschieden, ob es mit dem Twitter-Link nicht doch überflüssig wird.

Baustellenseite
Mit der neuen Seite Politik habe ich in Zukunft noch einiges vor – sie soll in Zukunft eine Übersicht darstellen der politischen Vorhaben, die ich aktuell verfolge und die ich (erfolgreich oder nicht) verfolgt habe. Jeder, der politisch tätig ist, sollte meiner Meinung nach so was haben.
Was dort am Ende stehen wird ist eine Karte von Mönchengladbach, in der alle Orte markiert sind, an denen ich politisch an irgend etwas arbeite. Die Farbe der Markierung wird den Stand (in Arbeit, erledigt, gescheitert) anzeigen und ein Klick auf die Markierung führt zu einem erklärenden Text zum jeweiligen Vorhaben.
Vorerst ist das eine reine Baustellenseite. Ich habe sie aufgemacht, damit ich nicht vergesse, mein Vorhaben mit der Seite auch umzusetzen. Das ist nämlich so eine Gefahr bei mir, dass diese Sachen vergessen werden, weil die Webseite im sonstigen Kram untergeht.

Kleinkram
Die Seitenleiste hat jetzt eine Suchfunktion für dieses Blog unter dem Blog-Archiv.
Ich bin etwas enttäuscht von den Möglichkeiten, die ich bei Blogspot habe, was das Design angeht. Beispielsweise würde ich ein-zwei der Seitenleisteneinträge lieber in die Kopfleiste oder eine zweite Seitenleiste rechts einbinden. Wenn es möglich ist, das anzupassen, ist es extrem kompliziert.

Blinkende GIFs
Die gibt es zu meiner erheblichen Enttäuschung nicht. Blogspot unterstützt animierte GIFs nicht. Schade. Zum Ausgleich:

Nachtrag:


Goebbels!

So, hab ich allseitige Aufmerksamkeit? Danke.

Also: Derzeit skandalisiert die CDU einen Tweet von mir. Ich war schockiert, dass Guttenberg auf seiner aktuellen Reise nach Afghanistan neben seiner Frau auch den Quatschmeister Talkmaster Johannes B. Kerner mitnahm, um in Afghanistan eine Fernsehsendung aufzunehmen. Daraufhin schrieb ich spontan folgenden Tweet:

Guttenberg nimmt in Afghanistan ne Talkshow mit Kerner auf – da kann Goebbels sich propagandamäßig noch was abkucken! #godwin

Nun gebe ich gerne zu: Saumäßig schlechter Satz, geht gar nicht.

Doch dahinter steckt ja etwas, was ich sagen will: Ich halte Guttenbergs Aktion, eine Talkshow in einem Kriegsgebiet auszunehmen für eine erhebliche Verfehlung. Wie übrigens viele andere auch. Auch und grade vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte und hier wiederum der Rolle, die Propaganda in der Geschichte deutscher Kriegsführung spielte.
Und damit ist Guttenberg der erste Minister in der deutschen Nachkriegsgeschichte, der einen Krieg in solcher Weise mit Propaganda unterfüttert. Vom offenbaren Quotenwahn bei Sat.1 mal ganz zu schweigen, denn wieso sonst nimmt man in einem Kriegsgebiet eine Talkshow auf?
Wer der letzte deutsche Minister vor ihm war, der eine solche mediale Kriegsverherrlichung betrieben hat, das kann ja mal jeder raten…

Nicht erwartet hatte ich, dass die CDU a) mitliest und b) aufspringt. Etwa fünf Stunden nach dem Tweet erfuhr ich indirekt über Dritte von der Pressemitteilung der CDU mit dem Titel „Krings fordert öffentliche Entschuldigung
Mal davon abgesehen, dass krings von mir bisher noch gar nichts gefordert hat und wahrscheinlich noch nicht einmal um die Existenz des Tweets weiss geht die Mitteilung von einer grundfalschen Annahme aus.

Mit keinem Wort habe ich den Besuch des Ministers bei den Truppen kritisiert. Im Gegenteil, ebenso wie Dr. Krings laut der Pressemitteilung begrüße ich diesen. Und ich stimme völlig überein, wenn diese PM aussagt:

Ich finde, dass Guttenberg ein positives Zeichen der Unterstützung für die deutschen Soldaten setzt, wenn er sie in der Vorweihnachtszeit im Einsatz besucht

D’accord.

Ich habe in dem obigen Tweet klar von „propagandamäßig“ geschrieben. Es ging also keineswegs um den Einsatz selbst, sondern um den Akt der Propaganda. Mit keinem Wort bezog ich mich auf die Soldaten und auf irgendetwas anderes als auf die Aufzeichnung einer Talkshow in einem Kriegsgebiet mitsamt extra eingereistem prominenten Moderator.

Also, nochmal in drei Sätzen:
1. Ja, die Formulierung war Mist Das sehe ich ein und entschuldige mich.
2. Über die deutschen Soldaten habe ich kein Wort gesagt
3. Ich halte nichtsdestotrotz die Aufzeichnung einer Talkshow im Kriegsgebiet für einen Skandal, der in der deutschen Nachkriegsgeschichte einmalig ist

Nachtrag: Fortsetzung hier

PS: Mein Dank gilt auch der Twitter-Gemeinschaft, die ein wesentlich besseres Verständnis der Aussage gezeigt hat als die CDU. Es folgt ein Best Of der bisherigen Antworttweets, soweit ich die mitbekommen habe:

TorbenSchultz: Nur mal so: Der Skandal ist nicht der Vergleich eines örtlichen Ratsherren, der Skandal ist wie Not und Elend die Quote erhöhen sollte!

bov: Johannes B. Riefenstahl

prisac: ungefähr 4.570 bundeswehrsoldatinnen und -soldaten schützen eine einstündige talkshow … soweit ist es schon – bis zum hindukusch.

prisac: wenn die #cdu- mg diesen tweet liest, bitte seien sie entsetzt!

Zwergenkoenig75: @shadaik Und das genau ist das Problem eines Großteils Eurer Truppe: Ihr lebt in einer komplett anderen Welt. Gobbels ist hin! Breaking news

Und nein, es gab bisher im Twitter keine einzige eindeutig negative Äusserung auf meinem Tweet. Was mich offengestanden auch selber überrascht, denn die Formulierung war nunmal wirklich Mist.


Zwitschern, Ticken, Labern

[Trigami-Anzeige]

Ich persönlich halte ja nicht sonderlich viel von Twitter. Hauptsächlich, weil ich mit dem Limit von 140 Zeichen pro Mitteilung nicht viel anfangen kann – wie viele meiner Beiträge passen schon auf 140 Zeichen?
Umgekehrt gibt es aber immer wieder die Situation, dass man einfach nur einen kurzen Link oder sowas weitergeben will.
Dafür ist Twitter eigentlich wie gemacht, aber es ist mir dann doch persönlich zu umständlich, nur für sowas auf eine spezielle Seite zu gehen. Und SMS kosten Geld, das ist ein wichtiges Hindernis für mich beim mobilen Twittern.

Praktischerweise kam über Trigami das Angebot reingeflattert, ein System namens TicknTalk auszuprobieren.
Das kommt als Firefox-Plugin daher und macht genau das: Links auf Knopfdruck speichern und einer Community von Nutzern zur Verfügung stellen. Kurze Kommentare zu den Seiten sind auch möglich – bei sehr beliebten Seiten ergeben sich so ganze Diskussionstränge über die Seite, über die unterschiedliche Besucher kommunizieren.
Über ein System von Freunden und Fans (ich hab sogar schon einen Fan) entsteht eine Community, mit der man seine Links teilt oder deren Links man mitgeteilt bekommt.
Auf Wunsch gehen Links und Kommentare auch an Twitter.

Ein paar Kinderkrankheiten hat das System noch: Es nimmt zuviel Platz ein und an meinen (flammneuen, hey-ja!) Twitter-Account schickt es bei einem Kommentar gleich zwei Tweets (einmal die URL und einmal den Kommentar) mit unterschiedlichen Kurz-URLs, was etwas unübersichtlich ist. Wobei für die unterschiedlichen URLs Twitter selbst verantwortlich sein dürfte.
Noch ist die Community ausserdem etwas klein, aber das gibt sich schon: Die Trigami-Aktion ist nämlich praktischerweise nicht nur daraufhin ausgelegt, Werbung zu machen, sondenr auch das Netzwerk schnell zu füllen, damit es schnell lauffähig wird.

Jetzt gilt es erstmal, das System ein-zwei Wochen auszutesten und dann zu einem endgültigen Urteil zu kommen.

Zwei Erfolge hat die Kampagne für mich schonmal:

  1. Ich hab dafür nach langem Widerstand einen Twitter-Account angelegt
  2. Ich hab einen Fan! :-)

Kurz noch was zum Namen des Progrämmchens: Ein „Tick“ ist, wenn man eine Seite ans Netzwerk gibt, ein „Talk“ entsprechend ein Kommentar oder Diskussionsbeitrag zu einer getickten Seite.