Politische KWen 24/25/26-2012

So, da ich diesmal gleich drei Wochen auf einmal abhandel geht es mal nach Themen statt wie ├╝blich nach Wochentagen. Also:

Radverkehr
Los ging es mit der guten Nachricht, dass die erste Phase in der Planung der Radstation endlich abgeschlossen ist und sie nun kommt. Zwar nicht, wie es mir am liebsten gewesen w├Ąre, im inzwischen wieder ausgebuchten Erdgeschoss des Vitus-Centers, aber sie kommt und ist auch nicht so versteckt wie etwa in Rheydt.
Der Standort ist nun also zwischen dem „Ihr Platz“ im Bahnhof und der Einfahrt zu dessen Hinterhof. 666 Stellpl├Ątze sind ganz gut, damit kann man was anfangen. Einige ├Ąussern Skepsis, dass diese Anzahl Pl├Ątze auch ben├Âtigt wird. Das halte ich f├╝r eine falsche Herangehensweise: Diese Einrichtungen sollen den Radverkehr ja nicht nur verarbeiten, sondern vor allem f├Ârdern – die Anzahl der Fahrr├Ąder in der Stadt soll steigen und f├╝r eine solche Steigerung m├╝ssen diese Einrichtungen entsprechend gebaut sein, sonst arbeitet man gegen den Radverkehr: Zu wenig Abstellm├Âglichkeiten f├╝hren zu Frust und das wiederum bringt einige Fahrer wieder vom Radfahren ab und dann hatte die Station die genau gegenteilige Wirkung die sie haben soll.
Die Planungen habe ich dann auch gestern bei der Radtour des Gr├╝nen-Ortsverbandes MG-Nord vorstellen d├╝rfen.


…und mein Gesicht vor der Kamera verstecken.
Foto: Anita Parker/Facebook

Diese Radtour f├╝hrte vom (auf dem Stadtplan nicht existierenden, was das Finden nicht einfacher machte) Hensenplatz ├╝ber Hermann-Piecq-Anlage, Zentralbibliothek und Hauptbahnhof zum Schillerplatz, wo grade der Stadtteil-Markt Greta – Der Markt der sch├Ânen Dinge stattfand. Und von dort dann nochmal in den Margarethengarten, ein Gemeinschaftsgarten an der Eickener Stra├če, Ecke Steinmetzstra├če.
Interessant fand ich dabei vor allem die Hermann-Piecq-Anlage, die ich aus eigener Erfahrung nicht kenne. Ich fahre da nicht, da sie von mir aus immer ein Umweg ist, egal wo ich hinwill. Diese Anlage zeichnet sich f├╝r Radfahrer dadurch aus, dass ein Radweg in ├Âstliche Richtung dort hinf├╝hrt, der dann urpl├Âtzlich an einem Schild „Fahrrad Einfahrt verboten“ endet. Fahren kann man auf der linken Seite, da muss man aber erstmal hinkommen.
Anderswo sind Radwege in einem schlechten Zustand, hier ist die Anlage selbst verkehrsgef├Ąhrdend und vor allem radfeindlich. Ich werde mir die Stra├čen dort mal genauer anschauen m├╝ssen um eine L├Âsung zu finden, was man dort ohne viel Geld machen kann. Momentan f├Ąllt mir leider nicht viel ein.
Aber wo ich bei gef├Ąhrlichen Radwegen bin spring ich nochmal etwas zur├╝ck: Auf Mittwoch, den 13.6.2012 in die Sitzung der BV Nord. Dort bin ich immer noch mit der Viktoriastra├če dran. Mein Antrag mit detaillierten Anweisungen, was dort zu tun sei wurde in den Vorverhandlungen zu einer Anfrage, ob man den Radweg stadteinw├Ąrts entwidmen und daf├╝r einen Schutzstreifen auf der Stra├če einrichten k├Ânne. Unter der Bedingung, dass die Anfrage diesmal an das Bauamt und nicht wie vor ├╝ber einem Jahr in einer ├Ąhnlichen Sache auf der selben Stra├če an das Ordnungsamt ging (wo kein Zust├Ąndiger einen Finger zu r├╝hren wollen scheint) stimmte ich dem Vorgehen zu. Sollte da allerdings bis Januar immer noch nichts passiert sein, komm ich halt nochmal mit meinem Antrag.
Eine andere Ecke, auf die mich eine Anwohnerin aufmerksam gemacht hat, ist die Fliethstra├če in dem Bereich, in dem bergauf die Rheydter Stra├če abgeht. Hier gibt es einen viel zu engen Radweg, der relativ dicht und ohne B├╝rgersteig dazwischen an der Mauer entlangf├╝hrt, die den Hang abschlie├čt. Das ist nicht wirklich riskant, wirkt aber beim Durchfahren bedrohlich. Nahe dieser Ecke gibt es mehrere gro├če Schulen, daher ist das durchaus wichtig. Ich denke, das beste ist hier wegen der engen Situation, die Radfahrer komplett in Rheydter Stra├če (zum Math-Nat) und L├╝pertzender Stra├če (zum Huma, der Musikschule und der Volkshochschule) zu schicken. Das wiederum hie├če, man muss die F├╝hrung der Radfahrspuren auf der Kreuzung so ver├Ąndern, dass die Radfahrer leicht entsprechend abbiegen k├Ânnen (vor allem nach links zur L├╝pertzender Stra├če, mit dem Rad auf der stark befahrenen Flietstra├če auf die Linksabbiegespur zu kommen ist ein hoffnungsloses Unterfangen). Meine Lieblingsl├Âsung w├Ąre nat├╝rlich, wenn der Verkehr auf der Fliethstra├če so reduziert werden k├Ânnte, dass der Radweg dort breiter gemacht werden kann.

Bungtbach
Eine andere interessante Entwicklung ist der Bungtbach. Der wird ja derzeit komplett renaturiert, was vor├╝bergehend heisst, dass in ein Naturschutzgebiet eingegriffen wird. Ich bin allerdings ├╝berzeugt, dass das Gebiet nach der Renaturierung besser dasteht als zuvor, auch wenn es zwischendurch ganz furchtbar aussieht. Ein Naturschutzgebiet mit einem kanalisierten Bach in der Mitte jedenfalls ist albern.
Nachdem die Ampel im Bezirk Ost entscheiden hat, bei dieser Gelegenheit eine der drei Br├╝cken ├╝ber den Bach komplett zu entfernen (was gut f├╝r den Bach ist: je weniger Einengungen durch Bauwerke desto besser), ver├Ąnderte die Verwaltung ihre Wegeplanung im Volksgarten, durch den der Bungtbach flie├čt. Dabei sollte auch ein Trampelpfad den Bach entlang zu einem ordentlichen Weg befestigt werden.
Das wiederum bem├Ąngelte der Nabu und ich stimme da voll ├╝berein: Es widerspricht dem Ziel einer Renaturierung des Baches, einen Weg am Bach entlang anzulegen. Also beschlossen wir das Gegenteil der urspr├╝nglichen Verwaltungsabsicht um diesen Weg: Der bestehende Trampelpfad wird versperrt, damit der Bach sich dort frei entfalten kann. Sollte nach der Renaturierung des Baches wieder ein Trampelpfad entstehen, besch├Ąftigen wir uns nochmal mit dem Thema.
Eine interessante Nebeninformation erfuhr ich bei der Vorstellung des Fortschrittes des Abwasserkonzeptes der Stadt. Eine bei Hochwasser regelm├Ą├čig ├╝berflutete Stelle in der Stadt ist die Kreuzung Engelsholt/Bahnstra├če. Und diese ├ťberschwemmung kommt aus dem mehrere Kilometer entfernten Bungtbach, da diese Stra├čen ihr Regenwasser dorthin schicken. Da kann man mal sehen, wie weit solche Dinge wie ein zu stark eingeengter Bach sp├╝rbar sein k├Ânnen.

Gr├╝ne Jugend
Ich bin selbst nicht mehr dabei (2 Jahre zu alt), aber greife der neuen Gr├╝nen Jugend etwas unter die Arme und es sieht so aus, als h├Ątten wir ab August wieder eine. Hurra!
Das Problem war vor allem ein formelles: Der alte Vorstand war zu Studium/Arbeit quer durch Europa verstreut. Damit ein neuer Vorstand aber ├╝bernehmen konnte, musste der alte zuerst eine Mitgliederversammlung einberufen und sich dort abw├Ąhlen lassen. Das soll nun endlich geschehen.

Abfallumladestellen
Die Verwaltung will die beiden Abfallumladestellen der Stadt umbauen, vor allem aber Luisental in Rheydt.
Bei lUisental sind auch alle ├╝berzeugt, dass das notwendig ist, immerhin wird das Gel├Ąnde durch den bau des Mittleren Ringes sp├╝rbar verkleinert und hat danach einen neuen Zuschnitt. Also muss auch der Platz selbst neu organisiert werden.
Allerdings sind die meisten (mich eingeschlossen) noch nicht ├╝berzeugt, dass auch der Umbau von Heidgesberg bei Hehn/Nordpark notwendig ist und 2 Millionen ÔéČ (zus├Ątzlich zu den 1,5 Millionen f├╝r Luisental) sind f├╝r eine hoch verschuldete Stadt wie MG kein Kleinkram.
Also haben wir das Thema im Umweltausschuss geschoben, wobei ich das noch f├╝r die Anregung nutzte, bis nach der Sommerpause eine g├╝nstigere Variante f├╝r Heidgesberg zu entwickeln, die m├Âglichst mit dem jetzigen Gel├Ąnde auskommt und nicht etliche Quadratmeter zus├Ątzlich teuer befestigen muss. Im September aber m├╝ssen wir zumindest ├╝ber Luisental definitiv befinden.

So, ich hoffe, ich habe nichts wichtiges vergessen (des gibt da noch ein paar H├╝hner, aber da brauch ich selber noch Infos zu) und bin damit wieder im Plan mit den Politischen KW. Dann jetzt wieder w├Âchentlich.