Extra Extra mit Gimmick Nr. 1-8

hand-589488_1280Okay, mal was anderes: Ein Youtube-Kanal für Bewertungen von Heftbeilagen. Wo das herkommt, wo es hingeht und wieso ich einen Selfie-Stick gekauft habe. Ihr wisst schon, die wichtigen Fragen des Lebens.

Die Youtube-Landschaft

Es begann mit einer einfachen Frage: „Was macht eigentlich die Yps zur Zeit?“ Und mit einem Blick auf das chaotische Regal mit Kinderzeitschriften im Bahnhofsbuchladen, aufgrund ihrer mit Extras verfälschten Form keinen bekannten Gesetzen der Physik mehr gehorchend.
Da fiel mir auf, dass wahrscheinlich niemand mehr einen Überblick hat, was es eigentlich alles gibt und welche Zeitschrift grade was dabei hat. Denn ganz ehrlich: Viele dieser Zeitschriften werden doch nur wegen der Beilage gekauft.
Also kam ich auf die Idee, daraus ein Youtube-Format zu machen. Für Eltern, aber auch für alle, die in einem bestimmten Bereich sammeln und gerne wissen möchten, was es in diesem aktuell so an Stellen gibt, an denen man normalerweise eher nicht schaut. Fürs Lego-Sammeln sind diese Magazine zum Beispiel hin und wieder ganz interessant, Schleich-Figuren-Sammler finden mehrere Hefte mit exklusiv bemalten Varianten der Figuren und natürlich die Motiv-Sammler für Dinge wie Pferde, Dinosaurier, Pinguine, Star-Wars-Objekte und so weiter. Und manche Dinge sind so herrlich kurios, dass es schon interessant ist, sie einfach mal zu sehen. So wie in dieser ersten Folge der aufblasbare Todesstern, der nicht ohne Grund das Vorschaubild ausmacht.
Im Grunde ist das ja nur eine Sonderform der bei Youtube sehr erfolgreichen Unboxings und Hauls, wo Youtube vor der Kamera Produkte auspacken, zeigen und kommentieren. Nur halt mit Zeitschriftenbeilagen statt Telefonen und Aboboxen. Und es gibt wirklich deutlich beklopptere Formate auf Youtube.
Versuch macht kluch. Und da ich noch nie zuvor ein Youtube-Video gemacht habe, wird das ein sehr interessantes Experiment, ob erfolgreich oder nicht.

Hightech-Video-Produktion

Die meisten von euch werden sich die Produktion eines Videos wohl technisch recht aufwendig vorstellen. Und ganz ehrlich, das kann sie auch sein. Mein Video würde von etwas mehr Hightech fraglos profitieren. Aber ich arbeite halt mit dem, was ich habe, die Upgrades kommen nach und nach.
Ja, die Kamera war mein Handy. Das hat nicht grade die beste Tiefenschärfe und der Autofokus reagiert frustrierend träge bis gar nicht, aber es funktioniert.
Fixiert habe ich das Handy aber mit absoluter Spitzentechnologie: Ich habe einen Selfie-Stick aus dem 1-Euro-Laden in eine Tasche gesteckt, die zwischen mir und dem Tisch stand. Das Ganze habe ich dann fixiert, indem ich den Reissverschluss der Tasche zugezogen habe. Das hat ziemlich gut funktioniert. Mein anderes Stativ ist zwar ein Dreibein, aber nur eins für den Tisch und das bekam ich nicht weit genug von der Tischfläche weg aufgestellt, um einen ausreichend großen Bildausschnitt abfilmen zu können.
Die Beleuchtung war so lala, weil ich zwischendurch das Handy aufladen und dann mit künstlichem Licht arbeiten musste. Das prompt Schatten geworfen hat. Also: Nur mit vollem Akku filmen und zu einer Tageszeit, wo es zuverlässig noch genug Tageslicht gibt.
Das werde ich alles nach und nach verbessern.
Das Konzept erfordert natürlich, dass ich zu jedem Heft in einer Aufnahme durchspreche, ohne zu stottern oder hängen zu bleiben. Ich finde, das hat ganz gut geklappt. Natürlich muss und werde ich da mit der Zeit dazulernen. Interessant wäre zu wissen, ob ich tendenziell mehr zu jedem Artikel sagen soll. Zu dem Dinosaurier beispielsweise hätte ich noch eine Menge sagen können, denn das ist kein besonders gutes Modell dieser Dinosaurierart und basiert auf einem 20 Jahre alten größeren Modell von Schleich, welches ich zufällig ebenfalls besitze. Und warum das Yps-Periskop eigentlich noch nicht mal ein Periskop ist, hätte ich auch noch ergänzen können.
Dass im Hintergrund etwas auf dem Tisch rumkrabbelt (Spinne? Fliege?) hab ich leider erst beim Zusammenschneiden der Segmente gesehen. Einen Teil meiner Anläufe zum Starten des Videos und einen kleinen Zwischenfall mit dem klassischen Handy-Laut beim Aufnehmen hab ich in Form von Outtakes hinten an das Video gesetzt.
Aber, wie viele Ratgeber zum Thema Youtube-Videos immer wieder sagen: „Fertig ist besser als perfekt.“ Und da ich manche dieser Packungen nur einmal öffnen kann, muss das erste Mal halt das beste Mal sein.
Etwas ärgerlich ist noch der extrem langsame Upload bei Youtube. Nachdem das erste Video mit seinen 5 GB ungefähr 6 Minuten pro Prozentpunkt brauchte, brach ich diesen ersten Upload ab und schickte das Video erstmal zum Verkleinern zu Clipchamp, wo der Upload nur ein paar Minuten dauerte und ich nach etwa einer halben Stunde eine deutlich verkleinerte Videodatei zurückbekam.

5 GB auf 340 MB - gar nicht schlecht

5 GB auf 340 MB – gar nicht schlecht

Was nicht funktioniert hat, war der direkte Upload aus Clipchamp. Der zeigte irgendwann „Processing“ an, abe rin meinem Youtube-Konto war nichts zu sehen ausser einem Video, das gleichzeitig anzeigte, verarbeitet zu werden und erst zu 8% hochgeladen zu sein (der Punkt, an dem ich meinen ersten Versuch abbrach). Und nach zwölf Stunden, also heute morgen, zeigte er genau das immer noch an.
Da versuchte ich es erneut und siehe da: Nur noch 45 Minuten brauchte Youtube, um das Video hochzuladen und dann noch ein bisschen für die Verarbeitung, bei der es aus der 1080p-Videodatei die kleineren Formate generiert. Das Lustige daran ist noch, dass die Aufnahme eigentlich in 720p lief, meine Schnittsoftware aber aus Versehen in der Ausgabe auf 1080p eingestellt war. Nicht so schlimm, macht nur halt die Datei ein ganzes Stück größer.

Potenzial

Grundsätzlich kann ich mir viele Arten vorstellen, wie ich dieses Format ausreifen und erweitern kann. Schon vor einer ganzen Weile hatte ich beim Gang durch einen Spielwarenladen mal die Idee, Experimentierkästen und andere Lernspielzeuge zu testen. Das wäre ja auch noch eine logische Erweiterung.
Was bei Youtube schon recht viel läuft und auch hier passen würde, wären Vorstellungen und Unboxings von Adventskalendern. Viele der Magazine, insbesondere die Blue-Ocean-Titel (Die drei ???, Schleich Dinosaurs und so weiter) bringen ja auch Adventskalender raus und viele wollen vorher wissen, was sie sich oder ihren Kindern da holen.
Von Sammelmagazinen, die eine Sammlung oder einen Bausatz über eine lange Reihe teurer Magazine mit einem billigen Erstling als Lockvogel anbieten, werde ich mich dagegen fernhalten. Es sind zwar teils wirklich schöne Modelle, aber ein Test erscheint mir wegen der langen Zeit, über die sich diese Veröffentlichungen erstrecken, recht sinnlos. Ich weiss ja nach Band 1 nicht, wie das Ergebnis nach Band 100 aussehen wird. Mal ganz davon abgesehen, dass der zusammengerechnete Preis für diese Sammlungen schon ziemlich stolz ist. Mehrere hundert Euro für ein Schiffsmodell sind da keine Seltenheit. Oft kosten die Einzelbände so viel wie alle sieben Zeitschriften dieser Woche zusammen. Das geht gar nicht.
Was ich mir dagegen ganz gut vorstellen könnte wären gelegentliche Videos zu besonderen Themen und Funden. Ich hatte mal das Konzept einer Vorstellung besonders bizarrer Flohmarktfunde (da gibt es einiges zu entdecken) oder von Funden aus chinesischen Versandplattformen (es gibt zuviel davon, alsdass Youtube das jemals bewältigen könnte!). Mal sehen, was sich da anbietet.

Wie nun weiter?

Vorerst gilt es natürlich herauszufinden, ob das Konzept funktioniert. Ich gebe ihm daher bis Ende des Jahres, um sich zu tragen. Das bedeutet bei den Kosten für die Hefte und den online zu findenden Werten für das Einkommen mit Werbung auf Youtube-Videos etwa 50.000 Ansichten pro Monat (alle Videos zusammen). Erreicht es das, geht es weiter. Erreicht es das nicht, eben nicht. So oder so denke ich, ich habe bis dahin viel über Youtube, das Videomachen und alles, was so dazugehört, gelernt.
Auf jeden Fall werde ich die Videos noch ein wenig optimieren. Nächstes Mal gibt es vor den Besprechungen eine Übersicht, was kommt, und danach eine Zusammenfassung der Bewertungen. Dafür wahrscheinlich keine Outtakes mehr, die halten sich zum Glück eh in Grenzen. Probleme hatte ich im Grunde nur mit dem Start des Videos, danach ging es recht flüssig: Heft hinlegen, soweit vorbereiten, dass das Auspacken schnell geht, filmen, schneiden, einfügen.
Diese Webseite wird sich in Zukunft auch ein wenig verändern, um neben den eBooks auch die Youtube-Aktivitäten angemessen zu präsentieren. Ich habe da schon eine ganz gute Vorstellung.
Und dann gibt es noch ein Fernziel: Sollte die Serie 100 Folgen erreichen, gibt es auf jeden Fall ein nicht so kleines Special, bei dem alle bis dahin gezeigten Extras und Gimmicks zu Einsatz kommen (von einfachen Figuren und sowas mal abgesehen). Dann werde ich meine wahren Pläne enthüllen! Mwahahaha! Aber um die zu sehen, muss die Serie auf 100 Folgen kommen. Wöchentliche reguläre Folgen der Hauptserie Extra Extra, eventuelle Neben-Experimente zwischendurch zählen nicht. Und ja, die Ausgabennummer hat bereits drei Ziffern. Ich bin halt Optimist.


Zweiwöchige Zehn 06.02.2015

Die wöchentlichen Dinge der Woche, die mich gefreut haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen.
Deadlines sind nicht meine Freunde und deshalb gibt es diesmal zwei Wochen und somit zehn Punkte. Aber keine Sorge, ich habe eine passende Alliteration gefunden! Der Tag ist gerettet!

1. Alliteration! Yay!

2. Seht euch das erste große Bild zu diesem Artikel an. Sieht das nicht aus wie die Bismarckstraße, nur mit einem neuen Straßenquerschnitt und ohne die Kaiser-Friedrich-Halle am Ende?
Ja, Gladbach ist noch nicht ganz bereit für so etwas, aber es ist im Bereich des möglichen. Ausgerechnet London hat nun den Weg zu einem neuen Fahrradmekka eingeschlagen und der Ideenreichtum, mit dem die bisher extrem radlerarme Stadt an dieses Vorhaben (und eine allgemeine Verbesserung der Vekehrssituation) herangeht, ist gradezu inspirierend.

3. via John Osinski:

4. Mal eine ungewöhnliche Doku. Auf diese kann man sich bei Arte halt verlassen. Youtube eingebunden, weil ich nicht sagen kann, wie lange die Arte-Version online bleibt. Anyway: Wie wir dem Kommunismus die Yps beziehungsweise dessen französisches Original Pif verdanken. Ich war übrigens Yps-Abonnent bis zum letzten Heft.

5. Bleiben wir noch ein wenig bei Youtube-Videos zur Geschichte und kommen zu Lars Andersens Rekonstruktion historischer Techniken mit dem Reiterbogen im (absolut beeindruckenden) Selbstversuch. Im Text natürlich ein wenig überzogen – die Methode ist zwar durchaus ausserhalb von Historikerzirkeln vergessen, aber innerhalb dieser eben doch bekannt.

6. Dänemark feiert absolut beeindruckende Erfolge in der Reduzierung des „Energieverbrauchs&“. Zwar ist nicht ganz klar, was genau mit „Energieverbrauch“ gemeint ist (Primärenergie? Strom?), allerdings gehe ich mal von Primäreneergieverbrauch aus, da auch der Verkehr eingerechnet ist.
Und wisst ihr was? Dänemark ist trotzdem noch kein Entwicklungsland geworden! Das ist ja das, was uns hierzulande immer erzählt wird, was passiert, wenn wir den Verbrauch verringern.

7. Siegen hat die hübsche Idee, sich selbst zum Austragungsort der Spiele für eine Entwicklerkonferenz zu machen. Klasse. Ich überlege ernsthaft, ein paar Autoren zusammenzutrommeln, um die in einem Fantasy-Gegenstück zu Gladbach spielende Kurzgeschichte Khamel zu einer Sammlung auszubauen, die Kalmrill (von englisch Calm Rill = ruhiger Bach = Gladbach, die ganze Geschichte findet sich hier) zu einer kompletten Welt macht.

8. The Swapper ist so ziemlich das beste, was ich seit langem gespielt habe. Man spielt eine gestrandete Astronautin auf einer Raumstation, deren Besatzung auf mysteriöse Weise fast vollständig verschwunden ist, nachdem sie Forschungen an intelligenten Felsen aufgenommen hat. Man selbst trägt das einzige Ergebnis der Forschungen mit sich, den Wechsler (engl. Swapper), der in der Lage ist, Klone zu erzeugen und das Bewusstsein des Trägers in einen der Klone zu übertragen.
Das Ergebnis ist zum einen eine Suche nach der Seele, ihrer Existenz und Form. Zum anderen eine Begegnung mit einer fremden Lebensform, die so anders ist, dass trotz andauernder Kommunikation jegliches gegenseitige Verständnis unmöglich ist – die Wächter sind denkende Felsen, sie haben kein Konzept vom physischen Raum, weil sie sich ohnehin nicht bewegen können und daher so gut wie nicht mit ihm interagieren.
The Swapper ist das Videospiel-Gegenstück zu Solaris. Und da Solaris sich den Titel „Bestes Buch, das ich bis dato gelesen habe“ redlich verdient hat, ist das kein geringes Lob von meiner Seite.

9. Der amerikanische eBook-Distributor Draft2Digital vertreibt über ihn verbreitete eBooks in Zukunft auch an die Tolino-Partner. Das bedeutet, dass meine künftigen englischen eBooks in Deutschland auch für den deutschen Kindle-Konkurrenten Tolino erhältlich sein werden, den Thalia, Weltbild, buecher.de, buch.de, Hugendubel und viele Buchhandlungen bedienen.
Das hat einige potenzielle Auswirkungen auf meine Möglichkeiten, deutsche Titel zu vertreiben, da Draft2Digital mit dieser Entwicklung auf einen Schlag auch ein interessanter Vertriebspartner für den deutschsprachigen Raum wird.

10. Datenträger der Zukunft? Sieht so aus, als bekämen wir Kristalle. Das ist etwas, woran im Grunde schon seit Ende der 90er gearbeitet wird, aber langsam rückt es in greifbare Nähe. Ich denke, die Technologie wird im Laufe der 2020er marktreif, die Frage ist nur, wofür wir so gewaltige Speichermedien nutzen werden. 360 TB für ein ROM-Medium sind eine Menge Nullen und Einsen, insbesondere wo der Kapazitätszuwachs von kommerziell erhältlichen Festplatten grade allem Anschein nach im unteren Terabyte-Bereich abzuflachen scheint.