MyFreeFram – Kleiner Test zum Browserspiel

[Trigami-Review]

MyFreeFarm ist ein Browserspiel, in dem man eine Farm verwaltet. Anders, als die Browserspiele, die ich sonst so kenne hat dieses sogar ein paar Animationen und besteht nicht nur aus endlosen Ansammlungen von Tabellen. Was auch dazu führt, dass ich anders als bei BigPoints Tabellenorgien auch freiwillig mehr als zwei Tage dabei bleibe.
Im Spiel baut man hauptsächlich auf mehreren Feldern Gemüse an, später auch Tierprodukte (Eier, Milch etc.) und Obst (angefangen mit Erdbeeren). Unten in der Farm tauchen immer mal wieder „Farmis“ auf, Kunden, die Bestellungen haben und bezahlen, wenn man diese mit seinem Anbau erfüllen kann. Einträglicher sind aber die selteneren „Quests“, Aufträge, die man im Dorf bekommt. Dort erhält man auch sein Saatgut und seine Ausstattung und kann Bestenlisten einsehen.
Mit dem virtuellen Geld kann man dann weitere Saaten kaufen, Feld und Bauernhaus mit Möbeln, Bildenr, Vogelscheuchen und derlei Zeug schmücken, mehr Felder kaufen und die vorhandenen Felder von Unkraut, Steinen etc. befreien.
Grundsätzlich lässt sich der Farmertrag auch über den Markt im Dorf verkaufen, aber dazu kommt man vor lauter Kunden auf der Farm normalerweise gar nicht. Ich zumindest nicht.
Das einzige Problem ist die Zeit: Ein paar Eier zu produzieren braucht gut 4 Stunden. Man kann das zwar mit Getreide beschleunigen – aber grade mal um lächerliche 3 Minuten pro Portion. Da kann man das Füttern auch gleich bleiben lassen. Auch die fortgeschrittenen Gemüse- und Obstsorten brauchen ewig lange zum Wachsen. Andererseits hilft das beim Ansatz des Gelegenheitsspiels: nach zwei Stunden muss man sich eh neu einloggen, da kann man auch gleich einen Spielstil einnehmen, der morgens und abends je ein paar Minuten braucht. Oh, und das Geld: Zusätzliches Vieh und Felder sind so teuer, dass es sich kaum lohnt, auf deren Erwerb hinzuarbeiten. Man kann zwar virtuelles Geld mit harten Euros kaufen, das mag ich persönlich aber nicht. Man hat aber schon mit einem Feld und einem Hühnerstall definitiv genug zu tun.

Doch nun zur Grünenfrage: Ist es Bio?
Ehrlich gesagt keine Ahnung. Man gießt mit Wasse rund baut Getreide an. Das Vieh wird mit eigenen Farmprodukten gefüttert, davon ab lässt sich noch nicht sagen, wie Bio das Ganze ist. Später gibt es wohl Dünger, an dem wird sich die Bio-igkeit dann zeigen.

Eine Besonderheit möchte ich noch positiv anmerken: Spieler werden nach zwei Stunden automatisch ausgeloggt. das finde ich positiv, weil es ein Hemmnis für Spielesucht darstellt. ich rechne es den Machern bei Upjers durchaus hoch an, dass sie es riskieren, potenzielle Kunden zu vertreiben, um Spielsucht einzudämmen.

Für wen das Spiel letztendlich geeignet ist?
Ich würde sagen, für Fans von Pokémon (ähnlicher Sammelwuteffekt) und von Browserspielen, die sich aber von der meist zu trockenen Präsentation abgeschreckt fühlen. Alles in allem macht das Spiel durchaus Spass und hält bei der Stange, trotz kleinerer nerviger Details.
Und da die Frage immer wichtiger wird: Nein, ich habe nach der Anmeldung bei MyFreeFarm keine zusätzlichen Spam-Mails erhalten.

Und zum Abschluss noch der launige Trailer zum Spiel. Läuft angeblich auch im TV, was ich mangels Fernseher aber nicht bezeugen kann:

Jetzt zum Spiel


Wir reparieren einen RROD

Okay, hier mal eine deutschsprachige Anleitung zur Reparatur des RROD an der Xbox 360. Keine Erfolgsgarantie, aber eine recht gute Quote, ich hab bisher 3 von 3 Boxen reparieren können.
Die ganze Prozedur kostet euch etwa eine Stunde Arbeit und etwa 6 € an Materialkosten zuzüglich einmaliger Kosten für eventuell noch nötiges Werkzeug.

0. Was reparieren wir eigentlich?
Der RROD (Red Ring Of Death) oder offiziell „Allgemeine Hardwareausfall“ ist ein berühmt-berüchtigter Fehler der Xbox 360, der sich in drei rot blinkenden Lampen um den die Einschalttaste der Konsole befindet.
Wichtig: Wenn alle vier Lampen rot leuchten, ist es KEIN RROD, dann ist das Videokabel defekt oder nicht angeschlossen.
Also, ein paar Beispiele. Das ist ein RROD:

Hier wurde einfach das AV-Kabel nicht eingesteckt:

Und das ist ein sonstiger Hardware-Fehler, bei dem ein Fehlercode auf dem Bildschirm erscheinen sollte und der nix mit dem RROD zu tun hat. Lautet der Fehlercode „E74″ lässt sich aber manchmal mit der selben Reparatur beheben, so als Hoffnungsschimmer, wenn die Garantie abgelaufen ist und man eh nix zu verlieren hat.

Wir reparieren also den Fehler ganz oben und eventuell den ganz unten (30% Erfolgsquote bei E74, 99% bei RROD). Für alle anderen Fehlermeldungen bringt diese Anleitung eher nix.
Ich möchte weiter darauf hinweisen: Die Xbox 360 hat drei Jahre Garantie gegen die Fälle RROD und E74. Das Herstellungsdatum der 360 steht auf den Tag genau auf der Rückseite, wenn das weniger als drei Jahre her ist, lasst Microsoft den Schlamassel kostenlos beheben.

Für alle anderen heisst es:
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GamesCom 2010

Okay, sonderlich was geworden sind die meisten Fotos bei der Hallenbeleuchtung nicht, das übe ich nochmal.
Trotzdem meine kleine Nachbetrachtung zur GamesCom 2010:

Dies war das erste Mal, dass ich an einem Publikumstag auf der GamesCom war, was sich aber nicht als so schlimm erwies, wie ich befürchtete, die Messe war am Donnerstag relativ ruhig. Vom Publikumsverkehr gesprochen, von der Lautstärke war es näher an einem durchschnittlichen Metalkonzert.
Sehr positiv entwickelt hat sich meiner meinung nach die Ausstellerriege: Zwar schienen es diesmal weniger zu sein, diese hatten dafür mehr Platz und mussten nicht ganz so gedrängt bauen. Ich würde alle Stände als angemessen bezeichnen.

Es war eine Menge anspielbar, was vor allem dieses Jahr richtig was ausmacht, immerhin kommen etliche neue Zubehöre auf den Markt. Kinect war denn auch sehr spaßig – auch wenn ich durch Zufall zweimal im selben Spiel gelandet bin (Your Shape, einmal bei Ubisoft, einmal bei Kinect selber). Interessanterweise hatte Kinect am Microsoft-Stand eine Verzögerung drin, bei Ubisoft aber nicht. es scheint also zu stimmen, was Boris Schneider-Johne twitterte, dass MS hier Probvleme mit dem Kabelsetup hat. was mir wohl auffiel: Die Kinect-Kamera ist riesig im vergleich zu Eye, EyeToy, Wii Camera und Xbox Live Vision. Einige Leute werden echte Probleme haben, das Ding unterzubringen. trotzdem, ein gutes System. Als alter Exergaming-Experte sage ich auch klar: Das musste kommen, wenn es eines gibt, was Fitness-Spielen gefehlt hat, waren es die Achievements der Xbox für die Langzeitmotivation.

Sonys Bewegungssteuerung, genannt Move, hab ich anhand von Kung Fu Twix Rider ausprobieren können. das war ein Rennspiel, das sich ganz gut als Downhill-Bürostuhling beschreiben lässt.
Spassige Idee, nur leider fand ich die Steuerung grauenhaft. Move hat keinen „Mauszeiger“, mit dem man sieht, wo man eigentlich grade hinzeigt und reagiert sehr schlecht auf leichte Drehungen des Controllers. Ich weiss nicht, ob es am Spiel lag, aber auf mich machte Move einen sehr unfertigen Eindruck. Mit der Wii-Fernbedienung konnte Sonys Kopie es nichtmal annähernd aufnehmen. Schade.
Zum Ausgleich kam Kung Fu Live daher, ganz ohne Controller als Download für PSN und mein absoluter Favorit unter dne kommenden PlayStation-Exklusivtiteln. Ein Kampfspiel, indem man von der kamera gefilmt und ins Spiel versetzt wird und einfach loskämpft. Die Moves sind eure, einige lösen aber Spezialaktionen wie Blitze und Sprints aus.
Ich habe Kung Fu Live letztes jahr in einer Pressevorführung anspielen dürfen und war damals schon begeistert. In dem Jahr dazwischen haben die guten Leute von Virtual Air Guitar aus Finnland weiter an dem Spiel gearbeitet und von Sony eine Publisher-Lizenz holen können. Interessante Entwicklung übrigens, lief die erste Demo noch auf einer PC-Kamera mit dem Ziel, für die Xbox 360 zu entwickeln. Sony war aber generöser mit der Entwicklerlizenz.

Um ehrlich zu sein, der Typ in dem Video hält sich zurück. Man kann jede Bewegung machen, die man sich nur denken kann. Ausserdem habe ich die Strategie entwickelt, nach Belieben zu wachsen und zu schrumpfen, indem ich mich auf die Kamera zu oder von ihr weg bewege. Roundhouse Kick geht ebenso wie Kopfnüsse und Elbogenschlag. Die Gegner reagieren sogar korrekt auf Tritte in die Erbschaft.
Wenn man die Möglichkeiten wirklich ausschöpft, hat man einen Riesenspass – und ist gut erschöpft. Und dass ich unter Applaus aus einem Testspiel komme, das passiert mir selten.

Und sonst: Halo: Reach durfte man mal 5 Minuten Multiplayern, hat definitiv Spass gemacht. Und auch wenn ich 3D für einen kurzlebigen Hyxpe halte, der 3D-Bildschirm mit der Reach-Demo hatte schon was. Spider-Man Shattered Dimension war ebenfalls anspielbar und sieht recht gut aus, allerdings scheint das Spiel wieder levelbasiert zu werden. ich fand die frei erkundbare Stadt im letzten Spiel, Web of Shadows eigentlich ziemlich cool.
Nintendo hat es geschafft, von seinen heissesten Titeln, The Legend of Zelda: Skyward Sword und Metroid Other M je nur 4 Exemplare aufzustellen. Die sich daraus ergebende Schlange hab ich mir auch als alter Nintendoaner dann doch nicht angetan. Das weniger begehrte Kirby Epic Yarn war erreichbar und wird wieder ein schönes, kreatives Jump’n’Run.
Von Portal 2 wurde leider nur ein mir schon bekannter Trailer gezeigt, aber wenigstens gab’s für’s Warten ein Shirt. BigBen hatte ein über einen Hometrainer gesteuertes Wii-Spiel namens Cyberbike da. Die Idee gab’s schonmal auf dem C64 und leidet hier an einem viel zu leichten Tritt auf dem Trainer, könnte aber dennoch was werden.
Grundsätzlicher Fail bei den Downloads: Ich hatte sowohl PSP als auch DS dabei, für beide gab es aber keine Demos zum Download, sondern nur fest gesicherte Testkonsolen. Ich bin sicher, eine freie Verteilung von Demos über Download wäre effektiver gewesen, weil so mehr Spieler antesten könnten. Immerhin, bei Sony nahm man meinen Vorschlag mit den Worten „Stimmt eigentlich“ offenbar auf. So hab ich nur das für mich uninteressante Modnation Racers für die PSP und Mario und Luigi 3 für den DS gesehen.
Das praktisch unbeachtete Shadow’s Tale für die Wii verspricht ein feines Spiel zu werden.

Kommen wir zur wichtigen Frage der Messeausbeute. leider hab ich kein aufblasbares Dragon-Age-II-Scimitar gekriegt, um es neben mein Age-of-Conan-Schwert zu hängen, aber immerhin das hier:

Okay, von oben nach unten und von links nach rechts:
Poster von Paysafecard, Gameswelt-Vuvuzela, Steam-Gutscheine für Portal und Half-Life 2 Episode 1, Bigben Cyberbike Trinkflasche, Paysafecard Beanyball, Trick-Jojo von Pearl, Wasserpistole von BigPoint Poisonville, Lutscher von der Jungen Union, Schlüsselanhänger zu Dragon Quest IX von Nintendo, Vodafone-Handy, Ubisoft Schlüsselband, alles auf einem Portal 2 T-Shirt
Nicht im Bild: Prospekte, Hefte, Flyer, Pearl-Gutschein.
Das Poster ließ sich da oben nicht direkt ausrollen, weil ich das Shirt nicht verdecken wollte. Das sei hiermit nachgeholt:

Sagen wir einfach, Paysafecard wissen genau, welches ihrer Werbemotive man zum Poster aufziehen sollte.

Zu guter letzt noch mein Dank und viele Grüße an meine zeitweiligen Begleitungen, die gute Sandra Uhling und der spontan dazugestoßene Markus aus Aachen und meine Schlangen-Miterdulder/Multiplayer-Partner am Microsoft-Stand sowie an die Aussteller-Crews. Hat wirklich Spass gemacht, schöne Messe.


Schachdaik: Bestie und Molosser

Ich habe gestern lange über ein paar Neuerungen zum guten, alten Schachspiel nachgedacht. Ziel dabei war es, die Interaktion der Figuren abwechslungsreicher zu gestalten, indem einzelne Figuren eingeführt werden, die auf die Nähe anderer Figuren reagieren oder Fähigkeiten jenseits des bloßen Schlagens anderer Figuren haben.
Dazu habe ich drei Figuren ersonnen. Der Berserker ist noch nicht ganz ausgereift, aber die Bestie und ihre schwächere Variante, den Molosser, möchte ich hier einmal vorstellen.

Die Bestie
Empfohlene Darstellung
Drachenkopf, Schlange oder Drache

Herkunft
Die Bestie ist eine mystische Figur, die statt einer direkt schlagenden eine abschreckende Wirkung hat. Sie repräsentiert damit eine eher moderne Strategie, wie sie vor allem in den Kriegen des 19. und 20. Jahrhunderts aufkam.
Sie führt damit ein neues taktisches Element ein, das so im Schach bisher nicht vorkam.

Spiel
Die Bestie ersetzt in der Startaufstellung den Läufer.
Die Bestie kann sich in jedem Zug zwei Felder diagonal bewegen. Sie kann sich nur auf freie Felder bewegen. Alle gegnerischen Figuren, die dem Feld, auf das sich die Bestie bewegt benachbart sind, weichen ein Feld von der Bestie weg. Kann eine Figur nicht ausweichen, weil das dazu nötige Feld besetzt ist, ist diese Figur geschlagen.
In einer Variante kann sie auch den Turm ersetzen und bewegt sich dann zwei Felder vertikal oder horizontal.

Der Molosser
Empfohlene Darstellung
Hundekopf, vorzugsweise Mastiff oder ähnliche Rasse

Herkunft
Molosser waren kräftige, große Hunde, die im Altertum und bis ins Mittelalter hinein unter anderem in Persien, Griechenland, Rom und Germanien an Schlachten teilnahmen.
Im Laufe des Mittelalters verschwanden die Tiere dann aus den Armeen.
Im Schach nimmt der Molosser eine ähnliche Rolle ein wie die Bestie, ist aber weniger mächtig und zählt in die Bauernriege, was seiner Position in den echten Schlachten der Antike entspricht.

Spiel
Der Molosser ersetzt in der Startaufstellung die beiden äussersten Bauern.
Er kann sich in jedem Zug ein Feld horizontal oder vertikal bewegen. Der Molosser kann sich nur auf freie Felder bewegen. Alle gegnerischen Figuren, die dem Feld, auf das sich der Molosser bewegt benachbart sind, weichen ein Feld vom Molosser weg. Kann eine Figur nicht ausweichen, weil das dazu nötige Feld besetzt ist, ist diese Figur geschlagen.

Nutzungslizenz
Die private Nutzung der Figuren ist jedermann freigestellt.
Einbindung in nichtkommerzielle Projekte nur mit Hinweis auf den Urheber (mich).
Für die Einbindung in kommerzielle Produkte (Spiele, Schachsets, Bücher etc.), setzen Sie sich bitte mit mir in Verbindung. Alle Rechte vorbehalten.


Und noch ein Filmtipp: Gamer

Immer mal wieder gibt es einen Film, der schlechte Kritiken kriegt, weil ihn keiner versteht. Die wenigen intelligenten Filme aus Hollywood sind meist solche Fälle.
Gamer wurde gerne wegen seiner Faszination mit Blut und Sex kristisiert. Nur wenigen Kritikern wurde klar, dass das Absicht war: Gamer parodiert, nein spiegelt, den Alltag in Multiplayer-Shootern und sinnlosen Netzgesellschaften à la Second Life. Schonungslos und – das wird viele schockieren – realitätsnah.
Gamer zeigt eine Welt, in der zwei Videospiele – Society und Slayers – entwickelt wurden, in denen echte Menschen als Figuren fungieren. Dabei kritisiert er Massenmedien und Kapitalismus ebenso wie die in diesem Film durch Abwesenheit (oder Tolerierung) glänzenden Staatenwesen. Er zeigt die Eigenheit, die die Multiplayer-Community von der „normalen“ Welt entwickelt hat, ihre Geschlossen- und Fremdheit. Dass echte Gamer ihn für eine Sammlung von Stereotypen halten, zeigt einzig eine fehlende Selbstreflexion der Kommentatoren – oder aber Angst vor der Erkenntnis.
Im Endeffekt geht es aber gar nicht um Gamer – es geht um die modernen Massenmedien und das, was wir so alles für Unterhaltung halten. Und wer Society für unmöglich hält, sie daran erinnert, dass wir das selbe auch noch in den 90ern von Big Brother dachten.

Gamers Problem ist es, für die Action-Fans zu storylastig und für die Storyfreunde zu actionhaltig zu sein. Beide Gruppen mögen ihn nicht. Oh, und das Ende ist etwas sehr einfach – da hatte man wohl gemerkt, dass die 90 Minuten Filmzeit schon fast um waren.


14. Türchen 2009

Es ist Dezember und weil ich von einem Pizza-Anbieter einen Adventskalender mit Schokolade als Werbegeschenk bekommen habe, werde ich für jedes Türchen einen Blogeintrag schreiben. den 1. Dezember habe ich verpasst, da war ein Flugzeug drin.
Was in den Beiträgen drin ist? Woher soll ich das vorher wissen?

14. Dezember: Schlitten
Blogkonversion: Sled Jumping

Okay, zwei Schlitten in einem Monat? Da sind wohl dem Kalenderhersteler mittendrin die Ideen ausgegangen.
Okay, das erste war ein Schlitten mit Geschenken drauf, heute ist es ein Schlitten mit Kind drauf – aber trotzdem…

Na gut, dann gibt es diesmal halt was zum Spielen:
Wenn die Abfahrt startet, mit der Maus oben auf „Go“ drücken. Je länger ihr gedrückt haltet, desto höher und weiter fliegt der Schlitten. Ziel ist es, sauber durch den Ring zu springen.
Oh, beim Titelbild einfach da klicken, wo sich der Mauszeiger in eine Hand verwandelt. Ich konnte den Startschriftzuug auch nicht sehen (nein, ich hab das nicht programmiert, vielleicht nächstes Jahr).

Das Spiel gibt es nach dem Link, weil sonst die ganze Zeit eine Weihnachtsversion von Ring of Fire auf meiner Startseite dudeln würde.
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Musikeinlage wie die Karnickel

Alles begann mit der Werbekampagne für das Videospiel Rayman Raving Rabbids:


Biem zweiten Spiel entschied Ubisoft, Verlag des Spiels, sich dann, ein Musikvideo ans Ende der kampagne zu stellen und eine Single dazu rauszubringen:

Und auch für das aktuelle Spiel gibt es wieder sowas, diesmal nochmal ganz anders.

So, und damit wären wieder zwei Dinge planmäßig gefüllt: Die zehntbeiträgliche Musikeinlage und eine zentrale Wissenslücke meiner Leser.
Man liest sich später heute abend zu weniger wichtigen Themen – Politik, Weltanschauung und all dieser Krams, den ich als Fülmaterial zwischen die Musikeinlagen schiebe.


Das Spiel ist zuende mit der Musikeinlage

So, ich widme mich mal wieder der Videospielemusik – genauer gesagt den Songs ganz am Ende von Spielen, bei den Credits.

Fangen wir mit einem Klassiker an, der einfach nicht fehlen darf, weil ich sonst in 27 Ländern der Erde gesteinigt werden kann: Still Alive aus Portal.
Es singt GLADOS, der Survivaltraningscomputer mit tödlicher Fehlfunktion (es wurde versehentlich kein Gewissen einprogrammiert):

Und dann wäre da God Hand aus God Hand, der im Grunde die Prämisse des Spiels nochmal zusammenfasst. Und den Humor dieser seltsamen Western-Parodie.

Wo wir grade bei seltsam sind: The Cole Train, der Abschluss zu GoW (weil das Spiel indiziert ist, muss ich hier behaupten, es wäre wirklich, wirklich schlecht und ausserdem den Titel abkürzen) ist sowas von überzogen, das gibt es nur einmal:

Okay, noch einer als Bonus, der nicht wirklich am Ende eines Spiels spielt. The Great Mighty Poo ist einer der Gegner aus Conker’s Bad Fur Day – ein Opernsänger in Gestalt eines Haufens – nunja, Scheisse halt.
Man bekämpft ihn, indme man ihm Klopapierrollen in dne Rachen schmeisst. Und ja, das ist unglaublich juvenil. Und saulustig.

Und weil der so genial war auch gleich noch einen Werbespot zu Stalin vs. the Martians, den ich einfach immer wieder hören kann:


Alte deutsche Traditionen

Etwas Medienaufmerksamkeit hat es ja bekommen, als gestern in Stuttgart eine Gruppe uninformierter besorgter Eltern so genannte „Killerspiele“ einsammelte. Oder genauer, „nur solche Spiele, die vom amerikanischen Militär entwickelt wurden, um die Gewaltschwelle zu senken“ – solche Spiele aber gibt es gar nicht, es sollte also gar nichts eingesammelt werden?
Nun, die besorgten Eltern hatten das natürlich nicht überprüft und offenbar alles genommen, was nicht unter 18 freigegeben war. Jedenfalls wäre es leicht sbstrus geworden, hätte man die Killerspielegegner erst überzeugen müssen, dass man da wirklich ein Killerspiel mithat. Klar eine leere Positivliste mit Spielen, die vom amerikanischen Militär zur Senkung der Gewaltschwelle entwickelt wurden, wäre etwas peinlich gewesen (lustigerweise hat man aber Schach explizit ausgeschlossen).

Pikant ist dabei die Platzwahl: Ein Opernplatz war es. Denn der Amokläufer von Winnenden war bekennender Opernfan.
Was ironischerweise auffällig ist (anders als Konsum so genannter Killerspiele) und deshalb eigentlich ein viel verdächtigerer Kandidat für den Auslöser oder zumindest ein Warnhinweis wäre – denn bei solch extremen Phänomenen sollte man ja eher nach ungewöhnlichem Verhalten suchen als nach Normalität. Und ein Operngang ist für einen Jugendlichen um Längen ungewöhnlicher als ein Kilerspiel.
Alerdings haben die Plätze vor Opern ja auch ansonsten schöne deutsche Tradition, Unter den Linden in Berlin fält mir hier spontan ein:

Bücherverbrennung Unter den Linden in Berlin

Wer das jetzt für übertrieben hält, dem sei gesagt: Auch die eingesammelten Spiele sollten verbrannt bzw. einer Müllverbrennungsanlage zugeführt werden.
Und jeder, der jetzt anfängt mit: „Es sind doch nur Spiele!“, dem rufe ich ein schallendes „Aber es waren doch nur Buchstaben auf Papier“ entgegen. Kulturträger ist Kulturträger, ob man ihn mag oder nicht, von der hohen Literatur bis zum letzten Bastei-FickLiebesromanschund.

Ich finde es übrigens erstaunlich, dass diese Aktion überhaupt durchgeführt werden konnte: 2006 ging ich bei Schriftstellern und Internetaktivisten mit dem Vorhaben hausieren, aus Protest gegen die zunehmende Zensur in Deutschland, auch damals im Kontext der Killerspieledebatte, eine symbolische Bücherverbrennung zu machen. Bei dieser würden eigens für die Verbrennung gedruckte Bücher mit Texten über oder gegen Zensur sowie dem Zensurparagrafen des Grundgesetzes verbrannt werden, um darauf aufmerksam zu machen, dass das problem auch heute noch besteht.
Das war vor Zensursula und Winnenden, vor dem Beschluss der Innenministerkonferenz, ein Killerspieleverbot zu erlassen. Aber bereits nachdem das Verbot im Koalitionsvertrag der scharz-roten Bundesregierung stand.
Jedenfalls traf das Vorhaben zwar auf Verständnis, aber dennoch durchgehend Ablehnung ob der Erinnerungen, die man damit grade in Deutschland ins Gedächtnis rufen würde. Was aber genau mien Ziel war, aber ein etwaiges Missverständnis war natürlich unausweichlich. Was mich letztlich auch davon abbrachte, wiel das Vorhaben mächtig nach hinten hätte losgehen können.
Und jetzt, drei jahre später, läuft so eine Aktion ab und es gibt kaum einen Aufschrei – keiner ausserhalb der Blogosphäre spricht auch nur von der Tradition, in der das ganze steht. Für mich ist das besorgniserregend. Den größten Aufschrei gab es noch wegen des Logos der Aktion, welches nach Meinung der einflussreichen amerikanischen Seite GamePolitics Killerspieler in die Nähe von nazis rückte, aber das war nur ein (überaus ironisches) Missverständnis.
Ich meine gut, sonderlich erfolgreich war die Aktion wohl ohnehin nicht.

Interessant auhc mal wieder die Meinungen der „Experten“ – das ZDF hat mal ausnahmsweise jemanden gefunden, der ausgewogen urteilt – und dann auf die falsche Pressedarstellung reinfällt. Denn im Gegensatz zu seiner Aussage spielen „Amokläufer“ keineswegs durchgehend „Killerspiele“ – tatsächlich ist dies nur für 20% aller Amokläufer der letzten 10 Jahre bekannt, der Rest ist eher durch Nichtspielen solcher Spiele aufgefallen. Die normale Rate liegt je nach Umfrage zwischen 60 und 80% – „Amokläufer“ sind also statistisch hochsignifikant Nichtspieler!

Mal sehen, worüber ich dann in 5 Jahren berichte. Sollte die Geschichte sich weiter wiederholen… nunja:

Reichskristallnacht

Und so werden aus undeutschem Schrifttum Kilerspiele und statt der Synagogen brennen nächstes mal die Moscheen. Herzlichen Glückwunsch, Deutschland.
Und keiner merkt, was da grade passiert. Genau wie beim letzten Mal.

PS: Dass der Kontext der historischen Wiederholung größer ist als nur dieses eine Ereignis, darauf werde ich in diesem Blog in Zukunft noch zurückkommen. Es ist teils erschreckend, was sich da alles zusammenbraut.


Ein Virus als Kunst

Nein, um Genetik geht es hier nicht, sondenr um Computer. Eine Gruppe von Künstlern (ein Begriff, der keine Anführungszeichen braucht, weil er die ohnehin schon enthält) hat ein Videospiel entwickelt, in dem man mit jedem besiegten Gegner eine zufällige Datei auf seiner Festplatte löscht.

Ja, wirklich.
Lose/Lose heisst das Ganze und soll echte Konsequenzen an das Spielgeschehen binden. Ziemlich rabiate, meiner Meinung nach – von der Notiz bis zur Systemdatei kann alles dabei sein. Einfach mal so unwiederbringlich eine Datei zu löschen als Spielmechanik einzuführen, ist nicht gewagt, es ist dumm.

Die Idee, Aggression und Angriff im Spiel als selbstverständliche Ziele zu reflektieren ist gar nicht mal schlecht, aber die Strafe ist zu hoch, weil sie missbraucht werden kann und Leute vom Spielen abhalten dürfte.
Dabei scheint den Künstlenr nicht bewusst zu sein, wie groß der Verlust ist, stellen sie doch die Frage:

At what point does our virtual data become as important to us as physical possessions?

übersetzt:

An welchem Punkt werden unsere virtuellen Daten für uns wichtiger als unsere materiellen Besitztümer?

Seltsamer Ansatz, stellt er doch eine genaue Umkehrung der sonst üblichen Ansätze dar – ein dermaßen materialistischer Ansatz ist selten.
Denn den meisten Menschen sind ihre „virtuellen Daten“ (Gedanken, Ideen, Werke) wichtiger als etwaige materielle Güter. Für Künstler, die von ihren „virtuellen Daten“ in Form ihrer Werke leben und sich teils durch diese definieren, ein gradezu notwendiger Ansatz.

Zumindest die Ironie, dass das Spiel selbst nur ein Satz virtueller Daten ist, entgeht den Schöpfern nicht: Verliert man, löscht sich die Spieldatei selber.
Bis dahin hat man potenziell wesentlich wichtigere Dinge verloren – vom Urlaubsvideo bis zur halbfertigen Doktorarbeit.

Es gibt übrigens ein ähnliches Spiel, bei dem man aber vorher auswählt, welche Dateien man löschen will (indem man sie alle in einen Ordner packt und diesen Ordner dann fürs Spiel auswählt). Da das wesentlich intelligenter ist, verlinke ich Directory Blaster an Stelle von Lose/Lose: Download hier.

PS: Verdammt, war das hart, hier keine Witze über Windows zu reissen.