Vieleicht ein Filmtipp: District 9 und Alive in Joburg 0 

District 9 bekommt aktuell etwas wohlverdienten Hype und da will ich einfach mal nicht hinten anstehen, immehrin hab ich den Film schon ein paar Monate auf meiner Liste potenziell interessanter Filme.

Aber statt Worte über die Hollywood-Adaption zu verlieren zeige ich einfach den Kurzfilm vom selben Regisseur, auf dem District 9 basiert: Alive in Joburg:

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1 gegen 100 – Untelevised revolution 0 

The revolution will not be televised – Gil Scott-Heron

ich habe die Xbox-Version von 1 gegen 100 schon einmal zu einer revolution erklärt und jetzt, nachdem die erste Staffel fast durch ist, tue ich das noch mal: 1 gegen 100, für Goldmitglieder kostenlos über Xbox Live spielbar, ist eine Revolution.
Das letzte fernsehexklusive Genre, die Quizshow, als Videospiel – und es passt perfekt.
Ein wichtiges Element beim Quizshowkucken ist das mitraten am Bildschirm – genau das lassen Endemol und Microsoft die Mitspieler im Online-Spiel auch aktiv und mit Ziel machen: Jede Runde wird ein Spieler als „Der Eine“ ausgewählt, 100 als „Gegner“ und alle anderen können als Publikum mitraten – und haben ebenfalls die Chance auf gewinne, denn auch hier erhalten die 3 schnellsten einen Preis (ein Arcade-Spiel).
Das funktioniert auch wirklich: Ich habe bereits im ersten Spiel mit Gewinnen Braid gewonnen, auch wenn ich das Spiel bereits hatte – naja, Pech, hab den Code für den Download dann über Twitter verschenkt (irgendwer hat ihn offenbar auch genutzt).

Und Erfolg hat MS damit offenbar auch: Grade vermeldete das Unternehmen 2,5 Millionen Donwloads des Spiels und eine Mitspielerzahl von bis zu 215.000 Leuten in Europa – kein Vergleich zum Fernsehen, aber angesichts der geringeren Verbreitung der Xbox doch beachtlich.
Ich denke, wenn das Xbox-Team die Primetime mit weiteren Showformaten ausbaut, könnte das eine ernsthafte Konkurrenz für die Fernsehgegenstücke werden.
Nicht heute oder morgen, aber in dennoch absehbarer Zeit.

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Die Bedeutung der Alltagsdrogen 1 

Habt ihr mal eine halbe Stunde (und drei Minuten) für eine wirklich interessante Doku?
Es geht darum, wie unsere Gesellschaft von Drogen wie Koffein, Nikotin, Alkohol etc. gar nicht mehr funktionieren würde. Und darum, wie diese Alltagsdrogen eine Kultur des Drogenkonsums etablieren. Wer Bier zum Grundnahrungsmittel erklärt, sollte sich nicht wundern, wenn auch härtere Drogen und Suchtmittel Verbreitung finden – die zu grunde liegende Kultur ist die selbe, eine (zudem willkürliche) Aufteilung in weiche und harte Drogen nicht plausibel haltbar.
Und dennoch: Eine Kultur ohne Drogen ist unvorstellbar.

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Musikeinlage: Doktor Wer 0 

Kommen wir diesmal in der Musikeinlage zu meiner aktuellen Lieblingsserie, die ich schauen würde, wenn ich einen Fernseher hätte (und dieser BBC empfangen würde), aber es gibt ja zum Glück DVDs (ich glaube, so hieß das).
Zum Start All the Strange, Strange Creatures vom Soundtrack der Serie, eingespielt vom BBC National Orchestra. Da kommen die Öffentlich-Rechtlichen in Deutschland nicht ran, es sei denn vielleicht, sie würden Raumpatrouille neu auflegen (*zaunpfahl*).

Nun ist die Serie, immerhin die längstlaufende Fernsehserie der Welt, in Großbritannien allgemein populär, weshalb auch schon einige Bands davon inspirierte Songs aufgenommen haben.
Wenn ich schonmal schreibe, lass ich die natürlich nicht aus: The KLFDM mit Doctor Who vs The Daleks.

Es folgt noch eine kleine Albernheit für Insider: Das Dalek-Workout:

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Das Bad wird zum Garten 3 

Ich habe über die Jahre schon so einige Zukunftsvisionen ersonnen. Meine umfassendste Idee ist dabei der Symbiotismus – die Verschmelzung von natürlicher und menschlicher Umwelt in eine neue Symbiose, in der Mensch und Natur zum gegenseitigen Nutzen ein und denselben Raum einnehmen.
Lebende Pflanzen als Teil der Architektur war hier die Initialidee.

Inzwischen freu ich mich zunehmend, wie ähnliche Ideen überall auftauchen.
Bereits vor ein paar Monaten sah ich den Entwurf einer Badematte, die aus Moos besteht. Und jetzt das: Eine Dusche mit Biofilterung in Form von Schilf und Wasserhyazinthen.
Ich weiss nicht, womit man sich da waschen kann, ohne die Pflanzen zu vergiften, aber der Gedanke an sich ist auf jeden Fall schön. Sollte ich jemals ein ausreichend helles Badezimmer haben, kommt da so ein Teil rein:

Pflanzendusche

Technisch funktioniert das ungefähr wie ein Aquarienfilter: Unter dem Duschboden ist ein Kohlefilter, in dem sich Bakterien ansiedeln, die Schadstoffe fressen. Die Pflanzen fangen zudem grobe Schmutze und Schwermetalle auf.
Das Wasser wird immer wieder verwendet, nur ab und an muss welches nachgefüllt werden, das durch verdunstung verloren gegangen ist. Ausserdem schätze ich mal, dass ab und an auch wasser ausgetauscht werden muss, um es insgesamt ausreichend rein zu halten (es gibt ja so einiges, was man abwäscht, was nicht in den Garten gehört).
Ganz ehrlich: Wenn das keiner sonst baut überlege ich, wie ich sowas selbst machen kann. Wird so schwer nicht sein, alles was ich brauche ist wohl eine Schale, ein Filtersystem, eine Pumpe und ein Duschkopf. Wahrscheinlich eine Durchlaufheizung. Und natürlich ein paar geeignete Pflanzen. Oh, und ein Badezimmer mit Südfenster.

Infos hier

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Die perfekte Limo ist erfunden 3 

Rewe Bio Limonade Citrus-AnanasWenn man in Amerika eine Getränkeabteilung betritt, sieht man zunächst eine gradezu horrende Vielfalt an Limonaden: Colas, Mountain Dew (koffeinhaltige Zitronenbrause), Zitrone, Orange, Blutorange, Erdbeer, Kirsch, Banane, Kiwi und nicht zu vergessen Coke Vanilla (*würg*).
Aber eine gab es, die war perfekt. Sozusagen die Mutter aller Limonaden: Ananas. Von irgendeinem Billighersteller mit richtig viel Fruchtgeschmack versehen hat diese Geschmacksrichtung einfach nur perfekt zum Prickeln der Kohlensäure gepasst. Wirklich, es gibt keine bessere Frucht für Limos als Ananas.
Die hat mir in Deutschland wirklich gefehlt, nachdem ich meine letzte Flasche vor zwei Jahren noch im londoner Flughafen ausgetrunken habe.

Und was entdecke ich da heute beim Einkaufen: Rewe hat eine Ananas-Limonade!
Und nicht nur das, Bio ist sie auch noch.
Unter dme bescheidenen Namen „Rewe Bio Citrus-Ananas Erfrischungsgetränk“ stand sie da. 0,49 € für einen halben Liter sind gut, also hab ich einfach mal zwei mitgenommen.

Mein Ergebnis: Riehct beim Öffnen etwas künstlich, schmeckt aber definitiv nach Ananas und ist vergleichsweise günstig.
Einziges echtes Manko ist, dass die Limo in einer Einwegpfandflasche daherkommt – Mehrweg wäre natürlich besser gewesen. Dafür gibt es – anders als bei vielen anderen Biolimonaden – einen Schraubverschluss. Daneben sollte auch die fehlende Nährwert-/Kalorienangabe nicht unerwähnt bleiben.
Wie ich beim Googlen nach einem (nicht vorhandenen) Bild feststellte, hat Aldi übrigens auch eine Citrus-Ananas-Limo mit Bio-Siegel ins Programm genommen.

Der wichtige Punkt ist: Ich bin glücklich. Weil es jetzt auch in Deutschland Ananas-Limonade gibt. Und das auch noch in Bio.

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Offenbar irrelevant: Vom Ende des Fernsehens, Episode 537 0 

Endmeol gehört mit Quizsendungen und Formaten wie Big Brother zu den größten Zulieferern des europäischen Fernsehens. Und bald schon zu den Hauptakteuren beim Untergang dieses Mediums.
Das Fernsehen muss nun schon lange gegen die Konkurrenz des Internet, aber auch der DVD, kämpfen. Nachrichten haben mit ihren festen Programmzeiten keine Chance gegen das Netz, Filme haben die Leute lieber direkt abrufbar. Was bleibt, sind Serien und Shows.

Bei letzterem entwickelt Endmeol nun mit der Xbox-Version von Einer gegen Hundert ein Format, welches den geist der sendung aufnimmt und zu etwas macht, was über die Fernsehvariante hinausgeht: Der Zuschauer wird zum Mitspieler und zwar nicht nur sekundär über die Möglichkeit, mitzuraten, sondern als aktiver Teilnehmer. Über den Bildschirm.
Damit sind die Quizshows im Fernsehen obsolet geworden – nun kann jeder mitmachen und was gewinnen und dennoch vor dem Fernseher (statt einem lauten Computer mit unübersichtlichem Gewinnspiel-Interface) sitzen.

Das mag für viele Kleinkram sein, aber ich behaupte, dass sich die Fernsehlandschaft in Deutschland durch solche Entwicklungen nachhaltig verändern wird – spätestens wenn es eine Wii-Version gibt. Das Fernsehen als reine berieselungsmaschine passt einfach nicht mehr ins Internetzeitalter, es wird nach und nach abgelöst. Die Quizshow war die letzte große Domäne des Fernsehens.

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In die solare Zukunft 0 

Solar-Blimp

Ab und an bin ich ja doch noch begeistert, dass der nötige Schritt in die energetische Zukunft nach dem ÖL vereinzelt doch noch gegangen wird.
Denn meine Grundüberzeugung in dieser Sache ist, dass wir keine Zeit mehr haben, unsere Wirtschaft auf die Zeit nach dem Einbruch der fossilen Energieträger vorzubereiten (zumindest nicht beim gegenwärtigen Lauftempo). Jeder Schritt dagegen ist ein Schritt gegen den Totalabsturz unseres wirtschaftlichen und verkehrlichen Systems und hilft, auch danach ein gewisses Mindestmaß an Zivilisation zu erhalten.
Zwei Projekte, von denen ich heute hörte, sind dabei eine Kombination aus postfossilem System einerseits und ohnehin schon energieschonenden Transportmitteln andererseits: Zepelline und Frachtschiffe.

Das Sol’R ist das erste bemannte Solarluftschiff und soll demnächst den Ärmelkanal überqueren. Ich gehe davon aus, dass Luftschiffe sich mittelfristig aufgrund der besseren Energiebilanz durchsetzen werden, da sie keine Energie zum Fliegen brauchen, sondern nur zum Vorwärtsbewegen.
Die M/V Auriga Leader ist das erste Frachtschiff, welches Solarzellen zur Versorgung des Hauptstromnetzes und damit des Antriebs nutzt. Das Pilotprojekt ist auf dem Stand, dass 10% der Schiffsenergie aus den Solarzellen kommen.
Hurrah für die Weltrettung!

Solarfrachter

Quellen: Inhabitat und Inhabitat.

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Solarefeu 0 

Solarefeu

Das nenne ich mal eine fortschrittliche Idee für eine grüne Zukunft. Das da oben, das ist „Solar Ivy“ – Solarefeu.
Keine Pflanze, sondern blattartige Solarpanele für die Stromerzeugung aus Sonnenlicht (Photovoltaik). Dabei gibt es noch einen wesentlich innovativeren Faktor als die Gestaltung: Die Blätter wiegen sich auch noch im Wind und erzeugen dabei auch aus dem Wind Strom.

Leider ist es im Moment noch zu teuer, auch die Windgeneratoren einzubauen, weshalb das ganze noch ein Konzept ist. Potenzielle Konflikte gibt es (natürlich) mit echter Wandbepflanzung durch Efeu, Wein und ähnliche Kletterpflanzen.
Davon abgesehen ist das aber ein klasse Schritt nach vorne, von dem ich sehr hoffe, dass er bald (innerhalb der nächsten 10 Jahre) marktreif wird.
Bei einem Pilotprojekt (eine Bushaltestelle mit Solarefeu in Philadelphia) erzeugt das System etwa 85 Watt auf einer Fläche von 4×7 Fuß (ca. 1,22 x 2,13 Meter).

Klar, Kritiker erneuerbarer Energien werden wieder sagen: „Und was, wenn weder die Sonne scheint noch der Wind bläst?“ Aber mal im Ernst: Wie oft kommt das denn bitte vor?

via Inhabitat

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Oktanhaltige Musikeinlage 0 

Auf den ersten Blick ist Benzin nicht grade ein grüner Song. Aber da Rammstein zu den besten deutschsprachigen Textern der Gegenwart gehören, gibt es natürlich noch eine tiefere Ebene.
Tolle shadaiksche Literaturanalyse nach dem Video:

Benzin beginnt damit, die Errungenschaften der Petrochemie aufzuzählen. Das beginnt chronologisch bis es am Benzin angelangt ist. Das Video enthüllt parallel den überdimensionierten Feuerwehrwagen und bringt ihn dabei über die zeitliche Abstimmung als Symbol des Benzins ein. Dieses Symbol beginnt dann während des Refrains, Chaos und Vernichtung zu bringen (dau kann man noch eine menge Details erwähnen, die ich aber weglasse)
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Dann kommt nach dem Refrain Benzin als Genussmittel und Droge, dreht kurz in die Wirtschaft und spitzt auf Dynamit zu.
Der nachfolgende Refrainhintergrund thematisiert nochmal die Abhängigkeit, wie an diesem Punkt alles mit Benzin läuft.
Unterdessen gerät der Feuerwehrwagen zunehmend ins Schleuder und kentetr schließlich. Das Benzinmonster, zur Rettung gekommen, hat nicht nur große Teile der Stadt zerstört, es versagt auch noch bei der Rettung. Der Text des Liedes ist inzwischen komplett umgeschwungen – Benzin ist nunmehr Mittel der Zerstörung, aber weiterhin heisst es im letzten Refrain „Ich brauch Benzin“ – selbstzerstörendes Verlangen, der Bedarf an Benzin ist zur Sucht, Benzin selbst zur Droge geworden.

Warum dieser analytische Ausflug? Nun, ich kann doch nicht einfach so kommentarlos ein Musikvideo einstellen, das ich gut finde ;-) .

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