Input und Output 0 

Vergangenen Freitag war ich bei der Grundsteinlegung zum Oeconomicum, dem neuen Gebäude der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät an der Uni Düsseldorf.
Dass „Innovationsminister“ Pinkwart, der Verantwortliche hinter den Studiengebühren in NRW, viel Unfug von der Verbesserung der Lehre und Investitionen in BIldung labern würde, war klar. Universitätsrektor Piper war zumindest zu entnehmen, dass die Universität sich stärker mit der Stadt verbinden wolle, ebenso dem Stellvertretenden Oberbürgermeister (OB Elbers war nicht verfügbar).
Der Architekt des Gebäudes, dessen Namen ich mir leider nicht gemerkt habe, machte auf mich einen positiven Eindruck, wollte er doch die bestehende Landschaft (das Gebäude liegt direkt an einem Teich) direkt einbinden und so der Universität einen eigenen Charakter und eine verbesserte Arbeitsatmosphär verleihen. Er hielt sich dabei auch nicht zurück, den seelenlosen Altbau der Universität zu kritisieren – eine positive Überraschung des Tages.

Und dann war da Herr Schwarz-Schütte aus der gleichnamigen Unternehmerfamilie, die der Universität das Geld für den Neubau gestiftet hatte.
Eine Menge Zeug über die Förderung der Bedeutung der Wirtschaft war zu erwarten, aber eine Aussage ging dann wirklich gar nicht mehr: Schwarz-Schütte ist offenbar der Überzeugung, dass es bei wissenschaftlicher Arbeit „nicht auf den Input“, sondern auf den „Output“ ankäme.
Das ist besorgniserregend: Wissenschaft nämlich arbeitet per Definition eben nicht ergebnisorientiert, sondern beschäftigt sich mit eben diesem hier mal so eben geschmähten Input. Das macht die Unabhängigkeit der Wissenschaft von wirtschaftlichen und politischen Interessen aus. Natürlich erreicht Wissenschaft das Ideal der inhaltlichen Unabhängigkeit nur äusserst selten, es aber von vorneherein über Bord zu werfen, indem man sie ergebnisorientiert macht, ist unverschämt.

Und doch, bei genauerer Reflexion muss man sagen: Ich habe mehrere Kurse (unter anderem Statistik in mehrern Fachbereichen) besucht, in denen es hinter vorgehaltener Hand in die Richtung ging, seine Ursprungswerte so lange zu selektieren, bis ein gewünschtes Ergebnis herauskam.
Das hat seine Ursachen in der gewachsenen Kultur, in welcher tatsächlich nur Ergebnisse zählen. Wichtig ist, wer viel publiziert und viel publiziert, wer möglichst oft ein (oft ihm genehmes) Ergebnis hat.
Dieses unangenehme System nun aber zum anstrebenswerten Standart zu erklären, kann nicht der richtige Schluss sein. In der Wissenschaft muss es immer um den Input gehen, es besteht kein Zwang zur Produktion bestimmter Ergebnisse, wie es in der Politik der Fall ist.

Sonst können wir ja gleich ein Wahrheitsministerium einrichten, welches wissenschaftliche Ergebnisse einfach diktiert, ohne irgendeine Datengrundlage.

PS: Achja, so eine Grundsteinlegung ist eine unglaublich langweilige Sache. Ein paar Leute reden, und jeder davon darf mal einen Messingtubus anfassen, der dann eingemauert und vergraben wird.

Stichworte:

Taco Bell goes Green 0 

The Onion dürfte so ziemlich die großartigste Satire-Zeitung der Welt sein. In san Francisco liegt die wöchentlich kostenlos im Zeitungsautomaten, hier in Deutschland bin ich leider auf die Webseite angewiesen.
Dafür gibt es auf dieser Videos – etwa, wie Taco Bell 100% ressourcenschonend wird. Pointe im Video.

das ist ein Gedanke, mit dem ich mich angesichts der vegetarierfrage schonmal getragen habe: Wäre es nicht das letztgültige Ziel einer ethisch korrekten Ernährungsweise, gar nichts mehr zu töten, sondern sämtliche Nahrung synthetisch herzustellen?

Stichworte:

Kurzes Zitat zur Nahrungsmittelpanik 0 

Bei Nahrungsmitteln sind die Leute ja manchmal besonders panisch. verständlich, landen diese doch direkt in unserem rganismus. Manchmal allerdings wird es einfach absurd.
So darf man beim Kölner Stadtanzeiger folgendes lesen:

Aufgrund einer Regelungslücke wäre es EU-Experten zufolge theoretisch aber möglich, Produkte von Nachkommen geklonter Tiere in die Supermärkte zu bringen. Es gibt dafür bislang kein explizites Verbot.

Natürlich nicht. Welche Rolle soll es beim Fleischverzehr spielen, wie ein Tier gezeugt wurde? Es gibt praktisch nichts, was ein geklontes Tier von einem geschlechtlich gezeugten unterscheiden würde. Sie sind noch nichtmal genmanipuliert oder sowas, es sind ganz normale Exemplare ihrer jeweiligen Spezies.

Das ist so typisch für die ganze Gentechnik-Debatte: Kaum jemand der Beitragenden hat sich auch nur peripher mit Genetik, Genmanipulation oder auch nur grundlegender Molekularbiologie beschäftigt – aber genau die bestimmen die Diskussion darüber.

Immerhin zeigt sich beim KStA die irrationale Panik des Schreibers auch deutlich im Text:

Womöglich kommt bald das Fleisch gegrillter Tiere auf den Grill

Stichworte:

Noch ein Zensursula-Song 0 

Während ich so faul war, einfach einen bestehenden Song zu empfehlen, hat Oliver Kels gleich einen eigenen komponiert – gesungen von Diana Leder, vervideot von Rob Vegas.

Stichworte: , ,

Die 15 0 

Das Zensurgesetz wurde also abgenickt – mit 18 Enthaltungen. Und von diesen 18 sind 15 grün. Die übrigen 3 sind von der SPD.
Und während man bei der SPD die grauenhafte „Fraktionstreue“ dafür verantwortlich machen kann, dass diese Anbgeordneten sich nicht getraut haben, dagegen zu stimmen gibt es bei den Grünen keine derartige Rechtfertigungsmöglichkeit.

Nun gibt es eine Erklärung der sich enthaltenen. Schlau werde ich daraus nicht.
Denn im Endeffekt sagt sie: Wir lehnen das gesetz ab, aber sein zweck ist richtig. Werden wir demnächst auch dem Bau von Atomkraftwerken zustimmen, weil sie wenig CO2 erzeugen – auch wenn sie der falsche Weg zur Abgasvermeidung sind?

Ich bin sauer. Wer nicht den Arsch in der Hose hat, wenigstens die Grundrechte zu verteidigen (und wenn man die Methode eh für unbrauchbar hält, ist das kein hinnehmbares Opfer), den sollten wir nie mehr in irgendein Parlament lassen.
Wie das folgende Zitat der Persönlichen Erklärung von Sylvia Kotting-Uhl zeigt, ist man nicht einmal, wie ich zuerst vermutet hatte, schlecht informiert – nein, die Abstimmenden zitieren einige Stellungnahmen und Fakten und meinen dann, eine Enthaltung sei die beste Option. Wem, glauben diese Leute, soll denn bitte mit einer Enthaltung in dieser Sache geholfen sein?

Kinderpornografie ist eine der widerlichsten Formen von Kriminalität. Man macht Geschäfte mit dem sexuellen Missbrauch von Kindern, traumatisiert sie und zerstört Lebenswege. Die Verbreitung von kinderpornographischem Material ist ein Straftatbestand und muss deshalb mit allen rechtsstaatlichen Mitteln verhindert werden. Das gilt für alle Verbreitungswege. Deshalb ist es grundsätzlich richtig, eine gesetzliche Grundlage für die Bekämpfung von Kinderpornographie im Internet zu schaffen.

Trotzdem ist die Kritik an dem vorliegenden Gesetzentwurf berechtigt wie sie auch in dem bündnisgrünen Entschließungsantrag zu diesem Gesetz formuliert ist. In vielen Punkten teilen wir die kritische Bewertung des Gesetzentwurfs: Er erfüllt die Kriterien des Rechtsstaats nur unzureichend, der Datenschutz ist nicht hinreichend gewährleistet und er birgt die Gefahr, dass unsere Medienordnung aus der Balance gerät. Schwere Bedenken hat auch der Datenschutzbeauftragte der Bundesregierung geäußert, der die ihm zugedachte Aufgabe als wesensfremd für sein Amt einstufte.
Das Gesetz ist zudem technisch unzureichend, nicht sachgerecht und zu wenig spezifisch auf die Notwendigkeiten im Kampf gegen Kinderpornographie und sexuelle Ausbeutung von Kindern in Kommunikationsnetzwerken ausgerichtet.

Dennoch sagen wir ganz klar: Kinderpornographie im Internet ist mit allen rechtsstaatlichen Mitteln zu bekämpfen. Auch ausländische Seiten mit kinderpornographischem Inhalt müssen konsequent aus dem Internet entfernt werden, so wie dies bereits mit deutschen Seiten nach rechtsstaatlichem Verfahren geschieht. Es kann auch gute Gründe geben, Internetseiten mit Kinderpornographie zu sperren. Unser Zeil ist die Löschung solcher Seiten und wenn dies nicht möglich ist, den Zugang zu sperren: Kinderpornographie fügt den betroffenen Kindern schwerste Verletzungen zu und traumatisiert sie oftmals fürs Leben. Das dürfen wir nicht zulassen!

In der Vergangenheit hat das staatliche Vorgehen gegen Kinderpornographie im World Wide Web Erfolge gebracht. Kinderpornographische Angebote wurden aufgespürt, ihre Entfernung verfügt und Strafverfahren eingeleitet. Und es gibt das Mittel der richterlichen Sperrverfügung, mit dem Internet-Zugangs-Anbieter gezwungen werden können, durch technische Maßnahmen den Zugang ihrer Kunden zu bestimmten Internetangeboten zu verhindern. Dieses Mittel soll weiterhin angewendet und schneller eingesetzt werden. Deutlich ist jedoch auch, dass mit den sich rasch entwickelnden technischen Möglichkeiten und der kriminellen Energie der Täter neue Handlungsfelder im Kampf gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern entstanden sind und dieser Herausforderung wird der Gesetzentwurf der Bundesregierung nicht gerecht.

Daher können wir diesem Gesetz nicht zustimmen und werden uns enthalten.

Das ist einfach ein Moment, der mich extrem frustriert. Ich weiss, dass Leute von mir als netzaffinen Grünen eine Erklärung erwarten werden – ich habe keine. Ich weiss nicht, was das soll.
In Fragen solcher Tragweite enthält man sich nicht, egal wieso.

Das Gesetz wird hoffentlich im Laufe des nächsten Jahres vom Bundesverfassungsgericht gekippt. Die Wunde, die ein Teil unserer unsere Bundestagsfraktion der Partei zugefügt hat, wird nicht so schnell verheilen.

Stichworte: , ,

Die mit den dicksten Kartoffeln 0 

Äh, nee, Euter waren’s.
Es geht nämlich um die Milchbauern. Die sind ja bekanntlich jetzt auch in der Krise.

Der Grund dafür ist offensichtlich: Sie produzieren zuviel Milch. Zumindest offenbar wesentlich mehr, als gebraucht wird, sonst würden die Preise ja steigen.

Nun gibt es zwei Wege aus der Krise. Natürlich fordern die Milchbauern den schmerzlosen, weil den mit etwas Glück erst ihre Kinder bezahlen müssen: Die EU soll wie bisher Milch teuer aufkaufen und damit den Markt künstlich aufrecht erhalten. Wenn das nicht, soll halt der Staat Preise verordnen oder anders in dne Markt eingreifen.
Dadurch lohnt sich Milchviehhaltung wieder, wodurch die Zahl der Milchbauern weiter steigt – und in 10 jahren haben wir das selbe Problem wie jetzt, nur größer, wiel es jetzt noch mehr Milchüberschuss gibt.

Alternativ können wir die Milchviehhalter auch dazu bringen, ganz einfach keine Milch mehr zu produzieren. Offenbar will die zu ihren Preisen ja eh keiner.
Der einfachste Kurs ist also, einen Umschwung weg von der Milch zu fördern. Denn nur, wenn die Milchwirtschaft insgesamt schrumpft, lohnt sich der Markt wieder für die Bauern.
Das wäre mien Weg, denn er hat positive Effekte für alle:

  1. Bauern, die es können, erhalten durhc die Förderung die Möglichkeit, auf langfristig lukrativere Agrarbereiche auszuweichen.
  2. Die übrigen Milchbauern könnne ihre Milch wieder teurer verkaufen (Export mal ausgenommen, aber ich sehe keinen Grund, Milch zu exportieren).
  3. Es werden weniger Kälber für die Milchproduktion geschlachtet, was die Vegatarier freuen wird.

Insgesamt wird es eh dahingehen: Butter wird weniger (Margarine scheint weiter auf dme Vormarsch), Käse wird durch so genannten Analogkäse ersetzt (was einige für schlimm halten, warum auch immer) und die Vegetarierbewegung scheint mir die letzten Jahre (im Gefolge der LOHAS?) zu erstarken, es wird also in Zukunft weniger Menschen geben, die regelmäßig Milch zu sich nehmen.
Die Milchwirtschaft hat also aktuell eine Aufgabe: Ihre Gesundschrumpfung möglichst verlustfrei zu organisieren. Der beste Weg dahin ist es, auf andere Produkte umzuschwenken und die Milchproduktion zu drosseln.

Und dann sind da noch die merkwürdigen Aussagen, hier von unser aller Kanzlerin:

Unsere Lebensmittel müssen uns etwas wert sein
– Angela merkel zitiert in der NZ

Was genau ist das denn jetzt? Ein Grundrecht auf grundlos hohe Lebenshaltungskosten?

Stichworte: ,

raW ton ,evoL ekaM 0 

Ich höre jetzt schon zum zweiten Mal in ein paar Wochen, dass im und am Bundestag politische Äusserungen untersagt sind – beispielsweise Make Love, not War.
Wer derartige Anzüglichkeiten, ähm, anzieht und dann in dne Bundestag will, der kann offenbar auch dazu gezwungen werden, sein T-Shirt falschrum zu tragen. Damit’s keiner sieht.

Also nochmal zum Mitschreiben:
Im Bundestag sind politische Botschaften nicht erlaubt.
Das wäre lustig, wäre es nicht oftmals auch noch wahr. Zumindest halten sich große Teile des Bundestages an die Regelung. Ich geh dann jetzt mal lainen – weil ich nicht weiss, ob ich lachen oder weinen soll.

Stichworte: ,

Wenn man keine Ahnung hat… 0 

Dagegen verstößt heute offenbar die Hälfte aller Nachrichten.

Das könnte daran liegen, dass mal wieder die Innenminister der Bundesländer getagt haben. Und, was haben sie beschlossen?
Klar, ein Killerspieleverbot mal wieder. Zensurfordeurngen sind ja unter deutschen Politikern inzwischen das, was beim britischen Adel die Fuchsjagd ist – ein ethisch fragwürdiger, aber medienwirksamer Berufssport.
Die Mär vom killerspielenden Amokkiller zieht irgendwie immer noch – dass die Zahl an „School Shootings“ (so der korrektere englische Begriff, denn um Amokläufe handelt es sich in der Regel nicht) bereits seit den 1920er Jahren gleich hoch geblieben ist, stört die „Diskussion“ dabei nicht weiter. Ebensowenig, dass „Amokläufer“ überdurchschnittlich wenig zocken.


Auch nicht schlecht ist der Versuch aller Parteien, daraus einen Skandal zu drehen, dass die NPD Amazon-Partner ist.
Sie wollen amazon.de gar boykottieren.
Dahinter steckt vermutlich ein fundamentales Unverständnis des Partnerprogramms: Dort kann man sich anmelden und wenn man nicht gegen recht und Gesetz verstößt und keine Pornografie anbietet, wird man freigeschaltet. Dann kann man Links auf amazon setzen und wird für jeden über einen solchen Link verkauften Artikel in Form einer Werbekostenrückerstattung bezahlt. Wie das aussieht, kann man links neben diesem Text sehen – allerdings geht bei diesem kein Cent an die Nazis, dafür ein bisschen was an mich. denn das ist das Konzept: geld kriegt, wer die Kunden bringt.
Das bedeutet: Die NPD verdient daran nix, solange nicht jemand über ihre Seiten zu amazon geht – und ich hoffe mal, dass kein Nichtnazi blöd genug ist, das zu tun. Und da die NPD legal ist, gibt es seitens amazon.de keine Handhabe gegen sie.
Es ist aber auch besser so: Solange die NPD nach amazon verlinkt, fördert sie keine einschlägigen Händler der Naziszene. Und somit kommen Kunden über die NPD-Seiten nicht auf den „harten Stoff“ rassistischer „Literatur“. Im gegenteil, bei amazon könnte der ein oder andere Nazisympathisant auf aufklärende oder linke Literatur treffen, die vielleicht ein-zwei Leuten ein Licht aufgehen lässt.

Und zum Schluss was eher niedliches:
Amerika, das Land in dem man unter Umweltschutz versteht, Wegwerfflaschen aus Glas den Wegwerfflaschen aus Plastik vorzuziehen, ist immer wieder für Kuriositäten aus diesem Bereich gut.
Da hat ein Designer doch jetzt tatsächlich den Fahrradanhänger erfunden. Okay, der Anhänger stammt aus Schweden, die Verwunderung über die Idee ist aber amerikanisch.

Stichworte: , ,

Ausländisch für Anfänger… 0 

Das Phänomen, dass Markennamen in anderen Sprachen plötzlich eine unerwünschte Bedeutung haben, ist durchaus bekannt und ging im letzten Sommerloch ordentlich durch die Presse, ein paar beispiele etwa hier.

Gelsenkirchen, eine Stadt über deren Namen ich mich schon seit Jahren beömmel, ist hier ein Paradebeispiel: „Gelse“ ist österreichisch für „Stechmücke“.
So weit so schlimm. Und was sehe ich jetzt, wie der städtische Energieversorger heisst?

Logo von Gelsenwasser

Gelsenwasser. Was wohl ungefähr soviel bedeutet wie Mückenbrutstätte.
Herrlich.

Stichworte: ,

Grün ist porno und Meinung illegal 0 

Im wahrsten Sinn des Wortes, glaubt man der staatlich gestützten Jugendschutzsoftware des JusProg e.V..
Zusammen mit den Piraten sind die Webseiten der Grünen sowie zahlreiche politische Blogs mit dieser Software für Jugendliche nicht mehr zugänglich.
Die NPD ist dort übrigens ab 14 freigegeben – herzlichen Glückwunsch.

Bezeichnet jetzt immer noch jemand die Zensursula-Vorwürfe als Paranoia?

Unterdessen wird anderswo in Deutschland polizeilich die Äusserung von Meinungen untersagt.
Dabei ging es um folgende Meinungsäusserung, die als Gedicht vor dem Reichstag vorgetragen wurde:

ERNST STADLER: AN DIE SCHÖNHEIT

So sind wir deinen Wundern nachgegangen
wie Kinder die vom Sonnenleuchten trunken
ein Lächeln um den Mund voll süßem Bangen
und ganz im Strudel goldnen Lichts versunken
aus dämmergrauen Abendtoren liefen.
Fern ist im Rauch die große Stadt ertrunken

kühl schauernd steigt die Nacht aus braunen Tiefen.
Nun legen zitternd sie die heißen Wangen
an feuchte Blätter, die von Dunkel triefen

und ihre Hände tasten voll Verlangen
auf zu dem letzten Sommertagsgefunkel
das hinter roten Wäldern hingegangen –
ihr leises Weinen schwimmt und stirbt im Dunkel.

Fürwahr politischer Sprengstoff. Bloß nicht vortragen, Verhaftungsgefahr!

Stichworte: , , ,