Warum ich mir Köln nochmal überlege 0 

Ich versuche ja wirklich, die Antifaler nicht für bescheuert zu halten. Ich glaube, dass jeder Mensch zu einem gewissen Maß an Reflexion, Rationalismus und Maß fähig ist.
Und dann kommt wieder mal sowas.

Es ist richtig, am 8. Mai in Köln gegen die Rassisten von Pro Köln und verbündeten gruppen zu stehen. Aber ich werde nicht die Pest mit der Cholera bekämpfen.
Der verlinkte Text offenbart nicht nur eine Prävalenz rassistischer Ideen (Volkserbschuld, Existenz einer Sonderstellung der Deutschen in der Welt), wenn auch mit umgekehrten Vorzeichen, er ist auch zutiefst widersprüchlich.

So kann sich der Autor offenbar nicht so recht entscheiden, ob das Übel jetzt der Kapitalismus ist (dann wäre es egal, ob wir von Deutschland reden oder von irgendwo anders) oder die Deutschen (dann wäre das System egal).
Immerhin findet sich mehrmals die Forderung, Deutschland aufzulösen – was auch immer das bringen soll.

Bonmots aus dem Text:

Deutschland hat kein Recht, politische Interessen zu artikulieren […]

[…] [J]edem positiven Bezug auf die deutsche Nation ist radikal entgegenzutreten!

Sehr schön auch zu lesen, welche Phänomene in Deutschland Ausdruck des nachwirkens des Nationalsozialismus sind:

Die Einheitsgewerkschaften, die Volksparteien, die Stammtische, die „Bündnisse für Arbeit“ und der ständige Appell aus allen politischen Lagern, doch bitte an den Standort und die Allgemeinheit zu denken und nicht „egoistische“ Interesse zu vertreten, sind nur deren offensichtlichster Ausdruck

Preisfrage an dne (kommunistischen) Kandidaten: Was sind die konstitutiven Elemente eines sozialistischen Staates (auch ohne „national-“ davor)?
Ein Tipp: Wenn man aus obigem Text „die Stammtische“ streicht, hat man die richtige Antwort.

Und wegen solchen Dummfugs muss ich mir ernsthaft überlegen, ob ich wirklich nach Köln fahre. Weil man Pest nicht mit Cholera bekämpft.

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Grüne fördern effektiv Konjunktur 2 

Seht ihr, liebe parlamentarische Konkurrenz, so macht man das mit den Konjunkturpaketen. Keinen Cent hat das Verbot von alten Glühdrahtlampen für den Hausgebrauch (ausser in Kühlschränken) gekostet und die Leute kaufen die Dinger pötzlich wie Heizdecken auf nem Antarktisausflug.
Das funktioniert offenbar bei jeder veralteten Technologie, seien es nun deutsche Autos (nebenbei als Fahrzeug nutzbare Abgasanlagen) oder eben Glühlampen (bzw. Leuchtheizungen). Endlich ein Argument, der CDU das Verbot von Diesel schmackhaft zu machen.

Doch warum funktioniert das?
Nunja, es gibt ja Leute, die trommeln schon lange gegen die Abschaffung der klassischen Glühlampe. Wo die herkommen, weiss ich ehrlich gesagt nicht – die Lampenindustrie hat ja ein Interesse an der Verbreitung neuer Leuchtmittel. Wir bösen Ökofaschisten auch. Sogar die Autoindustrie.
Nur die Energieversorger haben ein Interesse an Stromverschwendung Nö, selbst die nicht. Seltsam.

Interessant dabei ist ja die Argumentation. Üblicherweise liest man, dass Energiesparlampen (Kompaktröhrenlampen) gar nicht so viel Energie einsparten, an helligkeit verlieren und ausserdem giftiges Quecksilber enthalten.
Das ales ist auch richtig, nur ist die so genannte Energiesparlampe ja nicht die einzige Alternative zur Glühdrahtlampe. Dass ein verbot der Glühdrahtlampe automatisch als Zwang zur Energiesparlampe interpretiert wird, kann man nur auf ungenügende Information zurückführen: Dass es nämlich mindestens noch die LED-Lampen gibt, welche all diese Nachteile nicht und zudem eine noch längere Lebenszeit als die Sparlampen haben, darauf kommt die Sprache nicht. Und erst recht nicht darauf, dass diese sogar noch mehr Energie sparen als Edinsons Modell. Oder darauf, dass diese Technologie inzwischen regelmäßig in Autos und Verkehrsampeln eingesetzt wird. Die kosten ein gutes Stück mehr, halten dafür aber auch quasi ewig.

Beachtlich ist halt, dass kein einziger der Typen, die sich über das Lampenverbot äussern, irgendwie richtig informiert hätte. Informiert haben die sich gewöhnlich über Energiesparlampen – die aber sind hier eine Themenverfehlung, denn es geht gar nicht speziell um diese. Niemand bestreitet, dass sie Nachteile haben. Niemand bestreitet, dass irgendwas Nachteile hätte.

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Zu den Killerspielen 0 

ich finde die beschreibung der Spielweise von Shootern etwas seltsam (vermutlich, weil ich weder PC-Spieler noch Onlinespieler bin) und stimme mit der Position des Machers auch nicht 100%ig überein, aber die Zahlen nach dem ersten Abschnitt des Videos sind interessant: Gewalttäter spielen demnach überdurchschnittlich wenig „Killerspiele“!

Video merken, bei der nächsten Killerspieldebatte verlinken und dran denken, dass ich es auch nur beim Henning Schürig geklaut habe.

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Petitionnerstag IX 0 

Ne menge Quark diese Woche – ein petent fordert Internetsperren gegen Kinderpornografie, ein anderer ein totales Rauchverbot und natürlich ein Verbot jeglicher Pornografie.

Bleibt genau ein sinnvoller Beitrag:
Krankenversicherung für Saisonarbeiter

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Arbeitnehmer die nicht länger als 12 Monate in den letzten 24 Monaten sozialversicherungspflichtige Beschäftigt waren z.B. Saisonarbeiter mit dem Beginn der Arbeitslosigkeit. Krankenversichert sind mit allen Gesetzlichen Leistungen der GKV.

Eigentlich sollte das Gesundheitssystem ja komplett ohne Krankenkassen auskommen, solange es die aber gibt, ist das ein guter Schritt vorwärts zu einer Gesamtversorgung der Bevölkerung mit gesundheitlicher Versorgung.

Es gibt noch einen Beitrag zur Kostenteilung bei geschiedenen Eltern, dazu hab ich aber einfach keine Meinung.

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Mal wieder Weltuntergang 0 

Weltuntergangsstimmung bei Telepolis, weil die gesetzlichen Vorschriften für standartisierte Verpackungsgrößen für Lebensmittel wegfallen.

Kein Kommentar.

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Von Treppen und Pfosten 0 

Wer momentan ins AStA-Gebäude an der düsseldorfer Uni will (etwa um den freundlichen, kompetenten und überhaupt tollen aktuellen AStA-Vorstand zu besuchen *hüstel*), der muss entweder durch die Math-Nat-Fakultät (ca. 150 Meter Umweg) oder komplett um die Bibliothek rum (ca. 500 Meter).
Der Grund dafür ist eine riesige Baustelle, die mal eben die komplette Treppe zwischen Bibliothek und Math-Nat einnimmt. Der AStA ist dadurch so schwer erreichbar, dass wir eine Zeit lang fürchteten, komplett eingebaustellt zu werden.

Jedenfalls wird sich an dieser Situation so schnell nichts ändern: Gegenüber dem AStA hieß es, man wolle die Treppe blindengerecht machen. Explizit blinden-, nicht behindertengerecht. Dadurch dauerten die Bauarbeiten noch eine Weile an.
Nun habe ich eine Frage: Was bitte ist eine blindengerechte Treppe? Eine Treppe ist mit einem Blindenstock recht leicht zu ertasten, wie genau macht man sie also blindengerecht?

Die Antwort liefert mir schon seit Jahren die Agentur für Arbeit in Mönchengladbach. Zwischen McDoof und ehemaliger Hauptpost findet sich dort nämlich folgendes:

Nein, das ist kein Witz. Irgendein Vollpfosten hat auf einem architektonischen Artgenossen die Worte „Fußweg für Blinde“ lackiert. Nein, der Weg macht kein Geräusch, keinen Geruch und die Markierung ist nicht zu ertasten. Und es gibt (ausser einem zweiten Schriftzug auf dem Gebäude selber) keine weiteren Hinweise auf den Weg.
Und um dem ganzen die Krone aufzusetzen ist es auch noch ein Fußweg für Blinde – damit kein Blinder auf die Idee kommt, mit dem Auto reinzufahren, vermute ich?

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Bullshit-Analyse: Kondome und AIDS 0 

Hier ein schöner Bullshit, an dem man mal ablesen kann, wie Bullshit-Behauptungen eigentlich entstehen:

Kondome haben je nach Untersuchung einen Pearl-Index von 3-12. Kondome sind effektiv kein absoluter Schutz vor „unerwünschten“ Schwangerschaften. Die Gründe dafür sind vielfältig. Dazu kommt aber: der Größenunterschied vom HIV-Erreger und einem Spermium liegt bei 1:480! Das bedeutet anders gesagt, dass ein HIV-Erreger nur etwa 0,2% der Größe eines Spermiums hat.
Wenn Kondome schon nicht zu 100% eine Schwangerschaft verhindern können, dann erst recht nicht die Übertragung des HIV-Erregers.

Na, gemerkt?

Die lieben Leute der katholischen Nachrichtenagentur kath.net behaupten hier implizit, der Verhütungswert von Kondomen sie deshalb so „schlecht“, weil die Spermien durchs Latex dringen würden.
Wichtig für diese Argumentation ist, dass der erklärende Satz nicht konkreter wird als das hier geschriebene „die Gründe dafür sind vielfältig“.
Hier liegt der Knackpunkt: Eine etwaige Durchlässigkeit des Kondoms zählt nicht zu diesen „vielfältigen“ Gründen, im Gegensatz zu falscher Anwendung oder gar Mehrfachgebrauch eines Kondoms.

Dass HIV-Erreger (ebensowenig wie Spermatozoen) nicht durch Latex dringen können ist ganz einfach nachzuweisen: Dann müssten Kondome nämlich auch wasserdurchlässig sein, denn Wassermoleküle sind noch virel, viel, viel kleiner als HI-Viren. Und aufpusten könnte man sie auch nicht, denn Luftsauerstoff ist nochmal etwas kleiner.
es ist also für die Behauptungen der katholischen Kirche über Kondome zentral, dass man eine entscheidene Information auslässt. Das muss nicht einmal gewollt passieren, Leute, die so einen Schwachfug schreiben haben die Informationen wahrscheinlich selber nur unvollständig vorliegen. Dadurch sind sie von der Wahrheit ihrer eigenen Behauptung überzeugt und somit bessere Vertreter ihrer Position, so uninformiert diese auch sein mag.

Und daraus wiederum folgt dann hirnverbrannter Quark wie das hier:

Würde der Papst hergehen und den Gebrauch von Kondomen erlauben, so würde er sich mitschuldig machen, wenn jemand seinem Rat folgt und sich dann infiziert

Beide Zitate: kath.net

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Nachtrag zum Stirnklatscher 0 

Okay, okay. ich werde den Stirnklatscher des Monats in Zukunft erst am Monatsende vergeben. Wer hätte auch ahnen können, dass einen tag nach Vergabe das hier kommt:

Spiegel: Auf dem Weg nach Afrika hat sich Papst Benedikt XVI. erstmals direkt zum Thema Kondome geäußert – und erklärt, ihre Verwendung verschlimmere das HIV-Problem, statt es zu lösen. Helfen können aus Sicht des Kirchenoberhauptes dagegen ein „spirituelles Erwachen“ und „Freundschaft für die Leidenden“.

Obwohl, bei Ratzinger wäre ein Preis für das Lebenswerk angebracht.

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Stirnklatscher des Monats: März 2009 0 

Auch mal eine schöne Kategorie, der Stirnklatscher des Monats. Das ist eine wirklich dumme Aussage, die im Laufe des Monats wahrscheinlich nicht mehr übertroffen werden kann.

Den Anfang macht Julian Luxford.
Der hat rausgefunden, dass Robin Hood (der bekanntlich von den Reichen stahl und den Armen gab) bei den Reichen (hier: die Kirche) nicht sonderlich beliebt war.
Mal davon abgesehen, dass Kirchenkritik ein fester Bestandteil in der Robin-Hood-Legende ist, verwundert das sowieso nicht mehr.
Um sich den Stirnklatscher des Monats zu verdienen braucht es natürlich mehr. Aber Luxford war mühsam und hat seine sensationelle Entdeckung gleich groß an die Presse weitergegeben – mit der Betonung, Akademiker zu sein. Wo offenbar noch mehr Leute sitzen, die so ihre Probleme mit dem Phänomen der Logik haben.

Für eine Totalblamage des Akademikertums und die Bloßstellung einer Presse, in der niemand nachdenkt, was er da für einen Quark schreibt geht der Stirnklatscher des Monats März 2009 an:
Die sensationelle Entdeckung, dass ein kirchenkritischer Rebell bei der Kirche unbeliebt war.

Wenn Bagger zu Baufahrzeugen werden 0 

Überschrift aus der heutigen WZ:

Wenn Waffen zur Gefahr werden

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