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Wissenschaft entkindergärtnern 0 

Einer der Punkte, die mich in der Linguistik immer wieder stören, ist der Dogmatismus in den randbereichen der Forschung.
Nicht, dass das in anderen bereichen anders wäre, abe rin der Linguistik bekomme ich es nunmal direkt aus erster Hand mit. Es lässt mich manchmal verzweifeln. Und ab und an gibt es dann doch Forschungsergebnisse, die diesen Dogmatismus aufzubrechen vermögen. Zwei solche Ergebnisse möchte ich in diesem Beitrag einmal vorstelen:

Ausbreitung verringert die Komplexität von Sprachen
Das Ergebnis einer amerikanischen Studie ist durchaus interessant: Laut dieser (hier schreibt Telepolis drüber) konnte festgestellt werden, dass die Komplexität einzelner Phänomene wie der verbflexion deutlich sinkt, je weiter eine Sprache verbreitet ist.
Das ist interessant, weil in der Sprachwissenschaft das Dogma gilt, dass keine Sprache komplexer sei als die andere. Eine Aussage, die vollkommen absurd ist, wiel wir gar keine methode haben, die Komplexität einer Sprache zu messen. Dazu kann diese Studie ein Ansatz sein.
Das Dogma der gleichen Komplexität von Sprachen ist hauptsächlich einpolitisches (Political Correctness). Da man niemanden diskriminieren soll, vermeidet man von Anfang an, Forschungsergebnisse zu erhalten, die als diskriminierend angesehen werden könnten. Angesichts der ausgiebiegen, oft nationalistisch behauchten Debatten im 18./19. Jahrhundert zu eben der Frage der Komplexität verschiedener Sprachen verständlich, aber dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn wenig zuträglich.
Das geht sehr weit: Auf die Frage, ob Gebärdensprachen einfacher seien als gesprochene, bejahte ich das einmal hypothetisch im Kurs, da Gebärdensprachen in der Regel jünger sind und somit noch nicht so viel historischen Ballast entwickelt hatten wie etwa das von Unregelmäßigkeiten durchsetzte hochdeutsch. Diese eigentlich positive Bewertung wurde – ohne irgendwelche Nachweise – zurückgewiesen. Das Thema wird noch nicht einmal erforscht, weil der Ansatz angeblich von vorneherein absurd ist – was aber nie festgestellt wurde, ist ist einfach so festgelegt.

Bienensprache komplexer als gedacht
Die Tanzsprache der Bienen ist ein klassisches Beispiel dafür, dass Tiere keine „richtige“ Sprache beherrschen. Es gehört zu den letzten Bastionen der Menschheit, wie sie sich für etwas besseres als andere Tierarten halten kann. Nie würde ein Linguist sich herablassen, nichtmenschliche Tiere zu untersuchen. Dafür braucht es Fachfremde – Biologen, Ethologen, deren Ergebnisse dann aufgrund ihrer Fachfremde verrissen werden können.
Und diese Idee bröckelt – zuletzt ausgerechnet bei den Bienensprachen. Man muss das gelesen haben, um es zu glauben: Erst nach 3000 Jahrne Honigbienenhaltung lernen wir, dass die Bienensprache die Möglichkeit enthält, dass andere Bienen der tanzenden Biene, die grade eine Nektarquelle beschreibt, widersprechen können. Die Bienentänze kannte schon Aristoteles – und wir verstehen erst jetzt eine seiner zentralen Komponenten, von der wir zuvor nicht einmal wussten, dass sie existiert.
Und letzten Juni fand man heraus, dass Bienen Fremdsprachen lernen können.
Was haben wir da bloß noch alles übersehen?

Und was lehrt uns das?
Die Welt hält sich nicht an unsere Wünsche, wie wir sie gerne hätten.

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Verlage vs Fortschritt, eine alte Tradition 0 

Mal wieder ist so eine Diskussion ausgebrochen, in der die verlage meinen, sie würden vernichtet oder untergebuttetr werden. Diesmal geht es um das jehrzehntelang herbeilobbyierte „Kulturgut“ Buch.

Zur Definition: Ein Buch ist ein Stapel zusammengebundenes bedrucktes Papier. Recht komfortabel zu lesen, solange die einzigen anderen Optionen kiloschwere Steintafeln oder lose Blätter haufen waren.
Zunehmend überflüssig mit der Verbreitung gewichtsloser und platzsparender Alternativen wie digitaler Dateien.
Letztere hatten zuletzt den nachteil, dass das ständige Ansehen eines Bildschirms eher ungemütlich ist. Dank neuer Technologien wie eInk geht das aber inzwischen auch ohne Bildschirm.

Der bisher erfolgreichste Vertreiber von elektronischen Büchern auf speziell dafür zugeschnittenen Lesegeräten ist amazon mit seinem Kindle. Das ist zwar ein furchtbarer Name (kindle, englisch = zünndeln), aber dennoch recht erfolgreich.
Bücher werden für den fairen Preis von etwa 10 US-Dollar vertrieben. Das ist etwas weniger als ein Taschenbuch und angesichts der Tatsache, dass ein Kindle-Buch keine materiellen Herstellungskosten und weit unter einem Cent Lagerkosten pro Exemplar erzeugt eine beachtliche Gewinnmarge für die Verlage.

Nun kommt Apple und stellt mit iBooks ein iTunes für Bücher vor – und erhöht den Preis auf 15 Dollar pro Buch.
Das mag bei einzelnen Büchern gerechtfertigt sein, als Normalpreis empfinde ich es aber als unverschämt, mehr als 10 Dollar zu verlangen.
Und jetzt kommt die Begründung der Verlage: Die 10 Dollar machen die Preise kaputt.
Nur um das klarzustellen: Die Argumentation läuft darauf hinaus, dass ein günstigeres Herstellungsverfahren die alten, teureren Produkte überflüssig macht. Was ja genau der volkswirtschaftliche Sinn und Zweck von Fortschritt ist, auch wenn sich die Definition von „günstiger“ immer mal wieder ändert.

Aber es gibt noch einen interessanteren Aspekt:
Wisst ihr, wann das Argument schonmal kam? Bei der Erfindung des Taschenbuchs.

Das Taschenbuch, 1931 in Deutschland vom Albatross-Verlag erfunden, aber schnell aufgegeben und ab 1935 vom britischen Verlag Penguin Books zum Erfolg geführt, dürfte die in der Buchgeschichte bedeutendste Erfindung seit der Gutenberg-Presse sein.
Sie ermöglichte schlagartig, Bücher auch der weniger verdienenden Bevölkerung zugänglich zu machen, das Prestige des Buches als Statussymbol schwand mit dem Preis der Druckwerke. Zugleich ermöglichte das Taschenbuch aber mehr Umfang als etwa das Heft, weshalb es nun auch „richtige“ Literatur tragen konnte.
Die entwertete Elite reagierte darauf mit Empörung: Der niedrige Preis trivialisiere das Buch, Taschenbücher erhielten eine Bewertung irgendwo zwischen den Heftromanen („Schmutz- und Schunbdliteratur“) und „richtigen Büchern“.

Die Auswirkungen sind bis heute spürbar, die meisten Bücher erscheinen zunächst in einer teuren gebundenen Ausgabe und erst ein-zwei Jahre später als Taschenbuch. So retteten die Verlage das Hochpreissegment.

Und jetzt passiert das gleiche nochmal: amazon führt ein Preismodell ein, das für Texte (nicht Bücher!) einen vernünftigen Preis verlangt und die Verlagswelt macht erstmal mit.
Apple bietet den anderthalbfachen Preis und damit mehr als einige Texte in Buchform kosten und prompt riechen die Verlage das Geld. Plötzlich ist das Angebot von amazon „unmoralisch“. Jeder mag sich den Rest denken.

Also, als Zusammenfassung: Im Grunde geht es den Verlagen um das Recht auf Wucher.
Leidtragende sind die Leser, die sich ab und an auch mal ein Buch leisten können wollen.

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5. Türchen 2009 0 

Es ist Dezember und weil ich von einem Pizza-Anbieter einen Adventskalender mit Schokolade als Werbegeschenk bekommen habe, werde ich für jedes Türchen einen Blogeintrag schreiben. den 1. Dezember habe ich verpasst, da war ein Flugzeug drin.
Was in den Beiträgen drin ist? Woher soll ich das vorher wissen?

5. Dezember: Kirche
Blogkonversion: Öhm…

Eine Kirche also. was mach ich denn damit?
Ich könnte natürlich was über die Kirche schreiben. Aber dazu habe ich genug geschrieben, da fällt mir grade nix ein.

Früher hatten auch viele Schulen einen Turm und ein Schiff als Grundbestandteile ihrer Architektur, immehrin hat das Schokogebäude kein Kreuz drauf. Da könnte ich dann darauf hinweisen, dass eine aktuelle Pressemitteilung der Linken es an Geduld vermissen lässt, da einfach nicht die Zeit war, schon für 2010/11 eine neue Gesamtschule aufzubauen.
Da ginge es dann um die Allgegenwart der Ungeduld. Aber dazu habe ich im März bereits etwas geschrieben, das ich einfach nur zitieren muss:

Ungeduld ist eine Konstante menschlicher Psyche.
Religionen speisen sich aus unserer Ungeduld auf Antworten, totalitäre Systeme aus unserer Ungeduld auf echte Problemlösungen und Korruption speist sich maßgeblich aus unserer Ungeduld bei der Verwirklichung unserer Pläne. Ich sehe nichts, was wir da tun können, aber es ist wichtig, diese einfache Grundlage immer im Hinterkopf zu halten.
Andererseits ist Ungeduld auch ein mächtiger Motor für technischen Fortschritt. Wo wären wir ohne unseren beständigen Wunsch, Dinge schneller erledigen zu können? Wie fast immer gibt es zwei Seiten der Medaille.

Ich könnte über den Irrtum schreiben, zu glauben, Weihnachten sei ein christliches Fest.
Also, damit ich wenigstens etwas konstruktives zum heutigen Türchen geschrieben habe: Weihnachten ist im wesentlichen ein uraltes heidnisches Fest zur Wintersonnenwende, heutzutage bestehend aus alten heidnischen Bräuchen (ein immergrüner Baum im Haus, Geschenke), Folklore (Weihnachtsmann), kapitalistisch geprägter Eventkultur (Geschenke, Beleuchtung) und ein paar am Rande eingefügten Sprengseln christlicher Mythologie (Christkind, Engel und Sterne), die zudem zunehmend verblassen.

Nunja, ich denke, ich hab jetzt einfach mal genug darüber geschrieben, dass ich nicht weiss, was ich dazu jetzt schreiben soll. Kann ja auch mal passieren.

Ein Gespenst geht um… 0 

…in Europa, das Gespenst – ach, lassen wir das.

Jedenfalls hat die CDU, beziehungsweise ihr komischer Fanboy-Kult JU, offenbar ein echtes Problem mit der Linkspartei.
Besonders tut sich dabei Martin Heinen hervor, dessen Person ich nicht weiter zu erläutern vermag, ohne beleidigend zu werden. Sprach’s:

Wenn im Herbst 2009 eine Ampelkoalition in Mönchengladbach mit Hilfe der Linkspartei in den Bezirken die Bezirksvorsteher wählen würde, spüren wir auch vor Ort, wie sich die umlackierte SED unter neuem Namen den Weg zurück in die Zentren der Macht gebahnt hat.

Hier geht es darum, dass die Linke in den Bezirken MG-Ost und -West für die dortigen Bezirksbürgermeister stimmen könnte und dadurch eine gewisse Macht erringen könnte.
Wie auch immer das aussehen soll. Vermutlich sitzt man im zentrum der Macht, wenn man für jemanden stimmt und im Austausch (beispielsweise) ein neues Einbahnstraßenschild aufstellen darf.

Es ist ja durchaus angebracht, die DDR/SED zu kritisieren und deren Wirkung in PDS/WASG/Linke thematisch anzugehen. Hierzu aber einfach mal eine Partei mit einer anderen vor 20 Jahren gleichzusetzen, ist unredlich und dumm (und wäre es selbst dann, wenn sie heute noch als SED firmieren würde).
Immerhin scheint die Paranoia der Linkspartei (zu der in MG meines Wissens kein einziges ehemaliges SED-Mitglied zählt) inzwischen auch auf die CDU selbst überzugreifen, hat man doch Günter Krings zu der besorgten Feststellung bringen können, „dass die Linkspartei als direkte Nachfolgepartei der SED wie selbstverständlich mittlerweile als etablierte Partei akzeptiert wird.“
Ja, das Gefühl kenne ich, das wundert mich bei der Stasi-2.0-Partei CDU auch immer wieder. Könnte in beiden Fällen daran liegen, dass es etablierte Parteien sind.

Dazu hat man sich Dr. Hubertus Knabe herbeigeholt, der seine Bücher dankbarerweise gar nicht erst als objektive Darstellung der Geschichtsforschung camouflagieren will: Honeckers Erben: Die Wahrheit über DIE LINKE zum Beispiel, wo er den Bogen von der KPD über die SED und PDS zur Linken spannt – also mal locker die Position einer Partei aus der Kaiserzeit, einer Partei des Kalten Krieges und der derzeitigen Linkspartei, zwei Jahrzehnte nach dem Ende der DDR, als gleich gültig zusammenwürfelt – nach dieser Logik müsste sich die CDU auch vorwerfen lassen, 1933 in Form ihrer (noch existenten, aber bedeutungslosen) Vorgängerorganisation Zentrumspartei für das Reichsermächtigungsgesetz gestimmt zu haben.

Und dann ist da noch dieser seltsame Verein von Berufsvertriebenen, der OMV, der einen halbwegs vernünftigen Vorschlag bringt:

Der neu entstehende Platz vor dem Sonnenhaus und dem Einzelhandelszentrum mitten im Herzen von Mönchengladbach eignet sich ideal zur Namenstaufe ‚Platz der Deutschen Einheit‘

Was natürlich erstmal voraussetzt, dass es diesen Platz überhaupt geben wird, aber gut, Details halt.
Die begründung abe,r die liest sich in der BZMG so:

In seiner kurzen Ansprache zu Beginn der Veranstaltung hatte er darauf hingewiesen, dass junge Erwachsene heute die Teilung des Vaterlandes nur noch aus Geschichtsbüchern und nicht mehr aus dem eigenen Erleben kennen. „Eine Benennung eines zentralen Platzes in diese Richtung ist daher überfällig.[…]“

Was genau hat das Alter eines Ereignisses mit seinem Anspruch zu tun, einen Platz nach ihm benannt zu bekommen?
Und was heisst hier immer „deutsche Einheit“ – Österreich ist der BRD doch nie beigetreten?

Natürlich steht das ganze in einer „hehren“ Tradition – die CDU konnte nie verwinden, dass Deutschland nach 1945 neue Grenzen hatte. Dazu zum Abschluss noch ein Wahlplakat der CDU von 1953 – und dran denken: Nach der Logik von Dr. Knabe ist das immer noch aktuell.

CDU-Plakat 1953

PS: Vertriebenenverbände der dritten Generation sind ja schon an sich albern. Vertriebenenverbände, deren gemeintes Land in einem EU-Land liegt, zu dem inzwischen Reise- und Niederlassungsfreiheit herrscht, ist dagegen einfach nur noch lächerlich.
PPS: Das einzige ehemalige SED-Mitglied in einer Bundesregierung war bisher übrigens Angela Merkel. Der eifrigste Fortführer der SED-Politik indes dürfte Wolfgang Schäuble sein, dicht gefolgt von Ursula von der Leyen.

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Fremdschämen 0 

Na ja, wenn’s wenigstens fremdschämen wäre…
Irgendwie verstehe ich unser Wahlkampfteam im Bundesverband nicht. Da haben wir schon als einzige größere Partei Inhalte (neben vielleicht noch der Linken) und dann machen wir statt dessen platten Anti-Wahlkampf:

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Deutsche Klimapolitik anno 2009 0 

Deutschland ist klimapolitisch ein seltsamer Ort. International als Beispielland im Umweltschutz bekannt (Stichwort Mülltrennung) ist es offenbar im Zugzwang, diese Position zu halten und bietet seltsame Auswüchse. In einem Land, in dem der Umwelt Unweltminister ernsthaft den Bau neuer Kohlekraftwerke fördert, die zwar weniger Dreck machen als die alten, bei denen das aber auch nicht grade ein Kunststück ist, sieht die Klimapolitik halt überaus seltsam aus.

Primus im Mistbauen ist hierbei die deutsche Autoindustrie.
In Deutschland, einem der größten Autoländer der Welt, ist die Kraftfahrzeuglobby verständlicherweise stark – und damit auch die Ölindustrie, welche zu 95% an sie gekoppelt ist (die übrigen 5% sind Kunststoffhersteller).
Nun tut so eine Lobby vor allem eines gerne: Behaupten ohne tatsächlich etwas tun zu müssen. Und da man gleichzeitig die Ölindustrie mitvertritt, stellt man abenteuerliche Behauptungen über Sparsamkeit und Schadstoffausstoß auf und kann gleichzeitig die dreckigste Automobilflotte der Welt herstellen.
Und wenn dann doch mal Konkurrenz aus dem Ausland kommt, wo tatsächlich klima- und spritschonende Autos hergestellt werden, lässt man sich den Markteinbruch durch eine Abwrackprämie finanzieren (die übrigens komplett in die Hose gegangen ist).
Unterdessen stellt man Konzepte von vorgestern vor: Wasserstoffautos und solche mit fest verbauten Akkus, die man stundenlang ans Netz hängen muss um zu tanken.
Fröhlich mit dabei ist RWE, die allen Ernstes ein Energietankstellennetz aufbauen wollen – mit Tankzeiten von „grade mal“ drei Stunden!
Unterdessen haben sich Peugeot, Renault und Citroën zusammengetan, um ein System aufzubauen, bei dem einfach die Akkus ausgetauscht werden. „Tankzeit“: unter 2 Minuten. Aber dermaßen einfache und kundenfreundliche Lösungen könnten der Technik ja zum Durchbruch verhelfen – das will man in der Ölindustrie natürlich nicht.
Wenn dann die Politik hingeht und Deutschland zum „Weltführer in der Elektromobilität“ erklären will, kann ich mich nicht zwischen lachen und weinen entscheiden. Da können wir auch gleich versuchen, Weltführer in taiwanesischer Literaturwissenschaft zu werden, unsere Startbedingungen sind in diesem Sektor ähnlich gut.

Es ist mühsam, die ganze Dummheit deutscher Klimapolitik zu dokumentieren, die von Leuten betrieben wird, die offenbar nicht die geringste Ahnung davon haben oder aber sich dieser Ahnung gegenüber verweigern. Angesichts von grünfärberischen Spielereien wie CCS und Desertec wird offenbar, dass hier einzelne Wirtschaftszweige versuchen, mit hahnebüchenen Behauptungen ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen – teils noch nichtmal böswillig.
Jahrzehntelang eintrainierte Überzeugungen, wie sie etwa in der Energiewirtschaft üblich sind, legt man halt nicht einfach so ab.

Veranstaltungstipp am Rande
Achja, wer heute abend ab 19:30 Zeit hat, dem empfehle ich eine Veranstaltung des Gladbacher Arbeitskreises Energie der Grünen über eine Möglichkeit, andere Leute in die Vorstände der Energiekonzerne zu bekommen: Genossenschaftlicher Stromeinkauf.
Es referiert Walter Päsch von der Energiegenossenschaft Rhein-Ruhr eG in der Kreisgeschäftsstelle von Bündnis 90/Die Grünen (Brandneberger Straße 36).
Es ist nicht direkt das Thema dieses beitrags, aber verwandt und fiel mir grade beim Schreiben ein.

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CD, WZ und die Sache mit der freien Presse 3 

Ich wollte eigentlich nichts über den neuen düsseldorfer AStA-Vorstand schreiben. Hauptsächlich, weil mir nix positives einfällt und weil ich die Jungs auch nicht so früh schlecht machen wollte. Das erschien mir einfach unfair (unfehr ;-) ).
Doch es gibt da ein Thema, welches durchaus Aufmerksamkeit verdient und auch den alten AStA, zu dem ich gehörte, betrifft. Die Sache mit der freien Presse.

Doch ganz an den Anfang:
Es begab sich kurz vor dem Uni-Wahlkampf 2008 in der philosophischen Fakultät, irgendwo im Bereich des psychologischen Instituts.
Ein Treffen war anberaumt, auf dem sich die linken Oppositionslisten (Grüne, Fachschaftenliste, Marxistischer Studentenbund, Piraten) auf Einladung der Fachschaftenliste auf gemeinsame Ziele einigten: Der Sturz des als korrupt und undemokratisch wahrgenommenen sozialliberalen AStA, der damals regierte war der wichtigste Punkt – gleich an zweiter Stelle folgte die Einrichtung einer unabhängigen Studierendenpresse.
Die Presse der Studierenden, das war und ist die Campus Delicti. Diese hatte sich über die Jahre einen Ruf als Propagandablättchen des AStA „erarbeitet“ und eben das wollten wir beenden. Wie, darüber gab es eine lange Diskussion; am Ende kamen wir doch nur überein, irgendwie eine freie Presse herzustellen und dies durch eine Reform in der CD zu erreichen.
Es kam die Wahl, es kam der Sieg und die neue orange-grüne Koalition nahm die CD in ihre übliche Referentenpolitik auf: Referentenstellen wurden nicht mehr von den Listen mit ihren Leuten besetzt, sondern ausgeschrieben und an die kompetentesten Bewerber vergeben. So kamen zahlreiche Leute ohne Listenbindung in die Redaktion, eine Unabhängigkeit bei gleichzeitig engem Kontakt zum AStA war gegeben.
Unabhängig genug, um uns auch einmal unangenehm zu werden, so als die Kürzung der Babybeihilfe (lange Geschichte von vor meiner eigenen Zeit) es zum Titelthema brachte. Aber das war auch ein klares Signal: Die Campus Delicti war unabhängig und immer wieder auch unparteiisch und gar unangenehm. Nach den Maßstäben einer Demokratie ein (leider nur selten realisierter) Traum – eine Presse, die als Kontrollgremium der Politik fungiert.

Etwa mit der Ablösung von Stefan Finger, Burçak Atsu und Sabine Fischer (aus unterschiedlichen Gründen, die hier keine Rolle spielen) durch Hannah Schade, André Moser, Abdelilah el Hamdani und mich selbst geschah dann etwas seltsames.
Unsere Darstellung in der Westdeutschen Zeitung wurde zunehmend schlechter bis feindlich. Da wurde ein Zitat so lange entstellt, bis André als arrogantes, studentenfeindliches Arschloch rüberkam und bei Dennis Heckendorf wurde süffisant die niedrige Zahl der Direktwahlstimmen angegeben. Noch am Tage der Wahl des neuen AStA-Vorstandes wurde diesem ebendies vorgeworfen – ohne auch nur einen Hauch von journalistischer Neutralität zu versuchen mit der aufmerksamkeitsheischenden Überschrift „Der Asta kümmert sich nur um sich selbst„.
Immer wieder dabei als Verfasserin: Sema Kouschkerian.

Ich muss zugeben, ich dachte zuerst, Andrés Pressearbeit wäre tatsächlich so schlecht, denn während die WZ, die ihn als Kontakt hatte, so negativ berichtete standen wir in der von Hannah Schade und mir kontaktierten Rheinischen Post hervorragend da.
Doch dann fiel auf: Es war immer der Name Sema Kouschkerian unter den Artikeln. Und noch etwas fiel auf: Bei ernsthaften Fragen über die Studierenden und ihre Situation kamen nicht etwa Vertreter des aktuellen AStA zu Wort – sondern der ehemalige Vorsitzende Phillip Tracer von der Juso-Hochschulgruppe. Der durfte sich gar in einem Streitgespräch mit dem zuständigen Minister Andeas Pinkwart präsentieren (ausnahmsweise mal nicht unter Kouschkerians Namen) – den damals aktuellen AStA hatte man gar nicht erst gefragt.
Und als Sahnehäubchen-Abschluss gab es sofort nach der Wahl von Andreas Jentsch (Juso HSG) ein ausführliches Interview mit diesem in der WZ – mit folgender erster Frage:

Herr Jentsch, vom Asta hat man im vergangenen Jahr nur wenig gehört. Sind Studentenvertreter überflüssig geworden?

Für die Leser der WZ stimmt das sogar. Eine interessante Strategie – totschweigen und dann konstatieren, man höre nicht viel vom Totgeschwiegenen.
Eine persönliche Einschätzung: Wenn es einen gibt, der die Präsenz des AStA nicht erhöhen wird, dann ist es die profillose Schlaftablette Jentsch. Ich bitte die, die von mir neutralen Journalismus erwarten, um Entschuldigung – das musste einfach raus.

Leser der RP unterdessen erhielten ein weniger tendenziöses Bild vom AStA – und hier wurde auch der AStA zu öffentlichen Veranstaltungen eingeladen – und zwar der aktuelle.
Die Präsenz dort war etwa genauso hoch wie in der WZ – aber weitaus positiver ohne tendenziös zu werden.
Die WZ gegen einen, die RP für einen – für einen AStA, vor allem einen linken, verkehrte Welt.

Nun endete die Geschichte mit einem Zirkelschluss: Der neue AStA hatte es enorm eilig, die alte Campus-Delicti-Redaktion rauszuschmeissen und mit neuen Leuten aus den eigenen Reihen zu besetzen. Es wäre vor Semesterende nur noch eine Ausgabe erschienen – aber schon vor dieser war die alte Redaktion entlassen – und gleich auch noch als tendenzjournalisten diskreditiert (Lacher des Semesters).
Eine Stelle wurde sogar per Ausschreibung gesucht, wobei das das erste Mal gewesen sein dürfte, dass ich einen dermaßen politisch eingefärbten, slebstbeweihräuchernden Text in einer öffentlichen Ausschreibung gesehen habe.

Ich bin gespannt, wie’s in Düsseldorf weitergeht, erwarte aber nichts gutes.

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Zeugenaussage: Transformers 2 0 

Ich weiss nicht, wie ich es sagen soll, es ist schon ein wenig peinlich. Eigentlich sogar ziemlich peinlich, gradezu blamabel.
Ein Grund, sich in eine Ecke zu kauern, zu schämen und zu hoffen, dass niemand es bemerkt.

Aber ich muss es einfach zugeben, dazu verpflichtet mich mein Ehrgefühl. Also:
Es war dunkel, sehr dunkel. Ein schwerer Vorhang reichte vor mir auf den Boden, das Surren eines generators erfüllte den Raum.
Menschen murmelten – betroffen, erschrocken, enttäuscht, verzweifelt. Sie alle wurden zeugen, wie ich, eines der schlimmsten Verbrechen der Menschheit.

Wir haben Transformers: Die Rache geschaut.
Was für ein Schrottfilm. Kein Sinn, keine Handlung und für die meisten Figuren (Charaktere wäre übertrieben) schwankten zwischen albern, dämlich und peinlich. Warum Sams Eltern soviel Leinwandzeit bekamen, ist mir vollkommen unverständlich, es war einfach nur unangenehm, diesen beiden zusehen zu müssen.
Ich kann mich nicht erinnern, jemals etwas so schlechtes gesehen zu haben – und das will was heissen, immerhin hab ich meine Jugend cineastisch mit 70er/80er-Jahre-Science-Fiction zugebracht.

Also, solltet ihr euch überlegen, diesen Film zu schauen: Bitte nicht. Spendet das Eintrittsgeld, kauft euch nen Döner, holt den alten Zeichentrickfilm von 1989 auf DVD – aber tut euch bloß nicht Transformers 2 an.

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Home anschauen und besserwissen 4 

Oh, ein gehypter Ökofilm! Mal schauen…
Wer sich von meinem Gemopper nicht stören lassen will, kann auch einfach hier klicken (alle Sprachversionen verlinkt), ich motz aber lieber mal ein bisschen.
Das kann ich einfach viel besser als alles andere ;-) .

00:01:20 – Okay, das dürfte so ziemlich der Name von jedem Modelabel des Planeten gewesen sein. Ausser Adidas – aber dafür kam Gucci zweimal vor. Guter Ansatz für ein Quiz: Wieviele davon lassen in Kinderfabriken in China nähen?
00:01:31 – „Listen to me. Please.“ Mach ich ja schon. Ich starte selten Filme, um ihnen dann nicht zuzuhören. Okay, Stummfilme, aber das ist was anderes.
00:01:35 – „You’re like me, a Homo sapiens.“ Ich weiss, es ist albern, aber was passiert eigentlich, wenn das jetzt ein Ausserirdischer schaut? Wechselt der Text interaktiv?
00:01:37 – „A wise human.“ Okay, ich höre ja schon auf, zu jedem Satz einzeln was zu sagen. Ich sollte den Film kopieren und alle paar Sekunden mich selbst reinschneiden. Das würde Spass machen und keiner würde mich je wieder ansprechen wollen, weil ich eh nur motze.
00:02:00 – Oh, das war nur der Vorspann. Das wird ein langer Blogbeitrag, ich spüre es. In diesem Sinne: Weiterlesen »

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Musikeinlage 0 

Okay, mein Vorsatz, auf jeder Indexseite einmal Musik zu haben wird langsam schwerer, seit ich mehr schreibe.

Aber vorerst versuchen wir es und diesmal hab ich was Lokales im Angebot: Phil Fuldner aus Recklinghausen mit The Final, einem Remix des Soundtracks der vom ZDF verunstalteten japanischen Zeichentrickserie Captain Future.
Ihc würde ja die DVD empfehlen, aber meines Wissens gab es nie eine ungeschnittene, vernünftig (also nicht als Kinderserie) synchronisierte Fassung. Aber die Musik, die war gut:

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