Hier, laut, beklaut 1 

Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut

Ja, ich bin mal wieder der Letzte, der darüber blogt.

Am Montag sind ja 500 Studierende spontan demonstrieren gegangen und haben den Rektor der FH Niederrhein in Mönchengladbach festgesetzt. Und niemand hat Fotos gemacht ( *motz* ) !
Passiert war eigentlich nichts ungewöhnliches: Die Hochschulleitung hatte nur ganz einfach lediglich 60% der Studiengebühren ausgegeben, der Rest ist noch unverplant.
Das ist nicht nur hier so, auch an meiner Uni in Düsseldorf sah es ähnlich aus – womit man dort auch ganz offen umgeht.

Dennoch, oder grade deshalb, zeigt die spontane Demo, dass sich Wut aufbaut bei den Studierenden. Wut, die sich weiter entladen wird: Im Sommer steht der große bundesweite Bildungsstreik an.
Wenn diese kleine Demo in Gladbach der Maßstab ist, dann wird im Juni die halbe Bundesrepublik stillstehen.
Unterdessen versucht die FDP, die Demo zu ihren Gunsten auszulegen. Sollen sie ruhig, wir schicken es ihnen gerne als Bumerang aus den Studierenden- und Schülerschaften zurück.

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Zum Thema Gesamtschule Rheindahlen 0 

Die MIGS fordert aktuell eine weitere Gesamtschule in Mönchengladbach.
Ein gutes Vorhaben angesichts einer Zahl von inzwischen 500 Schülern, für die keine Gesamtschulplätze mehr verfügbar waren (das sind mehr, als alle Hauptschulen der Stadt zusammen aufgenommen haben). Als Standort dafür schlagen sie das Gymnasium Rheindahlen vor – und hier bin ich skeptisch: Das Gymnasium Rheindahlen ist das einzige Gymnasium im Bezirk und, wenn ich mich nicht irre, auch das einzige im zukünftigen Bezirk West (oder war es Süd, die neue Bezirksaufteilung ist ja etwas seltsam geraten).
Daher würde man durch den Umbau in eine Gesamtschule zahlreichen rheindahlener Kindern, die auf ein Gymnasium geschickt werden sollen, einen recht großen Schulweg nach Stadtmitte oder Rheydt aufbürden – Ziel muss aber bei allen Reformen auch eine Stadt der kurzen Wege sein, um die Verkehrsbelastung gering zu halten.
Es ist mir somit unverständlich, warum nicht eines der drei in nächster Nähe zueinander stehenden Gymnasien in Stadtmitte (Math-Nat, Huma und Geroweiher) umzuwidmen, bevorzugt das Gymnasium am Geroweiher, da es durch den letzten Neubau die Kapazitäten für einen Gesamtschulbetrieb haben sollte. Eine Fusion des Geroweihergymnasiums am Fuße des Abteibergs mit dem Stiftisch-Humanistischen Gymnasium auf seinem Gipfel ist nicht erst seit gestern im Gespräch, hier könnte eine Umwidmung schonend und in Zusammenarbeit mit dem Nachbargymnasium durchgeführt werden.

Ich werde ein entsprechendes Schreiben an die MIGS schicken. Es ist meines Erachtens wesentlich sinnvoller als ein Umbau des wie gesagt einzigen Gymnasiums in Rheindahlen.

Sollte jetzt jemand kommen und sagen, ich wolle (als grüner) zwar Gesamtschulen, abe rnicht in meiner Nachbarschaft, so kann ich nur sagen: Die Stadtmitte-Gymnasien sind in meiner Nachbarschaft.

Nachdem ich inzwischen mit Ulli Laubach von der MIGS gesprochen und die Schülerzahlen gesehen habe, ist meine Argumentation meines Erachtens hinfällig. Diese sind so gering, dass eine Umwidmung des rheindahlener Gymnasiums angebracht erscheint.

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Erziehungsziele gegen Klassengröße 0 

Erfreulicherweise ist nun der Erhalt von zwei Hauptschulen in MG vorerst gesichert, da doch noch genug Schüler zusammengekommen sind. Aber:

Trotz dieser Entwicklung ist an mindestens sechs Hauptschulen der “geordnete Schulbetrieb” nicht gewährleistet, da die die Zweizügigkeit (zwei Klassen) als Mindeststandard für die Größe von Hauptschulen nicht erreicht wird.

Meine Frage dazu wäre: Wieso kann man aus 19 Schülern (die kleinste vorkommende Zahl) keine zwei Klassen machen?
Es ist doch eine alte Forderung von Erziehungsexperten, die Klassengrößen merklich zu reduzieren, um eine stärkere individuelle Betreuung der Kinder zu gewährleisten.
Grade an Hauptschulen, die als soziale Brennpunkte und minderwertige Bildungsanstalten verschrieen sind, kann dies überaus hilfreich sein. Die geringe Klassengröße ermöglicht eine gezielte Förderung, eine Entlastung für die Lehrer (ein beständig überlasteter Berufsstand mit viel zu wenig Anerkennung) und somit auch bessere Ergebnisse in unserem Bildungssystem.
Es gibt meines Erachtens nichts besseres für eine Hauptschule als Jahrgangsgrößen unter 30 Schülern. Oder ist die Mindestgröße eines Klassenzuges irgendwo so streng vorgeschrieben, dass man aus 19 Schülern keine zwei Klassen bilden kann?

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Erwähnte ich eigentlich… 0 

…dass die Bäume an der Hohenzollernstraße gerettet sind?
Es wurde schließlich sogar der grüne Vorschlag übernommen, die Gasleitung einfach in die Mitte der Straße zu verlegen.

…dass die U79 in Düsseldorf endlich bis Universität Ost/Botanischer Garten verlängert wird? Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr hat Montag zugestimmt, die nötigen Bauarbeiten mitzufinanzieren. Das Amt für Verkehrsmanagement Düsseldorf hat bereits begonnen, an der Straßenbahnhaltestelle Südpark zur Vorbereitung der Bauarbeiten Hecken zu roden. Die Heckenrodung wird bereits jetzt durchgeführt, um brütende Vögel zu schonen, die gefährdet wären, wenn man die Hecken erst zum Baubeginn im Juni nach erfolgtem Nestbau rodet.
Mit Abschluss der Arbeiten im Sommer 2010 werden die völlig überlasteten ÖPNV-Verbindungen zur Uni verbessert während im Gegenzug Studenten, die vom Hauptbahnhof kommen eine um 10 Minuten schnellere Verbindung zum Campus erhalten.

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Ärgern oder nicht ärgern? 1 

Okay, ganz vorsichtig gefragt: Ihr kriegt einen inhaltlich für sich harmlosen Flyer einer rechtsextremen Partei, an dem eine (relativ unwichtige, aber doch potenziell teure) Formalität nicht den geltenden Gesetzen entspricht. es handelt sich dabei um nichts, was irgendwie mit der Position dieser Partei zu tun hätte.
Abmahnen lassen um ihnen eins reinzudrücken oder warten, bis was problematisches kommt und dann nochmal auf diese kleine Formalität zurückkommen?

Touristen konfudieren am Gladbach 0 

Schild zum Gladbach
Zum vergrößern draufkllicken (Achtung, ziemlich groß)

Lang ist’s her, da floss noch ein kleiner Fluss durch Gladbach, nach dem diese Stadt denn auch benannt wurde – der Gladbach halt.
Vom Gladbach existieren nunmehr nur noch Fragmente, was noch existiert läuft größtenteils unterirdisch.

Um an den ehemaligen Flusslauf zu erinnern, wurden in der Stadt 15 klassische Flussschilder (blau mit ner Welle unter dem Namen des Flusses) aufgestellt, was vor allem Ausstädter verwirren dürfte. Schließlich gibt es den Fluss ja nicht mehr.
Die Aktion aber ist eine schöne und zur heutigen Übergabe der Schilder an die Bürger habe ich immerhin einiges lernen können – Erinnerungen von Anwohnern, übrige Spuren des Baches und in einem Vortrag des Bezirksvorstehers auch eine Geschichte des Gladbaches vor allem ab dem 19. Jahrhundert, als er Mühlen und Textilindustrie speiste, die gemeinsam mit dem Bach ihren Niedergang begannen.
Bleibt zu hoffen, dass das nur ein erster Schritt ist zu einem bewussteren Umgang mit den hiesigen landschaftlichen Gegebenheiten und vielleicht sogar einer Wiederherstellung einiger alter Merkmale der Stadt. Das leerstehende Gelände des abgebrannten Zentralbades steht demnächst in der Planung – es wäre schön, wenn man da etwas mit dem Gladbach machen könnte, der hier drunter durchfloss. Vielleicht einen kleinen Park mit zentralem simulierten Flusslauf oder ein Gladbach-Museum?

Immehrin kamen zu der unspektakulären Schilderöffnung schonmal 50 Bürger und standen mitten auf dem ehemaligen größten Weiher des Gladbachs, der um die Jahrhundertwende zugeschüttet wurde, Teil einer Maßnahmenreihe um den zu diesem Zeitpunkt abwasserverseuchten und stinkenden Gladbach komplett zu verbuddeln (Aus der Nase, aus dem Sinn).

P.S.: Zwei der Bilder sind zweimal geschossen, weil ich aufgrund des schlechten Lichtes (und mangels Stativ) Verwackler befürchtet habe. Die hielten sich dann aber doch in Grenzen, nur die Gruppenbilder sind etwas unscharf.
P.P.S.: Ein wneig Kommerz muss auch sein, es gibt nämlich ein Buch zum Fluss:

Vom Zentrum ins Grüne 0 

Interessant, welches die zwei Positionen sind, die die Westdeutsche Zeitung zur Neugründung der Zentrumspartei in Mönchengladbach aufführt.

Fangen wir mal mit dem ersten an:

Alexander Bach: Die Bürger sollen nicht erst beteiligt werden, wenn sie protestieren wie im Fall Giesenkirchen 2015 oder dem Café Pflaster in der Brucknerallee

Warum das interessant ist? Nun, dieses Zitat stammt aus meiner Rede für eine Stadtratskandidatur bei den Grünen:

Shadaik/Diehl: Im Rat muss eine Anhörungsmöglichkeit für […] Initiativen, Interessengruppen, Vereine et cetera geschaffen werden. Und zwar nicht erst, wenn diese ein erfolgreiches Bürgerbegehren zusammenbekommen haben.

Und hier noch das zweite Zitat aus der WZ, gefolgt von einem ebenfalls praktisch inhaltsgleichen Statement von mir:

Herbert Kampmann: Bisher fehlt so etwas wie eine Gladbacher Identität

Shadaik: Und mal ganz ehrlich – Mönchengladbach hat bisher kein Image

Mit anderen Worten: Für Basisdemokratie und Identitätsstiftung braucht’s keine neue Partei, das können wir Grüne auch.

PS: Ja, ich liebe Wahlkampfgeklapper ^^

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Bäume vs. Gasleitungen 1 

Baumschützer an der Hohenzollernstraße

Mal wieder eine Gladbacher Sache: Die NVV (Gladbacher Stadtwerke) will an der Hohenzollernstraße 12 Bäume fällen lassen, die durch ihr Wurzelwachstum eine Gasleitung bedrohen.
Dagegen nun gehen die Grünen an: Die teils 60 Jahre alten und entsprechend großen Bäume sind wichtige Staubfilter und Teile des lokalen Mikroklimas. Zwar sollen neue Bäume gepflanzt werden, diese aber erreichen erst in ein paar Jahren bis Jahrzehnten auch nur annähernd vergleichbare Effekte auf ihre direkte Umgebung.

Die NVV meint, die Verlegung der bedrohten Gasleitung sei zu teuer, die Bäume müssten weg. Punkt.

Dazu von mir eine kleine Nachfrage: Wenn die die Bäume fällen und neue pflanzen, wachsen die neuen in in paar Jahren (na gut, ein-zwei Jahrzehnten) nicht auch wieder so groß, dass die schon wieder gefällt werden müssten? Und was kostet im Vergleich eigentlich die einmalige Verlegung und die regelmäßige Fällung und Neuanpflanzung?
Ich meine, es ist ja schön, dass die NVV das mit der Nachhaltigkeit angeht und jetzt Probleme für die Generation unserer Enkel schafft. Aber irgendwie, liebe NVV, hatten wir das mit der Nachhaltigkeit anders gemeint.
Tipp: Nicht die Probleme sollten nachhaltig werden, sondern die Lösungen.

Und zur Motivation für alle Baumschützer mal ein Blick in die Vorwoche in Bilk.

Bildquelle: Bürgerzeitung MG

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Glückwünsche nach Giesenkirchen 0 

Das wird für Nicht-Mönchengladbacher ziemlich uninteressant sein, aber: Glückwünsche nach Giesenkirchen!

Das Bürgerbegehren gegen den Plan „Giesenkirchen 2015“, der zur Schließung mehrere Sportplätze und eines Schwimmbads geführt hat, war erfolgreich. Der Stadtrat hat (gegen die CDU) dem Begehren zugestimmt. Dass dies auch die FDP (Koalitionspartner der CDU und normalerweise nicht dermaßen demokratisch) getragen hat, ist eine positive Entwicklung.
So bleibt uns ein Bürgerentscheid erspart, ist dieser doch eine riskante Angelegenheit:
2001 (glaube ich) gab es einen Bürgerentscheid, der zwar abgehalten wurde, an dem aber schließlich kaum einer teilnahm (wodurch kein gültiger Beschluss herauskam). Einer der Gründe war meines Erachtens, dass das Zentralbad die Gladbacher ganz einfach nicht interessierte.

Das nun hätte sich hier wiederholen können – was interessieren einen Menschen aus dem nordwestlichen Hardt schließlich ein paar Sportplätze und ein Schwimmbad im kilometerweit entfernten südöstlichen Giesenkirchen?
Insofern ist es gut, dass das Bürgerbegehren durchkam und nicht erst zu einem Bürgerentscheid werden musste. Warum man nicht gleich ein Bürgerbegehren auf Bezirksebene angestrebt hat (nach NRW-Recht möglich), ist allerdings eine Frage, die man den Organisatoren noch stellen muss.

Wie gesagt: Herzlichen Glückwunsch nach Giesenkirchen!

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