Ein Preis fürs Grünfärben 0 

Grünfärben (neudeutsch: Greenwashing) nennt man es, wenn Konzerne sich einen grünen Anstrich geben, den sie in Wirklichkeit so nicht haben. Energie- und Autokonzerne machen das regelmäßig, wie man beim Klima-Lügendetektor verfolgen kann, aber alle 10 Jahre beispielsweise auch McDonalds.

Neu ist ein Preis für den unverschämtesten Grünfärber – für den man hier abstimmen kann.
Mein Favorit ist übrigens Vattenfall, die zu dne treibenden Kräften bei dem Versuch gehören, Atomkraftwerke als Klimaschutz zu verkaufen.

Die Seite gibt es leider nur in englisch und dänisch, aber immehrin lernt man so was: Freitag heisst auf dänisch Lørdag. Noch ein paar Jahre im Internet und ich kann jede Sprache aus zufällig gesammelten Fetzen zusammenlernen.

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Schweinskram 0 

Ist aber auch ein Schweinskram, diese Schweinegrippe.
Aber immerhin verraten große Epidemien auch immer etwas über die Gesellschaft, auf die sie treffen. Das ist meistens ziemlich langweilig, diesmal aber neigt es ins Abstruse:

So sollte man meinen, dass Juden kein Problem damit haben sollten, wenn eine Krankheit nach etwas unkoscherem benannt wird. Doch weit gefehlt:

Bereits am Montag hatte das israelische Gesundheitsministerium gegen die Bezeichnung Schweinegrippe protestiert. Dies sei eine Beleidigung für Juden und Muslime, da in beiden Religionen Schweine als unreine Tiere gelten

Heisst das, es gibt koschere und unkoschere Krankheiten? Das ist eine ganz neue Dimension von Religionsauslegung – gute Menschen sterben an koscheren Krankheiten wie Cholera, schlechte kriegen Schweinepest.

Locker mithalten in Sachen hypocerebrale Motivationsdarlegung (vulgo Bullshit) kann die EU, die mit dem Vorschlag „Neue Grippe“ (die nächste heisst dann „Ganz Neue Grippe“?) kommt, da Schweinegrippe der Schweinefleischindustrie schaden könne.
Was einhergeht mit einer Aussage von Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou, der Verzehr von Schweinefleisch sei sicher, „vorausgesetzt, es ist gekocht“. Igitt, wer isst Schweinefleisch denn gekocht (ausser Briten)?

Über die arabischen Staaten erfährt man bei Telepolis:

Das ägyptische Gesundheitsministerium hat schon einmal die Schlachtung aller Schweine im Land angeordnet[…]. Andere muslimische Länder haben zumindest ein Einfuhrverbot von Schweinefleisch verhängt. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben auch den Verkauf und das Kochen von Schweinefleisch verboten.

Ähm, in welchen Mengen wurde vorher bitte Schweinefleisch in die muslimischen Staaten eingefürt und was sagt das über die Glaubensfestigkeit (um mal ein positives Wort zu nutzen) der dortigen Muslime aus?
Könnte es am Ende sein, dass unser klischeebeladenes Bild dieser Länder falsch ist (schockschwerenot).

Ich empfehle unterdessen ein Spielchen:

heyzap.com – embed games

Pro Ethik [Nachtrag] 0 

Fast hätte ich das übersehen: Heute ist ja in Berlin die Abstimmung zum Status des Religionsunterrichtes.
Also, alle die sich mit mir einig sind bitte in die Wahllokale und abstimmen: Religion hat in einer Bildungsanstalt wie der Schule nichts verloren. Das sollen die Kirchen doch bitte in ihren eigenen Gebäuden machen – und die Eltern, wenn sie auf derlei Mumpitz Wert legen.

[Nachtrag] Sehr hübsch. Brave Berliner!

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Припять 1 

Припять (Pripjat‘ oder Pripyat) war einst eine der luxuriösesten Städte der Sowjetunion. Mit 50.000 Einwohnern großstädtisch angelegt aber ohne die Probleme einer zu großen Bevölkerung und mit zahlreichen Freizeitstätten ausgestattet ein attraktiver Ort.
Für die Dinge des alltäglichen Lebens war gesorgt darunter Strom. Immehrin hatte man direkt nebenan eine große, von der sowjetischen Politik für absolut sicher befundene Energiequelle: Ein Atomkaftwerk.

Чернобыльская АЭС – AKW Tschernobyl.

Leider konnte ich nicht auf der gestrigen Demo sein, daher sei auf diesem Wege daran erinnert: Heute ist der 26. April.

1. April 0 

Okay, ums kurz zu machen: Ich habe keinen Bock auf den Schwachsinn. Die BBC macht jedes Jahr einen guten und amüsanten Aprilscherz (die ins warme fliegenden Pinguine 2008 waren großartig), der Rest ist einfach nur sinnbefreit und störend.
Deshalb einfach nur eine Liste von Nachrichten, bei denen jetzt jeder für sich entscheiden darf, ob sie (frühe) Aprilscherze sind oder nicht:

Youtube sperrt Musikvideos weil die GEMA den Schlund wieder nicht vollkriegt
mE realistisch, immerhin schafft es niemand effektiver, die Musikindustrie lückenlos zu beseitigen als die GEMA

Tatsächliche Umweltprämie für Fahrräder

Heute abend ist Sitzung des Studierendenparlaments an der Heine-Uni. Heute. Ich freu mich schon… -.-

Effektives Ausrotten leichtgemacht 0 

Niedlich, oder? Aber leider auch überaus problematisch: Das Grauhörnchen ist eine amerikanische Baumhörnchenart und quasi das dortige Gegenstück zum Eichhörnchen. Nur wurde das Grauhörnchen vor einigen jahren in England eingeschleppt und entwickelt sich dort zunehmend zum Problem für Artenschützer – es verdrängt das bekannte rote Eichhörnchen zunehmend aus den Wäldern, weswegen Naturschützer dafür plädieren, den Neuling in Großbritannien auszurotten.
Das ist eine alte Diskussion, auf die ich mich andernzeits vielleicht mal einlassen werde.

In den 90ern gab es ähnlich große Probleme mit einer Caulerpa (eine Algengattung) im Mittelmeer. Damals hatte ich den Vorschlag, aus den Algen Papier zu machen – denn was rottet Spezies effektiver aus als die kommerzielle Nutzung?
Tatsächlich sterben kommerziell für Fleisch und Industrieprodukte ausgebeutete Tierarten recht oft aus, wenn sie nicht vorher domestiziert werden. Hingegen sind fast alle gezielten Versuche, eine Art lokal auszurotten gescheitert (die Ausnahme sind die großen Raubgreifer Europas und Australiens).

Das ist auch den Briten nicht entgangen und ihre Lösung für das Problem sieht entsprechend aus.

Ein paar Errata noch zum verlinkten Tagesschau-Beitrag: Die heissen Grauhörnchen, nicht „graue Eichhörnchen“ und Vögel fressen sie auch genausowenig wie unsere heimischen Eichhörnchen.

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Untergang des christlichen Abendlandes 0 

Yes! Das Tanz- und Musikverbot an christlichen Feiertagen (auch in Deutschland in vielen Ländern wie NRW formell gültig), mit dem die Christen meinen, allen anderen das Feiern verbieten zu könen, ist in Luzern gefallen:

Der zentralschweizerische Kanton Luzern hat nach mehr als 500 Jahren das Tanzverbot an Feiertagen abgeschafft.
LUZERN – Mit einer hauchdünnen Mehrheit von 51 zu 50 Stimmen kippte die Ratsversammlung des mehrheitlich katholischen Kantons am Montag das Verbot, wie die Schweizer Nachrichtenagentur SDA meldete. Die Grünen-Abgeordnete Katharina Meile, die den Vorschlag eingebracht hatte, erinnerte an die Trennung von Kirche und Staat. Es sei paradox, dass es Diskotheken zwar erlaubt sei, Musik an Feiertagen zu spielen, es aber verboten sei, dazu zu tanzen. Dagegen argumentierten Vertreter konservativer Parteien, dass es unbegreiflich sei, dass nicht an sechs Tagen im Jahr die Ruhe respektieren werden könne.

Volltext hier, Mehr zum Tanzverbot bei den Laizisten.

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Es grünt… 0 

Bei der letzten Bundestagswahl war es noch eine Sensation: Die Grünen haben in berlin in einem Wahlkreis einen Direktsieg erringen und dadurch Christian Ströbele direkt in den Bundestag bringen können.
Das war bemerkenswert, da dadurch die Grünen erstmals in einem Wahlkreis größte Partei wurden. Und: es ist wieder passiert. Nur war es diesmal eine Landtagswahl und keiner hat es gemerkt.

Die Wahlkreisgrafik des Spiegel zeigt es klar: Frankfurt/Main Ost ist an die Grünen gegangen.
Ganz klar ein gutes Signal für die kommenden Wahlen 2009.

Ich drücke uns ganz doll den (grünen) Daumen.

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