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Haus ohne Bücher 0 

Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seine Böden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken

Wann um Himmelswillen man einen Blogbeitrag mit Hermann Hesse anfängt? Nun, hauptsächlich, wenn man zum Setzen einer Stimmung ein gutes Zitat über Bücher braucht. Aber setzen wirdoch mal eine andere Stimmung, bevor ich zum Punkt komme:

Das Ende des Stern-Verlags im Düsseldorfer Karneval 2016


Zu Amazon später mehr. Das ist eine gerne mit Pieken malträtierte Windmühle, deren Bekämpfung an den wahren Problemen vorbeigeht.
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Kuckt mehr Bilder! 0 

Bilder anzuschauen genießt einen schlechten Ruf im Bildungsbürgertum. Das gilt insbesondere für Statistiken, denen der Ruf anhaftet, ohnehin alle gefälscht zu sein. Doch oft ist die Statistik das Beste am ganzen Artikel. Das ist mir zuletzt bei mehreren Artikeln massiv aufgefallen. Daher nun ein kleiner Ausflug in die Wahrheit von Grafiken, die der Text so nicht zeigt.

Quelle: tylervigen.com

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eBook-Wiederbelebung nach fünf Jahren 1 

November 2011 begann ich meine eBook-„Karriere“ mit einem kurzen Ratgeber: Dieses Cover ist Müll! Lernen Sie, warum hieß er, ein Buch über das Coverdesign für eBooks angesichts der damals im deutschsprachigen Raum grade erst beginnenden eBook-Welle.
Sicher eine seltsame Wahl für ein Erstlingswerk, aber so kam es damals halt, weitere Titel folgten im Jahr danach und seitdem immer mal wieder.
In letzter Zeit überlegte ich,was ich mit dem alten Buch machen sollte. Es war fraglos veraltet und Verkäufe waren längst nicht mehr so pralle, ich dachte daran, es aus dem Verkauf zu nehmen. Doch es kam anders. Im Dezember 2016 kam eine eMail von Amazon, ob ich grundsätzlich zustimmen würde, wenn Amazon den Preis des Titels für eine kurze Zeit im Rahmen einer Aktion heruntersetzen würde. Als mein einziger Amazon-exklusiver Titel in Deutsch kam dafür nur dieses meiner Bücher in Frage. Ich stimmte zu und Ende Januar kam die Mitteilung von Amazon, das Buch würde vom 1. bis zum 8. Februar (jeweils 12:00 Uhr mittags) auf 0,89 € runtergesetzt.

Aktualisierung

Beispielseite aus dem Buch mit leicht veraltetem Text zur Gestaltung der Perry-Rhodan-Serie

Beispielseite aus dem Buch mit leicht veraltetem Text zur Gestaltung der Perry-Rhodan-Serie

Das brachte einen gewissen Druck mit sich. Dieses Cover ist Müll! sollte eigentlich schon letztes Jahr aktualisiert werden, eines der Opfer des Computercrashs vom Februar. Wie gesagt, es ist in den letzten fast fünf Jahren merklich veraltet. Beispielsweise empfiehlt das Buch die Website Elfwood, die 2014 abgeschaltet wurde. Links ist ein Beispiel, das die Gestaltung der Serie anspricht. Diese ist inzwischen deutlich verändert worden.
Also habe ich das Buch die letzten zwei Tage überholt. Einige Informationen tauschte ich aus, andere beließ ich, etwa die Ausführungen zu Perry Rhodan, da diese von ihrem Alter nicht negativ beeinflusst wurden. Zugleich überholte ich die Sprache an vielen Stellen, wenn auch nicht systematisch im ganzen Manuskript. Mir fiel auch auf, dass ich im ursprünglichen Text viele Dinge angedeutet, aber nicht weiter ausgeführt habe und ergänzte nun entsprechende Textstellen.
Es war wichtig, das Buch bis zum 1. Februar in Form zu bringen. Zwar hat die bisherige Version hervorragende Bewertungen, aber ich will dennoch nicht mit einem so offensichtlich veralteten Titel aufwarten. Die Aktion ist ja letztendlich auch Werbung für mich und meine anderen Titel, selbst wenn diese vergleichsweise wenig mit diesem etwas aus der Reihen tanzenden Buch zu tun haben.
Wahrscheinlich werde ich das Buch dieses Jahr ein weiteres Mal angehen, um ein paar Inhalte zu ergänzen. So wollte ich zum Beispiel ein Kapitel darüber ergänzen, auf welche Signale unser Gehirn und Auge besonders schnell reagieren und wie man das im Coverdesign berücksichtigen kann. Dafür war nicht genug Zeit, as wird also mit einer späteren Aktualisierung nachgereicht werden müssen.

Fazit

Die überraschende Aufnahme dieses Titels in eine Amazon-Aktion ist ein gutes Beispiel für mehrere Erkenntnisse, die eBook-Autoren immer im Hinterkopf behalten sollten, vor allem bei Sachbüchern:

  1. Ein Buch kann jahrelang fast ruhen, bevor es plötzlich wieder relevant wird, man sollte es also nur mit gutem Grund aus dem Verkauf nehmen und schlechte Verkäufe sind kein guter Grund
  2. Sachbüchern droht beständig die Veraltung, regelmäßige Überprüfung der Inhalte erhöht deutlich ihre Langlebigkeit
  3. Du weisst nie, welche (positive) Überraschung morgen in deinem Postfach auftauchen kann und wann Gelegenheiten auftauchen
  4. Manche eBooks sind ganz einfach nie fertiggeschrieben

cover-mullOder zusammengefasst in einem Satz und einem halben: Es lohnt sich, seinen alten Sachen hin und wieder einen frischen Anstrich zu verpassen. Oder auch mal eine Grundsanierung.

Diese Cover ist Müll! Lernen Sie, warum ist ab sofort bis zum 8. Februar 12:00 Uhr mittags für 0,89 € statt 2,99 € exklusiv bei Amazon erhältlich (oder kostenlos in der Ausleihe für alle mit Amazon Prime).

Das wird 2017 0 

Auf den Jahresrückblick 2016 folgt natürlich der Jahresausblick 2017. Hoffen wir einfach, dass die Musik diesmal nicht ein paar Stunden später von Youtube verschwindet. Oh, und dann muss noch ein Bild für die Linkvorschauen sein. Okay, wir können anfangen.

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2017

Thema: Netzwerk

Hier geht es um eine Fokussierung eines Trends, der 2016 begonnen hat. Verstärkte Vernetzung nicht nur in der Politik, sondern vor allem auch unter Autoren, lokal wie international. Ich habe Ende 2016 gemerkt, dass dies nicht nur ein Selbstzweck ist, sondern auch mit der Motivation und Kreativität hilft. Es gibt eine 2016 nicht umgesetzte Idee in dieser Richtung, für die ich nun endlich eine gute Grundlage habe, ein gemeinsames Projekt Gladbacher Autoren. Das werde ich im Februar anstoßen (weil ich das Autorentreffen im Januar wegen anderer Termine auslassen muss) und deute es jetzt nur an, um es nicht in einem Nebensatz eines Jahresausblicks untergehen zu lassen. Ein gemeinsames öffentliches Auftreten der lokalen Autoren ist mir schon länger ein Anliegen, weswegen es auf meiner Bücherseite bei den Empfehlungen ja auch einen Abschnitt mit Büchern aus der Stadt und ihrer Umgebung gibt.
Ein erstes Ergebnis verstärkter Vernetzung wird Ende Januar ein Beitrag in einer Trump-Parodie-Anthologie sein, ein Projekt, an dem ich viel Spass habe.
Und damit geht es weiter zu:

Ausverkauf

Meine erste vollständige Buchübersetzung ist in Arbeit, ich werde dies 2017 durch weitere ergänzen, darunter hoffentlich auch kreative Projekte (der Erstling ist ein Kochbuch). Aber das ist letztlich nur der Broterwerbsteil der kreativen Arbeit.
Was sehr gut funktioniert, sind Kurzgeschichten. Das werde ich 2017 verstärkt nutzen: Ich beabsichtige, jeden Monat eine Kurzgeschichte zu veröffentlichen – nicht schreiben, veröffentlichen. Und damit meine ich, in professionellen Kanälen wie Zeitschriften und Anthologien, Veröffentlichung im Blog zählt nicht. Das bedeutet natürlich ein entsprechendes Volumen an Geschichten, aber Kurzgeschichten gehen einfach viel leichter von der Hand als Romane, selbst wenn sie zusammengenommen genau so viele Wörter umfassen wie mehrere Romane. Vieles davon wird in eine weitere Sammlung gehen: Die Nachfolgesammlung zu How to Sing Butterflies wird den Titel How the Rain Gets in tragen, daneben plane ich eine Sammlung von weihnachtlicher Sciencefiction und Fantasy für den November, erhältlich in Deutsch und Englisch auf Papier und elektronisch. Ich habe da über die Jahre schon einiges geschrieben, das ergänze ich bis zum Herbst mit neuen Beiträgen.
Das andere, was sich sehr gut schreiben lässt, sind Sachbücher. Ich habe den ersten Band von Fiction Science 2015 in sehr kurzer Zeit geschrieben und danach keine wirklich gute Idee für einen zweiten Band gehabt. Nun, inzwischen hatte ich eine, auch wenn es diesmal keine passende Filmpremiere im laufenden Jahr geben wird, an die ich es anheften kann. Rechnet im Sommer damit.
Mein 2016er Projekt, die Meilensteine der Evolution abzuschließen, wurde durch den Tod meines Computers im März gestoppt, doch inzwischen konnte ich die Daten wiederherstellen. Damit einher gehen große Veränderungen für die Serie es wird keine zehn Bände mehr geben, sondern vier, die dafür um so umfangreicher sind. Die bisherigen Bände werden in die neuen integriert, Käufer der alten Bände sollen die neu konzipierten Teile der Serie als kostenloses Update erhalten. Das ist dann das Buchprojekt fürs Frühjahr.
Abschließen will ich auch die Zero-Waste-Reihe Less Litter Lifestyle im Blog mitsamt dem zugehörigen Buch. Ein Kochbuch-Projekt ist so gut wie fertig, dafür fehlen hauptsächlich noch die Fotos.
Ich habe inzwischen gelernt, dass ich für Romane besser keine Ankündigungen mache. Es gibt ein paar Projekte, aber welche davon 2017 veröffentlichungsreif werden, will ich nicht mehr voraussagen. Momentan sind die Titel Sünde, Boy, Ètrenne und Neanderthalensis in unterschiedlichem Fortschritt auf meinen Festplatten (ja, ich habe nach dem März-Desaster mehrere), aber wie weit diese 2017 kommen, wer weiss. Mein Fokus ist 2017 mit voller Absicht auf den kleineren, schneller umsetzbaren Projekten.

Ein anderes Vorhaben aus 2016, das untergegangen ist, war die Veröffentlichung von Hörbuchversionen meiner Kurzgeschichten auf Youtube. Auch hier habe ich das bisher erstellte Material wiederhergestellt und kann 2017 damit weitermachen.

Portfolio

Und damit in die andere Ausrichtung meiner kreativen Vorhaben: Eine breitere Fächerung der Formen, mit denen ich arbeite. Viele meiner Ideen fallen schlichtweg nicht in den Bereich des geschriebenen Wortes und ich will meine Fähigkeiten trainieren, auch in anderen kreativen Bereichen zu arbeiten.
Ich habe 2016 meine Fähigkeiten mit Fotos und Bildbearbeitung deutlich verbessern können. Ich hoffe, das 2017 im Bereich des Zeichnens/Malens (digital, da kann man Fehler besser rückgängig machen ;-) ) fortführen zu können. Ob ich in Jahresfrist etwas Vorzeigbares produzieren kann, werden wir sehen, ich bin da vorsichtig, da ich weiss, wie viel Übung in ein gutes Bild einfließt, bevor es so einfach aussieht, wie einige Künstler es aussehen lassen.
Aber die Ideen sind da und ich will sie umsetzen. Und dafür brauche ich die entsprechenden Kenntnisse.

Sonstiges

Ich werde mich 2017 verstärkt als Übersetzer betätigen. Dazu gehört neben den bereits genannten Buchübersetzungen auch ein ab morgen verfügbarer Fiverr-Gig zum Übersetzen von Rezepten, eine Dienstleistung, mit der ich inzwischen umfassende Erfahrungen gemacht habe und in der ich bei all den schlecht übersetzten Rezepten, die überall rumfliegen, eine echte Lücke sehe.
Und dann ist da noch die Politik. Zwei Wahlkämpfe sind da nur die Spitze des Eisberges, es wird für mich politisch 2017 einiges zu tun geben.
Oh, und ich plane, dieses Jahr umzuziehen, etwas mit deutlich mehr Platz für meine ganzen Ideen und Experimente.

Und nun entschuldigt mich. Ich habe einen Berg abzugraben und dafür einen Teelöffel aus der Küchenschublade mitgebracht. Und ich habe schon angefangen.

Das war 2016 0 

Okay, es ist der 31. Dezember und damit Zeit für den Jahesrückblick. Und es war ein Jahr, in dem man gut sehen konnte, wieso Jahresrückblicke nicht vor dem letzten Tag geschrieben werden sollten. Ich meine, Carrie Fisher und ihre Mutter starben beide in der Woche zwischen Heiligabend und Neujahr. Liebe Fernsehsender, nehmt euch einfach an mir ein Beispiel: Jahresrückblicke gibt es ausschließlich am 31. Dezember.
Nun, da das klargestellt ist, weiter zum Rückblick auf mein 2016. Mein öffentliches 2016, den Rest erfahren jene, die es etwas angeht. Andernorts. Vielleicht. Wenn sie fragen. Vielleicht. Aber jetzt erstmal Musik und dann weiter im Text.

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Weg ins Fahrradies

Das Jahr begann mit einem Fahrradtransport, als ich am 2. Januar meinen Eltern half, ein Dreirad aus einem Dorf am tiefsten Niederrhein (oder ist Gronau schon Münsterland?) abzuholen, also kann ich auch mit den Rädern weitermachen. Es war ja auch mein erstes Jahr mit Liegerad.

Ausschnitt aus der Fahrraddemo Sternfahrt Düsseldorf 2016 mit verschiedenen Rädern und Fahrern, im Vordergrund der Autor des Blogs

Entspannt, cool und ein tolles Fotomotiv: Ich in Düsseldorf – Bild: Zoe Duisberg/ADFC NRW

Trotz einiger Reparaturen, die anfangs nötig wurden und einer gebrochenen Schraube, die zu weiterem Reparaturbedarf führte muss ich sagen: Ich bin zufrieden. Das Gefährt brachte mich zu den Sternfahrten des Jahres in Düsseldorf und Mönchengladbach (Köln übersprang ich trotz anderer Absichten wegen des Wetters), aber auch zu meinen Touren ins Braunkohlenrevier und auf der längsten Tour des Jahres zu einer Tihange-Demo in Aachen.
Das Fahren ist nach kurzer Eingewöhnung angenehm und schnell, nur die Rennhaken an den Pedalen waren mehr lästig als hilfreich und so lernte ich sie praktisch sofort zu ignorieren. Als kleinen Bonus konnte ich dank der hohen Lage der Beine mehrmals trockenen Fußes recht tiefe Pfützen durchqueren. Das war natürlich keine Absicht aber wenn der Radweg bei Aachen plötzlich unter der Landstraße durchführt, um die Seite zu wechseln, macht man daran nach einem Wolkenbruch recht wenig.
Wie erwartet teilt sich das Liegerad nun mit meinem alten Mountainbike die Aufgaben. Das MTB zieht Lasten und trät mich, wenn ich einen Rucksack brauche, das Liegerad übernimmt die längeren Strecken und Tagesausflüge. Was nicht heissen soll, dass der Lieger nicht ebenfalls einiges an Transportvolumen hätte, was ich im August ausprobieren konnte, als mir auffiel, dass bei einem Stand in Neuwerk alles bereits im Vorfeld vor Ort gebracht war, ausser dem Tisch. Das hat übrigens überraschend gut funktioniert, als wäre der Tisch dafür gemacht.
Liegefahrrad mit einem mit Kabelbindern daran befestigten Klapptisch

Mein Beitrag zum Wikipedia-Eintrag für das Stichwort Eleganz

Die andere Option für die Überschrift dieses Abschnitts wäre übrigens Road to EldoRADo gewesen. Schätzt euch glücklich.

Schrifstellerei und so

Cover of How to Sing Butterflies How to Sing Butterflies DX Edition2016 war kein so produktives Jahr, wie ich mir das gewünscht hatte. Ein großer Teil davon war das, was ich als „Unglück des 11. März“ im Gedächtnis behalten werde. An diesem Tag kam es auf meinem Laptop zu einem umfassenden Festplattenausfall, ausgelöst durch einen Systemabsturz,der wiederum auf einen Absturz von Flash zurückging. Ich hatte kein aktuelles Backup und tatsächlich grade erst mein letztes Backup auf genau diesem Rechner zwischengespeichert. Das war eine ziemliche Katastrophe.
Nun, ich habe dennoch eines meiner anvisierten Projekte zum Abschluss bringen können. Die englische Sammlung How to Sing Butterflies vereint den Großteil meiner Kurzgeschichten in einem Band, von dem zwei Varianten erschienen sind: Eine Standardausgabe mit den Geschichten und eine DX-Ausgabe, ergänzt um Hintergründe zu jeder Geschichte. Ich zähle einige der Kurzgeschichten wie die Titelgeschichte und Sleeper Hit derzeit als meine besten kreativen Arbeiten.
Eine dieser Arbeiten schaffte es dann auch 2016 in meinen ersten Beitrag in einer Anthologie, wobei die Auswahl schon 2015 getroffen wurde. Die Indies Unlimted 2015 Flash Fiction Anthology enthält 52 Geschichten mit je bis zu 250 Wörtern. Flash Fiction ist nicht einfach, aber eine sehr willkommene Herausforderung. Bei mir funktioniert das üblicherweise so, dass ich einen spontanen Gedanken habe und den dann umsetze um selbst zu schauen, was daraus erwächst. Kombiniert mit der Kürze des Formats, welches zu einer sehr bewusst gewählten und dichten Sprache führt, eine sehr schöne Literaturform sowohl zum Lesen als auch zum Schreiben.
Mein Beitrag in dieser Anthologie war Delayed Vengeance, eine für mich eher untypische, weil vollkommen in der Gegenwart verhaftete Geschichte um einen Polizisten und seine Pensionszeit auf einem Kreuzfahrtschiff. Sie ist in beiden Sammlungen erschienen, in denen ich dieses Jahr vertreten war.
Im Dezember folgte der Veröffentlichung dieser Anthologie eine Papierausgabe, meine erste Veröffentlichung auf Papier, wenn man redaktionell de facto nicht bearbeitete Fanzines ignoriert.
Eine SF-Weihnachtskurzgeschichte schaffte es nicht in die Anthologie, für die ich sie geschrieben habe. Sie wird 2017 gute Verwendung finden. Eine weitere SF-Weihnachtskurzgeschichte verfasste ich diesen Monat für eine Blogparade im englischen Blog, auch sie wird nächstes Jahr eine weitere gute Verwendung finden.

Zum 1. Mai beendete ich das (vor allem für Twitterverhältnisse) langjährige Projekt eBooks für lau. Es war mein erfolgreichstes Internetprojekt seit dem Exergaming-Blog Sporle & Co. im letzten Jahrzehnt, aber irgendwann war seine Zeit dann vorbei. Es wurde zunehmend schwieriger, das Verlinken kostenloser eBooks wirtschaftlich tragbar zu halten. Andere Plattformen wie XTME begannen, auch runtergesetzte Angebote bezahlter Bücher zu verlinken, das aber war in diesem Twitterkonzept schwieriger, da jeder Link für sich selbst stand. Und so beendete ich eBooks für lau nach fast fünf Jahren. Letztlich war es einfach an der Zeit.

Das Jahr endet schriftstellerisch mit dem ersten Auftrag, ein komplettes Buch aus dem Englischen zu übersetzen. Mehr oder weniger schriftstellerisch, es handelt sich um ein Kochbuch für Schmortöpfe. In einer besonderen Premiere ist das mein erster Vertrag mit Partnern auf drei Kontinenten (Nordamerika, Europa, Asien) – auch mal was neues.
Diese Übersetzung seht ihr dann 2017.

2017 deutet in diesem Bereich mit meinem ersten Besuch eines Autorentreffs in Mönchengladbach an, etwas, was ich weiterführen will. Es sieht nach diesem ersten Mal so aus, als würde das auch meiner Produktivität helfen. Ich muss sowieso wieder mehr im deutschsprachigen Raum machen.

Etwas anderes im kreativen Bereich war dann noch die Bildgestaltung. Ich habe mich zwischendurch daran versucht, mal ein Bild gezielt auf die sozialen Medien ausgerichtet zu erstellen, statt den jeweiligen Text einfach als Text zu schreiben. Hier die Ergebnisse.

Tatsächlich extrem entspannend

Tatsächlich extrem entspannend

Ich mag Füchse und das Original dieses Liedes war gemein zu ihnen

Ich mag Füchse und das Original dieses Liedes war gemein zu ihnen

Von solchen Experimenten wird es in Zukunft mehr geben.

Politisch immer voran

Dass es 2016 mehrmals galt, bei Aufmärschen rechter Gruppen und Bündnisse Flagge zu zeigen, darauf hätte ich gern verzichten können, aber leider war 2016 ein großes Jahr für den politischen Rückschritt. International wie national war es 2016 überaus frustrierend, als Politiker im linken Spektrum zu stehen. Ich bin dieses Jahr müde geworden, immer das Schlechte zu bekämpfen.
Glücklicherweise gab es aber auch noch andere Anlässe für Demos. Okay, glücklicherweise ist hier nicht ganz richtig, aber ihr wisst, was ich meine. Tihange hatte ich ja schon erwähnt, Garzweiler II war ebenfalls ein sehr präsentes Thema. Die beiden Infostände gegen Massentierhaltung vor Lidl-Filialen in Rheydt und Gladbach waren aber sehr angenehm und effektiv.
Im Gegenzug ist es mir wichtig geworden, das Gute zu fördern und mich dafür einzusetzen. 2016 trat ich bei den Fachgruppen (Landesarbeitsgemeinschaften) Verkehr und Säkulares der Grünen NRW bei, um auf Landesebene aktiv daran arbeiten zu können. Das gipfelte vorerst am ersten Dezemberwochenende auf dem Landesparteitag in Oberhausen, mit dem ich sehr zufrieden bin (hinter dem Link: Eine lange Liste von Forderungen, die wir aus Mönchengladbach ins Landtagswahlprogramm der Grünen einbringen konnten).
Zufrieden war ich zuvor auch mit der Podiumsdiskussion zum Radverkehr in Mönchengladbach, veranstaltet vom ADFC. Hier konnte ich unter Beifall mein Ansinnen vorstellen, Mönchengladbach zu einem wichtigen Knotenpunkt eines landesweiten Radschnellwegenetzes zu machen, das sich nun ja auch in allgemeinerer Form im Landtagswahlprogramm wiederfindet. Hier im Blog brachte ich dazu innerstädtisch ein vielleicht etwas utopisch anmutendes, aber dankbar diskutiertes Konzept ein.

Exkursion an den Braunkohlentagebau Garzweiler II

Heute noch stehen wir am Abgrund, doch morgen schon sind wir einen Schritt weit… äh, Moment mal

Abseits der Parteipolitik gab es dann noch ein Gartenprojekt. Ein Bürgergarten in meiner Nachbarschaft. Doch auch wenn ich mich sehr freue, kommen die Unterschriftsberechtigten nicht so richtig in die Hufe mit den letzten Details zum Pachtvertrag. Das ist eien seltsame Mischung aus Begeisterung und Enttäuschung, aber noch läuft der Prozess. 2017 muss das was werden,momentan sieht es immer noch so aus wie im Sommer, nur halt winterlicher.
Obstwiese an einem Hang

Ackerdistel Hugo und seine Freunde

Weiter im Blog

Vergleich der Gestaltung des Blogs von Mitte 2015 bis Ende 2016

Ein Blog, zwei Jahre

Möglicherweise habe ich etwas zu viel am Blogdesign rumgeschraubt, aber das Ergebnis ist ein perfekt auf meine Bedürfnisse zugeschnittenes, einmaliges und ennoch schlichtes Design mit ein paar hübschen Finessen. Das einst in meinen Augen recht hässliche Blog hat sich zu einem modernen Stück Internet entwickelt, in dem übrigens so gut wie alles ohne spezielle Skripte umgesetzt ist.
Für das letzte Beispiel habe ich einen anderen Beitrag ausgewählt, um meinen veränderten Umgang mit Bildern zu betonen. Jeder Beitrag hat inzwischen auf den ersten Blick ein Bild oder ein Video eingebettet, damit es nicht mehr nach trostloser Buchstabenwand aussieht. Das hat auch den Effekt, dass es in den sozialen Netzwerken ein schöneres Vorschaubild gibt.
Die Reihe Less Litter Lifestyle ist gestalterisch als Experiment gestartet, gezielt Pinterest anzusprechen und zugleich das Design des Blogs auch für andere Medieninhalte zu verwenden.
Ich glaube, damit ist das Blog nun so gut wie fertig. Es ist vor allem auch bereit für meine Pläne für 2017. Doch dazu morgen mehr.

Soweit die großen Dinge. Es gibt viele kleine Dinge, viele persönliche Dinge. Menschen, die ich getroffen habe, Dinge, die ich erlebt und gelernt habe, vieles, von dem ich glaube, dass es nicht in dieses Blog gehört oder wenigstens nicht in einen Jahresrückblick. Ich war nicht so produktiv, wie ich von mir selbst erwarte, aber das bedeutet in keinster Weise ein Jahr, in dem nichts geschehen ist. Ich könnte jetzt eine Diaschau mit mehreren hundert Fotos aus 2016 starten. In keinem Jahr zuvor habe ich je so viele Fotos gemacht.
Es war für mich auch ein Jahr vieler Vorbereitungen für ein aufregendes Folgejahr. Privat, beruflich, politisch.

Wir sehen und morgen zum Ausblick auf 2017. Esst bis dahin mal wieder was Gesundes. Macht euch einfach einen Smoothie mit eurem Lieblingsobst und Nüssen. Bis bald!

Eine Tüte Jellybeans und Rumkugeln vor einem Küchenmixer

Bestes Rezept meiner Sammlung. Mit Abstand. Und 2016 ganz allein ausgedacht!

Die Pseudonymfrage 0 

Nachtrag, 07.02.2016:Nachdem ich die Reaktionen in den sozialen Netzwerken durchgelesen habe, habe ich mich entschieden, das Pseudonym nicht zu nutzen. Die Authentizität scheint ein höherer Wert zu sein als die Einheitlichkeit. Pseudonyme sind demnach nur aus rechtlichen oder vergleichbar hohen Gründen einzusetzen. Und nun weiter mit dem ursprünglichen Beitrag:

Ein Projekt, an dem ich derzeit arbeite, ist ein Kochbuch, genauer gesagt mehr ein Kochratgeber. Worum es genau geht, verrate ich noch nicht. Wer meine anderen Buchveröffentlichungen bisher anschaut wird schnell merken, wie weit dieses Projekt aus dem Rahmen fällt, eingebettet in Sachbüchern, Science-Fiction und Fantasy. Bislang bringt das zwei wichtige Erkenntnisse mit sich:

Symbolbild (Pixabay/Public Domain)

Symbolbild (Pixabay/Public Domain)

1. Kochbücher sind komplex

In der Theorie sind Kochbücher recht simpel zu schreiben: Man nehme ein paar Rezepte, die thematisch einigermaßen zusammenhängen, füge ein paar Formatierungen hinzu und fertig ist das Kochbuch. Nur entspricht das Ergebnis nicht meinen Erwartungen an ein von mir verfasstes eBook. Wenn ich ein Kochbuch mache, dann ein vernünftiges: Mit Bildern und einer Papierausgabe mit richtig schönem Layout speziell für die Präsentation von Rezepten. Die Fotos muss ich natürlich auch selbst machen, wofür ich auch die Gerichte vorher kochen muss, was wiederum erfordert, dass ich alle Zutaten kaufe.
Das ist durchaus mehr Aufwand als bei meinen bisherigen Titeln, sowohl zeitlich als auch finanziell. Aber wenigstens kann man das Arbeitsmaterial nachher verspeisen.
Ich bin dennoch sehr gespannt, ob sich der nicht unerhebliche Aufwand bei der Erstellung eines solchen Buches lohnt.

2. Möglicherweise brauche ich ein Pseudonym

Das ist die eine Frage in dieser Sache, auf die mir keine rechte Antwort einfallen will: Brauche ich ein Pseudonym? Denn immerhin wirkt das Buch unter meinen anderen wie ein Fremdkörper. Es könnte auf manchen befremdlich wirken, Bücher so wild unterschiedlicher Art in einer Liste zu finden. Es könnte den Eindruck mangelnden Profils entstehen lassen und auch zu einer gewissen Unübersichtlichkeit beitragen. Und wer nach dem Namen sucht, um weitere Kochbücher zu finden, stößt zunächst auf eine Liste völlig anders gelagerter Titel bevor er findet, was er sucht.
Andererseits bildet ein Name einen einheitlichen Auftritt für die Bücher und vor allem stellt er einen Einstieeg dazu da, die restlichen Bücher des jeweiligen Autors schnell zu finden, wenn man mehr wissen will oder das bereits Gelesene mag.

Ich hätte sogar schon ein Pseudonym im Ärmel, indem ich meinen zweiten und dritten Vornamen ins Spanische übertrage und dazu einen an einen meinem Nachnamen ähnelnden spanischen Namen stelle. Das Ergebnis: Juan Raul Diego! Kein besonderer Grund, ich mag einfach den Klang dieser Übersetzung meines Namens.

Also, was meinen die Leser: Wenn ich ein Kochbuch herausbringe, sollte ich dies unter meinem Passnamen tun oder unter dem (offenen) Pseudonym Juan Raul Diego?

Kindle Unlimited und die Folgen 2 

Pünktlich zum Start von Jurassic World startete ich bei Amazon ein neues englischsprachiges Buch, das zugleich als Testballon für Kindle Unlimited diente. Kurz darauf veränderte Amazon das Programm grundlegend. Das macht eben diesen Testballon zu einem seltsamen Fall, denn er war eigentlich ein großartiger Erfolg. Doch ein zweiter wird nicht folgen. Aber eins nach dem anderen:

Juni 2015: Fiction Science schlägt ein

Am 11. Juni 2015 veröffentlichte ich Fiction Science 1: The Dinosaurs of Jurassic Park and Jurassic World. Das Buch über wissenschaftliche Fehler bei den Dinosauriern der Filmreihe war pünktlich zum amerikanischen Filmstart für $ 2,99 zum Kauf sowie kostenlos zur Ausleihe per Kindle Unlimited verfügbar.
Und es war ein voller Erfolg: Fiction Science 1 erreichte in mehreren Ländern (Deutschland, Großbritannien, USA) zeitweilig die Spitze der Genre-Verkaufsränge für die Kategorie Filmkritik. Es war das erste Mal, dass eines meiner eBooks in Amazons Neuheitenliste „Hot & New“ auftauchte. Der Juni brachte 53% meiner bisherigen Buchverkäufe des Jahres 2015, dazu 75% des Umsatzes. Und er machte den Juni zum ersten Monat seit 2011, in dem ich im Schnitt pro Buch mehr als einen € einnahm. Ich erzielte erstmals Verkäufe in Australien und Indien, erstmals nahm ich mehr britische Pfund und überhaupt mehr in Fremdwährungen als in Euro ein.
Einige Dinge überraschten mich: Zum Beispiel der Erfolg des in amerikanischem Englisch verfassten und einen Tag nach der relevanten Filmpremiere dort erschienenen Titels in Großbritannien.
Auch überraschte mich, dass fast genau so viele Menschen das Buch kauften, wie es liehen (im Juni, im Juli kann ich das nicht mehr feststellen, weil Amazon mir nur noch sagt, wie viele Seiten gelesen wurden aber nicht, auf wie viele Exemplare sich diese verteilen). Ich hatte gedacht, der Preis von 2,99 für ein so kurzes eBook würde Leser deutlich stärker zum Ausleihen bringen (wobei das in den USA auch passierte, aber nur dort).
Ich schätze, ich sollte nicht so viel Furcht vor dem 70%-Tantiemen-Bereich ab 2,99 haben. Wenn das Buch nur relevant genug ist, zahlen die Leute das auch für nur 45 Seiten.
Wäre das alles, ich wäre von Kindle Unlimited überzeugt und würde einige Titel speziell für dieses Programm online stellen: Kurzgeschichten, Sachbücher, alles, was relativ kurz ist und wofür Leser deshalb weniger gerne Geld ausgeben.
Doch dann:

Kindle Unlimited 2.0

Wie die meisten inzwischen mitbekommen haben dürften, bezahlt Amazon ab Juli 2015 Autoren für Ausleihen über Kindle Unlimited nicht mehr pro Buch, sondern pro gelesener Seite. Seriöse Schätzungen reichen von 0,5 Cent bis 0,6 Cent pro Seite.
Fiction Science 1 macht pro Verkauf je nach Währungskurs um die 1,60 €, die Ausleihe liegt voraussichtlich im Bereich von 1,20 € (das wird am 15. Juli klar). Der Verdienst einer vollständig gelesenen Ausleihe nach dem 1. Juli? Zwischen 23 und 25 Cent, bei weiterhin um die 1,60 € pro Verkauf.
Ich war vor der Änderung bereit, die geringeren Einnahmen von KU hinzunehmen, da ich damit gleichzeitig positive Effekte verband sowie die Erwartung, Leser zu erreichen, die das Buch sonst gar nicht kaufen würden. Dafür habe ich keine belastbaren Zahlen, aber das Risiko war mir die 40 Cent Unterschied wert. Jetzt beträgt der Unterschied einen knappen Euro. Unter diesen Umständen halte ich es wirtschaftlich nicht für rechtfertigbar, ein Buch von weniger als 300 Seiten in das KU-Programm zu stellen. Und da ich ein über 300 Seiten dickes Buch niemals Amazon-exklusiv anbieten würde, ist Kindle Unlimited damit für mich tot.

Al zu schlimm ist das für mich nicht: Fiction Science 1 war auf kurzen Hype ausgerichtet und lief auch genau so wie erwartet: Riesige Verkäufe zum Start und durch das folgende Wochenende, dann ein Absinken in der folgenden Woche und langsames Auslaufen der Verkäufe über den Juli, gefolgt von nur noch gelegentlichen Verkäufen in der weiteren Zukunft. Ich wusste vorher dass mir das Buch bereits im Juli kaum noch Geld bringen würde. Genau deshalb war es ja der perfekte Testballon.

Überm Horizont

Es gab ganze Geschäftsmodelle, die darauf basierten, kurze Werke zur Ausleihe bei Amazon zu veröffentlichen. Ich meine jetzt nicht die zuvor hier im Blog erwähnten Scamphlets/Scamletts; es gab durchaus auch legitime Kurzgeschichten, die so herauskamen. Das halbe Erotika-Genre (in das ich unter geheimem Pseudonym den Einstieg plante) auf Kindle hat von diesen Einnahmen gelebt.
Ich hätte gerne mit weiteren speziell auf KU zugeschnittenen Veröffentlichungen den Erfolg dieses Testballons fortgesetzt.
Nun, es hat nicht sein sollen und ich habe eines als wichtigstes gelernt: Wenn du eine Idee hast, setze sie um; du weisst nie, wann sie plötzlich aufhört, zu funktionieren.

Die pawlowschen Journalisten 1 

Das große Problem mit dem Journalismus ist, dass hunderte Journalisten kurzerhand von einer oder zwei Quellen abschreiben. Ich könnte mich jetzt auch darauf beziehen, dass einige sich gleich komplett neuen Quatsch aus Halbwissen zusammenbasteln, aber bei der Geschichte stimmt wenigstens die Bedrohung für die Panoramafreiheit, auch wenn der Kölner Dom zu alt ist, alsdass noch irgendwer ein Urheberrecht darauf haben könnte und daher nicht als Beispiel taugt. Nein, es steht mal wieder ein Klassiker an: Amazon.
Im Grunde ist die Sache für die hiesige Presse ja ganz einfach: Amazon ist der Scheitan und alles, was die machen, ist böse. Zum Beispiel, dass Mitarbeiter im Versandlager die Arbeit von Mitarbeitern im Versandlager machen müssen. Und dafür bezahlt werden, als wären sie nicht etwa ausgebildete Buchhändler mit zahlreichen anderen Aufgaben und Kompetenzen, sondern Mitarbeiter im Versandlager. Ja, ich weiss, Skandal!

Die Tage wurde dann erneut Stille Post gespielt und heraus kam das: „Skandal! Amazon bezahlt Autoren nach gelesenen Seiten und nicht mehr pro Verkauf!“ Das ist fast so schlimm, als würden dünne Bücher weniger kosten als dicke.

Was ist passiert?

Vergangene Woche schickte Amazon den direkt dort verlegenden Autoren eine Mail, die ankündigte, dass Ausleihen aus dem Programm Kindle Unlimited künftig nicht mehr pro Ausleihe bezahlt werden, sodern pro gelesener Seite. Die Seiten werden dazu, wie übrigens schon seit Jahren für die Angabe der Seitenzahl in den Verkaufsplattformen, über ein Standardisierungsverfahren ermittelt und mit bestimmten Positionen im Text gleichgesetzt.
Bisher wurde für Ausleihen immer der selbe Betrag gezahlt, sobald ein ausgeliehenes Buch zu mindestens 10% gelesen wurde. Der Betrag ergab sich aus einem vorher festgelegten Fond, der auf alle ausgeliehenen Bücher des Monats verteilt wurde. In Zukunft wird der Fond nicht mehr nach ausgeliehenen Titeln aufgeteilt, sondern nach gelesenen seiten, also kleinteiliger. Auf Amazons Seite ändert sich dadurch übrigens nichts, auch wenn praktisch alle Journalisten den Unsinn wiederholen, Amazon bekäme dadurch mehr Inhalt für weniger Geld; der Fond wird ja nicht kleiner, er wird nur nach einem genaueren Schlüssel verteilt.
Die meisten Autoren sind sehr froh um diese Änderung und haben lange etwas in dieser Art erhofft. Grund dafür sind die so genannten Scamphlets. Ein Scamphlet ist wertloser Schrott in eBook-Form, der so kurz ist, dass die zur Auszahlung nötigen 10% bereits beim Aufschlagen des „Werkes“ erreicht werden. Um die 1,30 € für drei Seiten nutzlosen Mist zu erhalten ist schon angenehm für die Macher dieser Masche.
Nun gefiel das den richtigen Autoren natürlich gar nicht, senkten die Betrüger doch so die Einnahmen für alle legitimen Verfasser aus dem selben Topf. Ebenso waren viele nicht grade begeistert, dass für die Ausleihe eines 1000-Seiten-Epos genau so viel gezahlt wurde wie für jene einer Kurzgeschichte. Entsprechend wurde Amazons neue Zahlungsweise allgemein positiv aufgenommen, da sie für alle deutlich gerechter ausfällt und eine sehr schädliche Betrugsmasche unattraktiv wird. Nicht wirklich schön ist, dass man jetzt vor der nächsten Monatsabrechnung nicht mal mehr schätzen kann, was einem eine Ausleihe einbringt, aber das ist schlimmstenfalls lästig.
Einige, etwa John Scalzi haben grundsätzliche Bedenken gegen das Konzept von Kindle Unlimited (KU) und das ist auch völlig legitim, hat aber nichts mit den aktuellen Änderungen zu tun.
Hinweis an dieser Stelle: Ich selbst nutze KU bei zwei Büchern. Gezielt bei Dinosaurs of Jurassic Park and Jurassic World und nebenbei bei Dieses Cover ist Müll, da bei letzterem andere Plattformen neben Amazon gerne die Erwähnung von Konkurrenz-Produkten untersagen (vor allem Apple und neuerdings Tolino) und die für KU nötige Amazon-Exklusivität somit ohnehin gegeben ist. Grade das Jurassic-Park-Buch war gezielt auf KU ausgerichtet. Ich glaube aber nicht, hier Ergebnisse untersuchen zu können – das Buch über Coverdesign geht alle paar Monate als Ausleihe weg (die Verkäufe sind leicht besser) und das Jurassic-Park-Buch wird trotz erheblichen Erfolges ziemlich sicher nur ein paar Wochen leben, solange der Film noch frisch ist und Hype erzeugt. Das bedeutet, dass sich meine eventuellen Einbußen oder Gewinne aus dieser Änderung extrem in Grenzen halten.
Normalerweise dienen solche Hinweise ja dem Bekenntnis von Eigeninteressen, aber in diesem Fall weist es meines Erachtens vor allem aus, dass ich weiss, wovon ich rede, wenn ich von KU rede.

Was wurde daraus?

Diverse Zeitungen erzählen was von einer Veränderung der Bezahlung von Kindle-Autoren, übersehen dabei aber komplett zu erklären, was genau KU eigentlich ist und dass es eben nicht um Verkäufe geht, sondern um Ausleihen. Dazu kommt etwa bei der FAZ die völlig unnachvollziehbare Behauptung, Amazon würde Geld sparen. Dass KU-Ausleihen aus einem Fond bezahlt werden dessen Höhe von der Anzahl der Ausleihen unabhängig ist, weiss man dort entweder nicht oder unterschlägt es, damit man Amazon etwas vorwerfen kann.
Nachvollziehbar ist die Befürchtung, dass Kindle-Bücher nun im Durchschnitt wieder länger und spannender werden. Was genau daran schlimm sein soll, wissen aber nur Leute, die das Wort „Hochkultur“ völlig ohne Ironie in den Mund zu nehmen vermögen.
Die Taz schießt den Vogel ab, indem sie zu erkennen gibt, den Unterschied zwischen KU und Verkäufen zu kennen, dies aber mit folgender hanebüchener Schlussfolgerung ignoriert:

Schaut man aber, wie Amazon in anderen Geschäftsfeldern operiert – seine TV-Serien auf Nutzergeschmack zuschneidet, seinen Mitarbeitern in Logistikzentren genau vorschreibt, wie viele Artikel sie pro Stunde zu versenden haben – dann scheint es nur logisch, wenn Amazon das Bezahlen-pro-Seite-Prinzip künftig massiv ausweiten würde.

Warum?

Zum einen ist Tagesjournalismus ein Eilgeschäft. Da muss man halt abschreiben und Halbverdautes möglichst schnell wiedergeben.
Zum anderen wirkt da wohl Pawlow: Amazon ist böse, da darf man dann immer das Schlimmste vermuten und dieses schlimmste dann mit Halbwahrheiten und mangelnder Recherche bestätigen. Wodurch man wiederum noch stärker dazu neigt, das Schlimmste zu vermuten. Und am Ende hat man einen Teufelskreis erschaffen, in dem sich die Vorurteile nur noch gegenseitig bestätigen. Und dank der Abschreiberei von Halbwahrheiten dreht dieser Teufelskreis überall in die selbe Richtung — das ist es dann, was viele mit „Gleichschaltung“ betiteln.
Und da ist das Problem mit dieser speziellen Form von Gleichschaltung: Sie ist im Gegensatz zu der historischen Gleichschaltung keine Absicht, sie ist ein unbewusstes Ergebnis von Stress. Der Beruf von Tagesjournalisten ist es, sich innerhalb von fünf Minuten zu jedem beliebigen Thema eine Meinung zu bilden. Und das geht ganz einfach nicht gut, denn diese Aufgabe ist nur zu erfüllen, wenn man sich dem Herdentrieb hingibt und nicht mehr nachdenkt oder gar Fakten recherchiert.
Das ist Instinkt, das ist prägung, das ist Pawlow. Pawlow aber konnte seinem Hund nur beibringen, zum Essen zu kommen. Sprechen oder Nachdenken hat er auf diese Weise nie gelernt.






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Print-on-Demand-Bedingungen im Test 0 

Letzten Monat habe ich ein wenig über meine Erfahrungen mit dem eBook-Vertrieb geschrieben. Heute möchte ich dies mit meinen Ergebnissen zu „selbstverlegten“ Papierbüchern ergänzen. Kurzfassung: Auch nach Jahren der Entwicklung ist dieser Bereich noch ziemlicher Mist. Am Ende bin ich bei ePubli gelandet.

Die Anführungszeichen im letzten Absatz haben einen Grund: Echtes Selbstverlegen bei Papierbüchern bringt erheblichen Aufwand mit sich. Als Ein-Mensch-Verlag in den Buchhandel zu kommen, geschweige denn bundesweit oder wenigstens ausserhalb des eigenen Wohnortes ist harte Arbeit, welche die meisten nie schaffen werden.
Die großen Anbieter für Print on Demand nehmen einem viel von dieser Arbeit ab. In welchem Maß, ist dabei sehr unterschiedlich. Da ich als Einzelperson diese Arbeit nicht übernehmen will, betrachte ich nur Angebote, die einen Vertrieb mit im Paket haben.
Folgendes musste ausserdem für das produkt möglich sein:

  • Marktfähiger Endpreis
  • Druck eines Taschenbuchs
  • Druck eines geklammerten Heftes (für die kurzen Bände der Meilensteine der Evolution)
  • Papierversion ohne eBook oder eBook separat möglich

Nur ein Teil der Anbieter bietet die Option Klammerheftung einzusetzen.
Referenz für alles weitere sind Printausgaben von Meilensteine der Evolution als Hefte von je 40 Seiten Umfang im Format A5.

Es geht hier nur um die Vertriebsbedingungen. Ich gehe nach dem Lesen diverser Erfahrungsberichte nicht davon aus, dass diese Anbieter in der Produktion merklich unterschiedliche Qualität hervorbringen.

Einer fliegt. Weit: Preis

Die meisten Anbieter fliegen schon beim Preis raus. Farbdruck ist praktisch nirgends wirtschaftlich möglich, also bin ich eh schon bei Schwarz-Weiss. Und dennoch…
Shaker-Media schafft es, ein 40-seitiges Heft auf beachtliche 8,90 € Verkaufspreis zu bringen. US-Anbieter Lulu schafft 3,30 Dollar pro Exemplar. Der deutsche Riese BoD schlägt einen Ladenpreis von 4,99 € vor, was hoch ist, aber akzeptabel. ePubli kann den selben Preis erreichen, allerdings schlägt ePubli bei Direktverkauf und über Amazon 2,95 € Versandkosten auf (was unerwarteterweise einen Preisvorteil für klassische Buchhandlungen bedeutet). Amazons Createspace bietet mir im Preiskalkulator keine Möglichkeit, die Bindung einzustellen und ich weiss daher nicht, ob es Klammerbindung herstellen kann. Grundsätzlich ist ein Preis von 3,99 € für 40 seiten dort grade so eben wirtschaftlich. Allerdings sind Createspace-Bücher de facto ohnehin nur bei Amazon erhältlich und das ist uninteressant.

Der Ami: Lulu

Lulu fliegt raus, weil es nach allem, was ich erfahren konnte in Europa schlichtweg nicht am Markt etabliert und hier im Versand zu langsam ist. Es ist aber ganz klar meine Wahl für den Vertrieb in der englischsprachigen Welt.

BoD will alles. Alles!

Unter der Vermutung, dass das Format „Booklett“ bei BoD ein klammergebundenes Heft meint, ist BoD der preislich günstigste Anbieter. Zwar erreicht auch ePubli einen Verkaufspreis von 4,99 €, aber bei 0,20 € geringeren Einnahmen für den Verfasser und mit 2,95 € Versandkosten auf dem Postweg.
Nur hat BoD ein ganz anderes Problem: BoD verlangt Alles oder es macht keinen Vertrieb. Lässt man dort ein Papierbuch produzieren und vertreiben, nimmt BoD sich auch die eBook-Rechte und verlangt zudem Exklusivität. Das ist ein Problem. Ich habe BoD aus gutem Grund nicht für den Vertrieb der meisten meiner eBooks gewählt – es fuscht mir dort ins Layout hinein. Hinzu kommt, dass ich eBook udn Papierbuch als unterschiedliche Dinge betrachte – ein halbwegs brauchbar gestaltetes Sachbuch auf Papier nutzt sein Medium in einer Weise, die nicht einfach so auf ein anderes Medium übertragen werden kann. Meine eBooks sind weitgehend als Fließtext gestaltet, um auf möglichst jedem Gerät in jedem Format gelesen werden zu können. Meine Papierbücher sind als Konstrukte aus mit Text gefüllten Boxen gestaltet, die ein komplexes Layout in einer Umgebung ermöglichen, die für jeden Leser identisch ist. Es sidn schlichtweg völlig unterschiedliche Gestaltungsphilosophien. Ich hatte in meiner Bewertung des ABC der Verlagssprache ein gutes Beispiel gegeben, warum unterschiedliche Ansätze für beide Medien von Vorteil sind, wenn man Lesern auf beiden Plattformen ein jeweils ideal auf sie zugeschnittenes Produkt liefern will.
Ohne eBook-Rechte druckt BoD zwar, vertreibt das Ergebnis aber nicht. Und wenn ich das will, kann ich zumindest für die Heftproduktion auch in den Copy-Shop gehen und anschließend selber tackern.

Arbeitsgerät wäre vorhanden (Bild: Amazon)

Arbeitsgerät wäre vorhanden (Bild: Amazon)


Das ist schade, denn BoD hat einen hervorragenden Buchvertrieb, nahezu auf einem Level mit dem, was ein großer Verlag kann. Aber sorry, verpflichtend die eBook-Version mit dabei zu haben ist absolutes Ausschlusskriterium in der Erstellung von Sachbüchern mit komplexen Layouts.

Bleibt ePubli

Womit ePubli bleibt. ePubli führt seltsamerweise zu Preisen, die bei Amazon höher sind als bei allen anderen Händlern, da es dort als Drittanbieter auftritt, was zu 3,00 € Versandkostenzuschlag führt. Direkt bei ePubli kommen 2,95 € drauf. Im Buchhandel kein Cent. Das ist vor allem deshalb seltsam, weil ePubli meines Wissens zur Verlagsgruppe Holtzbrinck gehört und somit eigentlich Zugriff auf die Buchhandelskanäle haben müsste, die Amazon direkt beliefern. Es mag sein, dass das Absicht seitens des Mutterkonzerns ist, um das traditionelle Verlagsmodell zu stärken.

In conclusio

Und am Ende schreibt man Abschnittsüberschriften in Latein und muss feststellen: Papierbücher in Print on Demand anzubieten ist weniger ein Vertriebskanal als ein Sonderservice für Leser, die gedruckte Werke bevorzugen. Alle Anbieter haben erhebliche Mängel und so landet man letztendlich weniger beim besten als vielmehr beim am wenigsten schlechten Anbieter. Da ist definitiv noch Luft nach oben.

Wo veröffentliche ich meine eBooks am besten? 1 

Eine der schwierigsten Fragen für jeden, der selbst eBooks rausbringen will, kommt gleich zu Anfang dieser hoffentlich glorreichen Karriere: Wo verkauf ich die überhaupt? Es gibt ja inzwischen viele Optionen und auch wenn Amazon die größte ist, will man doch auch andere Kanäle erreichen. Vor allem in Deutschland, wo Kindle-Konkurrent Tolino inzwischen fest etabliert ist und auch über den Buchhandel versorgt wird.
Die Antwort auf diese Frage zu finden ist eine lange Suche, zumal sie sich auch immer wieder verändert. Neue Plattformen tauchen auf und verschwinden, alte verändern sich auf verschiedenste Weisen. Daher ist keine Antwort endgültig.
Als Hilfe für Neueinsteiger will ich dennoch kurz vorstellen, wie ich nach mittlerweile vier Jahren Suche und Erfahrungen meine eBooks vertreibe und warum ich die Plattformen gewählt habe, die ich gewählt habe.

Der Riese: Amazon

Da besteht gar keine Diskussion, Amazon ist so groß, den kann man nicht auslassen. Sofern man nichts anderes einstellt, vertreibt Amazon alle hochgeladenen eBooks weltweit. Für eBooks mit einem Preis zwischen 2,99 und 9,99 € gibt es 70%, für alle anderen Preise (und einige Länder, in denen die 70% nicht gelten) gibt es 35% vom Preis als Honorar. Die Plattform ist Marktführer und das merke ich bei den Verkäufen auch deutlich.
Amazon zahlt zuverlässig 90 Tage nach Monatsende per Scheck oder Überweisung aufs Girokonto, selbst wenn nur 10 Cent verdient wurden. Absolut vorbildlich.
Ich habe lange fertige Mobi-Dateien bei Amazon hochgeladen, das dazu nötige Programm ist aber inzwischen veraltet und hat Probleme auf Systemen mit Internet Explorer zu laufen, daher lade ich inzwischen Word-Dateien zu Amazon hoch. Auch das funktioniert reibungslos. eBooks von Amazon lassen sich allerdings nur auf Kindle-Geräten sowie per App auf Systemen mit Android, iOS oder Windows lesen. Alternative Lesegeräte wie Tolino erreicht Amazon nicht.
Exklusive Bindung an Amazon („KDP Select“) ist möglich, aber freiwillig.
Amazon direkt zu beliefern ist alternativlos für Bücher im Preissegment 2,99–9,99 €, sollte aber um einen Vertrieb für ePub ergänzt werden, denn warum sollte man Geld liegen lassen?

Ergänzung fürs Deutsche: Xinxii

Neben Amazons Kindle gibt es noch eine Reihe anderer eBook-Lesegeräte und um diese zu beliefern, muss man andere Händler neben Amazon erreichen. Der bekannteste Konkurrent des Kindle dürfte der Tolino sein, aber auch Kobo, Oyo und einige andere Geräte existieren. Und was vielen nicht bewusst ist: Auch Apple verkauft in seinem iBooks Store eBooks für seine Geräte. All diese Kanäle verkaufen eBooks im Format ePub, der großen Alternative zu Amazons Mobi/AWZ-Format. Für die Leser macht das keinen Unterschied und auch für die Autoren nur einen geringen, denn auch ePub lassen sich einfach aus Word-Dateien erzeugen. Ich selber nutze dazu das Programm Calibre.
Xinxii hatte es in der deutschen Anbieterlandschaft einfach, mich zu überzeugen. Es liefert an eine gute Auswahl von Händlern, bietet mir die Möglichkeit, Amazon separat zu beliefern (was sich lohnt, da man so aus seinen Amazon-Verkäufen mehr Geld bekommt) und erlaubt es, die ePub-Datei so an die Händler auszuliefern, wie man sie selbst erstellt hat.
Letzteres ist für mich sehr wichtig. Die meisten Anbieter in Deutschland haben einen Online-Editor, mit dem man seine eBooks online bearbeiten kann. Das klingt auf den ersten Blick komfortabel, bringt aber Probleme mit sich, wenn man komplexere Layouts hat. Ein Beispiel: Alle Bände meiner Reihe sowie mein Buch Unter Wittgensteins Löwen enthalten Seitenumbrüche innerhalb von Kapiteln. Bei den Meilensteinen etwa sind die Listen der Tierarten jeweils ein Kapitel, jeder einzelne Eintrag in den Listen endet aber mit einem Seitenwechsel ohne ein neues Kapitel zu beginnen. Eigentlich kein Problem für ePub. Die Editoren bei den von mir vorher ausprobierten Anbietern BookRix und Neobooks kamen damit aber nicht klar — alles zwischen dem ersten Seitenumbruch und dem Anfang des nächsten Kapitels verschwand kurzerhand aus dem jeweiligen Buch. Neobooks hat inzwischen einen neuen Editor vorgestellt, aber für mich zu spät, ich werde es gar nicht erst ausprobieren. Der momentan in vieler Munde präsente Neuling Tolino Media nutzt den Editor von Neobooks, daher gilt für diesen neuen Dienst das selbe. Bei Xinxii weiss ich, dass es funktioniert und das reicht mir.
Somit gilt für mich: Xinxii erhält meine klare Empfehlung für ePub im deutschsprachigen Raum, kombiniert mit direkter Lieferung an Amazon.

Beispiel für einen Seitenwechsel ohne ein neues Kapitel zu starten, hier im Buch Schwarzer Schwinge in der Kindle App für Windows bei Doppelseitenansicht

Beispiel für einen Seitenwechsel ohne ein neues Kapitel zu starten, hier im Buch Schwarzer Schwinge in der Kindle App für Windows bei Doppelseitenansicht

Sondereinlage: BoD

Eine Sonderrolle spielt für mich im deutschen Markt BoD, einer der ältesten Online-Anbieter für Selbstverlag im deutschsprachigen Raum. Normalerweise nutze ich BoD nicht, da es wie viele deutsche Anbieter in meine Dateien hineinfuscht und damit für viele meiner Bücher ungeeignet ist (siehe Ausführungen zu Neobooks/Tolino weiter oben). BoD geht sogar so weit, mein Impressum durch ein eigenes von BoD zu ersetzen. Das mag zwar ganz nett gemeint sein, da BoD den Autoren damit auch die rechtliche Verantwortung für die Inhalte abnimmt, wenn das Impressum allerdings neben den Kontaktdaten zusätzliche Angaben wie zum Beispiel erforderliche Bildnachweise enthält, wird das unter Umständen zu einem ernsthaften Problem. Meine Bände der Reihe Meilensteine der Evolution etwa enthalten regelmäßig recht umfangreiche Bildnachweise, da sie eben auch relativ viele Bilder aus unterschiedlichen Quellen enthalten.
Ausserdem verlangt BoD Exklusivrecht zur Veröffentlichung und hat eine Frist, wenn man Bücher dort wieder löschen will. Und dennoch habe ich die Fantasy-Kurzgeschichte Khamel über BoD veröffentlicht und werde wahrscheinlich weitere Kurzgeschichten über diese Plattform rausbringen. Warum?
Die Antwort liegt im Preis des eBooks: BoD eröffnet mir die Möglichkeit, einen Preis von 0,49 € einzustellen. Für Kurzgeschichten wie Khamel scheint mir das ein fairer Preis zu sein, den ich (soweit mir bekannt) nirgendwo sonst einstellen kann. Auch sind die Einkünfte für Bücher unter 2,99 € besser als bei Amazon, da BoD bei Amazon offenbar andere Konditionen bekommt als Selbstverleger und somit auch mehr an die Autoren weitergeben kann. Daneben liefert BoD als einziger von mir ausprobierter Distributor an den kostenlosen Verleihservice readfy für Android- und iOS-Geräte.
Es wird allerdings interessant zu beobachten, ob der in der Betaphase befindliche Neuling Pocketstory in Zukunft Angebote in dieser Richtung ergänzt.
Bis dahin: Bod empfohlen für eBooks unter 2,99 €, wenn diese keine aufwendigen Layouts haben und wenn es kein Problem ist, dass BoD das Impressum durch ein eigenes ersetzt. Dafür kommen die Bücher über BoD an nahezu alle Händler. Aber Achtung: Ein über BoD verbreitetes eBook darf wegen des Vertrages von BoD über keinen anderen Kanal vertrieben werden.

Fürs Englische: Draft2Digital

Da ich auch englische eBooks verkaufe, brauche ich natürlich auch dort einen Vertrieb für die anderen Händler eben Amazon. Überraschenderweise ist das dortige Angebot an alternativen Vertrieben nicht ganz so bunt wie im deutschsprachigen Bereich.
Die beiden großen Anbieter sind Smashwords und Draft2Digital. Smashwords ist für seinen Meatgrinder gefürchtet: Mna lädt dort eine Word-Datei hoch, die dann in diverse Formate konvertiert wird. Das ist theoretisch super, der Meatgrinder gilt aber als extrem fehleranfällig und man kann mehrere Anläufe brauchen, bis ein Dokument so perfekt ist, dass es als fehlerfreies Ergebnis aus dem Meatgrinder heraus kommt.
Ein für mich deutlich größeres Problem ist, dass man in Smashwords für jeden Namen ein eigenes Nutzerkonto braucht – Veröffentlichung unter Pseudonym oder von Werken anderer Autoren sowie Kollaborationen sind so schlichtweg nicht ohne erheblichen Aufwand möglich. Das hat Smashwords in meinen Augen das Genick gebrochen.
Draft2Digital ist da bedeutend besser und beliefert eine lange Liste von Händlern. Es bietet die Möglichkeit, seine Dateien direkt in der endgültigen Form hochzuladen und als kleiner Bonus liefert Draft2Digital die Bücher auch an die Tolino-Händler. Damit ist es der einzige Anbieter, der englischsprachige Werke auch an alle wichtigen deutschen Händler (Amazon, Tolino, iTunes, Kobo) ausliefert. Es ist möglich, Händler herauszunehmen, um niemanden doppelt zu beliefern.
Draft2Digital ist meine Empfehlung für englischsprachige eBooks in Kombination mit Amazon. Wer einfache eBooks ohne komplexe Layouts unter einem einzigen Namen vertreibt, für den lohnt es sich allerdings, sich auch Smashwords mal anzuschauen.

Andere Optionen

Es gibt natürlich noch mehr als diese paar Möglichkeiten.
Apple erfordert eine amerikanische Steuernummer, daher habe ich mit diesem Unternehmen nie direkt gearbeitet.
Epubli will vorab Geld, daher hab ich es nie ausprobiert, Tredition und Ruckzuckbuch wollen richtig viel Geld, also ditto. Feiyr nimmt meines Wissens Geld bei Löschung eines eBooks, was mich ebenfalls vom Ausprobieren abhält, denn was, wenn mir das Angebot gar nicht zusagt? Dann müsste ich Geld dafür bezahlen, dass es mir nicht gefällt. Absurd.
Mit dem Vertrieb von Papierbüchern im Selbstverlag habe ich bisher ganz allgemein keine Erfahrungen sammeln können, aber das steht an. Nach dem, was ich bisher gesehen habe, dürfte hier aber BoD mit Abstand die beste Möglichkeit sein.

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