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Dieses Cover ist MÜLL 0 

Da ist es endlich, das erste eBook komplett von mir. Dabei war Dieses Cover ist MÜLL! Lernen Sie warum, eigentlich gar nicht geplant, mehr eine spontane Idee wegen selbst empfundenen Mangels an einem solchen Buch.

Es begab sich vor etwa drei Wochen, dass mir auffiel, wie viele einfach nur furchtbare Cover in den eBook-Shops umherfliegen. In meinem Reader ist bei nur etwa 12% der Cover auch nur der Titel entzifferbar – mal zu klei, mal zu verschnörkelt, mal farblich nahezu mit dem Hintergrund identisch. Dazu kommen Cover mit ganz offensichtlich schnell zusammengewürfeltem Aussehen. Und unpassende Cover: Mein absoluter Favorit sind zwei Kochbücher, deren Titelbilder eine Schreibmaschine bzw. einen Laptop zeigen.

Das war das Eine. Das Andere war, dass ich mich selber nach einem Ratgeber für eBook-Coverdesign umsah. Es gab ein paar Blogs, aber keine Quelle, wo das ganze Wissen mal gebündelt zusammengetragen worden wäre. Ja, es gab ein paar eBooks über eBook-Cover, aber die sahen alle so aus, dass ich doch sehr daran zweifelte, dass die Gestalter ausgerechnet dieser Titel mir etwas über Coverdesign erzählen könnten.
Also musste ich selber ran, alles sammeln, was ich über das Thema wusste und so einen eigenen Ratgeber erstellen. Ich denke einfach, es ist mittelfristig für alle eBook-Verleger (auch mich) schädlich, wenn eine Flut schlechter Cover bei den potenziellen Kunden einen schlechten Eindruck hinterlässt.

Was jetzt noch fehlte war – ausgerechnet – ein gutes Cover. Aber wie macht man ein Cover über Cover? Mit einer Art Galerie? Mit Malwerkzeugen? Mit einem Photoshop-Screenshot? So richtig zünden wollte da alles nicht.
Da kam ich auf die erschreckenden Funde bei meiner eigenen Suche zurück: Diese Cover waren Müll. Und da einer meiner zentralen Ratschläge war, dass ein Cover zugleich zu den Covern der Konkurrenz passen und dort herausstechen musste, hielt ich mich an meinen eigenen Vorschlag.
Ich erstellte ein vergleichbar grausiges Cover (Anpassung), das von sich selbst sofort behauptet, Müll zu sein (Herausstechen). Und das auch noch mit Recht. Hier ist es:
cover-mull
Ein verpixeltes Bild, das nix mit dem Thema zu tun hat.
Gelbe Schrift auf weissem Hintergrund.
Farben, überall Farben!
Grauenhaft plakative Effekte: Goldschrift und Name in 3D
Eine Web2.0-Spiegelng im Untertitel
Ja, da ist ein „Beta“-Sternchen mit dran

Meine einzige Sorge ist, dass das Cover nicht schlecht genug geworden ist. Beispielsweise harmoniert der Untertitel farblich viel zu sehr mit der Erdkugel.
Die große Sorge während der Erstellung war zudem, mich nicht totzulachen. Das war in dem Moment, in dem ich meinen Namen in riesigen pinken 3D-Lettern vor mir hatte alles andere als einfach.

Im Inneren geht es dann um die einzelnen Elemente eines eBook-Covers: Titel, Titelbild, sonstige Textelemente. Dazu kommen noch ein paar Spezialthemen wie die Gestaltung von Buchserien und wieso man diese gerenderten 3D-Buchabbildungen besser sein lassen sollte (Kurzfassung: Die Technik wird gerne von Bauernfängern benutzt und ist daher vorbelastet).

Ich hab einfach mal alles zusammengetragen, was es dazu so gibt und was ich kenne. Allerdings wird das nicht die letzte Version gewesen sein: Kurz nach dem Upload ist mir schon aufgefallen, dass ich das Thema „Optische Linien“ ausgelassen habe. Das wird definitiv in die zweite Ausgabe kommen, die alle Käufer der ersten dann kostenlos erhalten können. Das ist eine der schönsten Sachen an eBooks: Man kann sie immer wieder ergänzen und aktualisieren. Eine Tatsache, die ich auch in der Produktbeschreibung angegeben habe, denn für die Käufer ist das ja ein echter Mehrwert.
So wird das momentan noch recht dünne Buch (umgerechnet 30-40 Seiten, ich schreibe halt ungern um den heissen Brei rum) in Zukunft auch immer umfang- und themenreicher.

Am Ende des Buches habe ich dann ein paar Kontaktinformationen gegeben: Twitter, dieses Blog und eine eMail-Adresse, die ich nur für Mails zu meinen eBooks eingerichtet habe. So kann ich das Buch (und auch zukünftige) immer besser auf die Bedürfnisse der Leser ausrichten, in späteren Auflagen Antworten auf besonders häufige Fragen einbinden und nachgefragte Inhalte ergänzen oder ausführlicher gestalten. Und nicht zu vergessen: Mit einem Banner „Version 2.0“ wird das Cover noch eine Stufe scheusslicher.
Ich glaube, die Essenz eines wirklich guten Ratgebers ist es, die Fragen der Leser zu ihrer vollen Zufriedenheit zu beantworten. Dank der Möglichkeit, Anmerkungen, Fragen und Wünsche an mich zu richten muss ich nun nicht mehr raten, welche Fragen dies sind.

Dieses Cover ist Müll! Lernen Sie warum ist ab sofort für 3,99 € bei amazon.de und amazon.fr für Kindle sowie die Kindle-Apps auf PC, iPhone, iPad und Android erhältlich. Eine englische Ausgabe unter dem Titel This Cover Sucks! ist in Arbeit, Veröffentlichungen auf weiteren Plattformen folgen.

eBook-Land: Woche 3 0 

Und wieder eine Woche rum. Phase 1 ist angelaufen und die Vorbereitungen für Phase 2 laufen auf Hochtouren. Es wird spannend.

Phase 1: Armata und Nr. 2

Für Leser meines Blogs und meine Twitter-Follower mehr oder weniger unübersehbar ist der erste der beiden gemeinfreien Einträge, Armata von Thomas Erskine inzwischen bei Amazon fürs Kindle erhältlich. Das Buch ist selbstverständlich weltweit verfügbar. Trotz Schluckauf bei Amazon: Es ist bereits seit Samstag im Verkauf, heute erhielt ich die Mail, dass es innerhalb von 36-72 Stunden reingestellt wird…
Mein Vorhaben, auf der ersten Seite der Vorschau Links auf eine Printausgabe des Buchs zu setzen hat funktioniert und diese sind nun enthalten. Gebracht hat mir das Buch bisher sagenhafte 0,30 €. Das ist aber okay. Es hat einmal eingestellt Jahre, um Geld einzubringen. Kein Grund zur Eile. Zugegeben, etwas mehr hatte ich mir da schon erhofft, aber was nicht ist kann ja noch werden.
Gemeinfreie Titel kann man normalerweise nicht auf die übliche Weise bewerben, man muss darauf hoffen, dass das Werk an sich bekannter wird und Interessierte Leser es dann suchen. Also werde ich Armata beizeiten einen Wikipedia-Eintrag verpassen. Natürlich ohne Link auf Amazon, die Funktionsweise dessen wäre (Achtung, von mir selbst erfundenes Fachchinesisch) die Erzeugung von Kollateralkundschaft: Kunden, die nicht direkt mein Produkt suchen, sondern nur etwas in dieser Richtung und denen ich dann (aufgrund des niedrigen Preises) das beste Angebot mache.
Der zweite Titel ist in Arbeit, aber auch hier gilt: Ich kann vorab nix sagen, weil ich verhindern will, dass mir jemand anders mit der Veröffentlichung zuvorkommt. Er sollte dieses Wochenende online gehen.

Phase 2: Entscheidung steht

Die wichtigste Entscheidung für Phase 2 (Sachbücher/Ratgeber) war ja, welche der zahlreichen Titel auf meiner Ideenliste ich hier als erste umsetze.
Diese Entscheidung ist nun gefallen. Und zu einem der Bücher kann ich sogar vorab was sagen.
Das eine ist ein Ratgeber zu einem Thema, zu dem ich gute Ratgeber schmerzlich vermisse und den der eBook-Bereich definitiv gebrauchen kann. Ich kann schonmal verraten, dass ich bei der bereits erfolgten Gestaltung des Covers ernsthafte Probleme hatte, nicht einfach loszulachen. Spätestens, als ich meinen Namen in pinker 3D-Schrift… ach, ihr werdet schon sehen.
Der Titel, den ich verraten kann ist ein Sachbuch über die ersten Amphibien. Es enthält natürlich eine kleine Besonderheit, die ich wiederum nicht verrate, aber neben dem Thema kann ich schonmal den Titel und das Cover (beides noch vorläufig) zeigen. Endlich mal ein Titel halbwegs ohne Geheimniskrämerei:
Feuchten Fußes - Neues Cover
Ja, wie man unschwer erkennen kann denke ich daran, zu diesem Titel später weitere Bände zuzufügen, die sich mit anderen Schlüsselmomenten in der Evolutionsgeschichte beschäftigen. Ursprünglich wollte ich daraus ein Buch machen, dass die ersten Landgänge mehrerer Tiergruppen zeigt und quasi zum Vergleich nebeneinander stellt, aber leider ist von den ersten Landgängen der Gliederfüßer kaum etwas bekannt, von Tieren mit weichen Körpern ganz zu schweigen.
Weitere Bände würden beispielsweise die ersten Vögel, die ersten Mehrzeller, die Burgess-Fauna und natürlich das Ende der Dinosaurier thematisieren. Die Erdgeschichte ist lang und voller faszinierender Entwicklungen, vom ersten Wurm bis zum Menschen mit allem dazwischen und sogar ein bisschen darüber hinaus.
Die Amphibien sind mir wichtig, um ein Buch abliefern zu können, dass die Behauptungen der Kreationisten zu diesen Tieren entkräftigt. Denn hier haben diese Spinner leider leichtes Spiel — wer kennt schon Tierchen wie die auf dem Cover abgebildeten Tiktaalik und Greererpeton, die den Übergang zwischen Fischen und Lurchen darstellen, dessen Existenz diese Leute ja zu widerlegen suchen, weil sie nicht mit ihrem Verständnis von der Bibel übereinstimmt.

Erfahrungen als Kunde

Fangen wir mal mit dem Negativen an: Ich habe diese Woche ein Kindle-Buch versehentlich gekauft. Ich halte es für ein großes Problem bei eBooks, dass es zwar die Option gibt, diese sofort zu kaufen, aber nicht jene, sie in den Einkaufswagen zu legen wie bei nicht-virtuellen Waren. Nun gut, das Buch ist zum Glück ohnehin eines, das ich später kaufen wollte (ich wollte eigentlich auf „Zum Wunschzettel hinzufügen“ klicken) und so hab ich gelernt, da wachsamer zu sein ohne dass großer Schaden entstanden wäre. Es war zum Glück nicht dieses hier: Nuclear Energy.
Ja, das ist ein eBook für 4.486,51 €. Die 51 Cent machen’s.

Zu den angenehmeren Dingen: Ja, mein Bücherregal schrumpft (langsam) weiter. Diesmal hat es H.P. Lovecraft getroffen, von dem fürs Kindle eine Gesamtausgabe für 0,99 Cent erhältlich ist. Wobei das dann wirklich hart an der Grenze der Entwertung schwebt und ein höherer Preis meines Erachtens tatsächlich angemessener gewesen wäre.

Buch eBook Verbleib Grund
aussortiert, noch bei mir Sammlung sämtlicher Werke erhalten

Ein praktischer Nebeneffekt der ganzen Schreiberei die letzten Woche übrigens: Die Zahl meiner Tippfehler hat sich deutlich reduziert.

eBook-Land: Woche 2 0 

So, wieder eine Woche rum. Ich habe jede Information zum Thema Buchmarketing, die ich irgendwo kriegen konnte, aufgesogen und nebenbei das erste Buch der Phase 1 (Aufbereitung gemeinfreier Werke) weitestgehend fertiggestellt.
Zugleich hab ich mich dann gestern schonmal als Verleger bei amazon.de registriert und heute als Werbepartner für die europäischen Ableger (co.uk, .es, .fr, .it)und die amerikanische Mutterseite. Somit stehe ich organisatorisch in den Startlöchern.

Phase 1: Nur noch einmal polieren
Der Text des ersten gemeinfreien Buches ist inzwischen komplett digitalisiert, korrigiert und formatiert. Die Erfahrung war interessant, weil ich das Buch zugleich das erste Mal gelesen habe. Ursprüngliche Intention war es nämlich auch, dieses literaturhistorisch erwähnenswerte, aber weitgehend vergessene Buch überhaupt erstmal zu bekommen und dann günstig verfügbar zu machen. Ich werde über diese Erfahrung schreiben, sobald das Buch erhältlich ist.
Allerdings stelle ich es jetzt noch nicht ein, weil mir noch eine Reihe von Dingen eingefallen sind, die ich als Extras dem Text beifügen kann (neben den bereits fertigen Anmerkungen zum Text selber). Beispielsweise werden in dem Buch einige historische Persönlichkeiten erwähnt. Also bekommt das Buch eine kurze Übersicht, wer diese Personen waren als Anhang beigestellt.
Ich will hier keinen lieblosen Kram auf den Markt schmeissen, sondern ein in jeder Beziehung lohnendes Werk, dem man die hineingesteckte Mühe ansieht. Offen gestanden verringert das auch das Risiko, von einem Mitbewerber verdrängt zu werden, wenn er das selbe gemeinfreie Buch zu veröffentlichen versucht (amazon versucht inzwischen Doppelungen zu vermeiden, wobei in der Regel die Version mit dem höchsten Nutzen für die Kunden „gewinnt“ und die andere aus dem Verkauf genommen).
Zuletzt war die Arbeitsgeschwindigkeit bei der Übertragung übrigens bei 35 Seiten/Stunde. Das geht dann so: Links die Textverarbeitung, rechts das Buch. Ich habe immer bis zum jeweils nächsten Satzzeichen laut vorgelesen und dann das Ergebnis der Texterkennungssoftware damit verglichen. Besonders beliebt waren bei dieser übrigens Verwechslungen von b und h, was auch die Rechtschreibprüfung oft nicht monierte (sowohl hut als auch but zum Beispiel sind korrekte englische Wörter).
Ich denke, die Extras werden heute abend fertig sein und ich kann das fertige Manuskript dann diese Nacht bei amazon einreichen. Dabei ist auch eine Kleinigkeit enthalten, von der ich nicht weiss, ob sie zulässig ist. Es kann also durchaus sein, dass das Buch beim ersten Versuch mit Änderungswünschen der Seite zurückkommt. Auf das Ergebnis bin ich schon sehr gespannt.
Die Formatierung des zweiten Buches wird direkt danach beginnen – das ist zwar deutlich kürzer als die 418 Seiten des ersten, dafür aber reich illustriert.

Ein kleiner Rückschlag für meine Pläne ist hier, dass Smashwords keine gemeinfreien Werke veröffentlicht; ich bin in dieser Phase also vorerst auf das Kindle beschränkt. Verkäufe auf anderen Readern (Diesel Store, Sony, iBooks, Barnes & Noble etc.) also erst ab Phase 2.
Ausserdem bin ich inzwischen etwas verwirrt, was die Impressumspflicht bei eBooks angeht. Da werde ich wohl sicherheitshalber eins einfügen.

Phase X: Es weihnachtet sehr
Kurzgesagt: ich hab eine Weihnachtsidee. Und die könnte groß werden. Sehr groß.
So groß, dass ich sie dieses Weihnachten nicht angehen werde, weil sie Vorbereitung und eine richtig gute Umsetzung braucht. Dafür ist es zu spät, wenn ich noch an diesem Weihnachtsgeschäft teilnehmen will. Ausserdem wäre es sehr von Vorteil, wenn erst der Kindle Fire erscheint, den die Idee braucht ein Farbdisplay und würde somit auf einem reinen eReader nicht funktionieren.
Aber das ist auch mal interessant, ein Projekt so weit im Voraus planen zu können. Zumal, wenn ich so viel Spass daran habe wie in diesem Fall.
Und ich kann gemeinerweise nicht mehr sagen als: Es wird was Weihnachtliches. Aber wie das so ist bei Weihnachten: Die besten Geschenke sind Überraschungen ;-)

Doch, eines kann ich noch sagen: Es unterscheidet sich so stark von allem, was ich sonst zu veröffentlichen gedenke, dass ich es unter einem Pseudonym tun werde. Allerdings kein geheimes, es geht nur um die klare Trennung der Titel.
Das Pseudonym also kann ich schonmal verraten, auch wenn es niemandem etwas sagen wird: Hans Kötzsch.
Okay, ein bisschen mehr geht schon: Es handelt sich um ein Kinderbuch. Es wird voraussichtlich als PDF, Kindle-Fire-eBook und Printversion in deutsch und englisch zugleich erscheinen. Vordringlichste Aufgabe ist es jetzt, eine/n Illustrator/in zu finden, der/die meine Idee umsetzen kann. Ich selbst bin definitiv niemand, dem Malen besonders liegen würde.
„Hans Kötzsch“, abgeleitet von meinem zweiten Vornamen (das Mittelinitial R. ist von meinem dritten) und dem Mädchennamen meiner Mutter wird in Zukunft also für Kinderbücher aus meiner Feder verwendet. Das hatte ich schon länger vor, allerdings hatte ich bisher nur Ideen für Figuren, nie für kinderbuchgeeignete Geschichten. Vielleicht bringt dieser Ansatz ja auch den Anstoß für weitere Geschichten mit sich. Ich hab da noch ein Konzept von vor ein paar Jahren, das ich nie vergessen habe, zu dem ich aber keine passende Geschichte fand. Jetzt plötzlich hab ich eine ganz nette Idee. Manche Eier müssen eben etwas länger bebrütet werden (okay, das ist eine grottige Metapher, ich erwähne sie nie wieder).

Erfahrungen als Kunde
Insgesamt sind die weiter gut, nur muss ich diesmal doch auf einen Umstand hinweisen, der mir etwas sauer aufgestoßen ist:
Dass amazon.de ungern Kindle-Bücher kostenlos abgibt, die beispielsweise bei amazon.com kostenlos zu haben sind, hab ich ja schon gemerkt. Etwas absurd wird das jetzt bei einer neuen Star-Wars-Serie: Die Bände 1-6 von „Lost tribe of the Sith“ sind in Deutschland schlichtweg nicht erhältlich, es geht hier mit Band 7: Pantheon los, was natürlich relativ nutzlos ist. Das ist offen gestanden ziemlich bizarr.

Auch diesmal wieder eine kleine Tabelle mit eBook-induzierten Veränderungen im Bücherregal. Allerdings hat diesmal nicht der Kindle profitiert, sondern der Nintendo DS:

Buch eBook Verbleib Grund
verkauft Interaktivität,
gesprochene Texte
Stichworte:

eBook-Land: Woche 1 0 

Eine Woche ist seit meiner ersten Ankündigung vergangen und jetzt schau’n wir mal, wo ich im Plan stehe.
Das Gemeine daran ist, dass Herbst ist, regelmäßig meine kreative Phase im Jahr. Das ist eigentlich gut, aber es bedeutet auch, dass solch ein Plan beständig modifiziert wird. Insbesondere in Phase 2 werde ich meine Titelauswahl noch einmal überdenken müssen. Aber dazu mehr im entsprechenden Abschnitt.
Zu Phasen 3 und 4 gibt es nichts Neues, daher nix im dieswöchigen Update.

Phase 1: Fortschritt und Ausbau
Das erste Buch ist zu 50% fertig und wird noch diese Woche zur Veröffentlichung abgeschickt.
Das scheint ein langer Zeitraum für die Veröffentlichung eines gemeinfreien Werkes zu sein, aber ich lese halt das komplette Buch Korrektur und modernisiere den Satz. Englische Romane hatten im frühen 19. Jahrhundert eine Gestaltung, die für heutige Leser teilweise schwierig zu lesen ist.
Ich werde das nicht komplett modernisieren, aber ein paar grundsätzliche Dinge werden angepasst, um den Lesefluss zu verbessern. Dazu kommen noch ein paar technische Einschränkungen, die umgangen werden wollen (Fußnoten, gesperrter Druck…) und natürlich Korrektur des Ergebnisses, das die Texterkennung aus dem Scan der fast 200 Jahre alten Buchvorlage generiert hat (da wird aus einer kleinen Unregelmäßigkeit im Papier schonmal ein Ausrufezeichen und kursive Abschnitte scheinen eine echte Herausforderung zu sein).
Zur Arbeitsgeschwindigkeit: 20 Seiten die Stunde, am Anfang waren es noch 10 Seiten.

Ich habe mich auch entschieden, die einzelnen Phasen überlappen zu lassen: Nach den beiden bereits eingeplanten englischen Büchern werde ich auch einen Roman aus der Kaiserzeit umsetzen. Das wird aber dauern: Das Original ist in Fraktur gesetzt, also werde ich abtippen müssen. Texterkennung, die Fraktur beherrscht ist mir zu teuer und dermaßen fehleranfällig, dass ich auch gleich abtippen kann.
Dies wir dim Hintergrund nebenbei passieren, während die späteren Phasen laufen (Immer so 1-2 Seiten am Tag).

Phase 2: Optionen, Optionen
Beim Thema Ratgeber/Sachbücher hab ich im Laufe der Woche etwa 10 Ideen angesammelt für Bücher, die meines Erachtens im derzeitigen Kindle-Angebot noch fehlen, obwohl ich sie von einem vernünftigen und umfassenden Angebot definitiv erwarte.
Dennoch soll diese Phase nicht mehr als 2 Bücher umfassen (das ist die Regel: Eine Testphase = 2 Bücher zum Testen). Welche es nun sein werden, entscheide ich am Ende von Phase 1.
Da die Phasen nun eine Überlappung erhalten, kommen die übrigen dann auch noch dran, nur halt später.
Übrigens keine Angst: Die Geschäftsidee, Bücher aus frei verfügbaren Internettexten zusammenzuwürfeln, werde ich mit Sicherheit nicht verfolgen. Das wäre mir peinlich.

Phase X: Zu den Academica
Ich schrieb im letzten Beitrag bereits, dass im Bereich akademischer Schriften noch eine gemeinsame Norm vermisse. Mir wurde inzwischen klar, dass eine solche nicht von selbst entstehen wird, also werde ich einen Vorschlag erstellen und ebenfalls als eBook einstellen.
Da bei diesem das Ziel einer möglichst großen Verbreitung besteht, wird er für 0,99 € eingestellt, sobald er fertig ist. Übrigens ein Preis, den ich mir für akademische Texte grundsätzlich wünschen würde, um einen möglichst breiten Zugriff auf die texte zu ermöglichen.
Wenn wissenschaftliche Arbeiten in Preislagen zwischen 100-200 € verkauft werden, bringt das vor allem eines mit sich: Behinderung der Forschung und des Fortschrittes der Wissenschaft, weil es sich niemand ohne Förderung/Sponsoring leisten kann, in diesem Bereich auf einem aktuellen Stand zu bleiben.

Eigene Erfahrungen als Kunde
Bei mir sind inzwischen – das war allerdings auch von Anfang an so gedacht – die ersten Papierbücher zu Gunsten ihrer elektronischen Äquivalente aus dem Buchregal verschwunden.
Bei mir ist das so, dass für mich die Essenz des Buches der Text ist, nicht das Papier. Daher habe ich wenig Sentimentalität fürs Buch als Medium. Ich kaufe Bücher zum Lesen, nicht zum Hinstellen.
Es gibt ein paar schöne gebundene Ausgaben, die ich nie rauswerfen werde. Antiquitäten und besonders schöne Ausgaben. Aber davon abgesehen hat die Schrumpfkur meiner Bücherregale nun angefangen. Weitere werden folgen, insbesondere deutsche Übersetzungen, von denen ich nun günstig die englische oder französische Originalausgabe bekommen kann dürften bei mir keinen langen Fortbestand mehr haben.
Hier die dieswöchige Liste, was weswegen rausgeflogen ist (und eine Erfahrung darin, wie unsagbar schlecht WordPress mit Tabellen umgeht):

Buch eBook Verbleib Grund
verschenkt Bessere Sammlung
Die
vergessene
Welt
verkauft engl. Originaltext, Kostenlos
Stichworte:

Auf ins eBook-Land 2 

Zeit für ein Experiment: Schon länger will ich in den eBook-Markt einsteigen. Ich halte diesen für die Zukunft und Print-Bücher für die nächsten Opfer der Digitalisierung nach Schreibmaschine, Videokassette und MC (usw. usf.).
Jetzt endlich erreicht der Markt einen Punkt, an dem er interessant wird: eReader haben keine Bildschirme mehr, sondern wesentlich angenehmer lesbare eInk-Displays, die wie Papier aussehen und sich auch so lesen (was wesentlich angenehmer und besser für die Augen ist).

Mit dem Kindle und Smashwords sind Plattformen aufgetaucht, die es erlauben, den Markt zentral zu bedienen und nicht für jedes einzelne Lesegerät eine eigene Distribution verwalten zu müssen.
Nachdem ich mich nun seit eingen Wochen gezielt mit diesen im deutschen Markt noch sehr neuen Systemen auseinandergesetzt habe, wage ich also den Sprung. Hier ist mein Plan, vom Erfolg oder Misserfolg jeder Phase werde ich dann berichten.
Bitte entschuldigt, dass ich keine Titel preisgebe, ich möchte halt verhindern, dass mir wer zuvorkommt, speziell bei den beiden gemeinfreien Werken und den Sachbüchern, wo die Titel sehr eindeutig gewählt sind (der Leser soll’s ja finden).

Phase 1: Gemeinfreies
Angefangen wird mit etwas sicherem: Gemeinfreien (auch unter dem juristen-englischen Fachbegriff „Public Domain“ bekannt) Werken auf englisch.
In den USA nimmt der eBook-Markt inzwischen um die 10% des gesamten Buchmarktes ein, daher ist hier leichter einzusteigen. Zudem sehe ich im Angebot gemeinfreier Werke immer noch erhebliche Lücken, von denen ich zwei (Frühwerke der Science-Fiction) schließen will.
Das eine ist ein relativ unbekannter Roman von 1817, der noch gar nicht als eBook bei Amazon erhältlich ist (ebensowenig bei praktisch allen Sammlungen gemeinfreier Werke im Netz), absurderweise aber gleich mehrfach als teurere Print-Ausgabe (ab 20 €) da er literaturgeschichtlich durchaus von Interesse ist. Diesen werde ich ordentlich formatieren, mit einem Nachwort zu Werk und Autor ergänzen (ich wusste, englische Literatur als Nebenfach würde sich mal lohnen!) und ein Inhaltsverzeichnis beigeben. Ich halte diesen Roman für einen wertvollen Beitrag in der Geschichte des Genres und habe ihn daher ausgewählt. Ich will ihn ganz einfach selbst als eBook haben und wo ich schonmal dabei bin, ihn zu konvertieren, kann ich das Ergebnis auch gleich verkaufen.
Das andere ist ein Roman von 1897, der zwar bei Amazon kostenlos fürs Kindle erhältlich ist, aber in einer dermaßen miserablen Qualität, dass er praktisch unlesbar ist. Hier will ich das Original – ein wunderschön bebilderter Roman mit für seine Zeit innovativer Formatierung – in eBook-Form umsetzen und das Ganze ebenfalls mit Inhaltsverzeichnis und Anmerkungen zum Werk ergänzen.
Beide werden, da das Ursprungsmaterial gemeinfrei ist, für 0,99 $ bzw. 0,99 € verkauft werden. Einerseits will ich für Werke, die man auch kostenlos haben kann, in eBook-Form nicht mehr als 0,99-1,99 € verlangen, andererseits kann ich so mit dem niedrigsten möglichen Preis Erfahrungen sammeln.
Der Preis ist für solche Werke auch durchaus üblich geworden und wie beispielsweise der neusser eBook-Verleger Jürgen Schulze (Null Papier Verlag) in Amazons Foren berichtet, der Grimms Märchen aufwendig bearbeitet für diesen Preis verkauft, lohnt sich die Mühe durchaus auch für 99 Cent, weil entsprechend mehr verkauft wird und eBooks nach der Erstellung praktisch keine Kosten mehr verursachen. Wohlgemerkt ist Schulzes aufwendig bearbeitete Märchensammlung eine Art ewiger Bestseller auf dem Kindle und dürfte um die 100 Stück am Tag umsetzen.
Das ist übrigens keine irgendwie neue Masche aus der eBook-Welt, wie viele Kritiker elektronischer Bücher meinen: Es ist das altbekannte Reclam-Prinzip.

Phase 2: Ratgeber
Ans andere Ende des Spektrums geht es dann in Phase 2.
Ratgeber sind sowohl im Aufwand als auch im Preis mit im höchsten Bereich bei den Kindle-Büchern. Praktisch im Gegenzug ist der Markt allerdings sehr klein und bietet etliche Nischen, die noch niemand besetzt.
Ich denke zur Zeit an zwei ähnlich aufgemachte Ratgeber (Grundlage für eine Reihe oder vielleicht ein Franchise) für 4,99 €. Das ist der höchste Preis, den ich persönlich für ein eBook ausgeben würde (mit wenigen Ausnahmen) und somit auch der höchste, den ich verlangen werde. Der hohe Preis rechtfertigt sich mE durch den Rechercheaufwand und die Tatsache, dass ich diese Ratgeber nach Veröffentlichung falls nötig aktualisieren werde, man also eine entsprechende Dienstleistung mitkauft.
Die Möglichkeit zur Aktualisierung ist eine technisch interessante Besonderheit von eBooks, von der insbesondere Sachbücher und Ratgeber profitieren, die sonst schnell veralten.
Mit den deutschsprachigen Ratgebern gehe ich in den aktuell am wenigsten entwickelten Markt, der mir rein technisch zugänglich ist, was wenig Konkurrenz, aber auch weniger potenzielle Käufer bedeutet. Zugleich aber auch die Möglichkeit, sich mit einem guten Buch frühzeitig und nachhaltig in den kindle-eigenen Bestsellerlisten einzunisten. Eine Option, die in Phase 1 allein schon wegen der starken Konkurrenz völlig utopisch wäre.
Inhaltlich handelt es sich um zwei Ratgeber für jeweils eine Bevölkerungsgruppe. Beides sind Titel, die ich in der aktuellen Ratgeberlandschaft (einschließlich Print) schwer vermisse und Wissensgebiete mit denen ich durch meine politische Tätigkeit vertraut geworden bin.

Phase 3: Kurzgeschichten
Ich habe eine gut gefüllte Schublade an Kurzgeschichten aller Genres und Spielarten. Daneben eine Reihe Konzepte für Kurzgeschichten, die ich nie geschrieben habe, aber die ich heute noch schreiben könnte.
Meine Kurgeschichten nehmen den Begriff „kurz“ sehr eng, mehr als 5 Seiten gibt es da nicht, daher werde ich für eine einzelne Geschichte kein Geld verlangen. Dafür sind sie definitiv zu kurz. Aber wenn ich einige davon sammel, gibt es einen ganz brauchbaren Sammelband.
Im Printbereich sind Kurzgeschichtensammlungen im Grunde vollkommen unverkaufbar, selbst bei bekannten Schriftstellern. Sie sind mehr Werbe- und Prestigematerial der verlage als ein echtes Geschäft. Die Aussichten auf eine Printveröffentlichung sind daher verschwindend, wenn die Geschichten nicht gezielt von einem Verlag angefragt werden.
Da aber ein eBook wie bereits angemerkt nach der Veröffentlichung praktisch nichts kostet, kann eine solche Sammlung hier dennoch lohnen. Ich würde sie als „loss leader“ positionieren – ein eBook für 0,99 €, dessen Hauptzweck es ist, neugierige Leser auf einen neuen Autoren aufmerksam zu machen. So kann ich den Effekt des Loss-Leader-Konzepts ebenso austesten wie die Annahme des 99-Cent-Preises im deutschsprachigen Bereich und die Chancen für Kurzgeschichtensammlungen auf dem Kindle.

Phase 4: Romane
Romane gelten in der Printwelt mit gutem Grund als brotlose Kunst, wird der Markt doch von Sach- und Kinderbüchern beherrscht. Aber: Der eBook-Markt ist anders, hier beherrscht der Roman das Geschehen.
Ich schreibe seit meiner Gymnasialzeit (seit etwa 16) Romane, habe aber nie versucht, sie zu veröffentlichen, weil ich meine Rechte nicht abtreten möchte und die Bezahlung im Printbereich (maximal 12% des Buchpreises) für eine Unverschämtheit halte. Hinzu kommt auch hier die Kürze: Mit um die 120 Seiten sind die den meisten Verlagen von vorneherein zu kurz. Das halte ich inzwischen für einen Glücksfall, Denn seit meinen Jugend…werken (…sünden?) hab ich mich doch enorm weiterentwickelt. Zwar blieb ich dem fantastischen Genre treu, aber im Gegensatz zu den Space Operas à la Perry Rhodan, die als Genre zwar beliebt, aber zumeist literarisch wertlos sind, schreibe ich inzwischen Geschichten mit so bahnbrechenden Erfindungen wie Aussagen und Konzepten.
Die Wahl des Buches fiel im Gespräch mit einer Freundin, die dieses für das mit Abstand interessanteste Konzept hielt, welches ich ihr vorstellte (sie ist bei sowas angenehm ehrlich, was für solche Fragen nicht zu hoch geschätzt werden kann). Zugleich ist es eine Geschichte, für deren Veröffentlichung ich mich in genau der richtigen Szene für eine Initialzündung mit Wumms bewege (nein, nicht die Grünen, sondern die säkular-atheistische Szene).
Ein dystopischer Roman mit einem in diesem Genre kaum vertretenen Thema. Das ist im Grunde die Phase, auf die ich am gespanntesten bin. Einfach weil das mein persönliches Lieblingsprojekt ist und mein Herz bei der Schreiberei definitiv am Roman hängt.
Als idealer Preis für Romane hat sich bei amazon.com 2,99 $ herausgestellt. Das würde ich 1:1 übertragen, Romane also für 2,99 € rausbringen. Anders als die meisten Autoren habe ich ja bereits einen Loss Leader und muss dafür keinen kompletten Roman auf 0,99 € setzen, was ich persönlich als zu niedrig empfinde.

Phase X: Schau’n mer Mal
Nach diesen 4 Phasen habe ich die wichtigsten Erfahrungen gesammelt und ich schätze, es ist etwa 1 Jahr vergangen. Dann werde ich schauen, wo ich für die weitere Zukunft meinen Schwerpunkt setze oder ob ich es (vorerst) bei diesen 6 Veröffentlichungen belasse, weil das Geschäft den Aufwand nicht wert ist.
Ich kann die Ratgeber um weitere Bände ergänzen. Ich kann die Ratgeber auch als Franchise vermarkten, sprich: Andere Autoren bezahlen für Nutzung des Grunddesigns, werden dafür in meinen Ratgebern mitbeworben und zahlen dafür – sagen wir mal – 10-20 Cent pro verkauftem Buch.
Ich kann meine alten Jugendsünden aus der Schublade holen, überarbeiten und dann zu einem geringerem Preis (1,99 oder 2,49 €) als die neueren Sachen veröffentlichen. Wie gesagt, ich halte sie nicht für literarisch wertvoll, aber gute Unterhaltung sind sie immer noch.
Ich kann weitere gemeinfreie Schätze heben, bearbeiten und für 99 Cent einstellen. Ich habe noch einiges an früher Science-Fiction aus der Kaiserzeit im Schrank und einige Romane aus der Weimarer Republik.
Am liebsten aber wäre mir, wenn ich die vielen, vielen Romankonzepte, die bei mir umherschwirren (sei es als Papiernotiz oder Romanfragment auf dem Rechner) endlich umsetzen könnte, wenn mir die Veröffentlichungstätigkeit endlich die zeitliche und finanzielle Freiheit geben würde, diese Bücher zu schreiben. Es ist eine breite Spanne innerhalb der fantastischen Literatur, vom Wissenschaftsthriller über Science-Fiction bis Fantasy, gewürzt mit ein paar Ausreissenr in ganz andere Genres wie meinem Braunkohle-Roman, einer Art Abenteuerroman für Kinder.
Dann ist da noch der ganze Bereich „normaler“ Sachbücher und akademischer Texte, in dem ich ebenfalls Ideen habe, bei denen ich aber davon ausgehe, dass sie erst im Laufe des Jahres 2012 fertig werden, wenn ich sie jetzt anfange. Speziell der Bereich akademischer Texte ist interessant, aber es gibt bisher noch keine richtig brauchbaren Übereinkunft über Form, Inhalt und Logistik solcher Texte als eBook (Stichworte Zitierbarkeit, Peer Review Process etc.).
Mittelfristig ist bestimmt auch ein weiterer Band mit Kurzgeschichten drin, die schreib ich immer mal wieder zwsichendurch, wenn mich der Schreibdrang und die Muse überfallen.

Ich bin sehr gespannt, wie sich diese Tätigkeit entwickelt, welche Erfahrungen ich dort mache und welche weiteren Möglichkeiten sich dadurch ergeben.
Ich bin begeistert von der Möglichkeit, Bücher als digitale Waren praktisch ohne direkte Kosten zu veröffentlichen. Mir kommt es bei Büchern auf den Inhalt an, die Erscheinungsform des gebundenen Papierstapels ist letztlich nicht mehr als eine Liefermethode für eben diesen Inhalt. Das Buch hat die Papyrusrolle abgelöst, diese die Schiefertafel und nun wird das eBook das pBuch ablösen.
Nicht von heute auf morgen, aber es wird passieren. Es ist schon von zu vielen toten Datenträgern behauptet worden, dass sie nie verschwinden werden. Ich habe aufgehört, derlei Dinge zu glauben, so sehr ich persönlich pBücher auch mag.
Denn analoge Schreibmaschinen, Videokassetten und den GameBoy mochte ich auch. Das aber interessiert den Lauf der Geschichte nicht sonderlich.

PS: Ja, alle Bücher werden vor Veröffentlichung komplett korrigiert und orthografisch besser aussehen als einer meiner Tweets oder Blogposts.
PPS: Ja, die nötige Gewerbeanmeldung für die Tätigkeit in dieser Branche habe ich.

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Plattgefahrene Grottenolme 3 

Axolotl. Hat die Natur eigentlich jemals ein niedlicheres Amphibium erschaffen als das Axolotl?
Da ich schonmal ein Axolotl gesehen habe, dessen hintere Hälfte das Mittagessen einer Schildkröte geworden war, habe ich auch eine ungefähre Vorstellung davon, wie Axolotl Roadkill aussieht. Hauptsächlich ein kleiner Haufen zermanschter Organe. Niedlicher zermanschter Organe.

Womit mir schonmal klar ist, wieso der gleichnamige Roman (Niedlicher zermanschte Organe Axolotl Roadkill) so heisst. denn es entspricht ziemlich genau dem, was mit ihm passiert.
Aber nacheinander, in Phasen:

1. Axolotl

Süß, oder?
Also: Es kommt eine junge Autorin und schreibt ein Buch. Dieses Buch ist pseudointellektueller Müll genau das, was die Feuilletons gerne sehen, wenn sie sich nicht grade ein völlig bescheuertes Wort als Eigenbezeichnung ausdenken (ernsthaft, war „Literatur“ nicht gut genug?). Also etwas, was bei der breiten leserschaft kaum weitere beachtung verdient, denn seien wir mal ehrlich: Die meisten in den Feuille… auf den Literaturseiten gut besprochenen Werke sind irrelevanter, gekünstelter Kram, den eh nur Literaturstudenten lesen. Sie sind der Grund für den schlechten Ruf der Literatur in Deutschland.
Aber nunja: Das Buch wird also hochgefeiert, verkauft sich (im Normalfall ungelsen) in die Regale der Möchtegern-Gebildeten und bekommt ein-zwei bedeutend genannte Preise.
So läuft der Hochliteratur-Teil des Buchverlagswesens.
Dass die Autorin erst 17 ist und dennoch gestelzt gebildet und hochnasig angeberisch kryptisch-intellektuell zu schreiben vermag, verhilft ihr zu etwas mehr Hype als normalerweise. dennoch gilt: Niemand ausserhalb der Literaturseiten beachtet sie und wenn doch, dann eher negativ (siehe jene wenigen Kritiken auf amazon.de, die älter sind als der Kopier-Skandal).

2. Noch ein Axolotl

Doch zur Rettung eilt da auch schon der Skandal!
Das Axolotl Buch ist nämlich ein Klon Plagiat! Zack, schon hat man einen Skandal, der die Presse und Blogosphäre durchzieht, das Buch bekannt macht und es auf Platz 1 der Verkaufscharts katapultiert.
Und jeder deutschsprachige Blogger des Planeten, mich offensichtlich eingeschlossen, macht den Scheiss mit.
Ja, so funktioniert Marketing – mit Skandalen macht man Kohle.
Das Buch wird ein Hit, die Autorin reich und die Zeitungen können plötzlich die Rolle wechseln und opportunistisch die Kopiererei verteidigen, die sie sonst so verurteilen, sobald es um ihre eigenen Texte geht. Was aber ehrlicher ist in einer Zeit, in der Tageszeitungen zu 95% aus abgeschriebenen Agenturmeldungen und Pressemitteilungen bestehen.
Und die Blogger dürfen mal wieder so richtig tief ins besserwisserische Klohaus ihrer eigenen Existenz greifen und Dinge sagen wie „War doch klar, das hätte eine 17-jährige nie schreiben können!“ Das allerdings offenbart mehr über Menschenbild und Vorurteile der Schreiber als über 17-jährige – eine 17-jährige kann theoretisch über so ziemlich alles schreiben, über das auch eine (sagen wir mal) 34-jährige schreiben kann. Ausser vielleicht das Ausfüllen von Steuererklärungen. Wieso auch nicht?
Mir unterdessen wird klar, dass ich da grade den wohl selbstreferenziellsten Absatz meines Lebens geschrieben habe, weil ich grade besserwisserisch über besserwissende Besserwisser herziehe.
Für die Blogger ist es aber auch ein interessanter Lesermagnet und so ergibt sich eine positive Rückkopplung dergestalt:
Skandal zieht Leser an -> Skandal wird publik -> Publiker Skandal zieht noch mehr Leser an -> Skandal wird noch publiker
Das nutzen Blogger dann teilweise in schon abstrus anmutenden beiträgen über die (bei großen Skandalen völlig normale, siehe Zensursula) plötzliche Vervokabularisierung des Namens der Autorin, bei denen mein Linguistikstudium nur mit hängenden Kopf zu schniefen anfängt.

3. Plattgefahrene Grottenolme
Nein, kein Bild diesmal.
Das Ende der Geschichte bleibt abzuwarten. Einige erwarten eine Revolution unserer Ideen vom Urheberrehct, andere das Ende der Karriere von Helene Hegemann.
Naja – das Thema wird zum Jahresende niemanden mehr interessieren und wenn Hegemanns Karriere enden sollten, dann wegen ihres literarischen Niveaus. Wahrscheinlicher ist aber, dass „Such das Plagiat“ bei ihren Romanen eine Art Volkssport (naja, Feuilletonistensport) wird. Und das Buch selbst ist dabei unter die Räder gekommen und liegt jetzt als besagter Organhaufen auf dem Seziertisch in der schule – was bei einem Buch das beste ist, was ihm passierne kann, verkaufstechnisch gesprochen.
Wenn Helene hegemann indes marketingtechnisch so gut ist, wie es aktuell scheint, kann ihr das dann aber egal sein, weil sie mit den Millionenauflagen von Axolotl Roadkill reich genug ist, alles zu schreiben, was sie will. Wobei, das wiederum ist oft eine Voraussetzung für das Verfassen von Büchern, die tatsächlich gut sind.
Als Beispiel für die letzte These: Ich halte Die Blechtrommel für Grass‘ mit Abstand schlechtesten Roman – aber er hat den Weg freigemacht für den Rest von Grass‘ Werk. Den halte ich zwar auch nicht für gut, aber immerhin für um Längen besser als sein skandalträchtiges Debüt.

PS: Technisch gesehen sind Axolotl Tigersalamander, keine Grottenolme. Aber Grottenolme sind ihnen optisch ähnlicher und haben einen viel lustigeren Namen als Tigersalamander. Versucht mal, „Olm“ zu sagen, ohne dabei völlig bescheuert auszusehen.
PPS: Okay, das muss noch:

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