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Heimatliebe 0 

Eine der regelmäßigen Bullshit-Studien des Focus hat Gladbach mal wieder in keinem sonderlich guten Licht erscheinen lassen. Wie sehr das ganze Ranking Bullshit ist, sieht man an dem anderen Focus-Ranking, in dem Düsseldorf (hier Nr. 279) auf Platz 6 weltweit sitzt. Jedenfalls sah sich die RP sich genötigt, dagegen zu halten. Dazu nutzt sie eine der größten Listen von (ich schwöre, das ist das letzte Mal, dass ich dieses Wort in diesem Artikel benutze) Bullshit, die ich je in so kompakter Form gesehen habe:

Hier gibt es alles! Die Infrastruktur der Großstadt. Hier kann man Spitzenfußball sehen, und auch Bruce Springsteen singen hören, den Dalai Lama treffen und in einem Museum von Weltrang über den Blick moderner Künstler staunen.

Ja nee, is klar, der Dalai Lama schlendert hier ständig über die Straßen. Oh, Mann.

Daraufhin gab es in den lokalen sozialen Medien eine ganze Reihe von Liebesbekenntnissen zur Mönchengladbach. Ich alter Motzkopf habe oft genug die Frage gehört, warum ich hier bliebe, wenn es mir hier angeblich nicht gefiele. Die aktuelle Debatte gibt mir Gelegenheit, diese Frage ausführlich zu beantworten.

Die eine Tatsache, die ich vorausschicken möchte ist, dass ich keine Liebe für Verwaltungseinheiten empfinden kann. Nordrhein-Westfalen, Deutschland, Europa, diese Dinge sind mir emotional wurscht. Und damit auch eine Möglichkeit, eine Stadt zu lieben. Diese Dinge sind nichts weiter als verwaltungstechnische Einheiten, sie haben keine Bedeutung für mich jenseits der Kenntnis der unmittelbaren Einflussbereiche bestimmter Einzelpersonen (hauptsächlich Politiker und Verwaltungsmitarbeiter). Die politische Ebene Mönchengladbachs ist eine Notwendigkeit, eine Struktur, die letztlich wenig mit der Stadt selbst zu tun hat.
Ich komme nachher auf die Politik zurück.

Nein, ich liebe Mönchengladbach nicht. Ich mag einige Menschen hier, ich mag den Park gegenüber und noch einige der Wälder drumherum und… ja, im Grunde ist es das. Es ist sauberer als in großen Teilen von Düsseldorf oder gar Köln, das ist etwas, was ich als regelmäßiger Barfußläufer bezeugen kann. Es ist sicher, kaum eine Naturkatastrophe hat in dieser Gegend eine Chance, in den nächsten 2-3 Jahrmillionen echten Schaden anzurichten. Alles andere ist bestenfalls gewohnt.
Mönchengladbach ist eine Stadt der zusammengewürfelten Ersatzbauten zur Füllung der Weltkriegslücken. Der umfassende Wiederaufbau in den 50ern führte dazu, dass die Bausünden eben jenes Jahrzehntes allgegenwärtig sind, man siehe sich nur die rheydter Innenstadt an. Die Mundwinkel zeigen auf den Straßen nach unten, so man sie überhaupt hinter den vielen Windschutzscheiben an den viel zu vielen Autos sieht. Das wichtigste Hobby, das die Gladbacher neben Borussia teilen ist das Moppern (insofern bin ich ganz offensichtlich ein Produkt dieser Stadt). Die Atmosphäre ist im schlechtesten Sinne konservativ, was in der Praxis bedeutet, dass sie in fast allem etwa 20-30 Jahre hinter dem aktuellen Stand der Diskussion liegt und alles neue abgelehnt wird.

Und damit kommen wir zur Politik zurück. Liebte ich Mönchengladbach, ich wollte es nicht ändern. Doch ich will es ändern. Nein, das ist zu wenig gesagt: Ich wollte es am liebsten niederreissen und an seiner Statt eine neue Stadt errichten. Das geht nicht, also bleibt nur der Weg, die Stadt entsprechend zu verändern.
Ich muss etwas zurückspringen: In die Kommunalpolitik bin ich mehr oder weniger reingerutscht. Mein Interesse bei den Grünen war bei meinem Beitritt vor sechs Jahren zwar Politik, aber nicht die kommunale.
Wie gesagt identifiziere ich mich nicht mit Verwaltungseinheiten wie Ländern, sie sind aber der offensichtlichste Weg, die Welt zu verbessern. Und so albern das klingen mag, darum geht es mir.
Die Mönchengladbacher Politik ist mehr oder weniger der Bereich, in dem ich dies versuchen kann. Ich identifiziere nicht mit Verwaltungseinheiten, aber das heisst auch, diese Stadt ist Teil der Welt. Hier etwas zu verbessern heisst, einen Teil der Welt besser zu machen, so infinitesimal er auch sein mag.

Und das ist Teil der Antwort, warum ich mich um eine Stadt kümmere, die ich so wenig mag. Sie ist Teil jener Welt, an der mir etwas liegt. Hier etwas zu verbessern bedeutet immer, auch einen Teil der Welt zu verbessern.
Vielleicht sogar, das ist der andere Teil der Antwort, grade hier. Diese Stadt lässt mich oft genug verzweifeln. Doch dies ist für mich ein Motor. Wo es Grund zum Verzweifeln gibt, gibt es die Notwendigkeit, etwas zu verändern.
Ich wäre nicht in der Politik, wenn ich nicht glaubte, es gäbe Dinge, deren Veränderung all den Stress wert ist. Ich wäre nicht in der Politik, würde ich diese Stadt lieben. Ich bin letztlich aus dem selben Grund in der Politik, aus dem so viele andere meiner Generation diese Stadt so bald wie irgend möglich verlassen. Nur, dass ich andere Schlüsse daraus ziehe.

Alles andere wäre gelogen.

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Chuck Norris Fact 0 

There is no Chuck Noris autobiographie. If he ever did one, he would try to kill himself, succeed and dismember his own body, laughing, and then go on not ruling the universe as that is too mundane a task for him; because he does not take shit from anybody.

reason for this entry (in German)

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Bay = Böse 0 

Michael Bay ist böse. Ich möchte gleich zu Anfang klarstellen, dass Michael Bay bösartig ist. Mit etwas Pech auch in dem Sinne, wie man das in der Medizin meint: Er breitet sich aus.
Immerhin hat er jetzt schon Produzent Steven Spielberg soweit infiziert, dass der nichts gegen Transformers getan hat.

Was habe ich Transformers als Kind geliebt.
Ja, ich weiss, dass die Geschichten und Dialoge miserabel waren, die Serie sich ständig selbst widersprach (Kamen die Constructicons jetzt von Cybertron oder wurden sie erst auf der Erde gebaut?) und die ganze Serie basierte auf Actionfiguren.

Ist irgendetwas davon ein Grund dafür, einen schlechten Film zu machen?
Nein.

Aber konkreter: Transformers fühlt sich an, wie ein zwei Stunden andauernder Trailer.
Dass ständig geballert, gerannt, gefahren und gekämpft wird – okay, es ist ein Film mit meterhohen Robotern, die sich im Krieg miteinander befinden.
Aber warum ist ausnahmslos jeder menschliche Charakter in dem Film vollkommen hysterisch? Alle brüllen wild durcheinander, keiner lässt den anderen zu Wort kommen und überhaupt verhalten die Menschen sich, als hätte man ihnen grade eine dicke Überdosis Adrenalin gespritzt.
Auf jeden Fall niemand dabei, mit dem ich jemals eine WG oder sowas gründen würde. Oder auch nur Urlaub in der selben Stadt verbringen wollte.

Ja, der Humor holt einiges wieder raus und der sich in ein Radio verwandelnde Frenzy ist trotz einer gewissen Ähnlichkeit mit Jar-Jar Binks wesentlich erträglicher als dieser.
Es gibt für uns alte Freaks ein paar augenzwinkernde Anspielungen auf die Serie, was die Alten immer freut. Ganz vorne an natürlich „You failed me yet again, Starscream!“.
Und was das Ende angeht: Ach was soll’s, Logik ist im Filmgeschäft im Moment sowieso out.

Wenn’s denn ein Score sein soll: 3/10

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