Kurzgeschichte: Ninjutsu 0 

Die folgende Kurzgeschichte habe ich Ende November für einen Weihnachtsgeschichtenwettbewerb geschrieben. Leider war sie ein paar hundert Zeichen zu kurz für die Mindestanforderungen. Stärker wollte ich sie aber wirklich nicht strecken. Und ein wenig unkonventionell ist sie auch.
Nun, da heute Heiligabend ist, gebe ich die Geschichte statt dessen einfach frei an alle Leser weiter.

Schöne Weihnachten allen Lesern
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Filmabend: Windshield 0 

Ein kleiner animierter Kurzfilm von 2008, der damals auch einige Preise abgeräumt hat.
mE nix besonderes, aber ganz nett.

Windshield from Max Brandl on Vimeo.

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Stöckchen: Die 100 finanziell erfolgreichsten Filme aller Zeiten 0 

Wenn man mal nicht weiss, was man schreiben soll, schnappt man sich ein Stöckchen.

Hier ist ein Prachtexemplar: Es ist simpel, voll von Begriffen, nach denen die Suchmaschinen ständig das netz durchforsten (eben die 100 erfolgreichsten Filmtitel bis März 2010) und man kann dazu viele Fragen stellen:
– Wenn es eine Liste der erfolgreichsten Filme aller Zeiten ist, wo sind dann die zukünftigen Titel? Es sei denn…


Oh nein, es ist wahr! Rette sich wer kann! *panik*

– Gibt’s die auch in inflationsbereinigt?
– Kann es sein, dass diese Liste nur englischsprachige Filme erfasst?

Naja, als kleiner Lückenfüller für die echten Inhalte (ja, ist was in der Pipeline) gibt es die Liste und die erfüllte Aufgabe, alle Filme fett zu markieren, die ich selber gesehen habe. Das Stöckchen stammt von the Kesro.

001. Avatar – Aufbruch nach Pandora, 2009, James Cameron
002. Titanic, 1997, James Cameron
003. Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs, 2003, Peter Jackson
004. Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2, 2006, Gore Verbinski
005. The Dark Knight, 2008, Christopher Nolan
006. Harry Potter und der Stein der Weisen, 2001, Chris Columbus
007. Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt, 2007, Gore Verbinski
008. Harry Potter und der Orden des Phönix, 2007, David Yates
009. Harry Potter und der Halbblutprinz, 2009, David Yates
010. Der Herr der Ringe – Die zwei Türme, 2002, Peter Jackson
011. Star Wars Episode 1 – Die dunkle Bedrohung, 1999, George Lucas
012. Shrek 2 – Der tollkühne Held kehrt zurück, 2004, Andrew Adamson, Kelly Asbury, Conrad Vernon
013. Jurassic Park, 1993, Steven Spielberg
014. Harry Potter und der Feuerkelch, 2005, Mike Newell
015. Spider-Man 3, 2007, Sam Raimi
016. Ice Age 3, 2009, Carlos Saldanha, Mike Thurmeier
017. Harry Potter und die Kammer des Schreckens, 2002, Chris Columbus
018. Der Herr der Ringe – Die Gefährten, 2001, Peter Jackson
019. Findet Nemo, 2003, Andrew Stanton
020. Star Wars Episode 3 – Die Rache der Sith, 2005, George Lucas
021. Transformers – Die Rache, 2009, Michael Bay
022. Spider-Man, 2002, Sam Raimi
023. Independence Day, 1996, Roland Emmerich
024. Shrek der Dritte, 2007, Chris Miller
025. Krieg der Sterne, 1977, George Lucas
026. Harry Potter und der Gefangene von Askaban, 2004, Alfonso Cuaron
027. E.T. – Der Außerirdische, 1982, Steven Spielberg
028. Der König der Löwen, 1994, Roger Allers, Rob Minkoff
029. Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels, 2008, S. Spielberg
030. Spider-Man 2, 2004, Sam Raimi
031. 2012, 2009, Roland Emmerich

032. The Da Vinci Code – Sakrileg, 2006, Ron Howard
033. Die Chroniken von Narnia – Der König von Narnia, 2005, Andrew Adamson
034. Matrix Reloaded, 2003, Andy & Larry Wachowski

035. Oben, 2009, Pete Docter, Bob Peterson
036. Transformers, 2007, Michael Bay
037. New Moon – Biss zur Mittagsstunde, 2009, Chris Weitz
038. Forrest Gump, 1994, Robert Zemeckis
039. The Sixth Sense, 1999, M. Night Shyamalan
040. Fluch der Karibik, 2003, Gore Verbinski
041. Ice Age 2, 2006, Carlos Saldanha
042. Star Wars Episode 2 – Angriff der Klonkrieger, 2002, George Lucas
043. Kung Fu Panda, 2008, Mark Osborne, John Stevenson
044. Die Unglaublichen, 2004, Brad Bird
045. Hancock, 2008, Peter Berg

046. Ratatouille, 2007, Brad Bird
047. Vergessene Welt – Jurassic Park, 1997, Steven Spielberg
048. Die Passion Christi, 2004, Mel Gibson

049. Mamma Mia!, 2008, Phyllida Lloyd
050. Madagascar 2, 2008, Eric Darnell, Tom McGrath
051. 007 – Casino Royale, 2006, Martin Campbell
052. Krieg der Welten, 2005, Steven Spielberg
053. Men in Black, 1997, Barry Sonnenfeld
054. 007 – Ein Quantum Trost, 2008, Marc Forster
055. I Am Legend, 2007, Francis Lawrence
056. Iron Man, 2008, Jon Favreau

057. Nachts im Museum, 2006, Shawn Levy
058. Mission: Impossible 2, 2000, John Woo
059. Armageddon, 1998, Michael Bay
060. King Kong, 2005, Peter Jackson
061. The Day After Tomorrow, 2004, Roland Emmerich
062. Das Imperium schlägt zurück, 1980, Irvin Kershner
063. Wall-E – Der Letzte räumt die Erde auf, 2008, Andrew Stanton
064. Kevin – Allein zu Haus, 1990, Chris Columbus
065. Madagascar, 2005, Eric Darnell, Tom McGrath
066. Die Monster AG, 2001, Pete Docter
067. Die Simpsons, 2007, David Silverman
068. Terminator 2 – Tag der Abrechnung, 1991, James Cameron

069. Ghost – Nachricht von Sam, 1990, Jerry Zucker
070. Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich, 2004, Jay Roach
071. Aladdin, 1992, John Musker, Ron Clements
072. Troja, 2004, Wolfgang Petersen

073. Twister, 1996, Jan De Bont
074. Indiana Jones und der letzte Kreuzzug, 1989, Steven Spielberg
075. Illuminati, 2009, Ron Howard
076. Toy Story 2, 1999, John Lasseter
077. Bruce Allmächtig, 2003, Tom Shadyac
078. Shrek – Der tollkühne Held, 2001, Andrew Adamson, Vicky Jenson
079. Der Soldat James Ryan, 1998, Steven Spielberg

080. Mr. & Mrs. Smith, 2005, Doug Liman
081. Die Rückkehr der Jedi-Ritter, 1983, Richard Marquand
082. Charlie und die Schokoladenfabrik, 2005, Tim Burton
083. Gladiator, 2000, Ridley Scott
084. Der weiße Hai, 1975, Steven Spielberg
085. Hangover, 2009, Todd Phillips
086. Mission: Impossible, 1996, Brian De Palma
087. Pretty Woman, 1990, Garry Marshall
088. Cars, 2006, John Lasseter
089. Matrix, 1999, Andy & Larry Wachowski
090. X-Men – Der letzte Widerstand, 2006, Brett Ratner

091. Das Vermächtnis des geheimen Buches, 2007, Jon Turteltaub
092. Last Samurai, 2003, Edward Zwick
093. Tarzan, 1999, Kevin Lima, Chris Buck
094. 300, 2007, Zack Snyder

095. Ocean’s Eleven, 2001, Steven Soderbergh
096. Pearl Harbor, 2001, Michael Bay
097. Men in Black II, 2002, Barry Sonnenfeld
098. Sherlock Holmes, 2009, Guy Ritchie
099. Das Bourne Ultimatum, 2007, Paul Greengrass
100. Mrs. Doubtfire – Das stachelige Kindermädchen, 1993, Chris Columbus

Ohje, ich glaube nicht, dass ich noch zu retten bin…

Zeitlinie für RevJack 0 

Wenn ich eine Geschichte schreibe, bleibt etliches von dem, was ich in ihre Entwicklung gesteckt habe, einfach draussen.
So auch bei meinem Projekt RevJack, einem SF-Briefroman um einen Menschen auf einem Alien-Planeten im späten 23. Jahrhundert Ich habe mich daher entschieden, die Zeittafel einfach hier einzustellen.

2038 – Die EU wird ein einziger Staat, USA fallen auf Mittelmacht-Status zurück
2039 – Zweite Ölkrise; Aufstieg der EU und der arabischen Welt, die darauf vorbereitet waren zu Supermächten
2054 – Endgültiger Durchbruch der Gentherapie am lebenden Menschen
2057 – Die Gemeinschaft arabischer Staaten erhebt Anspruch auf den Mond
2059 – Der Mond wird unter Protest der übrigen Staaten zwischen EU und Arabischer Liga aufgeteilt
2063 – Computertechnik stagniert mangels Nachfrage nach noch leistungsfähigeren Systemen
2078 – Erfindung der Stasekapseln, in denen Menschen nach vorheriger Gentherapie bei fünffach verlangsamten Lebensprozessen „gelagert“ werden können
Dezember 2081 – In der algerischen Wüste landet ein ausserirdisches Raumfahrzeug
2082 – Chikkikit-Diplomaten verlassen erstmals das Schiff, erste offizielle Kontakte
2088 – Technologie-Austausch misslingt, weil irdische und Chikkikit-Technologie zu verschieden für einen lohnenden Austausch sind
2089 – Die Chikkikit bieten Siedlungsraum auf Tachitirr für 10.000 Menschen an
2090 – Migrantenabkommen: Tachitirr nimmt 10.000 menschliche Kolonisten auf, die Erde 2.000 Chikkikit
2091 – Produktionsbeginn der Stasekapseln für die Kolonisten
2095 – 10.000 menschliche Kolonisten brechen in Stase in einem Chikkikit-Schiff nach Tachitirr auf
2137 – Siedlungsabkommen: Alle künftigen Besiedlungen neuer Welten werden von Menschen und Chikkikit gemeinsam durchgeführt
2150 – Arabisch ersetzt Englisch als Lingua Franca der Erde
2219 – Die Kolonisten erreichen Tachitirr um nur 23 Jahre gealtert
2229 – Die Bauarbeiten am menschlichen Siedlungsgebiet auf Tachitirr werden abgeschlossen
2280/2281 – Die Briefe (=das Buch) werden geschrieben und abgeschickt
2317/2318 – Die Briefe erreichen die Erde

Wieso ist all dies wichtig für die Geschichte?
Die Geschichte braucht eine glaubwürdige Entwicklung und vor allem einen glaubwürdigen Zeitplan. Das ist nicht einfach, weil ich die Geschichte in einer nach dem jetzigen Stand der Wissenschaft möglichen Welt ansiedeln wollte; also vor allem: Ohne Überlichttriebwerke.
Ich gab meinen Siedlern also mir realistisch erscheinende 30%-ige Lichtgeschwindigkeit und kam damit auf 123 jahre und 4 Monate Reisezeit zuzüglich Beschleunigung und Bremsmanöver. Bei so hohen Geschwindigkeiten vergeht die Zeit zwar langsamer, aber nicht viel langsamer: Für die Passagiere würden etwa 113 jahre vergehen.
Also brauchte ich so etwas wie Stase-Kapseln, in denen menschen in einem künstlichen Koma gehalten werden, ohne zu altern. Das fand ich unrealistisch, also gab ich ihnen eine abgespeckte Version davon: Stasekapseln, in denen die Alterung um 80% verlangsamt wird. Dafür werden eingefügte Gene einiger besonders widerstandsfähiger Organismen wie Hydren und Bärtierchen verwendet, daher die Gentherapie. Ich gehe nicht davon aus, dass ein nicht-genmanipulierter Mensch einen Aufenthalt in einem solchen System zur Alterungsverminderung überlebt.

Dann sind da noch ein paar Details drin: Der Aufstieg des Arabischen ist ein kleiner Wink, dass Englisch nicht ewig Weltsprache wird und das ein Ereignis wie der Erstkontakt mit einer anderen intelligenten Spezies den Ausschlag geben kann für die Frage, wer die neue Weltsprache wird. Im Buch selbst ist das nur eine kleine Randbemerkung.
Die stagnierenden Computer sollen die so genannte Singularität verhindern, also das Ende der Menschheit durch Entstehung einer neuen Maschinenzivilisation. Ihc persönlich bin allerdings ziemlich sicher, dass das nicht passieren wird, solange Microsoft noch unsere Betriebssysteme herstellt. Und ich glaube auch tatsächlich, dass die Entwicklung immer besserer Computer bald zu einem Ende kommen wird, weil wir keine Verwendung mehr für noch bessere Rechner haben.

Und damit ist die Bühne bereitet: Auf dem Planeten Tachitirr in 37 Lichtjahren Entfernung gibt es eine große menschliche Kolonie. Eine kurze Suche in der Liste der uns bekannten Sterne ergibt auch einen guten Kandidaten als Muttergestirn für den Planeten Tachitirr: Theta Persei im Sternbild des Perseus hat die gewünschte Entfernung und das Potenzial, einen erdähnlichen Planeten zu tragen.

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Hat sich Werbung verdient: Der yWriter 0 

Beim Schreiben längerer Geschichten holt mich gerne ein recht nerviges Problem ein: Während ich schreibe, kommen mir bereits Ideen für spätere Szenen. Das ist mit der Zeit häufiger geworden.
Früher habe ich in einem solchen fall einfach ein neues Kapitel angefangen, das zu dieser Szene umblendete und ließ die diversen Szenen von jeweils eigenen Figuren leben, deren weitere Geschichte dann auf das Ende hinauslief. Wobei sihc die Personen der unterschiedlichen Szenen am Ende nicht unbedingt treffen oder kennen mussten – schließlich läuft das in der Wirklichkeit ja auch nicht so.
Das Ergebnis war, dass ich zwar fertig wurde, der Roman aber recht chaotisch war und zu viele Hauptfiguren und Sprünge hatte. Wirklich funktioniert hat das nur bei meiner nie veröffentlichten Schubladenarbeit Siliziumdioxid, später hat es nur noch aufgehalten.

Im Grunde müsste ich einen Plot, also eine Vorabplanung der groben Geschichte, erstellen. Doch dazu müsste ich die Geschichte bereits vorher kennen – meist kenne ich aber nur Anfang und Ende.
Biem genannten Siliziumdioxid etwa wusste ich bereits vorher, dass es um Silizium fressende Mikroben geht und dass am Ende Digiros, das Silicon Valley des 24. Jahrhunderts, untergegangen wäre. Doch die Verschleppung des Virus auf eine Nachbarwelt, seine Rolle in einer Roboterrevolte dort, seine positiven Auswirkungen auf einer weiteren Nachbarwelt und die Strategien, mit der einige siliziumbasierte Spezies auf sein Aufkommen reagierten, all das kam mir erst wesentlich später in den Sinn, während ich den Roman schrieb.
Und das kann eben sehr behindern, wenn man eine Idee hat, bevor sie in den Roman passt.

Nun hindetr mich das inzwischen beim Schreiben regelmäßig am Weiterkommen. Sünde besteht zur Zeit aus drei Fragmenten: Dem Anfang, einer Szene kurz nach dem Anfang und dem Ende. Immer wieder zwischen den Teilen des zunehmend länger werdenden Textes zu schreiben und den richtigen Ort für eine Szene zu finden, artet erheblich mehr in Arbeit aus, als es sollte.

An dieser Stelle nun kommt der yWriter ins Spiel: yWriter 5 ist ein kostenloses Programm, das speziell für das Schreiben von längeren texten aus dem Bereich der Fiktion gedacht ist.
Man legt eine grobe Struktur (Kapitel, Szenen) an und schreibt dann die einzelnen Szenen. Durch Zusatzinformationen lassen sich Orte, Charaktere und Gegenstände erfassen, weitere Funktionen wie eine Zeitschiene der Geschichte sind ebenfalls verfügbar.
Das wiederum kommt meiner Schreibweise sehr entgegen: Ich kann Szenen in beliebiger Reihenfolge schreiben, ohne den Überblick zu verlieren. Jederzeit kann ich nachsehen, in welchem Kapitel und welcher Szene ich bin, was davor kam und was danach kommt.

Auch vereinfacht das Programm es mir, zwischen verschiedenen Projekten zu springen – ich schreibe im Grunde immer an mehreren Geschichten zugleich, die sich jeweils so weit unterscheiden, dass ich mir tagesformabhängig immer eins rauspicke – Aasgeier an guten Tagen, Sünde an weniger guten und RevJack bietet sich durch seine Form als Briefroman zum zwischendurch weiterschreiben an.
Der yWriter macht es hierbei einfacher, wieder in das Projekt reinzukommen, das man dabei unterbrochen hat.
Ale drei Projekte kommen gut voran, auch wenn ich bei den Aasgeiern wohl demnächst eine Pause einlegen muss. Die Pause dient aber der Recherche und nicht an irgendwelchen Problemen mit dem Roman selber.

Der Erfolg dieser Software ist beachtlich, meine Schreibleistung steigt langsam auf ein gutes Maß, gestern waren es immerhin 440 Wörter am Tag. Mein Ziel sind die fast 2.000 Wörter, die der NaNoWriMo verlangt.

Und damit hat der yWriter sich die Werbung verdient: Er steigert erfolgreich meine Produktivität, was ich zunächst nicht annähernd geglaubt habe. Und für ein kostenloses Programm ist der Umfang beachtlich.
Sicher fehlen einige nützliche Zusatzfunktionen wie Thesaurus, Reimfinder und dergleichen, zum reinen Schreiben und der Organisation des projekts aber ist er hervorragend.

PS: Ja, wenn ich die alte Datei wiederfinde, überflieg ich das Manuskript mal und stell es dann online. Erwartet nicht zu viel – es ist zwar meine beste Schubladenarbeit, aber im Endeffekt immer noch ein Schubladenprojekt. Solide Space Opera ohne Anspruch.

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Filmabend V: The Amazing Screw-On Head 0 

Boah, hab ich grade eine Phase, in der ich nicht zum Bloggen komme (oder eMails beantworten, es hat sich wirklich eine Menge angesammelt, sorry an alle Betroffenen).

Naja, eine zwischenzeitliche Pflicht für den Blog zu erfüllen: Der Filmabend -- diese Woche mit der ersten und einzigen Folge der bizzaren Zeichentrickserie The Amazing Screw-On Head, einer Steampunk-Serie um einen Roboterkopf mit austauschbaren Körpern, der für Abraham Lincoln übernatürliche Bedrohungen bekämpft.


wird erst beim Draufklicken geladen. Beim Laden werden Daten an youtube.com übermittelt

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2. Werkstattbericht zu den Aasgeiern 0 

Es geht inzwischen etwas langsamer voran (aktuell 32 Seiten), aber das ist nicht verwunderlich, weil ich das erste Kapitel aus einer Inspiration heraus fast am Stück geschrieben habe, während ich beim Rest jetzt mehr handwerkliches tun muss. Ausserdem geht es aufs Ende des aktuellen Ratszuges zu, da gibt es mehr Sitzungen und politische Arbeit, die Zeit kosten.

Dennoch möchte ich auch diese Woche kurz enen Aspekt in dem Buch beleuchten – den Ishmael. Was ist er und warum habe ich ihn gewählt?

Der Ishmael
Benannt ist der Ishmael nach dem Erzähler in Moby Dick. Ein Ishmael ist eine Figur, die in der Geschichte zwar die zentrale Position, meist als Ich-Erzähler, annimmt, tatsächlich aber nur eine Nebenfigur ist.
In Moby Dick etwa erzählt Ishmael zwar, aber mit zunehmendem verlauf der Geschichte werden andere Figuren – allen voran Ahab. TV Tropes hat eine lange Reihe von Beispielen.
Ich persönlich kenne neben Moby Dick nur Final Fantasy XII und Deadly Creatures. Viele Figuren von Franz Kafka sind wohl in einer ähnlichen Situation.

Nun habe ich für Aasgeier einen Ishmael als Hauptfigur gewählt: Boris.
Die Geschichte in Aasgeier stellt ein geschwisterpaar in den Mittelpunkt, den 9-jährigen Boris und seine 13-jährige Schwester Jana. Dabei stellt Boris den Ich-Erzähler.
Ein Ishmael ist er, weil er zwar am Geschehen beteiligt ist, aber nicht so aktiv wie seine große Schwester. dabei nehme ich seine Perspektive aus mehreren Gründen als hauptperspektive:
1. Er ist ein Junge. Ich schreibe ungerne aus weiblichen Perspektiven aus Angst, zu klischeehaft zu werden.
2. Jugendbücher und die Liebe. Offenbar erwarten Verlage bei Jugendbüchern grundsätzlich immer eine Liebesgeschichte. da ich sowas (Liebesgeschichten) selber nie gelesen habe, schreibe ich es auch nicht. Erst recht nicht aus weiblicher Perspektive (siehe 1.) – um den Verlagen aber einen Gefallen zu tun und weil auch viele Leser das wollen gibt es dennoch ein Mädel, dass sich auch verknallen darf, nur halt nicht zu ausführlich.
3. Watson-Effekt. Boris ist als jüngerer noch stärker den elterlichen Werten verbunden als seine pubertierende Schwester. Damit kann er in einigen Fragen sehr gut Mehrheitspositionen vertreten, zu denen seine Schwester dann die Gegenseite darstellt. Da diese Mehrheitspositionen wiederum näher an denen der Leser sein dürften (weil Mehrheit), bietet er sich als Identifikationsfigur an. Auch ist er als jüngerer der beiden eine gute Figur, über die man Fragen stellen kann, weil er weniger Schulbildung hinter sich hat und jüngere Kinder grundsätzlich als neugieriger gelten.

Ich finde den Ishmael eine sehr angenehme Erzählperspektive.
Er erleichtert als Ich-Erzähler die Identifikation mit den Figuren in der Geschichte, wird aber selber nicht zu stark durch seine eigenen Taten vom Geschehen um ihn herum abgelenkt. Dennoch kann er, wenn nötig, eingreifen oder widersprechen.
In diesem speziellen Fall stellt er auch eine Hierarchie der Figurenkenntnis her: Sich selbst kennt er am besten, seine Schwester bereits seit seiner Geburt, die anderen Kinder in der Geschichte sind ihm neu (die Familie ist grade erst umgezogen) und die Welt des Tagebaus ist ihm völlig fremd. Das wirkt sich natürlich darauf aus, wie viel Verständnis er jeweils hat, beziehungsweise wie sehr ihn etwas interessiert.

Die Namen Boris (von Borislaw, russisch: Kämpfer) und Jana (von Johannes, hebräisch: Gott ist gnädig) haben übrigens nichts weiter zu bedeuten, Ich habe die Bedeutungen erst später ergoogelt.

PS: So viele Gedanken wie über Aasgeier habe ich mir übrigens noch nie über die Konstruktion eines Buches gemacht. Ich glaube, das ist ein gutes Zeichen.

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Tagebau-Literaturnachtrag 0 

Letzte Woche hatte ich ja ein paar Romane um die rheinischen Braunkohletagebaue vorgestellt. dazu habe ich jetzt noch zwei kurze Nachträge aus dem englischsprachigen Teil der Welt, ein Buch und einen Film:

Zunächst mal das Buch. Darauf hat mich Kay Löffler aufmerksam gemacht, von dem der vorgestellte Roman Dorf der Wolkenmacher stammt.
Da ich das Buch nicht gelesen habe, kopiere ich einfach den Klappentext von Außer Kontrolle (OT: Dragline) hier rüber:

Das Haus war spottbillig – und es zu kaufen ein verhängnisvoller Fehler. Gideon und seine Mutter sind gerade erst nach Cold Knot gezogen, einer kleinen Siedlung am Rand des Kohlereviers. Eigentlich sollte der Tagebau nächsten Monat eingestellt werden. Jetzt ist keine Rede mehr davon. Bei Tag und Nacht reißt eine gigantische Maschine die Erde auf, tyrannisiert die Gegend mit Lärm und Staub. Gideon ist ratlos, denn seine Mutter wird immer seltsamer. Gut, daß sie nicht weiß, was für entsetzliche Dinge ihm bei seinen Streifzügen begegnet sind: der schwarze Hund, der eigentlich tot sein müßte … das Reh, dem der Kopf abgetrennt wurde … Gideon klammert sich an seinen Verstand, mit dem er bisher alles unter Kontrolle hatte. Aber es kommt der Moment, wo ihm seine Klugheit allein nicht weiterhilft.

Das Buch ist nicht leider mehr neu erhältlich.

Der Film dagegen ist noch nicht neu erhältlich: Avatar.
Wer sich den Anfang des Films anschaut sieht, dass das, was die Ureinwohner auf Pandora bedroht, ein riesiger Tagebau ist. Dort wird zwar keine Kohle abgebaut sondern Unobtanium (sic!), aber es bleibt immerhin ein Tagebau.

Avatar sollte ja allgemein bekannt sein, mein Urteil: Der Film ist gut. Nichts neues, aber gut. Oder, um es mit dem besten Beitrag zum Thema zu sagen, den ich bisher gehört habe: „Leonardo war nicht der erste, der ein Portrait einer sitzenden brünetten Frau gemalt hat. Aber er hat es verdammt gut gemacht.“

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1. Werkstattbericht von den Aasgeiern 3 

Am Samstag hab ich mit dem Schreiben von Aasgeier begonnen. Soweit nichts ungewöhnliches, ich schreib immer mal wieder ein paar Fragmente, die sich dann mit der Zeit zu Geschichten entwickeln. Ab und an werden sie sogar fertig.
Was an Aasgeier anders ist: Es ist quasi meine erste Auftragsarbeit. Quasi, weil der Auftrag nicht von einem verlag kam, sondern von mir selbst.

Ich habe erstmals nicht mit der Idee für eine Story angefangen, sondern mit dem Gedanken „Darüber muss man doch mal was schreiben“.
Das Thema war in diesem fall der Braunkohleabbau im Tagebau. Ich war doch sehr erstaunt über die geringe Zahl von Geschichten, die sich um dieses Thema drehen. Hier verlieren tausende ihre Heimat und keiner schreibt darüber? Unglaublich!
Also überlegte ich mir, was denn spannendes in einem solchen Szenario – ein Loch frisst sich kilometerweit durch die Landschaft und zerstört alles, Menschen fliehen ins Umland – machen kann. Kar, offensichtlich eine ganze Menge. Ich selbst war relativ schnell beim Rand des Loches als Thema und der Frage, ob sich dort eine besondere Kultur des nahenden Untergangs bilden könnte.
Natürlich kann es das. Die Idee, die ich hatte (und von der ich jetzt noch nicht zu viel erzählen möchte) bot sich in der Form als Kinder- und Jugendroman an. Ein gutes Format, weil das Thema für Kinder etwa ab 8 interessant wird. Zwei Kinder als Hauptfiguren gaben mir auch die Gelegenheit, das Thema in seiner Gänze abzudecken – von den Bergbauschäden über die Mondlandschaft des Tagebaus bis zu den verlassenen Dörfern an seinem Rand. Zugleich ließ sich das Thema so auch Personen ohne Vorwissen vorstellen.

Ein Kinderbuch zum Tagebau Garzweiler wird es also.

Und um nochmal zu dem Thema zu kommen, warum ich es überhaupt schreibe, hier die spärliche Literatur zum Thema. Alle drei übrigens keine schlechten Romane:

Fangen wir an mit einem weiteren Kinder- und Jugendbuch. Dorf der Wolkenmacher stellt eine Jugendclique im Umfeld der südlichen Tagebaue bei Köln vor. Ihr Leben ist soweit normal und sorglos. Bis ein Wald in der Nachbarschaft für den Tagebau gerodet wird.
Da nehmen die Kinder den Kampf gegen die RWE und die lokale Politik auf, die das erst ermöglicht hat. Und gegen den Vater eines der Kinder, der gegen die Bande ermitteln soll.
Das Buch wird vom BUND empfohlen und als Schullektüre benutzt.

Für die nächste Altersstufe gibt es dann einen Krimi: In Begraben in Garzweiler II kommt der umweltpolitische Sprecher der Grünen im Landtag bei einem mysteriösen Unfall ums Leben (okay, für mich als umweltpolitischer Sprecher der Grünen in Mönchengladbach ist das zusätzlich auch noch ein Horrorroman).
In die Ereignisse verwickelt wird Hieronymus Müllejans, der im zukünftigen Gebiet des Tagebaus ein Grundstück erbt. Er stößt auf Ungereimtheiten und wird schließlich fast selber Opfer eines Mordes. Seine nachforschungen führen in tief in den wirtschaftspolitischen Sumpf, in dem Tagebaubetreiber RWE/Rheinbraun sich zu suhlen pflegt.

Und zum Abschluss noch ein Buch aus Mönchengladbach – und auch das mit der höchsten empfohlenen Altersstufe. Ich würde es nämlich nur Erwachsenen empfehlen.
Hinter den Ginstertrieben ist ein Psycho-Thriller um die düsseldorfer Studentin Klaudia Kraft, die sich ritzt und mit einigen Kommilitonen ein Sorgentelefon betreibt. Als einer ihrer Anrufer ihr einen Kindesmissbrauch gesteht, führt ihre Suche nach dessen Identität sie in ihre Vergangenheit und ihre alte Heimat im Abbaugebiet Garzweiler II. Sie findet Antworten und ein Ziel: Den Kinderschänder durchs Telefon in den Selbstmord zu treiben.

Und um dem Titel „Werkstattbericht“ gerecht zu werden: Die erste Fassung des ersten Kapitels von Aasgeier ist fertig. 20 von insgesamt wohl etwa 100-150 Seiten.
Das Kapitel führt die beiden Hauptfiguren und ihre Familie ein und thematisiert die Bergbauschäden in Mönchengladbach.

Nachtrag: Begraben in Garzweiler II ist leider nicht mehr neu lieferbar.

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Plattgefahrene Grottenolme 3 

Axolotl. Hat die Natur eigentlich jemals ein niedlicheres Amphibium erschaffen als das Axolotl?
Da ich schonmal ein Axolotl gesehen habe, dessen hintere Hälfte das Mittagessen einer Schildkröte geworden war, habe ich auch eine ungefähre Vorstellung davon, wie Axolotl Roadkill aussieht. Hauptsächlich ein kleiner Haufen zermanschter Organe. Niedlicher zermanschter Organe.

Womit mir schonmal klar ist, wieso der gleichnamige Roman (Niedlicher zermanschte Organe Axolotl Roadkill) so heisst. denn es entspricht ziemlich genau dem, was mit ihm passiert.
Aber nacheinander, in Phasen:

1. Axolotl

Süß, oder?
Also: Es kommt eine junge Autorin und schreibt ein Buch. Dieses Buch ist pseudointellektueller Müll genau das, was die Feuilletons gerne sehen, wenn sie sich nicht grade ein völlig bescheuertes Wort als Eigenbezeichnung ausdenken (ernsthaft, war „Literatur“ nicht gut genug?). Also etwas, was bei der breiten leserschaft kaum weitere beachtung verdient, denn seien wir mal ehrlich: Die meisten in den Feuille… auf den Literaturseiten gut besprochenen Werke sind irrelevanter, gekünstelter Kram, den eh nur Literaturstudenten lesen. Sie sind der Grund für den schlechten Ruf der Literatur in Deutschland.
Aber nunja: Das Buch wird also hochgefeiert, verkauft sich (im Normalfall ungelsen) in die Regale der Möchtegern-Gebildeten und bekommt ein-zwei bedeutend genannte Preise.
So läuft der Hochliteratur-Teil des Buchverlagswesens.
Dass die Autorin erst 17 ist und dennoch gestelzt gebildet und hochnasig angeberisch kryptisch-intellektuell zu schreiben vermag, verhilft ihr zu etwas mehr Hype als normalerweise. dennoch gilt: Niemand ausserhalb der Literaturseiten beachtet sie und wenn doch, dann eher negativ (siehe jene wenigen Kritiken auf amazon.de, die älter sind als der Kopier-Skandal).

2. Noch ein Axolotl

Doch zur Rettung eilt da auch schon der Skandal!
Das Axolotl Buch ist nämlich ein Klon Plagiat! Zack, schon hat man einen Skandal, der die Presse und Blogosphäre durchzieht, das Buch bekannt macht und es auf Platz 1 der Verkaufscharts katapultiert.
Und jeder deutschsprachige Blogger des Planeten, mich offensichtlich eingeschlossen, macht den Scheiss mit.
Ja, so funktioniert Marketing – mit Skandalen macht man Kohle.
Das Buch wird ein Hit, die Autorin reich und die Zeitungen können plötzlich die Rolle wechseln und opportunistisch die Kopiererei verteidigen, die sie sonst so verurteilen, sobald es um ihre eigenen Texte geht. Was aber ehrlicher ist in einer Zeit, in der Tageszeitungen zu 95% aus abgeschriebenen Agenturmeldungen und Pressemitteilungen bestehen.
Und die Blogger dürfen mal wieder so richtig tief ins besserwisserische Klohaus ihrer eigenen Existenz greifen und Dinge sagen wie „War doch klar, das hätte eine 17-jährige nie schreiben können!“ Das allerdings offenbart mehr über Menschenbild und Vorurteile der Schreiber als über 17-jährige – eine 17-jährige kann theoretisch über so ziemlich alles schreiben, über das auch eine (sagen wir mal) 34-jährige schreiben kann. Ausser vielleicht das Ausfüllen von Steuererklärungen. Wieso auch nicht?
Mir unterdessen wird klar, dass ich da grade den wohl selbstreferenziellsten Absatz meines Lebens geschrieben habe, weil ich grade besserwisserisch über besserwissende Besserwisser herziehe.
Für die Blogger ist es aber auch ein interessanter Lesermagnet und so ergibt sich eine positive Rückkopplung dergestalt:
Skandal zieht Leser an -> Skandal wird publik -> Publiker Skandal zieht noch mehr Leser an -> Skandal wird noch publiker
Das nutzen Blogger dann teilweise in schon abstrus anmutenden beiträgen über die (bei großen Skandalen völlig normale, siehe Zensursula) plötzliche Vervokabularisierung des Namens der Autorin, bei denen mein Linguistikstudium nur mit hängenden Kopf zu schniefen anfängt.

3. Plattgefahrene Grottenolme
Nein, kein Bild diesmal.
Das Ende der Geschichte bleibt abzuwarten. Einige erwarten eine Revolution unserer Ideen vom Urheberrehct, andere das Ende der Karriere von Helene Hegemann.
Naja – das Thema wird zum Jahresende niemanden mehr interessieren und wenn Hegemanns Karriere enden sollten, dann wegen ihres literarischen Niveaus. Wahrscheinlicher ist aber, dass „Such das Plagiat“ bei ihren Romanen eine Art Volkssport (naja, Feuilletonistensport) wird. Und das Buch selbst ist dabei unter die Räder gekommen und liegt jetzt als besagter Organhaufen auf dem Seziertisch in der schule – was bei einem Buch das beste ist, was ihm passierne kann, verkaufstechnisch gesprochen.
Wenn Helene hegemann indes marketingtechnisch so gut ist, wie es aktuell scheint, kann ihr das dann aber egal sein, weil sie mit den Millionenauflagen von Axolotl Roadkill reich genug ist, alles zu schreiben, was sie will. Wobei, das wiederum ist oft eine Voraussetzung für das Verfassen von Büchern, die tatsächlich gut sind.
Als Beispiel für die letzte These: Ich halte Die Blechtrommel für Grass‘ mit Abstand schlechtesten Roman – aber er hat den Weg freigemacht für den Rest von Grass‘ Werk. Den halte ich zwar auch nicht für gut, aber immerhin für um Längen besser als sein skandalträchtiges Debüt.

PS: Technisch gesehen sind Axolotl Tigersalamander, keine Grottenolme. Aber Grottenolme sind ihnen optisch ähnlicher und haben einen viel lustigeren Namen als Tigersalamander. Versucht mal, „Olm“ zu sagen, ohne dabei völlig bescheuert auszusehen.
PPS: Okay, das muss noch:

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