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Schachdaik: Bestie und Molosser 0 

Ich habe gestern lange über ein paar Neuerungen zum guten, alten Schachspiel nachgedacht. Ziel dabei war es, die Interaktion der Figuren abwechslungsreicher zu gestalten, indem einzelne Figuren eingeführt werden, die auf die Nähe anderer Figuren reagieren oder Fähigkeiten jenseits des bloßen Schlagens anderer Figuren haben.
Dazu habe ich drei Figuren ersonnen. Der Berserker ist noch nicht ganz ausgereift, aber die Bestie und ihre schwächere Variante, den Molosser, möchte ich hier einmal vorstellen.

Die Bestie
Empfohlene Darstellung
Drachenkopf, Schlange oder Drache

Herkunft
Die Bestie ist eine mystische Figur, die statt einer direkt schlagenden eine abschreckende Wirkung hat. Sie repräsentiert damit eine eher moderne Strategie, wie sie vor allem in den Kriegen des 19. und 20. Jahrhunderts aufkam.
Sie führt damit ein neues taktisches Element ein, das so im Schach bisher nicht vorkam.

Spiel
Die Bestie ersetzt in der Startaufstellung den Läufer.
Die Bestie kann sich in jedem Zug zwei Felder diagonal bewegen. Sie kann sich nur auf freie Felder bewegen. Alle gegnerischen Figuren, die dem Feld, auf das sich die Bestie bewegt benachbart sind, weichen ein Feld von der Bestie weg. Kann eine Figur nicht ausweichen, weil das dazu nötige Feld besetzt ist, ist diese Figur geschlagen.
In einer Variante kann sie auch den Turm ersetzen und bewegt sich dann zwei Felder vertikal oder horizontal.

Der Molosser
Empfohlene Darstellung
Hundekopf, vorzugsweise Mastiff oder ähnliche Rasse

Herkunft
Molosser waren kräftige, große Hunde, die im Altertum und bis ins Mittelalter hinein unter anderem in Persien, Griechenland, Rom und Germanien an Schlachten teilnahmen.
Im Laufe des Mittelalters verschwanden die Tiere dann aus den Armeen.
Im Schach nimmt der Molosser eine ähnliche Rolle ein wie die Bestie, ist aber weniger mächtig und zählt in die Bauernriege, was seiner Position in den echten Schlachten der Antike entspricht.

Spiel
Der Molosser ersetzt in der Startaufstellung die beiden äussersten Bauern.
Er kann sich in jedem Zug ein Feld horizontal oder vertikal bewegen. Der Molosser kann sich nur auf freie Felder bewegen. Alle gegnerischen Figuren, die dem Feld, auf das sich der Molosser bewegt benachbart sind, weichen ein Feld vom Molosser weg. Kann eine Figur nicht ausweichen, weil das dazu nötige Feld besetzt ist, ist diese Figur geschlagen.

Nutzungslizenz
Die private Nutzung der Figuren ist jedermann freigestellt.
Einbindung in nichtkommerzielle Projekte nur mit Hinweis auf den Urheber (mich).
Für die Einbindung in kommerzielle Produkte (Spiele, Schachsets, Bücher etc.), setzen Sie sich bitte mit mir in Verbindung. Alle Rechte vorbehalten.

Schrieb 0 

Ich erwähnte ja vor ein paar Tagen, dass ich inzwischen wieder ans Schreiben komme. Jetzt möchte ich mal kurz einen Überblick liefern, an was ich aktuell schreibe. Ich denke, ein-zwei dieser Romane sind in den nächsten zwei Jahren zu erwarten, hoffentlich in einem „richtigen“ Verlag, im Notfall mach ich aber auch auf BoD.
Alle Titel sind Arbeitstitel. Nur Sachen, die so weit gediehen sind, dass ich sie nach aktuellem Stand definitiv fertigschreiben werde.

1. Sünde
Okay, das gemeine ist, dass ich hiervon nichtmal den richtigen Arbeitstitel verrate. Er ist so ähnlich wie Sünde. Es ist eine dystopische Geschichte in einer Welt, in der die Kirche wieder die Macht erlangt hat, die sie zu Zeiten der Spanischen Inquisition einmal hatte.
Wird wahrscheinlich mein veröffentlichter Erstling, nachdem eine Freundin meinte, das Konzept zu diesem Roman sei das Interessanteste von denen, die ich ihr vorgestellt hatte (die anderen waren Endzeit und NSS).

2. Endzeit
Noch ein Werk zum Christentum: Wie sähe die Welt eigentlich aus, wenn die Bibel wahr wäre?
Wird mein Zweitling, wenn Sünde bei dem Verlag landet, den ich mir dafür erhoffe.

3. Erden-Tetralogie
Einzeltitel: Sand, Lehm, Torf, Humus. Eine Geschichte von vier Kulturen, kulturellem Austausch, bestätigten Vorurteilen und Identität.

Arbeitstitel von Geschichten, deren Fertigstellung ich noch nicht voraussagen kann: Fremde (SF), NSS (SF/Dystopie), Schule (Dystopie), Seemann (SF). Ausserdem ein Fantasy-Kurzroman (Groschenheftformat) ohne Titel.

Und noch ein Filmtipp: Gamer 0 

Immer mal wieder gibt es einen Film, der schlechte Kritiken kriegt, weil ihn keiner versteht. Die wenigen intelligenten Filme aus Hollywood sind meist solche Fälle.
Gamer wurde gerne wegen seiner Faszination mit Blut und Sex kristisiert. Nur wenigen Kritikern wurde klar, dass das Absicht war: Gamer parodiert, nein spiegelt, den Alltag in Multiplayer-Shootern und sinnlosen Netzgesellschaften à la Second Life. Schonungslos und – das wird viele schockieren – realitätsnah.
Gamer zeigt eine Welt, in der zwei Videospiele – Society und Slayers – entwickelt wurden, in denen echte Menschen als Figuren fungieren. Dabei kritisiert er Massenmedien und Kapitalismus ebenso wie die in diesem Film durch Abwesenheit (oder Tolerierung) glänzenden Staatenwesen. Er zeigt die Eigenheit, die die Multiplayer-Community von der „normalen“ Welt entwickelt hat, ihre Geschlossen- und Fremdheit. Dass echte Gamer ihn für eine Sammlung von Stereotypen halten, zeigt einzig eine fehlende Selbstreflexion der Kommentatoren – oder aber Angst vor der Erkenntnis.
Im Endeffekt geht es aber gar nicht um Gamer – es geht um die modernen Massenmedien und das, was wir so alles für Unterhaltung halten. Und wer Society für unmöglich hält, sie daran erinnert, dass wir das selbe auch noch in den 90ern von Big Brother dachten.

Gamers Problem ist es, für die Action-Fans zu storylastig und für die Storyfreunde zu actionhaltig zu sein. Beide Gruppen mögen ihn nicht. Oh, und das Ende ist etwas sehr einfach – da hatte man wohl gemerkt, dass die 90 Minuten Filmzeit schon fast um waren.

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Literarische Bekanntschaften I 1 

Irgendwann vor 4-5 Jahren hat dieses Blog mal als Literaturblog angefangen. Und während ich nicht so durchgehend schrieb, wie ich wollte (drei Romane sind fertig, allesamt für den Giftschrank unlesbarer Frühwerke, daneben ein paar Kurzgeschichten und Gedichte), sind andere da weiter.

Im Moment fühle ich mich (endlich) wieder nach Schreiben und meine neuen Ideen sind von meinen frühen Sachen qualitativ meilenweit entfernt (im positiven Sinne).
Im letzten jahr habe ich von einigen Büchern erfahren, die aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis stammen. Die jeweils letzten stelle ich hier als Einstieg in den Literaturbetrieb einfach mal vor.
In Zukunft mache ich das immer, wenn ich von einem neuen Buch erfahre.


Wolfgang Klosterhalfen
Reimbibel: Die Schreckliche Schrift in Reimen und Versen

Wolfgang hat sich die Bibel vor- und dabei auseinandergenommen. Und dann in anspielungs- und hintergrundreichen Versen wieder zusammengesetzt. Angereichert werden diese mit Erläuterungen, welche Freiheiten im jeweiligen Teil genommen wurden und warum.
Gut, Paarreime sind nicht grade die Höhe der Lyrik, aber als Düsseldorfer darf der das. Karnevalistische Prägung halt.
PS: Mit einem BoD-Buch auf Rang 90.000 im amazon-Ranking zu kommen ist durchaus eine beeindruckende Leistung.


Mario Bocks
Syntagma – Ansichten von der Zivilisationstheke: Gedichte und Gedanken

Ich bin nicht ganz sicher, warum das erste Google-Ergebnis für dieses Buch der japanische Ableger von amazon ist.
Ich hab bisher nur in die Amazon-Vorschau und die gekürzte Google-Books-Variante geschaut. Offen gestanden sieht es für mich aus wie ein Blog in Buchform. Ach, ich mag Annekdotensammlungen einfach nicht, sorry Mario.


Henk de Lamper
Lebenshilfen für fröhliche Atheisten

Das ist schon ein paar Tage älter und offenbar nicht mehr neu erhältlich, Henk erwähnte es mir gegenüber aber erst im letzten Herbst. Immerhin ist das Buch sogar älter als meine aktive Beteiligung in der atheistischen Szene.
Leider hab ich es (noch) nicht, daher kann ich nicht viel dazu sagen.
Nachtrag 7. 1.: Henk schreibt mir grade, das Buch gibt es doch noch neu, nur bei amazon halt nicht mehr.


Michael Schmidt-Salomon
Jenseits von Gut und Böse

Ich muss ehrlich sagen, bei Micha bin ich immer sehr gespalten, aber das letzte ist eindeutig eines seiner guten Bücher. Es sind allgemein ausgerechnet seine Bestseller, die ich nicht mag.
Jenseits von Gut und Böse spart sich die polemische Antireligiösität, die man auch von Richard Dawkins kennt und liefert eineBetrachtung über die Frage ab, was „Gut“ und „Böse“ eigentlich sind, wo die Begriffe herkommen und wieso wir sie nicht brauchen. Sowas sollte er öfter schreiben.


Mina Ahadi
Ich habe abgeschworen

Mina, die in Deutschland im Exil lebt, weil ihr im Iran die Todesstrafe wegen Abkehr vom Islam droht, sollte man kennen oder zumindest gelesen haben, wenn man sich mit Religionskritik beschäftigt. Dank ihr weiss ich beispielweise, dass es in Deutschland nicht so viele Muslime gibt, wie gerne behauptet. Man zählt nämlich im statistischen Bundesamt einfach alle Immigranten aus als islamisch geltenden Ländern als Muslime.
Sie mag in ihrer Ablehnung des Islam radikal sein – aber das ist angesichts ihrer Biografie mehr als verständlich. Und sie ist immer noch um Meilen besser als die meisten deutschen Autoren gegen den Islam, die einfach nur verdeckmantelte Xenophobie betreiben.

2. Türchen 2009 0 

Es ist Dezember und weil ich von einem Pizza-Anbieter einen Adventskalender mit Schokolade als Werbegeschenk bekommen habe, werde ich für jedes Türchen einen Blogeintrag schreiben. den 1. Dezember habe ich verpasst, da war ein Flugzeug drin.
Was in den Beiträgen drin ist? Woher soll ich das vorher wissen?

2. Dezember: Ein Stiefel
Blogkonversion: Ein überraschend politisches Grimmbrüder-Märchen

Es war einmal ein Müller, der hatte drei Söhne, seine Mühle, einen Esel und einen Kater; die Söhne mußten mahlen, der Esel Getreide holen und Mehl forttragen, die Katze dagegen die Mäuse wegfangen. Als der Müller starb, teilten sich die drei Söhne in die Erbschaft: der älteste bekam die Mühle, der zweite den Esel, der dritte den Kater; weiter blieb nichts für ihn übrig. Da war er traurig und sprach zu sich selbst: »Mir ist es doch recht schlimm ergangen, mein ältester Bruder kann mahlen, mein zweiter auf seinem Esel reiten – was kann ich mit dem Kater anfangen? Ich laß mir ein Paar Pelzhandschuhe aus seinem Fell machen, dann ist’s vorbei.«

»Hör«, fing der Kater an, der alles verstanden hatte, »du brauchst mich nicht zu töten, um ein Paar schlechte Handschuhe aus meinem Pelz zu kriegen; laß mir nur ein Paar Stiefel machen, daß ich ausgehen und mich unter den Leuten sehen lassen kann, dann soll dir bald geholfen sein.« Der Müllersohn verwunderte sich, daß der Kater so sprach, weil aber eben der Schuster vorbeiging, rief er ihn herein und ließ ihm die Stiefel anmessen. Als sie fertig waren, zog sie der Kater an, nahm einen Sack, machte dessen Boden voll Korn, band aber eine Schnur drum, womit man ihn zuziehen konnte, dann warf er ihn über den Rücken und ging auf zwei Beinen, wie ein Mensch, zur Tür hinaus.

Damals regierte ein König im Land, der aß so gerne Rebhühner: es war aber eine Not, daß keine zu kriegen waren. Der ganze Wald war voll, aber sie waren so scheu, daß kein Jäger sie erreichen konnte. Das wußte der Kater, und gedachte seine Sache besserzumachen; als er in den Wald kam, machte er seinen Sack auf, breitete das Korn auseinander, die Schnur aber legte er ins Gras und leitete sie hinter eine Hecke. Da versteckte er sich selber, schlich herum und lauerte. Die Rebhühner kamen bald gelaufen, fanden das Korn – und eins nach dem andern hüpfte in den Sack hinein. Als eine gute Anzahl drinnen war, zog der Kater den Strick zu, lief herbei und drehte ihnen den Hals um; dann warf er den Sack auf den Rücken und ging geradewegs zum Schloß des Königs. Die Wache rief. »Halt! Wohin?« – »Zum König!« antwortete der Kater kurzweg. »Bist du toll, ein Kater und zum König?« – »Laß ihn nur gehen«, sagte ein anderer, »der König hat doch oft Langeweile, vielleicht macht ihm der Kater mit seinem Brummen und Spinnen Vergnügen.« Als der Kater vor den König kam, machte er eine tiefe Verbeugung und sagte: »Mein Herr, der Graf« – dabei nannte er einen langen und vornehmen Namen – »läßt sich dem Herrn König empfehlen und schickt ihm hier Rebhühner«; wußte der sich vor Freude nicht zu fassen und befahl dem Kater, soviel Gold aus der Schatzkammer in seinen Sack zu tun, wie er nur tragen könne: »Das bringe deinem Herrn, und danke ihm vielmals für sein Geschenk.«

Der arme Müllersohn aber saß zu Haus am Fenster, stützte den Kopf auf die Hand und dachte, daß er nun sein letztes Geld für die Stiefel des Katers weggegeben habe, und der ihm wohl nichts besseres dafür bringen könne. Da trat der Kater herein, warf den Sack vom Rücken, schnürte ihn auf und schüttete das Gold vor den Müller hin: »Da hast du etwas Gold vom König, der dich grüßen läßt und sich für die Rebhühner bei dir bedankt.« Der Müller war froh über den Reichtum, ohne daß er noch recht begreifen konnte, wie es zugegangen war. Der Kater aber, während er seine Stiefel auszog, erzählte ihm alles; dann sagte er: »Du hast jetzt zwar Geld genug, aber dabei soll es nicht bleiben; morgen ziehe ich meine Stiefel wieder an, dann sollst du noch reicher werden; dem König habe ich nämlich gesagt, daß du ein Graf bist.« Am andern Tag ging der Kater, wie er gesagt hatte, wohl gestiefelt, wieder auf die Jagd, und brachte dem König einen reichen Fang. So ging es alle Tage, und der Kater brachte alle Tage Gold heim und ward so beliebt beim König, daß er im Schlosse ein- und ausgehen durfte. Einmal stand der Kater in der Küche des Schlosses beim Herd und wärmte sich, da kam der Kutscher und fluchte: »Ich wünsche, der König mit der Prinzessin wäre beim Henker! Ich wollte ins Wirtshaus gehen, einmal einen trinken und Karten spielen, da sollt ich sie spazierenfahren an den See.« Wie der Kater das hörte, schlich er nach Haus und sagte zu seinem Herrn: »Wenn du ein Graf und reich werden willst, so komm mit mir hinaus an den See und bade darin.« Der Müller wußte nicht, was er dazu sagen sollte, doch folgte er dem Kater, ging mit ihm, zog sich splitternackt aus und sprang ins Wasser. Der Kater aber nahm seine Kleider, trug sie fort und versteckte sie. Kaum war er damit fertig, da kam der König dahergefahren; der Kater fing sogleich an, erbärmlich zu lamentieren: »Ach! Allergnädigster König! Mein Herr, der hat sich hier im See zum Baden begeben, da ist ein Dieb gekommen und hat ihm die Kleider gestohlen, die am Ufer lagen; nun ist der Herr Graf im Wasser und kann nicht heraus, und wenn er sich noch länger darin aufhält, wird er sich erkälten und sterben.« Wie der König das hörte, ließ er anhalten und einer seiner Leute mußte zurückjagen und von des Königs Kleider holen. Der Herr Graf zog dann auch die prächtigen Kleider an, und weil ihm ohnehin der König wegen der Rebhühner, die er meinte, von ihm empfangen zu haben, gewogen war, so mußte er sich zu ihm in die Kutsche setzen. Die Prinzessin war auch nicht bös darüber, denn der Graf war jung und schön, und er gefiel ihr recht gut.

Der Kater aber war vorausgegangen und zu einer großen Wiese gekommen, wo über hundert Leute waren und Heu machten. »Wem ist die Wiese, ihr Leute?« fragte der Kater. »Dem großen Zauberer.« – »Hört, jetzt wird gleich der König vorbeifahren, wenn er wissen will, wem die Wiese gehört, so antwortet: dem Grafen; und wenn ihr das nicht tut, so werdet ihr alle erschlagen.« Darauf ging der Kater weiter und kam an ein Kornfeld, so groß, daß es niemand übersehen konnte; da standen mehr als zweihundert Leute und schnitten das Korn. »Wem gehört das Korn, ihr Leute?« – »Dem Zauberer.« – »Hört, jetzt wird gleich der König vorbeifahren, wenn er wissen will, wem das Korn gehört, so antwortet: dem Grafen; und wenn ihr das nicht tut, so werdet ihr alle erschlagen.« Endlich kam der Kater an einen prächtigen Wald, da standen mehr als dreihundert Leute, fällten die großen Eichen und machten Holz. »Wem ist der Wald, ihr Leute?« – »Dem Zauberer.« – »Hört, jetzt wird gleich der König vorbeifahren, wenn er wissen will, wem der Wald gehört, so antwortet: dem Grafen; und wenn ihr das nicht tut, so werdet ihr alle erschlagen.« Der Kater ging noch weiter, die Leute sahen ihm alle nach, und weil er so wunderlich aussah, und wie ein Mensch in Stiefeln daherging, fürchteten sie sich vor ihm. Er kam bald an des Zauberers Schloß, trat keck hinein und vor diesen hin. Der Zauberer sah ihn verächtlich an, dann fragte er ihn, was er wolle. Der Kater verbeugte sich tief und sagte: »Ich habe gehört, daß du dich in jedes Tier ganz nach deinem Belieben verwandeln könntest; was einen Hund, Fuchs oder auch Wolf betrifft, da will ich es wohl glauben, aber von einem Elefant, das scheint mir ganz unmöglich, und deshalb bin ich gekommen, um mich selbst zu überzeugen.« Der Zauberer sagte stolz: »Das ist für mich eine Kleinigkeit«, und war in dem Augenblick in einen Elefant verwandelt. »Das ist viel«, sagte der Kater, »aber auch in einen Löwen?« – »Das ist auch nichts«, sagte der Zauberer, dann stand er als Löwe vor dem Kater. Der Kater stellte sich erschrocken und rief: »Das ist unglaublich und unerhört, dergleichen hätt ich mir nicht im Traume in die Gedanken kommen lassen; aber noch mehr, als alles andere, wär es, wenn du dich auch in ein so kleines Tier, wie eine Maus ist, verwandeln könntest. Du kannst gewiß mehr, als irgendein Zauberer auf der Welt, aber das wird dir doch zu hoch sein.« Der Zauberer ward ganz freundlich von den süßen Worten und sagte: »O ja, liebes Kätzchen, das kann ich auch«, und sprang als eine Maus im Zimmer herum. Der Kater war hinter ihm her, fing die Maus mit einem Satz und fraß sie auf.

Der König aber war mit dem Grafen und der Prinzessin weiter spazierengefahren, und kam zu der großen Wiese. »Wem gehört das Heu?« fragte der König. »Dem Herrn Grafen«, riefen alle, wie der Kater ihnen befohlen hatte. »Ihr habt da ein schön Stück Land, Herr Graf«, sagte der König. Danach kamen sie an das große Kornfeld. »Wem gehört das Korn, ihr Leute?« – »Dem Herrn Grafen.« – »Ei! Herr Graf! Große, schöne Ländereien!« – Darauf zu dem Wald: »Wem gehört das Holz, ihr Leute?« – »Dem Herrn Grafen.« Der König verwunderte sich noch mehr und sagte: »Ihr müßt ein reicher Mann sein, Herr Graf, ich glaube nicht, daß ich einen so prächtigen Wald habe.« Endlich kamen sie an das Schloß, der Kater stand oben an der Treppe, und als der Wagen unten hielt, sprang er herab, machte die Türe auf und sagte: »Herr König, Ihr gelangt hier in das Schloß meines Herrn, des Grafen, den diese Ehre für sein Lebtag glücklich machen wird.« Der König stieg aus und verwunderte sich über das prächtige Gebäude, das fast größer und schöner war als sein Schloß; der Graf aber führte die Prinzessin die Treppe hinauf in den Saal, der ganz von Gold und Edelsteinen flimmerte.

Da ward die Prinzessin mit dem Grafen versprochen, und als der König starb, ward er König, der gestiefelte Kater aber erster Minister.

Quelle: Projekt Gutenberg

Shadaik über Watchmen 0 

So, gestern nachmittag Watchmen angeschaut. Und da ich den Film hier im Blog ja ein wenig mitvorschussbelorbeert habe, hier meine Meinung dazu:

Watchmen ist… ein Film. Kein aussergewöhnlich toller Film, kein schlechter Film, einfach nur ein Film. Er ist in Ordnung, man kann ihn ansehen und die fast 3 Stunden gehen gut rum.
Die Spezialeffekte sind gut, Nite Owls Fluggerät ein Traum für jeden Steampunk-Fan. Die Moral des Endes ist fragwürdig, aber das ist wohl Absicht. Der Rest ist irgendwie einfach nichts besonderes.

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Dr. Wilhelm Nachglos 1 

Blablabla etc. pp. von GuttenbergJupp, da isser wieder, der Nachglos.

Diesmal mit einem Nachkommentar: All ihr beschissenen besserwisserischen pseudoempörten neunmalklugen Klugscheisser!
Hört bitte auf, so zu tun, als hättet ihr es besser gewusst. Wenn es nicht inzwischen ein Geständnis beim Bildblog und eine Korrektur bei der Wikipedia gegeben hätte, stünde jetzt bei euch nämlich auch überall Wilhelm (zumindest, wenn ihr überhaupt berichtet hättet).

Steckt euch eure selbstgerecht-heuchlerische Besserwisserei also bitte sonstwohin. (Seht ihr, ich hab sogar ganz lieb „Bitte“ gesagt).
Ich ergänze indes meine alte Namensgebung der Herrn Dr. Nachglos um „Wilhelm“. Weil ich nicht so tun muss, als wären solche Lappalien der Untergang des Abendlandes.

Bildquelle: Wikipedia

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Schon blöd 0 

Achtung, unverschämtes Product Placement von links!

Generation Doof, der nächste Titel aus der beliebten Serie Generation BeliebigesAdjektivoderNomen ist ja grade in aller Munde und Hirne und teilt sich da seinen Platz mit der übrigen Empörungsliteratur darüber wie doof wir doch alle sind. Wer die Ironie bemerkt darf jetzt kichern.

Fertig gekichert? Gut, dann zurück zur Sache:
Mal wieder also herrscht der Untergang des Abendlandes. oder zumindest des deutschsprachigen Mitteleuropas. Wobei das Buch ja wenigstens konsequent ist: Es hackt mal nicht auf Schülern, Arbeitern, Politikern oder sonst einer Sondergruppe rum, sondern auf alle von 15 bis 45.
Die Begrenzung dürfte nur noch dazu dienen, überhaupt irgendeine Rechtfertigung für den abgenutzten Generationenbegriff zu haben. Korrekter wäre, wenn man denn schon fast die komplette Bevölkerung einbezieht, dennoch Deutschland ist doof.

Bei Generation Doof handelt es sich, wie schon angedeutet, um Empörungsliteratur erster Klasse, genauer um eine Art Anthologie der Empörung.

Mal wieder wird so getan, als hätten wir irgendwann in einer mit PISA vergleichbaren Studie signifikant besser abgeschnitten (haben wir nicht) und seien nun unterdurchschnittlich – offenbar ist es schon unterdurchschnittlich, wenn die Leistungen nur knapp über der Durchschnittsleistung liegen.
Der Niedergang der Allgemeinbildung wird bedauert, es fehlt aber wie üblich an einer Hinterfragung, wozu die Allgemeinbildung eigentlich gut ist und ob es irgendeinen Sinn macht ( ;-) ), heute noch Wissen abzufragen, das vielleicht 1960 mal relevant war. Viele kennen also Beethoven nicht mehr – na und? Beschwer ich mich, wenn mein Nachbar eine meiner Lieblingsbands nicht kennt?* Und dann ist da noch die Sache mit der Recherche und Zusamenarbeit mit Verblödungsblatt numero uno, aber das nur am Rande.
Teenager, die sich wie Teenager benehmen (zum Beispiel in der Überschrift zu diesem Spiegel-Interview angedeutet)sind übrigens auch ein Zeichen für Verdoofung. Dabei ist daran wirklich nur neu, dass sie es jetzt vor einer Kamera tun. Vorher waren Kameras halt zu teuer und wenn man doch eine hatte, fand man die Aufnahmen nicht im Internet.
Oh, und die Sprache verfällt wie üblich auch mal wieder. Das tut sie übrigens schon so lange, dass man sich wundern darf, wieso wir eigentlich überhaupt noch zur Kommunikation in der Lage sind.

Apropos Interview – was soll das eigentlich heissen?:

Jeder konnte auf Anhieb eine Handvoll Beispiele für Mitglieder der „Generation Doof“ nennen. Und wir haben festgestellt, dass dieses Phänomen keine intellektuelle Schicht verschont – auch der Rechtsanwalt parkt sein Kind vor der Playstation.

Man gehört also zur Generation Doof, wenn man PlayStation (ist übrigens ein Markenname mit Binnenmajuskel, liebe Lektoren) spielt?

Alles in allem: Im Westen (sowie Norden, Osten und Süden) nichts Neues.

Aber dieser Quark nervt mich einfach. Vielleicht schreib ich auch ein Buch zum Thema: Ja, doof – was dagegen?
Über die Frage, warum gesellschaftlicher Wandel eigentlich immer negativ zu sein scheint, wie Motzköppe immer wieder Einzelbeispiele zu Allgemeinheiten aufblähen und woher eigentlich dieses Bedürfnis zum Motzen kommt, dem ich ja auch exzessiv huldige.
Ich glaube, ich fange gleich an. Und wie die Doofen damit geködert werden, über vorgebliche Doofheit anderer zu lachen.

Generation Doof jedenfalls ist sicherlich unterhaltsam als kleine Motzschrift zur Entspannung. Ersntnehmen und als Sachbuch auffassen sollte man es genausowenig wie das, was sich in der durchschnittlichen Blogosphäre (also hier) findet.
Denn alles in allem wirkt Generation Doof wie ein etwas über 300 Seiten langer Blogeintrag. Ich glaube, mit dieser Erwartunshaltung kann das Buch sogar ganz angenehm zu lesen sein – ich sollte es noch einmal versuchen.

Achja, zum amazon-Link da oben: Dort gibt es auch eine Leseprobe als PDF, noch im oberen Bereich der Seite. Ist ein bisschen klein geschrieben, aber lohnt sich für alle, die sich ein wenig vom Stil des Bandes überzeugen wollen.

*Beethoven hat wunderschöne Musik gemacht, ich sehe aber keinen Grund, von irgendwem zu erwarten, diese zu kennen. Es gibt eine Menge guter Musiker, die so gut wie niemand kennt.

Chuck Norris Fact 0 

There is no Chuck Noris autobiographie. If he ever did one, he would try to kill himself, succeed and dismember his own body, laughing, and then go on not ruling the universe as that is too mundane a task for him; because he does not take shit from anybody.

reason for this entry (in German)

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Revealing the Truth 0 

Ubisoft ist bei Videospielern bekannt dafür, Screenshots aus einen kommenden Titeln zu beschönigen. So auch beim letzten angekündigten Titel, Chessmaster – The Art of Learning (nein, ich denk mir den Untertitel nicht aus) für den DS.

Hier der Screenshot, den Ubisoft veröffentlicht hat:

Und hier, wie das ganze meiner Rekonstruktion zufolge im Original aussah:

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Extra Extra Vlogs und Geschichten Fiction Science