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Neues eBook: Introduction 1 

Diesen Monat habe ich mal was neues probiert und erstmals an der Eight Hour Challenge teilgenommen.
Bei dieser geht es darum, innerhalb von acht Stunden ein eBook zu schreiben, zu korrigieren, veröffentlichungsbereit zu machen und zu publizieren (Zeit der Überprüfung durch den Verkäufer nicht eingeschlossen). Die ursprüngliche Idee stammt von Joe Konrath, aber Scott Gordon hat daraus jetzt eine (voraussichtlich) regelmäßige Veranstaltung gemacht.
Für die letzte Challenge erfuhr ich etwas zu spät davon, aber diesmal passte es und schrieb ich in unter acht Stunden diese kleine Tour durch die schwimmende Stadt Pacifica mit den Augen des chinesischen Neuankömmlings Chang Wu auf dem Weg zu seinem Bewerbungsgespräch. Er weiss, dass er in der Botschaft arbeiten soll und dass dies mit seinem akademischen Hintergrund zu tun hat, aber aufgrund der Geheimhaltung von Pacifica in dieser Sache nicht, was genau seine Aufgabe ist.

Pacifica ist ein großer Topf Ideen, zusammengeschmolzen zum Bild einer Stadt, wie es sie heute nicht gibt. Als Handlungsort spukte sie mir schon eine ganze Weile im Kopf herum, zunächst als Atlantis, dann aufgrund der besseren Voraussetzungen im Pazifik. Die Stadt nimmt in meiner Vorstellung von 2028 bis etwa 2100 Form an, absorbiert dabei die technologischen Fortschritte dieser Zeit und bildet einen Ort ständigen Wandels, angetrieben und befüllt von Kreativität, Innovation und Dingen, die nur an einem solchen Ort ohne Geschichte gefunden werden können. Und nur ein kleiner Teil davon, die Situation der Stadt im Jahre 2061, findet in dieser Geschichte Niederschlag. Das Bild einer Stadt, die langsam eine Geschichte erhält und zugleich eine neue Zukunft baut.
Als Kurzgeschichte von nur 2.100 Wörtern (etwa 2.400 mit Impressum und dem ganzen Kram) ist Introduction näher an dem, was ich in der Schule als Kurzgeschichte kennen gelernt habe, als an dem, was heutzutage unter dem Begriff läuft: Sehr kurze Episoden aus der Welt, die komplett auf das Ende als eigentlichen Inhalt der Geschichte ausgerichtet sind. Alles davor ist der Aufbau einer Welt und einer Situation, die dem Ende Kontext verleiht, in manchen Fällen, wie hier in der Science-Fiction, auch Plausibilität.
Zugleich implizieren die hier vorgefundenen Dinge und Ereignisse so viel über den Rest der Welt, dass ich eine einzige große Spielwiese für Science-Fiction-Ideen erhalte. Was ist mit Alt-Venedig passiert? Wie hat Italien und Europa reagiert? Was hat es mit den Hunden auf sich? Oder mit der Strickleiter zu den Sternen? Wer ist/war Laetitia Färber? In dieser Geschichte ist spekulativer Spass für Jahre angelegt!

Unzufrieden bin ich offen gestanden mit dem Cover. Dass ich das Projekt letztlich mit einem so langweiligen Cover abgeschlossen habe liegt daran, dass ich ganz einfach kein brauchbares Motiv gefunden habe. Das war etwas frustrierend. Ich hoffe, ich finde später noch ein Motiv und werde das Cover dann ersetzen.
Theoretisch sollte es möglich sein, ausreichend subtil mit grafischen Elementen auf das Ende hinzuweisen, aber ich habe auf die Schnelle nichts gefunden, was das Ende nicht gleich komplett verraten würde. Schon während des Schreibens war mein größtes Problem, das Ende nicht bereits im Dialog zwischen Chang Wu und seinem Interviewer Aldo Esposito zu verraten. Ich denke, das ist ein Problem, das ganz einfach mit dieser Art Geschichte einhergeht, vor allem als eigenständige Veröffentlichung.

Alles in allem habe ich an dieser Veröffentlichung fünf Stunden gearbeitet, davon vier für die Geschichte. Ich denke, zukünftige Beiträge zur Challenge werden länger sein, jetzt, da ich den zeitrahmen etwas besser kenne und weiss, dass Luft nach oben ist. Eine noch kürzere Geschichte als diese würde ich auf jeden Fall kostenlos anbieten wollen, 2.100 Wörter ist so ziemlich das absolute Minimum, für das ich mich wage, Geld zu verlangen.

Das Einstellen bei Amazon lief wie immer gut und flüssig.
Etwas Sorgen hatte mit Smashwords gemacht. Ich habe noch nie zuvor bei Smashwords veröffentlicht und viel beunruhigendes über den Meatgrinder gehört. Der Meatgrinder (deutsch: Fleischwolf) ist ein Programm, mit dem Smashwords seine Dateien für den Verkauf erzeugt. Anders als Amazon, wo ich eine praktisch fertige Kindle-Datei einreichen kann, nimmt Smashwords eine Word-Datei und erzeugt daraus die diversen eBook-Formate.
Der Meatgrinder ist berüchtigt dafür, beim geringsten Formatierungsfehler in der Word-Datei die Annahme zu verweigern. Innerlich war ich also darauf vorbereitet, gestern nacht zwei oder drei Versuche durchspielen zu müssen, um die Geschichte hochzuladen. Und dann: Erfolg beim ersten Versuch, die Datei wurde sofort konvertiert und zum Verkauf übernommen. Sie wartet jetzt auf Freigabe für den Premium-Vertrieb, was bedeutet, dass das eBook bei erfolgreicher Überprüfung dann auch bei anderen eBook-Verkäufern wie Kobo, Barnes & Noble und iBooks erhältlich sein wird.

Hier erstmal die Links, die bisher verfügbar sind, die weiteren trage ich dann in der englischen Bücherliste nach, wenn sie kommen:
Smashwords (Formate ePub, Mobi/Kindle, PDF, LRF, RTF, PDB, TXT sowie zum online lesen)
Amazon.de (Kindle)

Zur Erinnerung für die Newsletter-Abonnenten: Ihr bekommt heute noch einen Coupon für Smashwords ;-)

Und damit auf zum nächsten Projekt: Schwarzer Schwinge ist so gut wie fertig, es fehlen noch etwa 4.000 Wörter plus ein Tag für den letzten Schliff am Text. Damit werde ich es erstmals schaffen, in einem Monat zwei Projekte fertigzustellen, vorausgesetzt, ich breche mir nicht plötzlich beide Hände. Und die Füße. Und den Hals, dass ich nicht mal mehr mit der Nase tippen kann. Oder… lassen wir die Szenarien, ich mach einfach.
Meine aktuell neu gefundene Produktivität in eigener Sache bringt grade so einen schönen Enthusiasmus-Schub mit sich, den muss ich nutzen. Also, Schwarzer Schwinge in den sieben verbliebenen Tagen des Monats minus je einem Tag fürs Korrigieren und Publizieren? Das pack ich. Tschakka!

Mythos Enhanced eBook 1 

Mal wieder läuten die Glocken vom Ende des traditionellen eBooks, angeblich sterben die ePaper-Lesegeräte zu Gunsten von iPads und iPhones. Verursacher diesmal: „Enhanced eBooks“, also eBooks, die mehr als nur Text und Bilder bieten – etwa Ton, eingebettete Videos und interaktive Elemente.
Nun, ich habe meine Zweifel an der Wahrheit der These, dass klassisch-buchartige eBooks in absehbarer Zukunft ersetzt werden. Ich könnte lange ausführen, wie beispielsweise Romane in den letzten 100 Jahren eine beständige Entwicklung hin zu weniger Zusatzmaterial wie Bildern hatten, nicht zu mehr und wie dies das Erlebnis des Lesens eines Romans verbessert hat. Oder wie viel angenehmer Lesen auf ePaper im Vergleich zu einem Display ist.
Aber ich finde einen anderen Aspekt viel interessanter: Die Geschichte der Zukunft des Buches.

Was Behauptungen von der Zukunft des Lesens gerne übersehen ist, dass es nicht nur eine Sorte Bücher gibt und dass Sachbücher, Fachbücher, Romane, Comics, Biografien und etliche andere Formate alle unterschiedliche Anforderungen und auch völlig unterschiedlichen Nutzen von verschiedenen technischen Fortschritten haben. Aber bisher hat sich immer gezeigt, dass der Vorgang des Lesens einer Geschichte sich nicht ändern ließ. Lasst mich euch durch 40 Jahre (nahezu) ausgebliebener Medienrevolution führen. Weiterlesen »

Selbstverleger-Schlagzeilen zum Aufhorchen 0 

Die letzten Tage gab es zwei Schlagzeilen zum Thema Selbstverlag in Deutschland, die ich sehr interessant fand und die weitere iMplikationen haben. Deswegen wollte ich dazu mehr schreiben, als bei Twitter möglich ist, auch wenn es für einen meiner Blogbeiträge vergleichsweise kurz wird. An alle, die jetzt aufatmen: Das mit der Kürze wird nicht lange halten.

Springer wegen Adobe DRM verklagt
Die Buchkette Osiander und eBuch haben Springer verklagt, weil diese eBooks mit und ohne DRM zum gleichen Preis anbieten, also als gleichwertige Produkte.
Auch wenn ich darüber sehr verwundert bin (wo bitte gibt es ein Gesetz, das vorschreibt, dass zwei Produkte unterschiedliche Preise haben müssen?), das Ergebnis sollten Selbstverleger mit großer Spannung erwarten, sind sie doch bei einigen Anbietern (etwa dank Adobe DRM bei fast allen großen deutschen Anbietern) zum Anbieten mit Kopierschutz gezwungen, während dies bei anderen (sowie natürlich auf der eigenen Webseite) freiwillig ist.
Die bisherige Auffassung war meines Wissens überall so, dass ein gleicher Preis sogar verpflichtend ist, schließlich gilt die Buchpreisbindung auch unabhängig davon, ob ein Buch eingeschweisst oder lose verkauft wird. Ein davon abweichendes Urteil hätte große Auswirkungen auf die Preisgestaltung, vor allem würde es diese nicht grade unkomplizierter machen.

Zum Tode von Michael Szameit
Vergangene Woche Freitag verstarb Michael Szameit. Szameit war einer der bedeutendsten Science-Fiction-Autoren der DDR und zeichnete sich als solcher gegenüber westlichen Autoren durch einen positiveren Zukunftsbegriff aus (etwas, was Ostblock-geprägte Autoren gemeinsam haben, siehe auch den Polen Stanislaw Lem oder den Russen Isaac Asimov).
Wichtig für Selbstverleger ist dabei: Szameit war zuletzt ein ebensolcher. Er hat seine Romane im Selbstverlag für Kindle angeboten und dies genutzt, um die Bücher zu fairen Preisen und sogar in wiederholten Gratisaktionen anzubieten.
Die FFrage, da er nun tot ist, lautet: Was geschieht nun mit diesen Werken? Sicher, sie stellt sich bestimmt nicht zum ersten Mal, aber dennoch: Was geschieht nun mit diesen Einnahmen und vor allem mit dem dazugehörigen Kindle-Konto? Haben Szameits Erben sein Passwort zum Selbstverleger-Bereich von Amazon? Können sie es bekommen? Haben sie ein Recht darauf es zu bekommen oder dürfen sie es am Ende gar nicht bekommen? Und wohin gehen die Einnahmen, wenn die Konten, an die diese fließen doch nun wahrscheinlich abgewickelt werden?
Ich bin gespannt, ob es darauf eine Antwort geben wird.

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Zack, veraltet! 0 

Manchmal hab ich echt Pech. Zum Beispiel, wenn der Stand der Wissenschaft fortschreitet, während ich ein Buch über genau jenes Thema vorbereite, zu dem es neue Erkenntnisse gibt. In diesem Fall geht es um Zackigen Zahnes. Die einführende Kurzgeschichte baut bisher auf der Vorstellung auf, dass die bizarren Anomalocariden die größten Fleischfresser in den Meeren des frühen Kambriums waren, bevor die Fische diese Stellung übernahmen. Und nun sieht es so aus, als wäre das falsch, wenigstens potenziell. Kurzgefasst wurde ein Vertreter der Gruppe gefunden, der sich höchstwahrscheinlich von Plankton ernährte. Das sieht auf den ersten Blick nicht wie ein großes Problem aus, immerhin gibt es auch Haie die Plankton fressen und ebenso räuberische Wale wie Plankton fressende Wale.

ich versuche gar nicht, diese Tiere zu beschreiben und stelle einfach ein Bild ein. Illu: Renato de carvalho ferreira, Wikimedia

Die Sache ist die: Sieht man sich nach diesem Fund die restlichen Anomalocariden an, wird klar, dass ihre Mundwerkzeuge für Planktonfresser weit mehr Sinn machen als für einen Beutegreifer an der Spitze der Nahrungskette. Es war lange ein Rätsel, wie diese Wesen fraßen und Spekulationen darüber haben die Paläontologie die letzten 30 Jahre beschäftigt. Die Mundwerkzeuge sind nicht geeignet, harte Schalen von Tieren wie Trilobiten zu zerbrechen, gleichzeitig ging man aber lange davon aus, dass sie diese fraßen, weil es entsprechende Überreste von zerbrochenen Trilobiten gab, die nur von Tieren von der Größe eines Anomalocaris stammen konnten.
Nun scheint es endgültig so, dass irgendetwas anderes diese Trilobiten gefressen hat. Und das alleine zeigt, dass wir noch längst nicht alles über die damalige Welt wissen.

So ist die Wissenschaft: Ständig gibt es neue Erkenntnisse. So verbessert sich unser Wissen um die Welt. Aber das bedeutet eben auch, dass Bücher veralten.

Das kann lästig sein, aber es passiert manchmal halt. In Zeiten des Papierpublizierens wäre das ein Problem gewesen, weil das Buch Monate später erschienen wäre und inzwischen vollkommen veraltet gewesen wäre.
Aber das Zeitalter des Papiers geht langsam zu Ende und was früher eine Katastrophe gewesen wäre, ist jetzt nicht mehr als eine kleine Hürde. Es verzögert vielleicht die Veröffentlichung um ein paar Tage, aber es gibt keinen Grund, mit einer veralteten Version eines Sachbuchs zu leben. Es gibt Updates und im schlimmsten Fall gibt es ein paar Tage Verzögerung.

7 auf einen Streich, Teil 3: Känozoikum 0 

Nach dem großen Knall in Form eines Meteoriteneinschlags, mit dem das Mesozoikum endete, kommen wir mit den drei verbliebenen Bänden der Meilensteine der Evolution ins Känozoikum, das Zeitalter der Säugetiere einschließlich der Gegenwart.
Uns erwartet ein kurzer Blick in die Vorzeit, dann zu den frühen Menschen und schließlich ein kleines bisschen in die Gegenwart und nächste Zukunft.
Alle drei Bände sollen am 31. März für Kindle erscheinen, weitere Plattformen sollen folgen.


Klaubender Klaue
Mexiko vor 3 Millionen Jahren

Der vorerst letzte Ausflug in die Zeit vor dem modernen Menschen führt zum großen amerikanischen Faunentausch, einem Ereignis, bei dem die zuvor getrennten Tierwelten von Nord- und Südamerika zusammentrafen, als die beiden Kontinente sich verbanden.
In der darauf folgenden Zeit kam es zu großen Veränderungen und schlussendlich verschwanden viele Tierarten, insbesondere fast alle südamerikanischen Beuteltiere und die spektakulären Riesenfaultiere (unten auf dem Cover) und Glyptodonten (oben zu sehen).

Entsprechend geht es im Brennpunkt der Ausgabe auch um Verdrängung und Wettbewerb zwischen den Arten.


Gefälliger Gestalt
Europa vor 10.000 Jahren

Mit Gefälliger Gestalt geht es in die Welt, wie der Mensch sie zu verändern beginnt. Da liegt das Thema des Bandes natürlich nahe: Zucht.

Mit dem aktiven Eingriff des Menschen in die Evolution beginnt ein neues Phänomen, es entstehen Tier- und Pflanzenarten, die nur dank der Hilfe des Menschen überhaupt existieren können: Getreide, Hunde, Katzen, Schweine und so weiter. Felder, Weiden, Masthöfe – der Mensch verändert die Welt schon mit seiner Nahrungsproduktion tiefgreifend und beeinflusst aktiv den Lauf der Evolution.


Künstlichen Chromosoms
Antarktis im Jahr 2031

Und hier ist das große kontroverse Thema: Gentechnik.
Ich möchte es gleich sagen: Wenn ich Sachbücher wie diese schreibe, bin ich um inhaltliche Neutralität bemüht. Und das wird einigen beim Thema Gentechnik nicht gefallen. Natürlich spreche ich Themen wie Monsantos Giftmischerei an, aber ebenso spreche ich über Golden Rice und Insulin.

Wenn ich von Zucht spreche, kann ich von Gentechnik nicht schweigen. Nicht davon, was sie anders macht als konventionelle Zucht, nicht davon, was sie problematisch macht. Und nicht davon, wozu sie gut sein kann und ist. Schon allein die Wichtigkeit des Themas gebietet ausgewogene Aufklärung und Information darüber.
Das Thema ist für die Gegenwart zu wichtig, um es auszulassen. Und es ist vor allem zu wichtig für Vorurteile und Phrasen.

Heimatliebe 0 

Eine der regelmäßigen Bullshit-Studien des Focus hat Gladbach mal wieder in keinem sonderlich guten Licht erscheinen lassen. Wie sehr das ganze Ranking Bullshit ist, sieht man an dem anderen Focus-Ranking, in dem Düsseldorf (hier Nr. 279) auf Platz 6 weltweit sitzt. Jedenfalls sah sich die RP sich genötigt, dagegen zu halten. Dazu nutzt sie eine der größten Listen von (ich schwöre, das ist das letzte Mal, dass ich dieses Wort in diesem Artikel benutze) Bullshit, die ich je in so kompakter Form gesehen habe:

Hier gibt es alles! Die Infrastruktur der Großstadt. Hier kann man Spitzenfußball sehen, und auch Bruce Springsteen singen hören, den Dalai Lama treffen und in einem Museum von Weltrang über den Blick moderner Künstler staunen.

Ja nee, is klar, der Dalai Lama schlendert hier ständig über die Straßen. Oh, Mann.

Daraufhin gab es in den lokalen sozialen Medien eine ganze Reihe von Liebesbekenntnissen zur Mönchengladbach. Ich alter Motzkopf habe oft genug die Frage gehört, warum ich hier bliebe, wenn es mir hier angeblich nicht gefiele. Die aktuelle Debatte gibt mir Gelegenheit, diese Frage ausführlich zu beantworten.

Die eine Tatsache, die ich vorausschicken möchte ist, dass ich keine Liebe für Verwaltungseinheiten empfinden kann. Nordrhein-Westfalen, Deutschland, Europa, diese Dinge sind mir emotional wurscht. Und damit auch eine Möglichkeit, eine Stadt zu lieben. Diese Dinge sind nichts weiter als verwaltungstechnische Einheiten, sie haben keine Bedeutung für mich jenseits der Kenntnis der unmittelbaren Einflussbereiche bestimmter Einzelpersonen (hauptsächlich Politiker und Verwaltungsmitarbeiter). Die politische Ebene Mönchengladbachs ist eine Notwendigkeit, eine Struktur, die letztlich wenig mit der Stadt selbst zu tun hat.
Ich komme nachher auf die Politik zurück.

Nein, ich liebe Mönchengladbach nicht. Ich mag einige Menschen hier, ich mag den Park gegenüber und noch einige der Wälder drumherum und… ja, im Grunde ist es das. Es ist sauberer als in großen Teilen von Düsseldorf oder gar Köln, das ist etwas, was ich als regelmäßiger Barfußläufer bezeugen kann. Es ist sicher, kaum eine Naturkatastrophe hat in dieser Gegend eine Chance, in den nächsten 2-3 Jahrmillionen echten Schaden anzurichten. Alles andere ist bestenfalls gewohnt.
Mönchengladbach ist eine Stadt der zusammengewürfelten Ersatzbauten zur Füllung der Weltkriegslücken. Der umfassende Wiederaufbau in den 50ern führte dazu, dass die Bausünden eben jenes Jahrzehntes allgegenwärtig sind, man siehe sich nur die rheydter Innenstadt an. Die Mundwinkel zeigen auf den Straßen nach unten, so man sie überhaupt hinter den vielen Windschutzscheiben an den viel zu vielen Autos sieht. Das wichtigste Hobby, das die Gladbacher neben Borussia teilen ist das Moppern (insofern bin ich ganz offensichtlich ein Produkt dieser Stadt). Die Atmosphäre ist im schlechtesten Sinne konservativ, was in der Praxis bedeutet, dass sie in fast allem etwa 20-30 Jahre hinter dem aktuellen Stand der Diskussion liegt und alles neue abgelehnt wird.

Und damit kommen wir zur Politik zurück. Liebte ich Mönchengladbach, ich wollte es nicht ändern. Doch ich will es ändern. Nein, das ist zu wenig gesagt: Ich wollte es am liebsten niederreissen und an seiner Statt eine neue Stadt errichten. Das geht nicht, also bleibt nur der Weg, die Stadt entsprechend zu verändern.
Ich muss etwas zurückspringen: In die Kommunalpolitik bin ich mehr oder weniger reingerutscht. Mein Interesse bei den Grünen war bei meinem Beitritt vor sechs Jahren zwar Politik, aber nicht die kommunale.
Wie gesagt identifiziere ich mich nicht mit Verwaltungseinheiten wie Ländern, sie sind aber der offensichtlichste Weg, die Welt zu verbessern. Und so albern das klingen mag, darum geht es mir.
Die Mönchengladbacher Politik ist mehr oder weniger der Bereich, in dem ich dies versuchen kann. Ich identifiziere nicht mit Verwaltungseinheiten, aber das heisst auch, diese Stadt ist Teil der Welt. Hier etwas zu verbessern heisst, einen Teil der Welt besser zu machen, so infinitesimal er auch sein mag.

Und das ist Teil der Antwort, warum ich mich um eine Stadt kümmere, die ich so wenig mag. Sie ist Teil jener Welt, an der mir etwas liegt. Hier etwas zu verbessern bedeutet immer, auch einen Teil der Welt zu verbessern.
Vielleicht sogar, das ist der andere Teil der Antwort, grade hier. Diese Stadt lässt mich oft genug verzweifeln. Doch dies ist für mich ein Motor. Wo es Grund zum Verzweifeln gibt, gibt es die Notwendigkeit, etwas zu verändern.
Ich wäre nicht in der Politik, wenn ich nicht glaubte, es gäbe Dinge, deren Veränderung all den Stress wert ist. Ich wäre nicht in der Politik, würde ich diese Stadt lieben. Ich bin letztlich aus dem selben Grund in der Politik, aus dem so viele andere meiner Generation diese Stadt so bald wie irgend möglich verlassen. Nur, dass ich andere Schlüsse daraus ziehe.

Alles andere wäre gelogen.

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7 auf einen Streich, Teil 2: Mesozoikum 0 

Im zweiten Trio der 9 Bände begeben wir uns ins Mesozoikum, das Zeitalter der Dinosaurier.
Dass alle Bände dabei im letzten Abschnitt des Mesozoikums, der Kreide, angesiedelt sind, ist mehr oder weniger Zufall.

Übrigens: Ich bin letzte Woche aus gesundheitlichen Gründen stark im Zeitplan zurückgefallen, das hatte ich heute bereits angedeutet. Das wird sich aber hoffentlich nicht auf die Veröffentlichung der Meilensteine der Evolution auswirken, ich muss die fehlende Woche halt mit etwas mehr Arbeit in der übrigen Zeit wieder reinholen.


Schwarzer Schwinge
China vor 120 Millionen Jahren

Die Entstehung der Vögel ist in einer Reihe zur Evolution vollkommen unvermeidbar und so taucht sie selbstverständlich auch hier auf. Nicht ganz so offensichtlich ist die Wahl von Microraptor als Star des Bandes mitsamt dem dazugehörigen chinesischen Setting.
Die offensichtliche Wahl wäre Archaeopteryx gewesen, der vor 150 Millionen Jahren in Bayern lebte. Aber: Microraptor lebte in einer Umwelt, die schlichtweg interessanter ist. Im China der frühen Kreidezeit erhob sich alles mögliche in die Lüfte – neben den Raptoren flogen auch bereits echte Vögel und die Flugsauriern herum. Auch gab es die in der Erdgeschichte immer wieder auftauchenden gleitenden Echsen. Eine gute Gelegenheit, die Vielfalt an fliegenden Tieren zu zeigen, aber auch die dortige Vielfalt an gefiederten Dinosauriern.
Entsprechend beschäftigt sich der Band im Schwerpunkt am beispiel der Federn mit den verschiedenen Formen, die ein Merkmal annehmen kann. Von den Flugfedern der Vögel über die Schmuckfedern einiger Dinosaurier bis zu den Borstenkämmen der frühen Ceratopier.

Klirrender Kälte
Alaska vor 70 Millionen Jahren

Hier ist der zweite Band der Reihe, der nicht zum 31. März erscheinen wird. Klirrender Kälte folgt den Dinosauriern der Arktis, allen voran den Pachyrhinosauriern. Die Reise einer Herde Pachyrhinosauriern wurde eher zufällig auch im Kinofilm Walking with Dinosaurs 3D gezeigt.
Aber zum einen war der Film furchtbar (es sei denn, man schaut ihn mit Ohropax bzw. ausgeschaltetem Ton) und zum anderen liegt das Konzept für diesen Band bereits seit einer Zeit auf meiner Festplatte, als ich von dem Film noch nicht einmal etwas ahnte.
Thema des Bandes wird die kulturelle Evolution sein, also die Rolle, die von Eltern und anderen weitergegebenes Verhalten in der Entwicklung des Lebens hat. Anders als gerne propagiert, ist kulturelle Evolution keine Besonderheit des Menschen und so nehme ich die Gelegenheit, das Thema im Rahmen von Wanderungsverhalten aufzugreifen.
Woran es hier mangelt? Schlichtweg an einem brauchbaren Titelbild.


Staksigen Schrittes
Nordamerika vor 66 Millionen Jahren

Das ist ein bereits erschienener Band, der das Ende der Dinosaurier aufnimmt. Oder in diesem fall der gleichzeitig ausgestorbenen und entfernt verwandten Flugsaurier.
Wie bei Feuchten Fußes gibt es auch hier nur die Ergänzung um einen thematischen Schwerpunkt in der Evolution, in diesem Fall wird im Lichte des Massensterbens die Rolle von Zufall, Glück und Pech beleuchtet und wie manche Lebewesen einfach aussterben, weil sie schlichtweg zur falschen Zeit am falschen Ort sind.
ich denke, es ist wichtig klarzustellen, dass bei allen anderen Einflüssen und Gesetzmäßigkeiten der Zufall im Leben immer eine gewisse Rolle spielt.

Nächsten Montag dann also das Känozoikum, das Zeitalter der Säugetiere. Und damit das kontroverseste Drittel der Serie. Es geht um Faultiere von der Größe eines Elefanten, Zucht und Gentechnik.

7 auf einen Streich, Teil 1: Paläozoikum 0 

Nachdem meine Buchproduktion im letzten Jahr extrem hinter meinen an mich gestellten Erwartungen zurückblieb, konnte ich dieses Jahr meine Produktivitäts enorm steigern und endlich wieder vorankommen, indem ich täglich etwas Zeit in die Buchproduktion steckte.
Endlich kann ich nun die Reihe Meilensteine der Evolution (fast) abschließen, meine Buchserie über die Evolution, die sich über die Zeit so sehr verändert hat. Von einer Serie zu den Übergangsformen in der Erdgeschichte zu einer Serie über die wichtigsten Ereignisse in der Evolutionsgeschichte mit Fokus auf je ein evolutionsbiologisches Thema in jedem Band.

Die Serie hätte bereits 2013 mit neun Bänden und einem Sammelband abgeschlossen sein sollen. Ganz offensichtlich ist das nicht geschehen.
Doch mit meiner neu gefundenen Produktivität komme ich schneller voran als je zuvor. Die Struktur der Bücher bietet die Gelegenheit, an mehreren Bänden parallel zu arbeiten und so kam ich auf die Idee, die sieben übrigen Bände in einem Schwung herauszubringen. Am 31. März wird es so weit sein, abhängig davon, wie schnell Amazon die dann eingereichten Bücher online stellt, könnte es auch der 1. oder 2. April werden.
Danach begebe ich mich an ein Papierbuch, das die Serie sammelt und um ein paar Kleinigkeit ergänzt, wie etwa Übersichten zu Erdzeitaltern, die die Serie aus verschiedenen Gründen überspringt.

Zwei Bände lassen noch auf sich warten, was hauptsächlich an der Bebilderung liegt: Für Klirrender Kälte gibt es kein geeignetes Titelbild, das werde ich wohl einzeln beauftragen müssen. Für Flammender Farne mangelt es zusätzlich zu einem Titelbild auch an brauchbaren freien Illustrationen für das Innenleben.
Ich lese mich grade in das Thema Crowdfunding ein, um die Serie (vorerst?) abschließen zu können.

An den verbleibenden drei Montagen will ich die sieben Bände der Reihe in chronologischer Reihenfolge vorstellen. In diesem ersten Teil also die Bände, die im Paläozoikum liegen, dem Zeitalter zwischen dem Auftauchen von Lebewesen mit Skeletten vor ca. 550 Millionen Jahren und dem größten Massensterben der Erdgeschichte vor ca. 250 Millionen Jahren. Oder kurz gesagt: Die Zeit vor den Dinosauriern.


Zackigen Zahnes
Kanada vor 545 Millionen Jahren

Die ursprüngliche Idee hinter den Meilensteinen war es, gezielt über durch die Kreationisten ausgelassene oder verfälschte Informationen aufzuklären. Die Kambrische Explosion ist eines der beliebtesten erdgeschichtlichen Ereignisse der Kreationisten, hat man doch lange Zeit gedacht, alle Sorten von Lebewesen wären damals urplötzlich aus dem Nichts aufgetaucht. Doch die Wissenschaft bleibt nicht stehen und so weiss man heute mehr denn je über die Dinge, die damals in der Tierwelt passiert sind.
Wir wissen inzwischen, dass die fremdartige Welt der kambrischen Ozeane keineswegs aus dem Nichts kam und es schon lange vorher Leben gab.

Aber nicht nur das: Die „Explosion“ lässt sich sogar relativ gut mit den Grundprinzipien der Evolution erklären, sie ist schlichtweg das zu erwartende Ergebnis, wenn Variation ohne nennenswerte Selektion geschieht, also eine der Grundkräfte der Evolution ohne ihr Gegengewicht freiläuft.
Hier kommt auch die zweite Aufgabe der Reihe hinzu, die Information über die Funktionsweise der Evolution. An keinem besseren Beispiel lassen sich Variation und Radiation so schön erklären wie in dieser kurzen Zeit, in der es nichts anderes gab.

So gerne ich auch Carel Brest van Kempens großartiges Kalenderbild der Burgess-Fauna verwenden würde, ein Tiermaler dieser Prominenz ist höchstwahrscheinlich nicht im Budget. Aber ich sag euch was: Sollten diese Bücher (oder das Crowdfunding für die zwei fehlenden Bände) genug Geld dafür machen, werde ich das Cover entsprechend überarbeiten.
Bis dahin hält dieses Foto eines Dioramas aus dem Museum Mensch und Natur in München her. Es zeigt nicht ganz so gut, wie anders die Welt des Kambrium war, ist aber ein durchaus realistisches Bild des Lebens in dieser Zeit.
Das Tierchen unten ist Opabinia, eine der zahlreichen wunderbar bizarren Arten aus der Gruppe der Radiodonten, die in der Geschichte mit mehreren Tieren (Opabinia und Anomalocaris) vertreten sind.


Feuchten Fußes
Grönland vor 360 Millionen Jahren

Dieser Titel ist ja bereits erschienen, aber mit den neuen Bänden gibt es hier eine leichte Überarbeitung.
Der wichtigste neue Punkt ist das Kapitel „Schlaglicht“, welches immer einen im jeweiligen Buch wichtigen Mechanismus der Evolution beleuchtet und erklärt.
Beim vorherigen Band war das Radiation, hier ist es nun Präadaption.

Mit dieser kleinen Ergänzung kann die Reihe ihren Zweck, anschaulich die Evolution zu erklären, fast schon perfekt erfüllen. ich sage fast, weil es ja immer sein kann, dass noch eine Verbesserung dazukommt, bis jetzt wüsste ich aber keine.
Mit dieser dritten Auflage ist Feuchten Fußes nun an einem Punkt angekommen, an dem ich nicht mehr glaube, am Grundkonzept der Serie noch etwas verbessern zu können. Das gilt ebenso natürlich für sämtliche Bände der Reihe.

Flammender Farne
Ruhrgebiet vor 320 Millionen Jahren

Dieser Zeitabschnitt enthält einen der beiden noch nicht veröffentlichungsreifen Bände. Ich möchte diesen aber nicht völig verschweigen. Flammender Farne führt in das Zeitalter des Karbon, dem Zeitalter der Wälder, Amphibien und riesiger Gliederfüßer wie drei Meter lange Tausendfüßer und 70 Zentimeter spannende Libellen.
Dieser Band setzt sein Augenmerk auf die Entwicklung der Pflanzen dieser Zeit und wie das Entstehen gewaltiger Wälder Klima und Lebensräume auf der Erde verändern.

Pflanzen führen ein eher stiefmütterlich behandeltes Dasein zwischen all den deutlich spektakuläreren Tieren der Urzeit. Aber sie sind es, die stärker als alle anderen Lebewesen das Antlitz der Erde prägen. Nur leider ist es sehr schwierig, von prähistorischen Pflanzen auch nur annähernd so viele und so gute Abbildungen zu erhalten wie von den Tieren der Urzeit.

Nächsten Montag geht es dann weiter ins Mesozoikum. Und damit, wie es sich gehört, zu den Dinosauriern und ihren nächsten Verwandten.

Produktiv 2014-01 0 

Ja, ich hab tatsächlich einen Vorsatz für 2014 gefasst.
Ich war mit meiner Produktivität in der Fertigstellung eigener Bücher sehr unzufrieden. 2013 habe ich nur ein neues Buch veröffentlicht – Staksigen Schrittes. Dazu kam eine erweiterte Auflage des Vorgängerbandes in der Reihe Meilensteine der Evolution, Feuchten Fußes. Die Serie sollte eigentlich schon abgeschlossen sein und ein Sammelband auf Papier 2014 erscheinen.
Jeden Monat des Jahres 2014 will ich daher eine neue Methode zur Produktivitätssteigerung umsetzen. Jede Maßnahme soll dabei dazu führen, dass ich schneller vorankomme, wobei hier nur Texte für Bücher zählt. Was nicht zählt, sind zum Beispiel Texte, für die ich über einen Auftrag direkt bezahlt werde, die Tweets unter eBooks für lau oder die Arbeit an Neuausgaben vergriffener gemeinfreier Werke.

Der erste Schritt hierbei ist die Einführung eines täglichen Planziels. Und damit ich dieses auch wirklich einhalte und nicht ständig auf den nächsten tag verschiebe, ist das damit verbunden, ein Diagramm anzulegen, das sofort aktualisiert wird, spätestens am Ende des jeweiligen Tages.
Hier ist das Diagramm für den Januar, Vorgabe waren 500 Wörter pro Tag (blaue Balken):

Dieser Plan ist für mich ziemlich gut geeignet, da ich in eine Art Wettrennen gegen den Vorgabebalken eintrete – jepp, es ist eine Art Gamification durch Einführung von Sieg- und Verlustbedingungen. Und als jemand, der etwa seit der Wende Videospiele spielt, spricht das meine antrainierten Instinkte in Bezug auf Wettbewerb an.

500 Wörter sind ein niedriges Ziel, das schreibe ich in etwa einer halben Stunde. Dennoch konnte ich allein durch diesen Plan die sieben übrigen Bände der Meilensteine der Evolution alle zur Hälfte fertigstellen und noch einige Stücke anderer Bücher schreiben. Ich werde, wenn ich das so aufrecht erhalten kann, problemlos zehn Bücher im ersten Halbjahr 2014 fertigstellen können.
Aber es kommen ja weitere Maßnahmen dazu, denn wie gesagt: Jeden Monat dieses Jahres werde ich eine weitere Maßnahme zur Steigerung meiner Produktivität einführen. Also habe ich die Vorgabe für Februar bereits auf 600 Wörter pro Tag erhöht. Die 500 haben ja schon ziemlich gut funktioniert, von kleinen Einbrüchen (auffälligerweise regelmäßig Samstage,, wobei einer davon mein Geburtstag war) abgesehen. Im Laufe des Jahres will ich die Vorgabe auf 1000 Wörter erhöhen.

Interessant an dem ganzen Versuch ist, dass die Produktivitätssteigerung über das Bücherschreiben hinaus ausstrahlt – ich habe in der letzten Zeit auch mehr Antragsentwürfe verfasst, bin besser mit meinem Maileingang zurechtgekommen und arbeite Auftragsarbeiten schneller ab.
Das Geheimnis zur Produktivität scheint vor allem zu sein, einen Schwung zu erhalten, der sich dann weiterträgt.

Schauen wir mal, wie das nächsten Monat weiterläuft.

MicroSF 0 

Ich bin schon seit langem der Überzeugung, dass eine Geschichte genau so lang sein sollte, wie ihr Verfasser braucht, um sie zu erzählen. Von vornherein ihre Länge zu planen, um festzulegen, ob sie eine Novelle, ein Roman oder eine Serie werden soll, halte ich für albern. Eine Geschichte endet, wenn sie fertig ist, es sei denn, das Ergebnis passt nicht mehr zwischen zwei Buchdeckel.

Eine von nur zwei Ausnahmen sind klassische Kurzgeschichten jener Art, wie Edgar Alan Poe sie eingeführt hat: Geschichten um eine sehr zentrale Handlung, die auf eine Art dramatische Pointe hinauslaufen. Allerdings können diese wiederum beliebig lang sein, ihr Stil sorgt automatisch für die Kürze. Kurzgeschichten, echte Kurzgeschichten, sind selten geworden, meist handelt es sich um halbe Romane, die zwar kurz sind, aber keine typischen Elemente der Kurzgeschichte haben.

Die zweite Ausnahme ist interessanter: Unter dem Begriff Twitteratur und zuvor als Microfiction ist eine Form aufgetaucht, die mit strikter Zeichenbegrenzung gewisse Strukturen erzwingt: Andeutungen, Geschlossenheit, kein Schnickschnack.
Es ist das einzige, was in meinen Augen eine Längenbegrenzung rechtfertigen kann, wenn sie Folgen für die Geschichte selber hat, sich also auch in der Art niederschlägt, wie eine Geschichte erzählt wird.
Dass ich Twitteratur dennoch ungern lese liegt daran, dass sie meist weniger eine Geschichte ist als vielmehr ein 140-Zeilen-Ausschnitt aus einer solchen.
Nun hat die Nature einen Wettbewerb für Micro-SF ausgeschrieben, Zeichenlimit: 200 Zeichen (mit Leer- und Satzzeichen). Gut, dachte ich mir, daraus lässt sich was bauen und nahm die Herausforderung an.

Da ich den eingereichten Beitrag gemäß der Wettbewerbsvorgaben nicht vor Abschluss der Auswahl veröffentlichen kann, veröffentliche ich hiermit die nicht eingereichten Beiträge. Natürlich in Englisch, da dies auch die Sprache des Wettbewerbs war:

He looked down the halls full of people with broken legs. The hospital had a whole scetion now for people forgetting earth had gravity. Stupid tourists.

„So, why are we supposed to land?“ Martha was right, Sandy knew. After centuries in space, what did the colonists want with a planet anyway? They’d proven they could live without one.

Like every year, the Tachitirr government would like to remind tourists to Earth that humans are mortal. Killing any is considered extremely rude.

First thing the humans did on first contact was a handwave. Impressed by their braveness, Gleurg accepted this invitation to war. Disappointingly, warfare lasted all of five minutes.

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