eBook-Land Woche 28 0 

Bücher im Verkauf: 5 | Eigene: 2 | Einkünfte: 117,73 € | Händler: 6

In eigener Sache
Feuchten Fußes konnte in seiner zweiten Woche erneut 16 Stück verkaufen und ist damit nach 14 Tagen bei nunmehr 32 verkauften Exemplaren. Ich hatte nicht erwartet, dass die Zahl sich über eine Woche nach Verkaufsstart hält und bin daher sehr positiv überrascht. Ein Verkauf von 9 Exemplaren an einem Tag brachte das Buch nebenbei auch in die dreistelligen Verkaufsränge auf die Nummer 518
Verkaufsrang-Verlauf für Feuchten Fußes bei Amazon
Bei den Bewertungen kann ich größtenteils nur raten: Bei Amazon gibt es noch keine, dafür gibt es eine überaus kryptische auf einem mir zuvor unbekannten Preisvergleichsportal (immerhin fünf von fünf Smileys) und das folgende Zitat im Manager Magazin (!):

Dass E-Books in Deutschland vom echten Verkaufsschlager noch weit entfernt sind, sieht man beim ersten Blick auf die Hitliste des Amazon-Readers Kindle: Neben Top-Gratis-Sellern wie der Evolutionsbroschüre „Feuchten Fußes“ finden sich hier Ratgeberbücher, die einzig und alleine mit einem Veriss aufwarten können.

Wenn ich das Zitat und die Tatsache der Titelerwähnung richtig verstehe war das ein positives Beispiel für das Qualitätsspektrum bei den Kindle-eBooks.

Zur weiteren Planung: Der zweite Band der Reihe, Schwarzer Schwinge, wird wohl wie geplant Mitte Mai erscheinen. Wahrscheinlich werde ich die sechs Bände der Serie am Ende zusätzlich auch in einem Papierbuch produzieren, hauptsächlich mit der Absicht, dieses als Werbung für die elektronischen Ausgaben an einige Bibliotheken zu geben.
Meine anderen Projekte haben keinen Zeitplan, aber wahrscheinlich bleibt Schwarzer Schwinge nicht das einzige neue eBook mit meinem Namen drauf, das diesen Monat erscheint.

Aus der Szene
Die große Nachricht der Woche im eBook-Bereich: Nach Baen verzichtet nun mit TOR der größte Spezialverlag für Fantastik auf den Einsatz von Kopierschutzmaßnehmen. Apropos Baen: Dort kann man sich jetzt Bücher per Facebook erspielen. Der Spiegel stößt unterdessen auf den Zusammenhang zwischen Urheberrechtslaufzeiten und Verlust von Kulturgut des 20. Jahrhunderts und berichtet darüber.
Bei den verlagen beginnt man inzwischen zu agieren. Campus startete eine eBook-Reihe, wenn auch eher halbherzig nur mit einigen wirtschaftspolitischen Titeln. Ein echter Test muss mit mehr als einem Genre laufen. Profile in Amerika geht da schon weiter und schafft eine gelungene interaktive Variante von Frankenstein. Microsoft steigt in das Geschäft ein und gründet einen gemeinsamen Ableger mit der Buchhandelskette Barnes & Noble, die erst kürzlich eine deutsche Tochter gegründet hatten und denen der erfolgreiche Kindle-Konkurrent Nook gehört.
Eine Folge der Verbreitung sozialer Medien und des Internets mit seinen sozialen Auswirkungen bringt der Krimiblog auf den Punkt: „Wer in mein Hirn will, muss sich benehmen“.
Abseits der Nachrichten eine definitive Leseempfehlung wert ist diese Betrachtung über das Wirtschaften mit dem 99-Cent-Preispunkt.

eBook-Land Woche 27 0 

Bücher im Verkauf: 5 | Eigene: 2 | Einkünfte: 106,99 € | Händler: 6

Ein halbes Jahr ist seit dem ersten Beitrag der Serie rum. Welch schöner Zeitpunkt für den ersten kleinen Durchbruch. Ich warne aber schonmal vor: Das wird er längste Beitrag seit langem.

In eigener Sache
Fangen wir mal mit Feuchten Fußes an, das ist wohl für viele das interessanteste Thema.
Nach dem sehr zufriedenstellenden Start letzte Woche hat sich das Büchlein gut geschlagen. Meine Desillusionierung wegen der eher mageren Verkäufe von Dieses Cover ist Müll doch eingestellt hatte ist verflogen. Während mein Erstling (und ebenso die gemeinfreien Werke) weiterhin alle paar Wochen mal ein Exemplar verkauft geht Feuchten Fußes fast täglich weg, am letzten Freitag sogar ganze fünf Mal an einem Tag. Es hat sogar zwei „Gefällt mir“s bekommen, wenn auch leider noch keine Bewertung (eine 4- oder 5-Sterne-Bewertung sollte die Verkäufe nochmal spürbar fördern). Für etwa eine Woche hielt sich das Buch damit tapfer nicht nur auf dem 1. Platz unter allen eBooks über Evolution, sondern für drei Tage auch auf dem 1. Platz unter allen Büchern (Papier und digital) zu dem Thema. Hier ein Beweisfoto:

Insgesamt liegt die verkaufte Auflage nach sieben Tagen im Verkauf bei 16 Stück zuzüglich 439 kostenlosen Downloads bei der Werbeaktion. Ich bin ehrlich gesagt noch unschlüssig, ob ich nur die für Geld verkauften oder auch die kostenlosen zur Auflage zähle. Wahrscheinlich letzteres, die größeren Zahlen machen sich besser im Marketing ;-) . Die Zahlen scheinen sich langsam bei einem Exemplar am Tag (und Verkaufsrängen in den 6.000ern) zu stabilisieren, der beste Gesamtrang war 1.038 (sooo knapp am dreistelligen Bereich vorbei). Alles in allem bin ich zufrieden.
Ganz nebenbei habe ich mein absolutes Lieblingsspielzeug gefunden, nur wo ich es kaufen kann, weiss ich leider nicht. Die Seite ist seit Dezember 2010 nicht mehr aktualisiert worden und die Shoplinks führen zu keinen Ergebnissen. Sehr schade.
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Jetzt ist natürlich bereits der Nachfolger Schwarzer Schwinge in Arbeit. Also von dem Buch, nicht von dem Plüschtier.

Eine kleinere Neuigkeit in meinem Angebot war die vergangene Nacht in den Verkauf gegangene Version 3.0.1 von Dieses Cover ist Müll. Es spricht für den aktuellen Stand des Werkes, dass ich zurzeit keinen Grund mehr sehe, komplett neue Kapitel oder große Veränderungen durchzuführen. Die Neuerungen in dieser Ausgabe beziehen sich auf eine Änderung in Amazons Anforderungen an die Datei mit dem Coverbild: Die längste Bildkante muss nunmehr statt 800 mindestens 1000 Pixel lang sein. An dieser Stelle auch nochmal vielen Dank an Eileen Janket für ihre Empfehlung.

Zeitgleich habe ich drei Projekte in Angriff genommen, die nach und nach heranwachsen und ebenfalls zu den kürzeren Werken zählen. Thematisch geht es zu Amphibien, Libellen und Ausserirdischen, wobei das zuletzt genannte Thema zugleich mein erstes in Englisch veröffentlichtes Werk repräsentiert. Auf jeden Fall motiviert mich Feuchten Fußes enorm beim Schreiben weiterer Projekte.
„Kann man davon leben?“ heisst es immer und nach diesen Ergebnissen sage ich einfach mal „Ja“, wenn man genug erfolgreiche Bücher im Markt hat. Ich bräuchte dazu zwar etwa 100 Titel, aber nur unter der Annahme, dass alle sich so verkaufen wie Feuchten Fußes. Es gibt aber momentan über 2.000, die sich besser verkaufen. Und später kommen ja noch iTunes usw. dazu.

Freundliche Hinweise
Diesmal darf ich hier auf Autumn Flora von Elsa Rieger verweisen, die erste mir bekannt gewordene englische Übersetzung der Geschichte einer deutschen Indie-Autorin. Erhältlich (unter anderem) bei Smashwords und Amazon.

Aus der Szene
Während die Verlage weiter in Schockstarre verharren hat sich Amazon mal eben die englischsprachigen Rechte an James Bond lizenziert – die komplette Serie, weltweit. Das finde ich ehrlich gesagt problematisch – schlimm genug, dass es derartige Exklusivitäten bei anderen Medien gibt, aber bei Büchern gab es das bisher nicht in dieser Form. Andererseits gehe ich davon aus, es hier mit einer vorübergehenden Erscheinung zu tun zu haben – ein solches Modell macht nur Sinn, solange das Verlagswesen im Buchhandel noch eine Rolle spielt. Das wird es mE vielleicht noch für ein Jahrzehnt, zwei wenn es klug handelt.
Genau diese Entwicklung nimmt aktuell Fahrt auf. Praktisch zeitgleich klagen Amerikas Kaderschmiede Harvard und die deutschen Bibliotheken über die hohen Preise der wissenschaftlichen Verlage – Harvard empfiehlt sogar explizit die Nutzung von Open-Access-Plattformen. Die Wissenschaft ist der Bereich, der am stärksten von freiem Zugang zu Wissen profitiert und zugleich der mit den am unverschämtesten agierenden Verlagen, die Werke weit jenseits dessen preisen, was die Studierenden zahlen können – man hat ja die Bibliotheken als finanzkräftige Garantieabnehmer. Ohne die Bibliotheken aber bricht das Wirtschaftsmodell der Wissenschaftsverlage zusammen. Wir werden sehen, wie sie reagieren.
Nebenan, in der Belletristik rechnet Kathrin Passig mal ihre Einkünfte aus kreativer Arbeit vor und hat damit so manchen überrascht. Kurze Zeit später erscheint bei Amazon (über Pottermore) Harry Potter auf deutsch und führt eindrucksvoll vor, was passiert, wenn sich ein Verlag (hier Carlsen für die Übersetzungen) einmischt: Die deutschsprachige Ausgabe ist kurzerhand um die 2 € teurer als die Originale. Die Fans werden es zahlen, für eBooks allgemein kommt Harry Potter damit ziemlich nah an meine Obergrenze für Downloads heran. In diesem Themenbereich kommentiert denn auch Techdirt, wenn Verlage es nicht schaffen, von eBooks für 9,99 zu leben hätten sie sich ihren Untergang selbst zuzuschreiben und verdient. Die Rettungsversuche sehen unterschiedlich aus: Der Spiegel listet mal wieder die üblichen Vorurteile und Durchhalteparolen auf, warum eBooks sich in Deutschland nie durchsetzen werden, der Börsenverein geht in die Offensive (wurde auch mal Zeit) und bringt mit dem Liro Ink ein „eigenes“ eBook-Lesegerät auf den Markt.
Und im Journalismus? Da wird die Frage lauter, wer hier eigentlich die Schnorrer sind, wenn sich die klassischen Medien ständig ohne ausreichende Quellverweise auf Inhalte im und aus dem Internet stützen. Dazu passt die leider etwas untergegangene Nachricht, dass die nur online existierende Huffington Post grade den Pulitzer gewonnen hat – wenn auch mit einem alteingesessenen Journalisten aus Zeiten lange vor dem Internet als Preisträger.

eBook-Land Woche 26 1 

Bücher im Verkauf: 5 | Eigene: 2 | Einkünfte: 96,85 € | Händler: 6

In eigener Sache
Nach Überwindung meines deutlich zu großen Perfektionismus ging am Montag endlich, endlich Feuchten Fußes in den Verkauf. Mein Problem ist einfach, ewig noch ein verbesserungswürdiges Detail zu finden. Okay, die plötzliche Feststellung, dass man Ichthys mit th schreibt ist bei einem Buch mit vielen griechischen Fischnamen auch wirklich wichtig, konsequente Falschschreibung würde kein gutes Licht auf meine Recherche werfen. Und dann schleicht sich doch noch ein Fehler ein: Leser mit sehr gut eingestelltem Monitor werden bei genauer Betrachtung sehen können, dass es einen weissen Bereich zwischen den beiden Bildern gibt, der das hellgrau des unteren Hintergrunds umgibt. Der Grund ist, dass ich beim Hochladen versehentlich eine alte, nicht gelöschte Version des Titelbildes benutzt habe. Naja, gleiche ich das mit der Aktualisierung im Mai aus (in der ein Hinweis auf den dann erscheinenden 2. Band der Reihe ergänzt sein wird).
Planmäßig hingegen verlief der Start: Es war wie geplant direkt kostenlos erhältlich und ich bewarb den kostenlosen Donwload in meinem eigenes Twitter-Konto, bei Facebook, über das Twitter-Konto eBooksfuerlau und mit einem Beitrag im Thread für kostenlose deutschsprachige Bücher bei Amazon. So weit, so geplant. Dann kam die Überraschung.
Das Buch hatte mehrere Faktoren, die sein Verkaufspotenzial schmälerten: Es war ein Sachbuch1 zu einem relativ obskuren Thema2 von einem völlig unbekannten Autoren3, der kein ausgebildeter Fachmann auf diesem Gebiet war4 und einen grafischen Fehler im Cover hatte5. Ich rechnete mit etwa 100 Downloads bei der kostenlosen Abgabe. Mitternacht von Montag auf Dienstag lag die verkaufte Auflage bei 286 Stück, der Verkaufsrang unter allen kostenlosen Kindle-Büchern bei 22. Nach 24 Stunden (also heute um 10:00 Uhr) waren 343 Exemplare verteilt. Ich entschied mich, bevor ich meinen Markt noch komplett kostenlos sättigte, die Aktion etwas zu verkürzen und den zweiten Tag nicht mehr komplett kostenlos anzubieten. Um 14:00 Uhr sollte es vorbei sein. Allerdings ging ich mittags zwischendurch zur Post und kam erst um 15:00 Uhr wieder an den Rechner. So brach ich die Aktion später als geplant ab und auch Amazon brauchte zur Umsetzung dessen offenbar ein wenig Zeit – der Preis war erst um 17:00 Uhr wieder auf dem Normalnenner von 1,49 €. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich (nach 31 Stunden) 432 Exemplare verteilt, darunter je eins in Großbritannien, in Spanien und in sonstigen Ländern (alles, was amazon.com versorgt), die restlichen 429 bei amazon.de, also im deutschsprachigen Europa. Bei amazon.de stand mein Buch damit nicht nur als Bestseller in den Kategorien „Evolution“ und „Bestimmungsbücher“ (sic!) da, sondern auch als Nummer 12 unter allen kostenlosen Kindle-Titeln (Nummer 13 war zu diesem Zeitpunkt übrigens Lew Tolstois Krieg und Frieden). Hätte ich es die vollen 48 Stunden laufen lassen wäre es sehr wahrscheinlich in die Top 10 gegangen.
Ausschnitt der Verkaufsrangliste bei Amazon
Ich bin, kurzgefasst, von diesem Ergebnis der Aktion überwältigt. Mein obskures kleines Sachbuch hatte es innerhalb von 24 Stunden weiter nach vorne geschafft als ich im jemals zugetraut hätte. Übrigens haben sich nach dem Ende der Aktion bereits zwei Exemplare verkauft – das hätte ohne die Aktion wohl mindestens zwei Wochen gedauert. Zumindest der zweite Verkauf ist deutlich nach Ablauf der Aktion erfolgt und somit ziemlich sicher kein Versehen.
Ein Abgleich meiner Werbelinkzahlen mit den Verkäufen bringt mich zu der Erkenntnis, dass der Großteil (ca. 75%) der Downloads auf den Beitrag im Amazon-Thread zurückgehen, der einzige Link, den ich ohne Affiliate-Code gesetzt habe. Ich bin sehr gespannt, wo das alles noch hingeht (Kriege ich eine Rezension? Halten sich die Verkäufe? Bleibe ich weiterhin in der Kategorie „Evolution“ vor Charles Darwins Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl?) und was nächsten Monat passiert, wenn mit Schwarzer Schwinge der zweite Band der Reihe erscheint.
Und vor lauter Begeisterung schreibe ich ellenlange Blogbeiträge darüber.
Abseits von all dem habe ich selbst seit heute einen Reader für eBooks im epub-Format. Der Hanvon WiseReader N256 ist ein sehr schickes Gerät und das einzige, das ich im gesamten eReader-Markt kenne, bei dem man über den Touchscreen frei in sein eBooks kritzeln kann. Praktisch zum Ausgleich hat es aber einige Schwächen, die vorinstallierten Schriftarten etwa sind alle serifenlos, was für Fließtexte unschön ist. Eine ausführliche Kritik gibt es, nachdem ich etwas mehr mit dem Teil gelesen und auch das aktuelle Update aufgespielt habe.

Freundliche Hinweise
Diese Woche darf ich wieder auf Eileen Janket hinweisen, die mit Der Stuntman eine Kurzgeschichte rausgebracht hat, um die Durststrecke zwischen ihrem letzten und ihrem nächsten Buch etwas zu verkürzen. Dieses nächste große Buch soll dann ein Fantasy-Roman mit dem Titel ELLEK sein. Ich finde ihren Ansatz, genremäßig sehr weit zu streuen interessant und bin gespannt, wie gut das langfristig funktioniert. Fantasy ist auf jeden Fall schonmal was für mich.

Aus der Szene
Die meiner Meinung nach begeisterungswürdigste Nachricht im elektronischen Buchhandel war die Einführung von Gutscheinkarten mit Code, die es ermöglichen, Bücher als Karten zu verkaufen. Das wiederum bringt die Möglichkeit mit sich, eBooks in Zukunft auch als Geschenk zu erwerben und verbessert für Werber zum Beispiel auch die Möglichkeit, eBooks in Gewinnspielen zu verlosen.
Bei Meedia fragt Stefan Winterbauer mal nach der Datengrundlage für die eBook-Bestsellerlisten. Die Antwort bringt daraufhin Marc-Oliver Bischoff ein und sie läuft tatsächlich darauf hinaus, dass viele unabhängig verlegte eBooks aufgrund der Kriterien für die Zählung gar nicht erst in die Wertung kommen.
Für alle, die nie mit einem großen Verlagshaus Probleme hatten gibt es diese Woche diese ziemlich üble Geschichte nachzulesen. Auch wenn ich einige Sauereien von Verlagen gehört habe, das ist sowohl in der Art als auch in der Schwere der Vorwürfe wohl einmalig. Eine eher versehentliche Sauerei war das weitgehende Verbot der Nutzung elektronischer Semesterapparate für Studierende.
Die Technology Review findet das wichtigste Argument in der Frage, ob Amazon ein Monopolist wird: Wenn, dann nur ein sehr schwacher, denn Amazon kann sehr schnell durch einen neuen Internethändler ersetzt werden, wenn es Kunden und Anbieter falsch behandelt. Das lernt übrigens seit einiger Zeit ebay und auch Aufstieg und Untergang diverser sozialer Netzwerke (kennt noch jemand Myspace? Yahoo Groups?) über die Jahre spricht da eine klare Sprache.

eBook-Land Woche 25 0 

Bücher im Verkauf: 4 | Eigene: 1 | Einkünfte: 94,29 € | Händler: 6

Diesmal am Mittwoch weil ich schlichtweg wegen des Feiertages einiges durcheinander gebracht habe. Vor allem die Wochentage, aber auch meinen Tag-Nacht-Rhytmus.

In eigener Sache
Okay, einige wundern sich wahrscheinlich, wo Feuchten Fußes bleibt. Nun, zwei Dinge sind passiert. Das eine ist wichtig für Wissenschaftsbücher, das andere für kostenlose Angebote.
Zunächst die Wissenschaft: Bücher über wissenschaftliche Themen stehen immer unter dem Damoklesschwert schneller Veraltung. Das gilt besonders für Wissenschaften mit ungewöhnlich viel Bewegung und Veränderung in kurzer Zeit: Astronomie, Physik und eben Paläontologie. In diesem Fall erfuhr ich prompt am Dienstag abend von einer neuen Entwicklung, die exakt das Thema meines Buches (Evolution der ersten Amphibien) betraf. Glücklicherweise widersprach es dem nicht sondern stützte vielmehr die Thesen, die ich dem Buch zu Grunde legte (Pederpes finneyae ist in der Tat die Übergangsform zwischen Fischlurchen und Lurchen), dennoch gab es ein paar Stelen die ich dadurch aktualisieren udn anpassen musste. Dazu kam ich wegen privater Termine erst am Donnerstag abend.
Hier spielt dann der zweite Punkt eine Rolle: Ostern. Mein Buch sollte ja die ersten zwei Tage kostenlos erhältlich sein. Das ist weniger effektiv, wenn sowieso alle ihre Bücher kostenlos abgeben und genau das passiert traditionell an Feiertagen wie eben Ostern. Also entschied ich mich, noch etwas zu warten.
Es wird dann wahrscheinlich, die Bearbeitungszeit von 24-48 Stunden bei Amazon eingerechnet, im Laufe der kommenden Nacht oder des morgigen Tages erscheinen.
Noch etwas zu den Zahlen: Der Luftpirat verkauft sich gar nicht. Bleibt das so, wird es auch keine weiteren von mir ins eBook-Format konvertierten Bände geben. Ich vermute, die Serie ist einfach zu unbekannt und die wenigen Liebhaber, die sie kennen, sind bereit, den höheren Preis für die Nachdrucke auszugeben um sie als Sammler auch in Papierform zu haben. Schade, aber ist dann halt so.
Unterdessen schaffte es Dieses Cover ist Müll! unter die 10.000 bestverkauften eBooks bei Amazon. Aktuell (48 Stunden später) ist es wieder unter 20.000 gefallen, hier scheint also ein Bereich mit starker Bewegung zu sein. Da das Ergebnis etwa einem verkauften Buch pro Woche entspricht scheint das auch der Durchschnitt zu sein – zumindest tummeln sich in diesem Zahlenbereich sehr viele Titel und tauschen ständig Plätze, eine typische Erscheinung in einem Mittelfeldbereich.

Aus der Szene
Besonders interessant fand ich diese Woche die von Taleist aufgeworfene Frage, ob die ständige Verfügbarkeit von Worterklärungen über die Wörterbuchfunktion von eReadern unsere Möglichkeiten verändert, wie wir unsere Geschichten schreiben – vor allem was den Wortschatz betrifft. Und ob das wiederum dazu führt, dass unsere Kinder einen breiteren Wortschatz lernen als wir mit unseren Papierbüchern, die immer auf Verständlichkeit bedacht geschrieben werden. Definitiv nachdenkenswert. IMmerhin steigt trotz allem weiterhin der Anteil der Menschen, die Bücher lesen.
Natürlich geht auch die Urheberrechtsdebatte weiter. Während das Handelsblatt ordentlich Werbung für die Piraten macht und sich zugleich endgültig zur Bild-Zeitung des Wirtschaftsjournalismus abstempelt wird Libri beim Leistungsschutzrecht mit einer wunderbar konsequenten Aktion aktiv und verzichtet zukünftig auf Zitate aus Presserezensionen in der Buchwerbung. In Amerika fällt einigen unterdessen auf, dass DRM vor allem Klein- und Mittelunternehmern schadet – Piraterie aber immer noch nicht wirksam verhindert, eher im Gegenteil. Eine andere Gier-Strategie, der eBook-Verkauf ohne Händler zeigt bei Harry Potter seine Nachteile: Auch wenn diese Bücher sich allein durch ihre Bekanntheit extrem gut verkaufen stellt das nicht nur die Nachhaltigkeit des Erfolgs in Frage, sondern auch die Praktikabilität des Eigenverkaufs bei weniger bekannten Autoren als etwa J. K. Rowling. Das dürfte in Zukunft noch wichtiger werden, denn allem Anschein nach koppeln sich die eBook-Verkäufe immer stärker von den Printverkäufen ab.

eBook-Land Woche 24 0 

Bücher im Verkauf: 4 | Eigene: 1 | Einkünfte: 75,95 € | Händler: 6

In eigener Sache
Vor einem Monat schrieb ich vor über die bisherigen Erkenntnisse aus meinem Twitter-Konto eBooksfuerlau und wie ich damit kein Geld machte. Am nächsten Tag änderte sich das plötzlich und der März war für dieses Angebot großartig. Was passierte war, dass eine einzelne Mitteilung sehr oft weiterverbreitet wurde. Plötzlich kam eine Massenwirkung auf und da einige Leser neben dem kostenlosen Download auch noch einen Einkauf mitnahmen bekam ich davon wie von Anfang an geplant etwas ab. Insgesamt rechnete Amazon meinen Links Umsätze von 1.177,39 € zu, wovon mir etwa 5% Vergütung zukommen. Wobei man sagen muss, dass da eine Kamera für etwas über 700 € drinsteckt (Hinweis: ich kann sehen, was über meine Links wie oft gekauft wird, aber nicht, wer kauft, datenschutztechnisch also keine Panik). Rechnet man diese raus, scheint das Ganze stabil zu bleiben – der aktuelle Stand für die ersten beiden Märztage sind 21,46 €.
Nach diesem kleinen Ausflug in die Zahlenwelt zurück zu den eigenen eBooks: Feuchten Fußes ist endlich fertig und wird heute noch bei Amazon KDP hochgeladen. Mehr dazu, sobald das Buch bei Amazon ins Angebot aufgenommen wurde. Damit einher geht die Bekanntgabe der restlichen bisher geplanten Titel der Reihe: Schwarzer Schwinge war ja schon bekannt, danach folgen Klirrender Kälte, Zackigen Zahnes und Schreitenden Schrittes. Ein sechster, noch namenloser Band, macht die Serie Meilensteine der Evolution dann vorerst komplett. Jeder Band wird nach der Veröffentlichung für 90 Tage nur bei Amazon erhältlich sein, davon am Anfang zwei Tage kostenlos. Danach folgt die Veröffentlichung bei weiteren eBook-Anbietern (von Apple bis Xinxii). Ist die Serie komplett, wird es noch zwei Sammlungen mit je drei Bänden geben, einer sammelt die drei Bände aus dem Zeitalter der Dinosaurier (2, 3, 5) und einer die drei aus der Zeit davor (1, 4, 6). Die Einzelbände werden für 1,49 € erhältlich sein, die Sammelausgaben für 3,99 € oder 3,49 € (das entscheide ich noch konkret). Sollte ich die Reihe danach weiterführen geht es erstmal für drei Bände in das Zeitalter der Säugetiere um alle drei großen Erdzeitalter abzudecken und für jedes einen Sammelband anbieten zu können. Danach gibt es dann in punkto Erdzeitalter Kraut und Rüben, wobei ich dann lieber zu etwas anderem wechseln würde, wovon mich nur wirtschaftlich völlig überraschend großer Erfolg abbringen würde – auf jeden Fall wird es dann keine monatlichen Ergänzungen mehr geben, eher gelegentlich mal einen wenn ich eine gute Idee für ein noch nicht behandeltes Thema habe.
Die Bände können völlig unabhängig voneinander in beliebiger Reihenfolge gelesen werden, sie beziehen sich nicht aufeinander. Ja, die Titel mit der zweiteiligen Alliteration bleiben Erkennungszeichen der Einzeltitel der Reihe. Wenn alles läuft wie geplant erscheint die Serie von März an mit einem neuen Band pro Monat. Sie sind wie auch am Preis erkennbar relativ kurz, daher geht das.

Immer im Hintergrund laufen unterdessen einige andere eBooks, die nicht zu dieser Reihe gehören, allen voran Ratgeber aus diversen Bereichen. Diese erscheinen nach dem alten Programmiererbrauch: Wenn sie fertig sind. Ich habe mir inzwischen die Arbeitsweise angewöhnt, in kurzen Kapiteln zu schreiben, von denen ich dann am Abend (gewöhnlich schreibe ich immer zwischen 20 und 24 Uhr) mal eben eines in zwei Stunden schreiben und später nachbearbeiten kann. Das ist sehr effektiv, man kommt jeden Tag etwas weiter. Und wenn es nur eine neue Kapitelüberschrift mit ein paar Notizen zum späteren Ausformulieren sind.

Freundliche Hinweise
Erneut darf ich hier auf Miriam Pharo hinweisen, deren Verlag sich kein Format entgehen lässt und auf Buch, eBook und App nun ein MP3-Hörbuch folgen lässt. Es freut mich für Miriam, dass sie einen so engagierten und multimedial offensiven Verlag hat, sowas ist selten. Ich bin selber eher kein Hörbuchkonsument und lese Bücher lieber, aber davon muss sich ja niemand abhalten lassen. Übrigens denke ich selber auch daran, meine geplanten Kurzgeschichtensammlungen als Hörbücher anzubieten. Aber bis dahin ist ja noch ein wenig hin.

Aus der Szene
Es war die Woche der Urheberrechtler Verwertungsrechtler, die sich als Urheberrechtler ausgeben und dabei jede Menge Unsinn erzählen. Oder der Ahnungslosen, die eigentlich noch schlimmer sind, weil sie es besser wissen müssten. Ich weiss nicht wieso Leute, die für ihre Arbeit von der Verwertungswirtschaft je nach Branche nur 4-8% des Gewinns aus ihren Schöpfungen erhalten (oder wie bei der GEMA für die Aufführung ihrer eigenen Musik bezahlen dürfen) diese Verwertungswirtschaft verteidigen. Stockholm-Syndrom? Und die allem Anschein nach durch übertrieben lange Urheberrechtszeiträume (70 Jahre nach dem Tod!) dafür sorgt, dass breite Teile der Kulturerzeugnisse des 20. Jahrhunderts verloren gehen sofern es sich nicht um Best- oder Longseller mit immer neuen Auflagen handelt.
Nun gut, diese Industrie hat es aber auch zunehmend schwer. Nachdem Amazon schon ein Modell vorgestellt hat, das diese Verwerter auf das notwendigste reduziert folgt nun auch noch Barnes & Noble mit einer Deutschlandtochter – der bisher einzige große eBook-Händler, auf dessen Marktplatz Europäer keinen Zugriff hatten. Gleichzeitig präsentiert LG das erste biegsame eInk-Display, zum wirtschaftlichen kommt also auch der technische Fortschritt.
In der englischsprachigen Welt entsteht grade eine große Diskussion über Spam und das Selbstverständnis der Spammer, die selbst kurzerhand eigene Definitionen von „Spam“ erfinden um vorzugaukeln, sie handelten „ethisch“. Ausgelöst wurde das alles von diesem Beitrag der irischen Indie-Autorin Catherine Ryan Howard. Spannend, ich empfehle auch die Kommentare unter dem Beitrag und die dortigen Links zu lesen.

eBook-Cover des Monats März 2012 0 

Letzten Monat gab es kaum was, diesen Monat ist die Liste an Kandidaten ewig lang geworden, darunter einige der besten, die ich bisher gesehen habe. Daher auch die lange „Auch-erwähnenswert“-Reihe. Darunter erstmalig auch ein französischer Titel. Also denn:

10. Geliebte Teufelin
Der Schriftzug ist gradezu übertrieben „weiblich“, das wirkt schon fast absurd.
Eigentlich reicht dafür schon das starke Motiv des Stöckelschuhs mit dem roten Zeug an der Spitze. Letzteres sieht zwar aus wir verschmierter Lippenstift, ist aber dennoch wohl als Blut erkennbar. Die Frau, um die es geht ist in der Tat die Tochter des Teufels und so macht das ganze dann auch Sinn. Ja, Satanina (oder wie auch immer) dürfte wohl Blut an ihren Schuhspitzen haben. Die selbstverständlich schwarz sind, wie die restlichen Schuhe und mit rotem Innenfutter. Die Mauer ist rein farblich kein sonderlich attraktiver Hintergrund, passt aber zu einem allgemeinen Kerkermotiv.
Das Buch ist allem Anschein nach inzwischen leider nicht mehr erhältlich und zum Autoren Hans Bisplingshof findet Google nichts. Hmm.

9. The Banshee and the Linebacker
Was für dieses Cover spricht ist die Anwendung des Elements Farbe. Für eine in Irland spielende paranormale Romanze ist grün perfekt, da es die irische Farbe ist. Und grüner als dieses Cover geht kaum. Zusammen mit dem prominent platzierten Wort „Banshee“ – der bekanntesten irischen Sagenfigur – bekommen wir eine Überdosis Irland auf diesem Cover.
Die handwerkliche Ausführung ist keine Profiarbeit, aber sie funktioniert, alle Farben sind natürlich und harmoniseren daher mit dem vorherrschenden Grün. Und das ist allem Anschein nach der absolute Fokus in der Gestaltung. Sicher keine schlechte Entscheidung für die Verkäufe am in den USA und Irland wichtigen St. Patrick’s Day, einem Festtag, an dem zu Ehren der Smaragdinsel alles grün sein muss.

8. Goody Two Shoes
Noch mehr Grün bekommen wir mit Esmeralda Greene, aber wer so heisst (ob nun wirklich oder als Pseudonym), der sollte die Farbe auch konsequent überall einsetzen. Und anschließend nur knallorange tragen, um nicht erkannt zu werden. Dass es ein Pseudonam ist, ist sehr wahrscheinlich, denn es handelt sich um das fast nie unter Klarnamen verlegte Genre der Erotikgeschichte, wie das Motiv unschwer erkennen lässt.
Auffällig sind hier zwei Dinge: Einerseits das für das Genre überraschend geschmackvolle Cover (das auf eine tatsächlich weibliche Autorin hindeutet), andererseits die kreative Anwendung des Titelschriftzugs. Er folgt der Silhouette der Beine und entspricht in Farbe und Struktur den Strings der Schuhe.

7. The Toymaker
Das ist die Art Science-Fiction-Cover, die ich seit den frühen 90ern so sehr vermisse: Cover mit tatsächlichen Science-Fiction Elementen als Titelbild. Sowas gibt es im Printbereich nur noch bei den Groschenromanen, Buchverlage gefallen sich in abstrakten Motiven, die nur wenig auf das Buch selbst zurückschließen lassen (ausser beim Steampunk).
Die Biene auf The Toymaker ist ein cleveres kleines Bild, sieht es doch auf den ersten Blick und in der Verkleinerung aus wie eine Biene, bei der aber irgendetwas nicht stimmt. Bei näherer Betrachtung finden wir dann einen winzigen Roboter vor. Dass dieser auf dem Bild etwas Blut zu saugen scheint hilft, das Teil als bedrohlich darzustellen.

6. Ressort: Verbrechen
Der Titel scheint erstmal absurd, aber es geht um einen Journalisten, nicht um einen Ermittler. Ich kenne zwar keine Zeitung mit einem eigenen Ressort für Verbrechen, aber meinetwegen: Künstlerische Freiheit.
Das Motiv nutzt Kontraste um zu wirken und stellt dem scharlachroten Kleid der Leiche einen fast eintönig hellgrauen Hintergrund gegenüber. In der Vergrößerung bin ich ziemlich verwirrt, wo bei diesem Bild oben und unten ist, der wichtige Punkt ist aber: Der uninteressant gefärbte Hintergrund hilft, das kräftige Rot hervorzuheben und so aus der Liste an Covern unter den Suchergebnissen herauszustechen.
Leichter Punktabzug für den im Vergleich zum Titel riesigen Autorennamen. Man sollte nicht darauf hinweisen müssen, dass weder Leiche noch Mörder Scott Nicholson sind.

5. The Zona
Die meisten deutschen Leser dürften mit dem Titelbild wenig anfangen können, daher das als Einleitung: Dies ist ein Bild eines Graffiti der Flagge des US-Bundesstaates Arizona. Da das originäre Publikum des Romans wohl Einwohner Arizonas oder zumindest der USA sind, ist das kein bedeutendes Manko. Den Stil eines verdreckten Graffiti hält das Cover komplett durch, vom Bild über den Titel bis zum Autoren. Damit macht der Roman sein Thema, ein post-apokalyptisch dystopisches Arizona in nicht allzu fener Zukunft deutlich und setzt die Stimmung visuell greifbar um. Was ein wenig fehlt ist noch ein Hinweis darauf, dass es sich um eine kirchenkritische Dystopie handelt, ein kleines Kreuz oder dergleichen wäre nett gewesen. Alles in allem aber ein sehr gelungenes Cover aus einem Guss.

4. Blood Sisters
Vampirromane gehören zu den Genres, die mit Covern oft großes Glück haben. Selbst die schlechteren haben noch immer eine gewisse mystische Qualität an sich. Dieses hier ist definitiv eines der besseren (sonst wäre es nicht in der Liste). Sehr gefällt mir das Spiel mit der Farbe rot und roten Objekten: Lippenstift, die Rose und Blut gehen in einen Farbkontext über, der sowohl Vampirismus (Verbindung Mund-Blut) als auch die damit verbundenen romantischen Ideen (Rose) gut repräsentiert. Das ebenfalls mit Vampiren verbundene Thema des Todes schlägt sich im Schwarz der Rose und der Kleidung der Protagonistin wider.
Am stärksten wirkt aber die durch das Blut rot gefärbte schwarze Rose. Das ist ein ungewöhnliches Bildelement, das aufzufallen und anzusprechen weiss. Ein vorbildliches Beispiel für einen Ausgleich von Bildsprache und Auffälligkeit.

3. Boris Makes a Friend
Awwwwwwwwwwwwwwwwwwww… Tschuldigung, niedlicher Roboter im Visier.
Der zweite Boris-Band fährt alles an Niedlichkeit auf, was er bieten kann und stimmt so auf die Geschichte des Comics ein. Das Bild selbst ist eine recht einfache Umsetzung des Titels mit Boris, wie er sein Spiegelbild entdeckt. Hübsch ist noch der Schriftzug am Gebäude hinter dem offensichtlichen Fenster: Future Site of (???) Vista Estates, also speziell der Teil mit „Future“, also Zukunft. Das Format, die grauen Streifen und die Bandnummer in einem Umriss von Boris‘ Kopf machen eindeutig klar, dass es sich um den zweiten Band einer Reihe handelt wobei dieser aus der Reihe das mit Abstand beste Cover hat.

2. Yarns & Stories of Abraham Lincoln
Lincoln und sein Hut sind immer für einen Scherz gut. Hier haben wir eines der wenigen eBook-Cover, bei dem ich schon beim Anblick schmunzeln musste. Clevere Anwendung des ikonischen Kleidungsstücks, ohne das einige seinen Träger gar nicht erst erkennen würden. Der Zeichenstil ist frisch und comichaft und verstärkt die klare Botschaft, dass dies ein lustiges Buch ist. Auf jeden Fall weiss ich jetzt, dass Lincoln im bett die Socken anbehält. Ein wichtiger Erkenntnisgewinn.
Beeindruckend ist, dass das Cover definitiv zum Buch passt – obwohl letzteres ein Titel aus dem Jahre 1901 in kommentierter und illustrierter Neuausgabe ist.

1. Isla Lacra
Cover mit einem Motiv im Motiv kommen bei mir immer gut an und das aus gutem Grunde: Sie funktionieren verkleinert, indem sie nur ein Motiv sehen lassen, aber die Ahnung mit sich bringen, dass etwas nicht stimmt. Das weckt das Interesse des potenziellen Kunden. Wir hatten das auf Platz 7 mit dem Toymaker schon einmal in dieser Liste und der Gewinner der ersten solchen Liste ist immer noch der beste Vertreter dieses Ansatzes.
Isla Lacra nun verbirgt in seiner Palmsilhouette ein interessanteres Bild: Den Rücken einer Frau mit gefesselten Händen. Dass es praktischerweise auch um eine entführte Frau auf den Florida Keys geht schadet dabei nicht.

Ausserdem erwähnenswerte Cover diesen Monat:

Für den April nehme ich gerne wieder per Twitter, Mial oder Kommentar Vorschläge entgegen.

eBook-Land Woche 23 0 

Bücher im Verkauf: 4 | Eigene: 1 | Einkünfte bisher: 71,52 € | Händler: 6

In eigener Sache
Mit der dritten Auflage von Dieses Cover ist Müll! Lernen Sie warum hat dieses Buch endlich die Form erreicht, die ich von Anfang an als Ziel vor Augen hatte. Mit dieser Ausgabe bin ich nun also vollends zufrieden, nach meinem bisherigen Urteil fehlt nichts wichtiges mehr. Womit ich natürlich nicht ausschließen will, dass es irgendwann noch eine vierte Auflage geben wird. Aber vorerst gibt es wohl nur noch kleinere Ergänzungen und Aktualisierungen zu erledigen.
Neu hinzugekommen sind in dieser Auflage zwei Kapitel. Eines davon beschäftigt sich mit den Besonderheiten von Covern im Querformat, das andere geht gezielt darauf ein, wofür man sein Cover eigentlich verwenden kann, wenn es einmal fertig ist. Vor allem dieses letzte Kapitel wird in Zukunft wohl noch wachsen, wenn ich neue Möglichkeiten ausprobiere (von denen ich dann natürlich auch hier im Blog berichte). Ein drittes neues Kapitel ist aus einem Absatz im Kapitel „Bildbeschaffung“ entstanden, der dort rausgenommen und ausgebaut wurde. Dort geht es um die verschiedenen Formate von eBook-Covern (Hochkant, Quer, Quadratisch).
Im Kapitel zu den Quellen für Coverbilder wird jetzt auch die Möglichkeit besprochen, Aufträge auf speziellen Plattformen für Künstler und Designer auszuschreiben. Der Test zur Überprüfung ob ein Cover gelungen ist wurde um einen neuen Punkt (Erkennbarkeit des Buchinhalts über das Cover) ergänzt. Bei der Titelfindung gehe ich jetzt etwas ausführlicher auf die Titel von fiktiven Geschichten ein, bisher ging es dort fast ausschließlich um Sachbücher.
Alles in allem bin ich mit dieser dritten Auflage wie oben schon gesagt sehr zufrieden. Jetzt geht es endgültig an andere Projekte, von denen Feuchten Fußes das wichtigste ist, gefolgt von den thematisch ähnlichen Titeln Schwarzer Schwinge und Klirrender Kälte. Diese drei Bände der Serie Meilensteine der Evolution sind komplett unabhängig voneinander in völlig beliebiger Reihenfolge lesbar, die Reihe ist durch ein gemeinsames Thema, aber nicht durch einen gemeinsamen Handlungsstrang verbunden. Es sollte einer jeden Monat erscheinen, weitere Bände nach dem Juni nicht ausgeschlossen. Zwischendurch kommen einige kleinere Projekte dazu, die ich nebenbei schreibe.
So kann das weitergehen.

Freundliche Hinweise
Eileen Janket hat Thrill my Soul ein kleines Facelifting verpasst: Neues Cover und neue Genre-Bezeichnung (Liebes-Thriller statt Heartcore) schmücken das Buch nun.

Aus der Szene
Fangen wir mit dem obligatorischen Hinweis an, dass seit heute die englischsprachigen Ausgaben von Harry Potter als eBook verfügbar sind. Keine Ahnung, warum das bedeutend ist, halt eine weitere Bestseller-Reihe als eBook – wobei ich hervorheben muss, der Preis für die Bücher ist sehr gut gewählt, das Bestellverfahren über eine eigene Seite finde ich allerdings befremdlich. Interessanter finde ich persönlich da schon die Erstveröffentlichung von Kurt Vonneguts Basic Traning als eBook. Das unveröffentlichte Kurzwerk des Autors (mE einer der besten des 20. Jahrhunderts) bot sich aufgrund seiner Länge gradezu als eBook an, als Papierbuch wären seine Chancen auf Veröffentlichung eben wegen des geringen Umfangs gering gewesen.
In Deutschland reiht sich Sven Regener in die Reihe derer, die fälschlicherweise glauben, Urheberrechtsgegner wollten das Urheberrecht komplett abschaffen und erzählt gleich noch Mythen wie jene Legende, Youtube wolle nix für die Videos bezahlen (doch, wollen sie, aber die GEMA will noch mehr). Das wäre nicht weiter bemerkenswert, hätte sein wütender Redebeitrag nicht jede Menge Aufsehen erregt.
Auch ziemlich falsch, aber in diesem Fall leider, waren die Gerüchte um ein neues Kindle mit farbigem eInk-Display. Dafür werden wir uns wohl doch noch ein paar Jahre gedulden müssen. Die Technik existiert, aber ist noch nicht ausgereift und vor allem deutlich zu teuer. Da kommt die Nachricht, dass eReader und Tablet-Computer doch nicht konkurrieren grade recht.
Die GfK kommt in einer Untersuchung der deutschen eLeserschaft zu hochinteressanten Ergebnissen. Demnach ist der Markt in Deutschland demografisch komplett anders besetzt als in den USA – sind drüben Frauen in ihren 50ern die größte Nutzerschicht herrschen hierzulande männliche Nutzer zwischen 40-49 als Durchschnittsleser vor. Zwar ist in beiden Märkten der hohe Altersschnitt auffällig, aber ansonsten könnten die Gruppen unterschiedlicher kaum sein. Das dürfte entsprechende Implikationen für die Vergleichbarkeit der Märkte haben, insbesondere was die Beliebtheit einzelner Genres und dort mögliche Absatzzahlen angeht.
Bleibt mir noch, auf ein interessantes Experiment zu verweisen: Jellybooks, ein Online-Buchhändler, der im ersten Augenblick nur die Cover der angebotenen Bücher präsentiert.

eBook-Land: Woche 22 0 

Bücher im Verkauf: 4 | Eigene: 1 | Einkünfte bisher: 67,26 € | Händler: 6

Diesmal einen Tag später wegen einem sehr sitzungsintensiven Dienstag. Und kurz wegen eines sitzungsintensiv werdenden Mittwochs.

In eigener Sache
Kaum stelle ich das Schreiben von Castor zurück, verschiebt Röttgen die Castortransporte durch NRW nach 2016. Okay, die Neuwahlen in NRW dürften da wohl auch was mit zu tun haben, kommt mir aber sehr entgegen. Wenn wir jetzt noch jedes Mal, wenn Castortransporte drohen Neuwahlen ansetzen könnten… ist vermutlich sogar billiger.
Ansonsten haut mir der Wahlkampf natürlich ordentlich in die Zeitplanung. Wahrscheinlich habe ich so erst Sonntag die Zeit, die dritte Auflage von Dieses Cover ist Müll endlich abzuschließen. Schmeckt mir gar nicht, immerhin wollte ich grade jetzt mal richtig loslegen mit dem Umfang meines Schaffens.

Freundliche Hinweise
Miriam Pharo hat mal was neues ausprobiert und als erste deutsche Autorin eine Werkschau als App rausgebracht (Hier geht zum Miriam Pharos Werkschau, SciFi und Thriller - artmanns.net). Quasi Bonusmaterial zu ihren Büchern, aber auch zB die komplette SF-Krimiserie Isar 2066.

Aus der Szene
Die große Nachricht die Woche war natürlich, dass die Encyclopedia Britannica ihre Printausgabe aufgibt. Eine Überraschung ist das zwar nur für jene, die die Ankündigungen 2010 nicht mitbekommen (oder zwischenzeitlich vergessen) haben, aber na gut.
In Deutschland kommt so langsam die Vermessung der eBook-Welt ins Laufen: Media Control zählt inzwischen (nach welchem Verfahren auch immer). Höchste Zeit, immerhihn nimmt diese Zahlen inzwischen selbst die Stadtplanung ernst. Zählungen anderswo beginnen die Behauptung in Frage zu stellen, Tablet-Computer würden den eReader-Markt auffressen.
Die Wissenschaftler beginnen unterdessen endlich zu protestieren. Dazu muss man wissen, dass Wissenschaftsverlage sich oft doppelt bezahlen lassen: Von den Forschern zum Veröffentlichen und von den Lesern durch unverschämte Preise fürs Zugänglichmachen. Das ist unlogisch und blutet zudem die wissenschaftlichen Bibliotheken aus, was die Wissenschaft an sich behindert.

eBooks und das liebe Geld 1 

Oder das böse Geld, je nachdem wie ihr das eben haltet, das ist ja trotz aller römischen Kloweisheiten immer noch eine strittige Frage. So oder so ist die Frage der angemessenen Bezahlung eine der größten unter eBook-Autoren und auch eine der unbeantwortetsten (ja, ich weiss, dass man das nicht steigern kann, ich ignoriere es lediglich um einen halbwegs graden Satz bauen zu können ohne eine Klammer einfügen zu müssen, die mehr als eine komplette Zeile lan… ach, Mist).

Ich muss ehrlich sagen, dass die Frage für mich nur in geringem Maße eine ist. Ich verlange einfach, was ich bezahlen würde. Diesen Sinn habe ich über Jahre durch Flohmarktbesuche geschärft, was ich jedem empfehlen kann, der Preisfindung für Objekte ohne festen Warenwert trainieren will. Also: Indie-Autoren, geht auf den Trödelmarkt. Mindestens einmal auf jeder der beiden Seiten des Tisches (oder Teppichs, oder Anhängers, oder was auch immer als Verkaufsfläche dient). Dort kann man dann lernen, was die Dinge den Leuten wirklich wert sind statt was die Hersteller ihrerseits gerne dafür verlangen. Grade bei Kultur (sprich: Büchern, aber auch Filmen, weniger bei Videospielen) ist die Differenz zuweilen enorm. Mein Preismuster, eBooks im Bereich von 0,89 bis 4,99 € anzubieten und alle Preise darüber nur für wirklich, wirklich verdammt gute Autoren sowie einige Sachbücher mit ausreichend hohem Informationsgehalt gelten zu lassen kommt aus diesen Erfahrungen in der Frage, was den Leuten ein Buch wirklich wert ist.

Nun höre ich bereits den Aufschrei, für eine solche mit Herzblut über Monate wenn nicht Jahre geschriebene Arbeit wie den eigenen Roman könne man nie im Leben so wenig Geld verlangen. Dem liegen mE zwei fehlerhafte Wahrnehmungen zu Grunde:

  1. Der Preis wird vom Autoren am Einzelexemplar beurteilt
  2. Der Preis wird mit gedruckten Büchern verglichen ohne zu sehen, wieso diese eigentlich so teuer sind

Und weil da jetzt schon niedliche kleine Zahlen davorstehen fang ich mit dem ersten Punkt an. Ist auch kürzer anzugehen:
Beim Schreiben des Buches entsteht nur einmal Arbeitsaufwand, weitgehend unabhängig davon, wie oft sich das Buch verkauft. Ich sag „weitgehdn“, weil Marketing ja durchaus einen Einfluss hat, aber auch dieser Aufwand und diese Kosten fallen nur einmalig an und sind zudem freiwillig. Die zentrale Leistung beim Schreiben ist das Schreiben und das ist in der Regel abgeschlossen, sobald das Buch raus ist.
Der Verdienst aber fällt jedes Mal an, wenn ein Exemplar verkauft wird. Der Autor lebt nicht von den Tantiemen eines Buches, sondern von den Tantiemen seiner Gesamtauflage. Diese sind für den Autoren ausschlaggebend. Wofür das Buch beim Kunden landet kann ihm relativ egal sein, worauf es ankommt ist, den Preis so einzustellen, dass ein möglichst hoher Betrag bei ihm ankommt – dazu kann es eine bessere Strategie sein, viele Exemplare billig zu verkaufen als wenige oder gar keine teuer (muss aber nicht). Der einzige, für den der Preis eines Einzelexemplars eine entscheidende Rolle spielen sollte ist der Leser.

Die zweite Wahrnehmung gründet einfach darin, dass der Durchschnittskunde nicht weiss, welche Kosten alle in ein Buch einfließen. Es sind ja nicht nur Druck, Marketing, Verkauf, Steuer und Lektorat. Nein, viel wichtiger ist das aufgeblähte Management, das auf jeder dieser Ebenen verdient. Verlagshäuser sind riesige Wirtschaftsunternehmen mit eigenen Anwälten, Steuerberatern, Handelsvertretern, Organisatoren, Werbeleuten usw. usf. Der Buchhandel nimmt sich vom Preis mal eben 50-60% vom Ladenpreis, die sich Grossist und Buchladen teilen. 5% Druckerei, 7% Mehrwertsteuer, etliches an Kleinkram… am Ende erhält der Autor zwischen 8 und 12% vom Preis des Buches (in der Regel 8%, bewährte Autoren 10%, Bestseller bis zu 12%). Und selbst wenn die Verlage wollten, könnten sie nicht mehr bezahlen, denn sie haben ihre eigene Verwaltung und den ganzen Arbeitnehmerapparat zu bezahlen. Deshalb ist auch Imre Töröks Forderung, die Verlage sollten Autoren fair bezahlen unsinnig – die Verlage könnten die Autoren nicht einmal fair bezahlen ohne damit Harakiri zu begehen, wenn sie wollten.
Indie-Autoren haben diesen ganzen Überbau nicht. Und das macht einiges aus: Verkauft ein Indie-Autor ein Exemplar eines Buches für 2,99 €, hat er davon etwa 2 € Einkünfte. Für die selben Einkünfte müsste ein verlagsgebundener eBook-Autor (der etwa 20-25% des Verkaufspreises erhält) ein Buch für etwa 8-10 € verkaufen, der Verfasser eines Printbuches muss dem Kunden dafür 20 € abnehmen. Oder kurzgefasst: Aus Autorensicht entspricht ein Verkauf eines eBooks für 3 € dem Verkauf eines normalen Buches für 20 €. Die Einkünfte aus einem eBook für 9,99 € entsprechen denen aus einem Papierbuch für etwa 70-80 €.
Ich bin der festen Überzeugung, wer meint, eBook-Preise seien zu gering weiss mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht, wie wenig Autoren eigentlich an einem klassisch verlegten Buch verdienen. Wenn gleichzeitig Autoren mehr Geld verdienen können und Leser dafür weniger Geld ausgeben müssen, dann nenne ich das eine Win-Win-Situation, die zu bekämpfen keine gute Idee wäre. Klar, die großen Verlierer hierbei sind die plötzlich ausserhalb des Spiels stehenden Verleger, die vom notwendigen Mittelmann zu jemandem geworden sind, der beim Kontakt zum Kunden nur noch im Weg steht. Ich glaube aber, dass mit der Unabhängigkeit der Autoren mehr gewonnen ist als durch den Untergang des Verlagswesens verloren geht. Kulturell wie auch was Arbeitsplätze angeht (das Management wird arbeitslos, dafür können dank höherer Einkünfte künftig deutlich mehr Autoren vom Schreiben leben).

Und das ist, in einem Beitrag, weshalb ich es nicht verstehe, wenn selbstverlegte Autoren sich über zu niedrige eBook-Preise aufregen.
Es gibt noch einige zusätzliche Fragen, die da rein spielen, etwa die sozialpolitische Frage nach dem Zugang zu Wissen und Kultur für einen möglichst breiten Bevölkerungsanteil. Aber das ist nochmal eine andere Diskussion.

Nachtrag für FeministInnen, Feminist_innen usw.: Ja ich weiss, dieser Text ist nicht gegendert. Sind meine Texte fast nie, aber normalerweise tauchen in meinen Texten auch keine Berufsbezeichnungen in solcher Dichte auf. Daher ein paar vorläufige Sätze hierzu: Ich halte es – da bin ich mit den russischen Feministen einig – für diskriminierend, männliche und weibliche Autoren (oder sonstige Berufsstände) sprachlich zu unterscheiden. Ich überlege daher derzeit, einfach die Berufsbezeichnung mit dem Artikel „das“ zu verwenden, das ergibt nicht annähernd so üble grammatisch-orthografische Verrenkungen wie der ganzen „-innen“-Quatsch. Manchmal merkt man mir den Sprachwissenschaftler halt doch an. Dazu mehr, wenn ich mir eine abschließende Meinung dazu gebildet habe.

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eBook-Land Woche 21 0 

Bücher im Verkauf: 4 | Eigene: 1 | Einkünfte bisher: 66,44 € | Händler: 6

In eigener Sache
Heute also ist mein Angebot klassischer SF-Romane um ein weiteres Buch gewachsen, denn Der Luftpirat und sein lenkbares Luftschiff 001: Der Beherrscher des Luftmeeres ist seit heute für 0,89 € bei Amazon erhältlich. Wie in dem letzten Blogbeitrag vor diesem erwähnt habe ich dabei auch mein Vorgehen bei der Konvertierung ins eBook-Format gewechselt: Statt meine Textverarbeitungssoftware eine html erzeugen zu lassen mache ich das jetzt von Hand und kopiere dabei den Text kurzerhand rüber, nachdem ich ihn in der Textverarbeitung aufgeschrieben habe. Das ist ein wenig aufwendiger, führt aber zu saubereren Ergebnissen im schlussendlich erzeugten Code.
Die Umstellung ist dabei relativ gering – all zu viel Raum nimmt der Code neben dem sichtbaren Text nicht ein und da ich schon die zweite und auch die kommende dritte Auflage von Dieses Cover ist Müll! direkt im Code bearbeite hab ich mich ohnehin dran gewöhnt.
Was mich dabei jetzt ein wenig annagt ist, dass von den vier Titeln, die ich bis jetzt rausgebracht habe nur einer von mir ist. Das gefällt mir ganz einfach nicht, also werde ich etwas dagegen tun: Ich widme mich diese Woche gezielt der Fertigstellung der dritten Auflage von Dieses Cover ist Müll und direkt danach von Feuchten Fußes. Feuchten Fußes, ebenso wie sein schon geplanter Nachfolger Schwarzer Schwinge, wird ein für mich persönlich interessantes Experiment, da es sowohl ein Sachbuch als auch eine Kurzgeschichte ist. Es gehört in das kleine Genre der Xenofiction, Geschichten mit nichtmenschlichen Hauptfiguren, ein Genre, das mich seit meiner Kindheit fasziniert hat. Die erste Hilfe bietet dabei eine Geschichte um die Lebewesen, die auf der Schwelle zum jeweiligen evolutionären Durchbruch (Schritt an Land, Entstehung der Vögel) stehen, die andere Hälfte liefert die wissenschaftlichen Fakten dazu. Ich bin gespannt, wie das Ergebnis, das hoffentlich nächste Woche endlich fertig ist, ankommen wird.
Gleichzeitig stelle ich meine Romanprojekte erstmal zurück. Ich werde etwas hinzufügen, wenn es mir spontan einfällt und lohnend erscheint, aber ich werde die Romane (Castor, Sünde, Neanderthalensis) vorerst warten lassen. Sie brauchen einfach zu lange und ich denke es ist momentan eine bessere Idee, einen Grundstock aufzubauen, um dann mit mehr Ruhe an diese Werke gehen zu können. Statt dessen konzentriere ich mich auf die Sachbücher und kurze Formate wie eben die Reihe Meilensteine der Evolution, da diese in kürzerer Zeit schreibbar sind. Vergessen werde ich die Romane aber mit Sicherheit nicht – sie sind immer noch das große Ziel meines Schreibens. Die Übung, die ich durch die vorgezogenen Projekte erhalte tut ihnen vielleicht sogar ganz gut. Insbesondere hinter Neanderthalensis steht eine Idee, die von einem erfahreneren Schreiber besonders profitiert.

Aus der Szene
Während in der Schweiz eine Volksabstimmung die Buchpreisbindung endgültig abschafft agiert auch die deutsche Bundesregierung in Sachen eBook-Preise – indem sie eine ermäßigte Mehrwertsteuer und somit Gleichstellung mit Printbüchern klar verneint. Mit einer Begründung, die sich herunterbrechen lässt auf „Woll’n wir halt nicht“. Wahrscheinlich soll sich das Hotelsteuer-Debakel nicht wiederholen.
Unterdessen hat die Welt Spass mit falschen Übersetzungen von juristischen Fachbegriffen und macht aus einer Beschwerde gegen Preisabsprachen der Verlage untereinander und mit Apple einen Angriff auf die Buchpreisbindung in Deutschland. Schön wär’s.
Apropos Welt. Die gehört ja zum Axel-Springer-Konzern, der sich erst letzte Woche in Begleitung einiger anderer Verlage das Leistungsschutzrecht erkämpft hat. Bereits am nächsten Tag wird ihnen plötzlich klar, dass das eine ziemlich schlechte Idee für einen Verlag sein könnte, der regelmäßig anderswo abschreibt und kommt für Twitterer kurzerhand zu der Lösung, diese per Dreifachraute ihre Leistungsschutzrechte abtreten zu lassen. Wer braucht bei sowas noch Satire?
Und nun zu etwas völlig anderem: Google verschmilzt seine Medienplattformen und somit haben wir inzwischen Google Play. Unterschiede zu bisher sind mir soweit keine aufgefallen, es gibt nur ein paar neue technische Probleme. So erscheint etwa beim Versuch, meine Sammlung zu sehen die Fehlermeldung „We’re sorry, the document you requested is not available in your country.“. Wohlgemerkt bei meiner Büchersammlung, nicht bei einzelnen Büchern in meiner Sammlung.