Dino-Dienstag 35 0 

Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, (so gut wie) jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Diesmal ohne Dinosaurier mit ein paar kleineren Wesen.

Alcidedorbignya

In Fortsetzung der von den Scansiopterygidae begonnenen stolzen Tradition, namen einzuführen, die selbst Paläontologen verzweifeln lassen, präsentiere ich Alcidedorbignya inopinata (benannt nach dem französischen Naturforscher Alcide d’Orbigny).

Awwww-Faktor 11 von 10 - Bild von hier

Awwww-Faktor 11 von 10 – Bild von hier


Dieses Tier war seit etwa 20 Jahren durch Funde von Zähnen bekannt, doch nun gibt es fast vollständige Skelettreste, die nun in einer sehr ausführlichen Untersuchung vorgestellt wurden. Alcidedorbignya ist für die Forschung aus zwei Gründen interessant: Zum einen stammt es fast exakt aus der Zeit, in der die Dinosaurier ausstarben und ist wohl ein direkter Überlebender dieses Ereignisses, zum anderen ist es der älteste Vertreter einer heute ausgestorbenen Gruppe namens Pantodonten, die zu den ersten reinen Pflanzenfressern unter den Säugetieren gehörten. Dass Alcidedorbignya so alt ist, ist ein weiterer Beleg, dass die Säugetiere bereits vor dem Ende der Dinosaurier vielfältiger wurden, eine gute Basis, um nach dem Ende der Dinosaurier die Welt schnell mit neuen Formen zu bevölkern. Es ist zudem der einzige Pantodont aus Südamerika.

Cretonthophilus, der Ur-Stutzkäfer

Cretonthophilus tuberculatus - Bild von hier

Cretonthophilus tuberculatus – Bild von hier


Die Stutzkäfer sind eine sehr erfolgreiche Gruppe kleiner räuberischer Käfer, die unter anderem die Fähigkeit eint, ihre Fühler und Beine in Furchen zurückziehen zu können. Und genau das ist bei diesem Exemplar interessant: bei dem hervorragend in 99 Millionen Jahre altem Bernstein in Burma erhaltenen Käfer sind die Fühler klar sichtbar und sie sind in genau solchen Taschen versteckt. Aber: Anders als bei den heutigen Stutzkäfern sind die Taschen weder flach und offen noch tief und abgedeckt, sondern tief und offen. Cretonthophilus war eine Übergangsform zwischen den beiden Formen, für die Forscher eine Momentaufnahme evolutionärer Veränderung. Das, was populär als Missing Link bezeichnet wird.

Dino-Dienstag 34 0 

Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, (so gut wie) jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Zum Jahresabschluss mit ein paar neuen Spezies, vom Krabbeltier zum, nun, Dinosaurier.

Wie die Skorpione das Land betraten

Während der Weg der Wirbeltiere an Land recht gut aufgeklärt ist, steht es um die Gliederfüßer weniger gut. Dass diese lange vor den Fischen das Wasser verlassen haben müssen, ist bekannt, aber es fehlen der allerersten Festlandbewohner. Die noch weitgehend unbelebten Landschaften das Silur boten selten die Bedingungen, unter denen Versteinerungen entstehen konnten.
Mit Eramoscorpius brucensis gelang daher in Kanada ein ganz besonderer Fund. Ein Skorpion, der offenbar am Übergang zwischen Seeskorpionen und Landskorpionen stand. Gefunden wurde er in Gestein, das von urzeitlichen Stränden stammte.

Endlich Skorpione fürs Aquarium! Nur noch kurz klonen - Bild: © David Rudkin, Royal Ontario Museum

Endlich Skorpione fürs Aquarium! Nur noch kurz klonen – Bild: © David Rudkin, Royal Ontario Museum

Die eine Besonderheit dieses 430 Millionen Jahre alten Skorpions sind die Füße: Er hatte Füße! Ältere Skorpione liefen wie die meisten Krabben auf den Spitzen ihrer Beine, eine Art der Fortbewegung, die unter Wasser völlig ausreicht, auf dem Land aber eher beschwerlich ist, wo eine größere Trittfläche besser in der Lage ist, das Körpergewicht zu tragen. Damit brachte Eramoscorpius eine Anpassung mit, die ihm das Laufen auf dem festen Land deutlich erleichterte.
Die andere Besonderheit ist sein Verdauungssystem. Spinnentiere ernähren sich ausschließlich von Flüssigkeiten. Um das tun zu können, haben sie ihre Giftklauen, mit denen sie der Beute ein Gift verabreichen, welches deren Inneres zum Aussaugen verflüssigt. Das ist der Grund, weshalb alle an Land lebenden Spinnentiere einen giftigen Biss haben (wenn auch bei weitem nicht immer für Menschen giftig). Diese Anpassung fehlte Eramoscorpius und das bedeutet: Dieses Tier musste im Wasser fressen, denn nur dort stand genug Flüssigkeit zur Verfügung, um Nahrung aufsaugen zu können.
Wozu diese Kombination aus Merkmalen? Möglich ist vieles. Beispielsweise könnte der Skorpion zum Häuten ans sichere Land gegangen sein, wo sein Panzer aushärtete und sein tägliches Leben im küstennahen Wasser zugebracht haben. Ebenso möglich, dass er mit diesen Beinen bei Ebbe schneller vom trockengefallenen Strand zurück ins Wasser kam, wo er lebte. Obwohl viele Fragen offen bleiben, wissen wir plötzlich deutlich mehr über den Weg der Skorpione an Land als zuvor.
Übrigens waren die Tierchen durchaus stattlich: Bis zu 16,5 cm erreichte Eramoscorpius den Funden nach.

Neues aus dem Mesozoikum

Aus dem zeitalter der Dinosaurier gab es in letzter Zeit ein paar Neulinge, die ich hier einfach kurz vorstelle:

Morelladon - Bild: Carlos de Miguel Chaves

Morelladon – Bild: Carlos de Miguel Chaves

Morelladon beltrani ergänzt die wachsende Reihe der Dinosaurier mit einer Art Segel auf dem Rücken, von denen es vor allem in Europa und Nordafrika viele gab, darunter den bekannten Raubsaurier Spinosaurus. Morelladon ist dagegen ein Pflanzenfresser von der Größe eines Indischen Elefanten, benannt nach seinem Fundort Morella in Spanien. Die sehr ähnlichen Knochen lassen seine nahe Verwandtschaft zu dem nahezu weltweit verbreiteten Iguanodon erahnen, aber auch zu dem nordafrikanischen Ouranosaurus, der ein ähnliches Segel trug.
Phosphorosaurus alias Glubschi - Bild: Tatsuya Shinmura / Ashoro Museum of Paleontology / Trustees of the Natural History Museum, London

Phosphorosaurus alias Glubschi – Bild: Tatsuya Shinmura / Ashoro Museum of Paleontology / Trustees of the Natural History Museum, London

Japan bekommt mit Phosphorosaurus ponpetelegans einen interessanten neuen Mosasaurier, jene Gruppe großer Meereswarane, deren größter Vertreter in Jurassic World Haie und unschuldige Babysitter verspeist. Interessant an Phosphorosaurus sind die deutlich nach vorne gerichteten Augen, die dem Tier dreidimensionales Sehen ermöglichten, aber auch seine Fähigkeit verbesserten, im Dunkeln zu sehen. Letzteres scheint auch die hauptsächliche Funktion gewesen zu sein, denn in den selben Gesteinen gibt es auch Fossilien von Tiefseekalmaren und Anglerfischen, die er wohl entweder nachts oder in der Tiefsee gejagt hat. Das ist eine Anpassung, die von keinem anderen Meeresreptil bekannt ist.

State of the Städtchen 2015 1 

Wir unterbrechen den üblichen Rhythmus zwischen Weihnachten und Neujahr für die obligatorischen Jahresrück- und -ausblicke

State of the Städtchen

Es gibt keinen Weg um diese Erkenntnis herum: Politisch war 2015 kein gutes Jahr für Mönchengladbach. Seit die GroKo 2014 die Leitung im Stadtrat übernommen hat, geht etliches schief. Die GEM als städtischer Entsorger, deren Rekommunalisierung neben Gründen der Auftragsvergabe auch zwecks direkterer politischer Kontrolle von der Ampel angestoßen wurde, wurde von der GroKo zum Gegenteil gemacht: Jetzt wird der komplette Bereich der Sauberkeit und Entsorgung samt der Grünpflege aus der Stadtverwaltung ausgegliedert und in ein neues Unternehmen, die „Stadtbetriebe Mönchengladbach“ (ja, die heissen wirklich so aussagelos) eingesetzt. Damit ist die Handlungsfähigkeit der Politik in grade jenem Feld massiv eingeschränkt, das die GroKo immer wieder groß als ihr Hauptziel darstellt, der Sauberkeit der Stadt.
Überhaupt, die „Sauberkeitsoffensive“! Die macht sich derzeit vor allem durch zu hoch aufgehangene Putzlappen nutzlose Plakate bemerkbar, die dazu auffordern, seinen Müll aufzuheben. Und durch zusätzliche Putzeinsätze im Geropark, der dann hübsch aufgeputzt der Presse vorgeführt wird, während ich zugleich aus Stadtteilen wie Lürrip immer wieder Beschwerden höre, die im Geropark eingesetzten Kräfte fehlen dann in den als Peripherie geltenden Stadtteilen. Potemkinsche Sauberkeit, wenn man so will.
Aber kosten darf das. Eine Menge, ein paar Millionen allein um die neuen Stadtbetriebe auszustatten, womit auch immer. Man könnte meinen, die Müllabfuhr habe bislang keine Müllwagen besessen und müsse nun dringend welche besorgen, so viel Geld wird da reingepumpt. Und wo wir schon dabei sind, bauen wir doch auch gleich ein neues Rathaus. Zur Erinnerung: Die Ampel zerbrach damals am — deutlich sinnvolleren, weil der Bildung dienenden — Plan, eine neue Bibliothek zu bauen.
All dies mit Hilfe von Glaskugeleien (Kommunales Investitionsförderungsgesetz) und vor allem Steuererhöhungen. Zugegeben, Steuern hat auch die Ampel erhöht, aber es gibt doch einen großen Unterschied: Die Ampel tat dies ausschließlich, um den Haushalt aus seiner Schieflage zu befreien. In den regelmäßig knallharten Verhandlungen der Ampelfraktionen galt stets die Maxime, dass alle neuen Vorhaben mit Streichungen und Kürzungen bei anderen Vorhaben zu kompensieren waren. Nicht um einen Cent wurde der Haushalt für Projekte zusätzlich belastet, darauf hatten die Ampelpartner einen eifersüchtigen Blick. Das war selten angenehm, aber doch oft gut für die Stadt, denn so konnte ihre Entwicklung eine neue Richtung erhalten, die Stadt begann innerhalb von nur fünf Jahren, ihr Gesicht zu verändern.
Der Nachhall der Ampelzeit sorgt noch für positive Entwicklungen in der Stadt. Wer sich etwa die Neujahrsrede des Oberbürgermeisters anschaut, der findet unter dem Punkte „Aufschwung“ praktisch ausschließlich Vorhaben, die der Politik der Ampel entstammen. Einzig das Pfefferminzhäuschen ist ein noch älteres Vorhaben, welches unter der Ampel zu seinem Abschluss geführt wurde. Selbst das aktuell bejubelte Bevölkerungswachstum läuft schon seit 2012.
Die gegenwärtige politische Situation in MG ist desolat: Die GroKo arbeitet im Grunde als eine Groß-CDU, deren politisches Wirken vor allem von Selbstverliebtheit geprägt ist. Während Parolen wie jene von der Sauberkeitsoffensive angesichts der offenbar werdenden Konzeptlosigkeit dahinter verpuffen, droht der von der Ampel mit Müh und Not gekittete Haushalt sein Ausgleichsziel 2018 zu verfehlen. Die GroKo arbeitet mit hübschen Schlagworten und verlangt dann von der Verwaltung, diese möge doch bitte definieren, was genau es eigentlich ist, was die GroKo fordert (so geschehen zuletzt beim Thema „Demographiemanagement“). Andernorts zerstört man im Namen der Attraktivität der Stadt eben jene Attraktivität, indem man auf Einrichtungen wie den Margarethengarten oder die verbliebenen Grünflächen Wohngebiete setzt, natürlich nur für „gehobenes Wohnen“. Und die Unerwünschten? Die werden vertrieben, ob man dazu nun unerwünschten Gruppen den Aufenthalt an Bushaltestellen untersagt oder gleich das komplette Arbeitslosenzentrum zu schließen droht.
Die SPD hat darin versagt, als Koalitionspartner die politische Arbeit mitzuprägen. Eine Zusammenarbeit hätte diese typischen Erscheinungen einer Alleinherrschaft verhindert und ein symbiotisches Ganzes ergeben können, welches der Stadt insgesamt durchaus nutzen könnte. Doch mit einem SPD-Fraktionsvorsitzenden, der in der Aussenwirkung alles abnickt was die CDU sich so ausdenkt, ist das nicht zu machen. Ebensowenig mit einer Sozialdezernentin Schall, der zum einen mal eben wichtige Teile des Sozialbereichs entzogen wurden um sie Mosaikdezernent Dr. Fischer (Schule, Sport, Freizeit und nun eben auch noch Ausländer) zuzuschustern, die aber zum anderen auch ständig nett die Klappe hält, was auch immer die GroKo macht.
Nein, politisch steht es nicht gut um Mönchengladbach. Es steht desaströs und es droht, nicht besser zu werden.

Inspiratives Potenzial des Horror Vacui

Ja, ich weiss, dass Horror vacui eigentlich das genaue Gegenteil dessen bezeichnet, was der begriff sagt. Ist mir aber wurscht, weiss ja sonst kaum einer, der nicht Kunstgeschichte studiert hat. Wobei, die Begriffsgeschichte, wie die Motivation eines Phänomens zur Bezeichnung des eigentlichen Phänomens wurde… aber lassen wir das. Und ergötzen wir uns auch nicht all zu lange an diesem Zwischentitel. Nicht all zu lang, aber doch ein wenig. So, genug daran gelabt, weiter geht’s.
Tarek Shukrallah findet in der ersten Ausgabe des hervorragenden Gladbacher Jugendmagazins Nix Los die perfekte Umschreibung für das, was ich mit der Überschrift meine:

Mönchengladbach ist, was die Stärke der selbstverwalteten Jugendprojekte angeht, ein wundervolles Beispiel dafür was passiert, wenn eine Stadt sich einen feuchten Kehricht um ihren Nachwuchs kümmert

Wo ein Vakuum ist, da treten jene Kräfte auf, die es zu füllen beginnen.
Mönchengladbach entwickelt eine blühende Kulturszene. Nicht in der städtisch geförderten Kultur wie dem für den Alltag letztlich belanglos gewordenen Theater, das nur einer gewissen Rezipientengruppe vorrangig in einer gesellschaftlichen Oberschicht (oder gehobenen Alters) dient. Sondern unten. Bei den Künstlern, die ihre Objekte auf den Märkten Greta und Claus feilbieten. Bei jenen, die mit Projekten Aufmerksamkeit erregen. Norbert Krauses bundesweit beachtete Aktionen, auch wenn ich deren Besonderheit persönlich oft nicht verstehe. Hannah von Dahlen und das Projekt MG anders sehen mit ihrem Fokus auf den Charme der Details wie auch des Hässlichen. Eine überraschend große Zahl von Schriftstellern der Stadt. Die Kreativen der Hochschule, auch wenn sie nur selten bleiben. Johannes Jansen und die Freimeister mit ihrem großen positiven Einfluss auf die Entwicklung von Plätzen und Ankern der vielfach vermissten Stadtidentität.
Und so kann ich doch noch positiv vermerken: Diese Stadt hat die Fähigkeit zum Aufbruch. Er muss in der aktuellen Lage von unten kommen, denn dort sitzt aktuell in dieser Stadt das Talent, der Wille, die Kraft. Sieht man in dieser Stadt nach unten, fühlt es sich nach Aufbruch an. Und damit meine ich nicht die Schlaglöcher und schlecht geflickten Kanalarbeiten, wegen derer ich in dieser Stadt als Zweiradfahrer ausschließlich Mountainbike fahre.

Dino-Dienstag 33 0 

Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, (so gut wie) jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Diesmal ist ein wenig mehr Zeit ins Land gegangen, die ich dann rauszuholen versuche. Also dann!

Nestbau liefert weitere Hinweise auf gefiederte Dinosaurier

Erneut liefert eine Untersuchung der Nester von Dinosauriern wichtige Hinweise auf die Entwicklung der Vögel und die Nähe der Dinosaurier zu diesen. Nachdem zuletzt anhand der Eierschalen die Körpertemperatur der Muttertiere gemessen werden konnte, geht es diesmal um unterschiedliche Arten, Nester zu bauen. Innerhalb der Archosaurier als übergeordneter Gruppe gibt es zwei hauptsächliche Arten des Nesterbaus: Die Erdhügel der Krokodile und die bebrüteten offenen Nester der Vögel.
Der Aufbau der Eierschalen zeigt, dass bei den Dinosauriern beides vorkam. Dabei gibt es offene Nester genau bei den Dinosauriern, die näher mit den Vögeln verwandt sind und über ein Gefieder verfügen, mit dessen Hilfe sie die Nester bebrüten können.

Parasaurolophus mit Hügelnest, Oviraptor beim Brüten - Bild: Julius T. Czotonyi

Parasaurolophus mit Hügelnest, Oviraptor beim Brüten – Bild: Julius T. Czotonyi

Untersucht wurde dabei, ob der Aufbau der Schale eher auf Eier hindeutete, die für das Verscharren oder für den Aufenthalt an offener Luft geeignet waren. Beides erfordert unterschiedliche Anpassungen etwa wegen der unterschiedlich hohen Gefahr auszutrocknen.

Dimetrodon droht zu verschwinden

Vor einigen Jahren ging das Gerücht, der Name Triceratops müsste abgeschafft werden, weil neue Erkenntnisse zeigen würden, dass dieser Dinosaurier mit Torosaurus identisch sei. Der Grund dafür ist, dass in einem solchen Fall der neuere Name für ungültig erklärt und der Name der früher entdeckten Exemplare verwendet wird. Damals war das doppelt falsch: Zum einen galten die Untersuchungen dazu als zweifelhaft, zum anderen war Triceratops der ältere Name, wenn überhaupt wäre also Torosaurus verschwunden.
Nun aber kommt eine ähnliche Geschichte wieder. In Kanada wurden Fossilien eines Tieres neu untersucht, welches dort ursprünglich 1845 entdeckt und als Bathygnathus benannt wurde. Damals wurden die Kieferstücke für die eines Dinosaurier gehalten, doch jetzt schaute sich die Paläontologin Kirstin Brink die Zähne genauer an und es stellt sich heraus, dass Bathygnathus wahrscheinlich mit Dimetrodon identisch war, jenem nachtaktiven Reptil mit einem riesigen Segel auf dem Rücken, welches gerne zu den Dinosauriern gezählt wird, obwohl es vor den Dinosauriern lebte und näher mit den Säugetieren verwandt war. Dieses hier:

Dimetrodon auf Nachtjagd, ein Edaphosaurus als Beute im Hintergrund - Illustration by Marlene Hill Donnelly

Dimetrodon auf Nachtjagd, ein Edaphosaurus als Beute im Hintergrund – Illustration by Marlene Hill Donnelly

Das Problem: Der Name Dimetrodon wurde erst 1878 vergeben, somit müsste er weichen. Die für Streitfälle bei der Benennung zuständige internationale Kommission für biologische Nomenklatur kann allerdings eine Ausnahme machen, wie sie es auch schon bei Tyrannosaurus rex getan hatte, der sonst heute als Manospondylus gigas Touristen auf Pazifikinseln fressen müsste.

Ein paar kleinere Nachrichten

Süß, oder? (Bild: Forscherteam Selden et al.)

Süß, oder? (Bild: Forscherteam Selden et al.)

China gibt uns die größte jemals gefundene Versteinerung einer Spinne, die so fein ist, dass man eindeutig die Zugehörigkeit zur heute noch lebenden Gattung der Seidenspinnen nachweisen konnte. Sie erreichte die beeindruckende Beinspanne von 15 Zentimetern. Nephila jurassica ist ein Weibchen, wie auch bei den heute noch lebenden Seidenspinnen die Weibchen zu den größten aller Spinnen zählen (und gelegentlich sogar kleine Vögel erbeuten), während die Männchen vergleichsweise winzig sind.
Schottland hat einen neuen Fundplatz für Fußspuren von Sauropoden, die dort vor 151 Millionen Jahre an der Küste entlanggewandert sein müssen.
Im Reich der Pflanzen finden sich ein paar Entdeckungen zur Entwicklung der Blütenpflanzen. Zum einen gibt es aus China den Fund eines versteinerten Pfirsichkerns, womit sich der Verdacht erhärtet, dass diese Pflanze unklaren Ursprungs ursprünglich von dort stammt. Zurück in der Zeit der Dinosaurier finden sich Teile von Blütenpflanzen in Dinosaurierkot, womit zunehmend deutlicher wird, dass diese durchaus von Dinosauriern gegessen wurden — lange Zeit galt es als eine Theorie zum Aussterben der Dinosaurier, dass die Blütenpflanzen jene älteren Pflanzen verdrängt hätten, von denen sich die Pflanzenfresser unter den Dinosauriern ernährten.
Wo wir schon beim Aussterben der Dinosaurier sind: Simulationen amerikanischer Forscher weisen darauf hin, dass der Einschlag des Meteoriten vor circa 65 Millionen Jahren eine bisher unbeachtete Folge hatte: Das über den Erdball verteilte material von der Einschlagstelle nährte eine gewaltige globale Algenblüte, die zum Umkippen zahlreicher Ökosysteme in den Meeren führte. Das passt damit zusammen, dass in den Ozeanen mit Ausnahme der Meeresschildkröten alle Meeresreptilien verschwanden, während Fische und Kopffüßer erheblich reduziert wurden.

Und zu guter Letzt

Hier ist eine eiförmige Kerze, aus der beim Abbrennen ein Dinosaurier schlüpft.

Wer mag, kann sich über die fehlenden Federn beschweren (Bilder: Firebox.com)

Wer mag, kann sich über die fehlenden Federn beschweren (Bilder: Firebox.com)

Projekt Rana 0.3.0 0 

Aufwand
bis 20.12.15

Grashüpf0r
245 €
Schwalben-schwanz
79 €
Bachforelle
60 €
Helferlein
0 €
Recherche
10 €
Zeit
0h 15m

Fünf Monate sind ins Land gegangen, in denen sich am Projekt Rana nichts mehr getan hat. Wenigstens nichts groß berichtenswertes. Gespräche, Recherchen und Tests haben mich in der Zwischenzeit zu der Erkenntnis gebracht, dass die Hecklenkung des Rana Schwalbenschwanz zwar möglich, aber zum Fahren aus verschiedenen Gründen wenig brauchbar ist. Die Lenkung über Schaltung/Bremsen der Vorderräder wie bei der Rana Bachforelle angedacht funktioniert hingegen nur bedingt — Bremssteuerung geht, Schaltsteuerung geht nicht (das niedriger geschaltete Rad wird im Gesamtkonstrukt mitgetrieben), womit das ganze bergauf quasi unbrauchbar wird.
Die einzige Lösung, um beim Konzept eines frontgesteuerten Dreirad zu bleiben wäre gewesen, Kardangelenke einzubauen, um sowohl Steuerung als auch Antrieb auf die Vorderachse legen zu können. Das ist möglich, aber zum einen recht komplex, zum anderen bringen diese Gelenke ordentlich Reibungsverluste in den Antrieb. Dennoch, als Gedankenspiel ganz interessant.

ebay zur Rettung!

Nun begab es sich, dass mein Vater mich bat, mal nach einem neuen Dreirad für meine Mutter Ausschau zu halten. Ihr wisst schon, diese Deltas mit klassischem Aufrecht-Sitz und Korb für Einkäufe hinten dran. Meine Mutter hat vor Jahren ihren Ford Fiesta gegen so ein Gefährt eingetauscht. Das brachte mich zu ebay zurück und prompt verpasste ich das Höchstgebot bei einer Auktion für ein Liegedreirad, doch meine Jagdlust war geweckt.
Ende November funktionierte es dann: Für knapp über 200 € schoss ich ein Liegerad. Naja, mehr oder weniger den Rumpf eines Liegerades. Aber immerhin fahrtüchtig und damit deutlich günstiger als jeder Erwerb eines neuen und sogar jener der meisten gebrauchten Exemplare. Gut, es hatte nur zwei Räder, aber hey, niemand ist perfekt.
Seitdem habe ich zunächst Kleinkram angebracht: Licht, Rückspiegel und eine Gepäckspinne als Provisorium am Gepäckträger. Womit es jetzt immerhin auch auf der Straße fahren darf (naja, fast, ein Bremskabel muss noch erneuert werden). Danach folgen die optisch auffälligeren, aber verkehrsrechtlich weniger relevanten Änderungen: Korrekte Längeneinstellung des Tretlagers (aktuell zu weit vorne für meine Beine) einschließlich entsprechender Kürzung der Kette sowie Bespannung des Sitzrahmens. Und danach gibt es dann rein optionale Änderungen, allen voran eine Alu- statt Stahlgabel für das Vorderrad (beginnt ohnehin stellenweise zu rosten). Dazwischen will ich auch noch eine zentral gesteuerte Beleuchtung einbauen, mit Schaltern und Kontrollleuchten, damit ich zum Einschalten der Beleuchtung nicht absteigen muss und immer im Blick habe, ob z.B. das Rücklicht noch Saft hat.

Finde den Unterschied!

Finde den Unterschied!

Velomobiles Potenzial des Grashüpf0r

Ungeachtete der Einspurigkeit des Fahrzeugs hat der Grashüpf0r einige Eigenschaften, die ich mir für die beiden mehrspurigen Rana-Entwürfe gewünscht hatte: Das Antriebsrad hat 28 ″ und die Steuerräder haben 20″, auch wenn sie jetzt die Positionen und Anzahl getauscht haben. Das aber wäre ohnehin die Konsequenz aus dem Wechsel auf Hinterradantrieb mit Vorderradlenkung.
Die Sitzhöhe entspricht mit 60 cm ziemlich genau dem Ansinnen, einen Sitz in der selben Höhe wie ein Auto zu haben. Tretlage rund Sitzfläche sind auf selber Höhe, was sehr angenehm ist — ein Aspekt, den ich bei den Dreirädern gar nicht im Blick hatte. Der fest in den Rahmen verbaute Gepäckträger ist eine hervorragende Basis für einen Kofferraum wie ich ihn mir vorgestellt hatte.
Alles, was fehlt, ist im Grunde die Halterung für die Vorderräder. Da diese nun nicht mehr angetrieben sind, ist eine Achse überflüssig, nur eine Lenkstange (mit ein paar Gelenken) muss zwischen den Rädern laufen. Ich kann diese mit Standardkomponenten umsetzen, etwa indem ich die Rahmen von zwei identischen 20″-Kinderrädern zweckentfremde.
Ob ich diesen Plan durchführe, werde ich anhand meiner Fahrerfahrungen entscheiden.
Jetzt gibt es zunächst einiges an Erfahrungen zu sammeln. Ist die Sitzhöhe für den Straßenverkehr wirklich so günstig, wie ich glaube? Wie gut fährt sich das Ganze bergauf? Wie schnell gewöhnen sich meine Beine an die andere Art zu treten (horizontal statt abwärts)? Ist die halb liegende Position auf langen Strecken so angenehm, wie ich hoffe? Welche Fragen finde ich heraus, von denen ich noch gar nichts ahne?
Immerhin kann ich schon sagen, die Lenkung mit starrer Nase und die Nutzung eines Rückspiegels sind Dinge, an die ich mich schnell gewöhnen konnte. Mangels Automobilerfahrung waren das für mich komplett unbekannte Elemente des Fahrens mehrspuriger Fahrzeuge.

Stand

Die Frage ist aktuell natürlich, welche der bereits vorhandenen Teile jetzt weiter verwendet werden können. Die Anhängerkupplungen kann ich hier wohl vergessen, da sie beide an Rahmenteilen ansetzen, die bei diesem Gefährt schlichtweg nicht vorhanden sind. Die Griffüberzüge haben sich mit der Drehgriffschaltung des aktuellen Rades ebenfalls erledigt. Wandert also in die Ersatzteilkiste und wird vielleicht nochmal rausgeholt, wenn ich die Idee mit dem vorn gesteuerten und angetriebenen Dreirad wieder rausholen sollte — interessant wäre das allemal.
Der 20″-Kinderrahmen dagegen ist möglicherweise noch brauchbar: Zwei davon könnten bei einem zukünftigen Umbau zum Dreirad zum Ausleger werden, der die Radaufhängungen trägt, was auch hieße, dass ich dann zwecks Symmetrie einen zweiten, identischen Rahmen benötige. Der sollte beschaffbar sein, der Rahmen war ja aktuelle Neuware. Die Schläuche sind direkt weiter verwendbar, da das Triebrad ja wie von Anfang an geplant einen Größe von 28″ aufweist.

Ich brauche einen größeren Ordner

Letzter Stand der Komponenten, zur Erinnerung. Nicht im Bild: Ein Kinderradrahmen.

Hi-Tech! (redundante Teile, die nicht verbaut werden, nicht im Bild)

Hi-Tech! (redundante Teile, die nicht verbaut werden, nicht im Bild)

Davon ab ist zum Kaufpreis des Liegerads von 225 € noch jener für die zusätzlichen Teile zu zählen. Das wären beim jetzigen Stand das Rücklicht (3,50 €), eine Gepäckspinne als provisorischer Gepäckträger (1,50 €), ein Rückspiegel (2,50 €), ein Scheinwerfer (1,50 €) sowie einige Elektronikbauteile für die zukünftige Lichtanlage (bisher 10 €). Einen zweiten Scheinwerfer hatte ich noch rumliegen, ich konnte also sowohl am Lenker wie auch am Ausleger einen Scheinwerfer anbringen, was ich bei einem Gefährt dieser Form als notwendig erachte (frontale Sichtbarkeit sowie Sichtbarkeit der Fahrzeuglänge).
Beim Preis nicht mitgezählt habe ich mal eine Matte weisses Mossgummi (149 €, kam aber mit einem kostenlosen Tablet-Computer, was ich fehr finde) und eine Packung Rocher (3,50 €, war aber mit Rochers gefüllt), beides ebenfalls Bauteile der Beleuchtungsanlage. Was es damit auf sich hat? Nächstes Mal!

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Velotäre Weltrettung 0 

Ich sage ja immer wieder, alle Menschen (die können), sollten Fahrrad fahren, das Fahrrad sollte (neben der Fortbewegung zu Fuß) das primäre Fortbewegungsmittel in den Innenstädten sein. Wenn es allein darum ginge, hier gäbe es heute nichts interessantes zu lesen.
Nein, es geht hier darum, dass Fahrradfahren die Welt noch viel weitreichender zu retten hilft, als selbst die meisten Radfahrer glauben. Aber erst mal ein Bildchen meines vollen Transportgespanns, damit die Linkvorschau in den sozialen Netzwerken was zu kucken hat, danach dann Butter bei die Fische.

Denkt euch am Fahrer noch einen Rucksack dazu. Sollte reichen. (Nein, der Autoanhänger hinter dem Rad gehört nicht dazu)

Denkt euch am Fahrer noch einen Rucksack dazu. Sollte reichen. (Nein, der Autoanhänger hinter dem Rad gehört nicht dazu)


So, zur Butter: Offensichtlich ist, dass jeder den Kraftfahrzeugen abgeluchster Fahrtenkilometer dabei hilft, weniger Treibstoff zu verbrauchen. Der Fokus hierbei ist Erdöl, da seine Verbrennung die Erdatmosphäre mit zusätzlichem CO2 und weiteren Gasen anreichert, die aus fossilen Lagern stammen. Das auch im Unterschied zu Atmung und der Verbrennung von Treibstoffen aus organischer Quelle, die nur CO2 entlassen, das seinerseits aus der gegenwärtigen Atmosphäre stammt und somit das Gleichgewicht der Gase nicht verändern. Etwas, was auch viele nicht verstehen und dann meinen, Radfahrer erzeugten ebenfalls zusätzliches CO2, aber das ist hier nicht der Punkt.
Der Punkt ist das politische Gewicht von Öl.

Shell, Arabien und der Klimawandel

Der Klimawandel ist eine praktisch unbestrittene Tatsache. Die menschliche Verantwortung für den Klimawandel ist eine sehr gut belegte und von einer großen Mehrheit der Forscher bestätigte Beobachtung. Der Hauptbeleg dafür ist, dass die natürlichen Ursachen von Klimaschwankungen diese zwar sehr gut erklären können — aber plötzlich ab etwa 1950 versagen.
Das eine Problem ist, dass die wenigen „skeptischen Forscher“ in ihrer Lautstärke erheblich aufgedreht werden, da der Klimawandel für jene, die ihn verursachen, natürlich ein gutes Geschäft ist. So fallen sie etwa regelmäßig dadurch auf, mit Millionenbeträgen von diversen Ölkonzernen „gefördert“ zu werden, was für eine Bewegung wie die Klimawandelskeptiker, die der Gegenseite regelmäßig Manipulation und wirtschaftliche Interessen vorwerfen, eigentlich bis hin zu Selbstauflösung peinlich sein müsste, von diesen aber regelmäßig ignoriert wird, weil es ihnen nicht in den Kram passt.
Das andere ist, darauf weist zur Zeit etwa Hermann Ott hin, der politische Einfluss der Erdöl exportierenden Staaten. Er nennt vor allem Saudi-Arabien, aber auch die Macht der USA basiert auf dem Öl, jene der Sowjetunion stand im engen Zusammenhang mit den längst versiegten Ölquellen in ihrem Süden und auch das heutige Russland lebt von seinen mit den einstigen Ölvorkommen geologisch zusammenhängenden Gasexporten.
Das bedeutet, dass die Erdölwirtschaft neben ihren direkten Folgen für das Klima auch erhebliche Folgen für den Kampf gegen den Klimawandel hat. Jedes wirksame Vorgehen gegen die Emission klimawirksamer Gase wird vom Zweiklang aus Ölkonzernen und Ölstaaten massiv wirtschaftlich wie politisch behindert. Und das macht das Problem natürlich nur noch schlimmer. So wird es kein wirksames internationales Abkommen zur Reduktion des Ausstoßes von Klimagasen geben, denn selbst wenn die „Dealer&ldequo; nicht mit am Tisch säßen, wäre ihr politischer Einfluss auf den Rest der Welt doch so groß, dass sie alles blockieren können.

Und deshalb ist das Fahrrad wichtig: Es läuft ohne Öl. Ein großer gesellschaftlicher Umstieg auf das Rad entzieht den Konzernen und Scheichs Geld. Jeder Cent zählt, denn letztlich besteht jedes noch so große Vermögen nur aus einer großen Menge Cents. Es geht nicht darum, ob einer etwas bewirken kann. Es geht darum, wie viele mitmachen.

ISIS, Al Qaida und der Petrodollar

Wenn es um den internationalen Terror geht, insbesondere den islamistischen, fallen weltweit zwei Staaten als große Geldgeber des Terrors auf. Da sind zum einen, in Eurasien vor allem als Erbe des Kalten Krieges, die USA, zum anderen die ebenso wirtschaftlich wie religiös motivierte saudische Königsfamilie und ihre Günstlinge.
Da hätten wir die Taliban und al Qaida, die zeitweise von beiden finanziert wurden, Boko Haram als Freunde der Saudis und ganz eklatant und aktuell ISIS/ISIL, die sowohl auf arabisches Geld als auch auf eigene Ölexporte setzen können. Der Independent geht durchaus begründet davon aus, dass Saudi-Arabien der „eigentliche Feind des Westens sei.

They pour money into Islamist organisations and operations, promote punishing doctrines that subjugate women and children, and damn liberal values and democracy. They are pursuing a cruel bombing campaign in Yemen that has left thousands of civilians dead and many more in dire straits.

Und auch dieses Geld stammt im Falle Arabiens aus dem Öl.
Deshalb kann man durchaus zugespitzt sagen, wie ich es gestern als Teaser für diesen Text auf Twitter tat:

Unsere beste Waffe gegen ISIS ist übrigens das Fahrrad, weil man damit den Geldgebern des Terrors Einkünfte aus dem Ölexport verweigern kann

Denn, ganz ehrlich, eine andere Antwort auf den Terror haben wir nicht. Krieg ist ein sehr unpräzises Mittel, auch wenn ich ihn gegen ISIS durchaus als gerechtfertigt sähe. Er brächte aber nur eine vorübergehende Lösung, da er den Terror nicht in seiner Existenz als Struktur angreift. Das ist ein wichtiger Unterschied etwa zur Entnazifizierung, da die Macht der Nazis an die militärische und polizeiliche Macht des Deutschen Reiches als Staat gekoppelt war. ISIS hingegen ist nicht gewählt, nicht heimisch, sie treten auch in den kontrollierten Gebieten als Besatzungsmacht ohne Heimatland auf, ihre Machtbasis liegt bei ihnen selbst, ganz gleich, wie kaputt der Staat um sie herum ist. Identisch ist aber immer noch folgendes: Den Terror stoppen kann nur der Machtentzug. Und die Macht von ISIS speist sich aus den Mitteln, für die sie ihr Geld einsetzen.
Das ist somit unsere größte Waffe gegen ISIS und Konsorten: Ihnen und ihren Unterstützern die wirtschaftliche Existenzgrundlage entziehen. Und das geht am besten mit dem Fahrrad. Mit einem Westen, noch über seine Autos Hauptgeldgeber des Terrors, in dem eine Milliarde Fahrräder den täglichen Nahverkehr erledigen und in dem Kraftfahrzeuge nur noch für Transporte und Fernverkehr eingesetzt werden. Genug, dass die Menschen in Arabien leben können aber nicht genug, um täglich Milliarden in den Terror pumpen zu können.
Es ist das einzige, was mir gegen den Terror einfällt, was wirkt.
Europa hat eine halbe Milliarde Einwohner. Einwohner mit einem absolut überdurchschnittlichen Verbrauch an Erdölprodukten. Das sollten genug sein, um einen solchen Erdölausstieg zu einem empfindlichen Schlag zu machen.

Bei-Spiel: Elektromobilität

Erwähnt werden sollte noch die Rolle der Elektromobilität in dieser ganzen Geschichte. Ich bin selber nicht unbedingt ein Freund undurchdachter Umsetzung der Elektromobilisierung des Kraftverkehrs. Man kann den Ressourcenverbrauch für die Batterien ebenso kritisieren wie die bloße Verlagerung des Klimaproblems vom Fahrzeug selbst zu den Kraftwerken, die den Strom für ihren Betrieb erzeugen. Man muss sogar kritisieren, dass sie neben dem Treibstoffproblem keines der durch Automobile verursachten Probleme (etwa gestiegene Gefährlichkeit des Straßenverkehrs, Platzverbrauch und Bewegungsmangel für die Nutzer) zu lösen im Stande sind.
Aber: In gewissem Umfang sind Kraftfahrzeuge einfach notwendig, um unseren Lebensstil halbwegs so zu halten, wie er ist. Und das müssen wir, denn alles andere ist schlicht und ergreifend nicht durchsetzbar.
Kein anderer alltagstauglicher Antrieb ist so neutral der Herkunft der Energie gegenüber wie der Elektromotor, gleich welcher Bauart. Wollen wir die Wirtschaft auf erneuerbare Energien umstellen, geht das nur mit Elektromotoren in vernünftigem Maße, denn die anderen Optionen (also hauptsächlich Treibstoffe vom Feld) sidn alle weder praktisch noch in irgendeiner Weise umweltverträglich, wenn man sie im nötigen Umfang umsetzt.
Und deshalb ist die Elektromobilität notwendig: Nicht als Teil der Abkunft von fossiler Energie, sondern als alternativlose Vorbedingung dieser. Ohne Elektromotoren keine vollständige Energiewende mit allen Folgen nicht nur für das Klima, sondern eben auch für die globalen Machtstrukturen.

In dunklen Tagen 0 

Achso, ISIS=Islam.
Deshalb sind die im Krieg mit den anderen Muslimen.
Deswegen sind Millionen Muslime auf der Flucht aus den von ISIS kontrollierten Gebieten.
Deshalb gab es vorgestern ein Attentat auf Beirut.
Das ist alles soooo logisch!

Rassistische Dummschwätzer!

Terrorist sein ist keine Religion, Terrorist sein ist eine Geisteskrankheit. Religion erleichtert lediglich den Überträgern die Infektion und ja, manche Religion ist anfälliger als andere. Man muss sie dafür kritisieren, aber man muss doch auch immer diesen wichtigen Unterschied im Auge behalten. Wer ihn vergisst, droht seinerseits, sich anzustecken.

Dass solche Dinge ausdrücklich gesagt werden müssen, das sind die Folgen des Terrorismus vor denen ich mehr Angst habe, als ich vor dem Terrorismus jemals haben können werde. Die Ausbreitung von Rassismus, die Spaltung der Gesellschaft, der Eintritt in eine sich beständig gegenseitig befeuernde Rückkopplung aus Angst, Gewalt und Unterdrückung.

Mag sich mancher über die Bezeichnung als „rassistischer Dummschwätzer“ beschweren, ich halte nichts anderes als diesen Anwurf für angebracht. In schweren Zeiten ist nichts wichtiger als Klarheit.
Dies sind dunkle Tage. Wie dunkel wir sie werden lassen, dafür sind allerdings wir selbst verantwortlich. Und dafür ist notwendig klar zu benennen, in welcher Gestalt uns das Dunkel heimsucht.

Nous sommes unis. Nous sommes forts. Nous sommes la lumière face à la marée des ténèbres.

Dino-Dienstag 32 0 

Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, (so gut wie) jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Diesmal einigermaßen theropodenlastig, dafür aber wieder wirklich am Dienstag.

Ornithomimus‘ Federkleid

Dass es ein Läufer ist erkennt man an den rasierten beinen für die Aerodynamik - Bild: Julius Csotonyi

Dass es ein Läufer ist erkennt man an den rasierten Beinen für die Aerodynamik – Bild: Julius Csotonyi


Dass Ornithomimus ein Gefieder besitzt, ist schon seit 2014 bekannt, aber die Details kommen nur langsam zusammen. Diese Details sind wichtig um herauszufinden, wie sich die Federn bei den Dinosauriern entwickelt und ausgebreitet haben und welche Funktion sie erfüllten. Ein neuer Fund aus den USA zeigt nun das Gefieder des Hinterkörpers. Demnach war der Schwanz gefiedert, aber die Hinterbeine nicht. Damit steht Ornithomimus auch im Kontrast zu den ersten Vögeln, die mit Federn an den Hinterbeinen ein zweites paar Flügel bildeten, das erst später verschwand. Die nicht isolierten Beine halfen dem Tier wahrscheinlich ähnlich wie heutigen Straussen, nicht zu überhitzen.
Möglicherweise gab es also beim Gefieder der Dinosaurier, ähnlich wie beim Fell der Säugetiere, einen Trend zu weniger Gefieder je größer das Tier insgesamt war, mit Ausnahmen vor allem in kalten Regionen.

In den Kiefern des Tyrannosaurus

Aaaaaa-llosaurus - Bild: Wikimedia Commons

Aaaaaa-llosaurus – Bild: Wikimedia Commons


Fleisch fressende Dinosaurier teilten eine Fähigkeit mit ihren Kollegen unter den Säugetieren: Sie konnten ihre Mäuler deutlich weiter aufreissen als Pflanzenfresser, selbst wenn diese nahe mit den Fleisch fressenden Arten verwandt waren. Bisher war nur vermutet worden, dass Dinosaurier wie Allosaurus (siehe Bild oben) und Tyrannosaurus ihre Kiefer bis zu 90° weit öffnen konnten, das wurde nun nachgewiesen.
Schon Erlikosaurus, ein Pflanzen fressender Dinosaurier aus der nahen Verwandtschaft der Fleischfresser konnte seine Kiefer lediglich um 45° öffnen — etwa so weit wie ein Mensch.
Nur, was befand sich beim Zubeissen zwischen den Kiefern? Laut einer anderen Untersuchung aus den USA wenigstens bei tyrannosaurus rex hin und wieder auch mal ein Artgenosse. Ob T. rex allerdings regelmäßig andere seiner Art als Nahrung angriff oder sie nur nutzte, wenn er ein bereits totes Tier fand, kann die Untersuchung nicht beantworten.

Dino-Media

Nach dem Karbon soll nun auch das Trias-Zeitalter eine virtuelle Umgebung für den Einsatz im Unterricht bekommen. Derzeit ist das Projekt in der Testphase. Es wird mehrere Lebensräume aus aller Welt samt ihrer Bewohner zeigen. Die Trias war jene Zeit, in der die ersten Dinosaurier auf der Erde auftauchten. Die Welt erholte sich damals langsam vom größten Massensterben in ihrer Geschichte, bei dem unter anderem die Trilobiten verschwanden.
Die Hollywood-Seite Tracking Board meldet unterdessen, Mattel sei an einer Verfilmung der Zeichentrickserie Dino-Riders aus den 80ern interessiert. Die zu einer gleichnamigen Spielzeugserie gehörende Trickfilmreihe handelte von einem Kampf auf der Erde gestrandeter Ausserirdischer mit Hilfe von Dinosauriern.


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Veganer, Wurst und Weltrettung 0 

Die Überschrift ginge auch als Wurstveganerweltrettung, aber so ist’s auch hübsch.

Thema hier: Veganer und warum sie so oft zu missionieren scheinen. Und warum alle anderen das auch machen, es nur nicht merken — vielleicht sogar noch mehr. Anlass sind einige Beiträge bei Fefe von vorletzter Woche (ja, ich bin spät dran), in denen er sich über missionierende Veganer beschwert. Ich finde das allgemein unfair (und sprachlich unfehr immer attraktiver, aber das geht jetzt vom Thema ab), grade Veganern immer die Mission vorzuwerfen. Ich bin selber kein Veganer, aber an diesen Ernährungsweise grundsätzlich interessierter Nutzer einiger veganer Produkte und habe viel mit Veganern zu tun. Und ganz ehrlich, ich kenne kaum eine Gruppe, die einen besseren Grund zum „Missionieren“ hat als Veganer.
Also: Warum missionieren Veganer eigentlich so oft?

Die einfachen Antworten vorab

Grund für Veganismus ist in Mitteleuropa meistens einer der folgenden drei, seltene Gründe wie jene der Religion (vegane Religionen sind hier sehr selten) mal ignorierend:

  • Ethische Gründe bedeuten in der Regel, dass man dagegen ist, dass Tiere für die Bedürfnisse des Menschen sterben und/oder leiden. Grundlage ist entweder die Ansicht, dass der Mensch kein Recht hat, andere Tiere zu töten (ohne angegriffen worden zu sein) oder dass der Mensch durch seine ungewöhnliche Gabe der Intelligenz die Pflicht erhält, diese zur Vermeidung jeglichen Leides einzusetzen, auch für Nicht-Menschen.
    Dass diese Gruppe zur „Missionierung“ neigt, ist wenig verwunderlich, schließlich ist ihr Ansinnen der Vermeidung von Leid nicht erreicht, solange nur sie selbst auf den Konsum tierischer Produkte verzichten. Etwa so wie es einem Polizisten bei der Verfolgung eines Verbrechers nicht reichen kann, dass er selber keine Straftaten begeht. Aus der ethischen Begründung des Veganismus lässt sich also eine moralische Pflicht ableiten, die Idee weiterzugeben.
  • Umweltschutz ist ein anderer häufiger Grund für Veganismus. Viehwirtschaft ist mit enormem Verbrauch natürlicher Ressourcen verbunden — sowohl direkt bei den Tieren als auch in Form der gewaltigen mengen Nahrung, die durch die Tiere gehen statt wirtschaftlich und ökologisch deutlich günstiger direkt auf den Tellern landen zu können. Besonders Rindfleisch und Milchprodukte sind extrem belastend für die Umwelt. So sehr, dass ein Normalesser bei Milchverzicht sich klimaschonender verhalten als Vegetarier, die zwar auf Rindfleisch verzichten, dafür aber meist mehr Milchprodukte zu sich nehmen.
    Diese Gruppe ist schon seltener „missionarisch“ tätig, da die moralische Pflicht zur Bekehrung weniger akut ist. Zwar ist es natürlich besser, wenn mehr Menschen dabei helfen, die Umwelt zu schützen, aber das Gefühl der Nutzlosigkeiten der eigenen Bemühungen ist weniger stark ausgeprägt, da man das Gefühl hat, „seinen Anteil“ zu erfüllen.
  • Gesundheitliche Gründe sind die letzte simple Gruppe, bevor wir zu den komplizierteren kommen. Sie begründen die Entscheidung zum Verzicht auf Tierprodukte mit der potenziellen Gesundheitsschädlichkeit vieler tierischer Nahrungsmittel, von Wurst über Fleisch bis Milch. In wie weit das den Tatsachen entspricht, ist umstritten, aber hier nicht Thema. Allerdings sind diese Veganer auch oft nicht so strikt und nehmen ab und an Dinge wie Bienenkotze Honig zu sich, was mögliche gesundheitliche Probleme ausgleicht. Zudem ernähren sie sich noch stärker als andere Veganer bewusst und wissen daher, die bei schlecht umgesetztem Veganismus möglichen Mangelerscheinungen zu vermeiden.
    Diese Menschen haben eigentlich nur selten Grund zur Weiterverbreitung ihrer Ansichten, es sei denn, sie wollen ihren Mitmenschen etwas Gutes tun. Das zentrale Wort hier ist eigentlich. Denn jetzt kommen wir dazu, wie Veganer jeglicher Couleur zu Missionaren gemacht werden.

Die karnate Inquisition

Hier wird es komplizierter, das deutet schon die Fremdwörter in der Überschrift an. „Karnat“: fleischlich, „Inquisition“: Befragung.
Um das nachvollziehen zu können empfehle ich jedem Nicht–Veganer einfach mal, für etwa einen Monat Veganer zu spielen. Es ist dazu kein Verzicht nötig, noch nicht ein Mal die Übernahme veganer Ernährung. Spielen Sie, wann immer sie öffentlich sind, einfach mal Veganer. Erwähnen Sie ein oder zwei Mal, dass Sie eine vegane Ernährung ausprobieren. Keine Sore, man wird es Ihnen abnehmen, denn wer sich auf ein solches Experiment einlässt ist offensichtlich offen genug, ab und an etwas Neues auszuprobieren und nicht in den eigenen Vorurteilen zu verharren. Es bedeutet zwar, beim Ausgehen erst später ein Steak essen zu dürfen, wenn man wieder alleine ist (na gut, doch ein bisschen Verzicht), aber für einen Monat sollte das gehen und es bietet erheblichen Erkenntnisgewinn.
Schnell dürfte Ihnen eines auffallen: Menschen, die Fleisch essen, sind unglaublich vehement in ihrer Überzeugung, dass dies etwas Gutes ist. Sobald ihnen auch nur irgendwie zu Ohren kommt, dass Sie sich vegan ernähren, werden die Missionierungsversuche beginnen. Niemand missioniert mehr als Normalos, in deren Gegenwart der Begriff „vegan“ fällt. Sie werden sich ausgiebig und völlig unaufgefordert anhören dürfen, wie schädlich vegane Ernährung sei, dass sie dem Klima ja gar nichts nütze, dass Fleisch zu essen doch ganz natürlich und Fleisch ausserdem doch so lecker sei und so weite rund so fort. Selbst eigentlich gemäßigte Leute fangen plötzlich an, beinahe Verschwörungstheorien um eine Vegetarierlobby aufzubauen. Und dann kommt quasi aus dem Nichts der Vorwurf der Missionierung, sobald man es wagt, dem Redeschwall der Nicht-Veganer zu trotzen. Die Absurdität ist beachtlich.
Man fragt sich unweigerlich, wieso es Allesessern so schwer fällt, als einschränkend wahrgenommene Überzeugungen bezüglich der Ernährung anderer zu akzeptieren. Ja, manche sind einfach Besserwisser, die eine willkommene Gelegenheit wittern, ihr Hobby auszuleben. Aber nicht alle Fälle lassen sich so erklären, dafür sind es zu viele.
Die Veganer fühlen sich da schnell in die Ecke gedrängt und wer in die Ecke gedrängt wird, wehrt sich halt. Und so werden dann auch viele Veganer, die aus eigenem Antrieb nicht missionieren müssten zu Missionaren. Bei denen ist es dann weniger ein Angriff als eine Art offensive Verteidigung; der Versuch, einen Schutzraum um sich zu erschaffen, in dem man nicht ständig von den missionierenden Steak-Gourmands belästigt wird, die einen von den Vorzügen des Fleischgenusses zu überzeugen suchen.
Das erklärt dann vielleicht auch, warum Gruppen wie Peta so oft mit Aktionsformaten arbeiten, die genau niemanden überzeugen, dafür aber viele Menschen abschrecken können.

Also, liebe Normalos: Bevor ihr euch wieder über missionierende Veganer beschwert, kurz an die eigene Nase packen. Natürlich, es gibt Veganer, die eine Art Missionierung als moralische Pflicht ansehen und die wird es immer geben. Aber viele Fleisch-Liebhaber tragen ganz klar ihren Teil zur Radikalisierung von Veganern bei, wenn sie diese nicht sogar auslösen. Ich habe in der Regel Verteidiger des Fleisches als deutlich lauter und missionarischer erlebt als die meisten vegetarisch oder vegan lebenden Menschen. Aber das fällt oft nicht auf, weil sie auf Seiten der gesellschaftlich-mehrheitlichen Norm stehen.

Ersatzprodukte

Kurz noch zu einem Kritikpunkt am Veganismus, den ich nie verstanden habe: Was genau spricht gegen Fleischersatzprodukte?
Das ist relevant, denn ich halte auch das für eine Form von Intoleranz durch die Nicht-Veganer: Wer keine tierischen Produkte zu sich nimmt, der soll gefälligst (unnötigen) Verzicht üben, denn er verdient Strafe? Vegane Ernährung richtet sich ja nicht gegen die Wurst, sondern dagegen, dass für die Wurst ein Tier sterben musste. Warum also sollten vegane Wurst oder auch Ersatzprodukte für in der hiesigen Küche schlichtweg unverzichtbare Zutaten wie Milch ein Problem darstellen?
Mir ist das unbegreiflich. Das ist für mich nichts weiter als ein Ausdruck der Unfähigkeit von Normalos, die aus der Norm fallenden zu verstehen. Für den Wunsch nach einer Form von Buße für die Abweichler.
Ein bisschen so, wie den Homosexuellen das Recht auf Ehe zu verweigern. Es geht nicht um die Sache, denn dafür gibt es gar keine Begründung. Es geht darum, was man als normal zu akzeptieren bereit ist. Und vielleicht um die Angst davor, sich selbst und das eigene Bild von Normalität hinterfragen zu müssen und der Antwort nicht mehr so sicher sein zu können, wie man immer glaubte. Darum, Antworten ernsthaft suchen zu müssen statt die althergebrachten einfach unhinterfragt übernehmen zu können.

Zum Abschluss ein Bild vom Ende der Welt: Vegane Bratlinge mit Salat! (Bild: Wikimedia Commons)

Zum Abschluss ein BIld vom Ende der Welt: Vegane Bratlinge mit Salat! (Bild: Wikimedia Commons)

Meine Position

In einem Artikel zu diesem Thema scheint es mir wichtig, die eigene Position darzulegen, daher folgendes: ich bin selbst kein Veganer, verzichte aber aus ethischen Gründen in allen Bereichen ausser der Ernährung auf tierische Produkte (also z.B. auf Leder) und nutze aus einer Mischung aus ethischen und ökologischen Gründen regelmäßig vegetarische und vegane Lebensmittel, vor allem Ersatz für diverse Milchprodukte.

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Mesozoischer Mittwoch (Dino-Dienstag) 31 0 

Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, (so gut wie) jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Diesmal am Mittwoch, da ich den Dienstag verpasst habe.

Besterhaltenes Säugetier der Kreidezeit

Spinolestes xenarthrosus, um genau zu sein - Bild: Oscar Sanisidro

Spinolestes xenarthrosus, um genau zu sein – Bild: Oscar Sanisidro


Spinolestes ist ein neu entdecktes kleines Säugetier, das vor 125 Millionen Jahren um die Füße spanischer Dinosarier wuselte. Beeindruckend an dem Fossil des Tieres ist, was neben den Knochen noch gefunden wurde: Es zeigten sich Abdrücke eines borstig-stacheligen Fells, unter dem teilweise knöcherne Platten in der Haut saßen. Die Haare, aber auch Spuren von Leber, Lungen und Haut sind detailliert genug erhalten, um sie bis auf die Zellstrukturen hinunter zu untersuchen. Auch Abdrücke der Ohren sind erhalten.
Das alles ist für die Forscher extrem aufschlussreich. So zeigt etwa die Anordnung von Lungen und Leber, dass Spinolestes wahrscheinlich wie moderne Säugetiere bereits ein Zwerchfell hatte. Auch die Ohren sidn interessant, denn es ist mangels Abdrücken nicht klar, wann die Säugetiere Ohrmuscheln entwickelten — jene von Spinolestes sind bereits gut entwickelt, also liegt diese Erfindung der Säugetiere deutlich länger zurück als seine Zeit.
Ebenfalls unerwartet: Spinolestes war relativ klar ein Tier, das viel grub und sich von Insekten ernährte. Dass es so früh in der Entwicklung der Säugetiere bereits klar auf eine bestimmte Lebensweise spezialisierte Arten gab (neben rattenartigen Tieren, die verschiedene Lebensstile führen konnten), hat die Forscher überrascht.

Die Körpertemperaturen der Dinosaurier

Ein internationales Team von Wissenschaftlern hat die Eierschalen fossiler Dinosauriereier untersucht, um aus der Zusammensetzung bestimmter Mineralien in diesen Rückschlüsse auf die Körpertemperatur der Muttertiere schließen zu können. Demnach hatten die untersuchten Dinosaurier stabile Körpertemperaturen, die je nach Art zwischen 32°C (Oviraptor) und 38°C (Titanosaurier) lagen. Vorherige Untersuchungen dieser an den Zähnen von Titanosauriern hatten für diese ähnliche Ergebnisse geliefert.
Damit häufen sich weiter die Hinweise, dass Dinosaurier wie heutige Säugetiere und Vögel in der Lage waren, ihre Körpertemperatur unabhängig von der Umgebungstemperatur zu regeln.

Neue Haie aus dem Karbon

Zwei spektakuläre, 300 Milllionen Jahre alte Haifunde wurden in in Texas und New Mexico gemacht. Während Texas Überreste eines schätzungsweise acht Meter langen Urhais barg, gibt es aus New Mexico das fast vollständige Skeletts einer neuen Haiart mit Zähnen, wie sie noch nie zuvor gesehen worden waren.
Beide Funde werden aktuell daraufhin untersucht, ob es sich um neue Arten handelt oder um neue Puzzlestücke zu bereits bekannten Arten.