Genregedanken – Science-Fiction 2015 0 

Die Welt der literarischen Genres hat sich mit der Zeit massiv verändert. Diesen Donnerstag starte ich, inspiriert von der Tagesschau, eine Reihe von Betrachtungen, was passiert ist.

Ein Panzer der Bundeswehr mit einer gottverdammten Laserkanone (Bild: ARD/Tagesschau)

Ein Panzer der Bundeswehr mit einer gottverdammten Laserkanone (Bild: ARD/Tagesschau)


Die Bundeswehr hat Laserpanzer. Links von mir liegt ein handflächengroßer Supercomputer, der sprechen kann, routinemäßig mit Satelliten kommuniziert und genug Rechenkraft hat, die Besiedlung des Mondes zu koordinieren (ich benutze ihn zumeist für Notizen und Textmitteilungen). Raumfahrt ist in großen Teilen dermaßen uninteressant geworden, dass wir wieder aufgehört haben, auf dem Mond zu landen. Die Hälfte der technischen Anlagen in meinem Besitz ist so kompliziert, ich habe keine Ahnung, wie sie wirklich funktionieren. Europa ist, von ein paar Stolpersteinen abgesehen, politisch und wirtschaftlich geeint. Der Kalte Krieg ist vorüber. Von explodierenden Atomkraftwerke und abstürzenden Raumschiffen hören wir im Geschichtsunterricht.

Ich könnte die Liste noch lange weiterführen, Tatsache ist: In gewisser Weise leben wir in der Zukunft unserer Kindheit und Jugend. Okay, das klingt relativ bescheuert, also veersuchen wir das noch mal: Wir leben in unseren alten Science-Fiction-Romanen. Und das hat seltsame Folgen.

Die Krise der Utopie

Sieht man sich in der Fanszene um, so sieht man immer wieder Klagen, die großen Utopien seien tot. Unsere aktuellen Zukunftsvisionen seien von Dystopien wie den Tributen von Panem beherrscht.
Im Kern steht darin die falsche Vorstellung, positive Visionen seien jemals beherrschend gewesen. Utopia war immer die Ausnahme in der Literatur, vielleicht abgesehen vom Geburtsmoment des Genres als solches, mit den positiven Versionen der Kontinentaleuropäer wie Jules Verne oder Kurd Laßwitz, bereits damals ausgeglichen von den Briten wie H.G. Wells und Mary Shelley. Da ist auch schon eine Erklärung: Utopia war bis auf wenige Ausnahmen (Ernest Callenbach, Thomas Morus) ein Phänomen der Kontinentaleuropäer (Isaac Asimov in einem so kurzen Text kulturell zu verorten ist derweil praktisch unmöglich). Insofern mag es dem Zufall der amerikanischen Vorherrschaft nach dem Zweiten Weltkrieg zu verdanken sein, dass SF ein zwischen negativen und militärischen Ausprägungen verortetes Genre wurde. Tatsächlich verschwanden die großen Utopisten mit den Untergängen der Achsenmächte (z.B. Hans Dominik) und des Ostblocks (z.B. Alexei Tolstoi, Stanisław Lem) in zwei großen Phasen aus dem Mainstream der SF-Welt, während Frankreich sich seltsamerem zuwendete (z.B. Jean Giraud/Moebius).
Aber da steckt vielleicht auch mehr hinter: Utopien sind heute aus einem ganz pragmatischen Grund kaum mehr möglich: Wir haben gesehen, was aus den großen Technologien der Zukunft wurde und siehe, es war… langweilig. Ja, das Internet hat unser aller Leben verändert, revolutioniert gar, aber es wirkt von heute aus gesehen alles so trivial. Es scheint, als wäre jede Verbesserung emotional letztlich nur der neue Normalzustand. Als wäre es ein Naturgesetz, dass es leichter ist, Leid zu beklagen als Glück zu genießen.
Wir sind dem Paradies so nahe, dass wir nicht länger den Sinn darin erkennen, es zu erreichen. Oh sicher, wir gehen weiter, aber die große Erwartung an die Ankunft ist verflogen. Es ist wie beim Umzug in eine neue Gegend: Irgendwann ist man halt da und alles wird überraschend schnell wieder normal. Ein paar Monate und man meint, schon immer dort gewesen zu sein.

Der Techno-Thriller

Der beständige Fortschritt hat schon immer die Zukunft aufgefressen und überholt. Vernes U-Boote, Wells‘ Panzer und beider Landungen auf dem Mond sind heute trivial. Aber sie sind so fantastisch und fern dessen, was wir wirklich haben, dass sie ihre Faszination bewahren konnten.
Doch mit dem Näherrücken der Zukunft wurden unsere Visionen von ihr realistischer, bis vollkommen ununterscheidbar wurde, wo die Gegenwart aufhörte und die Zukunft begann. In den 80ern begann man zunehmend, in der nahen Zukunft angesiedelte Science-Fiction unter dem für die Verkäufe besseren Label Techno-Thriller zu verkaufen. Plötzlich verschwand ein großer Teil der Science-Fiction in andere Regale und die Menschen gewöhnten sich daran, dass Geschichten um Supercomputer und revolutionäre technische Durchbrüche keine Science-Fiction mehr darstellten.
Frank Schätzing läuft unter den Mainstream-Romanen, Tom Clancy unter den Thrillern. Die Grenze lief schon länger eher schwammig (Hans Dominiks Kautschuk von 1929 behandelt die damals wirtschaftlich extrem folgenreiche Erfindung künstlichen Gummis, die 1930/31 tatsächlich erfolgte), aber nun war sie ausdrücklich aufgehoben.
Alles, was so wirkte, als könne es bereits morgen in den Geschäften auftauchen, wurde der Science-Fiction entzogen und dem Thriller zugeschlagen. Und das war viel.
Hinzu kommt der Verlust von Science-Fiction-tauglichen Elementen. Ja, Gravity spielt im Weltraum. Es enthält aber dennoch kein einziges SF-Element. Das hat einigen Sub-Genres der SF die Luft genommen — Cyberpunk als besonders eklatantes Beispiel ist ausserhalb des Videospiels praktisch tot, seit das Internet allgegenwärtig wurde und vom Unterschied zwischen einem Mobiltelefon und einem Cyber-Implantat nur noch ein ästetischer verblieben ist.

Extrem-SF

Für die Sf bleibt nur, der Gegenwart möglichst weit aus dem Weg zu gehen.
Entweder in einer seltsamen Form von Selbstreflexion in einer Zukunft, von der bereits erwiesen ist, dass sie nie kommt: Steampunk samt seiner Sprösslinge Dieselpunk, Clockpunk und Bronzepunk nähert sich teils der Fantasy und befreit sich von der Last, die Zukunft vorherzusagen. Manche werden dabei zu reinem Eskapismus, andere nutzen die Freiheit, um in der Technik Metaphern und Wege zur menschlichen Natur aufzubauen.
Oder aber in einer Zukunft, die so weit entfernt liegt, dass sie nur wenige von uns sehen können werden. Die Weltraumoper mit zwischen Planeten umherfliegenden Raumschiffen taucht ebenso wieder auf, wie die militärische SF mit ihren Weltraum- und Planetenschlachten. Neue Autoren wie Andy Weir (Der Marsianer) und Hugh Howey (Silo) führen uns zur Besiedlung anderer Planeten.
Die Science-Fiction hat aufgehört, das Morgen zu beschreiben, es wurde ihr entrissen. An seiner statt beschreibt sie das Übermorgen und auch ganz bewusst das Niemals, denn nur so kann sie überleben.

Nächste Woche: Horror

Dino-Dienstag 22 0 

Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, (so gut wie) jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Nach einer Woche ohne etwas zu berichten wieder da.

Neuankömmling: Huanansaurus

Huanansaurus (Bild: Zhao  Chuang)

Huanansaurus (Bild: Zhao Chuang)


Die einst nur durch den mongolischen Oviraptor bekannten Oviraptoriden haben weiter Zuwachs bekommen. Neu entdeckt ist Huanansaurus (Echse aus Südchina). Diese an Kasuare erinnernden insekten- und pflanzenfressenden Verwandten der Raptoren stellen sich zunehmend als eine extrem artenreiche Tiergruppe heraus, die in der Kreidezeit ganz Asien bevölkerte. Allein aus der Gegend um die Stadt Ganzhou sind inzwischen sechs Arten bekannt

Smilodons eilige Zähne

Die Vorgeschichte der Katzen hat einige erstaunliche Besonderheiten. Schon drei Mal erschienen in verschiedenen Teilen der Welt unterschiedliche Gruppen von Säbelzahnkatzen (sowie eine Gruppe von Beutel-Säbelzahnkatzen als es in Südamerika noch große Beuteltiere gab). Diese waren wahrscheinlich eine einmalige Form von Jägern unter den Raubtieren – Spezialisten für die Jagd auf Giganten wie Bisons, vielleicht sogar Mammuts.
Die große Frage dabei bleibt: Wieso konnten diese Säbelzahnkatzen in der Geschichte mehrfach entstehen? Einen Hinweis liefert eine neue Untersuchung aus Amerika. Demnach wuchsen die Zähne der Säbelzahnkatze Smilodon fatalis (bdquo;tödlicher Messerzahn“) aus der Familie der Tiere mit Namen, vor denen man schnell wegrennen sollte, doppelt so schnell wie jene heutiger Großkatzen wie etwa Löwen. Auch interessant ist,, dass die Milchzahnversionen der Säbelzähne lange gemeinsam mit den Erwachsenen-Zähnen im Mund blieben.
Es wird spannend, ähnliche Untersuchungen bei anderen Säbelzahnkatzen zu sehen. Sollten die Ergebnisse dort die selben sein, wäre eine Erklärung gefunden, warum diese Form im Lauf der Erdgeschichte immer wieder aufgetreten ist.

Projekt Rana 0.0.3b – Sitzspinnereien 0 

Aufwand
bis 4.7.15

Schwalben-schwanz
79 €
Bachforelle
60 €
Helferlein
0 €
Recherche
10 €
Zeit
0h 0m

Eine Woche, in der sich aus gleich zwei Gründen nichts getan hat. Zum einen ist die aktuelle Hitze nicht grade dem Erledigen freiwilliger zusätzlicher Arbeit zuträglich (oder überhaupt dem Erledigen von Arbeit, aber was muss, muss und hat Vorrang). Plötzlich verstehe ich, wieso in den USA Klimaanlagen so verbreitet sind. Zum anderen verlief die Zahlung für die Hinterradschwinge des Schwalbenschwanz etwas holprig. Paypal wollte trotz vorhandenem Guthaben den Betrag über die Bank überwiesen bekommen, was natürlich etwas länger dauerte. Ich vermute es hat etwas mit dem eingesetzten Gutschein zu tun — oder ich hab bei der Eingabe der Zahlungsmethode einen Fehler gemacht. Dann war für den Versand noch eine Telefonnummer nötig. Jedenfalls ging die Schwinge nun erst am Donnerstag in England raus und ist noch nicht da.
Somit keine Veränderung am Projekt selber.
Aber ich kann ja weiter die Planung ausführen. Wie letzte Woche angedeutet geht es um die Sitzgelegenheit.

Sitzen im Velomobil

Der offensichtlichste Unterschied zwischen Velomobil und normalem Fahrrad ist, dass Velomobile meist auf Liegerädern basieren und somit eine relativ nah am Boden hängende Sitzschale statt eines Sattels haben. Die Beine zeigen vom sattel nicht nach unten, sondern nach vorne, oft sogar leicht nach oben.
Nun haben die Rana-Modelle hier eine Besonderheit im Vergleich zu anderen Velomobilen: Sie sollen halbwegs gleichauf mit den Autofahrern sein, was einen relativ hoch liegenden und relativ wenig zurückgelehnten Sitz erfordert. Aerodynamik ist hier kein so großer Punkt, da die fertigen Ranas ohnehin nicht ohne Verdeck fahren sollen.
Dennoch müssen die Sitzschalen etwas zurückgelehnt sein, um ein vernünftiges Treten in die vorn liegende Pedale zu ermöglichen, denn eine Unterbringung der Pedale unter dem Sitz ist nicht möglich – das Fahrzeug müsste dann fast zwei Meter Höhe erreichen, um den Beinen Platz zu lassen.
Ich könnte jetzt hergehen und wie die meisten Konstrukteure von Velomobilen lange Messungen ausführen, um dann aus möglichst leichten Materialien einen solchen Sattel zu bauen. Dieses Vorgehen ist sinnvoll, weil bei Liegerädern durch die liegende Haltung des Fahrers sehr stark auf den Rücken geachtet werden muss.
Dieses Problem haben die Ranas nicht, ich sitze deutlich aufrechter als die meisten Velonauten (ja, den Begriff gibt es) und das bedeutet, ich kann es mir viel, viel einfacher machen: Ich halte in nächster Zeit Ausschau nach zwei geeigneten gebrauchten Gartenstühlen aus leichten Materialien bei denen es möglich ist, die Beine abzusägen ohne dass der ganze Stuhl zusammenklappt. Ein normaler Bistrostuhl aus Alurohr mit geflochtener Sitzfläche wiegt, wenn es hoch kommt, 1,9 kg und kostet gebraucht um die 20 €. Ware zweiter Wahl gibt es zu diesem Preis neu und da das Rad am Ende eh ein Verdeck bekommt, sieht man den Stuhl ja eh nur kurz beim Ein- und Aussteigen. Besser geht’s nicht. Es ist nicht so, als hätte ich die Möglichkeiten, einen noch leichteren Stuhl zu konstruieren.

Stand

Wie gesagt, nichts neues zu sehen.
Der Ordner ist ein bisschen voller geworden, weil ich weitere Unterlagen ausgedruckt habe, um sie auch ohne Computer im Hof parat haben zu können. Nächste Woche kommt dann die Hinterradaufhängung für den Schwalbenschwanz an.
Im Vergleich zur Planung fehlen bei der Umsetzung aktuell noch vier Schläuche (zwei mal 28 Zoll, sowie je ein 26 und 20 Zoll), die Räder samt Reifen und die beiden Stühle. Dann geht es erstmals an tatsächliche Bauarbeiten (nämlich das Absägen der Stuhlbeine) und ich muss anfangen, konkret an Rahmen und Antrieb zu gehen. Und beim Antrieb kommt dann für mich das echte Neuland.

Ich brauche einen größeren Ordner

Ich brauche immer noch einen größeren Ordner

Projekt Rana 0.0.3 – Gedanken zu Rädern und Reifen 0 

Aufwand
bis 27.6.15

Schwalben-schwanz
79 €
Bachforelle
60 €
Helferlein
0 €
Recherche
10 €
Zeit
0h 0m

Während es bisher eher abstrakt um das Konzept an sich ging, komme ich diese Woche auf für den eigentlichen Bau relevante Einzelheiten zu sprechen. Ohne eine Entscheidung über die Größe und Ausführung der Räder komme ich nicht wirklich weiter, sind die Räder doch wichtige Bauteile bei so einem Fahrrad. Die Entscheidung stand auch wegen der konkret beschafften Bauteile diese Woche an.
Es gibt ein wichtiges Designziel für Projekt Rana, das ich noch nicht erwähnt hatte: Möglichst viele Teile sollen im Notfall aus dem nächsten größeren Supermarkt oder Fahrradgeschäft mit standardmäßig vorhandener Lagerware repariert oder ersetzt werden können. Das bedeutet natürlich, so wenig Spezialbauteile wie möglich zu verwenden. Grade bei den Rädern als empfindlichstem Teil jedes Fahrrads ist das ein wichtiger Punkt.

Allgemeines

Mehrspurige Fahrzeuge haben es nicht so leicht, Hindernissen auszuweichen, wie einspurige Fahrräder mit hoher Sitzposition. Dinge wie Glasscherben sind schwieriger zu sehen und die drei Spuren bergen das dreifache Risiko, dass eines der Räder eine große Scherbe abkriegt. Kein Fahrer kann im Alltag ständig die Sicherheit von drei Rädern ausserhalb des Sichtfeldes im Blick haben.
Also müssen die Räder so pannensicher sein wie nur möglich. Es mag nach Overkill klingen, pannensichere Reifen mit selbstreparierenden Schläuchen zu kombinieren, aber Overkill ist grade gut genug. Nur einen Vollgummischlauch lasse ich wegen des Gewichts bleiben.
Hier liegt auch eine Motivation für den Einbau von Standardteilen: Ist ein Schlauch doch mal komplett hinüber, ist er dann einfacher zu ersetzen. Da bin ich gebranntes Kind, ich stand vor einigen Wochen mit einem Durchstich direkt am Ventil in der Walachei hinter Wanlo. Das war lästig.

Triebräder

Die Entscheidung für die Vorderräder war recht einfach: Als Antriebsräder bei beiden Rana-Varianten bietet sich ein möglichst großes Rad an, denn je größer das Rad, desto höher die zurückgelegte Strecke pro Umdrehung.
28 Zoll ist das größte der drei Standardformate, also bekommen die Ranas 28-Zoll-Vorderräder. Als Antriebsräder sollen sie zudem möglichst viel Vortrieb bringen, also bekommen sie ein entsprechendes Reifenprofil.
Das Velomobil wiegt mit absoluter Sicherheit mehr als ein Fahrrad, daher sind die Antriebsräder maximal auf Zugkraft ausgelegt.

Heckrad

Beim Heckrad gilt im Grunde das Gegenteil: Es wird mehr oder weniger mitgeschleppt und passiv mitgedreht, ohne zum Antrieb beizutragen. Da ein kleineres Rad mit geringer Masse leichter in Drehung zu versetzen ist, sollten die Hinterräder der Ranas also kleiner sein als die Vorderräder. Zudem habe ich den Eindruck, dass kleinere Räder stärker lenken.
Hier bieten sich zwei gängige Optionen an: 26 oder 20 Zoll.
Fast alles Zubehör gibt es auch für 26 Zoll, Ersatzteile sind im Notfall schnell zur Hand, wenn man den nächsten Fahrradladen findet.
20 Zoll ist nicht ganz so gängig was Zubehör und Ersatzteile angeht, dafür verstärken diese die Vorteile der geringeren Größe und sind zudem so klein, dass ich die Nutzung eines Vollgummireifens durchaus bedenken würde (natürlich nur mit zusätzlicher Federung/Dämpfung in der Aufhängung, aber die ist bei Liegerädern eh nötig, um den Rücken zu schützen). Loopwheels gibt es in dieser Größe zwar ebenfalls, aber die kosten ungefähr so viel pro Rad wie die beiden Ranas aller Voraussicht nach jeweils insgesamt kosten werden.
Ich werde beim Schwalbenschwanz ein 20-Zoll-Hinterrad einsetzen. Damit kann der Hinterbau niedriger werden und wird nicht ganz so durch den Schwenkbereich des Rades begrenzt. Das starre Hinterrad der Bachforelle soll dagegen auf 26 Zoll kommen, vor allem wegen der besseren Verfügbarkeit von Ersatzteilen in fast jedem größeren Kaufhaus. Wobei auch hier 20 Zoll klare Vorteile böten, allem voran mehr Platz über dem Rad.

Stand

Ein Teil fehlt im Foto unten, weil es noch unterwegs ist: eBay hatte mir einen heute auslaufenden Gutschein über 30 € geschickt. Bedingung waren die Nutzung von Paypal zur Zahlung und ein Mindestumsatz von 60 €. Diese habe ich genutzt, um für den Schwalbenschwanz ein voll gefederte Hinterradaufhängung zu kaufen. Separate Aufhängungen sind gar nicht so leicht zu finden, also habe ich einen 20-Zoll-Rahmen mit ausbaubarer Federschwinge für knapp 68 € (bzw. £39.99) erworben (minus Gutschein). Da ich nur eine Schwinge dieser Größe brauchte, erscheint mir der Gutschein damit gut angelegt.
In jedes Projekt sind zehn Euro für je zwei 28-Zoll-Schläuche für die Vorderräder gegangen. Ich habe zwar jetzt nur zwei davon da, aber die Kosten sind trotzdem schon fest.
Die fünf € für die Recherche gehen auf zwei Bücher zurück. Das Fahrrad: Geschichte – Modelle – Radsport (kein Autor; Garant-Verlag) hat sich als weniger brauchbar erwiesen, als ich dachte, bringt aber immerhin eine sehr breite Sammlung von Radmodellen als Inspirationsquelle mit. Für vier € Neupreis kann man da dennoch nichts sagen. Ehrlich gesagt staune ich über diesen Preis für ein Buch in so guter technischen Ausstattung.
Dazu kommt ein € für Mehr Freude am Fahrrad der Stiftung Warentest, gefunden beim Hephata-Shop. Das Jahr 2000 liefert damit eine gute Einführung ins Thema Fahrrad. Nicht viel neues und noch weniger, was sich auf Liegeräder und Velomobile übertragen lässt, aber eine Einführung in Reifenprofile, Pedaloptionen, Bremssysteme und Rahmenfederung ist auf keinen Fall ein Fehler.

Ich brauche einen größeren Ordner

Ich brauche einen größeren Ordner


Es zeichnet sich ab, dass das Fahrzeug größenmäßig schneller wächst, als ich erwartet hatte. Wenn es so weitergeht, wie es aktuell aussieht, habe ich spätestens in zwei Wochen einen Fahrradrahmen und zwei Sitzflächen rumliegen. An diesem Punkt beginnt das Ganze dann, zu groß zu werden, um es bei mir unterzubringen. Bedeutet: Eine Garage muss her. Allerdings sollte eine normale Garage für alle Teilprojekte reichen, es ist also nicht ganz so schlimm.
Es gilt nur, etwas zu einem vernünftigen Preis zu finden und dann auch ein Fahrrad reinstellen zu dürfen. Und ja, letzteres ist tatsächlich ein Problem. So fragte mich der letzte Garagenvermieter, mit dem ich sprach, was ich denn reinstellen wollte. Daraufhin meinte er, er wolle lieber ein Auto in der Garage stehen haben, denn die seien schließlich für Autos, damit keine Seitenspiegel abgeschlagen werden und so weiter. Ich fand das Ganze zwar überaus befremdlich, aber da war nichts zu machen.
Ich meine, hey, ich bezahle und stell kein Gerümpel rein, das muss doch reichen.

Nächste Woche dreht sich alles um meinen Hintern. Sitzschale, ich meine um die Sitzschale.

Die pawlowschen Journalisten 1 

Das große Problem mit dem Journalismus ist, dass hunderte Journalisten kurzerhand von einer oder zwei Quellen abschreiben. Ich könnte mich jetzt auch darauf beziehen, dass einige sich gleich komplett neuen Quatsch aus Halbwissen zusammenbasteln, aber bei der Geschichte stimmt wenigstens die Bedrohung für die Panoramafreiheit, auch wenn der Kölner Dom zu alt ist, alsdass noch irgendwer ein Urheberrecht darauf haben könnte und daher nicht als Beispiel taugt. Nein, es steht mal wieder ein Klassiker an: Amazon.
Im Grunde ist die Sache für die hiesige Presse ja ganz einfach: Amazon ist der Scheitan und alles, was die machen, ist böse. Zum Beispiel, dass Mitarbeiter im Versandlager die Arbeit von Mitarbeitern im Versandlager machen müssen. Und dafür bezahlt werden, als wären sie nicht etwa ausgebildete Buchhändler mit zahlreichen anderen Aufgaben und Kompetenzen, sondern Mitarbeiter im Versandlager. Ja, ich weiss, Skandal!

Die Tage wurde dann erneut Stille Post gespielt und heraus kam das: „Skandal! Amazon bezahlt Autoren nach gelesenen Seiten und nicht mehr pro Verkauf!“ Das ist fast so schlimm, als würden dünne Bücher weniger kosten als dicke.

Was ist passiert?

Vergangene Woche schickte Amazon den direkt dort verlegenden Autoren eine Mail, die ankündigte, dass Ausleihen aus dem Programm Kindle Unlimited künftig nicht mehr pro Ausleihe bezahlt werden, sodern pro gelesener Seite. Die Seiten werden dazu, wie übrigens schon seit Jahren für die Angabe der Seitenzahl in den Verkaufsplattformen, über ein Standardisierungsverfahren ermittelt und mit bestimmten Positionen im Text gleichgesetzt.
Bisher wurde für Ausleihen immer der selbe Betrag gezahlt, sobald ein ausgeliehenes Buch zu mindestens 10% gelesen wurde. Der Betrag ergab sich aus einem vorher festgelegten Fond, der auf alle ausgeliehenen Bücher des Monats verteilt wurde. In Zukunft wird der Fond nicht mehr nach ausgeliehenen Titeln aufgeteilt, sondern nach gelesenen seiten, also kleinteiliger. Auf Amazons Seite ändert sich dadurch übrigens nichts, auch wenn praktisch alle Journalisten den Unsinn wiederholen, Amazon bekäme dadurch mehr Inhalt für weniger Geld; der Fond wird ja nicht kleiner, er wird nur nach einem genaueren Schlüssel verteilt.
Die meisten Autoren sind sehr froh um diese Änderung und haben lange etwas in dieser Art erhofft. Grund dafür sind die so genannten Scamphlets. Ein Scamphlet ist wertloser Schrott in eBook-Form, der so kurz ist, dass die zur Auszahlung nötigen 10% bereits beim Aufschlagen des „Werkes“ erreicht werden. Um die 1,30 € für drei Seiten nutzlosen Mist zu erhalten ist schon angenehm für die Macher dieser Masche.
Nun gefiel das den richtigen Autoren natürlich gar nicht, senkten die Betrüger doch so die Einnahmen für alle legitimen Verfasser aus dem selben Topf. Ebenso waren viele nicht grade begeistert, dass für die Ausleihe eines 1000-Seiten-Epos genau so viel gezahlt wurde wie für jene einer Kurzgeschichte. Entsprechend wurde Amazons neue Zahlungsweise allgemein positiv aufgenommen, da sie für alle deutlich gerechter ausfällt und eine sehr schädliche Betrugsmasche unattraktiv wird. Nicht wirklich schön ist, dass man jetzt vor der nächsten Monatsabrechnung nicht mal mehr schätzen kann, was einem eine Ausleihe einbringt, aber das ist schlimmstenfalls lästig.
Einige, etwa John Scalzi haben grundsätzliche Bedenken gegen das Konzept von Kindle Unlimited (KU) und das ist auch völlig legitim, hat aber nichts mit den aktuellen Änderungen zu tun.
Hinweis an dieser Stelle: Ich selbst nutze KU bei zwei Büchern. Gezielt bei Dinosaurs of Jurassic Park and Jurassic World und nebenbei bei Dieses Cover ist Müll, da bei letzterem andere Plattformen neben Amazon gerne die Erwähnung von Konkurrenz-Produkten untersagen (vor allem Apple und neuerdings Tolino) und die für KU nötige Amazon-Exklusivität somit ohnehin gegeben ist. Grade das Jurassic-Park-Buch war gezielt auf KU ausgerichtet. Ich glaube aber nicht, hier Ergebnisse untersuchen zu können – das Buch über Coverdesign geht alle paar Monate als Ausleihe weg (die Verkäufe sind leicht besser) und das Jurassic-Park-Buch wird trotz erheblichen Erfolges ziemlich sicher nur ein paar Wochen leben, solange der Film noch frisch ist und Hype erzeugt. Das bedeutet, dass sich meine eventuellen Einbußen oder Gewinne aus dieser Änderung extrem in Grenzen halten.
Normalerweise dienen solche Hinweise ja dem Bekenntnis von Eigeninteressen, aber in diesem Fall weist es meines Erachtens vor allem aus, dass ich weiss, wovon ich rede, wenn ich von KU rede.

Was wurde daraus?

Diverse Zeitungen erzählen was von einer Veränderung der Bezahlung von Kindle-Autoren, übersehen dabei aber komplett zu erklären, was genau KU eigentlich ist und dass es eben nicht um Verkäufe geht, sondern um Ausleihen. Dazu kommt etwa bei der FAZ die völlig unnachvollziehbare Behauptung, Amazon würde Geld sparen. Dass KU-Ausleihen aus einem Fond bezahlt werden dessen Höhe von der Anzahl der Ausleihen unabhängig ist, weiss man dort entweder nicht oder unterschlägt es, damit man Amazon etwas vorwerfen kann.
Nachvollziehbar ist die Befürchtung, dass Kindle-Bücher nun im Durchschnitt wieder länger und spannender werden. Was genau daran schlimm sein soll, wissen aber nur Leute, die das Wort „Hochkultur“ völlig ohne Ironie in den Mund zu nehmen vermögen.
Die Taz schießt den Vogel ab, indem sie zu erkennen gibt, den Unterschied zwischen KU und Verkäufen zu kennen, dies aber mit folgender hanebüchener Schlussfolgerung ignoriert:

Schaut man aber, wie Amazon in anderen Geschäftsfeldern operiert – seine TV-Serien auf Nutzergeschmack zuschneidet, seinen Mitarbeitern in Logistikzentren genau vorschreibt, wie viele Artikel sie pro Stunde zu versenden haben – dann scheint es nur logisch, wenn Amazon das Bezahlen-pro-Seite-Prinzip künftig massiv ausweiten würde.

Warum?

Zum einen ist Tagesjournalismus ein Eilgeschäft. Da muss man halt abschreiben und Halbverdautes möglichst schnell wiedergeben.
Zum anderen wirkt da wohl Pawlow: Amazon ist böse, da darf man dann immer das Schlimmste vermuten und dieses schlimmste dann mit Halbwahrheiten und mangelnder Recherche bestätigen. Wodurch man wiederum noch stärker dazu neigt, das Schlimmste zu vermuten. Und am Ende hat man einen Teufelskreis erschaffen, in dem sich die Vorurteile nur noch gegenseitig bestätigen. Und dank der Abschreiberei von Halbwahrheiten dreht dieser Teufelskreis überall in die selbe Richtung — das ist es dann, was viele mit „Gleichschaltung“ betiteln.
Und da ist das Problem mit dieser speziellen Form von Gleichschaltung: Sie ist im Gegensatz zu der historischen Gleichschaltung keine Absicht, sie ist ein unbewusstes Ergebnis von Stress. Der Beruf von Tagesjournalisten ist es, sich innerhalb von fünf Minuten zu jedem beliebigen Thema eine Meinung zu bilden. Und das geht ganz einfach nicht gut, denn diese Aufgabe ist nur zu erfüllen, wenn man sich dem Herdentrieb hingibt und nicht mehr nachdenkt oder gar Fakten recherchiert.
Das ist Instinkt, das ist prägung, das ist Pawlow. Pawlow aber konnte seinem Hund nur beibringen, zum Essen zu kommen. Sprechen oder Nachdenken hat er auf diese Weise nie gelernt.






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Dino-Dienstag 21 0 

Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Diese Woche zum zweiten Mal in Folge Raptoren.

Balaur vom Raptoren zum Vogel

Wovor haben Raptoren wohl Angst? Ein guter Tipp wäre Balaur bondoc: Ein Raptor aus Transsilvanien mit zwei Sichelklauen an jedem Fuß, der nach einem rumänischen Drachen benannt ist.

Balaur als Dromaeosaurier (Bild: Emily Willoughby)

Balaur als Dromaeosaurier (Bild: Emily Willoughby)


Doch eine neue Untersuchung eines Teams um Andrea Cau widerspricht der Idee, dass Balaur zu den Raptoren zählte. Viele der Besonderheiten von Balaur, die ihn zu einem besonders seltsamen Raptoren machten, seien bei Vögeln bereits bekannt. Selbst die auffällige zusätzliche Sichelklaue an jedem Fuß kommt dort vor.
Cau und ihr Team kommen zu dem Schluss, dass Balaur einer der ältesten flugunfähigen Vögel war, zudem möglicherweise der älteste bekannte Vogel, der sich wenigstens teilweise von Pflanzen ernährte.
Ist es nicht schön zu wissen, dass die Velociraptoren in Jurassic World jetzt wieder ruhiger schlafen können?

Projekt Rana 0.0.2 – Schwalbenschwanz, Bachforelle und Helferlein 0 

Aufwand
bis 21.6.15

Schwalben-schwanz
1 €
Bachforelle
50 €
Helferlein
0 €
Recherche
5 €
Zeit
0h 0m

Nach dem Vorgeplänkel von vorletzter Woche folgt nun etwas mehr Vorgeplänkel. Diese Woche lege ich den Plan für das zukünftige Vorgehen auf und stelle schon mal ein paar bereits vorhandene Bauteile bereit. Ab dieser Woche findet sich rechts oben in den Beiträgen auch eine Übersicht über angesammelte Kosten und den Zeitaufwand (letzteres nur die reine Bauzeit, dazu kommt die je nach Situation und Möglichkeiten sehr unterschiedliche Zeit um das Material zu sammeln). Ich bin selbst gespannt, wie viel Projekt Rana letztlich kosten wird.
Was ich ab dieser Woche mache ist die Aufteilung des Projektes auf zwei Unterprojekte: Rana Schwalbenschwanz und Rana Bachforelle.

Rana Schwalbenschwanz

Das zuletzt vorgestellte Projekt läuft jetzt unter dem Namen Rana Schwalbenschwanz Der Grund ist das Hinterende der Verkleidung im Endstadium, der zweigeteilt ist, um dem gelenkten Hinterrad Platz zu lassen. Das Verdeck des Schwalbenschwanz endet in zwei schräg nach oben führenden Fortsätzen, die als Träger für die Heckbeleuchtung, als aerodynamische Hilfe und als Halter für ein nach vorne klappbares Regendach dienen.
Die Teilung des Hecks scheint mir die effektivste Art, der Hinterradlenkung so viel Spiel wie möglich zu geben, der Rest ergibt sich daraus. Das schwenkende Hinterrad verträgt sich nicht gut mit dem Ziehen eines Hängers. Theoretisch ist es möglich, die Ausleger so zu gestalten, dass beide Anhängerkupplungen angebracht werden können, aber das würde das Gewicht des Hecks deutlich erhöhen.
Wenn dieses Modell funktioniert, kann ich es später immer noch entsprechend ändern.
Der gesamte Entwurf geht letztlich auf die Erfordernisse der Lenkung zurück. Ich finde interessant, wie viel sich aus dieser einen technischen Eigenheit sowohl an Erfordernissen als auch an Möglichkeiten ergibt. Die Verstauung des Dachs etwa ergab sich aus der Frage, was ich mit der aerodynamisch ungünstigen Lücke zwischen den Auslegern mache.

Rana Bachforelle

Die Alternative zum ist die nach aussen hin deutlich konventionellere Rana Bachforelle. Letzte Woche hatte ich erwähnt, dass eine Lenkung nach Art von Raupenfahrzeugen über die Gangschaltung ihre Probleme hat. Wenn ich das allerdings mit separater Bremsmöglichkeit für beide Vorderräder kombiniere, wird es schon interessanter. Normalerweise brauchen Tadpole-Dreiräder eine Umlenkung der Bremse, die dafür sorgt, dass beide Vorderräder gleich abgebremst werden, sonst droht das Fahrzeug, zu drehen. Genau das will ich aber ja erreichen, die Bachforelle soll durch einseitiges Bremsen (beim Rollen) bzw. Schalten (bei angetriebener Fahrt) wenden. Beim bremsen muss man halt Fingergefühl beweisen und eventuelles Driften mit über die Nutzung der Bremshebel ausgleichen.
Mit dieser Lösung haben wir ein Fahrzeug, bei dem alle drei Räder starr sind. Die Hülle muss also keinerlei Rücksicht auf Bewegungsfreiheit für die Räder nehmen und kann voll verschlossen ausgeführt werden.
Daraus ergibt sich dann der Name der Bachforelle, das Heck läuft wie bei den meisten Velomobilen nach hinten eng zu und schließt mit einer schmalen senkrechten Säule ab, die Platz für Beleuchtung und (in diesem Fall) die Anhängerkupplungen bietet. Ausserdem ist theoretisch Platz für einen Kofferraum vorhanden.
Wenn ich die beiden Konzepte vergleiche, habe ich hier zwei Velomobile für sehr unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten, die lustigerweise genau dem widersprechen, was zumindest ich von ihrem Aussehen erwarten würde. Die kleine schlanke Bachforelle ist ein Transporter mit Stauraum und Erweiterungsmöglichkeit; der größer wirkende Schwalbenschwanz ist ein Fahrzeug für Freizeit und lange Strecken. Und sämtliche Unterschiede ergeben sich nur aus der jeweiligen Lenktechnik, alles andere ist im Ansatz identisch.

Helferlein

Vor den Rädern kommt das HeLFErLeiN. Und weil ich manchmal einfach spinne hatte ich ursprünglich angedacht, daraus eine Abkürzung zu basteln: HEckLenkungsFahrzeug zur ERprobung, LEIcht Nachzubauen. Ja. Ich habe den Gedanken recht schnell aufgegeben und entschieden, dass Helferlein einfach nur Helferlein ist. Es ist definitiv besser so.
Aber was ist Helferlein nun?
Einfach gesagt ist Helferlein ein Brett auf Rädern. Okay, das ist jetzt wieder zu einfach gesagt. Zum Ausgleich hier kompliziert gesagt: Helferlein ist eine Plattform zur Erprobung des Lenkverhaltens meiner beiden Entwürfe, ergo sind es eigentlich zwei Helferlein. Mehr oder weniger offene Seifenkisten mit einer Lenkung basierend auf den Rana-Entwürfen. Sie sind nicht angetrieben oder gefedert, aber um die Lenkung zu testen während ich damit einen Hügel runterrolle, sind sie absolut ausreichend. Hügel und Rampen habe ich hier in Mönchengladbach genug, die ganze Stadt sitzt auf einer Hügelkette, ich selber wohne nahe einer Kuppe.
Bevor ich mehrere hundert € in den Sand setze, weil das Konzept sich als Blödsinn erweist, finde ich es lieber vorher mit einem Teil von vielleicht 70 € Materialwert heraus.

Versionsnummern

Die Versionsnummern oben erhalten ihren Sinn aus den Projektphasen.
Die ersten Beiträge führen die Nummer 0.0.X. Mit dem ersten Entwurf geht es zu 0.1.X, 0.2.X startet mit der Fertigstellung des ersten Helferlein. Der Bau der Ranas (in dieser Phase noch ohne Verdeck) ist 0.3.X und schließt ab mit 1.0.0, dann geht es an Feinschliff und Verdeck zu 2.0.0, dem vollen Velomobil.
Die letzte Ziffer kann beliebig hohe Werte annehmen, sollte das aber nach Möglichkeit nicht tun.
Mit anderen Wortern: Die Versionsnummern tun so als gäbe es ständig Fortschritt reflektieren das langsame, aber stetige Vorankommen des Projekts.

Teilesammlung

Nach der ersten (Doppel-)Woche gibt es diese paar gesammelten Teile. Das ist durchaus im Zeitplan, es ist ja Sinn der ganzen Vorgehensweise in sehr kleinen Schritten zum Ziel zu kommen. So wie ich es auch beständig in diesem Blog tue, um es immer weiter zu verbessern. Im Moment bin ich ja noch gar nicht hundertprozentig sicher, welche Teile ich überhaupt alle brauchen werde. Daher diese noch sehr kleine Sammlung.
Die Anhängerkupplungen hatte ich ja noch rumliegen, ich hatte sie im ersten Beitrag erwähnt. Da die Bachforelle besser für die Anbringung geeignet ist als der Schwalbenschwanz, habe ich deren gerundeten Neupreis diesem Projekt zugeschlagen.
Die Lenkgriffüberzüge hab ich zufällig beim Discounter gefunden. Die kommen in den Schwalbenschwanz, während ich davon ausgehe, die Bachforelle besser ohne diese steuern zu können, da sie keinen traditionellen Lenker hat, sondern eine feste Grifffläche zum präzisen Ziehen an den Brems-/Schalthebeln benötigt.
Zwei der Recherche-€ gehen je zur Hälfte an den Ordner und die Ausdrucke. Die anderen drei sind der aktuelle Gebrauchtpreis von Rob van der Plas‘ Fahrräder bei Amazon, das einzige zum Thema Radkonstruktion relevante Buch in meinem Bücherschrank. Ich bin ziemlich sicher, mein Bücherschrank wird demnächst etwas wachsen.

Woche 1: In der Branche nennt man das Deutliches Ausbaupotenzial. Aber hey, Potenzial ist was gutes!

Woche 1: In der Branche nennt man das Deutliches Ausbaupotenzial. Aber hey, Potenzial ist was gutes!


Ansonsten habe ich mich in den letzten zwei Wochen mit jedem Liegerad- und Dreiradfahrer unterhalten, den ich finden konnte. Interessant waren dabei vor allem die Erfahrungen zweier Eigenbauer heute und bei der Sternfahrt nach Düsseldorf, was Arbeitsmaterialien und Möglichkeiten angeht.
Wie genau ich den Locher und den Teppichboden verbaue, weiss ich noch nicht sicher. Ich habe sie zunächst mal aus meiner Kalkulation rausgelassen ;-) .

Nächste Woche: Überlegungen zu Rädern und Reifen.

Dino-Dienstag 20 0 

Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Diese Woche geht es mit Deinonychus in die Bäume.

Raptoren von oben

Wie macht man Raptoren noch unheimlicher, als es ihr Ruf ohnehin schon hergibt? Nun, wenn sie in Bäumen klettern und von diesen jederzeit herunterspringen können, wäre das ein guter Ansatz. Und in der Tat, es verdichten sich die Hinweise, dass Raptoren in Bäumen klettern und von diesen jederzeit herunterspringen können.
Eine neue Studie auf Grundlage einiger (sehr bruchstückhhafter) Funde eines jungen Deinonychus kommt zu dem Schluss, dass Jungtiere von Deinonychus deutlich besser an das Klettern und vielleicht sogar Gleiten angepasst waren, als die Erwachsenen. Darren Naish hat ein paar Details zur gesamten Geschichte der Idee kletternder Raptoren auf seinem Blog.
Die Einsichten der neuen Studie sind sehr umstritten, da sie auf sehr wenig Beweismaterial fundieren, aber sie passen sehr gut zu zwei anderen Trends in der aktuellen Dinosaurierforschung. Das eine ist die Vermutung, die Dromaeosaurier mit ihren berühmten Sichelklauen waren Baumbewohner. Robert T. Bakker vetritt das ab udn an und eine Übersicht findet im vorher genannten Blog von Darren, hier ist eine breitere aus seinem alten Blog von 2008. Das andere ist die Idee, dass Jungtiere und erwachsene Dinosaurier in den Ökosystemen des Mesozoikums unterschiedliche Rollen spielten, wodurch sie sehr gut zusammen leben konnten ohne sich gegenseitig in die Quere zu kommen.
Die Raptoren waren die Vorfahren der Vögel, eine Lebensweise in den Bäumen wäre durchaus ein nachvollziehbarer Weg, wieso unter allen Dinosauriern ausgerechnet diese Tiere schließlich das Fliegen erlernten.

Deinonychus (Skelett) kletternd (Bild: Davide Meloni)

Deinonychus (Skelett) kletternd (Bild: Davide Meloni)

Dino-Dienstag 19 0 

Der Anti-Triceratops

Regaliceratops (Bild: Julius T. Csotonyi, Royal Tyrell Museum)

Regaliceratops (Bild: Julius T. Csotonyi, Royal Tyrell Museum)


Ein neuer Ceratopier aus Kanada ist quasi das Gegenstück zum berühmten Triceratops. Mit winzigen Brauenhörnern und einem großen Nasenhorn, aber vor allem mit auffälligen Schmuckplatten am Rand der Halskrause, unterscheidet sich Regaliceratops deutlich von allen bisher bekannten Vertretern dieser Gruppe. Ungewöhnlich ist vor allem, dass Regaliceratops eigentlich zur direkten Verwandtschaft des Triceratops mit seinen großen Hörnern über den Augen gehört, aber die kleinen Brauenhörner der weniger bekannten Centrosaurier trägt.
Noch interessanter ist ein Hinweis, den die Brauenhörner auf den Lebenslauf dieser Tiere liefern: An ihren Spitzen befinden sich Vertiefungen wie sie normalerweise entstehen, wenn im Körper Knochen abgebaut werden, um Mineralien zu gewinnen. Das deutet darauf hin, dass die Brauenhörner der Ceratopier in hohem Alter in gewissem Maße zu schrumpfen begannen, möglicherweise, weil die ältesten Tiere keine Verwendung mehr für diesen wahrscheinlich der Werbung dienenden Schmuck hatten.

The Good Dinosaur

Hier ist ein Trailer für den nächsten Pixar-Film mit Dinosauriern. Ick freu mir.


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Projekt Rana 0.0.1 1 

Einige Velomobile in der Übersicht

Einige Velomobile in der Übersicht – Ausschnitt aus einer Infografik von Icebike.org

Ich hatte ja gestern bereits angedeutet, dass zum Thema Velomobil heute noch was kommt. Für alle, denen der Begriff nichts sagt: Ein Velomobil ist ein mehrspuriges Fahrrad mit Verdeck/Karosserie. Oder anders betrachtet ein Auto mit Pedalantrieb statt Motor. Rechts von diesem Beitrag seht ihr eine Übersicht über einige Bautypen quer durch die letzten 100 Jahre. In der Regel basieren sie auf den Liegedreirädern, die man ab und an im Straßenverkehr sehen kann.
Velomobile sind relativ selten, die meistverkauften Typen bringen es auf ein paar hundert Stück. Das liegt zum einen am hohen Preis im durchgehend vierstelligen Bereich (der wiederum an den niedrigen Stückzahlen liegt, das sind letztlich Handwerksprodukte), zum anderen an der mangelnden Bekanntheit dieser Fahrzeuge.
Ich habe schon ewig Interesse an einem solchen Gefährt. Das Fahrrad ist mein bei weitem bevorzugtes Fortbewegungsmittel. Aber bei aller Hartnäckigkeit und so gut die Kleidung auch ist, bei schlechtem Wetter ohne Verdeck zu fahren ist ganz einfach Scheisse. Die Geschwindigkeit und der durchaus unbequeme Sattel schränken die Reichweite deutlich ein — für mich liegt die Fahrradreichweite bei einem Umkreis von etwa 30 Kilometern (plus Rückfahrt). Das entspricht von Mönchengladbach etwa dem Weg bis zur niederländischen Grenze oder knapp über Düsseldorf hinaus. Meine längste an einem Tag zurückgelegte Strecke sind knapp über 110 Kilometer (Mönchengladbach-Aachen-Lüttich und Lüttich-Charleroi laut Google Maps jeweils 111 km), das allerdings mit Camping-Ausrüstung auf dem Gepäckträger. Das ist alles in allem nicht viel.
Velomobile sind wettergeschützt, angenehmer zu sitzen und bei gleicher Kraftanstrengung schneller (ausser bergauf). Viele haben auch noch einen Kofferraum, aber das ist nur Bonus. So oder so: Deutlich besser. Das ermöglicht es auch, kurz mal per Fahrrad ins Ruhrgebiet oder an die Nordsee zu fahren. Mit dem Fahrrad! An die Nordsee!
Allein, der Preis. Und da kommt der Velomojeep aus Heinsberg ins Spiel. Der ist für mich vor allem beweis für eins: Natürlich kann man solch ein Gefährt selbst bauen. Und in der Tat: Warum nicht? Ich behaupte nicht, dass der Eigenbau weniger kostet, aber das Geld verteilt sich dabei angenehm über einen größeren Zeitraum. Und das ist ein wichtiger Faktor, es ist das Prinzip hinter Ratenzahlung und Krediten, nur hier ohne Bank, quasi materiell umgesetzt. Ich kann morgen nicht in den Fahrradladen gehen und eine Leitra kaufen. Aber ich kann morgen in den Fahrradladen gehen und einen Satz gute Reifen dafür kaufen. Und in der nächsten die Beleuchtung. Und so weiter. Das selbe gilt entsprechend für den Zeitaufwand: Was folgt klingt um einiges umfangreicher, als es tatsächlich werden dürfte. Ich werde den Zeit- und Kostenaufwand des Projekts in den weiteren Beiträgen dieser Reihe fortlaufend festhalten.
Und mit diesen Gedanken begann Projekt Rana. Und dann kamen Ideen. Viele Ideen.

Projekt Rana muss kein Erfolg werden. Es kann eine völlige Fehlplanung sein. Es kann aus vielen Gründen unfertig enden. Das macht nichts. Denn egal, wie weit ich damit komme, es ist interessant.

In diesem ersten Beitrag sammel ich die bisherigen Ideen, die als Basis für alles weitere dienen. Wie ich das umsetzen will ist dann der Inhalt für die nächste Woche. Denn dieser hier wird jetzt schon verdammt lang und voll von Information.
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