Dino-Dienstag 19 0 

Der Anti-Triceratops

Regaliceratops (Bild: Julius T. Csotonyi, Royal Tyrell Museum)

Regaliceratops (Bild: Julius T. Csotonyi, Royal Tyrell Museum)


Ein neuer Ceratopier aus Kanada ist quasi das Gegenstück zum berühmten Triceratops. Mit winzigen Brauenhörnern und einem großen Nasenhorn, aber vor allem mit auffälligen Schmuckplatten am Rand der Halskrause, unterscheidet sich Regaliceratops deutlich von allen bisher bekannten Vertretern dieser Gruppe. Ungewöhnlich ist vor allem, dass Regaliceratops eigentlich zur direkten Verwandtschaft des Triceratops mit seinen großen Hörnern über den Augen gehört, aber die kleinen Brauenhörner der weniger bekannten Centrosaurier trägt.
Noch interessanter ist ein Hinweis, den die Brauenhörner auf den Lebenslauf dieser Tiere liefern: An ihren Spitzen befinden sich Vertiefungen wie sie normalerweise entstehen, wenn im Körper Knochen abgebaut werden, um Mineralien zu gewinnen. Das deutet darauf hin, dass die Brauenhörner der Ceratopier in hohem Alter in gewissem Maße zu schrumpfen begannen, möglicherweise, weil die ältesten Tiere keine Verwendung mehr für diesen wahrscheinlich der Werbung dienenden Schmuck hatten.

The Good Dinosaur

Hier ist ein Trailer für den nächsten Pixar-Film mit Dinosauriern. Ick freu mir.


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Dino-Dienstag 18 0 

Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Diesmal sehr kurz geraten. Nähert sich da etwa ein Sommerloch?

Die Rückkehr von Dino-Huhn

Vorletzte Woche hatten wir zu den Versuchen, die Ähnlichkeiten zwischen Vögeln und Dinosauriern herauszustellen, Fortschritte von der amerikanischen Uni Yale. Damals ging es um die Entwicklung des Schnabels der Vögel aus den Schnauzen der Raptoren.
Diese Wochen kommt die Universität von Chile dazu. Diese hat es geschafft, Hühnerembryonen die Füße von Dinosauriern anzuzüchten. Die meisten Vögel haben eine relativ lange und nach hinten verdrehte hintere Zehe an jedem Fuß, die zum Boden reicht und beispielsweise zum Festklammern auf Ästen benutzt wird. Dinosaurier haben eine deutlich kürzere und grade gewachsene hintere Zehe, deren Nutzen unklar ist, sofern sie überhaupt einen hatte.
Um den Hühnern nun Dinosaurierfüße zu verpassen war keine genetische Veränderung notwendig: Die Forscher mussten die Küken in den Eiern lediglich betäuben. Bewegen sich die jungen Hühner nicht, wächst die vierte Zehe ebenso grade wie bei den Dinosauriern.
Das zeigt nicht nur erneut die nahe Verwandtschaft von Dinosauriern und Vögeln, es ist auch ein Beispiel für die unter Biologen immer klarer werdende Erkenntnis, dass die Gestalt vieler Lebewesen auch jenseits der Individuen nicht durch die Gene allein bestimmt wird.

Ein Huhn und sein Cousin Allosaurus im Fußvergleich

Ein Huhn und sein Cousin Allosaurus im Fußvergleich

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Dino-Dienstag 17 0 

Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden.

Have Allosaurus, Will Travel – Fossil Tales From the West

Läuft leider nicht mehr lange, aber hier ist ein Kickstarter für ein Buch und eine Tour, die von der Arbeit der Paläontologen im Feld erzählen. Und hier ist ein Interview mit Brian Switek dazu bei meinem Lieblings-Dino-Blog.

Die Urschlange

Nicht immer hat man neue Fossilien vorzuweisen, manchmal gibt es auch andere Methoden, die Gestalt ausgestorbener Tierarten zu ermitteln. Dies hilft dabei zu wissen, wonach man suchen muss. So bei dieser Untersuchung zur Herkunft der Schlangen. Die Forscher haben eine Vielzahl an Schlangen aus der Kreidezeit untersucht, aus den Merkmalen der unterschiedlichen Arten ihre Verwandtschaftsbeziehungen abgeleitet und daraus dann wieder Schlüsse gezogen, wie der gemeinsame Vorfahre aller dieser Tiere, die Urschlange, ausgesehen und wann sie gelebt haben muss.
Das Ergebnis lebte vor etwa 128 Millionen Jahren auf dem Land. Letzteres ist bedeutsam, weil es zur Entstehung der Schlangen immer noch einen großen wissenschaftlichen Streit gibt, ob diese auf dem Land oder im Wasser entstanden sind.
Das Bild zeigt zudem Hinterbeine. Dass die frühen Schlangen Hinterbeine, aber keine Vorderbeine hatten, haben mehrere Schlangenfunde aus der Kreidezeit bewiesen. Hinzu kommt, dass einige heutige Schlangen immer noch Beckenknochen und hin und wieder sogar Reste von Hinterbeinen haben. Es gibt Fossilien von schlangenartigen Tieren, die älter sind als 128 Millionen Jahre, diese haben aber noch vier Beine und ihre Zugehörigkeit zu den Vorfahren der Schlangen ist umstritten.
Schlangen sidn schwierig zu erforschen, weil von ihren kleinen zerbrechlichen Knochen nur selten Fossilien bleiben. Noch seltener bleiben die Fossilien vollständig genug, um Merkmale wie Beine eindeutig zuordnen zu können.

Theoretische Urschlange - Bild: Julius Csotonyi

Theoretische Urschlange – Bild: Julius Csotonyi

Der Ursprung der Zungenwürmer

Zungenwurm Linguatula - Bild: Dennis Tappe und Dietrich W. Büttner

Zungenwurm Linguatula – Bild: Dennis Tappe und Dietrich W. Büttner


Man kann nicht immer Dinosaurier haben. Dafür habe ich heute eine Gruppe von Tieren, von denen die meisten hier noch nie etwas gehört haben werden: Zungenwürmer.
Zungenwürmer sind, da enttäuscht der Name ein wenig, kleine wurmartige Gliederfüßer, die in den Atemwegen größerer Wirbeltiere leben und sich dort von Blut ernähren. Ihre Münder sind umgeben von Haken als letzte Reste der Beine und von unten sieht das Ganze dann ungefähr so aus wie die Facehugger aus den Alien-Filmen. Nein, wirklich. Es sind seltsame kleine Tiere, deren Herkunft weitgehend unbekannt ist. Zwar gab es bereits Fossilien von Zungenwürmern aus dem Silur, nur gab es da ein Problem: Die heutigen Träger dieser Parasiten existierten damals noch gar nicht.
Ein neues, 425 Millionen Jahre altes, Fossil aus England gibt nun einen Einblick in das leben dieser Zungenwürmer bevor ihr heutiger Lebensraum überhaupt existierte: Das Tier hielt sich zu Lebzeiten an einem Wasserfloh fest und lebte wahrscheinlich von dessen Blut.
Heutige Zungenwürmer geraten meist in ihre Wirte, indem sie sich als Eier fressen lassen und aus dem Darm in den Körper eindringen. Wahrscheinlich wurden sie ursprünglich von Landtieren beim Trinken mit den Wasserflöhen verschluckt und fanden in deren Eingeweide einen geeigneten Lebensraum. Während ihre im Meer lebenden Verwandten im Laufe der Zeit verschwanden, waren die Bewohner der Landtiere in den Körpern ihrer Wirte vor allen Katastrophen geschützt und überlebten bis heute.
Bin ich eigentlich der einzige, der eine verblüffende Ähnlichkeit zu den Anomalocariden sieht?

Dino-Dienstag 16 1 

Cretaceous Blue Balls

Bild vielleicht verwandt - Chinese Academy of Science

Bild vielleicht verwandt -- Chinese Academy of Science


Berichterstattung zu durchschauen ist auch in der Wissenschaft nicht immer einfach. Diese Woche gab es zwei Meldungen von denen nicht klar ist, ob es unterschiedliche Meldungen sind oder zwei Versionen einer Meldung.
Die eine Meldung ist, dass die oben abgebildeten blauen fossilen Eier Anfang April bei Straßenarbeiten in der chinesischen Stadt Heyuan gefunden wurden. Das ist entweder wahr oder ein Missverständnis basierend auf dieser Mitteilung, dass Forschungen an drei Nestern, die vermutlich zu dem von dort stammenden kleinen Dinosaurier Heyuannia gehören ergeben haben, dass die Eier dieses Dinosauriers eine blau-grüne Farbe hatten.
Da ich nur für letzteres eine seriöse Quelle finde, gehe ich davon aus, dass nur diese Geschichte stimmt und die andere eine locker darauf basierende Ente ist.
Jedenfalls ist dies das erste Mal, dass die Farbe von Dinosauriereiern bestimmt werden konnte und es ist auch gleich eine interessante Erkenntnis: Farbige Eier deuten den Forschern zufolge auf intensive Brutpflege hin. Das passt gut zu dem, was wir schon über die Oviraptoriden, zu denen Heyuannia gehörte, wissen: Sie sind dafür bekannt, dass sie ihre Nester bebrüteten und beschützten, indem sie ihre gefiederten Arme über diesen ausbreiteten.
Zugleich haben wir damit einen weiteren Farbklecks für unser Bild der Kreidezeit — bereits bekannt sind die Farben der Gefieder einiger kleiner Raubsaurier, wie etwa das schillernde Schwarz des Microraptor, nach dem ja auch der Band Schwarzer Schwinge aus den Meilensteinen der Evolution benannt ist.
PS: Sorry für die Überschrift, ich konnte nicht widerstehen ;-)

Fortschritt beim Dino-Huhn

Und wo wir schon beim Übergang zwischen Dinosauriern und Vögeln sind, gibt es auch gleich noch Neuigkeiten zum Dinohuhn. Als Dinohuhn läuft in der Presse eine Reihe von Versuchen, jene genetischen Veränderungen zu finden, wegen denen Vögel und Dinosaurier sich so stark unterscheiden. Interessant sind dabei vor allem die Veränderungen, durch die aus Schuppen Federn und aus Schnauzen Schnäbel wurden.
Bei den Schnäbeln ist man nun in Yale ein ganzes Stück weitergekommen. Demnach reicht die Veränderung eines einzigen Gens, damit ein Vogel statt eines Schnabels wieder eine Schnauze entwickelt.
Ein weiterer Beweis, dass die so groß scheinenden Unterschiede zwischen den Vögeln und ihren direkten Vorfahren in den zu Grunde liegenden Genen viel geringer sind, als es den Anschein hat. In der Vergangenheit haben die Forscher bereits mit geringen Eingriffen in die Reihenfolge, in der einzelne Gene während des Wachstums abgerufen werden, Hühnerembryonen mit Schwänzen und Zähnen hervorgebracht.
Und wenn jetzt jemand wissen will, wie uns Dinosaurierforschung heute nützt: Das Dinohuhn-Projekt bringt viele wertvolle Erkenntnisse darüber, wie Gene arbeiten und wie sich Veränderungen in den Genen auf den gesamten Organismus auswirken.

Jurassic World

Und weil Dinosaurier nicht immer staubige Knochen und Eierschalen waren hier einer der neuen Trailer für die nächsten Monat startenden Jurassic-Park-Fortsetzung Jurassic World.


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Und die Lego-Variante

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Oh und ja, ich habe zu Jurassic World etwas in der Mache. Aber dazu komme ich nächste Woche.

Dino-Dienstag 15 0 

Noch ein ältester Vogel

Es gibt einen neuen ältesten zahnlosen Vogel: Archaeornithura lebte vor 130 Millionen Jahren in China, wahrscheinlich als Schlickläufer an den Küsten größerer Gewässer. Obwohl er der älteste bekannte Vogel ohne Zähne ist, ist er doch modernen Vögeln ähnlicher als einige andere zahnlose Vögel. Mit anderen Worten: Das Fossil macht klar, dass es noch ältere, bisher unentdeckte zahnlose Vogelarten gegeben haben muss, von denen Archaeornithura und andere frühe zahnlose Vögel abstammten.

Der Schnüffelraptor

Wo wir grade bei den Raptoren sind, hier ist noch eine neue Art dieser Gruppe: Saurornitholestes sullivani war mit zwei Metern Länge und einem Meter Höhe ein durchschnittlich großer Vertreter dieser Gruppe, etwa vergleichbar mit Velociraptor. Was bei dieser neuen Art aber auffällt ist, dass der Schädel Platz für ein Gehirn bietet, dessen Bereich für die Wahrnehmung von Gerüchen deutlich vergrößert ist.
S. sullivani ist eng verwandt mit Saurornitholestes langstoni, aber das anders geformte Gehirn machte S. sullivani zu einem besseren Riecher, dem besten bisher bekannten unter den Raptoren. Ob er dies nutzte um ein besserer Jäger zu sein, er ein Aasfresser war der Leichengeruch suchte oder er in der Nacht jagte, wenn Geruch zuverlässiger ist als Sicht, ist dabei reine Spekulation.

Saurornitholestes sullivani auf der Jagd (Bild: Mary P. Williams)

An den Ursprung der modernen Zelle

Nicht nur Fossilien können uns etwas über die Evolution verraten, manchmal finden sich auch bei den heutigen Lebewesen aussergewöhnliche Erkenntnisse.
Da wären diese Woche die Lokiarchaeota, eine neue Sorte Einzeller aus den Tiefen des Atlantik. Obwohl sie relativ primitive Einzeller sind, die keine Zellorgane wie etwa einen Zellkern haben, besitzen sie doch einige Gene, die bei anderen Einzellern für genau solche Organe benötigt werden. Bei den Lokiarchaeota dienen diese Gene vor allem dem Aufbau der Zellmembran. Das ist ein starker Hinweis darauf, dass die komplexeren Zellen mit Organen von den einfacheren ohne Organe abstammen und nicht parallel zu diesen entstanden sind.

Dino-Dienstag 14 0 

OMG, ein Flurrit!

Okay, es ist Zeit, euch in ein Geheimnis einzuweihen: Paläontologie ist eigentlich ein Wettbewerb, bei dem es darum geht, die fiktiven Kreaturen aus Dougal Dixons The New Dinosaurs im realen Leben zu finden. Und just diesen Monat können wir den Flurrit aus der Suchliste streichen.


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Yi qi war Teil einer größeren Gruppe von Dinosauriern mit seltsam langen Fingern. Mit diesem Fund kommt nun eine neue Erklärung für diese Finger auf: Sie bildeten mit einem zusätzlichen Knochen Halter einer Flug- oder Gleithaut. Das Ergebnis ist eine absolut neuartige Form von Dinosauriern, mit der niemand gerechnet hätte. Ich habe es letzte Woche beim Chilesaurus gesagt und ich sage es erneut: Wir haben trotz all der Funde der letzten 150 Jahre immer noch keine Ahnung, was wir alles noch nicht entdeckt haben.
Nicht alle Forscher sind überzeugt, dass Yi mit seiner seltsamen Hand eine Flughaut aufspannte, aber bis jetzt ist niemand auf eine andere Erklärung gekommen.

Gottesschaben! Kakerlabeterinnen! …alte Insekten halt

Die wenigsten interessieren sich für die Evolution der Insekten, insbesondere, wenn es um Küchenschaben geht. Weshalb sich das Gerücht, Küchenschaben hätten sich ewig lang nicht verändert, hartnäckig hält (ähnlich wie Haie, aber auch da ist es ein Gerücht).
Aber die Schaben haben ja noch Verwandte mit einem deutlich besseren Ruf: Gottesanbeterinnen. 100 Millionen Jahre alter Bernstein aus Myanmar hat sich als Fundgrube für jene Zeit entpuppt, in der die Gottesanbeterinnen entstanden zu sein scheinen. Zu den bekannten Urmantiden gesellt sich nun also Manipulator modificaputis, eine Art extrem langbeinige Schabe mit kleinem Kopf auf einem langen Hals. Das wunderschöne Fossil in aussergewöhnlich klarem Bernstein wird den Forschern sicher viel Freude bereiten.

Und ein Fisch

Etwas hinter den anderen beiden Funden steht Kenyaichtys, eine neue Fischgattung aus der Verwandtschaft der Kilifische. Die Kilifische sind für sich genommen recht interessante Lebewesen -- extrem schillernde Süßwasserfische, deren Eier lange Zeit auf dem trockenen überleben. Sie leben meist in Regentümpeln trockener Regionen. Manche Arten können wochenlang an der Luft überleben und eine Art stellt sogar die einzige Art selbstfruchtbarer Hermaphroditen unter den Wirbeltieren.
Das sind alles faszinierende Eigenschaften, aber auch solche, die man den Fossilien kaum ansieht. Immerhin sind sie die einzigen bekannten Fische aus der Familie Rivulidae, die nicht aus Amerika stammen.

Dino-Dienstag 13 1 

Lang ist es her, dass Dino-Dienstag 12 hier im Blog seinen Platz fand. Und nachdem ich nun ständig den Dienstag verpasste um die Serie weiterzuführen, hat sich einiges getan. Es sei nunmehr das Wichtigste ausgewählt und zusammengefasst.
Also dann:

Pflanzenwelt und Pilze

In China ist ein hervorragend erhaltener Wald aus dem Perm in einer Kohlemine entdeckt worden. Der bei einem Vulkanausbruch verschüttete Wald ist für Paläobotaniker schon deshalb interessant, weil nach dem Perm die Spaltung Pangaeas in die heutigen Kontinente begann. Während die Sumpfwälder des vorherigen Karbon etwa im Ruhrgebiet ausgiebig erforscht sind, weiss man noch wenig über die Wälder in der deutlich trockeneren Welt des Perm. Der Wald scheint ein später Überrest der gewaltigen Karbonwälder zu sein.
Aus Königsberg kommt der älteste Fund einer fleischfressenden Pflanze in Bernstein. Allerdings ist nicht klar, ob es eine wirkliche fleischfressende Pflanze war: Heutige Pflanzen dieser Form fressen gefangene Insekten nicht selber, sondern ernähren sich davon, dass Wanzen die gefangenen Insekten fressen und dann für die Pflanze nahrhafte Ausscheidungen produzieren. Es ist eine der seltsamsten Symbiosen im bekannten Tier- und Pflanzenreich.
Noch spektakuläreres hat Mynamar im Bernstein zu bieten: Dort tauchte nicht nur das bis dato älteste Fossil von Gras auf, welches erst gegen Ende des Zeitalters der Dinosaurier auftauchte und damals noch selten war. Nein, auf der Graspflanze saß auch noch ein Pilz, genauer eine Art der auf Gräser spezialisierten Mutterkornpilze. Die Presse machte daraus Dinosaurier auf LSD-Trips, weil sie halt die Presse ist. Da muss ich aber enttäuschen: Mutterkorn enthält zwar Gift, aber für LSD muss man das schon noch etwas bearbeiten, sonst ist es nur, nun, Gift.

Sexualdimorphe Stegosaurier

Rückenplatten bei Stegosaurusmännchen und -weibchen (Bild: Evan Saitta)


Sexualdimorphismus, also das unterschiedliche Aussehen von männlichen und weiblichen Exemplaren einer Art, ist uns Menschen nicht unbekannt, immerhin gehört unsere Spezies zu den extremsten Beispielen dieses Phänomens unter den Wirbeltieren. Bei ausgestorbenen Lebewesen ist das schwer nachzuweisen, aber möglicherweise gesellt sich Stegosaurus zu den wenigen Beispielen: Evan Saitta aus Bristol kommt in seiner Forschung zu dem Ergebnis, dass die auffälligen Rückenplatten des bekannten Dinosauriers unterschiedliche Geschlechter erkennen lassen.
Die Funktion der Rückenplatten dieses Dinosauriers ist immer noch ein völliges Rätsel und mit Saittas Forschung sidn wir möglicherweise einen Schritt näher an der Lösung.

Knochenfressende Würmer fraßen schon Saurierknochen

Die Wurmgattung Osedax, die sich heute von auf den Meeresgrund gesunkenen Walknochen ernährt, ist offenbar deutlich älter als die Wale: Forscher fanden Fraßspuren an den Knochen von Plesiosauriern, 50 Millionen Jahre älter als die ältesten Wale. Das bedeutet aber auch, dass die große Vielfalt an Meeresreptilien aus der Zeit der Dinosaurier nur ein Ausschnitt der tatsächlichen Vielfalt sein dürfte, denn viele Skelette wurden von knochenfressenden Würmern gefressen, bevor sie je zu Fossilien werden konnten.

Chilesaurus

Hier ist ein pflanzenfressender Theropode, der eine so bizarre Kombination an Merkmalen aufweist, dass momentan niemand so genau weiss, was zum Teufel das für ein Tier ist. Aufgrund der seltsamen Mischung hat es den Spitznamen „Schnabeltier der Dinosaurier“ erhalten.
Es ist ein Theropode (fleischfressende Dinosaurier) mit den Armen eines T. rex und den Zähnes eines Pflanzenfressers. Er hat ein paar Ähnlichkeiten zu den ersten Vorfahren der langhalsigen Sauropoden. War es ein später Überlebender dieser Prosauropoden? Ein einmaliges Kuriosum? Oder ein entfernter Verwandter späterer pflanzenfressener Theropoden? Was Chilesaurus auf jeden Fall ist, ist ein Beweis, dass wir noch längst nicht alle Varianten von Dinosauriern gefunden haben, die einst die Welt bevölkerten.
Manchmal finden wir immer noch etwas völlig neues.

Chilesaurus (Bild: Gabriel Lio)

CO2 und das größte Massensterben der Erdgeschichte

Das Zeitalter der Dinosaurier beginnt mit dem größten Massensterben der Erdgeschichte. 90% allen damaligen Lebens verschwand auf einen Schlag. In kurzer Zeit verschwanden von der Erde alle Wälder. In der leeren Welt nach diesem Massensterben entstanden die Dinosaurier und Säugetiere. Es begannen die Erdzeitalter, in denen jeweils eine große Gruppe von Tieren die Erde beherrschte: Jenes der Dinosaurier und jenes der Säugetiere.
Schon länger vermuten Forscher, dass die Ursache dieses Ereignisses gigantische Vulkanausbrüche der damaligen Zeit waren. Sibirien war ein einziger großer Lavasee, weitere Vulkane brachen zur selben zeit in Australien und dem südlichen China aus. Die Vulkane setzten in der Theorie Mengen an CO2 frei, die groß genug waren, eine solche Katastrophe zu verursachen.
Tatsächlich fanden Forscher neue Hinweise auf eine ungewöhnlich hohe Konzentration von Kohlendioxid zu dieser Zeit: Schwämme begannen, elementares Carbon in ihre Skelette einzubauen. Das ist absolut ungewöhnlich nur nur dadurch zu erklären, dass Kohlendioxid damals in gewaltigen Mengen vorhanden gewesen sein muss. Die schon länger bekannte Tatsache, dass zuerst Lebewesen seltener wurden, die CO2 besonders schlecht vertrugen, passt dazu. Auch Untersuchungen an damaligen Gesteinen zeigen Hinweise auf große Mengen von Giften, die von Mikroben produziert werden, welche durch die hohen CO2_Mengen gefördert werden.
Also, wenn jemand wissen will, wie gefährlich zu viel CO2 in der Atmosphäre ist: Bitteschön, der Tod von 90% des Lebens auf der Erde.

Dino-Dienstag 12 0 

Es war ein paar Wochen relativ ruhig in der Paläontologie. Nach einem aufregenden Sommer durchaus verdient, 2014 hat bereits eine beachtliche Anzahl neuer Funde und Erkenntnisse erbracht. Aber jetzt hat sich wieder genug angesammelt, dass sich ein neuer Dino-Dienstag lohnt.
Also dann:

Zaraapelta nomadis, Bild: Danielle Dufault/University of Alberta

Zaraapelta
Dieser auffällig geschmückte junge Herr ist Zaraapelta nomadis, ein neuer Ankylosaurier aus der Mongolei. Das Tier ist selbst für einen Ankylosaurier ungewöhnlich stachelig und hat daher einen Namen, der sich aus dem Mongolischen für „Igel“ und dem bei Ankylosauriern häufig verwendeten „pelta“ (Schild) zusammensetzt.
Und weil es ein schönes Porträt dazu gibt, bekommt er auch einen eigenen Eintrag und nicht nur eine Kurzmeldung weiter unten.

Laurasia und die kambrische Explosion
Vor etwa 530 Millionen Jahren erschienen überraschend plötzlich gewaltige Massen neuer Arten auf der Erde. Wie plötzlich genau der Vorgang war, ist umstritten, Tatsache ist aber, dass in vergleichsweise kurzer Zeit die Weichtierwelt der vendischen Fauna durch Lebewesen mit Panzern und Skeletten ersetzt wurde – Trilobiten, Krebse, Stummelfüßer, kieferlose Fische und völlig fremdartige Lebewesen wie Anomalocaris. In der kambrischen Explosion finden sich die Vorfahren praktisch aller heute lebenden Tiergruppen, von den Ringelwürmern bis zu den Wirbeltieren.
Einen Erklärungsansatz liefert dazu eine Untersuchung der University of Texas, Austin. Demnach lieferte der Aufbruch des Iapetus-Ozeans die nötigen Bedingungen für die kambrische Explosion – plötzlich gab es gewaltige flache Meeresregionen, in denen eine Vielfalt von Lebewesen gedeihen konnte. Flache Meere sind fast immer mit einer größeren Vielfalt an Arten ausgestattet als tiefe Meere, einfach weil sie abwechslungsreichere Lebensräume mit mehr möglichen Nischen für neue Arten darstellen. Tiefe Meere hingegen bestehen nur aus gewaltigen Mengen Wasser mit einem Grund so weit unter der Oberfläche, dass dort kaum noch etwas leben kann – die Anzahl der ökologischen Nischen ist dort deutlich geringer als in den abwechslungsreichen Küsten- und Flachmeeren.
Der Iapetus verschwand später wieder, als die Kontinente sich zu Pangaea zusammensetzten. An seiner Stelle entstand beim erneuten Aufbrechen des Superkontinents der Atlantik.

Kopulierende Microbrachius. Nichts zu danken. Bild: Brian Choo/Flinders University

Etwas Fischporno
Ich erhebe ja inzwischen keine Trafficdaten mehr, weil die mir nutzlos erscheinen, aber von damals, als ich noch welche analysiert habe, weiss ich, dass ich grade ein lang gesuchtes Fetisch bedienen kann: Hier bitte, fickende Fische.
Okay, ja, hier ist eine echte wissenschaftliche Entdeckung hinter. Kurz gesagt sind Penisse und ähnliche Strukturen bei Wirbeltieren deutlich älter als bisher gedacht. Microbrachius, bei denen das Organ gefunden wurde, gehören zu den ältesten Fischen mit Kiefern. Der Fund deutet an, dass Fisch zuerst externe Geschlechtsorgane für die Männchen entwickelten und die bei modernen Fischen häufige Befruchtung ausserhalb des Körpers eine neuere Erfindung ist.
Das bedeutet, dass die interne Befruchtung bei den Wirbeltieren mehrfach entstanden ist und auch mehrfach wieder abgeschafft wurde. Ja, selbst in der Paläontologie ist Sex eine komplizierte Angelegenheit, bei der man das erste Drittel des Lebens damit verbringt herauszufinden, was man eigentlich will.

Weitere neue Arten
Aus China kommt ein weiterer faszinierender Fund aus den so genannten Jehol-Fundstätten, der älteste Ornithuromorph. Die Ornithuromorpha sind jene Grupppe innerhalb der Vögel, denen alle modernen Vögel angehören. Iteravis huchzermeyeri war damit ein weiterer Zeitgenosse des Microraptor in einer Zeit, in der die Wälder Asiens von gefiederten Kreaturen nur so wimmelten.
Ebenfalls aus China kommt der erste Coelophysid aus Asien, von dem mehr bekannt ist als nur ein paar Arm- und Beinknochen. Die Coelophysiden sind relativ kleine Raubsaurier und gehörten zu den ersten Vertretern der Theropoden, jener Gruppe nahezu durchgehend zweibeiniger Dinosaurier, zu denen die Raptoren, Tyrannosaurier und die Vögel gehören. Der Neuling hat noch keinen offiziellen Namen erhalten.
Ein direkter Verwandter dieses Tieres fand sich unterdessen in Venezuela:Tachiraptor gehörte zu den ersten Dinosauriern nach dem Massensterben am Ende des Trias-Zeitalter. Die Trias ist jenes Zeitalter, in dem die Dinosaurier und Flugsaurier entstanden. In dieser Zeit lebten die ersten Dinosaurier, Flugsaurier, verschiedene Gruppen von Krokodilen und anderen Reptilien sowie die ersten Säugetiere relativ bunt gemischt auf der ganzen Welt verteilt. Am Ende der Trias kam es zu einem großen Massensterben, aus dem die Dinosaurier als „Sieger“ hervorgingen, ähnlich wie es am Ende des Zeitalters der Dinosaurier die Säugetiere taten. Der neue Fund hilft die noch immer rätselhaften Startzustände zu klären, unter denen die Dinosaurier in geologisch kürzester Zeit zu den beherrschenden Tieren auf der Erde wurden.

Schamlose Werbung
Die Zeitgenossen von Iteravis sind Thema von Schwarzer Schwinge, erhältlich bei Amazon für Kindle.
Die kambrische Explosion ist Thema des nächsten Bandes dieser Serie, Zackigen Zahnes, der grade in der Endbearbeitung ist.

Dino-Dienstag 11 0 

Eine Woche übersprungen, aber jetzt wieder da: Der Dino-Dienstag.

Mick Jaggers Nilpferd
Mick Jagger kommt die große Ehre zuteil, ein Nilpferd nach sich benannt zu haben. Ein prähistorisches natürlich. Glückwunsch!
Jaggermeryx naida ist ein Nilpferd, das vor 19 Millionen Jahren in Afrika lebte. Löcher in seinem Schädel deuten auf Nerven hin, die sehr sensible und wahrscheinlich bewegliche Lippen versorgten. Die Benennung nach dem Rolling-Stones-Sänger erfolgte aufgrund dieser vergrößerten Lippen. Und als wäre das noch nicht großartig genug, haben die Entdecker anfangs einen zweiten Star als Namensgeber diskutiert – Angelina Jolie. Entdeckeirn Ellen Miller blieb aber standhaft bei Jagger. Vermutlich, weil es nur für diesen Namen ein geeignetes Lied zum Feiern der Entdeckung gab. Die Urzeitbücher werden so oder so in hundert Jahren viel Arbeit haben, das zu erklären.

Nachtrag zu Dreadnoughtus
Ich fand den Namen Dreadnoughtus für einen neuen Titanosaurier vor ein paar Wochen ja furchtbar. Ich finde ihn immer noch furchtbar, weil es gar nicht möglich ist, ihn auch nur halbwegs unfallfrei auszusprechen, wenn man kein Englisch spricht. Das sollte den Namen nach den in der Taxonomie üblichen Regeln eigentlich ungültig machen.
Der Bostin Globe findet den Namen zwar „awesome“, hat sich aber immerhin des Themas angenommen, woher solche Namen kommen und fängt in seinem Artikel mit dem guten alten T. rex an, einem Namen, der durchaus kalkuliert so populär geworden ist, wie er nun einmal geworden ist.

Ziapelta sanjuanensis, Bild: © Sydney Mohr

Ziapelta
Und wieder ein neuer Dinosaurier. Da gibt es zur Zeit wohl irgendwo ein Nest von.
Ziapelta sanjuanensis ist ein Ankylosaurier aus New Mexico, der dort vor 72-74 Millionen Jahren lebte. Die Ankylosaurier sind schwer gepanzerte Dinosaurier mit einer Schwanzkeule. Auffällig an Ziapelta sidn besonders schwere Stacheln über dem Hals. Er gehört zu den am schwersten gepanzerten Vertretern seiner Familie.

Der Meteorit und die moderne Pflanzenwelt
Vor 64 Millionen Jahren starben mit den Dinosauriern zahlreiche andere Lebewesen aus. Wie so oft gerne übersehen wird die Veränderung, die in der Pflanzenwelt geschah. Neue Forschung zeigt nun, dass wir dem damaligen Massensterben auch zu verdanken haben, dass es heute so viele Pflanzen gibt, die ihre Blätter abwerfen – also auch die Dominanz der Laubbäume.
Laubbäume erschienen bereits zu Zeiten der Dinosaurier – Ginkgo, Magnolien und Eichen waren für diese Tiere keine Unbekannten. Sie waren aber nicht die vorherrschenden Bäume der Wälder, wie sie es heute in großen Teilen der Welt sind. Das geschah, weil die Laubbäume durch ihr schnelleres Wachstum und die Strategie, im Winter Energie zu sparen offenbar besser für die Welt nach dem Meteoriteneinschlag geeignet waren, in der aufgewirbelte Asche und andere Folgen des Einschlages das Klima auf Jahre hinaus veränderten.
Das Gelb und Rot, welches die Wälder derzeit wieder übernimmt ist also ein direktes Zeugnis vom Ende der Dinosaurier.

Dino-Dienstag 10 0 

Es war eine geschäftige Woche in der Paläontologie, vor allem bei den Dinosauriern. Der neue Spinosaurus wurde enthüllt und er ist ähnlich seltsam, wie einige erwartet hatten. Dazu noch ein paar neue Arten und eine etwas spontane Veröffentlichung in diesem Feld von mir.

Spinosaurus als Wassertier

Neu rekonstruierter Spinosaurus schwimmend, Bild: Davide Bonadonna


Plattte Füße, wahrscheinlich mit Schwimmhäuten zwischen den Zehen, die an kurzen Beinen (für einen Raubsaurier) sitzen. Ein krokodilartiger Kopf mit Raum für Sinnesorgane, mit denen das Tier Veränderungen im Wasserdruck wahrnehmen konnte. Spinosaurus aegypticus war ein seltsamer Dinosaurier.
Die Idee, dass die Spinosauriden wenigstens teilweise im Wasser lebten, hat sich im Laufe der letzten 20 Jahre nach und nach entwickelt, immer mehr Hinweise auf eine solche Lebensweise tauchten auf. Nun endlich gibt es neue Überreste von Spinosaurus aegypticus, dessen ursprünglich 1912 gefundene Überreste in München den Bomben des 2. Weltkriegs zum Opfer fielen und von dem daher nur extrem veraltete Informationen sowie zeichnungen und Fotos einiger Knochen existierten.
Die neuen Überreste erlaubten eine neue Rekonstruktion des Tiers und es stellt sich heraus, dass es sich allem Anschein nach um ein Wassertier handelte. Der einzige bekannte Dinosaurier, der hauptsächlich im Wasser lebte — die zeitgleich mit den Dinosauriern lebenden so genannten Wassersaurier waren Reptilien verschiedenster Art.

Im Zusammenhang mit dieser Entdeckung habe ich mich auch kurzfristig entschieden, eine alte Idee von mir endlich auszuformulieren und als eBook herauszubringen. Es geht darum, dass Spinosaurus und seine Verwandten (wie Baryonyx) ihre großen Klauen an den Daumen nicht zum Fischen oder Kämpfen verwendeten, sondern zur Fortbewegung, indem sie sich an ihnen als Anker durchs Wasser zogen. Wie genau es dazu kam, lässt sich, da es eine englischsprachige Veröffentlichung ist, im englischsprachigen Blog nachlesen.
Es ist wahrscheinlich keine gute Idee, ein so komplett aus der Art schlagendes eBook rauszubringen (vor allem bei einem so kleinen bereits vorhandenen Angebot), aber damit ist das nun raus, weil der Zeitpunkt günstig war.
Ich habe nicht die Möglichkeiten oder die Kenntnisse in vergleichender Anatomie, hier eine vollständige Forschung vorzulegen, alos dachte ich, ich werf meine Idee mal aus und schaue, ob jemand, der dies kann, daran Interesse findet.

Noch ein neuer Titanosaurier
Tansania bekommt unterdessen den zweiten neuen Titanosaurier dieses Jahr nach Dreadnoughtus: Rukwatitan bisepultus lebte dort vor etwa 100 Millionen Jahren.

Avatar-Flugsaurier

Ikrandraco avatar, Bild: Chuang Zhao


Die Pterosaurier begrüßen als Neuling in ihren Reihen Ikrandraco avatar, der vor 120 Millionen Jahren durch die Lüfte Chinas flog.
Ikran sind die Flugtiere aus dem Film Avatar und wie diese hatte Ikrandraco einen Kamm auf der Unterseite des Schnabels, weshalb es diesen Namen erhielt. Ausserdem vermuten die Forscher, dass eine Art Haken hinten im Schnabel die Befestigung für einen Kehlbeutel war, der jenen der Pelikane ähnelte. Es ist möglich, dass der seltsame Kamm das Tier in die Lage versetzte, aus dem Flug Beute im Wasser zu fangen, indem es die damit Wasseroberfläche durchschnitt. Die Forscher wollen das nun testen.

Gepanzerte Hadrosaurier
Schon eine ganze Weile war Forschern aufgefallen, dass Hadrosaurier (die so genannten Entenschnäbel) deutlich häufiger Abdrücke von Haut zeigen als alle anderen Arten von Dinosauriern. Forsche rin Yale haben jetzt untersucht, wie viel häufiger und es stellt sich heraus, dass die Haut von Hadrosauriern 31-mal so häufig erhalten bleibt wie bei anderen Dinosauriern.
Warum das so ist, ist noch nicht klar, nur eines: Irgendetwas war anders an Hadrosauriern-Häuten.

Und noch ein Delfin
Ein kleinerer Neuzugang bleibt ausserhalb der Welt der Dinosaurier anzumerken: Huaridelphis raimondii, ein vor 16 Millionen Jahren vor der Küste von Peru lebender Verwandter der heutigen Flussdelfine, der anders als seine heutigen Verwandten noch im Meer lebte.