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Mediale KW 24/2015 0 

Hat eigentlich irgendwer mitbekommen, dass ich Jurassic World geschaut habe? Ich meine, ich hab mich dazu ja quasi ausgeschwiegen. Oh, und Doodle Kingdom. Ansonsten wieder eine Woche, in der ich nicht zu viel Medienkonsum kam.

Jurassic World

Science Fiction, USA 2015, Film/Kino


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Isla Nublar: Seit zehn Jahren läuft der Seaworld-ähnliche Freizeitpark/Zoo Jurassic World erfolgreich, ständig sind um die 20.000 Besucher auf der Insel. Doch der Aufsichtsrat ist besorgt, da die Umsätze zu stagnieren beginnen — die Leute haben sich an Dinosaurier gewöhnt, etwas spektakuläres muss her. Also beginnen die Genetiker von InGen, einen neuen Dinosaurier zu kreieren. Größer als der T. rex, intelligenter als ein Raptor, aggressiver als beide zusammen. Es stellt sich heraus, dass das keine sonderlich gute Idee ist und Leute werden gefressen. Dass diverse Charaktere jeweils ihre eigenen Motive mitbringen, hilft nicht grade bei der Eindämmung des Chaos.
Anfangs machte mir Jurassic World etwas Sorgen. Zwei Mal schwelt eine Variante von John Williams‘ Welcome to Jurassic Park an, um genau nichts zu zeigen ausser ein paar Panoramen der Insel. Ich verstehe, wem es als Motiv dienen soll (Hammonds endlich realisierten Traum bei der Errichtung von Jurassic Park), aber es funktioniert nicht so recht. Dann landet ein offensichtlicher Modellhelikopter mit computergenerierter Besatzung vor einem Gehege. Und mit Zach taucht ein sehr, sehr teenageriger Teenager auf, der den ganzen Film nicht mehr verschwinden wird.
Doch das verschwindet bald. Während Zach samt Brüderchen Gray einige der Attraktionen des Parks besichtigt braut sich im abgesperrten Norden der Insel etwas zusammen und hält die Aufmerksamkeit der Zuschauer. Der ganze Film ist eine einzige Eskalation, vom sehr ruhigen Aufbruch zum Park bis zum bombastischen Ende. Und das alles lässt sich nur zusammenfassen mit: Es macht Spass.
Jurassic World spricht vieles an. Vor allem räumt er endlich der Tatsache Raum ein, dass wir es hier nicht mit Dinosauriern zu tun haben, sondern mit künstlich erzeugten Freizeitpark-Attraktionen. Und er spricht die inhärenten Probleme der Gentechnik direkt an, indem es Indominus rex tödliche Fähigkeiten verleiht, die nie in dieser Form beabsichtigt waren. In den drei bisherigen Filmen haben wir menschliches Versagen oder Boshaftigkeit als Ursachen des Chaos. Erst jetzt, im dritten Film, ist es tatsächlich die Unberechenbarkeit der Natur, welche die Probleme verursacht. Versprochen hatte uns das schon Ian Malcolm im ersten Film, aber es brauchte dort dennoch einen korrupten Programmierer, um das Chaos zu starten. Per Knopfdruck.
In gewisser Weise ist Jurassic World der Film, der Jurassic Park sein wollte. Und noch viel mehr ist er eine Übertragung von Michael Crichtons Romanen auf die Leinwand. Dass die neue Fortsetzung dennoch nicht ganz so gut ist wie das Original liegt einzig an Steven Spielbergs Fähigkeiten.

Doodle Kingdom

Fantasy, UK 2014, Game/PS Vita
doodle-kingdom
Nach dem Ende der Welt durch die Menschen schafft Gott eine neue Welt, diesmal durchzogen mit Magie statt Technologie. Der Spieler ist ein Prinz, der in sein zerfallendes Königreich zurückkehrt, um es wiederaufzubauen. Dazu kombiniert man immer zwei Elemente, die ein neues Element oder eine Handlung ergeben. Beispielsweise führen Stein und Teich dazu, dass der Prinz eine Meerjungfrau erschrickt, mit der er dann einen Tauschhandel für eine Trankzutat machen kann. Sehen tut man allerdings nur das Ergebnis jeder Kombination. Sprich, man tippt Stein und Teich an, es erscheint die Meerjungfrau als neues Element-Icon, das man wieder weiter kombinieren kann. Das ist quasi das gesamte Spiel.
Es gibt noch einen nicht weiter bemerkenswerten Modus, wo ein Held über den Bildschirm läuft und dabei per Knopfdruck ab und an bei Laune/Gesundheit gehalten werden muss. Was so ziemlich alles ist, was man darüber sagen kann.
Doodle Kingdom kam mit hohen Empfehlungen von iOS-Nutzern. Ich kann nicht sehen, warum. Vorgänger Doodle God konnte man wenigstens noch zu Gute halten, die endlose Langeweile der Existenz als Allmächtiger erlebbar zu machen. Doodle Kingdom ist so fad, es ist noch nicht ein Mal mehr langweilig.

Politische KW 24/2015 0 

Meine kleine politische Bilanz der Woche, jeden Sonntag hier im Blog. (Wie immer ausgelassen: Die Fraktionssitzung am Montag mit Vorbesprechung der Woche)

Dienstag

Das Bild ist in Ordnung, die sind leicht schräg. Hoffe ich. (Bild: Lena Zingsheim)

Das Bild ist in Ordnung, die sind halt leicht schräg. Hoffe ich. (Bild: Lena Zingsheim)


Der Dienstag brachte für die Grüne Jugend Mönchengladbach eine neue Satzung, mit der sie auch endlich zur Grünen Jugend NRW gehören kann. Bisher gab es da wegen Differenzen der Satzungen Probleme.
Eine dieser Differenzen war das Höchstalter, was zu der Situation führte, dass ich noch über die neue Satzung abstimmen durfte (bis 35), mit deren Inkrafttreten dann aber nicht mehr (bis 28). Jedenfalls ging alles gut, es gibt somit eine neue Satzung, einen neuen Vorstand und die in Prüfung befindliche Mitgliedschaft als letzter fehlender Kreisverband im Landesverband NRW.

Samstag

Oberkassel auch 2015 wieder voller Räder

Zum Ausgleich des letzten Bildes jetzt einmal in die andere Richtung schwenken, im Durchschnitt passt’s dann wieder halbwegs (Bild: eigen)


Am Samstag ging’s vom Marktplatz Rheydt zur Sternfahrt des ADFC nach Düsseldorf. Dieses Jahr an einem Samstag, was zwar mit dem Düsseldorfer Fahrradtag in den Rheinpromenaden zusammenfiel, aber halt auch viele an der Fahrt hinderte. Dennoch und trotz eines verregneten Starts war die Gladbacher Gruppe, der ich mich anschloss, auf genau 50 Fahrer angewachsen (52 mit den beiden Gladbacherinnen, die uns in Korschenbroich abfingen). Nächstes Mal erwarte ich da aber mehr von den 1.200 Mitfahrern der Gladbacher Sternfahrt ;-) Dann ist auch wieder Sonntag.
Jedenfalls war es wieder eine angenehme Tour (Rheinufertunnel, huiiiiiiiiii!), es gab einiges zu sehen (neben zwei Velomobilen – Alleweder und WAW – fuhren ein Streetstepper, einiges an Liegerädern, ein Rad mit optionalem Handantrieb und einiges mehr mit) und vor allem haben die über 2.000 Radler quer durch Düsseldorf definitiv auf sich aufmerksam machen können.
Das Ziel nach aussen kann bei der Sternfahrt letztlich ja nur sein, zu zeigen: Wir sind viele! Und das hat mal wieder funktioniert.
Nächstes Jahr dann hoffentlich mit dem fahrbereiten Velomobil/Dreirad (je nach Baustufe).

Freitägliche Fünf 12.06.2015 0 

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diesmal: Unser Dorf soll schöner werden. Und Dinosaurier.

1. Hier gibt es wieder ein Film-Kickstarter, diesmal interplanetarer Steampunk aus Hessen:


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Weltraum-U-Boote! Dampfmaschinen! Lokomotiven! Venus-Dinosaurier! Raumpilot Thomas Alpha Edison! Boob Windows! Marsianische Prinzessinnen mit lustigen Ohren! Das wird großartig.
Noch etwas unter drei Wochen und es fehlt noch ein wenig an Geld. Ich hoffe, das klappt.

2. Hab ich die Sache mit der Viktoriastraße schon oft genug erwähnt? Ähm, nö, nicht ganz.

Viktoriastraße 2012 und 2015. Der gemeinte Unterschied ist nicht das Herbstlaub

Links 2012 (Bild: Dieter Rink), Rechts 2015 (Bild: Thomas Diehl)


Es tut immer gut, nach langem Kampf einen politischen Erfolg verbuchen zu können. Zudem einen, an dem man etwa jeden zweiten Tag vorbeikommt.
So, jetzt habt ihr aber bis zum Jahresrückblick genug davon hier im Blog gelesen.

3. Ein weiterer Bürgergarten (ähnlich Margarethengarten und Berggartenoase) kündigt sich in der Stadt an und dieser wird in meiner unmittelbaren Nachbarschaft liegen. Der Plan ist im Moment, dort anders als bei der kleineren Berggartenoase mit Permakultur zu arbeiten, da der Raum deutlich größer ist und er dafür sehr gut geeignet wäre.
Mehr dazu, wenn das Ganze festgezurrt ist.

4. Es gibt 3D-Brillen für Brillenträger. Das sind so Dinger zum Anklippen wie es sie auch als Sonnenbrillen gibt. Das macht das Anschauen von 3D-Filmen um Welten angenehmer als eine Brille über der Brille tragen zu müssen. 2D-Filme haben immer noch ein besseres Bild und 3D plus Unschärfen sieht unechter aus als ein einfaches 2D-Bild, aber hey, es ist eine Verbesserung.
Oder, wie es ein Kind neben mir im Kino formulierte: „Der Mann hat eine coole Brille!“
Nimm das, Hipsterbrille! Klappbrille for the win!

5. Apropos Kino: Dort war ich natürlich wegen Jurassic World, dem ersten von mir am Premierentag gesehenen Kinofilm seit Super Mario Bros.. Beides Filme um amoklaufende hyperintelligente Dinosaurier, aber Super Mario Bros. war der mit Abstand heftiger traumatisierende Filme.
Wie dem auch sei, diesen Film früh zu sehen hatte einen Grund und dieser Grund prangt da rechts als Werbebanner/Werbe-iFrame/Dings. Und das war bis jetzt eine sehr erfreuliche Sache: Mitternachts hochgeladen, war das eBook nicht nur freigegeben, bevor ich heute morgen aufgestanden bin, es hatte zu diesem Zeitpunkt sogar schon einen Verleih zu verbuchen. Bis zum Abend kamen noch ein paar dazu und vor allem ein Verkauf in Australien — das erste Mal, dass ich einen Verkauf in Australien verbuchen konnte.
Zugleich ist der Juni dank diesem Buch nach aktuellem Stand der erste Monat überhaupt, in dem meine durchschnittlichen Einkünfte pro verkauftem Buch über einem Euro liegen (Einige Monate 2011, als nur Dieses Cover ist Müll erhältlich war, ausgenommen). Zur Erinnerung: Von den zwölf Titeln, die ich aktuell im Angebot habe, werfen nur die drei Titel für 2,99 € mehr als einen Euro/Dollar pro Verkauf ab, die anderen liegen zwischen 0,24 und 0,51 €, die erst nächsten Monat bekanntgegebenen Verleiheinkünfte schätze ich nach den letzten Monaten auf ziemlich genau einen Euro pro Verleih.
Ein paar Worte zur Entstehung des Buches gibt es hier.

Dino-Dienstag 19 0 

Der Anti-Triceratops

Regaliceratops (Bild: Julius T. Csotonyi, Royal Tyrell Museum)

Regaliceratops (Bild: Julius T. Csotonyi, Royal Tyrell Museum)


Ein neuer Ceratopier aus Kanada ist quasi das Gegenstück zum berühmten Triceratops. Mit winzigen Brauenhörnern und einem großen Nasenhorn, aber vor allem mit auffälligen Schmuckplatten am Rand der Halskrause, unterscheidet sich Regaliceratops deutlich von allen bisher bekannten Vertretern dieser Gruppe. Ungewöhnlich ist vor allem, dass Regaliceratops eigentlich zur direkten Verwandtschaft des Triceratops mit seinen großen Hörnern über den Augen gehört, aber die kleinen Brauenhörner der weniger bekannten Centrosaurier trägt.
Noch interessanter ist ein Hinweis, den die Brauenhörner auf den Lebenslauf dieser Tiere liefern: An ihren Spitzen befinden sich Vertiefungen wie sie normalerweise entstehen, wenn im Körper Knochen abgebaut werden, um Mineralien zu gewinnen. Das deutet darauf hin, dass die Brauenhörner der Ceratopier in hohem Alter in gewissem Maße zu schrumpfen begannen, möglicherweise, weil die ältesten Tiere keine Verwendung mehr für diesen wahrscheinlich der Werbung dienenden Schmuck hatten.

The Good Dinosaur

Hier ist ein Trailer für den nächsten Pixar-Film mit Dinosauriern. Ick freu mir.


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Mediale KW 23/2015 0 

Nachdem ich die Woche zuvor tatsächlich keinen Medienkonsum oberhalb einiger 5-Minuten-Youtube-Videos vorzuweisen habe und deshalb die Mediale KW ausfiel, sieht es diesmal wieder etwas besser aus. Es folgen also die Rezensionen der Woche.

Ökos entführen eure Kinder: Rapunzel — Neu Verföhnt

Fantasy, USA 2010, Film/Netflix


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Eine alte Frau entdeckt eine Blume von purem Sonnenlicht, die mit einem Lied dazu gebracht werden kann, Wunden zu heilen und neue Jugend zu schenken. Doch der König sucht die Blume, um seine Frau zu heilen, findet sie und braut ein Getränk daraus. Das funktioniert, doch die schwangere Königin gebärt ein Kind mit magischem blonden Haar, das die Fähigkeiten der Blume erlangt hat. Rapide alternd findet die alte Frau das Kind und entführt es in einen versteckten Turm, wo sie es als ihre eigene Tochter aufzieht. 18 Jahre vergehen und die junge Rapunzel sehnt sich immer mehr nach der Welt ausserhalb des Turms. Als Dieb Flynn Rider den Turm durch Zufall findet, ergibt sich endlich die Gelegenheit dazu.
Ich bin mir nicht sicher, ob Tangled sich bewusst ist, wie es seine Hauptantagonistin motiviert. Der Hintergrund mit der Blume wird aus dem Off erzählt und dort wird sie als gierige alte Frau dargestellt, die allein nach der Macht der Blume strebt. Über Jahrhunderte kehrt sie immer wieder zu der Blume zurück um zu ihr zu singen, was ihr ewige Jugend gewährt. Um sie vor dem Rest der Welt zu verbergen platziert Mutter Gospel einen umgedrehten Korb darauf.
Und ihre Sorge ist gerechtfertigt: Die Truppen des Königs finden die Blume schließlich durch ein Missgeschick. Prompt wird sie zu einer Brühe verarbeitet und dabei natürlich vernichtet. Die wahrscheinlich einzige ihrer Art, zu der man über Jahrhunderte nur beliebig oft singen musste, um ihre Kräfte zu nutzen, zerschnitten und in einer Brühe aufgelöst um eine einzige Krankheit zu heilen. Man kann das dem König nicht verdenken, aber es bleibt doch die Frage: Warum genau wird die Kräuterfrau hier als die Böse dargestellt?
Denn erst jetzt entwickelt sie sich zur Bösen des Films. Nachdem sie herausfindet, dass es nicht möglich ist, Rapunzel einfach eine Strähne abzuschneiden ohne dass diese ihre Kraft verliert, entführt sie das Kind und sperrt es in einen Turm ein, wo sie sich als seine Mutter ausgibt. Dann fehlen knapp 18 Jahre, deren Verlauf weitgehend unklar bleibt. Mutter Gospel ist eifersüchtig und eigennützig (letzteres weiss aber nur der Zuschauer), ansonsten aber keine schlechte Mutter und Rapunzel kannte nie eine andere.
Das ist eine ungewöhnlich detaillierte Hintergrundgeschichte für die Antagonistin eines Disney-Films. Dass Elsa im nächsten Disney-Film (Frozen bzw. unter dem schmerzhaften deutschen Titel Die Eiskönigin — Völlig unverfroren bekannt) gar nicht erst in die Antagonistenrolle kommt, verwundert da nicht mehr. Tangled ist noch nicht ganz so weit, vom Konzept der Bösewichtin (?) loszukommen und leidet darunter mit einer wohl versehentlich falschrum geratenen Botschaft zur Nachhaltigkeit. Aber grade dieses Stolpern ist interessant, es markiert die Linie, an der besser motivierte Gegner und alte Erzählmuster sich zur Übergabe des Staffelstabes treffen. Auf der anderen Seite der Linie warten dann Figuren wie Elsa und der Kingpin.
Rapunzel — Neu Verföhnt bei Netflix

Momentaufnahme: Die Raumfahrer

Sachbuch, USA 1989, Papier

Ende der 80er bis Anfang der 90er gab es diese wunderbare Zeit, in der die Zukunft um die Ecke schien. 2000 war eine magisch erscheinende Jahreszahl, zugleich fern und nah genug, um romantisiert zu werden, um Versprechen von der Zukunft zu tragen. Das zwanzigste Jahrhundert war eines voller wissenschaftliche rund technologischer Revolutionen, was würde da erst das einundzwanzigste bringen? Nun, wie wir heute wissen Facebook, Youporn und den Sieg des Kapitalismus über so ziemlich alles, aber das ist halt das Nachhinein.
Nein, damals wurde uns an allen Ecken eine glorreiche Zukunft versprochen. Die Raumfahrer aus der halbanonymen Time-Life-Redaktion sammelt den Höhepunkt dieser Zeit auf Papier, einschließlich prächtiger Doppelseiten mit bewohnten Mond- und Marslandschaften in Hochglanzdruck.
Hin und wieder findet sich die Andeutung vom Ende des Enthusiasmus; die Challenger-Katastrophe steckt der Raumfahrt noch in den Knochen und die ihre letzten Tage erlebenden Supermächte haben das Interesse am Wettrennen verloren. Aber noch ist er da und dies ist vor allem ein Nostalgietrip zu jenen Bildern, als man es noch völlig ernst meinte mit Menschen auf Mond und Mars und mit Expeditionen jenseits allem, was die Menschheit bisher gesehen hatte.

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Politische KW 23/2015 1 

Meine kleine politische Bilanz der Woche, jeden Sonntag hier im Blog.

Zur Fraktionssitzung am Montag gibt es wie üblich nicht viel zu sagen, am Dienstag folgte der Aufsichtsrat der MGMG, aus dem ich nicht öffentlich berichten darf. Am Mittwoch durfte dann mein grade geschriebener Antrag unangesprochen in die Tonne wandern, die Kostenersparnis durch Einsatz von Fahrrädern im Kurierdienst der Stadt zu ermitteln — dies allerdings durchaus aus positiven Gründen.
Das hier, Mittwoch vormittag an der Kreuzung Bahnstraße/Engelsholt angebracht, kann man dagegen getrost unter „kreative Betätigung unserer Stadtverwaltung“ abhaken und ignorieren. Dürfte allerdings sinnlos Geld gekostet haben.

Ich war etwas gespalten, ob ich das Rund-Radeln am Freitag mit in die Politische KW zählen soll, da es für mich doch mehr Freizeit mit politischer Nebenwirkung/-Aussage ist. Aber das Problem klärte sich durch die Streckenführung von selbst. Diese führte nämlich auch über die Viktoriastraße, wo ich brandneue Markierungen der Parkplätze entdeckte. Und siehe da, der Bürgersteig nördlich des Aldi ist endlich brauchbar geworden indem die Autos komplett auf die Straße geschickt wurden.
Damit ist das Gebiet nun 30er Zone, der als Radweg ungeeignete Radweg zum Bürgersteig umgewidmet und dieser Bürgersteig dann auch auf eine brauchbare Breite gebracht worden, indem die Autos auf die Straße verbannt wurden.
Das Thema läuft schon länger. Es hat lange gedauert, aber endlich ist diese Sache halbwegs durchgestanden. Mir hätte ja schon die Ummarkierung der Parkplätze gereicht, aber manchmal braucht es offenbar fünf Jahre um in einer relativ unwichtigen Nebenstraße ein paar offensichtlich nicht dem heutigen Recht entsprechend angelegte Parkplätze zu ändern.
Nun, wie dem auch sei, Schlacht erfolgreich geschlagen.

Viktoriastraße 2012 und 2015. Der gemeinte Unterschied ist nicht das Herbstlaub

Viktoriastraße 2012 und 2015. Der gemeinte Unterschied ist nicht das Herbstlaub

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Projekt Rana 0.0.1 1 

Einige Velomobile in der Übersicht

Einige Velomobile in der Übersicht – Ausschnitt aus einer Infografik von Icebike.org

Ich hatte ja gestern bereits angedeutet, dass zum Thema Velomobil heute noch was kommt. Für alle, denen der Begriff nichts sagt: Ein Velomobil ist ein mehrspuriges Fahrrad mit Verdeck/Karosserie. Oder anders betrachtet ein Auto mit Pedalantrieb statt Motor. Rechts von diesem Beitrag seht ihr eine Übersicht über einige Bautypen quer durch die letzten 100 Jahre. In der Regel basieren sie auf den Liegedreirädern, die man ab und an im Straßenverkehr sehen kann.
Velomobile sind relativ selten, die meistverkauften Typen bringen es auf ein paar hundert Stück. Das liegt zum einen am hohen Preis im durchgehend vierstelligen Bereich (der wiederum an den niedrigen Stückzahlen liegt, das sind letztlich Handwerksprodukte), zum anderen an der mangelnden Bekanntheit dieser Fahrzeuge.
Ich habe schon ewig Interesse an einem solchen Gefährt. Das Fahrrad ist mein bei weitem bevorzugtes Fortbewegungsmittel. Aber bei aller Hartnäckigkeit und so gut die Kleidung auch ist, bei schlechtem Wetter ohne Verdeck zu fahren ist ganz einfach Scheisse. Die Geschwindigkeit und der durchaus unbequeme Sattel schränken die Reichweite deutlich ein — für mich liegt die Fahrradreichweite bei einem Umkreis von etwa 30 Kilometern (plus Rückfahrt). Das entspricht von Mönchengladbach etwa dem Weg bis zur niederländischen Grenze oder knapp über Düsseldorf hinaus. Meine längste an einem Tag zurückgelegte Strecke sind knapp über 110 Kilometer (Mönchengladbach-Aachen-Lüttich und Lüttich-Charleroi laut Google Maps jeweils 111 km), das allerdings mit Camping-Ausrüstung auf dem Gepäckträger. Das ist alles in allem nicht viel.
Velomobile sind wettergeschützt, angenehmer zu sitzen und bei gleicher Kraftanstrengung schneller (ausser bergauf). Viele haben auch noch einen Kofferraum, aber das ist nur Bonus. So oder so: Deutlich besser. Das ermöglicht es auch, kurz mal per Fahrrad ins Ruhrgebiet oder an die Nordsee zu fahren. Mit dem Fahrrad! An die Nordsee!
Allein, der Preis. Und da kommt der Velomojeep aus Heinsberg ins Spiel. Der ist für mich vor allem beweis für eins: Natürlich kann man solch ein Gefährt selbst bauen. Und in der Tat: Warum nicht? Ich behaupte nicht, dass der Eigenbau weniger kostet, aber das Geld verteilt sich dabei angenehm über einen größeren Zeitraum. Und das ist ein wichtiger Faktor, es ist das Prinzip hinter Ratenzahlung und Krediten, nur hier ohne Bank, quasi materiell umgesetzt. Ich kann morgen nicht in den Fahrradladen gehen und eine Leitra kaufen. Aber ich kann morgen in den Fahrradladen gehen und einen Satz gute Reifen dafür kaufen. Und in der nächsten die Beleuchtung. Und so weiter. Das selbe gilt entsprechend für den Zeitaufwand: Was folgt klingt um einiges umfangreicher, als es tatsächlich werden dürfte. Ich werde den Zeit- und Kostenaufwand des Projekts in den weiteren Beiträgen dieser Reihe fortlaufend festhalten.
Und mit diesen Gedanken begann Projekt Rana. Und dann kamen Ideen. Viele Ideen.

Projekt Rana muss kein Erfolg werden. Es kann eine völlige Fehlplanung sein. Es kann aus vielen Gründen unfertig enden. Das macht nichts. Denn egal, wie weit ich damit komme, es ist interessant.

In diesem ersten Beitrag sammel ich die bisherigen Ideen, die als Basis für alles weitere dienen. Wie ich das umsetzen will ist dann der Inhalt für die nächste Woche. Denn dieser hier wird jetzt schon verdammt lang und voll von Information.
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Freitägliche Fünf 05.06.2015 1 

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diesmal eine Gremlinfahrradpolonäse im Weltraum über Kuba am Feiertag. Oder so.

1. Bei ebay ist dieses Selbstbau-Velomobil aufgetaucht. Das hat ein Tüftler in Heinsberg zusammengebaut, also quasi um die Ecke. Er hat dann festgestellt, dass Velomobile nichts für ihn sind.

Der Velomojeep (Bild: ebay-Nutzer Bovimame)

Der Velomojeep. Ignoriert die Lupe, die tut nix. Faules Ding! (Bild: ebay-Nutzer Bovimame)


Ich find das Teil klasse. Dürfte noch mehr Aufmerksamkeit erregen als es normale Velomobile ohnehin schon tun. Die kleine Ladefläche ist so ein nettes Detail. Gut, die Aerodynamik ist offensichtlich nicht so der Brüller – zu kantig und zu flexibles Hüllenmaterial (Zeltplane?) in dem sich der Wind fäängt, aber trotzdem: Seht euch das Ding einfach nur mal an!
In einem besseren Monat hätte ich trotz einiger vom Anbieter eingeräumter Fehlerchen zugeschlagen. Ich will schon ewig ein Velomobil und 550 € sind für die Dinger Wechselgeld.
Eines hat es auch so bewirkt: Es hat mich inspiriert, selber den Bau eines Velomobils angehen zu wollen. Dummerweise kann ich nicht schweissen, aber ich bin durchaus bereit, Zeit zu investieren und Dinge zu lernen. Jetzt nicht unbedingt Schweissen, aber ich habe angefangen, mich mit Fahrrädern aus Bambus zu beschäftigen. Und wo ich schon am Innovieren bin habe ich eine ganze Liste von Ideen die dafür sorgen, dass das Projekt sicherlich nie fertig wird. Als wäre es noch nicht schwierig genug, ein Velomobil aus einem prinzipiell unzureichend biegefesten Werkstoff wie Bambus zu bauen. Aber trotzdem wahnsinnig interessant. Mehr zu Projekt Rana morgen.
Mit Dank an den Prisac für den Link.

2. Mit SpaceX hat erstmals ein nicht-militärischer Anbieter in den USA eine Lizenz für Satellitenstarts erhalten.

3. Die USA haben die unsinnige Listung Kubas als Terrorstaat aufgehoben. Es wird sehr spannend zu beobachten, wie das über Jahrzehnte an Isolation gewöhnte Kuba in der sich entwickelnden offeneren Welt mit dem Rest Amerikas interagieren wird. Kuba hat das Potenzial, viele aus der Not der Isolation geborene Ideen in die Nachhaltigkeitsbewegungen der westlichen Welt zu tragen.

4. Donnerstag war der erste Tag ohne irgendwelche Termine seit Pfingstsonntag. Ja, einschließlich dem Wochenende. Yay, freier Tag!

5. Hier ist eine Gremlin-Polonäse. Ihr könnt mir später danken.


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Print-on-Demand-Bedingungen im Test 0 

Letzten Monat habe ich ein wenig über meine Erfahrungen mit dem eBook-Vertrieb geschrieben. Heute möchte ich dies mit meinen Ergebnissen zu „selbstverlegten“ Papierbüchern ergänzen. Kurzfassung: Auch nach Jahren der Entwicklung ist dieser Bereich noch ziemlicher Mist. Am Ende bin ich bei ePubli gelandet.

Die Anführungszeichen im letzten Absatz haben einen Grund: Echtes Selbstverlegen bei Papierbüchern bringt erheblichen Aufwand mit sich. Als Ein-Mensch-Verlag in den Buchhandel zu kommen, geschweige denn bundesweit oder wenigstens ausserhalb des eigenen Wohnortes ist harte Arbeit, welche die meisten nie schaffen werden.
Die großen Anbieter für Print on Demand nehmen einem viel von dieser Arbeit ab. In welchem Maß, ist dabei sehr unterschiedlich. Da ich als Einzelperson diese Arbeit nicht übernehmen will, betrachte ich nur Angebote, die einen Vertrieb mit im Paket haben.
Folgendes musste ausserdem für das produkt möglich sein:

  • Marktfähiger Endpreis
  • Druck eines Taschenbuchs
  • Druck eines geklammerten Heftes (für die kurzen Bände der Meilensteine der Evolution)
  • Papierversion ohne eBook oder eBook separat möglich

Nur ein Teil der Anbieter bietet die Option Klammerheftung einzusetzen.
Referenz für alles weitere sind Printausgaben von Meilensteine der Evolution als Hefte von je 40 Seiten Umfang im Format A5.

Es geht hier nur um die Vertriebsbedingungen. Ich gehe nach dem Lesen diverser Erfahrungsberichte nicht davon aus, dass diese Anbieter in der Produktion merklich unterschiedliche Qualität hervorbringen.

Einer fliegt. Weit: Preis

Die meisten Anbieter fliegen schon beim Preis raus. Farbdruck ist praktisch nirgends wirtschaftlich möglich, also bin ich eh schon bei Schwarz-Weiss. Und dennoch…
Shaker-Media schafft es, ein 40-seitiges Heft auf beachtliche 8,90 € Verkaufspreis zu bringen. US-Anbieter Lulu schafft 3,30 Dollar pro Exemplar. Der deutsche Riese BoD schlägt einen Ladenpreis von 4,99 € vor, was hoch ist, aber akzeptabel. ePubli kann den selben Preis erreichen, allerdings schlägt ePubli bei Direktverkauf und über Amazon 2,95 € Versandkosten auf (was unerwarteterweise einen Preisvorteil für klassische Buchhandlungen bedeutet). Amazons Createspace bietet mir im Preiskalkulator keine Möglichkeit, die Bindung einzustellen und ich weiss daher nicht, ob es Klammerbindung herstellen kann. Grundsätzlich ist ein Preis von 3,99 € für 40 seiten dort grade so eben wirtschaftlich. Allerdings sind Createspace-Bücher de facto ohnehin nur bei Amazon erhältlich und das ist uninteressant.

Der Ami: Lulu

Lulu fliegt raus, weil es nach allem, was ich erfahren konnte in Europa schlichtweg nicht am Markt etabliert und hier im Versand zu langsam ist. Es ist aber ganz klar meine Wahl für den Vertrieb in der englischsprachigen Welt.

BoD will alles. Alles!

Unter der Vermutung, dass das Format „Booklett“ bei BoD ein klammergebundenes Heft meint, ist BoD der preislich günstigste Anbieter. Zwar erreicht auch ePubli einen Verkaufspreis von 4,99 €, aber bei 0,20 € geringeren Einnahmen für den Verfasser und mit 2,95 € Versandkosten auf dem Postweg.
Nur hat BoD ein ganz anderes Problem: BoD verlangt Alles oder es macht keinen Vertrieb. Lässt man dort ein Papierbuch produzieren und vertreiben, nimmt BoD sich auch die eBook-Rechte und verlangt zudem Exklusivität. Das ist ein Problem. Ich habe BoD aus gutem Grund nicht für den Vertrieb der meisten meiner eBooks gewählt – es fuscht mir dort ins Layout hinein. Hinzu kommt, dass ich eBook udn Papierbuch als unterschiedliche Dinge betrachte – ein halbwegs brauchbar gestaltetes Sachbuch auf Papier nutzt sein Medium in einer Weise, die nicht einfach so auf ein anderes Medium übertragen werden kann. Meine eBooks sind weitgehend als Fließtext gestaltet, um auf möglichst jedem Gerät in jedem Format gelesen werden zu können. Meine Papierbücher sind als Konstrukte aus mit Text gefüllten Boxen gestaltet, die ein komplexes Layout in einer Umgebung ermöglichen, die für jeden Leser identisch ist. Es sidn schlichtweg völlig unterschiedliche Gestaltungsphilosophien. Ich hatte in meiner Bewertung des ABC der Verlagssprache ein gutes Beispiel gegeben, warum unterschiedliche Ansätze für beide Medien von Vorteil sind, wenn man Lesern auf beiden Plattformen ein jeweils ideal auf sie zugeschnittenes Produkt liefern will.
Ohne eBook-Rechte druckt BoD zwar, vertreibt das Ergebnis aber nicht. Und wenn ich das will, kann ich zumindest für die Heftproduktion auch in den Copy-Shop gehen und anschließend selber tackern.

Arbeitsgerät wäre vorhanden (Bild: Amazon)

Arbeitsgerät wäre vorhanden (Bild: Amazon)


Das ist schade, denn BoD hat einen hervorragenden Buchvertrieb, nahezu auf einem Level mit dem, was ein großer Verlag kann. Aber sorry, verpflichtend die eBook-Version mit dabei zu haben ist absolutes Ausschlusskriterium in der Erstellung von Sachbüchern mit komplexen Layouts.

Bleibt ePubli

Womit ePubli bleibt. ePubli führt seltsamerweise zu Preisen, die bei Amazon höher sind als bei allen anderen Händlern, da es dort als Drittanbieter auftritt, was zu 3,00 € Versandkostenzuschlag führt. Direkt bei ePubli kommen 2,95 € drauf. Im Buchhandel kein Cent. Das ist vor allem deshalb seltsam, weil ePubli meines Wissens zur Verlagsgruppe Holtzbrinck gehört und somit eigentlich Zugriff auf die Buchhandelskanäle haben müsste, die Amazon direkt beliefern. Es mag sein, dass das Absicht seitens des Mutterkonzerns ist, um das traditionelle Verlagsmodell zu stärken.

In conclusio

Und am Ende schreibt man Abschnittsüberschriften in Latein und muss feststellen: Papierbücher in Print on Demand anzubieten ist weniger ein Vertriebskanal als ein Sonderservice für Leser, die gedruckte Werke bevorzugen. Alle Anbieter haben erhebliche Mängel und so landet man letztendlich weniger beim besten als vielmehr beim am wenigsten schlechten Anbieter. Da ist definitiv noch Luft nach oben.

Die Vollhonkisierung des Abendlandes 0 

Hinweis: Ich war von der siebten bis zur zehnten Klasse auf einer Hauptschule (GHS Aachener Straße, Mönchengladbach-Speick). Deshalb darf ich Honk sagen. Das ist so wie bei den Dunkelhäutigen, die Nigger sagen. Nur, dass ich es trotzdem als Beleidigung meine. Das dazu, nun zum Thema:

Warum genau wimmelt es bei bestimmten Themen in den sozialen Netzwerken so von Vollhonks? Ich habe mir hier drei aktuell besonders lästige Debatten (Gamergate, Homo-Ehe und Veganismus) herausgesucht. Immer wieder stolpere ich über Beiträge von Leuten, die offenbar ihre Welt bedroht sehen, wenn Videospiele weniger misogyn werden, wenn Homosexuelle heiraten dürfen oder wenn andere Leute keine Tiere essen.
Sicher, neu ist das nicht. Schon die monotheistischen Religionen zeichnen sich dadurch aus, den Anspruch zu stellen, ständig über die Belange fremder Leute befinden zu dürfen. Und dies nicht aus Erwägungen der gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen (wie sie der Politik idealerweise zu Grunde liegen, Irrtümer natürlich nicht ausgeschlossen), sondern allein aus Rechthaberei. Vielleicht auch, wie beispielsweise der Theologe Friedrich Heer anmerkte, an schwachem Glauben, der sich durch Intoleranz gegen bedrohlich wirkende Ideen wehrt. Es ist wohl allgegenwärtig genug, dass ich darüber ein Buch schreiben konnte.
Allerdings, die Bühne der sozialen Medien scheint da so einiges hochzuspülen, was man sonst nicht hören würde. Vollhonks eben. Und die Vollhonks sind laut. Sie polarisieren eine eigentlich unspektakuläre Diskussion bis zum Bürgerkrieg. Und jedes Mal stellt sich die Frage: „Wieso zum Geier interessiert euch das überhaupt, Vollhonks? Ihr macht die Welt zu einem schlechteren Platz für viele Menschen, bloß weil euch deren Lebensentwürfe, die euch nichts angehen, nicht in den begrenzten Horizont passen!“

Gamergate und FIFA

Die nächste Ausgabe von EAs endloser Sportspielserie FIFA hat erstmals Frauenfußball im Angebot. Oder zumindest Fußball mit Frauen, ob es auch Frauenfußball ist, bleibt abzuwarten. Ich habe mir sagen lassen, Frauenfußball habe eine ganz eigene Kultur und Geschichte mit ganz eigenen Spielstilen und Traditionen. Ich weiss nicht viel vom Fußball, aber ich denke mir so: Tolle Sache! Wurde Zeit.
Manch einer schien das anders zu sehen und regte sich auf. EA solle doch lieber echte Innovationen liefern als Ressourcen für Frauenfußball zu verschwenden. Denn Frauenfußball ins Spiel zu bringen ist offenbar keine Innovation.
Nun habe ich FIFA Soccer zum ersten und letzten Mal auf dem Mega Drive gespielt, aber nach dem, was man so hört, ist es immer noch das selbe Spiel. Kunststück, ist ja auch weitgehend immer noch der selbe Sport.
Ich verstehe nicht, welche großartigen Innovationen dadurch verhindert worden sein sollen. Hat hier wer Insider-Informationen? Wieso bekämpfen die Leute eine großartige neue Option in so einem Spiel, als ginge ihnen etwas verloren? Wenn ihr nicht mit Frauen spielen wollt, spielt halt weiter nur mit Männern. Womit wir eine perfekte Überleitung zum nächsten Punkt hätten.

Ehe für alle

Wisst ihr was, ich halte mich kurz: Was zum Teufel geht das irgendwen etwas an ausser die Personen, die heiraten wollen? Ich meine okay, ich halte die Ehe an sich für weitgehend überflüssig (Steuer- und Erbschaftsregelungen aussen vor), aber wenn die Leute heiraten wollen, warum nicht? Für Heterosexuelle ändert sich durch die gleichgeschlechtliche Ehe exakt gar nichts.

Veganer

Kommen wir zum konstantesten und dämlichsten Punkt dieser Reihe: Die Reaktionen auf vegane Produkte.
Zuletzt etwa auf die vegetarischen (nicht veganen, aber der Effekt auf Vollhonks ist der selbe) Aufschnitte von Rügenwalder.
Vegantarier beließen es meist bei dem Seitenhieb, dass Rügenwalder ja selbst mit Fleisch keine brauchbare Wurst hinbekommen würde. Normalos fangen gleich wieder an vorzutragen, dass sie kein Verständnis haben, wenn Leute auf Fleisch verzichten nur um anschließend Fleischprodukte nachzubauen. Und ich verstehe die Logik einfach nicht — wo ist das Problem? Leute denen Fleisch nicht schmeckt nennen wir nicht Vegetarier/Veganer, die nennen wir Leute, denen Fleisch nicht schmeckt. Vegetarische und vegane Ernährung hat in der Regel andere Gründe. Aber warum sollten ethische Vorbehalte gegen das Töten oder Ausbeuten (in Ermangelung eines besseren Wortes) von Tieren im Widerspruch dazu stehen, etwas essen zu wollen, was Wurst ähnelt? Das selbe gilt für gesundheitliche Bedenken gegen den Fleischkonsum, für ökologische oder volkswirtschaftliche gegen die Nutztierhaltung wegen Schadstoffausstoß und Ressourcenverbrauch und für viele andere Gründe, aus denen Menschen auf eine tierarme oder tierlose Ernährung umstellen. Vegetarischer Aufschnitt ist kein logisches problem. Und wenn ihr weiter Fleisch essen wollt, bitte, in den Supermarktregalen herrscht alles andere als Mangel daran.
Ist es eine Sehnsucht danach, jene die anders sind, sollen doch gefälligst leiden? Denn oft klingt es so. Gibt es Psychologen unter meinen Lesern, die mir das erklären können? Es ist alles so unsäglich vollhonkig.
Nun werden sicher missionierende Veganer vorgebracht. Ja, gibt es, sind lästig. Aber zum einen ist es oft so, dass Normalos sich ja schon missioniert fühlen, wenn sie jemandem begegnen, der offen zugibt Veganer zu sein. Zum anderen finde ich die missionierenden Fleischfans um einiges lästiger. Im Ernst, in Gegenwart von Veganern über Fleischkonsum zu reden ohne missioniert zu werden, ist in der Regel kein Problem. Aber ich habe bisher noch selten geschafft in Gegenwart von Normalessern über Veganismus zu sprechen ohne dass ein Missionierungsversuch für den Fleischkonsum gestartet wurde — und dabei bin ich noch nicht mal Veganer!
Und zum Abschluss noch das hier:


Was eine Vollhonk. Und sie muss auch noch ein verdammt beschissenes Sexleben haben, wenn es nur durch das Bewusstsein genießbar ist, dass für Gleitgel Tiere leiden mussten.