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Intern: Die neue Bücherseite 0 

Ich bin bereits seit einiger Zeit dabei, diese Seite tiefgreifend zu verändern. Vieles davon ist jetzt noch nicht zu sehen, aber die Bücherübersicht kann als so eine Art Vorschau gelten, da ich dort die größte Neuerung – die Nutzung von Tabs – als erstes implementiert habe. Diese Gelegenheit habe ich genutzt, um auch sonst ein wenig an der Bücherliste zu schrauben.

Was die Tabs bringen ist vor allem, dass ich jetzt keine separaten Seiten mehr benötige, um die unterschiedlichen Listen (für deutsch- und englischsprachige Titel) getrennt und damit übersichtlich zu halten. Das ist für mich schonmal nett, da es die Verbindung der Listen klarer und auch sichtbarer macht. Ich kann besser präsentieren und ihr könnt besser finden. Win-win!

Nun hatte ich noch Platz für einen weiteren Tab und diesen habe ich auch genutzt, um eine dritte Liste anzulegen. Ich wollte schon länger eine Seite anlegen, auf der ich Bücher anderer Autoren empfehlen kann. Konkret betrifft das zwei Gruppen von Büchern.

Das eine ist der Bereich „Freunde und Kollegen“. Hier finden sich Bücher von Autoren, die ich entweder persönlich kenne oder die mir in den sozialen Netzwerken positiv aufgefallen sind. Ja, technisch gesehen empfehle ich damit mehr die Autoren als ihre Bücher, aber ich denke, das ist etwas, was man auch mal erwähnen sollte. Damit diese Liste nicht all zu unübersichtlich wird, gibt es dort einen Titel pro Autor, dieser versteht sich aber als Empfehlung für das Gesamtwerk.
Diese Liste wird in Zukunft weiter wachsen, ein paar fehlen auch jetzt noch, teils weil ich mich nicht entscheiden konnte, welchen ihrer Titel ich vorstellen wollte. Ich meine, habt ihr die schiere Anzahl an Titeln gesehen, die Cora Buhlert draussen hat? Und es gibt einige Selbstverleger, die gezielt viele Werke rausbringen, um sich am Markt zu etablieren.

Die andere Gruppe sind die seltenen Bücher, die in und um Mönchengladbach spielen oder von dort kommen. Die kleine Portion Lokalpatriotismus, die auch mal sein muss. Okay, auch weil es mir auf die Nerven geht, dass alle mit Mönchengladbach nur die Fußballmannschaft verbinden, obwohl die Stadt auch einige große Autoren vorzuweisen hat (Rebecca Gablé, Walter Moers, Charlotte Roche… es gab 2014 eine Woche, in der die ersten drei Plätze der Spiegel-Bestsellerliste von diesen Gladbachern besetzt waren). Auch diese Liste werde ich beständig erweitern.

Eine Neuerung gibt es noch, diese allerdings eine technische: Da das alte Layout mit der Anzahl der Verkaufslinks einiger Bücher überfordert war, habe ich das anders organisiert. Jetzt gibt es in der Liste nur noch die Cover und die Links erscheinen, wenn man darauf klickt. Und da mir diese Methode zusätzlichen Platz beschafft, habe ich das auch noch genutzt, um jetzt für alle Bücher auch Beschreibungen und weitere Informationen bieten zu können.
Seht das als Teaser. Das ist die Art von Veränderung, die ich mit dem kommenden neuen Design auf der Seite einbringen will.

La veille d’une nuit sombre 0 

Es ist nicht einfach, auch nach einer Woche nicht, den richtigen Ansatz zu finden, angemessen über den Anschlag auf die Redaktion der Charlie Hebdo zu sprechen. Wahrscheinlich liegt das Geheimnis darin, die Angemessenheit links liegen zu lassen und einfach zu schreiben. Über Freiheit, Maßhalten, und über Krieg.

Es geht um Mohammed-Karikaturen. Vor fast drei Jahren noch, im Mai 2012, war ich auf einer Demo vor der Moschee an der Steinsstraße in Rheydt, gegen ProNRW, die damals aggressiv mit einigen zu dieser Zeit berühmt gewordenen Mohammed-Karikaturen aus Dänemark auftraten. Heute stelle ich mich auf jene Seite, die das Recht der Charlie Hebdo und ihrer Genossen zu verteidigen bereit sind, ihre Karikaturen zu veröffentlichen. Klingt das nach einem Widerspruch? Es ist keiner. Ich habe auch nichts gegen den Stuhlgang, bitte dennoch darum, ihn nicht auf meinem Esstisch auszuführen.

ProNRW damals und die Attentäter von Paris vor wenigen Tagen haben eine wichtige Komponente des alltäglichen Umgangs miteinander vergessen: Vernunft.
Die Jyllands Posten, Charlie Hebdo und Titanic samt ihrer Genossen haben jedes Recht der Welt, ihre Karikaturen zu veröffentlichen. Ebenso haben andere das Recht, diese nicht zu mögen. Die notwendige Pflicht, die sich aus jedem Recht ergibt ist, es verantwortungsbewusst anzuwenden. Wer Menschen aus Missfallen an deren Äusserungen umbringt, hat ohne jede Frage jegliche Vernunft verloren. Wer wie damals ProNRW Menschen, die niemandem etwas getan haben, aktiv beleidigt, den muss man ebenso fragen, ob er noch ganz sauber tickt.
Das ist das größte Problem im menschlichen Umgang, das fehlende Gefühl von Vernunft, von Maß – letztlich das fehlende Gefühl dafür, dass die anderen genauso Menschen sind wie wir.

Die Islamisten sind ein Symptom dieser Krankheit. Die Rechten sind ein anderes. Der gegenwärtige Aufschwung von Verschwörungstheorien scheint mir ebenso dazuzugehören, denn auch die meisten dieser Theorien funktionieren nur genau so lange, wie man sich als Anhänger nicht klar macht, dass „die da“ ebenfalls Menschen sind.
Es ist das Klima, in dem große Kriege geboren werden. Denn je mehr man die anderen entmenschlicht, desto niedriger wird die Hemmschwelle, gegen sie vorzugehen.
Gruppen wie der IS sind bereits an dem Punkt, an dem man willens in den Krieg zieht und andere Menschen umbringt. Die Rhetorik vieler Rechter bei Veranstaltungen mit lustigen Abkürzungen (HoGeSa, Pegida usw.) lässt darauf schließen, dass diese davon ebenfalls nicht weit entfernt sind. Beide Gruppen arbeiten zudem aktiv daran, noch nicht an diesem Punkt angelangte Sympathisanten weiter in ihren Sumpf zu ziehen.

Wer jetzt auf den Ausbruch des Krieges wartet, der kann lange warten. Schon seit langem brechen Kriege nur noch in den wenigsten Fällen zu einem klar definierbaren Zeitpunkt aus. Und schon seit 1914 gibt es kaum noch Kriege, in denen eine der beteiligten Parteien schuld gewesen wäre (Ausnahmen wie 1939 existieren natürlich für beides immer). Europa wird keinen Krieg bekommen, weil niemand da ist, der ihn erklären könnte. Aber es wird im Konflikt dieser Gruppen eine lange und sehr dunkle Nacht geben.
Unvernunft in Form von Vorurteilen und Entmenschlichung ist gegenwärtig einmal mehr weit verbreitet, bei denen, aber ebenso auch bei uns. Es ist nun (das ist übrigens die Übersetzung der Überschrift) der Vorabend einer dunklen Nacht. Die Aufgabe jener, die dabei nicht mitmachen wollen wird es nun sein, Lichter zu entfachen.
Aber eines ist dabei wichtig zu merken: Wann entfacht man tatsächlich ein Licht und wann droht man in Wirklichkeit anderen mit einer brennenden Fackel? Wichtig, aber alles andere als einfach.

Um allerdings mit etwas Positivem abzuschließen: In Deutschland wird endlich etwas lauter über die Abschaffung des Gotteslästerungsparagraphen (§166 StGB) debattiert. Was mich auf ein neues Thema bringt, warum wir die widerliche Begrifflichkeit von der „Instrumentalisierung“ abschaffen sollten – für alle Kontexte. Aber dazu komme ich ein andermal.

Freitägliche Fünf 09.01.2015 0 

Da hab ich letzten Freitag doch glatt übersehen, dass Freitag war udn das erst am Samstag gemerkt. Na gut, überspringen wir einen, hier sind fünf Dinge, die mich die letzten sieben Tage gefreut haben. Kurz zum Negativen: Zu Charlie Hebdo will ich morgen noch etwas schreiben. Das ist kein Thema für Leichtfertiges.

1. Das ist passiert.


Das sind eine Menge Retweets. Und nein, ich weiss auch nicht, wie das zu so einer Welle wurde. Twitter ist halt immer mal wieder für eine Überraschung gut.

2. Endlich jemand, der Fanfiction so liest, wie sie geschrieben wurde. Buchstabengetreu.

3. Hier ist ein interessantes Kickstarter-Projekt für ein Sindarin-Lerntool. Das scheint erstmal nur eine nette Spielerei für Spinner zu sein, die sich auch Elbisch-Wörterbücher kaufen (also z.B. mich), aber der Ansatz des Programms ist auch interessant als Grundlage für eine interaktive Form der Dokumentation und des Lernens natürlicher Sprachen.

4. Mönchengladbach ist so sauber, dass so etwas, ein paar schadlose Edding-Schmierereien wie man sie auf jedem Spielplatz NRWs findet, zur dicken Schlagzeile taugt. Hurra!

5. Ich hab endlich mein Stehpult zum Arbeiten! Und weil es schon zu dunkel ist und meine Handykamera LED-Licht nicht mag, gibt es leider kein Bild. Ich will schon lange ein Stehpult, um eben im Stehen arbeiten zu können. Leider sind die Dinger in der Regel recht teuer, aber Freitag vor einer Woche fand ich einen beim Hephata-Shop für 25 € und den hab ich dann am Montag mit gefülltem Portmonee kurzerhand zur Kasse getragen und nach Hause geschleppt. Allerdings meinte mein Rücken, ich hätte doch besser den Fahrradanhäger mitnehmen sollen, statt das Pult die 1,5 km zu Fuß zu tragen. Naja.

Bonus. Noch aus der letzten Woche, aber zugleich ein Beweis für die Unfähigkeit meiner Handykamera zur Nutzung von LED-Licht. Und etwas, was ich immer noch cool finde. Mein Fensterbanktyrannosaurier im Maßstab 1:15, hier beim Sicherstellen der Nachtruhe.

Vorschau auf 2015 0 

Also dann, lasst mich in das Jahr 2015 blicken. Dieser Beitrag hat zwei Teile: Vorsätze für 2015 und Vorhersagen.

Also dann!

Vorsätze

Mein großer Vorsatz für 2015 steht im Kontext des Zieles, 2015 darauf hinzuarbeiten, vollständig von meiner Schriftstellerei leben zu können. Das war etwas, was bisher nicht möglich war, aber in den letzten Monaten habe ich mich intensiv damit beschäftigt, wie diese Art Erfolg funktioniert. Ich werde neue Dinge ausprobieren, neue Strategien annehmen. Das im Hintergrund laufende Redesign dieses Blogs ist ein großer Teil davon. Die Bücherliste ist bereits umgestaltet und gibt eine gute Vorschau auf das, was kommen wird. Tabs, sauberes Layout, stärkere Fokussierung auf die eigentlichen Inhalte.
Aber deutlich wichtiger als das Blog ist für dieses Ziel natürlich die eigentliche Schreibarbeit. Dort gehen meine Vorsätze hin, als da wären:
a) Schreibproduktivität
Das ist der wichtigste Faktor. Ich habe in den letzten zwei Monaten festgestellt, dass ich problemlos 1.000 Wörter am Tag schreiben kann. Ich werde somit meine tägliche Vorgabe von 500 Wörtern auf 1.000+500 steigern. Das sind 1.000 eigene neue Wörter plus 500 Wörter für die neu aufgelegten Klassiker, bei denen es sich entweder um Übersetzungen oder um Übertragungen aus alten deutschen Schrifttypen (Fraktur u.ä.) handelt. Um dem einen Maßstab zu geben: Bei meiner aktuellen Buchlänge kann ich so alle zwei Wochen ein Buch fertigstellen (zuzüglich Lektorat). Über das ganze Jahr sollen so mit Überhang 400.000 Wörter zusammenkommen, das entspricht etwa acht Mal dem englischen Originaltext des Großen Gatsby (47.094 Wörter).
Aber in welche Projekte geht diese Arbeit? Nun:
b) Fortsetzungen
Das eine ist die Fortsetzung meiner wichtigsten Titel. Ich habe in den letzten zwei Monaten parallel an allen übrigen Bänden der Reihe Meilensteine der Evolution gearbeitet. Das Ergebnis sind acht halbfertige Bücher. Ja, ich hätte inzwischen wohl zwei Bände komplett abschließen können, aber so kann ich den Rest nah beieinander veröffentlichen.
c) Papier und Audio
Definitiv werde ich 2015 Papierausgaben einiger meiner Bücher herausbringen. Unter Wittgensteins Löwen bekommt definitiv eine Printedition. Für die Meilensteine der Evolution plane ich, Sammelbände auf Papier herauszubringen, entweder einen großen oder drei Bände mit dem Inhalt von je drei bis vier Bänden der eBook-Version (je einer für jedes der drei großen Erdzeitalter Paläozoikum, Mesozoikum und Neozoikum). Weitere Papierbücher oder englische Bücher auf Papier? Vielleicht, abhängig von meinen Ergebnissen und davon, wie viel Zeit ich dafür übrig habe. Irgendwo muss die Zeit für die 1.500 Wörter ja herkommen und sie kann vorerst nicht aus der Zeit kommen, in der ich aktuell Geld verdiene.
Audio ist ein Segment, mit welchem ich mich 2015 definitiv beschäftigen werde. Ich denke daran, eine Sammlung von Kurzgeschichten als eine Art Hörbuch-Album im MP3-Format rauszubringen.
d) Neue Projekte
Sachbücher sind kein guter Boden für große Verkäufe. Meine Sachbücher verkaufen sich im Durchschnitt ihres Genres und erhalten großartige Bewertungen und Kommentare, aber es sind und bleiben Sachbücher. Von Anfang an wollte ich eigentlich Geschichten schreiben und 2015 werde ich mich stärker darauf konzentrieren, auch wenn weitere Sachbücher in der Mache sind.
Ich will 2015 vier komplett neue Projekte fertigstellen. Zum einen eine englischsprachige Zombie-Serie von vier Novellen unter dem Titel All Hail the King mit den Bänden Desert King, Carnival King, Swamp King und Long Live the King plus einem Sammelband, die ich alle gleichzeitig rausbringen will. Das ist eien Serie, an deren Entwicklung ich schon jetzt viel Spass habe. Insgesamt wird die Serie im Umfang einem Roman entsprechen und vollständig abgeschlossen sein. Eine komplett andere englischsprachige Zombiegeschichte wird Boy werden, ein etwas literarischeres Gegenstück zum eher an Pulp-Geschichten angelehnten All Hail the King. Boy ist eine der Geschichten, über die ich schon seit zwei Jahren spreche und im Dezember habe ich endlich angefangen, sie zu schreiben.
Das sind im Grunde die großen Vorhaben für die erste Jahreshälfte. Für die zweite Jahreshälfte gehe ich wieder in den deutschsprachigen Markt. Zum einen will ich pünktlich zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung (der Wiedervereinigung, nicht des Mauerfalls) mit Volksrepublik Preussen eine Alternativweltgeschichte um einen anderen Verlauf der in unserer Welt so genannten deutsch-deutschen Geschichte herausbringen, auch um ein wenig damit zu experimentieren, eine Buchveröffentlichung mit einem aktuellen Ereignis zu verbinden. Im letzten Jahresviertel will ich dann mit dem Auftakt der Science-Fiction-Krimi-Reihe Pacifica Zwielicht (Arbeitstitel) literarisch in meine schwimmende Stadt zurückkehren, die ich 2014 für eine englische Kurzgeschichte erstmals besucht hatte.
Das klingt nach extrem viel, allerdings sind meine Bücher bisher immer relativ kurz gewesen, da ich es hasse, lange um den heissen Brei herumzureden. Kurzgeschichten werden diese Titel allerdings allesamt nicht. Die in diesem Beitrag genannten Titel erreichen wahrscheinlich zusammen ungefähr die Hälfte meiner für 2015 geplanten Wortzahl. Zugleich stelle ich einige Titel weiter zurück, um die genannten abschließen zu können, darunter einige, die schon seit Jahren geschrieben werden wollen. Es ist nicht so, als wäre mein Notizblock leer – sollte ich es schaffen, das seit 2006 in meinem Kopf herumspukende Sünde noch 2015 abzuschließen, werde ich mich sicherlich nicht beschweren.

Wie gesagt, ich will bis Ende 2015 vom eigenen Schreiben leben können und das erfordert dieses Maß an Arbeit.

Vorhersagen

Ich mag nicht negativ sein. Aber in gewisser Weise ist es wichtig einen Eindruck zu haben, was droht, um die Motivation für die Arbeit an positiven Entwicklungen zu stärken.
Die Entwicklung der Welt war 2014 vor allem politisch keine gute und in Deutschland ohnehin nicht. Zeiten Großer Koalitionen sind in der deutschen Geschichte immer Krisenzeiten mit großer gesellschaftlicher Unzufriedenheit gewesen. Widerliche Begrifflichkeiten wie „geregelte Zuwanderung“ machen inzwischen selbst unter sich links verortenden Personen die Runde, es ist alles wirklich unangenehm. Andererseits hat sich die Technik wie immer auf faszinierende Weise weiterentwickelt.
Aber genug zur Vergangenheit, hier meine Vorhersagen für die Entwicklung der Welt 2015:
a) Der Durchbruch für 3D-Druck
Letztes Jahr waren 3D-Drucker, mit denen sich zu Hause dreidimensionale Objekte aus Kunststoff oder Keramik herstellen lassen, immer wieder Thema in den Nachrichten. Die ersten Modelle zu Preisen für Endkunden sind verfügbar und es sieht ganz so aus, als wäre 2015 das große Jahr für diese Technologie. In den Jahren ab 2015 werden 3D-Drucker einzelnen Bereichen der Industrie und des Handels das antun, was der Heimdrucker zuvor einigen Segmenten der Druckindustrie angetan hat. Seifenschalen mögen Kleinkram sein, aber wenn niemand mehr welche kauft, weil jeder sich welche ausdrucken kann, fällt plötzlich ein ganzes Marktsegment weg.
b) Drohnen werden Alltag
Wenn wir von Drohnen sprechen, denken wir oft an Militärdrohnen oder Überwachungsgerät. Letztes Jahr nahm die erste Postdrohne ihre Arbeit auf und bringt jetzt Medikamente vom niedersächsischen Festland nach Juist in der Nordsee. Diese zivilen Drohnen werden der viel wichtigere Trend — eine Kameradrohne kostet schon längst weniger als ein Fernseher. Bis Ende 2015 werden Drohnen zum alltäglichen Rüstzeug von Journalisten, Polizei und Demonstranten avancieren.
c) Religiöse Konflikte im Westen
Gegenwärtig gibt es einen zunehmenden Hang, Religion und Ethnie als Dinge zu sehen, die zusammenhängen. Jeder Araber wird als Moslem identifiziert, Europäer werden plötzlich kollektiv als Christen betitelt, es ist alles wirklich seltsam. Wir werden uns damit einige wirklich unangenehme gesellschaftliche Konflikte in unsere Gesellschaft holen, wie wir sie in den letzten Jahren bereits in den USA sahen (etwa die Debatte um Evolution als Lehrstoff in der Schule).
d) Die Ölblase platzt
Ich habe ein ganz schlechtes Gefühl beim Ölpreis. Alle sind so enthusiastisch darüber, aber mein Bauchgefühl sagt mir einfach: Da stimmt was nicht. Da bahnt sich irgendetwas an und gemessen am Ausmaß der Veränderungen der letzten Monate wird es etwas wirklich, wirklich Großes. Der niedrige Ölpreis schadet nicht nur, wie oft angemerkt wird, Russland, sondern auch der relativ teuren Ölproduktion in Kanada und den USA. Da werden täglich Milliarden vernichtet und irgendwann wird irgendwer die zahlen müssen.

Das war 2014 0 

Puh, das war ein langes Jahr. Was gut ist, wenn sich die Jahre noch lang anfühlen, ist das ein gutes zeichen, dass ich noch lange nicht dement werde ;-)
Ich war richtiggehend erstaunt, dass einige Ereignisse vom Januar noch in diesem Jahr waren. In ein paar Stunden ist es also vorbei und einiges ist geschehen.

Schreiben

Ich stelle das Schreiben und die Schriftstellerei voran, weil ich dies 2015 zu meinem absoluten Arbeitsschwerpunkt machen will. Aber dazu morgen im Ausblick auf 2015 mehr.
2014 war ein gutes Jahr fürs Schreiben. Nach meinem Ausscheiden aus der ersten Reihe der Kommunalpolitik steckte ich meine Energie zunehmend in das Fertigstellen von Schreibprojekten. In der zweiten Jahreshälfte konnte ich mein Schreibziel von 500 Wörtern pro Tag problemlos erreichen und halten. Damit schaffte ich es 2014, fünf neue eBooks rauszubringen, darunter mit Unter Wittgensteins Löwen ein besonders persönliches Projekt.
Ja, meine Bücher sind kurz, aber es bleibt dabei, ich habe mehr Projekte abgeschlossen als in den drei Jahren zuvor. Genau so viele, wenn ich die extrem kurzen Geschichten Khamel und Introduction nicht mitzähle.
Das hat sich übrigens auch gelohnt: Meine Verkäufe steigen seit dem Start der neuen Produktivität wieder. Inzwischen bin ich bei 1.000 Wörtern pro Tag und habe viele Projekte kurz vor der Fertigstellung. Was ich dieses Jahr geschafft habe, ist die perfekte Grundlage für die weiteren Bücher, die ich schreiben möchte. Meine drei großen Interessengebiete Sachbücher, Science Fiction und Fantasy sind nun alle präsent und darauf kann ich aufbauen.

Politik

Im Mai endete erwarteterweise fürs erste meine Beteiligung in der ersten Reihe der Gladbacher Politik. Ich würde lügen, würde ich sagen, darüber gäbe es nicht viel zu sagen. Aber es gibt in der Tat nicht viel dazu zu sagen, was hier hin gehören würde.
Da ich das schon erwartet hatte, habe ich nicht viel Neues mehr gestartet. Allerdings war ich dieses Jahr in halb NRW auf Demos und Veranstaltungen unterwegs, zu Fracking, gegen die Rechten, für den Radverkehr, zu TTIP/CETA… ich muss nächstes Mal eine Liste machen, es war eine Menge.
Später im Jahr bin ich dann bei der Wahl des offenen Platzes der Vorstandssprecher der Grünen Mönchengladbach um – wenn ich mich richtig erinnere – nur zwei Stimmen unterlegen. Zuvor bin ich – ohne auch nur vorgehabt zu haben, dafür zu kandidieren – Landesdeligierter für die Gladbacher Grünen geworden. Ich habe dort Rückhalt und Unterstützung und da ich letztlich kein Mensch dafür bin, politisch inaktiv zu bleiben, werde ich dort weiter präsent und aktiv sein.

Sonstiges

Ich glaube, ich bin seit 2001 (Tour nach Paris) nicht mehr so viele große Strecken mit dem Rad gefahren wie 2014. Mehrmals nach Düsseldorf und Heinsberg/Oberbruch, ein Mal nach Brüggen und ein paar Mal ins Braunkohlerevier. Vielleicht werde ich ja doch nochmal sportlich.
Ich habe ein paar gute alte Freunde nach langer Zeit an verschiedenen Orten wiedergetroffen. An dieser Stelle ein lieber Gruß an Sabine, Caro, John, Michael, André, Norbert, Rocky und Peter. Und an alle Freunde, die ähnlich weit in der Welt verstreut sind und die ich dieses Jahr nicht sehen konnte. Und an alle anderen natürlich auch.

Ich möchte ein paar meiner Blogbeiträge noch ein Mal hervorheben, weil ich sie für meine besten des Jahres halte (ohne bestimmte Reihenfolge):
Heimatliebe – meine Erklärung, warum ich mit diesem begriff wenig anfangen kann und wieso ich mich dennoch dafür engagiere, Mönchengladbach zu einem besseren Ort zu machen.
Postsedative Wohnwelten – Der Gameboy, das revolutionäre Potenzial neuer Lebensweisen und die engen Horizonte derer, die uns ihre Zukunftsvisionen vorstellen.
Architektur ist alles – zur Oberflächlichkeit und mangelnden Konsequenz in der Erinnerung an Werk und Denken Hans Holleins in der ihm gerne gedenkenden Stadt Mönchengladbach
Die zwei Arten schlurfender Horden – Versuch einer Erklärung der Popularität von Zombie-Medien aus der zunehmenden Allgegenwart der Flüchtlingsdebatte

Das war mein 2014. Mit dem der Welt bin ich nicht zufrieden, aber meines war interessant. Viele Menschen, viele Themen, viele Orte.
Morgen folgt dann meine Vorschau auf 2015 – Vorsätze udn Vorhersagen. Wobei, einen Vorsatz mache ich schon jetzt: Für diesen Beitrag früher Notizen anfertigen, damit er in einem Jahr tatsächlich widerspiegelt, wie viel alles in diesem Jahr war. Und wenn alles nach Plan läuft (ha! Das passiert nie!), wird das so einiges sein.
Auf ein weiteres Jahr!

Freitägliche Fünf 26.12.2014 0 

Und auch heute wieder: 5 Dinge aus dieser Woche, die mir gefallen haben.

1. Aus irgendeinem Grund gab es diese Woche viel Kuchen. Und Schokolade. So vom 24. bis 26. Dezember. Frag mich keiner, warum.

2. Dieses Haus in Oregon, gebaut aus gefundenen und geschenkten Materialien für nur 11.000 $. Ein schönes kleines Haus mit vielen kreativen Ideen aus dem Material, das grade zur Verfügung stand.
In Deutschland wäre es nahezu unmöglich, so etwas legal zu bauen, da für alles Vorplanung und Genehmigung erforderlich ist. Aber an anderen Orten geht es halt und das gefällt mir sehr. Die Treppen aus einem Baumstamm und Brettern gefällt mir besonders, auch wenn ich architektonisch eigentlich Rampen gegenüber Treppen bevorzuge (letztere brauchen aber deutlich weniger Platz).

3. Überhaupt, Pinterest ist eine großartige Seite für Ideen, insbesondere Rezepte und was auch immer das deutsche Wort für „Home Improvement“ ist. Ich war am 23. und den halben 24. Dezember tief in seinen Abhängen verloren.

4. Ich weiss nicht, ob Egloo an irgendeinem Ort funktioniert, der im Winter kühler ist als Italien. Ich weiss auch nicht, ob es im Vergleich zur Heizung wirklich besser ist, übers Jahr etliche Teelichter abzubrennen, die aus Werweisswas hergestellt sind.
Aber es ist eine interessante Idee und ich weiss das zu schätzen.

5. eBooks für lau ist heute 3 geworden. Yay!

Freitägliche Fünf 12.12.2014 und 19.12.2014 0 

So, weil ich letzte Woche den Freitag verpasst habe nun die doppelte Ladung aus meiner Sicht erfreulicher Dinge aus den letzten Wochen, entsprechend diesmal zehn statt fünf.

1. OMG, das ist so süß!!!!11elf! Eine Schildkröte mit missgebildeten Beinen bekommt vom Tierarzt Lego-Räder verpasst.

2. Shakespeare im Globe, aufgeführt in der Aussprache des Dichters selber. Das klingt mehr nach einem betrunkenen Iren als nach dem, was wir in der Schule als Englisch lernen. Ich liebe es!Ich weiss, wo ich hin muss, wenn ich das nächste Mal in London bin. Wann immer das sein wird.

3. Zeppeline! :-) Ich mag Luftschiffe und hoffe schon seit längerem, dass ihnen mit neuer Technologie eine neue Blütezeit bevorsteht. Und man kann nicht sagen, daran würde nicht gearbeitet. Das Luftschiff als klimaneutrales Transportmittel der Zukunft ist eine großartige Sache, der ich schon lange fürspreche.

4. Auch wenn das Weihnachtsgeschäft bei meinen Affiliate-Programmen dieses Jahr absolut schleppend verläuft, der Verkauf von eigenen Büchern pendelt sich gut ein: Der Dezember hat den November am Mittwoch, dem 10. 12., übertroffen. Sehr gut, so kann es ins Jahr 2015 weitergehen. Aber zum Jahr 2015 gibt es am 1. Januar mehr.

5. Irgendwie habe ich die letzten zwei Wochen eine Menge Zeug gratis aus dem Playstation Network bekommen, was gut übeer regnerische Tage mit langen Nächten hilft. Jetpack Joyride Deluxe gab es gratis, weil ich vor einem Jahr das original Jetpack Joyride gekauft hatte – und es macht immer noch Spass ohne Ende. Von Resogun gab es eine PS3-Version, was sehr gut ist, da ich Shmups liebe und ich für die aus PS+ erhaltene PS4-Version keine PS4 habe.
Und dann hat EA auch noch zum 20. Geburtstag der Playstation beglückwünscht und dazu an alle Playstation-Network-Mitglieder Plants vs. Zombies – Garden Warfare (PS4), Need for Speed: Most Wanted (Vita) und Mirror’s Edge (PS3) verschenkt. Beim letzteren Spiel bin ich schon lange auf der Kippe, ob ich es mir irgendwann hole oder doch nicht. Mal ab von dem, was sich gleich spielen lässt, wenn ich denn eine PS4 kaufen werde wird diese vom ersten Tag an gut mit Spielen betankt sein ^^

6. Bleiben wir kurz in der Welt der Videospiele. Denn nach drei Jahren seit dem RROD meiner alten 360 habe ich endlich wieder eine funktionierende Xbox 360. Eine schöne alte, noch ohne HDMI-Anschluss und in weiss, quasi ein antiquarisches Schmuckstück von einer 360. Was heisst, dass ich endlich lange im Regal liegen gebliebene Sachen wie das erste Bioshock nachholen kann (und ja, Kung-Fu Panda). Wobei ich im direkten Vergleich der aktuellen Betriebssysteme der Konsolen schon sagen muss: Menü und Online-Shop sind bei der PS3 doch um Längen besser.
Und Mushihimesama Futari kann ich im Xbox Store gar nicht erst kaufen, weil es zwar erhältlich ist, aber der Titel in Kanji geschrieben ist, nach denen ich auf der Xbox nicht suchen kann. Mal ganz im Ernst: m(

7. Kommen wir zu den lokalen Nachrichten. Ich hatte bei der Klage gegen den Tierpark wegen Lärms einiges befürchtet, aber glücklicherweise scheint dies nicht nur unbegründet, das ganze wird eine Posse eerster Güte. Losgegangen ist es dann mal mit einer Zeugin, die der Tierpark gar nicht stört und die das Schreiben gegen diesen mehr aus nachbarschaftlicher Solidarität unterschrieben hat. Kannse dir nicht ausdenken!

8. So kann es gehen mit der Inspiration: Die letzten Wochen wollte ich mit Desert King eigentlich nur eine englischsprachige Zombie-Kurzgeschichte schreiben. Die Kurzgeschichte wuchs dann zu einer Novelle heran. Und aus der Novelle wurde schließlich eine Reihe von vier Novellen. Die Reihe All Hail the King werde ich nun 2015 mit allen vier Bänden plus Sammelband gleichzeitig veröffentlichen und damit ich bloß nicht auf dumme Gedanken komme, ist die Serie damit komplett in sich geschlossen. Die Bände: Desert King, Carnival King, Swamp King und Long Live the King.

9. Die rechte Demo Dügida wird zum Reinfall, in Düsseldorf bleibt als Islamkritik getarnte Fremdenfeindlichkeit ein Randphänomen. Das gibt Hoffnung.

10. Wo ich vorhin schon beim Schreiben war: Ich weiss jetzt klar, dass deutlich über 1.000 Wörter am Tag für mich gut möglich sind und habe damit mein Ziel für 2015 gesetzt: 500.000 Wörter im kommenden Jahr. Das entspricht ca. 45 mal meinen aktuell längsten veröffentlichten Werken. Dass ein solches Volumen ohne Qualitätsverlust realistisch ist, ist für mich ermutigend.

In eigener Sache: Umbauarbeiten im Blog 0 

Dieses Blog ist jetzt schon ein paar Jahre in dieser Form online. Es waren genug Jahre, denn inzwischen stoßen einige Elemente seines Designs an die Grenzen eines im freien Markt für eine breite Nutzergruppe verfügbaren Themes. Meine Nutzung des Blogs hat sich verändert, meine Ziele mit ihm haben sich teils verändert, teils konkretisiert. Daher werde ich das Blog in nächster Zeit so umfassend umstellen wie seit Bezug der aktuellen URL nicht mehr.

Ich werde das nicht auf einen Schlag tun, wie so viele Seiten, die über Nacht ein vollkommen neues Erscheinungsbild erhalten. ich mag diese Art der Veränderung nicht, weil sie alte Nutzer vor den Kopf stoßen kann. Vielmehr werde ich nach und nach Elemente anpassen, auch ein wenig mit technischen Möglichkeiten rumprobieren, die ich bisher noch nicht genutzt hatte.

Dreh- und Angelpunkt der meisten Änderungen wird die Seite mit den Links zu meinen Büchern sein. Aktuell ist die Situation die, dass die schiere Anzahl an Links zu den verschiedenen Verkaufsstellen beginnt, das Layout der Seite zu sprengen. Die Einträge für die Bände der Meilensteine der Evolution sind komplett durcheinandergewirbelt, der Eintrag für Science-Fiction schwebt mitten in der Luft, es ist alles ziemlich suboptimal. Davon ab wird die Seite auch länger als sie sein sollte. Ich will möglichst viel Inhalt möglichst schnell zugänglich halten und das ist etwas, was in den nächsten Monaten immer wichtiger wird, während sich mein Angebot an Titeln vergrößert.
Ich habe dafür eine Lösung im Kopf, aber diese erfordert die Einführung neuer technischer Möglichkeiten, die ich zum Teil erst noch ausprobieren muss. Und wenn ich da schon bei bin, kann ich halt auch gleich das Design des Blogs etwas aufräumen, es haben sich mit der Zeit sehr viele raumgreifende Elemente angesammelt, was die Navigation nicht einfacher macht.

Insgesamt strebe ich ein Design an, das deutlich mehr Fokus auf die Inhalte und weniger auf Navigation und sonstige Seitenfunktionen setzt.
Das Ergebnis sollte technisch moderner, schneller, übersichtlicher und einfacher zu nutzen sein als die jetzige Seite. Ein paar neue Funktionen und Inhalte gehen damit natürlich auch gleich einher.

Bis zum Jahreswechsel sollten alle Veränderungen durch sein. Dann gibt es neue Navigation, eine erneuerte Präsentation der Bücher, ein paar damit verbundene neue Inhalte und neue Funktionen. Macht Erinnerungs-Screenshots, so lange es noch geht! Ich bin dann mal mit On-Mouse-Over-Effekten, Pop-Ins (nicht für Werbung oder Umfragen!) und dynamischen Header-Designs experimentieren. Das wird lustig
Und wenn ich dazu noch komme, räum ich auch gleich das Blogdesign für Smartphones auf, das ist durch die Seitenleiste ein wenig überfrachtet.

Nachtrag, 7.12.2014
Okay, vielleicht wird sich doch etwas mehr ändern, als angedacht. Mir sind im Laufe des Tages einige Ideen gekommen, die ich noch nirgends für ein WordPress-Blog umgesetzt gesehen habe, die zugleich aber sehr attraktiv sind. Ja, ich habe momentan Spass mit dem Experimentieren. Die ersten Neuerungen kommen in den nächsten Tagen im Blog an.

Freitägliche Fünf 5.12.2014 0 

Fünf positive Dinge aus den vergangenen sieben Tagen, jeden Freitag. Jetzt schon zum dritten Mal zu füllen geschafft. Yay!

1. Es ist nicht einfach, in der gegenwärtigen Zeitungslandschaft guten Wirtschaftsjournalismus zu finden und im Wirtschaftsteil kann man die Suche gleich ganz aufgeben. In der FAZ gab es diese Woche mal eine Perle klugen Wirtschaftsjournalismus. Im Feuilleton in einer TV-Kritik, denn fast nur noch dort kann man heute noch Kluges über die Wirtschaft sagen, aber immerhin. Unbedingt lesenswert.

2. Hier mal eine kleine Doku. Für am Thema Nachhaltigkeit interessierte nicht viel neues, aber dennoch ist es eine guter Rundumschlag zur Einführung ins Thema.

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3. Ich habe einen hübschen Schrank vom Sperrmüll gezogen. Mehr oder weniger Sperrmüll, er stand vor einem leergezogenen Haus mit allerlei Brettern und einem Schild „zu verschenken“. Ein Regal, das sehr schön zu meinem Plan passt, den Schreibschrank durch ein Stehpult zu ersetzen — bis jetzt fehlte es mir dazu an Stauraum für die bisher im Schreibschrank aufbewahrten Bücher und Utensilien.
Nachdem ich ihn etwas über einen Kilometer durch die Nacht geschleppt habe kann ich auch klar bezeugen, dass das Regal stabil und schwer ist. Das sollte ein wenig halten.
Ein sehr schöner Zufallsfund auf dem Weg zur Fraktionssitzung und somit das wahrscheinlich beste, was eine Fraktionssitzung mir in den letzten Monaten gebracht hat.

4. Ich mag es, wenn Menschen große Probleme mit simplen Ideen angehen, die einen Tick ausserhalb der „normalen“ Denkweisen liegen. Der Gedanke hinter der Grazing Revolution ist ein solcher: Wir haben wachsende Wüsten? Dann gehen wir doch hin und machen aus der Bekämpfung des Wüstenwachstums ein Geschäft. Gezielte Viehwirtschaft soll die alten Tiergemeinschaften der Steppen simulieren. Sie weiden auf spärlich bewachsenem Boden, kacken dort, wodurch der Boden gedüngt und fruchtbarer wird, was stärkeres Wachstum von Pflanzen mit sich bringt.
Das Buch ist mehr eine Autobiografie mit Fokus darauf, wie der Autor den Plan auf seiner eigenen Farm in Simbabwe umgesetzt hat, aber es ist schon allein interessant, diesen Ansatz anzustoßen.

5. Die Uni von Bristol bringt uns einen Schritt näher an Formenergie. Mit gezielt projizierten Schallwellen erzeugen sie bei Hologrammen die Illusion, diese böten beim Berühren Widerstand. Ganz im Ernst, die Hologrammtechnologie ist fortgeschrittener, als ich gedacht hätte, bleibt aber bisher abgesehen von Gorillaz-Konzerten in den Laboren versteckt. Wobei, Gorillaz-Konzerte gibt es auch nicht mehr, oder?

Runner-Up
Heute hatten wir bei Grünens das inzwischen zur Tradition herangewachsene Packen von Präsenttüten zu Nikolaus, welche dann am 6. Dezember in den Flüchtlingsunterkünften der Stadt an die Kinder verteilt werden. Hat wie immer Spass gemacht, in der kleinen Gruppe zu packen und die Schenkaktion vorzubereiten.

Apnoe-Flachköpper: Rezension zu Free Rainer 0 

Dank Netflix sehe ich in letzter Zeit einige Filme, die ich schon lange schauen wollte. Einer davon war Free Rainer. Es kommt selten vor, dass ich zu einem konsumierten Medium nachher so viel sagen will, dass ich dafür einen Blogbeitrag bemühe. Free Rainer ist ein solcher Fall, einfach, weil er so ein seltsames Erlebnis war, zugleich aber auch unfreiwillig einige Probleme der gegenwärtigen Kulturdiskussion veranschaulicht.

Die Geschichte
Rainer ist der verkokste Produzent von strunzdämlichen Unterhaltungssendungen beim Privatsender TTS, einem hauchdünn verpackten Klon von RTL2. Nachdem er einen Anschlag schwer verletzt überlebt, kommt er als veränderter Mensch zurück – seine Fieberträume und die Geschichte der Attentäterin Pegah bringen ihn zu der Erkenntnis, dass seine Produkte den Menschen und der Gesellschaft insgesamt geschadet haben. Sein Versuch, eine Sendung mit mehr Anspruch ins Programm zu bringen, scheitert kläglich und er kündigt beim Sender, um der Ursache für die Volksverblödung durch das Fernsehen auf den Grund zu gehen: Den Quoten.
Nachdem er herausfindet, dass die Quoten tatsächlich die Sehgewohnheiten einiger weniger gemessener Haushalte darstellen, entwickelt er einen neuen Plan. Mit Hilfe einer kleinen Gruppe Arbeitsloser (und des paranoiden Sozialphobikers Philipp) manipuliert er die Einschaltquoten, um niveauvolle Sendungen plötzlich profitabel erscheinen zu lassen.

Kritik
Free Rainer anzuschauen ist ein seltsames Erlebnis. Man sieht ihn und während der Abspann läuft ist da dieses angenehme, warme Gefühl, etwas gehaltvolles gesehen zu haben. Kulturkritik, die Entwicklung der Vorstellung einer besseren Welt, nah genug an der unseren um wahr zu werden, ein Hoffnungsschimmer der Möglichkeiten, eine Eulenspiegeliade. Die Mischung aus konsensfähigen Überzeugungen (Marke „Reality TV ist scheisse und verblödet“), Humanismus (Der Mensch ist zu besserem fähig, man muss ihn nur anstupsen) und der Regisseur Weingartner eigenen Revolutionsromantik (noch deutlicher im Vorgänger Die fetten Jahre sind vorbei) ist die perfekte Droge für so manchen eher links gesinnten Geist. Dieses warme Gefühl, das da entsteht muss in etwa das sein, was andere beim Betrachten eines Heimatfilms empfinden, nur halt mit Revoluzzer- stat Alpenromantik.
Für einen Moment. Dann kommen die Fragen. Dann kommt die Erkenntnis, dass diese ganze Kulturkritik doch sehr simpel gestrickt ist.
Es sind anfangs nur kleine Misstöne, die man im Film bemerkt, aber als Nebensätze übersprungen hat. Dass der Film ein paar mal Schwarz-Weiss-Bild als visuellen Hinweis auf hohen kulturellen Wert des neuen Fernsehprogramms nutzt — geschenkt. Dass die Mathematik erschreckende Salti schlägt, wenn bei einem Prozentanteil ein Balken schrumpft, ohne dass andere steigen — na gut, das ist halt kein Film über Mathematik. Immerhin wird das Fernsehen ausgewogen dargestellt: Gutes wie schlechtes Programm existieren, das Medium selbst kann auf verschiedene Arten genutzt werden.
Aber schon da ist dieser kleine Moment, den der Film anschließend übergeht. In einer Diskussion, welche Programme gut sind, wirft einer der engagierten Arbeitslosen American Chopper ein. Im Film ist es nicht mehr als ein Gag, aber der wahre Kern geht dabei unter: Qualität ist zu großen Teilen subjektiv. Des einen Prollo-Mist auf Sendern wie DMax ist des anderen Arte-Äquivalent. Und warum eigentlich nicht? Einem Kunstkritiker eine Folge der Chrom anbetenden amerikanischen Motorradfans vorzuführen wäre ein ebenso amüsantes wie potenziell fruchtbares Experiment. Was genau macht einen Picasso (oder wegen der industriellen Reproduzierbarkeit vielleicht passender, einen Warhol) eigentlich wertvoller als eine Harley Davidson? Den Film interessiert die Frage nicht weiter. Aber das ist schon in Ordnung, denn der Film lässt für eine solche Diskussion keine Zeit, sie den Rezensenten zu überlassen ist wahrscheinlich kein Fehler.
Dann jedoch kodiert der Film weiter den Kontrast zwischen guter und schlechter Kultur. Kann man machen, wenn man über Inhalte spricht. Das aber tut Weingartner nicht. Er arbeitet mit Oberfläche. Bücher und die Oper werden als Indikatoren dafür benutzt, dass es der Kultur besser gehe. Videospiele und Musicals sind die Stellvertreter verdummender Unkultur. Während das Fernsehen differenzierte Betrachtung erhält, tauchen am Rande andere Medien als gänzlich gut oder schlecht auf. Sie sind auf Schlüsselreize reduziert, die ebenso unterkomplex die angelernten Reflexe der Zielgruppe auslösen, wie es jenes schlechte Fernsehen tut, dem der Film dies vorwirft. Dass der Großteil aller Bücher (auch aus den Verlagen) nach den meisten Maßstäben Schund ist, dass Videospiele sich mit ihren ganz eigenen narrativen Möglichkeiten zunehmend neben den anderen Kunstformen etablieren, fällt da unter den Tisch. Oper=Gut, Musical=Schlecht ist sogar eine Unterscheidung, die man nur treffen kann, wenn man ordentlich aus Vorurteilen schöpft (mir ist noch nicht mal klar, was genau der Unterschied sein soll).

Free Rainer leidet damit an Halbreflektiertheit. Der Film hat das sprichwörtliche Herz am rechten Fleck, trägt aber in sich die Saat dessen, was er kritisiert. Das Ansprechen von Schlüsselreizen in der Zielgruppe, letztlich die Grundlage, auf der das gerne kritisierte Schrottfernsehen es schafft, so viele Zuschauer anzuziehen: Es konzentriert sich auf die Schlüsselreize seiner (allerdings viel größeren) Zielgruppe.
So kann sich der links geneigte Zuschauer dem warmen Gefühl in der Brust hingeben, er habe grade etwas profundes, wahres, revolutionäres gesehen. Und wird damit selbst Opfer der Einlullung in einfache Denkmuster.
Es gibt nichts, was Free Rainer wirklich hinterfragt. Der Film baut Vorurteile des Kultursnobismus zu einer angenehmen Gutenachtgeschichte für die Anhänger eben jener.

Damit illustriert Free Rainer das Hauptproblem der gegenwärtigen Kulturdebatte: Es wird nur noch mit Vorurteilen umhergeschmissen. Diese und jene Medienerscheinung verblödet, jene andere hingegen ist richtige Kultur, was auch immer das eigentlich sein soll. Der gesamte Kulturbetrieb ist zu einem an mangelnder Selbstreflexion leidenden Zirkus geworden, dessen Publikum sich nur zu bereitwillig von einfachen Erzählungen einlullen lässt.

Aber wisst ihr was: Das geht in Ordnung. Das angenehm warme Gefühl in der Brust beim Ansehen einer Schmonzette ist durchaus ein Wert für sich, wenn man ihn zu dosieren weiss. Angenehme Gefühle dieser Art sollen ja sogar das Leben verlängern. Ob dieses Gefühl nun aus der Hochzeit am Ende oder der erfolgreichen Revolution folgt, ist dabei allerdings nur eine Frage von Nuancen. Beides ist in der selben Weise Schmonzette.

Andererseits, wenn ich mir die Verwendung von Musik im Film ansehen, die gerne mal dem Publikum vorschreibt, was es grade zu empfinden hat, kann es durchaus auch sein, dass das Regisseur Weingartner durchaus bewusst ist.

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