2. Türchen 2009 0 

Es ist Dezember und weil ich von einem Pizza-Anbieter einen Adventskalender mit Schokolade als Werbegeschenk bekommen habe, werde ich für jedes Türchen einen Blogeintrag schreiben. den 1. Dezember habe ich verpasst, da war ein Flugzeug drin.
Was in den Beiträgen drin ist? Woher soll ich das vorher wissen?

2. Dezember: Ein Stiefel
Blogkonversion: Ein überraschend politisches Grimmbrüder-Märchen

Es war einmal ein Müller, der hatte drei Söhne, seine Mühle, einen Esel und einen Kater; die Söhne mußten mahlen, der Esel Getreide holen und Mehl forttragen, die Katze dagegen die Mäuse wegfangen. Als der Müller starb, teilten sich die drei Söhne in die Erbschaft: der älteste bekam die Mühle, der zweite den Esel, der dritte den Kater; weiter blieb nichts für ihn übrig. Da war er traurig und sprach zu sich selbst: »Mir ist es doch recht schlimm ergangen, mein ältester Bruder kann mahlen, mein zweiter auf seinem Esel reiten – was kann ich mit dem Kater anfangen? Ich laß mir ein Paar Pelzhandschuhe aus seinem Fell machen, dann ist’s vorbei.«

»Hör«, fing der Kater an, der alles verstanden hatte, »du brauchst mich nicht zu töten, um ein Paar schlechte Handschuhe aus meinem Pelz zu kriegen; laß mir nur ein Paar Stiefel machen, daß ich ausgehen und mich unter den Leuten sehen lassen kann, dann soll dir bald geholfen sein.« Der Müllersohn verwunderte sich, daß der Kater so sprach, weil aber eben der Schuster vorbeiging, rief er ihn herein und ließ ihm die Stiefel anmessen. Als sie fertig waren, zog sie der Kater an, nahm einen Sack, machte dessen Boden voll Korn, band aber eine Schnur drum, womit man ihn zuziehen konnte, dann warf er ihn über den Rücken und ging auf zwei Beinen, wie ein Mensch, zur Tür hinaus.

Damals regierte ein König im Land, der aß so gerne Rebhühner: es war aber eine Not, daß keine zu kriegen waren. Der ganze Wald war voll, aber sie waren so scheu, daß kein Jäger sie erreichen konnte. Das wußte der Kater, und gedachte seine Sache besserzumachen; als er in den Wald kam, machte er seinen Sack auf, breitete das Korn auseinander, die Schnur aber legte er ins Gras und leitete sie hinter eine Hecke. Da versteckte er sich selber, schlich herum und lauerte. Die Rebhühner kamen bald gelaufen, fanden das Korn – und eins nach dem andern hüpfte in den Sack hinein. Als eine gute Anzahl drinnen war, zog der Kater den Strick zu, lief herbei und drehte ihnen den Hals um; dann warf er den Sack auf den Rücken und ging geradewegs zum Schloß des Königs. Die Wache rief. »Halt! Wohin?« – »Zum König!« antwortete der Kater kurzweg. »Bist du toll, ein Kater und zum König?« – »Laß ihn nur gehen«, sagte ein anderer, »der König hat doch oft Langeweile, vielleicht macht ihm der Kater mit seinem Brummen und Spinnen Vergnügen.« Als der Kater vor den König kam, machte er eine tiefe Verbeugung und sagte: »Mein Herr, der Graf« – dabei nannte er einen langen und vornehmen Namen – »läßt sich dem Herrn König empfehlen und schickt ihm hier Rebhühner«; wußte der sich vor Freude nicht zu fassen und befahl dem Kater, soviel Gold aus der Schatzkammer in seinen Sack zu tun, wie er nur tragen könne: »Das bringe deinem Herrn, und danke ihm vielmals für sein Geschenk.«

Der arme Müllersohn aber saß zu Haus am Fenster, stützte den Kopf auf die Hand und dachte, daß er nun sein letztes Geld für die Stiefel des Katers weggegeben habe, und der ihm wohl nichts besseres dafür bringen könne. Da trat der Kater herein, warf den Sack vom Rücken, schnürte ihn auf und schüttete das Gold vor den Müller hin: »Da hast du etwas Gold vom König, der dich grüßen läßt und sich für die Rebhühner bei dir bedankt.« Der Müller war froh über den Reichtum, ohne daß er noch recht begreifen konnte, wie es zugegangen war. Der Kater aber, während er seine Stiefel auszog, erzählte ihm alles; dann sagte er: »Du hast jetzt zwar Geld genug, aber dabei soll es nicht bleiben; morgen ziehe ich meine Stiefel wieder an, dann sollst du noch reicher werden; dem König habe ich nämlich gesagt, daß du ein Graf bist.« Am andern Tag ging der Kater, wie er gesagt hatte, wohl gestiefelt, wieder auf die Jagd, und brachte dem König einen reichen Fang. So ging es alle Tage, und der Kater brachte alle Tage Gold heim und ward so beliebt beim König, daß er im Schlosse ein- und ausgehen durfte. Einmal stand der Kater in der Küche des Schlosses beim Herd und wärmte sich, da kam der Kutscher und fluchte: »Ich wünsche, der König mit der Prinzessin wäre beim Henker! Ich wollte ins Wirtshaus gehen, einmal einen trinken und Karten spielen, da sollt ich sie spazierenfahren an den See.« Wie der Kater das hörte, schlich er nach Haus und sagte zu seinem Herrn: »Wenn du ein Graf und reich werden willst, so komm mit mir hinaus an den See und bade darin.« Der Müller wußte nicht, was er dazu sagen sollte, doch folgte er dem Kater, ging mit ihm, zog sich splitternackt aus und sprang ins Wasser. Der Kater aber nahm seine Kleider, trug sie fort und versteckte sie. Kaum war er damit fertig, da kam der König dahergefahren; der Kater fing sogleich an, erbärmlich zu lamentieren: »Ach! Allergnädigster König! Mein Herr, der hat sich hier im See zum Baden begeben, da ist ein Dieb gekommen und hat ihm die Kleider gestohlen, die am Ufer lagen; nun ist der Herr Graf im Wasser und kann nicht heraus, und wenn er sich noch länger darin aufhält, wird er sich erkälten und sterben.« Wie der König das hörte, ließ er anhalten und einer seiner Leute mußte zurückjagen und von des Königs Kleider holen. Der Herr Graf zog dann auch die prächtigen Kleider an, und weil ihm ohnehin der König wegen der Rebhühner, die er meinte, von ihm empfangen zu haben, gewogen war, so mußte er sich zu ihm in die Kutsche setzen. Die Prinzessin war auch nicht bös darüber, denn der Graf war jung und schön, und er gefiel ihr recht gut.

Der Kater aber war vorausgegangen und zu einer großen Wiese gekommen, wo über hundert Leute waren und Heu machten. »Wem ist die Wiese, ihr Leute?« fragte der Kater. »Dem großen Zauberer.« – »Hört, jetzt wird gleich der König vorbeifahren, wenn er wissen will, wem die Wiese gehört, so antwortet: dem Grafen; und wenn ihr das nicht tut, so werdet ihr alle erschlagen.« Darauf ging der Kater weiter und kam an ein Kornfeld, so groß, daß es niemand übersehen konnte; da standen mehr als zweihundert Leute und schnitten das Korn. »Wem gehört das Korn, ihr Leute?« – »Dem Zauberer.« – »Hört, jetzt wird gleich der König vorbeifahren, wenn er wissen will, wem das Korn gehört, so antwortet: dem Grafen; und wenn ihr das nicht tut, so werdet ihr alle erschlagen.« Endlich kam der Kater an einen prächtigen Wald, da standen mehr als dreihundert Leute, fällten die großen Eichen und machten Holz. »Wem ist der Wald, ihr Leute?« – »Dem Zauberer.« – »Hört, jetzt wird gleich der König vorbeifahren, wenn er wissen will, wem der Wald gehört, so antwortet: dem Grafen; und wenn ihr das nicht tut, so werdet ihr alle erschlagen.« Der Kater ging noch weiter, die Leute sahen ihm alle nach, und weil er so wunderlich aussah, und wie ein Mensch in Stiefeln daherging, fürchteten sie sich vor ihm. Er kam bald an des Zauberers Schloß, trat keck hinein und vor diesen hin. Der Zauberer sah ihn verächtlich an, dann fragte er ihn, was er wolle. Der Kater verbeugte sich tief und sagte: »Ich habe gehört, daß du dich in jedes Tier ganz nach deinem Belieben verwandeln könntest; was einen Hund, Fuchs oder auch Wolf betrifft, da will ich es wohl glauben, aber von einem Elefant, das scheint mir ganz unmöglich, und deshalb bin ich gekommen, um mich selbst zu überzeugen.« Der Zauberer sagte stolz: »Das ist für mich eine Kleinigkeit«, und war in dem Augenblick in einen Elefant verwandelt. »Das ist viel«, sagte der Kater, »aber auch in einen Löwen?« – »Das ist auch nichts«, sagte der Zauberer, dann stand er als Löwe vor dem Kater. Der Kater stellte sich erschrocken und rief: »Das ist unglaublich und unerhört, dergleichen hätt ich mir nicht im Traume in die Gedanken kommen lassen; aber noch mehr, als alles andere, wär es, wenn du dich auch in ein so kleines Tier, wie eine Maus ist, verwandeln könntest. Du kannst gewiß mehr, als irgendein Zauberer auf der Welt, aber das wird dir doch zu hoch sein.« Der Zauberer ward ganz freundlich von den süßen Worten und sagte: »O ja, liebes Kätzchen, das kann ich auch«, und sprang als eine Maus im Zimmer herum. Der Kater war hinter ihm her, fing die Maus mit einem Satz und fraß sie auf.

Der König aber war mit dem Grafen und der Prinzessin weiter spazierengefahren, und kam zu der großen Wiese. »Wem gehört das Heu?« fragte der König. »Dem Herrn Grafen«, riefen alle, wie der Kater ihnen befohlen hatte. »Ihr habt da ein schön Stück Land, Herr Graf«, sagte der König. Danach kamen sie an das große Kornfeld. »Wem gehört das Korn, ihr Leute?« – »Dem Herrn Grafen.« – »Ei! Herr Graf! Große, schöne Ländereien!« – Darauf zu dem Wald: »Wem gehört das Holz, ihr Leute?« – »Dem Herrn Grafen.« Der König verwunderte sich noch mehr und sagte: »Ihr müßt ein reicher Mann sein, Herr Graf, ich glaube nicht, daß ich einen so prächtigen Wald habe.« Endlich kamen sie an das Schloß, der Kater stand oben an der Treppe, und als der Wagen unten hielt, sprang er herab, machte die Türe auf und sagte: »Herr König, Ihr gelangt hier in das Schloß meines Herrn, des Grafen, den diese Ehre für sein Lebtag glücklich machen wird.« Der König stieg aus und verwunderte sich über das prächtige Gebäude, das fast größer und schöner war als sein Schloß; der Graf aber führte die Prinzessin die Treppe hinauf in den Saal, der ganz von Gold und Edelsteinen flimmerte.

Da ward die Prinzessin mit dem Grafen versprochen, und als der König starb, ward er König, der gestiefelte Kater aber erster Minister.

Quelle: Projekt Gutenberg

Ein Gespenst geht um… 0 

…in Europa, das Gespenst – ach, lassen wir das.

Jedenfalls hat die CDU, beziehungsweise ihr komischer Fanboy-Kult JU, offenbar ein echtes Problem mit der Linkspartei.
Besonders tut sich dabei Martin Heinen hervor, dessen Person ich nicht weiter zu erläutern vermag, ohne beleidigend zu werden. Sprach’s:

Wenn im Herbst 2009 eine Ampelkoalition in Mönchengladbach mit Hilfe der Linkspartei in den Bezirken die Bezirksvorsteher wählen würde, spüren wir auch vor Ort, wie sich die umlackierte SED unter neuem Namen den Weg zurück in die Zentren der Macht gebahnt hat.

Hier geht es darum, dass die Linke in den Bezirken MG-Ost und -West für die dortigen Bezirksbürgermeister stimmen könnte und dadurch eine gewisse Macht erringen könnte.
Wie auch immer das aussehen soll. Vermutlich sitzt man im zentrum der Macht, wenn man für jemanden stimmt und im Austausch (beispielsweise) ein neues Einbahnstraßenschild aufstellen darf.

Es ist ja durchaus angebracht, die DDR/SED zu kritisieren und deren Wirkung in PDS/WASG/Linke thematisch anzugehen. Hierzu aber einfach mal eine Partei mit einer anderen vor 20 Jahren gleichzusetzen, ist unredlich und dumm (und wäre es selbst dann, wenn sie heute noch als SED firmieren würde).
Immerhin scheint die Paranoia der Linkspartei (zu der in MG meines Wissens kein einziges ehemaliges SED-Mitglied zählt) inzwischen auch auf die CDU selbst überzugreifen, hat man doch Günter Krings zu der besorgten Feststellung bringen können, „dass die Linkspartei als direkte Nachfolgepartei der SED wie selbstverständlich mittlerweile als etablierte Partei akzeptiert wird.“
Ja, das Gefühl kenne ich, das wundert mich bei der Stasi-2.0-Partei CDU auch immer wieder. Könnte in beiden Fällen daran liegen, dass es etablierte Parteien sind.

Dazu hat man sich Dr. Hubertus Knabe herbeigeholt, der seine Bücher dankbarerweise gar nicht erst als objektive Darstellung der Geschichtsforschung camouflagieren will: Honeckers Erben: Die Wahrheit über DIE LINKE zum Beispiel, wo er den Bogen von der KPD über die SED und PDS zur Linken spannt – also mal locker die Position einer Partei aus der Kaiserzeit, einer Partei des Kalten Krieges und der derzeitigen Linkspartei, zwei Jahrzehnte nach dem Ende der DDR, als gleich gültig zusammenwürfelt – nach dieser Logik müsste sich die CDU auch vorwerfen lassen, 1933 in Form ihrer (noch existenten, aber bedeutungslosen) Vorgängerorganisation Zentrumspartei für das Reichsermächtigungsgesetz gestimmt zu haben.

Und dann ist da noch dieser seltsame Verein von Berufsvertriebenen, der OMV, der einen halbwegs vernünftigen Vorschlag bringt:

Der neu entstehende Platz vor dem Sonnenhaus und dem Einzelhandelszentrum mitten im Herzen von Mönchengladbach eignet sich ideal zur Namenstaufe ‚Platz der Deutschen Einheit‘

Was natürlich erstmal voraussetzt, dass es diesen Platz überhaupt geben wird, aber gut, Details halt.
Die begründung abe,r die liest sich in der BZMG so:

In seiner kurzen Ansprache zu Beginn der Veranstaltung hatte er darauf hingewiesen, dass junge Erwachsene heute die Teilung des Vaterlandes nur noch aus Geschichtsbüchern und nicht mehr aus dem eigenen Erleben kennen. „Eine Benennung eines zentralen Platzes in diese Richtung ist daher überfällig.[…]“

Was genau hat das Alter eines Ereignisses mit seinem Anspruch zu tun, einen Platz nach ihm benannt zu bekommen?
Und was heisst hier immer „deutsche Einheit“ – Österreich ist der BRD doch nie beigetreten?

Natürlich steht das ganze in einer „hehren“ Tradition – die CDU konnte nie verwinden, dass Deutschland nach 1945 neue Grenzen hatte. Dazu zum Abschluss noch ein Wahlplakat der CDU von 1953 – und dran denken: Nach der Logik von Dr. Knabe ist das immer noch aktuell.

CDU-Plakat 1953

PS: Vertriebenenverbände der dritten Generation sind ja schon an sich albern. Vertriebenenverbände, deren gemeintes Land in einem EU-Land liegt, zu dem inzwischen Reise- und Niederlassungsfreiheit herrscht, ist dagegen einfach nur noch lächerlich.
PPS: Das einzige ehemalige SED-Mitglied in einer Bundesregierung war bisher übrigens Angela Merkel. Der eifrigste Fortführer der SED-Politik indes dürfte Wolfgang Schäuble sein, dicht gefolgt von Ursula von der Leyen.

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Achtung, Konkurrenz 0 

Der Hauptgrund, aus dem die CDU nicht alleine regieren kann sind nicht etwa die Wahlergebnisse – es ist die einfache Tatsache, dass besser jemand anders den Aussenministerposten besetzen sollte.
Rüttgers zum Beispiel sollte es nicht werden:

Dazu muss man wissen: Rüttgers ist aktuell führender nach Bevölkerungszahl im beleidigen fremder Nationalitäten und Gruppen. Er bringt es mit Indien und den Nichtkatholiken auf die Quote, allein in diesem Jahrzehnt etwa 100% der Menschheit beleidigt zu haben.
Doch die Konkurrenz (Zensursula, die glatt 95 Länder als Horte der Kinderpornografie ausmachte, darunter China, Indien und praktisch ganz Afrika) schläft nicht und drohte zuletzt heranzurücken. Besagte Liste alleine reichte für 75% der Menschheit.

Da konnte Rüttgers nicht zurückstehen und überbot sich nun nochmal, indem er einen Milliardenstaat plus einen kleineren als Bonus in die Liste holte.
Womit feststeht: Jürgen Rüttgers hat inzwischen ca. 113% der Menschheit beleidigt!

Aber so schnell gibt von der Leyen nicht auf. Und dann steht da ja auch noch Philipp Mißfelder in den Startlöchern, der – ganz Patriot – seit Jahren die Deutschen beleidigt.
Damit ist er immerhin mit 82 Millionen Beleidigten klar vor dem einzigen Nicht-CDU-Mitspieler, Peer Steinbrück mit etwa 70 Millionen (über den Daumen gepeilt: Schweiz, Österreich, Liechtenstein, Burkina Faso, die nordamerikanischen Ureinwohner).

Das Rennen geht weiter, Wetten werden noch angenommen.

Die Kraft 0 

Wer den Bundestagswahlkampf verfolgt, der hat es ja schon mitbekommen. Die CDU hat die Kraft.
Also ungefähr so:

Und hier noch das original für alle, die die Anspielungen nicht verstehen (Oder Webspeak: Orko! ROFL):

Ja, die holprige Übersetzung ist original. hier eine verbesserte version:

Und als wäre das noch nicht genug ein kleines Rätsel: Wenn die CDU die Kraft hat, wieso ist die Kraft dann SPD-Landesvorsitzende in NRW?

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Ohrenschutz bereithalten, die JU ist da 0 

Ich bin ja inzwischen überzeugt, wenn man der CDU schaden will, sorgt man am besten dafür, dass möglichst viele die Wahlkampfmittel und -äusserungen der Jungen Union sehen sollten.
Nicht überzeugt? Bitte, hier ein aktuelles Beispiel:

Also, einfach mal weiterverbreiten.

Und an die CDUler: In eurem eigenen Interesse, haltet um Gottes Willen (ja, speziell für euch: um Gottes Willen!) die JU zurück.

Und schließlich an die Stammleser: Keine Angst, das zählt jetzt nicht als die regelmäßige Musikeinlage.

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Freitagsmarathon 3: Abschluss 0 

Ach, ich lass das, es ist ermüdend. Ich denke, der Trend ist klar: Die CDU tritt arrogant und bürgerfeindlich auf, spricht aber von Vernunft und Bürgernähe.

Und genau deshalb noch einmal der Appell: Geht wählen! Um den antidemokratischen Kräften keine Chance zu geben.
Damit meine ich einmal natürlich die, die man immer mit den undemokratischen Parteien meint.
Aber ich gehe weiter: Ich zähle auch die Christdemokraten dazu. Ihre offen antidemokratische Gesinnung gepaart mit einer allgemeinen gesellschaftlichen Akzeptanz dieser Gruppe ist für mich ein erschreckender Trend – und das zieht sich von der Bundesebene bis hinunter in die Kommunen.
Beobachtet man das Gebahren dieser Gruppe in Gemeinden, wo sie traditionell Mehrheiten stellt, so wird klar: Je deutlicher die schwarze Mehrheit, desto klarer zeigen die Paramentarier, dass sie Demokratie im Grunde für eine lästige Störung in ihrer Regierungsarbeit erachten.

So etwas macht mir Sorgen: Es gibt vieles, was man in der Politik vertreten kann, aber Verachtung und Ignoranz der Demokratie, der Grundstütze dafür, dass Politiker überhaupt behaupten können, für die Bürger zu arbeiten, die von ihren Entscheidungen betroffen sind, sind ganz einfach inakzeptabel und haben in einem demokratisch gewählten Gremium keinen Platz.
Das geht von der klassischen Wahllüge über die Wählergegnerschaft („Meckerfritzen“) bis zu offen demokratiefeindlichen Bestrebungen (das allerdings eher auf Landes- und Bundesebene).
Das kann sein, dass man Bürgerinitiativen wahlweise ignoriert (wie bei Giesnekirchen 2015) oder einbindet (Hundelobby), nicht basierend au fihrer Größe, sondern darauf, ob sie den eigenen Zielen entspricht (ein Vorwurf von dem ich trotz Koalition mit der CDu die FDP auf kommunaler Ebene freisprechen kann). Oder auch, dass man Anträge im Stadtrat ablehnt und dann ein halbes Jahr später seinerseits einen identischen Antrag einbringt (geschehen mit dem grünen Antrag für Hundewiesen).

ich rufe daher alle auf, die Demokratie und Bürgerbeteiligung am leben in ihrer Stadt würdigen: Geht wählen.
Egal wen. Es stehen genug demokratische Parteien für alle zur Wahl: Grüne, Linke, SPD, Zentrum, FWG und FDP (zugegeben, die Reihenfolge ist meine eigene Präferenz) treten als Demokraten zu dieser Wahl an.
Geht eine davon wählen. Für mehr Demokratie in unserer Stadt.

Die Wahl ist übermorgen bis 18:00. Nehmt euch die Zeit.

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WIR – Eine Detailkritik (Freitagsmarathon 1) 0 

Die Nachrichtendichte ist heute, wohl angesichts des auslaufenden Kommunalwahlkampfes, unglaublich hoch.
Und wie üblich stechen unsere schwarzen Freunde besonders hervor.
Ja, heute gibt es viel zu lesen. fangen wir an mit der WIR in Form einer kurzen Detailkritik.

Die wir, bekanntlich die Gemeindezeitung der evangelischen Kirche in Mönchengladbach

Nee, nochmal.
De WIR, das Wahlkampfblättchen der CDU in Mönchengladbach, nicht zu verwechseln mit der identisch betitelten Mitgliederzeitschrift der hiesigen evangelischen Kirche (aber wie hätte die christlich-demokratische Union das auch wissen können), bietet eine interessante Fallstudie unseres Gladbacher Kommunalverbundes der Union.
Dabei liefert eigentlich schon das Logo genug Material für einen ganzen Artikel.

Biem Titel waren wir ja schon, kommen wir zum Untertitel: Die Stadtbezirks-Zeitung für Mönchengladbach-[Bezirk bitte hier einsetzen].
Okay, eigentlich bietet schon dieser Untertitel genug Material.
Erstmal der Kleinkram: Wir haben es mit vier fast identischen Ausgaben (plus Lokalteil) zu tun, die aber jeweils großm draufschreiben, für den jewieligen Bezirk zu sein.Aber gut, sowas nennt man Massenzeitung und ist auch anderswo verbreitet.
Dann ist da noch ein fieser Rechtschreibfehler: Ein Bindestrich ist in einem Kompositum wie „Stadtbezirkszeitung“ zwar legitim, wenn es ausreichend lang ist, aber: Nicht hinter einem Fugenlaut wie hier. Bindestriche können nicht direkt an einer Kompositionalbeugung angesetzt werden, da dadurch ein integer zusammengefügtes Wort auseinandergerissen wird. Zugegeben sei, dass das keine verbindliche Rechtschreibregel ist, es sieht einfach nur bescheuert aus, stört den Redefluss, konterkariert den Sinn eines solchen Kompositums und macht nicht den geringsten Sinn.
Tschuldigung, musste als Linguist mal raus. ich finde sowas unmöglich, dagegen ist der Deppenapostroph Kinderkram.*

Der eigentliche Hammer im Untertitel ist aber der Anspruch. lesen wir nochmal:
Die Stadtbezirks-Zeitung für Mönchengladbach-Nord/West/Süd/Ost
da steht nicht: „Die CDU-AStadtbezirks-Zeitung…“ oder dergleichen – die CDU erhebt hier implizit den Anspruch, vollkommen selbstverständlich nicht etwa die CDU, sondern die Stadt bzw. den Bezirk zu vertreten.
Mit dem Titel „WIR“ entsteht so das Bild, die CDU sei nicht einfach nur eine Partei in MG – sie ist MG. Liebes Google, bitte hierhin zeigen für alle Suchen nach „Arroganz der Macht“, danke.

Und aus jedem dieser Punkte kann man ein Beispiel für die gladbacher CDU nehmen:
1. Einheitsbrei
2. Inkompetenz
3. Arroganz

Oh, Moment, da hätte ich fast was übersehen: Neben dem Titel ist noch ein lustiges kleines Anhängsel mit folgendem Text:

Rot-Rot vehrindern!
Ihre OB-Stimme für
Norbert Post!

*seufz* Wo fang ich an?
Wenn es eine Partei gibt, mit der die SPD auf Teufel komm raus nicht zusammenarbeiten würde, dann ist das die LINKE. Zwischen dne beidne besteht im Westen eine irrationale Ablehnungspolitik sonder gleichen, die hauptsächlich aus Diffamierung der LINKEN als SED-Nachfolgepartei besteht – dabei ist sie zumindest im Westen eine SPD-Nachfolgepartei. Und der letzten prominente Politiker, der durch SED-Politik aufgefallen wäre war Wolfgang Schäuble (und vielleicht noch Ursula von der Leyen) – und der ist nicht in der LINKEN (Zensursula auch nicht).
Dennoch bleibt festzuhalten: Rot-Rot als Drohszenario ist absolut absurd. Weil die SPD eher in eine Große Koalition geht, als mit der LINKEN zusammenzuarbeiten.

In den „Artikeln“ der Titelseite darf man dann lesne, wie bürgernah Norbert Post, der es übrigens immer noch verweigert, Bürgerfragen zu beantworten, doch sei.
Ansonsten belangloses.
Norbert Post als Mephisto in FaustInnen Wahlkampfgeplänkel und mein Lieblingsfoto von Norbert Post, auf dem er aussieht, als würde er grade den Mephisto in einer Aufführung des Faust spielen (siehe links). Der Bart, das Grinsen, perfekt.

Dann gibt es noch etliche Kandidatenvorstellungen, was gar nicht mal schlecht ist – eine gelungene Vorstellung der meisten Kandidaten mit konkreten Zielen, Vorhaben und Ideen.
Hier mal ein Lob an die Konservativen.

Oh, und noch ein paar Sachthemen, die interessant sind:
Schulden

Mönchengladbach ist verschuldet und weit davon entfernt, einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren zu können.

Und jetzt ratet mal, welche Partei seit Mitte der 1950er Jahre die Ratsmehreiten stellt und somit dafür verantwortlich ist? Kleiner Tipp: Direkt unter dieser Aussage ist das Impressum der Zeitschrift, da steht die Antwort.

Flughafen

[…]die Faustformel gilt nach wie vor: Eine Million Passagiere schaffen 1.000 Arbeitspläze

Wer hat sich den Quark denn ausgedacht?

Der Rest der Punkte im Bereich Verkehr und Stadtentwicklung ist übrigens bei den GRÜNEN abgeschrieben: Renaturierte Niers, mehr Radwege, Erhalt des Theaters, Verkehrsberuhigung, S-Bahn-Haltepunkt Hermges-Hochschule… da kann man auch gleich das Original wählen ;-)

Und dann finden wir auf der letzten Seite noch einen Artikel, der offenbar komplett auf die Zielgruppe geht – deshalb ist er wohl auch so prominent eingesetzt worden. Und trotzdem Mist.
Es geht um das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit. Die Konservativen verbreiten schon seit einiger Zeit die Behauptung, es käme auf den Stufen des Theatervorplatzes an der Hindenburgstraße regelmäßig zu „Gelagen“.
Das ist, mit Verlaub, vollkommener Schwachsinn. Sicherlich sitzen da ab und an mal ein paar junge Leute (meist Punks) mit ein paar Bier beisammen. Aber das ist normal und wer aus Düsseldorf in unsere Stadt kommt, staunt in der Regel nicht schlecht, wie gesittet es dabei zugeht: Ich belaufe den Platz, der laut CDU ständig mit Glasscherben und leeren Flaschen „bedeckt“ ist (so sehr übertreibt sie in ihrer Wahlkampfzeitung nicht, aber anderswo) regelmäßig barfuß.
Die Punks in Gladbach arbeiten auch sehr positiv mit der Polizei zusammen und sorgen selbst für ihren guten Ruf – sie sind Gladbacher und sie haben ein ausgeprägteres Bewusstsein für diese Stadt als so mancher Kommunalpolitiker. Im Wahlkreis Hermges-Dahl-Ohler lädt man Anwohner unterdessen zu einer Veranstaltung ein – mit 300 Litern Freibier. Aber, so darf man der WIR entnehmen, der hier im Wahlkreis vorgeschlagene Schützenhof ist ja ein Raum, wo man sich (festhalten) „unter professionellen Bedingungen“ besaufen kann.
Davon ab: Das Alkoholverbot ist eh legal nicht durchsetzbar, wie Freiburg vor kurzem erfahren musste.

*Ja, bei mir wimmelt es auch von Tippfehlern und in einigen Punkten habe ich eine absichtlich von den Duden-Regeln unterschiedliche Rechtschreibung. Aber ich bin Blogger, ich darf das ;-)

Meckerfritzen 1 

Ich finde es offengestanden beängstigend, wie oft sich die CDU hier als Thema einschleicht. Und das letzte Mal, dass es positiv war, das war zu Dr. Wilhelm Nachglos‘ (für Nicht-Altleser: von Guttenberg) Haltung im Opel-Streit.
Ich mein, ich weiss ja auch nicht: Ist demokratisches Verhalten und Respekt vor Verfassung und Grundrechten zuviel verlangt von der mit Abstand größten Partei in der Bundesrepublik Deutschland?

Letzter Tiefpunkt dieser Entwicklung: Der Erstwählerbrief der JU.
Denn dort darf man folgende begründung lesen, warum man die CDU wählen sollte:

Es kann ja schließlich nicht sein, dass immer wieder wegen einzelner „Meckerfritzen” wichtige Zukunftsprojekte mit Hilfe von SPD, Grünen und Linke blockiert werden.

Oder übersetzt: Diese vermaledeite Demokratie, es kann doch nicht sein, dass die Leute einfach eine andere Meinung als die CDU haben.

Man diffamiert hier Leute mit anderer Meinung kurzerhand als „Meckerfritzen“ – womit die Junge Union ihrem Jugendanspruch gerecht wird, das klingt nach Kindergarten – , die andernfalls vielleicht sogar noch die CDU gewählt hätten, weil sie nur wegen jeweils einem Projekt, mit dem sie nicht übereinstimmen, nicht ihre Parteipräferenz aufgeben wollten. Jetzt werden sie von der Partei, die erwartet, von ihnen gewählt zu werden, beleidigt und diffamiert.
Und gegen CDU-Projekte agieren zur Zeit Gruppen rund um die Stadt, von der BI Schürenweg im Norden über die Giesenkirchener BI und Bewegung gegen die L19 bis zu den Wanloern ganz im Süden neben der Braunkohlegrube, vor der nach dem Unglück in Nachterstedt die Angst wächst. Die Liste der Leute, die die CDU hier über ihre Jugendorganisation aktiv verbrämt, ist lang.

Leider habe ich den Volltext des Erstwählerbriefes nicht vorliegen, sonst würde ich ihn hier einfach komplett und unkommentiert veröffentlichen. Ich arbeite dran, in den nächsten Tagen noch ein Exemplar zu kriegen und hoffe, den Volltext noch vor der Kommunalwahl am kommenden Sonntag nachreichen zu können.

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Ignoranz sieht nur boshaft aus 0 

Ich hätte nicht gedacht, dass ich die CDU mal in Schutz nehme. Ich möchte vorabschicken, dass ich sie dennoch auch weiterhin für die größte Bedrohung der Demokratie der Gegenwart halte.

Nun aber zum Thema: Die CDU hat aktuell eine kleine Ausienandersetzung mit den Piraten.
Die Piraten, dies zur Erklärung, sind eine Datenschutzpartei, die sich momentan noch nicht so recht entscheiden kann, ob sie eine Themenpartei bleibt oder zur Vollpartei werden will. Sie erhalten großen Zustrom aus dem Internet, aber auch von linken Gruppen. Ausserhalb ihrer „Szene“ kennen sie vermutlich weniger Leute als die Naturgesetzpartei oder die PBC (das nicht als Bash, ich mag die Piraten, sondern als Rückholung auf den Boden der Tatsachen ausserhalb des Netzes).

Nun hat die CDU sich bereits zweimal medienpräsent im Ton vergriffen: einmal in Mönchengladbach, wo Ratsherr Roeske sie als Nichtpartei bezeichnete und einmal in Rinteln was grade durch die Medien geht.
Wie sich in der Nachbetrachtung herausstellt, durchaus ohne böse Absicht: Zumindest Roeske war offenbar tatsächlich nicht darüber informiert, dass die Piraten eine echte und zugelassene Partei waren – eine Satireaktion lag angesichts des Namens ja auch wirklich nahe.

Ich denke, in Rinteln wird es ähnlich gewesen sein.

Die CDU meint es nicht böse – die haben nur keine Ahnung. Wie üblich also.

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Die guten Vorsätze des Norbert Post 0 

Immer wieder amüsant, die Darstellung des mönchengladbacher CDU-Bürgermeisterkandidaten Norbert Post zu beobachten.
Und weil das so amüsant ist, setze ich es gleich mal fort – mit einer sehr interessanten selbstdarstellung auf die Frage nach seinen Zielen als zukünftiger Verwaltungschef:

Ich werde ein Oberbürgermeister sein, der mit den menschen redet, ihnen zuhört, der ihnen hilft, aber auch reinen Wein einschenkt. Das wird sowohl für den Umgang mit den Bürgerinnen und Bürgern als auch für den mit dne Kolleginnen und Kolegen in der Verwaltung gelten. ich werde ein Bürgermeister sein, der hier vor Ort Verantwortung trägt, der den problemen nicht ausweicht und der – wenn es sein muss – auch dahin geht, wo es weh tut.[…]

Norbert Post weigert sich bis heute, über Portale wie Abgeordnetenwatch an ihn gerichtete Fragen zu beantworten, wenn sie nicht mit einer Postanschrift verbunden direkt an ihn gerichtet sind.
Offenbar hat er ein anderes Verständnis von „mit den Bürgern reden“ und „Problemen nicht ausweichen“ als der Rest der Menschheit. Und als wäre das nicht in einem demokratischen System problematisch genug, behauptet er in seiner Selbstdarstellung auch noch das genaue Gegenteil zu dem, was er dort tut.

Herr Post, beantworten Sie endlich öffentlich an Sie gerichtete Fragen in ebenso öffentlicher Form.
Alles andere ist undemokratisch und absolut unangebracht.

Ich will Ihnen persönlich nichts. Aber ich verlange für die Bürger der Stadt, um deren Bürgermeisterschaft Sie sich bewerben, dass Sie das Versprechen wahr machen, reinen Wein einzuschenken.
halten Sie sich doch bitte wenigstens an die Maßstäbe, die Sie selbst an sich anlegen.

In der selben Reihe bereits erschienen:
Hihihihihihahahahohohohee (20. Juli)
Demokratie ungenügend, Wahlkampf ausreichend (16. Juli)
Dilletanzkurs mit der CDU MG (11. Juli)