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Dino-Dienstag 30 0 

Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, (so gut wie) jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Diese Woche kämpfe ich zum Ende zunehmend mit den Namen einiger Kreaturen. Und das mir, der eigentlich ohne absetzen einen Satz mit Scansiopterygidae bilden kann.

Pferd mit Nachwuchs aus Messel

Hier mal ein spektakulärer Fund aus heimischen Gefilden, eine schwangere Stute von Eurohippus aus der Grube Messel bei Darmstadt.


Spektakulär an dem Fund ist auch, dass dank des isolierenden Schlammes des einst hier vorhandenen Sees Details der Gebärmutter als fossiler „Schatten“ erhalten sind, was Einblick in die Evolution der Lebendgeburt gibt.
Deutschland scheint in der Urzeit für schwangere recht gefährlich gewesen zu sein – verschiedene Fundorte haben schwangere oder gebärende Muttertiere hervorgebracht, besonders berühmt die delfinartigen Ichthyosaurier aus Holzmaden bei Stuttgart.

Neues zur Farbe ausgestorbener Arten

Die Behauptung, man könne aus den Abdrücken von Pigmentzellen in den Federn einiger Dinosaurier auf deren Farben zu Lebzeiten schließen, galt immer als kontrovers, wird aber zunehmend akzeptiert.
Nun haben britische und amerikanische Forscher Fossilien der Fledermäuse Palaeochiropteryx und Hassianycteris aus Deutschland untersucht, die Abdrücke des einstigen Fells zeigten. Damit haben erstmals Forscher versucht, die an Federn erprobte Technik auf Fell zu übertragen.
Und sie waren erfolgreich: Nicht nur ist der Befund, dass diese Fledermäuse ein braunes Fell hatten konsistent mit der Farbgebung heutiger Fledermäuse, sie fanden in den Überresten der farbgebenden Zellen auch chemische Spuren von Melanin, dem häufigsten Farbstoff in Säugetierfell und konnten über dessen Verteilung bestätigen, dass die Form der Zellen die Färbung der Tiere zu Lebzeiten erkennen lässt.

Neue Spezies der Woche

Kimbetopsylis - Bild: Sarah Shelley

Kimbetopsalis – Bild: Sarah Shelley


Kimbetopsalis simmonsae war ein überraschend großes Säugetier, dass mehr oder weniger direkt nach dem Ende der Dinosaurier lebte. Sowohl die Größe von einem Meter Länge als auch die Tatsache, dass es ein Pflanzenfresser war, sind ungewöhnlich, da beides zu Zeiten der Dinosaurier unter Säugetieren sehr selten war. Die Forscher vermuten, dass er ein Beispiel dafür ist, dass die Säugetiere sich nach dem Ende der Dinosaurier sehr schnell an die neue, nun dinosaurierfreie Welt anpassten und neue Formen hervorbrachten.
Die Presse hat beschlossen, das Tierchen als einen apokalyptischen Biber zu bezeichnen, weil es in einer wasserreichen Waldlandschaft lebte und entfernt einem Nagetier ähnelte. Mit den heutigen Bibern teilt es allerdings keine nähere Verwandtschaft, es gehört zu einer ausgestorbenen Gruppe von Säugetieren, die zwischen den Eier legenden und den lebend gebärenden Säugetieren standen. Auffällig an ihnen waren die sehr komplexen Zähne und die jenen der Nagetiere ähnelnden Schneidezähne.
Japan gibt uns die fluglose Ente Shiriyanetta hasegawai, die dort vor etwa 120.000 Jahren an den Küsten herumlief.
Bei den Dinosauriern haben wir mit Ugrunaaluk kuukpikensis einen Vertreter, dessen Namen nicht nachschlagen zu müssen ein Kunststück werden dürfte, das nur des Inuktikut Mächtige schaffen dürften. Der Fund ist nicht ganz so spektakulär, wie die Presse gerne betitelt, aber immerhin: Die Forscher dachten bisher, dass die zum Ende des Dinosaurierzeitalters nördlich des Polarkreises in Alaska lebenden Entenschnäbel zu der bekannten und sehr häufigen Gattung Edmontosaurus (über die Jahrzehnte auch bekannt als Trachodon, Anatosaurus, Anatotitan und weitere) gehörten. Tatsächlich aber fanden neue Untersuchungen genug Unterschiede, um sie zu einem ganz neuen Dinosaurier aus der nahen Verwandtschaft von Edmontosaurus zu erklären: Buchstabensuppe Ugrunaaluk eben.
Er versucht auch grade, es auswendig zu lernen, daher der Gesichtsausdruck: Ugrunaaluk - Bild: James Havens

Er versucht auch grade, es auswendig zu lernen, daher der Gesichtsausdruck: Ugrunaaluk – Bild: James Havens

Freitägliche Fünf 12.06.2015 0 

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diesmal: Unser Dorf soll schöner werden. Und Dinosaurier.

1. Hier gibt es wieder ein Film-Kickstarter, diesmal interplanetarer Steampunk aus Hessen:

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Weltraum-U-Boote! Dampfmaschinen! Lokomotiven! Venus-Dinosaurier! Raumpilot Thomas Alpha Edison! Boob Windows! Marsianische Prinzessinnen mit lustigen Ohren! Das wird großartig.
Noch etwas unter drei Wochen und es fehlt noch ein wenig an Geld. Ich hoffe, das klappt.

2. Hab ich die Sache mit der Viktoriastraße schon oft genug erwähnt? Ähm, nö, nicht ganz.

Viktoriastraße 2012 und 2015. Der gemeinte Unterschied ist nicht das Herbstlaub

Links 2012 (Bild: Dieter Rink), Rechts 2015 (Bild: Thomas Diehl)


Es tut immer gut, nach langem Kampf einen politischen Erfolg verbuchen zu können. Zudem einen, an dem man etwa jeden zweiten Tag vorbeikommt.
So, jetzt habt ihr aber bis zum Jahresrückblick genug davon hier im Blog gelesen.

3. Ein weiterer Bürgergarten (ähnlich Margarethengarten und Berggartenoase) kündigt sich in der Stadt an und dieser wird in meiner unmittelbaren Nachbarschaft liegen. Der Plan ist im Moment, dort anders als bei der kleineren Berggartenoase mit Permakultur zu arbeiten, da der Raum deutlich größer ist und er dafür sehr gut geeignet wäre.
Mehr dazu, wenn das Ganze festgezurrt ist.

4. Es gibt 3D-Brillen für Brillenträger. Das sind so Dinger zum Anklippen wie es sie auch als Sonnenbrillen gibt. Das macht das Anschauen von 3D-Filmen um Welten angenehmer als eine Brille über der Brille tragen zu müssen. 2D-Filme haben immer noch ein besseres Bild und 3D plus Unschärfen sieht unechter aus als ein einfaches 2D-Bild, aber hey, es ist eine Verbesserung.
Oder, wie es ein Kind neben mir im Kino formulierte: „Der Mann hat eine coole Brille!“
Nimm das, Hipsterbrille! Klappbrille for the win!

5. Apropos Kino: Dort war ich natürlich wegen Jurassic World, dem ersten von mir am Premierentag gesehenen Kinofilm seit Super Mario Bros.. Beides Filme um amoklaufende hyperintelligente Dinosaurier, aber Super Mario Bros. war der mit Abstand heftiger traumatisierende Filme.
Wie dem auch sei, diesen Film früh zu sehen hatte einen Grund und dieser Grund prangt da rechts als Werbebanner/Werbe-iFrame/Dings. Und das war bis jetzt eine sehr erfreuliche Sache: Mitternachts hochgeladen, war das eBook nicht nur freigegeben, bevor ich heute morgen aufgestanden bin, es hatte zu diesem Zeitpunkt sogar schon einen Verleih zu verbuchen. Bis zum Abend kamen noch ein paar dazu und vor allem ein Verkauf in Australien — das erste Mal, dass ich einen Verkauf in Australien verbuchen konnte.
Zugleich ist der Juni dank diesem Buch nach aktuellem Stand der erste Monat überhaupt, in dem meine durchschnittlichen Einkünfte pro verkauftem Buch über einem Euro liegen (Einige Monate 2011, als nur Dieses Cover ist Müll erhältlich war, ausgenommen). Zur Erinnerung: Von den zwölf Titeln, die ich aktuell im Angebot habe, werfen nur die drei Titel für 2,99 € mehr als einen Euro/Dollar pro Verkauf ab, die anderen liegen zwischen 0,24 und 0,51 €, die erst nächsten Monat bekanntgegebenen Verleiheinkünfte schätze ich nach den letzten Monaten auf ziemlich genau einen Euro pro Verleih.
Ein paar Worte zur Entstehung des Buches gibt es hier.

Dino-Dienstag 18 0 

Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Diesmal sehr kurz geraten. Nähert sich da etwa ein Sommerloch?

Die Rückkehr von Dino-Huhn

Vorletzte Woche hatten wir zu den Versuchen, die Ähnlichkeiten zwischen Vögeln und Dinosauriern herauszustellen, Fortschritte von der amerikanischen Uni Yale. Damals ging es um die Entwicklung des Schnabels der Vögel aus den Schnauzen der Raptoren.
Diese Wochen kommt die Universität von Chile dazu. Diese hat es geschafft, Hühnerembryonen die Füße von Dinosauriern anzuzüchten. Die meisten Vögel haben eine relativ lange und nach hinten verdrehte hintere Zehe an jedem Fuß, die zum Boden reicht und beispielsweise zum Festklammern auf Ästen benutzt wird. Dinosaurier haben eine deutlich kürzere und grade gewachsene hintere Zehe, deren Nutzen unklar ist, sofern sie überhaupt einen hatte.
Um den Hühnern nun Dinosaurierfüße zu verpassen war keine genetische Veränderung notwendig: Die Forscher mussten die Küken in den Eiern lediglich betäuben. Bewegen sich die jungen Hühner nicht, wächst die vierte Zehe ebenso grade wie bei den Dinosauriern.
Das zeigt nicht nur erneut die nahe Verwandtschaft von Dinosauriern und Vögeln, es ist auch ein Beispiel für die unter Biologen immer klarer werdende Erkenntnis, dass die Gestalt vieler Lebewesen auch jenseits der Individuen nicht durch die Gene allein bestimmt wird.

Ein Huhn und sein Cousin Allosaurus im Fußvergleich

Ein Huhn und sein Cousin Allosaurus im Fußvergleich

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Freitägliche Fünf 29.05.2015 0 

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diesmal mit Grün jeglicher Art und einem Bonussaurier.

1. In Frankreich müssen die Dächer von allen neuen Bauten in Gewerbegebieten zukünftig begrünt oder mit erneuerbaren Stromerzeugern ausgestattet werden.

2. Diese freundliche Erdbeere

Diese Erdbeere mag dich

Diese Erdbeere mag dich

3. Hier gibt es eine pedalbetriebene Waschmaschine, gedacht für Entwicklungsländer. Kostenpunkt 40 US$ und läuft halt ganz ohne Strom. Das ist im Grunde für Entwicklungsländer, aber ich finde das durchaus auch interessant, denn die sieht relativ klein aus und eine handelsübliche Waschmaschine ist für mein Wäscheaufkommen absolut überdimensioniert, was mich stört.
Wie wär’s mit einem Querfinanzierungsmodell — für 80$ verkaufen, dann gibt es je eine für den Käufer und eine für (sagen wir mal) den Sudan. So was gab es ja mal mit Laptops.

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4. About damn time: EA nimmt in FIFA 16 die Frauennationalmannschaften ins Spiel auf.

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5. Es gibt einen Plüschmosasaurier zu Jurassic World. Und der ist sooooooo süß:

Plüsch-Mosasaurier

Vor allem, wenn er versucht, böse zu kucken

Dino-Dienstag 16 1 

Cretaceous Blue Balls

Bild vielleicht verwandt - Chinese Academy of Science

Bild vielleicht verwandt – Chinese Academy of Science


Berichterstattung zu durchschauen ist auch in der Wissenschaft nicht immer einfach. Diese Woche gab es zwei Meldungen von denen nicht klar ist, ob es unterschiedliche Meldungen sind oder zwei Versionen einer Meldung.
Die eine Meldung ist, dass die oben abgebildeten blauen fossilen Eier Anfang April bei Straßenarbeiten in der chinesischen Stadt Heyuan gefunden wurden. Das ist entweder wahr oder ein Missverständnis basierend auf dieser Mitteilung, dass Forschungen an drei Nestern, die vermutlich zu dem von dort stammenden kleinen Dinosaurier Heyuannia gehören ergeben haben, dass die Eier dieses Dinosauriers eine blau-grüne Farbe hatten.
Da ich nur für letzteres eine seriöse Quelle finde, gehe ich davon aus, dass nur diese Geschichte stimmt und die andere eine locker darauf basierende Ente ist.
Jedenfalls ist dies das erste Mal, dass die Farbe von Dinosauriereiern bestimmt werden konnte und es ist auch gleich eine interessante Erkenntnis: Farbige Eier deuten den Forschern zufolge auf intensive Brutpflege hin. Das passt gut zu dem, was wir schon über die Oviraptoriden, zu denen Heyuannia gehörte, wissen: Sie sind dafür bekannt, dass sie ihre Nester bebrüteten und beschützten, indem sie ihre gefiederten Arme über diesen ausbreiteten.
Zugleich haben wir damit einen weiteren Farbklecks für unser Bild der Kreidezeit — bereits bekannt sind die Farben der Gefieder einiger kleiner Raubsaurier, wie etwa das schillernde Schwarz des Microraptor, nach dem ja auch der Band Schwarzer Schwinge aus den Meilensteinen der Evolution benannt ist.
PS: Sorry für die Überschrift, ich konnte nicht widerstehen ;-)

Fortschritt beim Dino-Huhn

Und wo wir schon beim Übergang zwischen Dinosauriern und Vögeln sind, gibt es auch gleich noch Neuigkeiten zum Dinohuhn. Als Dinohuhn läuft in der Presse eine Reihe von Versuchen, jene genetischen Veränderungen zu finden, wegen denen Vögel und Dinosaurier sich so stark unterscheiden. Interessant sind dabei vor allem die Veränderungen, durch die aus Schuppen Federn und aus Schnauzen Schnäbel wurden.
Bei den Schnäbeln ist man nun in Yale ein ganzes Stück weitergekommen. Demnach reicht die Veränderung eines einzigen Gens, damit ein Vogel statt eines Schnabels wieder eine Schnauze entwickelt.
Ein weiterer Beweis, dass die so groß scheinenden Unterschiede zwischen den Vögeln und ihren direkten Vorfahren in den zu Grunde liegenden Genen viel geringer sind, als es den Anschein hat. In der Vergangenheit haben die Forscher bereits mit geringen Eingriffen in die Reihenfolge, in der einzelne Gene während des Wachstums abgerufen werden, Hühnerembryonen mit Schwänzen und Zähnen hervorgebracht.
Und wenn jetzt jemand wissen will, wie uns Dinosaurierforschung heute nützt: Das Dinohuhn-Projekt bringt viele wertvolle Erkenntnisse darüber, wie Gene arbeiten und wie sich Veränderungen in den Genen auf den gesamten Organismus auswirken.

Jurassic World

Und weil Dinosaurier nicht immer staubige Knochen und Eierschalen waren hier einer der neuen Trailer für die nächsten Monat startenden Jurassic-Park-Fortsetzung Jurassic World.

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Und die Lego-Variante

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Oh und ja, ich habe zu Jurassic World etwas in der Mache. Aber dazu komme ich nächste Woche.

Freitägliche Fünf 10.04.2015 0 

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Und an Karfreitag sowieso, da ist das ja vorgeschrieben. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Zusammenfassung in einem Absatz: Was lange währt, wird endlich fluffig.

1. Im Gegensatz zu manch anderem Dinofan begeistert mich diese Woche eine neue Studie zur Einordnung der Diplodociden (eine Gruppe langhalsiger Dinosaurier).
Warum? Nun, sie kommt zu dem Ergebnis, die Gattung Apatosaurus wieder aufzuspalten, da einige dieser Gattung zugeschlagene Fossilien zu unterschiedlich seien. Und welche sind das? Der Klassiker aller Dino-Klassiker, der zur Fehlbenennung erklärte Brontosaurus.
Brontosaurus is back, biotches!
Ausserdem kennt meine Rechtschreibprüfung Brontosaurus, aber nicht Apatosaurus. Weniger rote kriggelige Linien für mich! Yay!

2. Vor 300 Millionen Jahren gehörte das heutige Ruhrgebiet zu einem weltweiten System von Sümpfen, in denen die ersten Bäume wuchsen und welche die Basis für die heutigen Steinkohlevorkommen bildeten. Libellen mit 70 cm Spannweite lebten dort, Insekten mit sechs Flügeln, Tausendfüßer von bis zu drei Metern Länge und dazwischen liefen die frühen Amphibien und sogar die ersten echsenartigen Lebewesen herum. Das Karbon-Zeitalter ist ein faszinierender Abschnitt der Erdgeschichte. Ich wollte schon immer mal dort umherlaufen und zumindest virtuell ist das jetzt möglich.
Der Carboniferous Forest Simulator ist ein Projekt des Gelsenkircheners Heiko Achilles. Noch fehlen Tiere und einige Infotexte, aber der voll begehbare karbonifere Wald ist technisch beeindruckend, wunderschön und fremdartig.
Alles, was mir fehlt, ist ein ausreichend leistungsstarker PC, um das Teil selbst laufen zu haben.

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(Eigenwerbungsunverschämtheit: Der in Vorbereitung befindliche Band Flammender Farne der Reihe Meilensteine der Evolution wird in diesen Wäldern spielen)

3. Am letzten Samstag nahm ich folgendes Bild vom Hans-Jonas-Park auf, welches sich schnell in den sozialen Medien und schließlich auch in der Zeitung verbreitete. Das an sich ist erstmal unerfreulich. Also, das Foto, nicht die Verbreitung. Aber was dann geschah, wird dir die Sprache verschl… tschuldigung, kurz in den heftig-Modus gerutscht.
Erstmal das Bild:

Naherholung in MG. Für die Autos


Wir sehen einen Park an einem Hügel, auf dessen Gestaltung die Stadt sich durchaus was einbildet. Da kommen so Begriffe wie „Erholungsfunktion“ oder „Gestaltungsqualität“ in Papieren der Stadtverwaltung darüber. Und nun das. Leider kein aussergewöhnlicher Anblick in dieser Stadt, aber dieses Foto hat dann offenbar doch so manchen erschreckt. Gut so!
Ein so mancher war dann auch der Oberbürgermeister, zu dem das Bild schnell vorgedrungen war und er versprach Abhilfe. Und in der Tat konnte er heute Nachmittag dieses Bild von der Lösung hochladen:

Eine Shiitake-Farm, äh ich meine, kostengünstige Parkhindernisse - Bild: Hans Wilhelm Reiners


Gute schnelle Lösung. So gefällt mir das.

4. Ja, dieses Teil wird wahrscheinlich wie ein Kühlschrank im Wind stehen, wenn man ihn wirklich hinter seinem Fahrrad zieht, aber hey, es ist ein Wohnwagen für’s Fahrrad. Das ist cool.

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Ich hätte die Räder seitlich angebracht und die Wände einklappbar ausgeführt, damit der Anhänger in der Fahrt flacher wird. Aber ich hab halt nicht das Kleingeld, sowas zu entwickeln. Oder, noch wichtiger, das handwerkliche Geschick.

5. Endlich verstehe ich das Problem mit der „Gelesen“-Mitteilung in der Facebook-App. Und ein kleiner Einblick, wie Linguistik funktioniert, ist auch drin.

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Lesebestätigungen in eMails ignoriere ich übrigens grundsätzlich und klicke sie weg.

Freitägliche Fünf 06.03.2015 0 

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen.

1. Das Dutch Windwheel, ein gewaltiges Windkraftwerk neuer Art, das für Rotterdam konzipiert wird.

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via Anita Parker

2. Emily Willoughby, eine Illustratorin vor allem von Vögeln und Dinosauriern mit einer wunderbaren Art, Dinosaurier darzustellen wie, nun, normale Tiere. Vor allem dieses Bild hat es mir angetan – Deinonychus (der „Velociraptor“ von Jurassic Park) mit Nachwuchs.

3. Oh hey, ein Internetradiosender, der Musik spielt, die ich mag. Wenigstens in den knapp anderthalb Stunden, die der jetzt schon auf meinem Computer läuft: Cherie 90’s

4. Leonard Nimoy hat im letzten Jahr vor seinem Tod viel übers Rauchen geschrieben. Vielleicht kommt die Nachricht über den Tod einer so bekannten Person an einige Ohren, die sich bisher taub gestellt haben.


Das ist quasi der positive Gegentrend zu diesem Impfgegnermist, der aktuell groß läuft.

5. Blue Rili Garnelen. Wunderschöne Tiere. Kenne ich erst seit Montag, sind definitiv für die Zukunft bei mir geplant. Ich mag Garnelen als Haustiere und das sind besonders schöne Exemplare, die zudem einfach zu halten sind und sich problemlos vermehren, wenn sie sich wohl fühlen. Wahrscheinlich werde ich mein aktuelles 120 Liter-Aquarium in absehbarer Zeit durch ein-zwei kleinere Garnelenbecken ersetzen.

Nachträgliche Fünf 23.01.2015 0 

Die wöchentlichen Dinge der Woche, die mich gefreut haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen.
Diesmal einen Tag verspätet, daher nachträglich statt freitäglich.

1. Da hatte ich schon nicht mehr dran gedacht: Anfang 2014 hatte der Blog Love in the Time of Chasmosaurs nach Vorhersagen für paläontologische Entdeckungen im damals kommenden Jahr gefragt. Im grunde ein Ratespiel, denn wann wer was wo im Boden findet, ist komplettter Zufall, selbst wenn man halbwegs weiss, wonach man sucht. Nun sind die Resultate da und siehe da, ich kann die Zukunft vorhersagen:

Thomas Diehl came pretty darn close to the Spinosaurus publication, predicting a „marine spinosaurid. Though given that I think the claws were for locomotion, pulling the animal forward in the mud, this might be somewhat unlikely if I’m right.“ It may not have been marine, but Thomas’s guess is close enough to the assertions of Ibrahim et al’s contentious blockbuster publication that it warrants notice.

Und ja, ich habe den Link grade gezielt pink gemacht.
Bonus dazu: Ich hatte eine zweite Vorhersage gemacht, nämlich einen Nachweis, dass Stegosaurus Rückenplatten nicht frei standen, sondern einen oder zwei Höcker trugen, die den ganzen Rücken lang vom Hals bis zum Schwanz reichten. Das ist zwar nicht passiert, aber Darren Naish wies mich vor ein paar Tagen auf einen Beweis für das Gegenteil hin, nämlich Spuren von Horn, mit dem die Platten überwachsen waren. Horn kommt m.W. in dieser Form nur ausserhalb des Körpers vor (siehe Nashornhörner, Hirschgeweihe und Fingernägel). Der Artikel ist von 2011, aber hey, ich habe damit meine beiden großen Spekulationen über die Gestalt bekannter Dinosaurier endgültig beantwortet bekommen.
Zur Belohnung für die Spinosaurus-Vorhersage werde ich mir eines der wunderschönen neu angekündigten Spinosaurus-Modelle von CollectA zulegen.

2. Apropos Zukunft vorhersagen: Den Drohnen habe ich ja bereits am 1. Januar eine große Zukunft ab 2015 vorhergesagt, so dass sie bald von jedem genutzt werden, einfach weil sie günstig sind und viele Möglichkeiten eröffnen. Nahezu risikolose Drogenkurierdienste über internationale Grenzen zum Beispiel.

3. Infomercialism

4. Nach langer Zeit komme ich mal wieder dazu, ein paar Rezepte auszuprobieren. Das funktioniert bei mir so, dass ich Rezepte in einer großen Datei sammel, um sie irgendwann auszuprobieren. Nachdem diese sich inzwischen auf fast 700 A4-Seiten ausgedehnt hat, hab ich das dann endlich mal getan.
Das hübscheste Ergebnis ist dieser Orangen-Mandel-Zopf:

Ich backe wahnsinnig gerne. Viel Arbeit, klar, aber am Ende hat man einen Kuchen gemacht.
Der Zopf darf nun in die endgültige Liste, zusammen mit den gleichzeitig gemachten Dattelkugeln und Energiekugeln. Die Energiebällchen dagegen sind rausgeflogen, die schmecken nicht besonders – leicht matschige Haferkugeln.
Die KOmbi hat übrigens ihren Grund: Beste Ausnutzung der Zutaten ohne schlecht lagerbare Reste.
Ich hoffe, ich kann dieses Jahr mehr davon versuchen. Vor allem aus der Kategorie „Kleinigkeiten, die man gut als Proviant für ganztägige Radtouren mitnehmen kann“.

5. Endlich bin ich dazu gekommen, den 2014er Godzilla zu sehen. Und ich sah, dass er gut war.
Ich sehe immer wieder schlechte Bewertungen des Films und ich verstehe ehrlich gesagt nicht, weshalb. Das ist ganz eindeutig ein klassischer Godzilla mit richtig dosierter moderner Aufprägung. Manche beschweren sich über einen vergeudeten Bryan Cranston. Ich weiss mangels Fernseher (und Interesse an Breaking Bad) nicht, wer das ist und was er sonst macht; es interessiert mich allerdings auch nicht besonders. Es ist ein Mensch in einem Godzilla-Film, einem der wenigen seit dem Original von 1954, der die Menschen gut einsetzt, um das Ausmaß der Katastrophe zu zeigen. Aber eben nur das. Godzilla (2014) darf sich in meiner Wertung mit Godzilla: Final Wars (2004) um den Platz des zweitbesten Godzilla zanken, hinter Godzilla (1954).
Und jetzt weiter zu meiner 76 Einträge langen „Watch-Later“-Liste auf Youtube. Geronimo!

Dino-Dienstag 10 0 

Es war eine geschäftige Woche in der Paläontologie, vor allem bei den Dinosauriern. Der neue Spinosaurus wurde enthüllt und er ist ähnlich seltsam, wie einige erwartet hatten. Dazu noch ein paar neue Arten und eine etwas spontane Veröffentlichung in diesem Feld von mir.

Spinosaurus als Wassertier

Neu rekonstruierter Spinosaurus schwimmend, Bild: Davide Bonadonna


Plattte Füße, wahrscheinlich mit Schwimmhäuten zwischen den Zehen, die an kurzen Beinen (für einen Raubsaurier) sitzen. Ein krokodilartiger Kopf mit Raum für Sinnesorgane, mit denen das Tier Veränderungen im Wasserdruck wahrnehmen konnte. Spinosaurus aegypticus war ein seltsamer Dinosaurier.
Die Idee, dass die Spinosauriden wenigstens teilweise im Wasser lebten, hat sich im Laufe der letzten 20 Jahre nach und nach entwickelt, immer mehr Hinweise auf eine solche Lebensweise tauchten auf. Nun endlich gibt es neue Überreste von Spinosaurus aegypticus, dessen ursprünglich 1912 gefundene Überreste in München den Bomben des 2. Weltkriegs zum Opfer fielen und von dem daher nur extrem veraltete Informationen sowie zeichnungen und Fotos einiger Knochen existierten.
Die neuen Überreste erlaubten eine neue Rekonstruktion des Tiers und es stellt sich heraus, dass es sich allem Anschein nach um ein Wassertier handelte. Der einzige bekannte Dinosaurier, der hauptsächlich im Wasser lebte — die zeitgleich mit den Dinosauriern lebenden so genannten Wassersaurier waren Reptilien verschiedenster Art.

Im Zusammenhang mit dieser Entdeckung habe ich mich auch kurzfristig entschieden, eine alte Idee von mir endlich auszuformulieren und als eBook herauszubringen. Es geht darum, dass Spinosaurus und seine Verwandten (wie Baryonyx) ihre großen Klauen an den Daumen nicht zum Fischen oder Kämpfen verwendeten, sondern zur Fortbewegung, indem sie sich an ihnen als Anker durchs Wasser zogen. Wie genau es dazu kam, lässt sich, da es eine englischsprachige Veröffentlichung ist, im englischsprachigen Blog nachlesen.
Es ist wahrscheinlich keine gute Idee, ein so komplett aus der Art schlagendes eBook rauszubringen (vor allem bei einem so kleinen bereits vorhandenen Angebot), aber damit ist das nun raus, weil der Zeitpunkt günstig war.
Ich habe nicht die Möglichkeiten oder die Kenntnisse in vergleichender Anatomie, hier eine vollständige Forschung vorzulegen, alos dachte ich, ich werf meine Idee mal aus und schaue, ob jemand, der dies kann, daran Interesse findet.

Noch ein neuer Titanosaurier
Tansania bekommt unterdessen den zweiten neuen Titanosaurier dieses Jahr nach Dreadnoughtus: Rukwatitan bisepultus lebte dort vor etwa 100 Millionen Jahren.

Avatar-Flugsaurier

Ikrandraco avatar, Bild: Chuang Zhao


Die Pterosaurier begrüßen als Neuling in ihren Reihen Ikrandraco avatar, der vor 120 Millionen Jahren durch die Lüfte Chinas flog.
Ikran sind die Flugtiere aus dem Film Avatar und wie diese hatte Ikrandraco einen Kamm auf der Unterseite des Schnabels, weshalb es diesen Namen erhielt. Ausserdem vermuten die Forscher, dass eine Art Haken hinten im Schnabel die Befestigung für einen Kehlbeutel war, der jenen der Pelikane ähnelte. Es ist möglich, dass der seltsame Kamm das Tier in die Lage versetzte, aus dem Flug Beute im Wasser zu fangen, indem es die damit Wasseroberfläche durchschnitt. Die Forscher wollen das nun testen.

Gepanzerte Hadrosaurier
Schon eine ganze Weile war Forschern aufgefallen, dass Hadrosaurier (die so genannten Entenschnäbel) deutlich häufiger Abdrücke von Haut zeigen als alle anderen Arten von Dinosauriern. Forsche rin Yale haben jetzt untersucht, wie viel häufiger und es stellt sich heraus, dass die Haut von Hadrosauriern 31-mal so häufig erhalten bleibt wie bei anderen Dinosauriern.
Warum das so ist, ist noch nicht klar, nur eines: Irgendetwas war anders an Hadrosauriern-Häuten.

Und noch ein Delfin
Ein kleinerer Neuzugang bleibt ausserhalb der Welt der Dinosaurier anzumerken: Huaridelphis raimondii, ein vor 16 Millionen Jahren vor der Küste von Peru lebender Verwandter der heutigen Flussdelfine, der anders als seine heutigen Verwandten noch im Meer lebte.

Dino-Dienstag (vormals Paläo-Pfreitag) 7 1 

Okay, ich dachte mir, dass der Paläo-Pfreitag eine gute Idee für diese Seite war und hebe ihn somit wieder aus der Versenkung. Nur ist Freitag grade ein etwas ungünstiger Tag, da ich neue Bücher tendenziell freitags oder samstags veröffentliche und das kann sich in die Haare kommen, weil ich ungerne zwei Beiträge an einem Tag ins Blog packe. Ausserdem ist Dino-Dienstag ein besserer Titel für die Serie.
Und ja, natürlich hängt diese Serie mit meiner Reihe Meilensteine der Evolution zusammen. Und ein bisschen auch damit, dass deren dritter Band nach vielen Verzögerungen diese Woche endlich erscheint.

Dieses kleine Scheisserchen hier

Kulindadromeus, Bild: Andrey Atuchin

Das possierliche Tierchen hier ist Kulindadromeus zabaikalicus, der erste zweifelsfrei gefiederte Dinosaurier aus der Gruppe der Ornithischia. Zur Erklärung, es gibt zwei Arten von Dinosauriern, die sich gleich zu Anfang aufspalteten: Saurischia (Sauropoden und Theropoden) und Ornithischia (so ziemlich alle anderen).
Bisher kannte man eindeutige Federn nur von den Saurischia, zu denen auch die Vögel gehören. Einige Ornithischia hatten Borsten am Körper, die primitiven Federn ähnlich gewesen sein könnten, aber es war nicht eindeutig. Es gab also lange Debatten darüber, ob Federn eine Besonderheit der Theropoden waren, oder ob schon der gemeinsame Vorfahr aller Dinosaurier Federn hatte, bevor sich die beiden Gruppen trennten. Hinzu kommt noch, dass die Flugsaurier ein Fell hatten, das ebenfalls dem Daunengefieder der Vögel ähnelte, nur dass die Flugsaurier sich bereits vor den ersten Dinosauriern von den Vorfahren der Dinosaurier getrennt hatten, obwohl sie immer noch entfernt verwandt waren.
Damit erbringt Kulindadromeus den lange erwarteten Beweis: Alle Archosaurier ausser den Krokodilen hatten bzw. haben ursprünglich eine Körperbedeckung aus speziellen Schuppen, die Haare oder Federn bildeten. Allerdings haben viele Gruppen von Dinosauriern diese später wieder verloren, wahrscheinlich als sie an Größe gewannen. Kulindadromeus selbst zeigt eine interessante Mischung aus beschuppten und gefiederten Bereichen am Körper.

Sah Spinosaurus ganz anders aus?
Spinosaurus, der seit Jursassic Park III wohl bekannteste Dinosaurier, über den wir kaum etwas wissen. Die wenigen Fossilien, die es von Spinosaurus gab, lagen im 2. Weltkrieg in München und wurden Opfer des Krieges.
Nun gibt es eine Ausstellung mit einer neuen Rekonstruktion auf der Basis neuer Funde aus Ägypten, die ab Oktober in Washington (D.C.) gezeigt werden sollen. Und das auf den Fotos in den Ankündigungen gezeigte Ergebnis ist scheinbar ein völlig anderes Tier als das, was wir bisher kannten. Das Segel war nicht rund und durchgehend, sondern formte zwei Buckel, die in der Silhouette den Buckeln eines Kamels ähnelten. Die Beine waren im Verhältnis zum Körper viel kürzer als bei allen anderen Theropoden.
Wenn sich das im Oktober als richtig erweist und nicht als bloßer Fehler im Werbematerial des Museums, wäre dies der zweite Dinosaurier, von dem sich innerhalb von 12 Monaten herausstellt, dass er völlig anders aussah, als wir dachten. Der erste war Deinocheirus, ein riesenhafter Verwandter des ebenfalls aus Jurassic Park bekannten Gallimimus.

Neuer Pterosaurier: Caiuajara

Caiuajara, Bild Maurilio Oliveira/Museu Nacional-UFRJ; CC-BY

Dieser neue Flugsaurier, den ich kurzerhand Cumbajamylord-o-saurus nenne, damit ich ihn ohne Knoten in der Zunge aussprechen kann, gehört zu einer aus Südameirka und Europa bekannten Gruppe, die alle so riesige Kämme auf ihren Schnäbeln hatten, den Tapejariden.
Cumbajamylord-o-saurus wurde in einer großen Gruppe von 50 Sauriern der selben Art entdeckt. Diie einzelnen Tiere waren verschieden alt und so konnte erstmals das Wachstum der Flugsaurier selbst sowie ihrer Schädelkämme untersucht werden. Dabei stellten sich zwei Dinge heraus: Zum einen hatten alle Exemplare einen Kamm auf dem Schädel, der mit dem Alter wuchs, es gab also keinen Unterschied zwischen Männchen und Weibchen (anders als etwa beim in Staksigen Schrittes vorgestellten Nyctosaurus). Zum anderen hatten selbst die kleinsten Jungtiere die selbe Anatomie wie die Erwachsenen – sie konnten wahrscheinlich von der Schlupf an fliegen. Das ist etwas, was es bei den Vögeln nicht gibt, dort können selbst die Nestflüchter zwar von Anfang an laufen, aber nicht sofort fliegen. Mit Flügeln aus Haut ist das einfacher zu erreichen als mit solchen aus Federn.
Zudem ist Caiuajara der bislang am weitesten südlich (Südbrasilien) Tapejarid und mit einem Alter von 85 Millionen Jahren der letzte bekannte Vertreter dieser Gruppe.

Wie das Leben vor dem Leben lebte
Bevor die Welt mit jenen Arten von Lebewesen gefüllt wurde, die wir heute kennen, herrschte eine seltsame Gruppe von Tieren (?) über die Ozeane: Die Rangeomorphen und die sie umgebende vendische oder Ediacara-Fauna. Tiere, die im Grunde wuchsen wie Pflanzen. Lange galt als rätselhaft, wie diese Tiere lebten und vor allem, wie sie sich ernährten.
Computersimulationen geben neue Hinweise darauf: Die einmalige Wuchsform der vendischen Lebewesen führte dazu, dass sie im Vergleich zu ihrer Größe gewaltige Oberflächen hatten, mit denen sie Nährstoffe aus dem Wasser um sie herum filtern konnten. Da es damals noch keine Tiere gab, die aktiv nach schwimmender Nahrung suchten, konnten sie sich einfach von der nährstoffreichen „Supper“, die damals die Ozeane füllten, umspülen lassen.
Als dann die ersten Tiere nach heutigem Verständnis (Quallen, Würmer) auftauchten, fanden die Rangeomorphen schlichtweg keine Nahrung mehr, weshalb sie recht schnell wieder verschwanden.

Neuer Ankylosaurier aus China
China hat einen neuen Ankylosauriden, ein Tierchen namens Chuanqilong chaoyanengis. Das ist auch schon so ungefähr was man zu ihm sagen kann. Chuanqilong ist ein früher Ankylosaurier, mittelgroße Dinosaurier mit schwerer Panzerung und einer Knochenkeule am Ende des Schwanzes, die wahrscheinlich zur Verteidigung diente. Diese Knochenkeule fehlt bei Chuanqilong, trotzdem gilt er als primitiver Ankylosaurier und nicht als ein Vertreter der nahe verwandten Nodosaurier, die ebenfalls keine Schwanzkeule hatten.
Die Thyreophora, welche Ankylosaurier, Nodosaurier und Stegosaurier umfassten, waren in Asien recht häufig.

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Gefiederte Dinosaurier wie Kulindadromeus sind Thema des Ende des Monats erscheinenden Bandes Schwarzer Schwinge in der Reihe Meilensteine der Evolution. Die vendische Fauna wird im für diesen Winter geplanten Band Giftigen Grundes vorgestellt.
Bereits erschienen ist der Band über Flugsaurier, Staksigen Schrittesamazon, auch wenn Caiuajara selbst ein paar Millionen Jahre zu früh gelebt hat, um es dort hineinzuschaffen (es geht in dem Band um das Aussterben der Flugsaurier).

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