GEZ, GEMA und Co. machen weiter 0 

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie GEZ und GEMA immer wieder schubweise zum Thema werden – praktisch gleichzeitig tauchen ale paar Wochen drei-vier neue meldungen zu den diversen Gebühreneinziehern und der Welt der Urheber- und Verwertungsrechte auf.
So auch diesmal. Dabei ist die am weitesten verbreitete Meldung, dass unter den Musikpiraten auch die besten Kunden der Plattenindustrie zu finden sind, eher nur interessant als wirklich bemerkenswert.

Nein, Bemerkungen haben sich mal wieder die GEZ und die GEMA verdient.

Fangen wir einfach mal mit der GEMA an, das ist schneller erledigt.
Die GEZ hat es offenbar immer noch nicht kapiert und konnte sich mit YouTube nicht einigen. Weswegen es von YouTube jetzt statt wenig halt gar kein geld gibt – dafür aber auch keine Musik für deutsche Nutzer.
Die GEMA kommt nach Jahrzehnten nicht mehr aus der Idee heraus, dass jede Verwendung von Musik zu bezahlen ist – und zwar zu einheitlichen Konditionen, unabhängig von der tatsächlich existierenden Einnahmeseite.
Diese Politik der Kundenreduzierung wäre verständlich, wären Einkünfte im direkten Sinne der von ihr vertreten Künstler. Für die Musik ist es aber wesentlich besser, weit verbreitet zu werden, wodurch dann der Absatz bezahlter Angebote (vor allem Konzerte) erhöht wird.
Aber das hatte ich, glaube ich, schonmal ausgeführt, also lass ich das jetzt.

Und dann ist da die GEZ. Das ist die Institution, die die GEZ-Gebühr einzieht, die aber nicht so genannt werden darf, weil es die Rundfunkempfangsgebühr ist, die von der GEZ eingezogen wird.
Nun ist es also so, dass die GEZ-Geb die Gebühr, die aber nicht so genannt werden darf, weil es die Rundfunkempfangsgebühr ist, die von der GEZ eingezogen wird (GdansgwdwedRidvdGew) mal wieder diskutiert wird.
Niemand wird dabei überrascht sien, dass die GdansgwdwedRidvdGew dabei natürlich wieder erhöht werden soll – jede andere Option wäre ja auch ein Bruch mit 60 Jahren Rundfunkgeschichte. Oh, und ganz nebenbei soll sie jetzt jeder zahlen müssen, ob er ein Empfangsgerät hat oder nicht. Das ist zwar de facto schon jetzt so, seit man die letzten Widerständler mit der Computer-GdansgwdwedRidvdGew einfängt, aber nunja.
Dabei fiel mir beim Lesen des verlinkten Artikels eine interessante Alternative auf: Die Grundversorgung.

Fraglos liefern die Öfentlich-Rechtlichen Sender heute große Mengen an Programm, die nicht zur Grundversorgung der Bevölkerung mit Informationen und Kultur gezählt werdne können – von der Lindenstraße (GZSZ für ein älteres Publikum) über Volksmusik (bzw. zuviel davon) bis zu unverschämten Kopien von (niveaulos-schlechten) Erfolgsformaten der Privaten.
Die GdansgwdwedRidvdGew aber dient der Grundversorgung – was also, wenn die Öffentlich-Rechtlichen in Zukunft nur den Anteil ihres Programms daraus finanzieren dürften, der der Grundversorgung dient (Nachrichten, Dokumentationen, Kunst u.ä.). Und damit die Sender nicht kurzerhand alles zur Grundversorgung erklären (unverschämt genug sind ARD/ZDF dafür) erlaubt man ihnen, für alle Sendungen ausserhalb der Grundversorgung auch die selben Bedingungen wie sie die Privaten für ihr gesamtes Programm haben – Werbeunterbrechungen, Splitscreen, alles was Kohle bringt.
In der Anfangsphase wären einige Auseinandersetzungen zu erwarten, bei denen Gerichte dann genauer definieren, was Grundversorgung ist und was nicht. Aber dann wäre ein Weg gefunden: Die Öffentlich-Rechtlichen könnten jenes Programm, welches sie wie Privatsender produzieren auch als solche vermarkten während sie einen Pflichtanteil an Grundversorgungsprogramm führen müssten.
Somit wäre die Grundversorgung gewährleistet, die Sender hätten eine gute Einkommensquelle (und dürften bei ihren Privatinhalten auch ihren für öffentlich finanzierte Anstalten seltsamen Einschaltquotenfetischismus ausleben) und die Gebühren könnten sinken (Grundversorgung ist wesentlich billiger als – sagen wir mal – Fernsehspielfilme à la Der Seewolf, die auch im Privatfernsehen problemlos möglich wären).

Die Werbegenehmigung à la Privatsender wäre zugleich die einzige Option, den ÖRs diesen Wechsel schmackhaft zu machen – denn die wollen offensichtlich so viel Geld haben, wie irgend möglich – und so wenig ausgeben wie irgend möglich.
Dafür aber bräuchten wir kein öffentlich-rechtliches Fernsehen. Das machen schon die RTL-Gruppe und ProSieben.Sat1 Media. Und Nachrichten haben die auch.

Stichworte: , ,