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Petitionnerstag XVI 0 

Ganz schön was los und ich bin am Feiertag zu spät aufgestanden. Aber offenbar ist das nicht schlecht, wenn ich den Petitionnerstag-Beitrag zu früh zusammenstelle, verpasse ich wohl noch ein paar Donnerstags-Petitionen.
Nun denn, die neu online gestellten Petitionen der Woche – wie immer meine Empfehlungen und Besprechenswertes ausführlich, den Rest kurz hintendrangehängt.

Parlamentsfernsehen im – öhm – Fernsehen

Der Deutsche Bundestag möge die freie Verfügbarkeit des „Parlamentsfernsehens Deutscher Bundestag“ via Satellit beschließen.

Schade, dass das die meisten nicht interessieren wird, haben wir es hier doch mit einer klaren Stärkung der Demokratiepräsenz und Transparenz, zweier der Grundvoraussetzungen für echte Demokratie, zu tun.

Untätigkeitsbeschwerde

Der Deutsche Bundestag möge beschließen eine Untätigkeitsbeschwerde wegen überlange Verfahrensdauer einzuführen.

Ein interessantes juristisches Kleinod. es gibt ja durchaus Fälle, wo verwaltungen sich über ein Jahr Zeit zur Sachbearbeitung lassen – so etwas darf nur mit guter Begründung passieren, sonst muss ein beschwerderecht bestehen. Zudem könnte ein solches recht klare Regelungen zum Schadensersatz durch amtliche Verzögerung einführen, damit die Beschwerde nicht nur ein zahnloser Tiger bleibt.

Sanierungsfond für nicht selbverschuldete Bodensanierungen

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …, dass das Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) so verändert wird, dass GrundstückseigentümerInnen, die weder Verursacher einer Altlast sind noch bei der Begründung des Eigentums Kenntnis von der Altlast hatten, von der Sanierungskostenpflicht befreit sind.
Stattdessen ist hierzu ein Sanierungsfonds gesetzlich zu verankern, so wie dies auch in anderen europäischen Ländern erfolgt ist.

Erscheint mir vernünftig und nützlich.

GEMA-Reform

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass das Handeln der GEMA auf ihre Vereinbarkeit. mit dem Grundgesetz, Vereinsgesetz und Urheberrecht überprüft wird und eine umfassende Reformierung der GEMA in Hinblick auf die Berechnungsgrundlagen für Kleinveranstalter, die Tantiemenberechung für die GEMA-Mitglieder, Vereinfachung der Geschäftsbedingungen, Transparenz und Änderung der Inkasso-Modalitäten vorgenommen wird.

Die GEMA wird in letzter Zeit zunehmend zu einem Ärgernis nicht nur für die potenzielle Kundschaft, sondern auch für jene Musikunternehmen, die sich entschieden haben, ihre Musik auf neuartige Wege zum Publikum zu bringen. Die Strukturen der GEMA stammen aus zeiten, als Musik noch vornehmlcih auf Schallplatten verkauft wurde, eine Reform ist bitter nötig, da die vertriebs- und Promotionsmodelle sich seitdem massiv verändert haben.

Arbeitgeber trägt prozesskosten

Der Deutsche Bundestag möge beschließen das im Arbeitsrecht, der Arbeitgeber alle Prozesskosten trägt, also auch die Anwaltskosten des Kägers zahlen muss, sofern er gegen gesetzliche Vorgaben verstossen hat.

Es ist mW in anderen Rechtsbereichen üblich, dass der Prozessverlierer die Prozesskosten bezahlt, sofern er kann. Das bedarf gar keiner weiteren Diskussion.

Berücksichtigung von Medikamentenmehrbedarf bei Hartz IV

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, Mehrbedarf durch notwendige Medikamente und Therapien, die von Krankenkassen nciht mehr bezahlt werden, bei Hartz-IV-Empfängern zu berücksichtigen.

Hartz IV nach und nach sozialer zu gestalten ist ein Weg, es zu verbessern. Und gegenüber einer kompletten Neureform der einfachere, daher sollte man ihn immer gehen, um dem Risiko einer scheiternden Reform vorzubeugen (die umfassendere Reform ist dennoch nötig).

Nichtanrechnung von Straßenmagazinverkäufen auf Hilfe

Der Deutsche Bundestag möge beschließen … dass Einkünfte aus dem Verkauf von Straßenmagazinen für erwerbslose Menschen nicht auf die Sozialleistungen nach SGB XII (Sozialhilfe) und SGB II (Hartz IV) angerechnet und höhere Freibeträge für diese Menschen eingeführt werden.

Hmm, im Nutzen schwer zu beurteilen. Es stellt sich die Frage, warum es nicht angerechnet werden sollte, immerhin ist es zusätzliches Einkommen.

Anschnallpflicht für taxifahrer

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, § 21a Abs. 1 Nr. 1 StVO aufzuheben, hilfsweise das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung zu ersuchen, § 21a Abs. 1 Nr. 1 StVO aufzuheben.

Schlechte Antragsformulierung, wenn man Unterzeichner sucht. Ansonsten ist einfach unverständlich, wieso hier für Taxifahrer eine Ausnahmeregelung gilt.

Weitere Förderung alternativer Energien

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …
die Nutzung regenerative Energien wie Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme insoweit zu fördern, das sie in der Anschaffung entsprechender Anlagen auch für „Normalbürger“ erschwinglich werden.
Hierbei darüberhinaus Augenmerk darauf gelegt wird das schon bestehende Programme hinsichtlich finanzieller Förfderung verständlich dargelegt sind.
Der „Dschungel“ diesbezüglich scheint mittlerweile undurchdringlich.

Was auch immer so ein „Normalbürger“ eigentlich ist…
Eine Vereinfachung der Förderstrukturen ist aber sicherlich anstrebenswert. Das gilt allerdings beileibe nicht nur für die Förderung alternativer Energien.

Rechtsabbiegen bei Rot

Der Deutsche Bundestag möge beschließen die die Straßenverkehrsordnung zu ändern um ein „Rechts abbiegen“ während der Rotphase zu erlauben.

Die Begründung erwähnt sogar einen Modellversuch – warum eigentlich nicht?, ausprobieren kann man es ja mal.

Weitere neue Online-Petitionen zur Mitzeichnung
mal wieder eine Vereinfachung des Steuersystems – als wollten das nicht eh alle, auch in der Politik. Einzig an der Fähigkeit mangelt es offenbar.
Eine Vereinigung von Whnungsgesellschaften fordert – ganz uneigennützig – den Erlass von Altschulden auf niedergelegte Wohnfläche (vulgo: Abrisse). Die Petition beginnt mit den Worten: „Der bisherige Erfolg des Stadtumbaus Ost […]“
Dann haben wir noch die Forderung, Renten wieder an den Arbeitslohn anzupassen. Was ich nicht begrüße, da die neue Regelung es schafft, die Renten systemunabhängig, also auch nach einer umfassenden Änderung des lohnarbeitsbasierten Systems, zu garantieren. Ebenfalls systemangstbasiert ist die Forderung zu verankern, dass Investitionen aus dem Konjunkturpaket II nicht zu Stellenabbau führen dürfen– was sie über den Nachhaltigkeitsgrundsatz wahrscheinlich eh nicht dürfen.
Und dann soll noch das Apothekenmonopol gekippt werden – wo ich nicht wirklich was gegen habe, was mich aber auch einfach nicht weiter juckt.
Die Forderung zum Einsatz für starke Klimaschutzziele in Kopenhagen unterstütze ich dagegen zwar ausdrücklich – nur kommt sie jetzt zu spät und ist beim Petitionsausschuss auch an der falschen Stelle.
Schon eher an der richtigen Stelle, aber in einem Bereich liegend, von dem ich keine Ahnung habe, ist die Forderung nach Kappung der Notargebühren für Grundstückskäufe bis 150.000 €.
Und dann gibt es noch eine extrem inhaltslos formulierte petition von jemandem, der offenbar grade etwas angenervt war. es geht um die Reisefreiheit von Patienten mit chronischen Schmerzen, die wegen ihres Medikamentenbedarfs teilweise nicht über die Landesgrenze können. Die begründung läuft darauf hinaus, dass für jemanden, der mit Medikamenten ins benachbarte Ausland will, der Arztgang nicht zumutbar ist.

Gedanken zum Wahlergebnis 1 

Da Kerstin grade das grüne Ergebnis in ihrem Wahlbüro twitterte, bin ich auch nochmal durchgegangen (für Hermges/Dahl/Ohler). Und habe einiges rausgefunden:

1. Die Grünen haben hier mit 12,59 Prozent immerhin auch ein überdurchschnittliches Ergebnis. Ausbaufähig, aber das hier ist eine tiefschwarze Gegend.
2. Apropos tiefschwarz: Die CDU hat genau 666 Stimmen erhalten }:-)
3. Hier ist überraschenderweise eine der wenigen Gegenden, wo die Linke über die 5%-Hürde kommen würde
4. Keine einzige Stimme für die BüSo, aber leider auch keine für die Newropeans
5. Dafür haben die Reps leider fast 1% erhalten (0,91)
6. Überraschend: Die Grauen haben nur 2 Stimmen erhalten; umgekehrt überraschend haben die Piraten immerhin 13 bekommen.
7. Die vorher gefürchteten Freien Wähler (FW) haben nur 2 Stimmen
8. Stadtweit kommen die BüSos grade mal auf 14 Stimmen, das ist praktisch nichtexistent.

Teilt man die Parteien in Blöcke, bekommt man eine gute Übersicht über das Wählerpotenzial, daher mache ich das mal stadtweit:
Mitte: 77,35% (SPD, FDP, CDU, FW)
Ökos: 12,50% (Grüne, ÖDP, Tierschutzpartei)
Linke: 4,86% (Linke, DKP, PSG)
Rentner: 1,37% (Graue, Rentner, RRP, 50Plus)
Rechte: 1,18% (DVU, REP, BüSo)
Religiöse: 0,36% (PBC, CM, Violette)
Europatrioten: 0,20% (Newropeans, FBI, EDE)

Der Rest geht an Spezialparteien, wovon die Piraten mit 0,84% ganz vorne stehen. Die Europatrioten haben für die Kommunalwahl keine Bedeutung und sind tendenziell der Mitte zuzuordnen.
Die Grünen haben offenbar ihr Wählerpotenzial im Ökospektrum praktisch komplett ausgeschöpft. Am nächsten stehen ihnen noch die Piraten – sollten diese bei der Kommunal- und Bundestagswahl nicht antreten (was wahrscheinlich ist), werden deren Wähler sich über Grüne und Linke verteilen, was die Linke über die 5% hieven könnte.
Die zu Europa nicht angetretene Zentrumspartei kann in Zukunft wahrscheinlich viel aus der Mitte abschöpfen während das religiöse Spektrum für sie keine Zukunft bietet (sie umwirbt beide Gruppen).
Die Rechten sind ordentlich geschrumpft, bleibt es dabei, bekommen sie nach der Kommunalwahl nur noch einen Sitz statt zweien im Stadtrat. Allerdings ist die NPD in Europa diesmal nicht angetreten, was einen Vergleich erschwert.
Dass die FDP mit Krise und Koch-Mehrin-Desaster immer noch so zulegt, kann ich mir nicht erklären – ebensowenig, dass die Linke nicht über die 5% kommt, obwohl sie erst kürzlich von einer Stadtteilliste (LiLO) zu einer stadtweiten Partei wurden.

Alles in allem vor allem eines: Interessant.

Musikeinlage zur Belohnung und Wahlergebnisse 0 

Okay, die CSU ist dringeblieben (aber knapp: 6% bundesweit), aber immerhin ist die Wahlbeteiligung in MG gestiegen: Von 33,2% auf 35,6% – sehr schön.

Zur Belohnung gibt es jetzt einmal Musik. Und weil das jetzt genug Politik für die nächsten, öhm, zwei Tage, war was unpolitisches: Cherry Lips von Garbage.
Aber nur abspielen,wenn ihr auch gewählt habt, sonst gibt’s virtuell was auf die Finger.

Und für alle Interessierten noch die Gladbacher Wahlergebnisse – ohne die vermaledeite „Sonstige“-Angabe, damit auch die Kleinen wissen, wo sie sind.
Die bundesweiten brauch ich wohl nicht zu verlinken, die werdne einem heute ja eh nachgeschmissen.
Oh, in Baden-Württemberg war gestern auch Kommunalwahl. Die Grünen sind stärkste Fraktion in Stuttgart geworden. Werten wir das als Aufbruchsignal!

Infostehen II 0 

Und nochmal ein bisschen am Wahlkampfstand gestanden. Das Wetter war kälter udn windiger, die Leute schon unfreundlicher als das letzte mal.

Zitat des Tages (contra):

Ich wähl die Reps, damit ihr mal was Dampf untern Hintern kriegt

Durchaus folgerichtig, denn mit aus dem Hintern kommenden Dampf haben die Verbalexkremente der Reps durchaus einiges gemein.

Zitat des Tages (pro):

Die CDU baut ab!

Sehr hübsche Aussage, auch wenn die tatsächlich grade ihren Stand räumten – kam übrigens von einer Passantin.

Maximale Flughöhe des (bestimmt teuren) FDP-Pavillons, in dem sich ständig der Wind verfing:
Ca. 50 cm

Und das Bundesligaergebnis:
Dortmund (schwarz-gelbe Ballons) gegen Mönchengladbach (grüne Pustewindräder): 7:13
Mal schauen, wer das versteht… ;-)

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Wat macht der eijentlich II 0 

Bologna-Diskussion im Grünen-Landesverband (Land NRW)
Wie erwähnt war ich bei der von Ruth Seidl organisierten Runde der nordrheinwestfälischen Grünen zu Gast.
ich selber konnte dort meine Argumentation gegen die Verschulung der Studiengänge anbringen, nachdem diese zuvor zweimal positiv erwähnt wurde: Ich halte die Verschulung für das größte Problem der Reform.
Sinn und Zweck eines Studiums ist die Förderung der selbstständigen wissenschaftlichen Arbeit und Organisation. Ein schulartiger Unterricht mag zwar angenehmer sein, aber im Endeffekt lernen die Studierenden daraus nichts, was sie nicht ebensogut in Büchern nachlesen könnten. Dadurch verliert das Studium seinen wissenschaftlichen Anspruch.
Der ebenfalls anwesende Bochumer AStA-Vorstand samt SP-Präsident (auch Campusgrüne) brachte zudem vor, dass mit den neuen Abschlüssen zunehmend Akademiker in klassische Ausbildungsberufe drängten – und dabei Nichtakademiker aus diesen verdrängten.
Vor einigen Wochen merkte ich ähnlich an, dass diese Abwertung akademischer Abschlüsse sie in Konkurrenz zum klassischen Berufsausbildungssystem stellen und „normale“ Schulabschlüsse zunehmend entwerten würde.

Umweltausschuss (Stadt MG)
Ich hab mir gestern abend mal die Sitzung des Umweltausschusses als Gast angeschaut. Gott, war das langweilig…
Da lernt man das studentische Chaos auf einer Sitzung des Studierendenparlaments richtig schätzen.
Immerhin hab ich jetzt einen ausreichenden Übersicht über die geplante Renaturierung der Niers und Nebenbäche.

Studierendenparlament (AStA HHU)
Da hab ich dagesessen und mir den Spass angeschaut. Leider hat der sonst so amüsante linke Rand gefehlt.
Das am längsten diskustierte Thema war der Antrag einer gruppe, bei der der erste Redebeitrag aus dem SP bereits klarstelte, dass sie gar keine Anträge stellen konnten (der Gruppe gehörten keine Studierenden der HHU an) – dennoch ging die Diskussion eine gute Stunde, bei der Frage, ob es sich um eine Sekte handelte begann es, bizzar zu werden. Als Beispiel etwa für die Unbedenklichkeit von Führerkult wurde der rassistische Esoteriker Rudolf Steiner genannt. Na herzlichen Glückwunsch.
Ganz davon abgesehen, dass es ohnehin niedlich ist, wenn Christen und Guru-Anhänger sich darüber streiten, was eine Sekte sei.

Petitionnerstag XIV 0 

Nachweis für alleiniges Sorgerecht

Der Bundestag möge beschließen, dass ein geeignetes Nachweisdokument über das Bestehen des alleinigen Sorgerechts eingeführt wird.

Nach allem, was ich von alleinerziehenden Eltern hierzu weiss, wäre ein solches Dokument in der Tat eine Erleichterung gegenüber wiederholten Behördengängen zum Erwerb eines solchen Dokuments, das dann zudem nur ein paar Wochen gilt.

Verständlichere Gesetzestexte

Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, sich bei den Ministerin und Ämtern für eine gute und für Bürger verständliche Gesetzestext-Formulierung auszusprechen, damit gewährleistet ist, dass Bürgerinnern und Bürger der Bundesrepublik Deutschland sich über ihre Rechte, Pflichten und Aufgaben informieren können.

Der Bundestag hat interessanterweise bereits eine Kommission zu genau diesem Zweck. Leider müssen Gesetzestexte aber auch enge Vorgaben erfüllen und absolut eindeutig sein – was schnell zu komplexeren Aufbauten führen kann.
Es stellt sich also die Frage, wie weit es überhaupt möglich ist, Gesetzestexte verständlicher zu machen.

Verbot von Einwegflaschen

Der Deutsche Bundestag möge beschließen Einwegpfandflaschen vom Markt zu nehmen und ausschließlich durch Mehrweg zu ersetzen.

Achja, Jürgen Trittins nach hinten losgegangener Versuch, Mehrweg zu fördern. Weg damit!

Blaulicht für Privatfahrzeuge im Diensteinsatz

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Angehörige der Einsatzabteilung einer Hilfsorganisationen der Bundesrepublik im Einsatzfalle blaues Blinklicht (Blaulicht) in Form von magnetischen Aufsetzern auf dem Dach oder mit Saugnäpfen an der Innenseite der Windschutzscheibe am privaten PKW anbringen dürfen

Eine höhere Erkennbarkeit von Fahrzeugen im Einsatz und höhere Flexibilität in der Wahl der Einsatzfahrzeuge durch Verwendbarkeit nicht fest eingebauter Warnlichtanlagen ist definitiv zu unterstützen und verbessert die Einsatzfähigkeit und -koordination der Hilfskräfte.

Anpassung von ALG II an die Inflation

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …Die Regelleistung von von Hartz IV in Zukunft der Inflationsrate anzupassen

Das zählt zu dne Dingen, die eigentlich selbstverständlich sein sollten.

Ansonsten neu in der Mitzeichnung:
Abschaffung der Abgeltungssteuer
Zweitakter-Verbot
Liberalisierung der Wohnungsrückgaberegelungen

Und dann hätten wir noch eine besondere Abstrusität selbst nach Petitionsausschussverhältnissen. Verlangt doch ernsthaft ein Petent, Zahlungsfristen für Rechnungen auf 10 Tage zu begrenzen und noch dazu eine Mahngebühr von mindestens 150 € (!) festzulegen.

Grün ist porno und Meinung illegal 0 

Im wahrsten Sinn des Wortes, glaubt man der staatlich gestützten Jugendschutzsoftware des JusProg e.V..
Zusammen mit den Piraten sind die Webseiten der Grünen sowie zahlreiche politische Blogs mit dieser Software für Jugendliche nicht mehr zugänglich.
Die NPD ist dort übrigens ab 14 freigegeben – herzlichen Glückwunsch.

Bezeichnet jetzt immer noch jemand die Zensursula-Vorwürfe als Paranoia?

Unterdessen wird anderswo in Deutschland polizeilich die Äusserung von Meinungen untersagt.
Dabei ging es um folgende Meinungsäusserung, die als Gedicht vor dem Reichstag vorgetragen wurde:

ERNST STADLER: AN DIE SCHÖNHEIT

So sind wir deinen Wundern nachgegangen
wie Kinder die vom Sonnenleuchten trunken
ein Lächeln um den Mund voll süßem Bangen
und ganz im Strudel goldnen Lichts versunken
aus dämmergrauen Abendtoren liefen.
Fern ist im Rauch die große Stadt ertrunken

kühl schauernd steigt die Nacht aus braunen Tiefen.
Nun legen zitternd sie die heißen Wangen
an feuchte Blätter, die von Dunkel triefen

und ihre Hände tasten voll Verlangen
auf zu dem letzten Sommertagsgefunkel
das hinter roten Wäldern hingegangen –
ihr leises Weinen schwimmt und stirbt im Dunkel.

Fürwahr politischer Sprengstoff. Bloß nicht vortragen, Verhaftungsgefahr!

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Bologna mal wieder 1 

Gestern war im Landtag die Veranstaltung zum Thema „10 Jahre nach Bologna“, moderiert von Ruth Seidl.
Die Veranstaltung war durchaus interessant, und das in mehreren Punkten.

Zunächst einmal die Struktur: Mit Ulrich Welbers (Germanist an der Uni Düsseldorf), Armin Himmelrath (Journalist), Verena Schäffer (Studi an der Uni Düsseldorf und Sprecherin Grüne Jugend NRW) und Johannes Wildt (Hochschuldidakt von der TU Dortmund) waren vier Kritiker der Reform zugegen, auch wenn Wildt sich um eine neutral-deskriptive Position bemühte.
Dagegen war mit Peter Zerlakis von der Hochschulrektorenkonferenz genau ein Pro-Vertreter anwesend.
Man kann das auf den Veranstalter (Bündnis 90 / Die Grünen) schieben, aber da Ruth Seidl gleich zu Anfang klar sagte (zugab?), dass Bologna in Deutschland ein rot-grünes Projekt war, greift die Überlegung nicht. Und auch vor ein paar Wochen bei der Veranstaltung der Rheinischen Post war klar: Es ist einfach schwer, Freunde der Reform zu finden. Schon dort stellte sich der Arbeitgeberverreter überraschend kritisch zur Reform auf, auch wenn er sie grundsätzlich begrüßte.
Alerdings mischte sich auch Herr Gerland von der Uni ein, der in Düsseldorf zu den Organisatoren der Umstellung gehört. Was bei insgesamt 40 Leuten 2 Reformbefürworter ergab. Wobei letzterer allerdings auf meinen Einwand gegen die Verschulung ähnlich wie schon Prorektor von Alemann zeigte, dass er überhaupt nicht verstand, warum die Verschulung der Universitäten ein Problem sein soll.

Interessant auch eine Aussage von Welbers zum Hochschulfreiheitsgesetz:

Frei sind vor allem sechs Leute. Das ist das Rektorat

Insofern interessant, als der rektor immer argumentiert, er sei ja an die Vorschriften aus dem Landtag gebunden – zugleich aber der zuständige Minister Pinkwart sagt, die Hochschulen seien ja frei, er habe da keinen Einfluss. Dieses akdemopolitische Pingpong spielte Rektor Labisch mit Pinkwart und nun spielt es sein Nachfolger Piper mit noch gesteigerter Eloquenz (aber nachlassender Glaubwürdigkeit) weiter.

Und zu guter letzt war die Veranstaltung auch eine großartige Zitatequelle. Ich hab mal gesammelt:

Monokultur der Prüfungen mit hanebüchenen Methoden wie Multiple Choice […] – Wildt zu den Prüfverfahren des Bachelor

Ökonomie ist das Gegenteil von Bildung – Dr. Ulrich Welbers

Die jetzt studieren, das sind Versuchskaninchen, nichts anderes – Armin Himmelrath

Von der Haltung sind sie [die Stduierenden] mindestens so ökonomisiert wie die Landesregierung – ein Wuppertaler Politologe spricht den universitären Generationenkonflikt an

Die Akkreditierungskommissionen prüfen vieles, aber ganz siche rnicht die Qualität der Lehre – Simone Dietz, Philosophie-Professorin aus Düsseldorf, zu den vielgerühmten Akkreditierungsverfahren der Studiengänge

Ich denke insgesamt, der Kurs der Grünen zur Bologna-Reform wird noch ein interessantes Thema werden. Gehen sie den Kurs der Ökonomisierung weiter oder kehren sie zur humboldtschen Bildung als Anregung von Neugier und Wissensdrang jenseits wirtschaftlicher Zwänge zurück?
Das erste Jahrzehnt der Reform endet mitten in einer Krise, in der immer stärker die Berechtigung von Kapitalismus und wachtumsbasierten Wirtschaftssystemen (hervorragender Text dazu übrigens in der aktuellen Zeit) hinterfragt wird – eine spannende Entwicklung, deren Ergebnis auch viel über den Stellenwert der Bildung in Politik und Gesellschaft aussagen wird.

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The Revolution will not be Enterprised 0 

Revolutionen, die nicht televised (im Fernsehen ausgestrahlt) wurden waren gestern. Heute ist etwas anderes viel relevanter: Die Revolution wird nicht enterprised (von Konzernen betrieben).
Das beweist einmal mehr die Energieindustrie mit ihrer weiterhin auf Zentralisierung basierenden Struktur. Was ich bisher immer an den Äusseurngen und öffentlich sichtbaren Denkweisen der Konzernleiter festgemacht habe, hat nunmehr das Institut für ökologische Wirtschaftsförderung in einer Studie bestätigt: Die großen Energiekonzerne betreiben zwar auch regenerative Energiequellen – aber in größtenteils zentralisierten Großstrukturen auf Kraftwerksbasis.
Ein Modell, von dem ich bekanntlich sage, dass es aussterben wird – aber mit diesem System verschwinden auch die großen Energiekonzerne und die werden den Teufel tun, ihre eigene Abschaffung zu beschleunigen. Somit ist klar, warum sie sich so verhalten, wie sie es tun. Auf dem Weg in die energetische Zukunft sind die großen Konzerne der Gegner.

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Windkraft ohne Verspargelung 0 

Naja, eigentlich ohne zusätzliche Verspargelung. Das Design-Projekt Wind-It schlägt vor, Strommasten in Zukunft mit integrierten Windkraftturbinen auszustatten.
Man könnte einerseits Strommasten von klein auf mit solchen Anlagen bauen, aber auch bestehende Masten damit ausstatten.

Winkraft-Strommast

Fraglich ist freilich, ob Strommasten als Teil des zentralisierten Energiesystems der Großnetze noch eine lange Zukunft haben.
Dennoch haben diese Masten große Vorteile gegenüber bestehenden Windkraft- anlagen: Sie nehmen keinen zusätzlichen Platz weg, hängen von Natur aus direkt am Stromnetz und können dadurch nicht nur fast verlustfrei Strom liefern, sondern auch sehr kurzfristig auf Schwankungen im Verbrauch und der Erzeugung reagieren.

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