Böse Leinsamen, Gentechnik und etwas Biologie 0 

Eigentlich bin ich, was Gentechnik angeht, überaus undogmatisch: Sie ist erstmal nur ein Verfahren, Lebewesen mit bestimmten Eigenschaften zu erzeugen, ohne über Generationen hinweg Zuchtwahl betreiben zu müssen (und zwischendurch immer wieder warten zu müssen, dass der neueste Nachwuchs das zeugungsfähige Alter erreicht). Deshalb halte ich die Grundsatzkritik an der Gentechnik auch für verfehlt.

Die Aufregung um den aktuellen Fall von Leinsamenkontamination hingegen, die halte ich für gerechtfertigt.
Und daher möchte ich kurz meine Position zur Gentechnik an diesem Beispiel aufzeigen, die bei einigen Leuten schon für Stirnrunzeln gesorgt hat, hier aber besonders zum Tragen kommt. Wobei ich den Eindruck habe, das Stirnrunzeln erwächst aus der in diesem Thema verbreiteten Schwarzweissmalerei.

Also: Das Gefährliche an diesen leinsamen ist nicht, dass sie – wie alle anderen leinsamen auch – Gene enthalten, sondern worauf diese ausgelegt sind: im Fale der kontaminierenden Samen auf Resistenz gegen Antibiotika.
Medikamenten- und Antibiotikaresistenz bei Krankheitserregern ist eine der größten Bedrohungen, denen unser Gesundheitssystem ausgesetzt ist. Denn je resistenter die Erreger werden, desto schwieriger werden sie (logischerweise) zu bekämpfen.

Nun ist es so, dass Bakterien grundsätzlich die Fähigkeit haben, fremde Gene in ihr eigenes System zu schleusen. Die Resistenz könnte also auf Bakterien übergehen und sich über aktiven Genaustausch (den Bakterien ständig betreiben) verbreiten, eventuell auch auf Bakterien, welche beim Menschen Krankheiten verursachen.
Somit stellt diese speziele Genmanipulation in der Tat ein klares Problem dar, da sie potenziell dazu beitragen kann, menschliche Krankheitserreger gefährlicher und schwerer bekämpfbar zu machen.
Aus anderen Gründen ist beispielsweise auch die Anzucht von Herbizid-, Fungizid- und Insektizidresistenz problematisch (diese Manipulationen gehen mit mehr Gifteinsatz auf dem feld einher).
Das sind also Manipulationen, die man verhindern, boykottieren und wo möglich verhindern sollte. Jeder Protest gegen diese Lebewesen und ihr Verbot ist somit legitim und anstrebenswert.

Nicht vergessen sollte man bei all der Aufregung aber: Nicht nur würde die Herstellung von Insulin für Zuckerkranke ohne Gentechnik zusammenbrechen, auch gibt es durchaus praktische Anwendungen – es gibt etwa Versuche von Tomaten mit höherer Vitaminkonzentration und krebsvorbeugenden Stoffen im Fruchtfleisch (die sind übrigens lila) oder Nüsse für Nussallergiker.
Berühmt geworden ist auch der GloFish, der inzwischen als Haustier erhältlich ist (nicht in Europa, hier sind genmanipulierte Tiere komplett verboten). Obwohl er letztlich vor allem als Haustier Anwendung fand, hat er doch einen praktischen und grade für Umweltfragen nützlichen Effekt: Er ist der erste Entwicklungsschritt zu einem Fisch, der Giftstoffe im Wasser anzeigt. Diesen Zweck hat er bisher nicht erfüllen können, aber immerhin ist er doch ein hübsches Haustier geworden:

GloFish

Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich hier stark von der üblichen grünen Position abweiche. Ich bin aber der Auffassung, dass es bei den Grünen durchaus Platz gibt für weniger, nunja, dogmatische Sichtweisen. Und dass man Dinge manchmal einfach zweimal betrachten sollte.
Ich halte das sogar für den grünsten aller Gedanken: Lasst uns die Dinge ruhig und vorurteilsfrei betrachten. Das heisst: Risiken nicht verschweigen – aber Chancen auch nicht.

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Petitionnerstag XXVIII 0 

Arbeit und die damit verbundenen Gelder beherrschen diese Woche die Petitionen, aber auch ein paar Naturschutzpetitionen sind darunter – und die Erweiterung des Briefgeheimnisses auf eMails.

Bildungswesen an den Bund

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die Hoheit über den Bildungsbereich auf den Bund übertragen wird.

Die Koordination und Kontrolle kann weiter vor Ort erfolgen, dies würde auch zu einer Verschlankung in den Bildungsministerien führen. Möglichkeiten zu Erweiterungen wegen lokaler Besonderheiten (Minderheiten, Versuchsschulen etc.) sollten weiter im Zuständigkeitsbereich der Länder liegen, damit ein Wettbewerb und Profilbildung erfolgen kann, der Bund setzt verbindliche Standards.

Ein bundeseinheitliches Schulsystem würde eine Reihe von Problemen beheben, welche etwa beim Umzug der Eltern in ein anderes Bundesland entstehen.
Wobei ich persönlich es bevorzugen würde, wenn der Bund die Kontrolle über die grundsätzlichen Bedingungen (einheitliches Ende der Grundschule) und bundesweit einheitliche Fächer wie Mathe und die Naturwissenschaften erhielte, der Rest aber Gestaltungsspielraum der Länder bleibt, die beispielsweise bei den Fremdsprachen unterschiedliche Bedürfnisse haben.

Internationalisierung des Artenschutzgesetzes

Der Deutsche B. möge eine Änderung der BArtSchV zum Zwecke des weitläufigen Schutzes internationaler Tier- und Pflanzenarten beschließen. Der Raubbau an natürlichen Habitaten – beispielsweise zur Erhaltung tropischer Regenwälder – kann durch Verebben die ausbleibende Möglichkeit des Bestreitens des Lebensunterhalts auf solche Weise in den betroffenen Ländern vergleichbar mit dem Goldrausch in den USA bei Versiegen der Minen ohne restloses Aufbrauchen wildlebender Bestände eingedämmt werden.

Damit soll der Import von bedrohten Tier- und Pflanzenarten sowie seltenen Tropenhölzern u.ä. gestoppt werden. Die Ausnahme sollen Importe zur Nachzucht darstellen.

Karenzzeit für Regierungsmitglieder

Für Regierungsmitglieder und Staatssekretäre wird eine Karenzzeit von 3 Jahren nach Ausscheiden aus dem Amt für Tätigkeiten, die in einem unmittelbaren fachlichen Zusammenhang mit dem Amt bestehen, eingeführt. Des Weiteren werden die Regelungen aus dem Beamtenrecht, die eine Anzeige- und Genehmigungspflicht für Tätigkeiten nach der Dienstzeit vorsehen, sowie Sanktionen bei Zuwiderhandlungen in Form von Kürzung der Versorgungsbezüge auch auf Regierungsmitglieder und Staatssekretären angewandt.

Nach den neben- nun die Nachtätigkeiten. Vielleicht aber keine schlechte Idee angesichts des Imageverlustes und Schubes der Politikverdrossenheit, welche prominent etwa Gerhard Schörder (Gasprom) und Joschka Fischer (RWE!) auslösten.

Keine Sperrzeit für Arbeitslosmeldungen mit Verzögerung durch Bewerbungen

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass bei einer Kündigung seitens eines Arbeitgebers die 3 Tage Regelung zur Arbeitslosmeldung nicht gilt, wenn man sich im Sinne der Arbeitsagentur verhält und nachweislich sofort auf eine neue Stelle bewirbt.

Okay, das sieht kompliziert aus: Wenn man rabeitslos wird, muss man sich innerhalb von 3 tagen bei der Agentur für Arbeit entsprechend melden, sonst erhält man eine Sperre von 7 Tagen. Die Petition will diese Sperre nun abgeschafft wissen, wenn die Nichteinhaltung der Frist dadurch verursacht wurde, dass der neu arbeitslose sich sofort bei einem neuen Arbeitgeber beworben hat.
Diese Petition dürfte direkt mit der folgendne zusammenhängen:
Sozialversicherung in der Sperrzeit

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass man bei einer Festlegung einer Sperrzeit seitens der Arbeitsagentur zumindest auch während der Sperrzeit sozialversichert bleibt und keine Sozialversicherungslücke entsteht.

Einheitliche Rettungskarten

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass alle Autohersteller gesetzlich dazu verpflichtet sind, eine einheitliche Rettungskarte zur Befreiung verunfallter Personen durch die Rettungskräfte zu erstellen.

Okay, einfache Formel: Wenn es der Sicherheit dient und keinerlei Einschränkungen bedeutet, bin ich dafür.

Mehr Eile bei baumängelverfahren

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Gerichtsverfahren, die angezeigte Baumängel im Rahmen der Baumängelhaftung (innerhalb von 5 Jahren angezeigte Mängel der Bausache) verhandeln, innerhalb eines Jahres verhandelt und abgeschlossen werden

Das erscheint mir überflüssig. Wenn Eile geboten ist, kann man einen entsprechenden Antrag stellen.

Sozialversicheurngsbeitragsfreiheit für Riester-rentner

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …, dass eine Beitragsfreiheit in den Sozialversicherungszweigen der Kranken- und Pflegeversicherung im Rentenbezugsfall in der privaten zusätzlichen Altersvorge nach dem Modell „Riester“ über eine Pensionskasse besteht.

Kurzgefasst: Arbeitnehmer sollen ihren rentenbeitrag nur einmal zahlen müssen, was vernünftig klingt.

Briefgeheimnis für eMails

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass das Briefgeheimnis auf elektronische Post (E-Mails) ausgeweitet wird.

Mal abgesehen davon, dass die eMail eh unter das Telekommunikationsgeheimnis fällt: Der Petent könnte ruhig klarmachen, was er damit denn konkret meint.

Verbot von Zweitakter-Zweirädern

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …

dass in Deutschland ab 2010 die Zulassung von mit Zweitaktmotor betriebene Zweiräder (Mofas, Mopeds…) eingestellt wird und zukünftig nur noch mit Elektromotor betriebene Zweiräder zugelassen werden dürfen. Bereits zugelassene, herkömmliche „Zweitakter“ sind von dieser Regelung nicht betroffen.

Die Petition hat einen Schönheitsfehler: Es gibt noch gar keinen Markt für Elektro-Zweiräder. Ein paar Elektroscooter werden verkauft, aber noch gibt es zu wenig Hersteller von Elektrozwweirädern, um den Markt der Zweitakter zu ersetzen.

ALG-II-Anspruch für Azubis

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, den Abs. 5 des § 7 des Sozialgesetzbuch Zweites Buch dahingehend zu ändern, dass nur Auszubildende, die tatsächlich einen Anspruch auf Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetzes oder der §§ 60 bis 62 des Sozialgesetzbuch Drittes Buch haben, keinen Anspruch auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts haben.

Wer sich als ALG-II-Empfänger an einer Schule weiterbildet, verliert dadurch seinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Was dazu führt, dass etliche Arbeitslose in dieser Zeit gar kein Geld mehr kriegen.

Sorgerecht: Berücksichtigung der Bedürfnisse der Väter

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass zur Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern die besonderen Belange von Vätern zu berücksichtigen und bestehende Benachteiligungen zu beseitigen sind. Dabei sind besondere Maßnahmen zur Förderung der tatsächlichen Durchsetzung der Gleichberechtigung von Vätern und zur Beseitigung bestehender Benachteiligungen zulässig.

Okay, wer die Begründung liest, weiss, was los ist: Da hat sich einer von der Mutter seiner Kinder getrennt (oder umgekehrt) und ist nun sauer, dass ihr neuer Lebensgefährte die Kinder mit erzieht.
Und die beiden sind offenbar ordentlich zerstritten.

Rückholbarkeit von zuviel gezahltem Urlaubsgeld

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, das Bundesurlaubsgesetz zu ändern.
Im § 5 Absatz (3) soll die Rückforderung von zuviel gezahltem Urlaubsentgelt an die Arbeitgeber beschlossen werden

Sonst noch Wünsche?

Dankeschön mit Musikeinlage 0 

An dieser Stelle ein dickes, dickes Dankeschön an alle Grünen-Wähler in Mönchengladbach. Fast 12 Prozent und 8 Sitze (+1) trotz geschrumpftem Rat. Somit bin ich (Listenplatz 7) nunmehr auch Mitglied des Stadtrates der Stadt Mönchengladbach.
Ich freu mich auf eine interessante und spannende Zeit – und hoffe, dazu beitragen zu können, unsere Stadt wieder ganz nach vorne zu bringen. Gemeinsam mit einer starken Fraktion, einem politisch durchaus angenehm bunten Rat und nicht zuletzt den Bürgern dieser Stadt, auf deren Bedürfnisse es letzten Endes ankommt.

Und zugleich ein Glückwunsch an die Linkspartei, die nunmehr Fraktionsstatus hat. Und an Norbert Bude (SPD), der mit einem deutlichen Ergebnis als Oberbürgermeister erhalten bleibt.

Und weil sowieso Zeit für eine neue Musikeinlage ist feiern wir das ganze einfach mit passender Untermalung:

Ausserdem fühl ich mich grade nach Oldschool-RocknRoll, machen wir also einfach mal weiter mit Bob Seger:

Das ist so cool.

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Die Hindenburgstraße und ihre Busse 0 

Ein bekanntes Problem der Hindenburgstraße hier in MG ist die Busauslastung: Seit vor einigen Jahren ein neues Pflaster mit speziell für unsere Altstadt entworfenen Steinen verbaut wurde, gibt es immer wieder Probleme.
Der Grund: Die Straße, durch die täglich etwa 1.000 Busse rollen, ist nur für die Hälfte der Busse ausgelegt. Einen Pflasterbelag für eine solch hohe Anzahl an Bussen existiert auch gar nicht, deshalb war damals ja der neue Steintyp nur für Mönchengladbach nötig – ein Zweikoponentenverbundstein, der die Anforderungen von Fußgängerzonen und Busverkehr kombinieren sollte.
Hingehauen hat das nicht wirklich, was man den Entwicklern angesichts der Herausforderung noch nicht mal vorwerfen kann. Gekostet hat es bisher ein paar Millionen.
Aber das ist nicht das einzige Problem, welches der Busverkehr auf der Hindenburgstraße verursacht: Natürlich ist er auch ein Hindernis bei der Straßenüberquerung.

Andererseits ist er aber auch nötig.
Zuallererst, weil der Alte Markt, der ja versucht so etwas wie ein Stadtzentrum zu sein, nunmal oben auf einem Berg liegt, den man erstmal hochkommen muss. Da ist ein Bus zum Gipfel doch sehr willkommen.
Und, das sollte man nicht verschweigen, der Busverkehr ist hier auch eine Einnahmequelle, denn dafür gibt’s Fördergelder vom Land. Aber nur, solange die Busse fahren. Und auf Geld kann Mönchengladbach in seiner aktuellen Lage leider ganz sicher nicht verzichten.

Was also tun, um diese entgegenstehenden Interessen auszugleichen?
Meine Idee geht hier in die folgende Richtung: Die Hindenburgstraße behält zwar ihren Busverkehr, aber nur bergauf. Der Bergaufverkehr ist wichtig, weil er den Bürgern den Weg hinauf zu den oberen Geschäften der Straße erleichtert, er sollte weiter verkehren.
Allerdings etwas weniger konzentriert als bisher – momentan fahren ja alle Linien, die die Hindenburgstraße in Richtung des Alten Marktes befahren fast gleichzeitig am Hauptbahnhof ab.
Bergab geht es unterdes hinter Altstadt entlang der Linie Straße-Stepgestraße-Steinmetzstraße-Goebenstraße. Das könnte auch den Busverkehr am Europaplatz verbessern: Wenn die aus der Altstadt kommenden Busse nicht mehr aus der Hindenburgstraße, sondern aus der Goebenstraße kommen, wird die südliche Ausfahrt des Busbahnhofes entlastet, der Verkehr kann hier flüssiger rollen.

Als angenehmer Nebeneffekt würd sich übrigens auch die Menge der gefahrenen Kilometer der Busse verringern, da die Strecke bergab etwas kürzer ist als bergauf (sie führt nicht um den Alten Markt herum).
Das wiederum kommt dem Kontingent der Buslinien zu Gute, die die eingesparte Strecke von über den Daumen gepeilten 50 km (500 Fahren bergab mit einer Streckeneinsparung von je 100 Metern am Tag) andernorts einsetzen können – etwa für eine bessere Abendanbindung der umliegenden Dörfer, um den Arbeistverkehr von Pendlern im sonst unabdingbaren Individualverkehr zu entlasten.

Kosten: ein paar Tausend Euro für neue Bushaltestellen und Hinweisschilder auf diese
Effekt: weniger befahrene und somit attraktivere Innenstadt, freigesetztes Potenzial zur Optimierung des Busverkehrs in anderen Bereichen
Störer: Sollte die Innenstadt-Ost hinter dem Hauptbahnhof tatsächlich gebaut werden, ist die alte Innenstadt auf dem Abteiberg eh tot, dann haben sich solche Pläne erledigt und man braucht etwas komplett anderes, um den Abteiberg attraktiv zu halten. Allerdings sieht es aktuell nicht danach aus.

Ad futuram: Straßenkraftwerk 0 

So, nach dem gestrigen Wahlkampftag zurück zu konstruktiveren Dingen: Der guten, alten Kategorie „Ad futuram“.

Da hab ich was hübsches für euch: Solar Roadways, eine Initiative, die grade in den USA einen ordentlichen batzen Geld für ein faszinierendes Projekt erhalten hat.
Der erste Teil ist so naheliegend wie schwer durchführbar: Man nehme die größte zusammenhängende bebaute Fläche der Welt (das Straßennetz) und nutze es als Solarkraftwerk.
Dafür haben die Jungs von Solar Roadways eine spezielle Solarplatte entwickelt, deren Prototyp grade entsteht.
Ein Element von etwa 30×30 Zentimetern soll 7,6 KWh pro Tag erzeugen. Allerdings soll es auch knapp 10.000 US$ kosten – hier kann man nur auf einen extremen Preisverfall für die Bauteile hoffen.

Aber die Straße kann mehr als nur Sonnenenergie ernten:
Eingebaute LEDs bieten eine flexible Straßenmarkierung, die aus der Solarenergie gespeist wird. Und für den Winter gibt es die Möglichkeit, Heizsysteme einzubauen um eine eisfreie Straße zu garantieren.

Noch steckt das Projekt in seinen Kinderschuhen: Die LEDs können problemlos über die Solarenergie versorgt werden, aber man muss sehr genau sehen, ob das System in kühleren Klimazonen (wie Mitteleuropa) nicht mehr Energie verbraucht als es erzeugt – grade durch das Heizsystem.
Dennoch: Zumindest für einige Klimazonen ist das ein vielversprechendes System. Die Realisierung dürfte noch ein gutes Jahrzehnt vorausliegen, aber es ist eine Idee, die in Zukunft großes Potenzial hat.
Interessant wäre auch die Frage, ob man das nicht mit einer piezoelektrischen Anlage verbinden kann – diese würde die Last des Gewichts der über sie fahrenden Fahrzeuge bzw. die dadurch entstehende Reibung in elektrische Energie umwandeln.

via Inhabitat

Freitagsmarathon 3: Abschluss 0 

Ach, ich lass das, es ist ermüdend. Ich denke, der Trend ist klar: Die CDU tritt arrogant und bürgerfeindlich auf, spricht aber von Vernunft und Bürgernähe.

Und genau deshalb noch einmal der Appell: Geht wählen! Um den antidemokratischen Kräften keine Chance zu geben.
Damit meine ich einmal natürlich die, die man immer mit den undemokratischen Parteien meint.
Aber ich gehe weiter: Ich zähle auch die Christdemokraten dazu. Ihre offen antidemokratische Gesinnung gepaart mit einer allgemeinen gesellschaftlichen Akzeptanz dieser Gruppe ist für mich ein erschreckender Trend – und das zieht sich von der Bundesebene bis hinunter in die Kommunen.
Beobachtet man das Gebahren dieser Gruppe in Gemeinden, wo sie traditionell Mehrheiten stellt, so wird klar: Je deutlicher die schwarze Mehrheit, desto klarer zeigen die Paramentarier, dass sie Demokratie im Grunde für eine lästige Störung in ihrer Regierungsarbeit erachten.

So etwas macht mir Sorgen: Es gibt vieles, was man in der Politik vertreten kann, aber Verachtung und Ignoranz der Demokratie, der Grundstütze dafür, dass Politiker überhaupt behaupten können, für die Bürger zu arbeiten, die von ihren Entscheidungen betroffen sind, sind ganz einfach inakzeptabel und haben in einem demokratisch gewählten Gremium keinen Platz.
Das geht von der klassischen Wahllüge über die Wählergegnerschaft („Meckerfritzen“) bis zu offen demokratiefeindlichen Bestrebungen (das allerdings eher auf Landes- und Bundesebene).
Das kann sein, dass man Bürgerinitiativen wahlweise ignoriert (wie bei Giesnekirchen 2015) oder einbindet (Hundelobby), nicht basierend au fihrer Größe, sondern darauf, ob sie den eigenen Zielen entspricht (ein Vorwurf von dem ich trotz Koalition mit der CDu die FDP auf kommunaler Ebene freisprechen kann). Oder auch, dass man Anträge im Stadtrat ablehnt und dann ein halbes Jahr später seinerseits einen identischen Antrag einbringt (geschehen mit dem grünen Antrag für Hundewiesen).

ich rufe daher alle auf, die Demokratie und Bürgerbeteiligung am leben in ihrer Stadt würdigen: Geht wählen.
Egal wen. Es stehen genug demokratische Parteien für alle zur Wahl: Grüne, Linke, SPD, Zentrum, FWG und FDP (zugegeben, die Reihenfolge ist meine eigene Präferenz) treten als Demokraten zu dieser Wahl an.
Geht eine davon wählen. Für mehr Demokratie in unserer Stadt.

Die Wahl ist übermorgen bis 18:00. Nehmt euch die Zeit.

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WIR – Eine Detailkritik (Freitagsmarathon 1) 0 

Die Nachrichtendichte ist heute, wohl angesichts des auslaufenden Kommunalwahlkampfes, unglaublich hoch.
Und wie üblich stechen unsere schwarzen Freunde besonders hervor.
Ja, heute gibt es viel zu lesen. fangen wir an mit der WIR in Form einer kurzen Detailkritik.

Die wir, bekanntlich die Gemeindezeitung der evangelischen Kirche in Mönchengladbach

Nee, nochmal.
De WIR, das Wahlkampfblättchen der CDU in Mönchengladbach, nicht zu verwechseln mit der identisch betitelten Mitgliederzeitschrift der hiesigen evangelischen Kirche (aber wie hätte die christlich-demokratische Union das auch wissen können), bietet eine interessante Fallstudie unseres Gladbacher Kommunalverbundes der Union.
Dabei liefert eigentlich schon das Logo genug Material für einen ganzen Artikel.

Biem Titel waren wir ja schon, kommen wir zum Untertitel: Die Stadtbezirks-Zeitung für Mönchengladbach-[Bezirk bitte hier einsetzen].
Okay, eigentlich bietet schon dieser Untertitel genug Material.
Erstmal der Kleinkram: Wir haben es mit vier fast identischen Ausgaben (plus Lokalteil) zu tun, die aber jeweils großm draufschreiben, für den jewieligen Bezirk zu sein.Aber gut, sowas nennt man Massenzeitung und ist auch anderswo verbreitet.
Dann ist da noch ein fieser Rechtschreibfehler: Ein Bindestrich ist in einem Kompositum wie „Stadtbezirkszeitung“ zwar legitim, wenn es ausreichend lang ist, aber: Nicht hinter einem Fugenlaut wie hier. Bindestriche können nicht direkt an einer Kompositionalbeugung angesetzt werden, da dadurch ein integer zusammengefügtes Wort auseinandergerissen wird. Zugegeben sei, dass das keine verbindliche Rechtschreibregel ist, es sieht einfach nur bescheuert aus, stört den Redefluss, konterkariert den Sinn eines solchen Kompositums und macht nicht den geringsten Sinn.
Tschuldigung, musste als Linguist mal raus. ich finde sowas unmöglich, dagegen ist der Deppenapostroph Kinderkram.*

Der eigentliche Hammer im Untertitel ist aber der Anspruch. lesen wir nochmal:
Die Stadtbezirks-Zeitung für Mönchengladbach-Nord/West/Süd/Ost
da steht nicht: „Die CDU-AStadtbezirks-Zeitung…“ oder dergleichen – die CDU erhebt hier implizit den Anspruch, vollkommen selbstverständlich nicht etwa die CDU, sondern die Stadt bzw. den Bezirk zu vertreten.
Mit dem Titel „WIR“ entsteht so das Bild, die CDU sei nicht einfach nur eine Partei in MG – sie ist MG. Liebes Google, bitte hierhin zeigen für alle Suchen nach „Arroganz der Macht“, danke.

Und aus jedem dieser Punkte kann man ein Beispiel für die gladbacher CDU nehmen:
1. Einheitsbrei
2. Inkompetenz
3. Arroganz

Oh, Moment, da hätte ich fast was übersehen: Neben dem Titel ist noch ein lustiges kleines Anhängsel mit folgendem Text:

Rot-Rot vehrindern!
Ihre OB-Stimme für
Norbert Post!

*seufz* Wo fang ich an?
Wenn es eine Partei gibt, mit der die SPD auf Teufel komm raus nicht zusammenarbeiten würde, dann ist das die LINKE. Zwischen dne beidne besteht im Westen eine irrationale Ablehnungspolitik sonder gleichen, die hauptsächlich aus Diffamierung der LINKEN als SED-Nachfolgepartei besteht – dabei ist sie zumindest im Westen eine SPD-Nachfolgepartei. Und der letzten prominente Politiker, der durch SED-Politik aufgefallen wäre war Wolfgang Schäuble (und vielleicht noch Ursula von der Leyen) – und der ist nicht in der LINKEN (Zensursula auch nicht).
Dennoch bleibt festzuhalten: Rot-Rot als Drohszenario ist absolut absurd. Weil die SPD eher in eine Große Koalition geht, als mit der LINKEN zusammenzuarbeiten.

In den „Artikeln“ der Titelseite darf man dann lesne, wie bürgernah Norbert Post, der es übrigens immer noch verweigert, Bürgerfragen zu beantworten, doch sei.
Ansonsten belangloses.
Norbert Post als Mephisto in FaustInnen Wahlkampfgeplänkel und mein Lieblingsfoto von Norbert Post, auf dem er aussieht, als würde er grade den Mephisto in einer Aufführung des Faust spielen (siehe links). Der Bart, das Grinsen, perfekt.

Dann gibt es noch etliche Kandidatenvorstellungen, was gar nicht mal schlecht ist – eine gelungene Vorstellung der meisten Kandidaten mit konkreten Zielen, Vorhaben und Ideen.
Hier mal ein Lob an die Konservativen.

Oh, und noch ein paar Sachthemen, die interessant sind:
Schulden

Mönchengladbach ist verschuldet und weit davon entfernt, einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren zu können.

Und jetzt ratet mal, welche Partei seit Mitte der 1950er Jahre die Ratsmehreiten stellt und somit dafür verantwortlich ist? Kleiner Tipp: Direkt unter dieser Aussage ist das Impressum der Zeitschrift, da steht die Antwort.

Flughafen

[…]die Faustformel gilt nach wie vor: Eine Million Passagiere schaffen 1.000 Arbeitspläze

Wer hat sich den Quark denn ausgedacht?

Der Rest der Punkte im Bereich Verkehr und Stadtentwicklung ist übrigens bei den GRÜNEN abgeschrieben: Renaturierte Niers, mehr Radwege, Erhalt des Theaters, Verkehrsberuhigung, S-Bahn-Haltepunkt Hermges-Hochschule… da kann man auch gleich das Original wählen ;-)

Und dann finden wir auf der letzten Seite noch einen Artikel, der offenbar komplett auf die Zielgruppe geht – deshalb ist er wohl auch so prominent eingesetzt worden. Und trotzdem Mist.
Es geht um das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit. Die Konservativen verbreiten schon seit einiger Zeit die Behauptung, es käme auf den Stufen des Theatervorplatzes an der Hindenburgstraße regelmäßig zu „Gelagen“.
Das ist, mit Verlaub, vollkommener Schwachsinn. Sicherlich sitzen da ab und an mal ein paar junge Leute (meist Punks) mit ein paar Bier beisammen. Aber das ist normal und wer aus Düsseldorf in unsere Stadt kommt, staunt in der Regel nicht schlecht, wie gesittet es dabei zugeht: Ich belaufe den Platz, der laut CDU ständig mit Glasscherben und leeren Flaschen „bedeckt“ ist (so sehr übertreibt sie in ihrer Wahlkampfzeitung nicht, aber anderswo) regelmäßig barfuß.
Die Punks in Gladbach arbeiten auch sehr positiv mit der Polizei zusammen und sorgen selbst für ihren guten Ruf – sie sind Gladbacher und sie haben ein ausgeprägteres Bewusstsein für diese Stadt als so mancher Kommunalpolitiker. Im Wahlkreis Hermges-Dahl-Ohler lädt man Anwohner unterdessen zu einer Veranstaltung ein – mit 300 Litern Freibier. Aber, so darf man der WIR entnehmen, der hier im Wahlkreis vorgeschlagene Schützenhof ist ja ein Raum, wo man sich (festhalten) „unter professionellen Bedingungen“ besaufen kann.
Davon ab: Das Alkoholverbot ist eh legal nicht durchsetzbar, wie Freiburg vor kurzem erfahren musste.

*Ja, bei mir wimmelt es auch von Tippfehlern und in einigen Punkten habe ich eine absichtlich von den Duden-Regeln unterschiedliche Rechtschreibung. Aber ich bin Blogger, ich darf das ;-)

Petitionnerstag XXVII 0 

Das Themenspektrum weitet sich wieder, keine Themenwoche diesmal. Obwohl sich immerhin 3 von 9 Petitionen mit Autos beschäftigen.

Vereinfachung von Firmenspenden an Vereine

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …
daß Firmen und gewerbliche Betriebe, Sachspenden, in Form von abgeschriebenen oder ausgedienten Notebooks, PC´s, Druckern, Monitoren und zugehöriger Peripherie,
ohne großen Aufwand, sowie steuerliche Nachteile für den Spender, an wohltätige Vereine, Stiftungen und sonstige soziale und bedürftigen Einrichtungen spenden können.

Bei Sachspenden erscheint mir dies sinnvoll – die Menge an Ausschuss beispielsweise von Computern grade bei großen Betrieben ist enorm und gut 98% davon sind eigentlich noch verwendbar. Zugleich besteht bei wohltätigen Vereinen, Schulen etc. ein großer Bedarf, der finanziell nur mit enormem Aufwand gedeckt werden kann.
Explizit ausnehmen sollte man allerdings Sponsoring-Ansätze.

Freie Einfahrt in Umweltzonen für Ausländer

Der Deutsche Bundestag möge beschließen Fahrzeugen mit ausländischen Kennzeichen die Einfahrt in Umweltzonen zu erlauben, solange es keine europaweiten Standards in diesem Bereich gibt. Eine EU-Initiative sollte hierzu in die Wege geleitet werden.

Das leicht verwirrend platzierte „hierzu“ bezieht sich auf die Einführung europaweit einheitlicher Standarts für die Kennzeichnung der so genannten Umweltzonen.
Im Grunde strebt der Petent also eine (mE sinnvolle) Vereinheitlichung, gekoppelt mit einer Übergangsregelung, an.

Vereinfachung der Kraftfahrerlizenzverlängerung

Vereinfachte Abwicklung und Kostenreduzierung der Verlängerung des LKW-Führerscheines C ab dem 50. Lebensjahr

Die konkrete Forderung lautet, statt einer Führerscheinneuausstellung einfach eine Verlängerung des alten Führerscheins über ein Beiblatt durchzuführen.*

Senkung der Hürden für eine Sondereinfahrgenehmigung in Umweltzonen

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …
die Hürden der Ausnahmegenehmigungen für Umweltzonen bundesweit zu senken.

Die Petition selber erwähnt leider nicht, dass es um Behinderte geht, die auf das Kfz angewiesen sind, was das Anliegen wesentlich sinnvoller macht.

Einführung einer Berufsarmee

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …Grundgesetzänderung des Artikel 12a zur Einführung einer Berufsarmee in Deutschland für Frauen und Männer.

Alte Forderung inzwischen eigentlich aller Parteien ausser der CDU, daher wie jedes Mal, wenn sie auftaucht auch weiterhin zu unterstützen.

Überprüfung einer Pauschalabgabe auf Medien

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, in wieweit sich eine Pauschalabgabe mit dem Grundgesetz und anderem dem Bürger zugesprochenen Rechten, in Bezug auf Besitz und Vervielfälltigung seines Eigentums, vereinbaren lassen.

Das ist leider ein Fall von „Falsches Gremium, Kumpel“ – diese Frage kann der Bundestag nicht klären, für sowas ist der Bundesgerichtshof (BGH) zuständig.
Es gab hier 2005 ein Urteil des OLG München, der die Abgabe bei PCs für rechtens erklärte, aber eine Reform des Urheberrechts (inzwischen erfolgt) einforderte. Allerdings ging es dort – trotz Einschaltung des BVG – nicht um die hier gestellte verfassungsrechtliche Frage. Interessant ist, wie die VG Wort 2007 auf ein gegenteiliges Urteil am OLG Düsseldorf reagierte, wo man erklärte, das Urteil habe „keine Relevanz“.

Gegen die fiktive Festlegung von Krankenkassenbeiträgen in eheähnlichen Gemeinschaften

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass das Fünfte Sozialgesetzbuch (SGB V) so geändert wird, dass bei keinen Einkommen der Beitrag zur Krankenversicherung nicht fiktiv festgelegt wird sondern sich am Beitrag von ALG II Empfängern orientiert, oder dass wie bei andern Leistungen der Sozialgesetzbücher alle Einkommen zusammengezogen werden und sich daraus der Beitrag beider Versicherungsbeiträge errechnet, oder die Familienversicherung auch bei eheähnlichen Gemeinschaft möglicht sind.

Das landet hier unten, wiel ich von den Bedingungen in eheähnlichen Gemeinschaften einfach keine Ahnung habe. Die Dinger sind grundsätzlich ein seltsames Konstrukt und machen nur Ärger, insofern stimme ich schon aus Gründen der Vereinfachung der alternativen Forderung der Petition zu, diese doch einfach der klassischen Ehe gleichzustellen.
Wirklich, dann hätten alle was gewonnen.

*Bonuspunkte für die Herausforderung besonders langer Wortketten: Führerscheinneuausstellung ist ja schon nicht schlecht, aber Kraftfahrerlizenzverlängerung dürfte ein Meisterstück sein – zumal das schon der Versuch ist, es kurz zu machen.

Ad futuram: Lebende Brücken 0 

Das ist es, wohin die Architektur der Zukunft gehen sollte: In den Regenwäldern von Meghalaya, Indien, haben die dort lebenden Khasi eine Art von Architektur geschaffen, wie sie sonst nirgendwo existiert: Indem sie die Wurzeln einer dortigen Gummibaumart in ihrem Wachstum lenken, bauen sie über einige jahre hinweg lebende Brücken – einschließlich Geländer, abgesichert durch Äste und Lianen zwischen Boden und Geländer.

Die Brücken sind lebendig, werden mit zunehmendem Alterimmer stärker und reparieren Schäden von selber über die natürlichen Immunfähigkeiten der Bäume, zu denen sie gehören.
Eine solche Brücke bis zur Benutzbarkeit zu bauen braucht 10 bis 15 Jahre, aber die Ergebnisse sind beachtlich. In der zwischenzeit kann man das Gerüst, welches die Wurzeln in ihre Wuchsrichtung bringt, als Brücke nutzen.

Es wäre spannend herauszufinden, ob derlei auch mit hiesigen Bäumen möglich wäre. Lebende Fußgängerbrücken über schmale Gräben wie etwa Landwehre oder Bachgräben wären eine faszinierende Bereicherung für unsere Städte und Parks, die unser Verhältnis zur Natur und unser Bild von ihr erheblich verbessern könnten.

Lebende Gummibaumbrücke

mehr faszinierende Bilder und details über die lebenden brücken bei Root Bridges.

via Inhabitat

AStA der Uni Düsseldorf begrüßt Pflaster, ignoriert Wunden 0 

Der neue AStA der düsseldorfer Uni ist schon interessant: Gemeinsam mit den Studiengebührenbefürwortern von LHG, PARTEI (aka Markenpiraten) und RCDS will der aktuelle Vorsitzende Andreas Jentsch gegen Studiengebühren vorgehen.
Nun bot sich eine Steilvorlage angesichts des neuen Stipendienprogramms des Landes NRW – und was macht der AStA? Lässt Gebührenbefürworter Patrick Mebus (1. stellvertretender Vorsitzender) auf das Thema los, der dann auch prompt konstatiert:

Wir freuen uns, dass endlich ein erster Schritt zu einem Stipendiensystem angegangen wurde. Wir Studierende fordern seit vielen Jahren, dass es endlich eine Grundversorgung mit Stipendien gibt. Insbesondere damit nicht so viele Abiturientinnen und Abiturienten aus finanziellen Gründen von einem Studium abgehalten werden. Und für die Uni Düsseldorf gibt es nun neues Instrument, Studierende für ein Studium in der Landeshauptstadt zu begeistern.

Das ist jetzt zunächst einmal gar nicht so schlecht, an sich ist gegen ein Stipendiensystem nichts zu sagen, im Gegenteil.

Und mebus hat sogar Kritik am System, oder was er dafür hält:

Neben Lob gibt es aber auch Kritik von der Düsseldorfer Studierendenschaft. Mebus: “Dies kann noch nicht das Ende sein, die Anstrengungen müssen weitergehen. Wir fordern, dass in den kommenden 5 Jahren mindestens 10 % aller Studierenden ein Stipendium erhalten.”

Und hier wäre die Steilvorlage gewesen: Kritik hätte hier an einem ganz anderen Punkt ansetzen müssen: Stipendien sind nichts weiter als das Pflaster, das gar nicht nötig gewesen wäre, hätte niemand die Wunde Studiengebühren geschlagen.

Die Logik hinter der Belobung des Stipendiensystems ist ebenso erschreckend wie ausgeklügelt und findte in mehrere Schritten statt:

1. Einführung von Studiengebühren und zeitlich restriktiven Studienstrukturen
2. Erzeugung von Finanzierungsnot bei den Studierenden durch Verunmöglichung von Teilzeitstudium
3. Einführung von „Lösungen“ für die zuvor gar nicht vorhandenen Probleme
4. Sich für diese „Lösungen“ feiern lassen

Jetzt setzt man den ersten Schritt noch an den Anfang und den letzten ans Ende der Legislaturperiode, fertig ist die Illusion guter Arbeit durch Herrn Pinkwart samt Trittbrettfahrerbonus für die Hochschulgruppen.
Im übertragenen Sinne: Ich schlag jemanden Grün udn Blau, schenk ihm ien paar Pflaster und lasse mich für die Pflaster als Held feiern. Und perverserweise funktioniert das auch noch.