Meine letzten vier Veröffentlichungen Mad Scientist Journal Autumn 2018 Fiction Science The Dinosaurs of Jurassic Park and Jurassic World Steaks, Walls And Dossiers Zur Übersicht aller Veröffentlichungen YouTube-Kanle

Arcandor – was nun 0 

Absehbar war es ja schon seit einiger Zeit, nun ist es endgültig: Arcandor wird wohl zerschlagen.

Bedeutend ist das über den dortigen Karstadt für die rheydter Innenstadt, die bei einem Verlust des Marktes zu veröden droht.
Ich hatte mich damit ja schon einmal beschäftigt – und so, wie die Entwicklung dieser Kette läuft, werde ich das wohl auch noch ein paar mal tun.

Zusammen mit einigen anderen Ideen, die ich in den letzten Wochen hatte, kombiniere ich hier jetzt einmal ein Szenario, wie Mönchengladbach (und Rheydt) gestärkt aus dem eventuellen Verlust des Karstadt hervorgehen kann.
Ob ich das in der Politik vorschlage, hängt von der weiteren Entwicklung bei Arcandor und dem rheydter Standort ab – hier im Blog entwickle ich erstmal.

Ausgangslage
Gehen wir von folgenden Voraussetzungen aus:
1. Arcandor wird zerschlagen, Karstadt verkauft seine Märkte.
2. Durch die starke lokale Konkurrenz (Real, Marktkauf, Galerie am Marienplatz) und die absehbare Baustelle vorm Eingang (Marktplatzumbau ab 2011) hat kein Investor ernsthaftes Interesse an dem Kaufhaus.
3. Die Innenstadt-Ost von Rheydt soll erhalten bleiben, eine Verlagerung der Innenstadt nach Westen Richtung Hauptbahnhof ist nicht erwünscht.
4. Die Zentralbibliothek hat Bedarf an neuen Räumen, bei einem Umzug würde aber die Stiftung des jetzigen Bibliotheksgrundstücks verfallen.
5. Gladbach will sein Profil als Sportstadt stärken

Handlungsoption bei Aufgabe des Karstadt
Wir gehen also davon aus, dass Karstadt einen Erhalt am Standort Rheydt nicht schafft bzw. potenzielle Investoren daran kein Interesse haben. Ein herber Verlust für Rheydt – aber es gibt andere Bedürfnisse in der Stadt, die dies ausgleichen könnten.
Im Juni sprach ich die Option an, die Zentralbibliothek in das Gebäude zu verlegen. Die Bibliothek braucht ein größeres, energetisch modernes Gebäude und der Karstadt-Komplex, in dessen oberen Stockwerken bereits die Zweigbibliothek Rheydt Platz findet, wäre ideal.
Die Stadt spart die Baukosten für ein neues Bibliotheksgebäude (für die Ersparnis kann man das Gebäude dann mal energetisch sanieren), Rheydt hat weiterhin einen Anziehungspunkt für Leute, in den Osten der Innenstadt zu kommen (sogar einen stärkeren als zuvor) und die Bibliothek hat wesentlich mehr Platz zur Verfügung, etwa vergleichbar mit der Landesbibliothek.

Die Innenstadt Mönchengladbach auf dem Abteiberg würde so natürlich einen Anziehungspunkt verlieren – wenn auch einen ohnehin etwas peripher gelegenen. Das Grundstück ist zudem so gestiftet, dass dort nur ein Museum oder eine Bibliothek stehen kann, sonst verfällt der städtische Besitz daran.
Hier nun kommt der Sportpart der Annahmen ins Spiel.
In meinem Artikel über Joseph Pilates deutete ich die Möglichkeit eines Pilates-Museums in Gladbach an. Dazu nun mehr.
Die Idee wäre das Joseph-Pilates-Museum für Fitnessgeschichte. Im Stile moderner Museen ist es ein Mitmachmuseum: Gezeigt werden historische Trainingsgeräte von der Antike bis in die Gegenwart, die als Replika auch benutzt werden können. Weitere nicht-interaktive Exponate zur Ideengeschichte der Fitness und dem Körperbild würden diese Einrichtung ergänzen – von den alten Griechen über die Nazis bis zur modernen Fitnessbewegung. Diese Kombination aus Museum und Fitnesseinrichtung wäre weltweit einmalig und stellt für Mönchengladbach eine einmalige Gelegenheit dar, sein Profil als Sportstandort und Geburtsort von Joseph Pilates und zahlreicher weiterer Sportler zu stärken.

Peripherie
Ein paar andere Projekte lassen sich damit auch noch verbinden:
Die von Gerd Schaeben (Grüne) vorgeschlagene Bibliothek zwischen den gladbacher Altstadtgymnasien Math-Nat, Huma und Geroweiher auf dem Gelände des alten Zentralbades könnte kleiner und komplett auf die Bedürfnisse der Schulen zugeschnitten gebaut werden. Vor alem die an alten Schriften reiche Bibliothek des Huma würde von der professionell-bibliothekarischen Behandlung und Archivierung profitieren, während die Schüler einen speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Lernraum erhalten, was die Unterrichtsqualität erhöht.
Auch würden die Schüler einen Verweilraum erhalten, in dem weitere kulturelle Einrichtungen angesiedelt werden können – es entstünde im Idealfall eine Art Bildungsviertel aus Bibliothek, Gymnasien, Musikschule und eventuellen weiteren Einrichtungen mit einem ganz eigenen, positiven Flair am Fuße des Abteibergs, von dem die ganze Stadt profitiert. Vor allem würde dadurch wiederum die Stadt ihre (aktuell nicht vorhandene) Attraktivität für Jugendliche wiedergewinnen.

Folgen
Die rheydter Innenstadt gewinnt durch die nun in Rheydt ansässige Zentralbibliothek an Attraktivität für Peripheriekunden (Kunden der Bibliothek, die – wo sie schonmal da sind – auch gleich einkaufen gehen).
Die Innenstadt von Mönchengladbach erreicht das selbe Ziel mit einem weltweit einmaligen Museum und einem benachbarten Schulviertel, welches eventuell auch die Attraktivität der Gesamtstadt für Jugendliche erhöht.
Zugleich steigert das Joseph-Pilates-Museum Bekanntheit und Profil der Gesamtstadt, auch hiermit einem besonderen Fokus auf junge Leute. Das neue Stadtprofil ist ein Schritt, Bevölkerungsverlust und demografischen Wandel in Gladbach zu besänftigen.
Durch einen einzigen Umzug, einen Einzug und einen Bau haben wir hier die Möglichkeit, das Bild und die Attraktivität der Stadt nachhaltig zu verbessern.
Nun zu den Nachteilen: Die Karstadt-Mitarbeiter wären arbeitslos, so sie nicht für den Einsatz in den Bibliotheken und dem Musuem umgeschult werden können. Und das ganze dürfte die Stadt schätzungsweise 8-10 Millionen € kosten, wobei die meisten Kosten auf den Neubau an der Lüpertzender Straße (Gelände altes Zentralbad) entfallen. Und ja, die Schätzung liegt bewusst am oberen Ende der möglichen Kosten, damit niemand die kurzfristige Belastung unterschätzt. Und weil ich in solchen zahlen nicht so die große Erfahrung habe – da setze ich lieber vorsichtigerweise sehr hoch an. Nicht enthalten ist der eventuell anfallende Kaufpreis für das Karstadt-gebäude. Andererseits könnte das Museum von einer Stiftung übernommen werden, statt der Stadt zu Last zu fallen.

Und das wäre der aktuelle Stand meiner Ideen zu diesem Thema in unserer Stadt. Ich bin ziemlich sicher, da kommen mit der Zeit noch Details hinzu.
Über Input von rundherum würde ich mich sehr freuen.

MG Relevant: Joseph Pilates 1 

MG Relevant wird in unregelmäßigen Abständen in das vergessene oder vernachlässigte Erbe der Stadt Mönchengladbach (einschließlich eingemeindeter Orte) eintauchen und so zeigen, wo das Potenzial der Stadt eigentlich liegt und wie es in Zukunft genutzt werden könnte.
Thema der ersten „Ausgabe“ also: Joseph Pilates

Joseph Pilates mit 82Worum geht es
Joseph Pilates – wer schonmal in das Angebot eines Sportstudios reingeschnuppert hat, dem wird zumindest der zweite Teil dieses Namens bekannt vorkommen. Die von ihm unter dem Namen „Contrology“ entwickelte Trainingsmethode trägt inzwischen seinen Namen und ist von New York bis Tokyo – wo es als „Yoga des Westens“ gilt – bekannt.
Nur in Deutschland wurde Pilates vergessen – ausgerechnet in der Zeit, als Pilates sich anderswo etablierte hatten die Deutschen das Dritte Reich mit seinem Körperkult zu verdauen. Als dieses sich andeutete, war Pilates übrigens schon ausgewandert – nach New York, wo er seine internationale Anerkennung erlangte.
Erst jetzt, mit der zunehmenden Internationalisierung der Fitnessszene (im Schlepptau von Yoga), erhält auch Pilates wieder Aufmerksamkeit. Sein „Contrology“ – inzwischen ja nach ihm benannt – hat den großen Vorteil, fast ohne Hilfsmittel auszukommen und somit günstig zu sein und jederzeit überall ausgeführt werden zu können.
Er selbst bemaß den Erfolg seiner Methode an sich selbst: Mit 86 noch stellte er fest, nie krank gewesen zu sein, noch nicht einmal je eine Aspirin benötigt zu haben. Fotos aus dieser Zeit zeigen ihn als muskulösen Mann in bester Form (auf dem Foto zu anfang dieses Artikels ist er bereits 82).

Wo ist nun die Verbindung zu Mönchengladbach? Nun, Pilates ist Gladbacher (bzw., wie so viele lokale Berühmtheiten, Rheydter): Geboren am 9. Dezember 1883 in der Dahlener Straße 32, seine Familie wohnte im Haus Dahlener Straße 79 – ein rosanes Haus mit weissen Verzierungen, welches übrigens heute noch steht, auch wenn man einen Hinweis auf den berühmten ehemaligen Bewohner vergeblich sucht.

Was kann man tun
Zunächst das offensichtliche: Joseph Pilates ist eine international dermaßen bekannte Persönlichkeit, dass es einem Skandal gleicht, dass es weder eine nach ihm noch nach der von ihm erfundenen Sportart benannte Örtlichkeit (Straße, Platz etc.) gibt. Der Name Pilates-Straße, Joseph-Piltes-Weg oder ähnliches muss ganz vorne in der Liste zukünftig zu vergebender Straßennamen stehen.
Ich werde ihn in Zukunft jedesmal vorschlagen, bis er endlich durchkommt.
Die andere Idee wäre ein Pilates-Museum für Sportgeschichte. Das Konzept für dieses Museum hier zu beschreiben, ginge etwas weit und so lange will auch niemand am Stück lesen – ich komme irgendwann in Zukunft darauf zurück, jedenfalls soll es kein normales Ausstellungsmuseum sein, das wäre dem Thema der Einrichtung unangemessen. Grundidee ist eine Art Mitmach-Museum, welches sich auf Mönchengladbachs historisch herausragende Rolle im Sport (Fußball, Kampfsport, Rennsport, Pilates) bezieht und die Stadt als sportliche Großstadt etabliert.
Dazu kommen natürlich noch etliche weitere Ansätze, um Mönchengladbach ein gerechtfertigtes Image als Sportgroßstadt zu verleihen und dieses zu fördern. Joseph Pilates kann hierbei als Personalisierung dieses Bildes dienen – grade jetzt wird Pilates zunehmend bekannt und die Stadt sollte darauf reagieren, indem sie die Herkunft dieses bedeutenden Sporttheoretikers betont und ins Gedächtnis ruft.

Zum Weiterlesen
Leider gibt es kaum deutsches Material von oder über Pilates. Sein grundlegendes Werk ist nur antiquarisch erhältlich. Daneben habe ich noch die Pilates-Ausgabe der Für-Dummies-Serie verlinkt, die hervorragende Ratgeber bringt, auch wenn ich diesen Band selbst nicht kenne.

Extra Extra Vlogs und Geschichten Fiction Science