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Mangels Zeit: Kurz kommentiertes 0 

Ein bisschen Kleinkram, der sich angesammelt hat und zwar erwähnenswert ist, aber nicht ausreichend Inhalt für einen eigenen Blogeintrag bietet, gesammelt und kurz zur allgemeinen Belustigung und/oder Information abgehackt:

FDP empfiehlt: Keine FDP wählen
Das Konzept des Wahlversprechens hat ja was für sich. Vielversprechend finde ich allerdings die Variante, die die FDP nun gefunden hat: Nichtwahlversprechen, also versprechen darüber, was die Partei tun wird, wenn sie nicht in die Regierung kommt.
Das liest sich dann so:

Als überzeugter Liberaler werde ich mich entschlossen dafür einsetzen, dieses Gesetz (v.d. Leyens Zensurgesetz – d. Red. shadaik) wieder abzuschaffen. Die FDP wird ihr Vorgehen von dem Ausgang der Bundestagswahl abhängig machen. Einen Gang vor das Bundesverfassungsgericht halte ich für wahrscheinlich, sofern eine Regierungsbeteiligung der FDP ausbleiben sollte.

Oder auf deutsch: Wenn ihr uns nicht wählt, gehen wir gerichtlich gegen das Zensurgesetz vor. Wählt ihr usn hingegen und wir kommen in die Regierung, halten wir die Klappe.
Das ist kein Witz, das ist Jörg Behlen

Axel Springer will keine Leser
Auf Wiedersehen, Springerpresse.
Auf 60 Jahre Qualitätsjournalismus wie diesen:

Killerkanickel

Das mit der Beute funktioniert übrigens so: Der Pfeilhase wartet geduldig auf einem Stein, bis das Gras ihn nicht mehr bemerkt und über die Sache wächst. Und dann schlägt unser Killerkanickel zu: Ein Grashalm nach dem anderem wird zu einem grausamen, tragischen Tod zermümmelt.
(Mit Dank an MeineGitarreBrauchtStrom drüben im FGH)

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Journalismus und ich 0 

Nachdem ich hier ein paar Mal gegen den Printjournalismus geschossen habe stellt sich natürlich die Frage: Darf der das überhaupt? In Deutschland muss man ja, um sich zu etwas zu äussenr, selbst dazugehören.
Das ist etwas seltsam, ist aber so.
Die Frage ist also: Bin ich Journalist?
en wir mal
Das ist mangels allgemein akzeptierter Definition des Begriffes etwa so wie die Frage „Bin ich ein Plumpaquatsch“, aber gehen wir mal mit der Definition, für die man einen Presseausweis kriegt. Dafür muss man seine Einkünfte maßgeblich aus journalistischer Tätigkeit beziehen.

Demnach bin ich eher kein Journalist, meine Einnahmen liegen etwa bei 50 € Journalismus, 120 € Eltern und 250 € Aufwandsentschädigung.

Wie sieht’s aber mit dem Selbstverständnis aus?
Auf Sporle & Co. ist die Sache einfach – ich schreibe täglich Nachrichten und gehe dafür hauptsächlich Internet und Pressemitteilungen durch. Für Messen lasse ich mich (bisher immer erfolgreich) als Presse akkreditieren. Technisch gesehen bin ich mit dieser Seite also wohl Journalist.
Interessanterweise sehe ich Shadaiks Irrelevanzia mehr als Hobby und private Sammlung von Dingen, die mich interessieren. Da aber ein Blog immer eine öffentliche Sache ist, gebe ich mir natürlich Mühe, vernünftig recherchierte und fundierte Texte zu schreiben. Meine hiesige Arbeit ist also journalistischer als das, wofür ich meine Presseakkreditierungen kriege. Dabei decke ich alle Sparten ab – Nachrichten, Kolummentare, Unterhaltung, ab und an auch mal Glosse und Berichte in eigener Sache. Dass ich dabei eine klare Ausrichtung habe (grün, linksliberal, basisdemokratisch) gebe ich offen zu – was ich zumindest schonmal ehrlicher finde als den Mainstreamjournalismus, der seine politische Ausrichtung grundsätzlich verschweigt.

Was bleibt ist ein etwas seltsamer Eindruck: Ich werde für meine mit weniger Aufwand erstellte Themenseite als Presse akkreditiert und für mein Hobby mache ich die journalistische Arbeit.
So oder so: Nach irgendeiner Betrachtungsweise bin ich wohl immer Journalist – wenn auch ein eher unwichtiger. Wobei sich die Tätigkeitsfelder von Journalismus und Politik ja eh ständig überschneiden. Denn auch Politiker müssen ständig informiert sein und fundierte Meinungen bilden können. Und in beiden Fällen gilt – dem Anspruch wird immer nur eine Minderheit gerecht, im Endeffekt fragt da aber eh keiner nach.
Es geht bei der Frage, ob man Journalist ist geht es gewöhnlich nicht um die Arbeit die man macht, sondern um das, was davon in der Zeitung steht. Blogger sind nicht deshalb nicht (oder weniger) akzeptiert, weil sie schlampiger arbeiten – sie sind gefürchtet, weil sie diese Tatsache immer wieder offensichtlich machen, weil sie mit dem Finger auf den Tagesjournalismus zeigen und Meinungen haben. Und dabei eben oft der Schlagzeilenwelt der abgetippten Pressemitteilungen widersprechen, welche in ihrer inhaltlosen Knappheit durch sie überflüssig gemacht wird.

Dafür haben sie, fließend getippt wie Sprache, Rechtschreibfehler und Stotterer – Marken eines individuellen Stils, einer Persönlichkeit, wie sie im „seriösen“ Journalismus verpönt sind. Denn der tut so, als würden Maschinen für ihn schreiben – und gibt sich damit einer grundlegenden Verlogenheit hin, die der Blogosphäre fremd ist.
Die mag pöbelhaft sein, ungezogen, vorlaut und unreflektiert – aber sie ist wenigstens ehrlich dabei.

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Print – Rückkehr in die Fremde 2 

Mein Ausstieg aus der Welt der alten Medien ist inzwischen fast ein Jahr her. Inzwischen besitze ich gar keinen Fernseher und kein Radio mehr.

Zurückgekehrt sind aber die Zeitungen. Und es ist eine seltsame Rückkehr.
Offenbar wird von einem politisch aktiven Menschen, vor allem in einer Partei und vor allem von einem Kandidaten für ein Amt (wie bei mir für den Gladbacher Stadtrat) erwartet, sich regelmäßig dem Printjournalismus zu widmen – die Frage, welche Zeitung ich lese kam öfters, meine übliche Antwort war „keine“, sehr zur Verwunderung meiner Parteigenossen. Man müsse doch eine zeitung lesen, wie sei man sonst informiert, so die Rückantwort.
Dabei sollten grade die Grünen auf John Yemma hören, wenn er sagt: „Printjournalismus macht einfach keinen Sinn: Da werden Bäume gefällt, fässerweise Farbe durchs Land gefahren, Zeitungen gedruckt, die tags darauf im Altpapier landen.“ Baumvernichtung, CO2-Ausstoß und Müllproblem ohne wirklichen Zwang dazu – und kosten tut der Spass auch noch (kostenlose Tageszeitungen wie in san Francisco scheint es in Deutschland nicht zu geben).

Nun denn, meine Wahl fiel auf die Westdeutsche Zeitung (WZ) – die hat (anders als die taz) einen Lokalteil und ist vergleichsweise günstig (85 bis 95 Cent, je nachdem ob ich grade die gladbacher oder düsseldorfer Ausgabe erwische). Vor allem erstreckt sich der Lokalteil auch auf die Nachbarstädte, was gegen den Zwang wirkt, diese mit Belanglosigkeiten zu füllen.
Die politische Ausrichtung ist dezent sozialdemokratisch – nicht ideal, aber okay. Dass das Verhältnis zwischen dieser Zeitung und dem AStA in Düsseldorf eher zerrüttet ist (erster Artikel einen Tag nach unserer Ernennung zum Vorstand: „Der AStA beschäftigt sich nur mit sich selber“ – na herzlichen Dank) spielt dabei eine eher geringe Rolle.
Dass die WZ vergleichsweise dünn ist, ist durchaus von Vorteil – im Gegensatz etwa zur Rheinischen Post (RP) kann man sie auf der täglichen Fahrt MG-Düsseldorf hin und zurück gemütlich durchlesen (dafür mag die RP den aktuellen düsseldorfer AStA mehr – tja…) ohne größere Teile auszulassen.

So steigert sich der Leseschnitt: Immerhin lese ich jetzt gut 10% komplett – und weitere 10% gar nicht. Zuvor las ich bis zu 80% gar nicht.
Grund für das Nichtlesen war bei der RP zunehmendes Desinteresse, bei der Wz ist es das Treffen von Freunden und Bekannten im Zug. Insgesamt also angenehmer.
Und dennoch – mit tagesaktuellen Lokalseiten wie der Bürgerzeitung MG, großen Nischenseiten wie Telepolis und der grundsätzlichen Schnelligkeit des Internet bei Themen überregionaler Bedeutung erscheinen diese Papierstapel überflüssig. Ihre Informationen sind grundsätzlich mehrere Stunden veraltet, weil Zeit für den Druck draufgeht. Wer behauptet, Zeitungen seien besser recherchiert verkennt entweder den Aktualitätsdruck der Zeitungen oder die Qualität der Netzschreiber.
Essays und Dossiers gibt es zu selten und wenn, sind sie oft zu kurz um wirklich interessant zu sein – das Essayformat funktioniert besser mit praktisch unbegrenztem Raum und Verlinkungen, welche die Informationen und Meinungen vertiefen und verknüpfen.
Hinzu kommt noch das poitische und gesellschaftliche Engagement – bei Ereignissen und Veranstaltungen dabei zu sein und später in der Zeitung darüber zu lesen – der Vergleich ist fast immer desillusionierend. Reduzierte Darstellungen und die Sprache von menschen, die seit Jahren nur noch PR-blabla ertragen und davon geistig langsam infiziert werden, beherrschen das Bild.

Etwas anders ist das bei den Wochenmagazinen. Von diesen habe ich mir die Zeit empfehlen lassen.
Recherchiert, jenseits der erdrückenden Tagesaktualität – und erfüllt von einem Geist der Pseudointellektualität und des Kulturkampfes gegen das böse Internet.
Dennoch, immer wieder greifen die Zeitler gute Themen auf – zuletzt in einem Dossier über eine Wirtschaft ohne Wachstum. Aber die Darstellungen bleiben oberflächlich, letztlich inhaltslos und fallen in die Kategorie „schön, mal drüber gesprochen zu haben“.
Seine Energie verschwendet man unterdessen in Abwehrgefechten gegen das Internet und die digitale Welt, die fast durchgehend aus Unverständnis und Zukunftsangst gespeist sind, die das alte deutsche Makel fortführen, intellektuell und intelligent, unverständlich und komplex zu verwechseln.
Alles in allem ist die Zeit zum Lesen uninteressant, zum Überfliegen aber ein hervorragendes Blatt – mehr als ein Blatt bräuchte es aber oft auch nicht für den tatsächlich interessanten Inhalt einer Ausgabe dieser Zeitschrift.

Bleibt zu guter Letzt eine einzige Frage: Warum tue ich mir den Unfug eigentlich an? Nur, weil alle meinen, man müsste?
Und kann die Zeitung im Zeitalter des Internet überhaupt mehr sein als ein Pendant zur Krawatte – ein nutzloses Statussymbol für Wichtigtuer, welches seine Wichtigkeit allein durch die wiederholte Behauptung dieser Wichtigkeit erhält?

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