Meine letzten vier Veröffentlichungen Mad Scientist Journal Autumn 2018 Fiction Science The Dinosaurs of Jurassic Park and Jurassic World Steaks, Walls And Dossiers Zur Übersicht aller Veröffentlichungen Fiction Science

Mesozoischer Mittwoch (Dino-Dienstag) 31 0 

Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, (so gut wie) jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Diesmal am Mittwoch, da ich den Dienstag verpasst habe.

Besterhaltenes Säugetier der Kreidezeit

Spinolestes xenarthrosus, um genau zu sein - Bild: Oscar Sanisidro

Spinolestes xenarthrosus, um genau zu sein – Bild: Oscar Sanisidro


Spinolestes ist ein neu entdecktes kleines Säugetier, das vor 125 Millionen Jahren um die Füße spanischer Dinosarier wuselte. Beeindruckend an dem Fossil des Tieres ist, was neben den Knochen noch gefunden wurde: Es zeigten sich Abdrücke eines borstig-stacheligen Fells, unter dem teilweise knöcherne Platten in der Haut saßen. Die Haare, aber auch Spuren von Leber, Lungen und Haut sind detailliert genug erhalten, um sie bis auf die Zellstrukturen hinunter zu untersuchen. Auch Abdrücke der Ohren sind erhalten.
Das alles ist für die Forscher extrem aufschlussreich. So zeigt etwa die Anordnung von Lungen und Leber, dass Spinolestes wahrscheinlich wie moderne Säugetiere bereits ein Zwerchfell hatte. Auch die Ohren sidn interessant, denn es ist mangels Abdrücken nicht klar, wann die Säugetiere Ohrmuscheln entwickelten — jene von Spinolestes sind bereits gut entwickelt, also liegt diese Erfindung der Säugetiere deutlich länger zurück als seine Zeit.
Ebenfalls unerwartet: Spinolestes war relativ klar ein Tier, das viel grub und sich von Insekten ernährte. Dass es so früh in der Entwicklung der Säugetiere bereits klar auf eine bestimmte Lebensweise spezialisierte Arten gab (neben rattenartigen Tieren, die verschiedene Lebensstile führen konnten), hat die Forscher überrascht.

Die Körpertemperaturen der Dinosaurier

Ein internationales Team von Wissenschaftlern hat die Eierschalen fossiler Dinosauriereier untersucht, um aus der Zusammensetzung bestimmter Mineralien in diesen Rückschlüsse auf die Körpertemperatur der Muttertiere schließen zu können. Demnach hatten die untersuchten Dinosaurier stabile Körpertemperaturen, die je nach Art zwischen 32°C (Oviraptor) und 38°C (Titanosaurier) lagen. Vorherige Untersuchungen dieser an den Zähnen von Titanosauriern hatten für diese ähnliche Ergebnisse geliefert.
Damit häufen sich weiter die Hinweise, dass Dinosaurier wie heutige Säugetiere und Vögel in der Lage waren, ihre Körpertemperatur unabhängig von der Umgebungstemperatur zu regeln.

Neue Haie aus dem Karbon

Zwei spektakuläre, 300 Milllionen Jahre alte Haifunde wurden in in Texas und New Mexico gemacht. Während Texas Überreste eines schätzungsweise acht Meter langen Urhais barg, gibt es aus New Mexico das fast vollständige Skeletts einer neuen Haiart mit Zähnen, wie sie noch nie zuvor gesehen worden waren.
Beide Funde werden aktuell daraufhin untersucht, ob es sich um neue Arten handelt oder um neue Puzzlestücke zu bereits bekannten Arten.

Dino-Dienstag 17 0 

Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden.

Have Allosaurus, Will Travel – Fossil Tales From the West

Läuft leider nicht mehr lange, aber hier ist ein Kickstarter für ein Buch und eine Tour, die von der Arbeit der Paläontologen im Feld erzählen. Und hier ist ein Interview mit Brian Switek dazu bei meinem Lieblings-Dino-Blog.

Die Urschlange

Nicht immer hat man neue Fossilien vorzuweisen, manchmal gibt es auch andere Methoden, die Gestalt ausgestorbener Tierarten zu ermitteln. Dies hilft dabei zu wissen, wonach man suchen muss. So bei dieser Untersuchung zur Herkunft der Schlangen. Die Forscher haben eine Vielzahl an Schlangen aus der Kreidezeit untersucht, aus den Merkmalen der unterschiedlichen Arten ihre Verwandtschaftsbeziehungen abgeleitet und daraus dann wieder Schlüsse gezogen, wie der gemeinsame Vorfahre aller dieser Tiere, die Urschlange, ausgesehen und wann sie gelebt haben muss.
Das Ergebnis lebte vor etwa 128 Millionen Jahren auf dem Land. Letzteres ist bedeutsam, weil es zur Entstehung der Schlangen immer noch einen großen wissenschaftlichen Streit gibt, ob diese auf dem Land oder im Wasser entstanden sind.
Das Bild zeigt zudem Hinterbeine. Dass die frühen Schlangen Hinterbeine, aber keine Vorderbeine hatten, haben mehrere Schlangenfunde aus der Kreidezeit bewiesen. Hinzu kommt, dass einige heutige Schlangen immer noch Beckenknochen und hin und wieder sogar Reste von Hinterbeinen haben. Es gibt Fossilien von schlangenartigen Tieren, die älter sind als 128 Millionen Jahre, diese haben aber noch vier Beine und ihre Zugehörigkeit zu den Vorfahren der Schlangen ist umstritten.
Schlangen sidn schwierig zu erforschen, weil von ihren kleinen zerbrechlichen Knochen nur selten Fossilien bleiben. Noch seltener bleiben die Fossilien vollständig genug, um Merkmale wie Beine eindeutig zuordnen zu können.

Theoretische Urschlange - Bild: Julius Csotonyi

Theoretische Urschlange – Bild: Julius Csotonyi

Der Ursprung der Zungenwürmer

Zungenwurm Linguatula - Bild: Dennis Tappe und Dietrich W. Büttner

Zungenwurm Linguatula – Bild: Dennis Tappe und Dietrich W. Büttner


Man kann nicht immer Dinosaurier haben. Dafür habe ich heute eine Gruppe von Tieren, von denen die meisten hier noch nie etwas gehört haben werden: Zungenwürmer.
Zungenwürmer sind, da enttäuscht der Name ein wenig, kleine wurmartige Gliederfüßer, die in den Atemwegen größerer Wirbeltiere leben und sich dort von Blut ernähren. Ihre Münder sind umgeben von Haken als letzte Reste der Beine und von unten sieht das Ganze dann ungefähr so aus wie die Facehugger aus den Alien-Filmen. Nein, wirklich. Es sind seltsame kleine Tiere, deren Herkunft weitgehend unbekannt ist. Zwar gab es bereits Fossilien von Zungenwürmern aus dem Silur, nur gab es da ein Problem: Die heutigen Träger dieser Parasiten existierten damals noch gar nicht.
Ein neues, 425 Millionen Jahre altes, Fossil aus England gibt nun einen Einblick in das leben dieser Zungenwürmer bevor ihr heutiger Lebensraum überhaupt existierte: Das Tier hielt sich zu Lebzeiten an einem Wasserfloh fest und lebte wahrscheinlich von dessen Blut.
Heutige Zungenwürmer geraten meist in ihre Wirte, indem sie sich als Eier fressen lassen und aus dem Darm in den Körper eindringen. Wahrscheinlich wurden sie ursprünglich von Landtieren beim Trinken mit den Wasserflöhen verschluckt und fanden in deren Eingeweide einen geeigneten Lebensraum. Während ihre im Meer lebenden Verwandten im Laufe der Zeit verschwanden, waren die Bewohner der Landtiere in den Körpern ihrer Wirte vor allen Katastrophen geschützt und überlebten bis heute.
Bin ich eigentlich der einzige, der eine verblüffende Ähnlichkeit zu den Anomalocariden sieht?

Extra Extra Vlogs und Geschichten Fiction Science