5. Türchen 2009 0 

Es ist Dezember und weil ich von einem Pizza-Anbieter einen Adventskalender mit Schokolade als Werbegeschenk bekommen habe, werde ich für jedes Türchen einen Blogeintrag schreiben. den 1. Dezember habe ich verpasst, da war ein Flugzeug drin.
Was in den Beiträgen drin ist? Woher soll ich das vorher wissen?

5. Dezember: Kirche
Blogkonversion: Öhm…

Eine Kirche also. was mach ich denn damit?
Ich könnte natürlich was über die Kirche schreiben. Aber dazu habe ich genug geschrieben, da fällt mir grade nix ein.

Früher hatten auch viele Schulen einen Turm und ein Schiff als Grundbestandteile ihrer Architektur, immehrin hat das Schokogebäude kein Kreuz drauf. Da könnte ich dann darauf hinweisen, dass eine aktuelle Pressemitteilung der Linken es an Geduld vermissen lässt, da einfach nicht die Zeit war, schon für 2010/11 eine neue Gesamtschule aufzubauen.
Da ginge es dann um die Allgegenwart der Ungeduld. Aber dazu habe ich im März bereits etwas geschrieben, das ich einfach nur zitieren muss:

Ungeduld ist eine Konstante menschlicher Psyche.
Religionen speisen sich aus unserer Ungeduld auf Antworten, totalitäre Systeme aus unserer Ungeduld auf echte Problemlösungen und Korruption speist sich maßgeblich aus unserer Ungeduld bei der Verwirklichung unserer Pläne. Ich sehe nichts, was wir da tun können, aber es ist wichtig, diese einfache Grundlage immer im Hinterkopf zu halten.
Andererseits ist Ungeduld auch ein mächtiger Motor für technischen Fortschritt. Wo wären wir ohne unseren beständigen Wunsch, Dinge schneller erledigen zu können? Wie fast immer gibt es zwei Seiten der Medaille.

Ich könnte über den Irrtum schreiben, zu glauben, Weihnachten sei ein christliches Fest.
Also, damit ich wenigstens etwas konstruktives zum heutigen Türchen geschrieben habe: Weihnachten ist im wesentlichen ein uraltes heidnisches Fest zur Wintersonnenwende, heutzutage bestehend aus alten heidnischen Bräuchen (ein immergrüner Baum im Haus, Geschenke), Folklore (Weihnachtsmann), kapitalistisch geprägter Eventkultur (Geschenke, Beleuchtung) und ein paar am Rande eingefügten Sprengseln christlicher Mythologie (Christkind, Engel und Sterne), die zudem zunehmend verblassen.

Nunja, ich denke, ich hab jetzt einfach mal genug darüber geschrieben, dass ich nicht weiss, was ich dazu jetzt schreiben soll. Kann ja auch mal passieren.

Petitionnerstag XXXIX (Petitiamstag IIII) 0 

Diese Woche etwas später, dafür aber auch vollständiger – neben den Bundestagspetitionen der Woche haben wir auch noch eine wichtige separate Petition, die ich gleich vorab stellen möchte:

Islamaustritt als Asylgrund

Die „Abkehr vom Islam“ soll künftig als Asylgrund gelten, wenn die Asylbewerber aus Ländern stammen, in denen Apostasie (Abfall vom Glauben) als Verbrechen verfolgt wird. Dies ist das Ziel einer Kampagne, die heute von den Initiatoren der „Kritischen Islamkonferenz“ gestartet wurde.

In einigen Staaten gelten für die Abkehr vom Islam drakonische Strafen bis hin zur Todesstrafe. Ich kenne selbst ein paar Leute, denen im Iran aufgrund dieses „Straftatbestandes“ die Todesstrafe droht.
Hier ist ein Umdenken der Asylbehörden dringend nötig.


Und damit nun zu den wöchentlichen Bundestagspetitionen:

Koppelung von Diäten an Durchschnittseinkommen

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die Höhe der Bezüge der Abgeordneten sich nach dem vom Statistischen Bundesamt jeweils ermittelten Durchschnittsverdienst aller Vollzeitbeschäftigten in Deutschland richtet. Dazu soll ermittelt werden, in welchem prozentualen Verhältnis die gegenwärtigen Abgeordnetenbezüge zum obengenannten Durchschnittsverdienst stehen. Dieses prozentuale Verhältnis bleibt in Zukunft gleich, die Bezüge werden automatisch entsprechend angepasst.

Na das ist doch mal ein schöner Ansatz. Ich würde selbst ja noch einen Schritt weiter gehen und eine Koppelung am Nettogehalt vorschlagen.
Dann würde plötzlich eine ganz andere Politik gemacht…

Förderung des Schienenverkehrs

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, bestehende Wettbewerbsnachteile für den Schienenverkehr gegenüber anderen Verkehrsträgern abzubauen. Dies betrifft insbesondere eine Befreiung von der Mineralöl- und Ökosteuer und die Senkung der Stromabgaben sowie einen Verzicht auf die Ausweitung des Emissionshandels 2013 für den Schienenverkehr. Auch über eine mildere Besteuerung von Bahnfahrkarten (z.B. zum reduzierten MWSt-Satz), insbesondere bei Reisen in das europäische Ausland, wäre nachzudenken.

Darüber wäre im Rahmen der Bestrebungen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen definitiv nachzudenken.

Rückkehr Selbstständiger in die GKV

Im deutschen Gesundheitsrecht ist ein wichtiger Punkt einfach vergessen worden. Selbstständige, die privat krankenversichert
waren haben keine Möglichkeit in die gestzliche Krankenabsicherung zurückzukehren. Dies ist besonders dann existenziell
bedrohlich, wenn der bisherige Selbstständige Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) erhält.

Das klingt in der Tat nach einer großen Lücke, die dringend zu schließen ist.

GKV-Beitragsfreiheit bei Elterngeldbezug

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …dass Selbstständige während des Bezugszeitraumes von Bundeselterngeld (incl. Verlängerungsoption des Auszahlungszeitraumes) weiterhin beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert werden, wenn sie vor der Geburt des Kindes, für welches Elterngeld bezogen wird, bereits in der GKV als freiwilliges Mitglied versichert waren. Dadurch soll eine Gleichstellung von Selbständigen und Angestellten vor dem Gesetz gewährleistet werden.

Und nochmal was zur GKV. Angestelte kriegen das schon, Selbstständige nicht.

Heizkostenerstattung nicht aufs ALG II

Der Deutsche Bundestag möge beschließen … dass Arbeitslosengeld II Empfänger ein Guthaben bei Heizkosten behalten dürfen.

Ich bin jede Woche aufs neue erstaunt, was es bei ALG II alles für Regelungen gibt. Hier ist wieder so eine.
Liebe Bundesregierung: Wenn ihr schon Steuergeschenke machen wollt…

Zuverdienstgrenze auf 400 €

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …
1. Erhöhung der Zuverdienstgrenzen bei ALG-II auf 400 Euro im SGB ————

Wo wir schon beim ALG II sind: 400 € sind der Betrag, bis zu dem ein Job steuer- und abgabenfrei sein kann – wenn dieser Betrag dort zugestanden wird, sollte er auch bei Arbeitslosen als Zuverdienst zugestanden werden – sonst wird es auch schwer, überhaupt zuzuverdienen, ohne gleich zu viel zu bekommen.

Nichtanrechnung von Minijob auf ALG II

Der Deutsche Bundestag möge beschließen , dass Geringfügig Beschäftigte (400 €) die im Elternhaus wohnen, keine Anrechnung ihres Lohnes auf das Arbeitslosengeld II erfolgt.

Selbes Ziel, anderer Weg – spannend!

KV-Gleichstellung von Minijobbern und Arbeitslosen

1. Gleichstellung bei ALG-II-Empf. + Minijob bei Krankenversicherung (SGB)

Und damit hätten wir die Wochenthemen ALG II und GKV elegant verbunden – klar, wenn die Arbeitslosen schon einen ganzen Minijob zuverdienen dürfen, müssen sie auch in allen Beitragsfragen mit diesen gleichgestellt werden.

Autobahnüberholverbot bis 80 km/

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …
Ein generelles Überholverbot von Fahrzeugen die aufgrund ihrer Bauart nicht mehr als 80 Km/h auf Bundesautobahnen fahren dürfen z.B. Fahrzeuge mit Anhänger oder Fahrzeuge über 3,5T zulässigem Gesamtgewicht (LKW)

Ja, die Elefantenrennen auf den Autobahnen kann man ruhig abschaffen. Wobei man das meinetwegen auf zweispurige Bahnen beschränken kann, bei breiteren bleibt ja ein Streifen für die anderen Fahrzeuge offen.

Keine Wehrdienstverkürzung

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die durch den neuen Koalitionsvertrag vereinbarte Verkürzung des Wehrdienstes / Zivildienstes auf 6 Monate nicht in Kraft treten soll.

In der Tat ist die Verkürzung dermaßen groß, dass man den Wehrdienst dann auch gleich abschaffen kann.
Sorgen um den Zivildienst mache ich mir allerdings im Gegensatz zu den meisten nicht – dann werden halt wieder mehr Leute eingezogen, momentan ist dies ja nur ein relativ kleiner Anteil aller eigentlich Wehrpflichtigen.

Erste-Hilfe-Kurs für Autofahrer alle 2 Jahre

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass es für Führerscheininhaber aller Klassen zur Pflicht wird, alle zwei Jahre einen Kurs in Lebensrettenden Sofortmaßnahmen zu wiederholen.

Okay, diesem Thema stehe ich als Autofreier komplett unbedarft gegenüber. Keine Ahnung, ob das irgendwie sinnvoll ist. Ist vor allem ziemlich häufig, alle zwei Jahre ein Kurs.

Ermäßigter Steuersatz auf Mineralwasser

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass der Verkauf von Mineralwasser ab sofort dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7% unterliegt und nicht wie bisher dem vollen Umsatzsteuersatz von 19%.

Ich mag mich irren, aber ist der Steuersatz auf Mineral- und Tafelwasser nicht ohnehin ermäßigt, da es sich um ein Nahrungsmittel handelt?

PKW-Maut

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass für das gesamte deutsche Straßennetz eine pauschale Nutzungsgebühr für PKW (PKW-Maut) eingeführt wird. Die Umsetzung soll mit einer (Jahres-)Plakette erfolgen. Zugleich darf es keine Mehrbelastung für den Autofahrer geben. Die Ökosteuer auf Kraftstoffe soll abgeschafft werden. Die KFZ-Steuer soll gesenkt werden.

Das wird einige jetzt überraschen, aber da halt ich nix von – das führt nur zu Protesten und dazu, dass „die Ökos“ dann wieder als Sündenböcke herhalten dürfen. Nee, danke.
Ich wäre eher dafür, sämtliche Kfz-relevante Steuern auf den Treibstoff umzulegen.

Gesetzentwürfe nur von der Regierung

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Gesetze grundsätzlich ausnahmslos von Bundesbediensteten der Ministerien bzw. Abgeordneten des Deutschen Bundestages selbst zu erstellen sind und zukünftig keine Dritten (Lobbyisten, Rechtsanwaltskanzleien, etc.) mehr beauftragt werden, GESETZEstext-Entwürfe zu erstellen.

Der Gesetztgeber ist unabdingbar selbst Gesetzgeber sowie zur Gesetzgebung verpflichtet und nicht dazu befugt Dritte mit der Erstellung von Gesetzestexten zu beauftragen.

Die Intention ist gut, aber das Vorhaben würde die Möglichkeiten der Entwicklung direkter Demokratie schwächen, da so auch Volksbegehren keine Gesetzesvorschläge machen könnten.
Gut, das können sie jetzt auch nicht (mit Ausnahme einer neuen Verfassung), aber das sollte man nicht zusätzlich verfestigen.

Lenkzeitenregelung für Schwerlastbegleitfahrer

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …
dass Begleitfahrer für Schwertransporte (BF3) eine Vorschrift zu Lenk- und Ruhezeiten wie die der LKW-Fahrer bekommen und sich an diese halten müssen.

Schwierig – das würde den ohnehin nicht geringen Organisationsaufwand nochmal ein ganzes Stück hochsetzen und die Bürokratie vergrößern.
Davon abgesehen, dass plötzlich überall Fahrtenschreiber nachinstalliert werden müssten.

Steuerliche Absetzbarkeit von Familienbesuchen

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …dass Besuchsfahrten eines Elternteils bei getrennt lebenden oder geschiedenen Elternpaaren als Außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung geltend gemacht werden können.

Das wiederum fällt in den Bereichen „eindeutig zu viel des Guten“.

Bessere bekämpfung der Schwarzarbeit

Der Deutsche Bundestag möge beschließen … Schwarzarbeit besser bekämpfen

Wie man hier im Internet zu sagen pflegt: wtf? So knapp reichlich überflüssige Petition.

Privatisierung der Arbeitsvermittlung

Der Deutsche Bundestag möge beschließen die Organe zur staatlichen Arbeitsvermittlung abzuschaffen und nötige Vorrausetzungen zu schaffen diese auf öffentliche, bzw. privatwirtschaftliche Vermittlungsstellen umzulagern.

Oha, da will jemand die FDP ausFDPen – erfolgreich, wie es den Anschein hat.

Zinsen auf die Körperschaftssteuer

Der Bundestag möge beschließen, dass die den Unternehmen zustehende Erstattung des Körperschaftsteuerguthabens angemessen verzinst wird.

Also nee, Jungs. Die Körperschaftssteuer zur Finanzvorsorgeeinrichtung umzumünzen, das hättet ihr wohl gerne.

Versicherungspflicht für Fahrräder

Versicherungspflicht für Fahrräder und ABE-Pflicht für entsprechende Fahrräder im öffentlichen Straßenverkehr ab einem Alter von 14 Jahren des Radfahrers.

Sogar Versicherung und Fahrzeugpapiere!
Ich empfinde das bei Fahrrädern alles als etwas unpraktikabel, da man ein Fahrrad eher mal verleiht als ein Auto und bei Fahrrädern auch wesentlich mehr Eigenbauten vorkommen bzw. wesentlich öfter Umbauten vorgenommen werden als bei Autos.

Hypo Real Estat zur KdÖR

Die Hypo Real Estate–Bank möge per Gesetz dauerhaft in eine gemeinnützige Körperschaft öffentlichen Rechts überführt und ihre Aufgaben sollen gemäß bestimmten Kriterien erweitert werden. So kann sie im Modellversuch am Gemeinwohl orientierte, wechselbezogene Kredite zinsgünstig an die Realwirtschaft vergeben, damit diese ihre Produktionsaufgaben – ohne spekulatives Geld – erfüllt. Dazu erhält sie von der Zentralbank geschöpftes Geld zinslos. Sie wird umbenannt in Gemeinnützige Kredit Bank (GKB).

Okay, keine Ahnung, wem das was bringen würde. Kennt sich hier jemand mit Banken aus?

Petitionnerstag XXXVII 0 

Legalize It!

Der Deutsche Bundestag möge beschließen , daß CoffeShops nach Holländischem Prinzip in Deutschland zu gelassen werden. Weiche Drogen also Produkte aus Marihuana legalisiert werden.
Dadurch könnte der Staat verdienen und Steuerlöcher stopfen. Außerdem würde die Kriminalität zurück gehen.
Konsumenten hätten so auch weniger Kontakt zu harten Drogen da Sie Ihr Hasch legal kaufen könnten und gar nicht mehr in Kontakt zu Dealern kommen würden.

Ist übrigens nicht die erste Petition zum Thema. Wird auch nicht die letzte sein.

Laizismus in Deutschland

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass im Grundgesetz eine striktere und konsequentere Trennung von Kirche und Staat, also der Laizismus verankert wird.

Da bin ich ja schon grundsätzlich für, einfach weil hier einer meiner politischen Grundsätze berührt wird: Kirche und Staat gehören getrennt.
Der Petent wil im Grunde den anhaltenden Rechtskonflikt zwischen positiver und negativer Religionsfreiheit beenden, indem er Nägel mit Köpfen macht und gleich komplett den Laizismus einführt, zumindest wohl in dme Maße, wie er in Frankreich herrscht.

Strophanthin-Studie

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass eine staatlich finanzierte Studie zur Wirksamkeit des Herzmittels Strophanthin im Vergleich zur Standardtherapie initiiert wird.

Offenbar handelt es sich bei Strophanthin um eine Gruppe von Eiweissen, die teils eine ähnliche Wirkung haben wie Fingerhutgift (welches als Herzmittel Verwendung findet), allerdings wurden wohl noch keine wissenschaftlichen Studien über seine Wirksamkeit als Vorbeugung gegen Herzinfarkte durchgeführt.
Es geht darum, eine solche Studie staatlich initiiert durchzuführen, weil „die Pharmaindustrie“ kein Interesse an einer solchen habe.

Streichung der Beitragsmindestgrenze für Krankenkassen

Der Deutsche Bundestag möge beschließen die gesetzliche Mindestgrenze von 840 Euro zur Festlegung des Krankenversicherungsbeitrages abzuschaffen. Diese Regelung ist für Geringverdiener sozial ungerecht, da die wenigsten Geringverdiener über mindestens 840 Euro verfügen.

Und damit bleiben wir nach den ganzen Drogen (Hasch, Strophanthin, Volksopium) noch etwas beim Gesundheitswesen. In der Tat erscheint die Mindestgrenze für die Berechnung des Krankenkassenbeitrags unrealistisch, heute (bei steigender geringfügiger Beschäftigung und Arbeitsosigkeit) mehr denn je.

Beibehaltung der einkommensabhängigen Krankenkassenbeiträge

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass das System der Finanzierung der Krankenkassen nicht durch eine so genannte „Kopfpauschale“ geschieht und die soziale Verteilung der Beiträge beibehalten wird. Die Beitragssätze sollten sich weiter nach Höhe des Einkommens richten und der Arbeitgeberanteil davon nicht abgekoppelt werden.
Die Krankenversicherung muss für jeden Bürger weiterhin finanzierbar bleiben und soll auch weiterhin dem Solidarprinzip folgen.

Selbes Prinzip wie in der Petition hierüber: Krankenkassen müssen bezahlbar sein, egal wie wenig man verdient.

Eigentragen von Heimträgerversagen

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Heimträger die Kosten für Krankenheiten und Körperbeeinträchtigungen tragen, die auf Grund unsachgemäßer Pflege in der Einrichtung entstanden sind.

Die Situation in deutschen Heimen, vor allem Altenheimen, ist immer wieder Ziel massiver Kritik – Fehlpflegefolgen wie Dekubitus offenbar beunruhigend häufig.
Da kann es durchaus helfen, wenn die Heimträger in Zukunft schon ein finanzielles Interesse daran haben, solche Fehler in Zukunft zu vermeiden. Auch wenn es für die Heimträger natürlich nicht sehr schmeichelhaft ist, wenn solche Maßnahmen ergriffen werden – aber wir sind hier ja auch nicht dafür zuständig, Leuten zu schmeicheln, oder?

Erwachsenenstrafrecht für Erwachsene

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, bei volljährigen Straftätern generell das Erwachsenenstrafrecht anzuwenden.

Erscheint mir offengestanden vernünftig.

Jugendhöchststrafe auf 15 Jahre

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die Höchststrafe für Jugendliche Gewalttäter auf 15 Jahre angehoben wird. Für wahrscheinlich rückfällige zum Tatzeitpunkt jugendlichen Straftätern soll die rechtliche Möglichkeit der Sicherheitsverwahrungzudem geschaffen werden. Zudem soll verabschiedet werden, dass es nötig ist dass die Bundesländer, mehr Geld in die Präventivarbeit in Schulen investieren.

15 Jahre ist schon eine Menge, zumal ich persönlich eh glaube, dass alles oberhalb von 10 Jahren einfach keinen Unterschied mehr macht. Alles darüber ist – sofern es sich nicht um Sicherheitsverwahrung handelt – überflüssig, weil spätestens ab da jeder Tag im Knast einfach nur ein weiterer Tag sein dürfte. Sobald das Knastleben vom Sträfling als Normalität wahrgenommen wird, greift das Verfahren wahrscheilich so oder so nicht mehr.

Ermäßigte Umsatzsteuer für Speisegastronomie

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, den reduzierten Mehrwertsteuersatz von 7% auch für die Speisegastronomie einzuführen.

„Speisegastronomie“ ist auch mal ein interessanter Begriff – gastronomiert man denn noch etwas ausser Speisen (und Getränke)?
Wie dem auch sei: Ich bin grundsätzlich kein Freund des ermäßigten Steuersatzes. Vertretbar finde ich ihn aber bei Grundbedarf wie eben Nahrungsmitteln.

Ja Kruzifix amoal! 0 

Da hat doch glatt noch ein gericht die bayrischen Klassenzimmerkruzifixe für verboten erklärt
Bisher haben sie nur gegen die Verfassung verstoßen (was die Bayern nicht zu kümmern schien), jetzt also auch gegen die Menschenrechte.

Das Urteil ging gegen Italien, geht aber auch für andere Länder, darunter eben Bayern.
Klar ist man mal wieder empört und liest unfug wie

Das Kreuz stehe als Symbol für die Nächstenliebe und für die gemeinsamen europäischen Werte, die in einer langen Tradition gewachsen seien.

Nein, es steht für das Christentum. Und weder ist die Nächstenliebe typisch christlich (das wäre die Feindesliebe, die aber interessanterweise praktisch nie erwähnt, gelehrt oder tradiert wird), noch sind die meisten europäischen Werte (darunter eben Meinungs- und Religionsfreiheit) christlich – mehrheitlich mussten sie zum Ende des Mittelalters gegen den erbitterten Widerstand der Kirchen durchgerungen werden – allen voran die Menschenrechte, mit denen sie es ja offenbar immer noch nicht so wirklich hat.

Wer ein Symbol für die europäische Wertegemeinschaft haben will, der möge doch bitte eine Karte von Europa an die Wand hängen.
Und wird schnell merken, dass sich da nicht nur christliche Länder finden – die Geschichte Europas ist ohne den Islam nicht denkbar. Und auch die Gruppen ohne eigene Länder in Europa, Atheisten, Agnostiker, Juden, haben Europa über Jahrtausende mitgestaltet.

Nein, ich begrüße dieses Urteil: Religion ist Privatsache und gehört nicht in staatliche Institutionen, wie es Schulen nun einmal darstellen.
Ob Kinder eine Religion erhalten und welche, ist zunächst einmal Entscheidung der Eltern, später ihre eigene. Deutschland hat da das etwas windige Konstrukt des Ethikunterrichtes, das löst aber das Grundsatzproblem nur bedingt – doch ich schweife ab.

Wichtig ist: Das Urteil ist richtig und wichtig. Religiöse Symbole haben im Klassenraum allerhöchstens im Geschichtsunterricht (hauptsächlich Antike und Mittelalter) etwas verloren.

Oh, übrigens: Ein Kommentar im Focus liest sich so:

Wer die (grundsätzlich berechtigte) Trennung von Staat und Kirche so interpretiert, wie viele hier, der muss auch für die Abschaffung aller christlichen Feiertage inkl. Weihnachten und kirchlicher Trauungen sein. Da wär ich mal gespannt!

D’accord, monsieur, absolutement d’accord!

Überhaupt liest der Kommentarbereich dort sich sehr amüsant – etliche Leute, die glauben, das heidnisch motivierte Kommerzfestival Weihnachten sei in irgendeiner Weise christlich (das war es vielleicht zwischendurch mal), die meinen, jetzt gehörten auch Kopftücher verboten (vielleicht, aber nicht bei den Schülerinnen, es geht nur um die Schule selbst) oder gar Saudi-Arabien als Maßstab für europäisches Recht hernehmen wollen, ohne es zu merken („In Saudi-Arabien hätte es sowas nicht gegeben“).

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Die Christen und das Ende der Antike 3 

Das Christentum ist ein faszinierendes Thema für Historiker – voller Widersprüche ist diese Religion, die sich abwechselnd (und auch gleichzeitig) als Kulturgut und Zensor, Bildungsbringer und -vernichter, Heilsversprechen und Kriegstreiber darstellt und/oder betätigt.
Ein überaus erfolgreiche Verklärung gelang den christlichen Kirchen in Bezug auf Antike und Aufklärung. Es ist in säkularen Keisen allgemeiner Konsens, dass die Aufklärung gegen die Kirche erkämpft werden musste (siehe Galileo Gallilei) und das Erstarken des Christentums der Auslöser für das finstere Mittelalter und den Verlust der antiken Kultur war.
Sehr schön zusammengefasst und mit Fakten aufbereitet hat das Rolf Bergmeier dargestellt, die Zusammenfassung dessen möchte ich einfach mal zitieren, weil das mE jeder gelesen haben sollte, der sich für Geschichte interessiert:

Von 350 bis 500 u. Z. – folglich binnen 150 Jahren – veränderte sich die Welt drastisch: aus zahlreichen öffentlichen Bibliotheken in jeder Stadt (28 allein in Rom), die mit unzähligen, zu 95 % säkularen Themen gefüllt waren und jeweils bis zu 500.000 Büchern enthielten, wurden nicht öffentliche Bibliotheken in Klöstern und Bischofsresidenzen, die jeweils ca. 100-500 Bücher mit fast ausschließlich Bibelexegesen und theologischer Literatur aufwiesen. Das Schrifttum der Medizin, des Rechts, der Ethik, Poesie, Astronomie, Agrarwissenschaft und Philosophie verschwand. Der Bücherverlust betrug 1:1000, d.h. jeder erhaltenen Schrift stehen 1.000 vernichtete und verlorene Schriften gegenüber.

Das antike Schulsystem war öffentlich und prinzipiell für „alle“ Stadtkinder ab Handwerker aufwärts offen – für die Landbevölkerung gestaltete sich der Zugang schwierig, da die Schulen lediglich in den Städten situiert waren. In den Schulen bestand keine weltanschauliche Bindung, die Schüler konnten weiterführende Schulen für Medizin, Recht oder Philosophie besuchen. In den Grammatikschulen wurde auf Latein und Griechisch unterrichtet. Nach der christlichen Wende existierten nur noch wenige, klerikale Schulen. Nach eintausend Jahren Schriftlichkeit war somit innerhalb relativ kurzer Zeit die Schriftlichkeit weitgehend erloschen und Analphabetismus war weit verbreitet.

Volltext hier

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Wat macht der eijentlich VI 0 

Raum der Stille (AStA HHU)
Scheint ein lustiges Thema zu werden, welches auch den nächsten AStA noch beschäftigen dürfte.
Die Hochschule Niederrhein richtet derzeit einen solchen Raum ein und eröffnet ihn in etwa 2-3 Wochen. Sollten wir dann noch AStA sein (hängt davon ab, wie schnell die Koalitionsverhandlungen nach der heutigen Stimmauszählung enden), werden wir das sicher wahrnehmen, ansonsten übergeben wir das Projekt an den nächsten AStA.
Die regelung in Krefeld, den raum in den gebetszeiten der Muslime für diese zu sichern und en rest der zeit die Leute zu verpflichten, den raum allen zu öffnen, ist bei uns möglicherweise nicht gangbar, weil zumindest die katholische Kirche in diesem Fall auch exklusive Zeiten für sich fordert.
Dazu muss man aber sagen, dass der krefelder AStA wohl gut Stress hatte: Ähnlich wie bei uns gab/gibt es etliche inkompatible Forderungen der diversen Religionsgemeinschaften. Man ist dort froh, dass die Hochschulverwaltung dies komplett übernommen hat.

Demos (HHU/NRW)
Ich hatte ja schon ein wenig über die Bildungsstreikdemo berichtet. Leider war die Presseresonanz nicht sehr positiv, dort hat man sich auf die Kreuzungsbesetzung konzentriert, wobei die Berichterstattung durchaus übertrieben war. Schade fand ich an dieser demo übrigens, dass wir nicht zum Landtag gezogen sind.
Am Donnerstag gab es dann noch eine Demo gegen Tierversuche auf dem düsseldorfer Campus, an der etwa 50 leute teilnahmen. Die sehr (zu?) friedliche demo erregte mit einem Tonband eines jaulenden Hundes im Käfig, welcher in der Tierversuchsanstat der Uni abgeliefert werden sollte, Aufmerksamkeit auf dem Campus. Der AStA (in Form von hannah und mir) hatte sich kurzfristig entschieden, im Falle von Ärger mit der Polizei die Verantwortung zu übernehmen und die Demo so zu stützen. Es gab dann aber – trotz entsprechender Anzeichen – keinen weiteren Ärger mit den Uniformierten.

Wahlkampf campus:grün (HHU)
Wir selbst treten dieses Jahr zwar nicht an (auch andere Listen sind enorm geschwächt aus der Hauptwelle der Studienreform hervorgegangen), haben uns am Dienstag aber entschieden, unseren Koalitionspartner, die Fachschaftenliste, sowie unseren letztjährigen Listenpartner IUL durch eine Wahlempfehlung zu unterstützen.
Das wurde dann am Mittwoch plakatiert und ich hoffe, es hat was gebracht.

Wat macht der eijentlich V 0 

Raum der Stille (AStA HHU)
Der Raum der Stille ist ein Vorstoß einer Gruppe vornehmlich muslimischer Studierender. Da wir einen Ruheraum grundsätzlich befürworten, diesen aber übereinstimmend nicht nur einer einzigen religiösen Gruppe überlassen wollen, berief AStA-Kollege Abdelilah ein Treffen ein, bei dem Katholiken, Protestanten, Muslime, Juden und orthodoxe Christen eingeladen waren.
Der Rabbiner als Vertreter der jüdischen Gemeinde war leider verhindert (zum Glück kannte sich einer der Muslime gut mit jüdischen Riten aus), dennoch war es ein interessantes Gespräch um Bedürfnisse und Hintergründe der unterschiedlichen Religionen.
Was sich aber abzeichnete war eine grundsätzliche Unvereinbarkeit der unterschiedlichen Gebetskulturen.
Zentral waren hier die muslimischen gebetszeiten, die automatisch zu Gruppengebeten führen, weil alle zugleich ihre Gebetszeit haben. Daraus folgte dann, dass der vertreter der Katholiken ebenfalls für sich das Recht einforderte, feste religiöse Veranstaltungen durchzuführen.
Doch während ich bei den Muslimen geneigt bin, diese Forderung auf der grundlage zu akzeptieren, dass das Gruppengebet quasi als Folge der religiösen Praxis entsteht, werde ich eine bewussten Organisation solcher Veranstaltungen ohne Zwang ganz klar ablehnen. Der Raum soll explizit nicht religiös sein und das bedeutet auch, dass es dort keine anberaumten religiösen Veranstaltungen geben wird.
Der Unterschied liegt halt darin, dass eine katholische Messe eine Veranstaltung ist, ein muslimisches Gruppengebet aber mehr ein Ereignis, was ich grade noch zu akzeptieren bereit bin. Es wird ein weiteres Treffen in drei Wochen geben – wenn ich dann noch im AStA bin (das ist nach den Wahlen), werde ich weiter teilnehmen. Im Moment sehe ich einen überreligiösen Raum aufgrund verschiedener Unvereinbarkeiten als schwer einzurichten ein:
– Die Katholiken wollen die Möglichkeit zu Veranstaltungen
– Die Protestanten wollen einen Raum mit Fenstern (offenbar also keine Lutheraner)
– Die Muslime wollen die Einhaltung der Geschlechtertrennung während ihrer Gebete

Daneben sind einige Religionsgemeinschaften, die an der Uni aktiv sind, nicht bedacht worden: Mormonen und Adventisten fielen mir hier spontan ein.

Einig ist man sich immerhin, dass der Raum keinerlei religiöse Symbolik erhält, keine Flyer oder Aushänge gemacht werden, laute Gruppengebete wenn überhaupt in Deutsch stattfinden und für Material wie Gebetsmäntel u.ä. Spinde angeschafft werden, wenn es zu dem Raum kommt.

Sozialstunden (AStA HHU)
In einem Treffen der Referenten des AStA beschlossen wir nach langer Diskussion, in Zukunft keine zu Sozialstunden verurteilten Straftäter mehr im AStA zu beschäftigen.
Die Frage war aufgekommen, nachdem ein Betroffener spezifisch nachfragte. Der Vorstoß wurde mit der Staatsanwaltschaft überprüft und positiv beschieden. Es kam später Kritik daran auf, dass wir hiermit „das System“ und die Polizei stützen würden, von denen man sonst repressiert würde – ja, es war eine etwas krude Argumentation, kam aber von den Marxisten, die ja tatsächlich öfter mal Probleme mit der Staatsgewalt haben. Leider musste ich in der heissesten Debattenphase einen Kollegen für ein paar Berichte vertreten, in dieser war nämlich der Betroffene anwesend.
Dennoch waren einige Argumente der Gegenseite überzeugend, allen voran jenes, dass zukünftige Asten diese Leute ausnützen könnten.

Frontal gegen die Diakonie 0 

Mit dem Untertitel Christen als Arbeitgeber prangert mit Frontal 21 endlich ein Medienorgan mit ausreichender Reichweite die Bedingungen bei den christlichen „Sozialeinrichtungen“ an.
Ein paar Daten, die im Frontal-beitrag fehlen (die Sendung arbeitet leider meist nicht sehr gründlich, siehe auch „Killerspiele“-Debatte) Diakonie und ihr im Artikel nicht genanntes katholisches Äquivalent, die Caritas, sind durch den (noch gültigen) Artikel 138 der Weimarer Reichsverfassung geschützt und erhalten in seiner praktischen Auslegung nahezu absolute Handlungsfreiheit:

(1) Die auf Gesetz, Vertrag oder besonderen Rechtstiteln beruhenden Staatsleistungen an die Religionsgesellschaften werden durch die Landesgesetzgebung abgelöst. Die Grundsätze hierfür stellt das Reich auf.
(2) Das Eigentum und andere Rechte der Religionsgesellschaften und religiösen Vereine an ihren für Kultus-, Unterrichts- und Wohltätigkeitszwecke bestimmten Anstalten, Stiftungen und sonstigen Vermögen werden gewährleistet.

Somit dürfen die Kirchen also auch eigentlich rechtswidrige Arbeitsbedingungen unterhalten. Wohlfahrt reicht bei den beiden großen kirchlichen Werken nur so weit, wie es sich öffentlich und medienwirksam darstellen lässt, die eigenen Mitarbeiter müssen weit unter Branchenstandard ohne Kündigungsschutz und andere Vorteile der deutschen Arbeitsgesetzgebung auskommen. So dürfen kircheneigene betriebe ihre Arbeitnehmer etwa unter Androhung von Kündigung zum Eintritt in die Kirche zwingen – oder ihnen kündigen, sollten sie austreten. Grundrecht auf Bekenntnisfreiheit? Kennen wir nicht, nie gehört.

Dabei sind die Hilfswerke für die Großkirchen wichtig: Das oftmals herbeigezogene Argument, ohne die Kirchen gäbe es kein Sozialwesen, basiert auf ihnen.
Etwa zur Jahrhundertwende bis in die Weimarer Zeit verdrängten die Kirchen mit ihren Anbietern nahezu alle säkularen Organisationen vom Markt. Die Fürsorge der Kirche ist also kein soziales verdienst sondern Ergebnis eines Verdrängungswettbewerbs, welchen die Kirchen mit massiven Finanzmitteln und staatlicher Unterstützung gewinnen konnten. Die kirchliche Dominanz in den sozialen Belangen ist kein Wohlfahrtsverdienst, es ist knallharte Eroberung eines lukrativen Marktes.
Wenn man jetzt also gegen die Atheisten hetzt, so kann man das nur, weil man sie vorher aus der Wohltätigkeit rausgedrängt hat. Und so wurde die Idee der Wohlfahrtskirche zur selbst erfüllenden prophezeiung: So lange der Kirche diese Behauptung geglaubt wird hat sie die Mittel, ihre Fassade aufrecht zu erhalten. Denn mehr tut sie nicht.

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Pro Ethik [Nachtrag] 0 

Fast hätte ich das übersehen: Heute ist ja in Berlin die Abstimmung zum Status des Religionsunterrichtes.
Also, alle die sich mit mir einig sind bitte in die Wahllokale und abstimmen: Religion hat in einer Bildungsanstalt wie der Schule nichts verloren. Das sollen die Kirchen doch bitte in ihren eigenen Gebäuden machen – und die Eltern, wenn sie auf derlei Mumpitz Wert legen.

[Nachtrag] Sehr hübsch. Brave Berliner!

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Bullshit-Analyse: Kondome und AIDS 0 

Hier ein schöner Bullshit, an dem man mal ablesen kann, wie Bullshit-Behauptungen eigentlich entstehen:

Kondome haben je nach Untersuchung einen Pearl-Index von 3-12. Kondome sind effektiv kein absoluter Schutz vor „unerwünschten“ Schwangerschaften. Die Gründe dafür sind vielfältig. Dazu kommt aber: der Größenunterschied vom HIV-Erreger und einem Spermium liegt bei 1:480! Das bedeutet anders gesagt, dass ein HIV-Erreger nur etwa 0,2% der Größe eines Spermiums hat.
Wenn Kondome schon nicht zu 100% eine Schwangerschaft verhindern können, dann erst recht nicht die Übertragung des HIV-Erregers.

Na, gemerkt?

Die lieben Leute der katholischen Nachrichtenagentur kath.net behaupten hier implizit, der Verhütungswert von Kondomen sie deshalb so „schlecht“, weil die Spermien durchs Latex dringen würden.
Wichtig für diese Argumentation ist, dass der erklärende Satz nicht konkreter wird als das hier geschriebene „die Gründe dafür sind vielfältig“.
Hier liegt der Knackpunkt: Eine etwaige Durchlässigkeit des Kondoms zählt nicht zu diesen „vielfältigen“ Gründen, im Gegensatz zu falscher Anwendung oder gar Mehrfachgebrauch eines Kondoms.

Dass HIV-Erreger (ebensowenig wie Spermatozoen) nicht durch Latex dringen können ist ganz einfach nachzuweisen: Dann müssten Kondome nämlich auch wasserdurchlässig sein, denn Wassermoleküle sind noch virel, viel, viel kleiner als HI-Viren. Und aufpusten könnte man sie auch nicht, denn Luftsauerstoff ist nochmal etwas kleiner.
es ist also für die Behauptungen der katholischen Kirche über Kondome zentral, dass man eine entscheidene Information auslässt. Das muss nicht einmal gewollt passieren, Leute, die so einen Schwachfug schreiben haben die Informationen wahrscheinlich selber nur unvollständig vorliegen. Dadurch sind sie von der Wahrheit ihrer eigenen Behauptung überzeugt und somit bessere Vertreter ihrer Position, so uninformiert diese auch sein mag.

Und daraus wiederum folgt dann hirnverbrannter Quark wie das hier:

Würde der Papst hergehen und den Gebrauch von Kondomen erlauben, so würde er sich mitschuldig machen, wenn jemand seinem Rat folgt und sich dann infiziert

Beide Zitate: kath.net

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