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Worum geht es?
Es gibt ein paar Branchen, in denen Mönchengladbach nicht schlecht dasteht. Von denen weiss aber keiner.
Eine solche Branche: Videospiele.

Rondomedia ist nach eigenen Angaben Deutschlands Nummer 3 im Markt, direkt hinter internationalen Marktführern wie EA und Ubisoft, deren deutsche Zweige (Köln und Düsseldorf) übrigens auch nicht so weit weg stehen.
Nun mag man von rondomedias Produkten und denen seiner Tochter astragon halten, was man will – sie sind erfolgreich und haben den Markt in Deutschland enorm verändert. Unter anderem geht auf sie die Verwendung des begriffs „Casual Game“ im deutschen Sprachraum zurück, ein Begriff, der damals, 1998, kaum erst existierte.
Es ist viel billig und einfach zu produzierender Schrott („Wimmelbildspiele“, einfache Knobelspiele) dabei und auch viele Zweitverwertungen (Ubisoft Exclusive), aber den Erfolg des Unternehmens kann man nicht übersehen.
Und immerhin hat Rondomedia zudem mit seinen Simulatoren, vom LKW bis zum Traktor eine aussergewöhnliche Nische erobern können und bringt ab und an auch mal ein tatsächlich gutes oder zumindest ambitioniertes Spiel raus.

Viel wichtiger aber: Das Unternehmen ist in seinem sektor erfolgreich Und während die alten Herren noch der Zeit der Textilstadt nachtrauern, übersieht man die Existenz einer erfolgreichen echten Zukunftsbranche in Mönchengladbach. Video- und Computerspiele gelten als das Medium der Zukunft und der jungen Generation. Die Branche beginnt grade, ihr Potenzial als vollwertiges Medium zu finden, ähnlich wie es beim Film in den 1910er/1920er Jahren der Fall war. In den nächsten 20 Jahren wird hier ein Medium erwachsen, dessen Entwicklung ähnliche gesellschaftliche Relevanz erhält wie jetzt noch das Fernsehen oder wie in der Zwischenkriegszeit das Kino.

Und bei alldem hört man praktisch nie den namen Rondomedia in der Politiik, das existiert als relevantes heimisches Unternehmen nicht.
Warum? Weil es nicht traditionelle Industrie ist, weil Mönchengladbach mit Medien nichts anfangen kann (man siehe zum Beweis mal das dürftige Angebot an Tageszeitungen).

Was kann man tun?
Erstmal muss die Stadt kapieren, dass die Computerbranche hier vertreten ist und es heimische Entwickler und Verlage von signifikanter Größe gibt. Mönchengladbach muss sich öffentlich als Standort der Softwarebranche darstellen und so versuchen, mehr Unternehmen dieses einträglichen Zweigs zu gewinnen. Ein offensiv-positiver Umgang mit diesem vielgescholtenen Medium würde auch den Ruf der als langweilig und uninteressant verschrienen Stadt bei der Jugend verbessern.

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